Bühneneingang
Was 30 Jahre "Heinz aus Wien" über die Pop- und Medienszene des Landes verraten – mit Michi Gaissmaier
Michi Gaissmaier gehört als Sänger und Gitarrist der Band Heinz aus Wien zu den prägenden Stimmen der Wiener Pop- und Indieszene. In dieser 100. Jubiläumsfolge des Bühneneingangs blickt er auf 30 Jahre Bandgeschichte zurück – vom Debüt "Welsfischen am Wolgadelta" über Tourneen in Österreich und Deutschland bis hin zur medialen Aufbruchsstimmung der frühen Nullerjahre. Es geht um die Anfänge einer österreichischen Indie-Rockband mit späterem Major-Deal, um Sehnsuchtsorte im Nachtleben, um die Rolle der „Sendung ohne Namen“ für unterschiedliche Medienkarrieren und um den ständigen Rollenwechsel zwischen Bühne, Projektmanagement und Unternehmertum. Michi Gaissmaier erzählt, wie sich Szene, Radiolandschaft und Musikwirtschaft verändert haben, warum Pop in der Kulturnation Österreich mehr Aufmerksamkeit braucht und was österreichische Musik unter Veränderungsdruck leisten muss, um überhaupt sichtbar zu bleiben.
Fabian Burstein
Hallo und herzlich willkommen am Bühneneingang. Mein Name ist Fabian Burstein, ich bin Kulturmanager und Autor, und in diesem Podcast zeige ich euch den Kulturbetrieb von innen, so wie er wirklich ist. Mein heutiger Gast ist Michi Gaissmaier. Als Sänger und Gitarrist der Band "Heinz aus Wien" hat er mit Alben wie "Welsfischen am Wolgadelta" und "Elektroboot, bitte" den Soundtrack zu einer mediengetriebenen Aufbruchstimmung im Wien der 90er und frühen 00er-Jahre geschrieben. Dass Michi Gaissmaier heute hier sitzt, ist doppelt besonders: Die Band feiert ihr 30-jähriges Bühnenjubiläum, und der Bühneneingang seine 100. Folge. Wir sprechen über die Anfänge einer österreichischen Indie-Rockband mit späterem Major-Deal, über FM4 als Sehnsuchtsort und den stetigen Rollenwechsel zwischen Kunst, Marketing und Unternehmertum. Was sagt all das über Musikwirtschaft, Szene und Mentalität in diesem Land aus, und wie sehr ist Michi Gaissmaier trotz der unterschiedlichen Hüte immer noch vor allem Frontman von "Heinz aus Wien"? Lieber Michi, schön, dass wir zusammen Jubiläum feiern.
Michi Gaissmaier
Ja, das freut mich auch sehr. Alles Gute an dieser Stelle, auch von meiner Seite.
Fabian Burstein
Danke schön, vice versa. Ich habe wunderschöne 2 bis 3 Tage hinter mir. Ich habe nämlich "Heinz" gehört, ganz viel.
Michi Gaissmaier
Das freut mich, ja.
Fabian Burstein
Und insbesondere die ersten 3-4 Alben würde ich jetzt mal so sagen, weil das ist so Teil meiner Musiksozialisation. Deshalb: Flashback. Erinnerst du dich noch an deinen allerersten "Heinz"-Auftritt in der Sommerarena, ich glaube im Jahr 1996, sonst wären es ja nicht 30 Jahre? Wie hat sich das damals angefühlt, was war das für ein Rahmen, welche Gefühle sind damit gekoppelt?
Michi Gaissmaier
Also, die Erinnerung ist jetzt in der letzten Zeit auch stärker gekommen, weil wir eben 30 Jahre später jetzt diesen Bogen zumachen und am 10. September auch wieder in der Open-Air-Arena spielen, was uns sehr freut, dass uns das gelungen ist, dass wir auch in diese Größe vorstoßen, womit wir vor einigen Jahren noch gar nicht gerechnet hätten. Und ich erinnere mich daran, dass es total absurd ist: Es kommt mir vor, als ob es eine andere Location gewesen wäre, jetzt in der optischen Wahrnehmung. Es war dahingehend etwas sehr Besonderes für uns, weil wir bis zu den Proben für das Konzert noch nie gemeinsam im gleichen Raum musiziert haben, weil wir einfach aus Spaß an der Freude ein Album aufgenommen haben im Studio und da ist mal der mit dem und dann mal der mit dem. Und dann irgendwann hat es geheißen: "Okay, jetzt müssen wir live spielen", und wie machen wir das jetzt? "Okay, das müssen wir proben." Und auf einmal waren wir zu viert im Proberaum und haben gesagt: "Ah, okay, jetzt fühlt es sich richtig nach Band an." Und dann war dieses Konzert als Vorgruppe von Selig, und da war es eben so, dass der Jörg Eiben, der damalige Chef der Plattenfirma MCE, war mit seiner Tochter dort, die damals, glaube ich, 9 war oder so. Ich weiß noch, ich habe die gesehen. Und im Nachhinein haben wir eben auch erfahren, dass der Jörg damals seine Tochter gefragt hat: "Und, wie hat es dir gefallen?" Und weil sie gesagt hat, sie war total begeistert, war das ein Grund, dass wir dann letztendlich auch mit ein Grund, dass wir den Plattenvertrag bekommen haben. Also aus vielen Gründen: multi-impressiv und natürlich auch das erste Mal Open-Air-Arena spielen und das erste Mal mit dieser Band auf der Bühne stehen und gar nicht wissend, was daraus noch werden könnte. Und spannend auf vielen Seiten.
Fabian Burstein
Meine erste Berührung, wie bei allen 40 Somethings, die mit FM4 zu tun hatten oder haben, war natürlich dieses Geburtstagslied, was ihr für FM4 geschrieben habt. War das davor oder danach?
Michi Gaissmaier
Das war davor. Also, wie gesagt, "Heinz" ist aus Zufall entstanden, weil wir vier befreundet waren und auch teils miteinander gearbeitet haben auf verschiedenen Ebenen. Und dann haben wir irgendwann gesagt, wir machen eine deutschsprachige Band. Und da entstand oder ist gerade FM4 entstanden. Und natürlich, weil wir halt alle aus dieser Wiener Indie- und Umgebungsszene kamen, kannten wir auch ein paar Leute da drinnen. Und dann haben wir aus einer Laune heraus das Geburtstagslied aufgenommen, als wir gerade einmal wieder im Studio waren, und haben der Lelo und der Conny das damals als Botenwagenfahrer verkleidet, auf Schmalband noch in einem großen Karton reingebaut, ins Funkhaus gebracht, ohne quasi Absender, nur halt "Heinz". Ich weiß gar nicht, warum wir das so gemacht haben, wir fanden es irgendwie lustig. Und dann haben wir mitbekommen, dass es halt gespielt wurde. Und das war so der Kick-off. Und danach wurden noch andere Lieder von uns auch gespielt, als dann aufgelöst war, wer wir eigentlich sind. Und so hatten wir das große Glück, dass vor unserem ersten Konzert schon Nummern im Radio waren.
Fabian Burstein
Mir wurde das auch von Leuten aus FM4 mal ein bisschen erzählt. Und ich finde, an der Anekdote kommt ja schon heraus, dass dieses Spiel mit Öffentlichkeit, mit Geschichten, auch mit gewissen Marketing-Moves, dass das schon immer dein Ding oder das Ding der Band war. Habe ich das richtig verstanden?
Michi Gaissmaier
Ja, es war mehr so: Ich bin so ein klassischer DIY. Also, ich habe davor angefangen, Musik zu machen mit meinem ältesten besten Schulfreund gemeinsam, und wir haben gemeinsam eine Band gespielt. Er ist dann aus der Band ausgestiegen, deswegen musste ich singen. Er hat vorgesungen. So kam ich mal quasi in die Rolle des Mittelstürmers. Dann hatten wir beide Bands, und keines der Wiener Indie-Labels wollte uns haben. Er hat dann zufällig 100.000, also zufällig, er hat 100.000 Schilling geerbt und hat gesagt: "Mach mal ein Label." Und ich habe gesagt: "Okay, mach mal ein Label." Und das haben wir gemacht. Da haben wir auch grandios in das Amt gesetzt, aber es waren so die ersten Bewegungen in diesem Business, in Anführungszeichen. Und ich habe schon irgendwie mitbekommen, man muss sich halt was einfallen lassen. Und es macht auch mehr Spaß, als dem 0815-Weg zu folgen. Und vielleicht waren das auch eben so die ersten Marketing-Moves, wie du sagst, die halt so aus dem Bauch heraus passiert sind. Und auch in dem Fall fanden wir es halt spannend, niemandem zu sagen, wer Heinz ist, und das dahin zu bringen. Und dann, ich weiß noch, in so Lokalen wie Bach wurde darüber diskutiert: "Wer sind jetzt diese Heinz?" Und ich habe dann auch fleißig mitdiskutiert. Und da sagte ich: "Ja, ich habe auch keine Ahnung, aber ich habe gehört, die könnten dabei sein und so." Hat mir viel Spaß gemacht damals.
Fabian Burstein
Was mir damals als junger Kerl viel Spaß gemacht hat: Ich habe damals auch in einer Band gespielt, ich muss 16 gewesen sein oder so irgendwas, dass in einer Phase, wo dieser New-Wave-Hype in Wien komplett vorbei war schon, wo es so ein bisschen diese Grunge-Anleihen gegeben hat bei österreichischen Bands, dass da plötzlich etwas war, was viel stärker so im Bereich Hamburger Schule angedockt ist, in meiner Wahrnehmung. Also, ich habe damals Blumfeld entdeckt, ein bisschen Tocotronic, aber jetzt in allererster Linie Blumfeld. Und ich habe mir irgendwie gedacht: "Vor, jetzt gibt es erstmal so einen Bezugspunkt, der nicht ständig auf Deutsch mit diesem Lokalkolorit nur spielt, sondern irgendwie was Größeres, Deutschsprachiges repräsentiert." Ist das nur mein persönlicher Sozialisationsstrang oder hat das auch was mit euch zu tun?
Michi Gaissmaier
Also, diese sogenannte Hamburger Schule und die Bands davon, die kannten wir natürlich und später auch dann größtenteils persönlich. Aber das war sicher ein Kicker, auch was anders zu machen. Aber das war vielleicht mit ein Auslöser, dass der Lelo und ich damals gesagt haben, wir wollen auch was auf Deutsch machen, weil wir vorher immer englischsprachig gesungen haben und die deutsche Sprache wurde so selten verwendet. Und parallel dazu kam halt eben diese ganze Grunge-Ecke, das eher Härtere, was uns jetzt nicht so gefallen hat. Also vor allem der Lelo und mir, ich war eher auf der melodischen, auf dieser Creation-Records-Seite, sage ich mal. Und dann war Weezer und dieser fette Sound und Weezer und Today von Smashing Pumpkins und Creep von Radiohead und solche Nummern, wo so riesige Gitarrenwände auf einen zufahren, und das hat uns einfach irrsinnig gut gefallen. Und in die Richtung haben wir gedacht und waren halt eh eher so melodisch unterwegs, vielleicht poppiger als eben das klassische Grungige. Und die deutsche Sprache war halt da, und wir haben dann einfach angefangen, so wie wir geredet haben, auch irgendwie Texte zu schreiben oder so darauf zuzugehen. Und das ist uns ja größtenteils auch passiert. Und es war immer, wir haben es immer gern lustig gehabt, und der Wortwitz war immer ein wichtiger Punkt bei uns ganzen. Das ist vor allem bei mir, das ist eine Zwangsstörung, Wortwitze zu machen, ist mir auch geblieben. Und so ist das entstanden. Und dass das natürlich dann so quasi so, wie wir sind jetzt, die Wiener Version von der Hamburger Schule, fand ich jetzt immer so, weil es war auch nicht ganz passend, weil wie wir dann später gelernt haben, als wir dann dort auch im Buddelclub waren und oft waren und uns wirklich offiziell ein Stück der Theke ertrunken haben und dort einen Wien-Abend gemacht haben und solche Sachen und auch die Leute alle kennengelernt haben, haben wir vor allem eines gemerkt: Die Hamburger Schule ist, da sind Leute, die sich untereinander kennen, größtenteils, und auch verstehen und die einen Austausch haben. Und schön, dass es sowas gibt, und das ist etwas, was mir in Wien immer sehr gefehlt hat. Wenn in Wien immer so: "Ich meins, du mach deins, mit dem rede ich nicht, weil irgendwer hat mir erzählt, dass der gesagt hat, dass der über mich gesagt hat, dass ich ein Trottel bin." Und das ist mir so auf die Nerven gegangen. Und deswegen war halt so: Man wird dann eher allein. Und es gab ja auch jetzt nicht viel Vergleichbares am Anfang, wie wir begonnen haben.
Fabian Burstein
Ich habe das ja schon gesagt. Ihr habt es ja dann relativ schnell geschafft, von dieser Indie-Identität dann doch euch ein bisschen in das Major-Segment vorzuarbeiten. Was hat das mit der Bandmentalität gemacht, mit den Produktionsbedingungen? Für mich damals als junger Typ war das total der romantische Traum. Also die Unterschrift unter dem Major-Deal gab es ja noch nicht. Es gab noch nicht mal Napster. Das kam ein bisschen später. Das ist es, wo wir alle hinstreben müssen. Hat das diese Befriedigung gebracht, die mein inneres Kind sich da vorstellt?
Michi Gaissmaier
Also, es war sicher stolz und gar nicht wissen, wie man damit umgehen kann, weil man kannte ja auch außer einer Band, Paradise Now, die hatten einen Major-Deal, aber sonst gab es ja niemanden aus dem Umfeld, der sowas hatte oder den kannte oder so. Und es hat auf jeden Fall ein Bewusstsein ausgelöst oder massiv verstärkt, weil, wie gesagt, wir haben "Heinz" aus Spaß und der Freude begonnen. Wir haben uns gedacht, okay, das geben wir halt irgendwem von den stadtbekannten Musikfuzzis und die bringen das auf ein Label raus und wir verkaufen halt dann 300 Alben oder sowas. Und durch Zufall kam das dann eben zu damals in Wien neu gegründeten MCE, die Teil der Universal waren, und so hatten wir dann auf einmal einen Major-Deal und wir so: "Aha, okay, wir haben jetzt einen internationalen mit Deutschland, Österreich, Schweiz, Major-Deal und wir gehen mal in Deutschland auf Tour." Und wir fahren nach Deutschland zum Mastern und das war so: "Oh, org!" Und vor allem hat das aber eins in unserem Kopf geschärft, nämlich: Jetzt beginnt nicht der Spaß, sondern jetzt beginnt die Arbeit. Und auf die haben wir Bock. Und das war eben ganz, ganz wichtig, dass wir, also das Schöne davor, muss ich auch sagen, wie "Heinz" entstanden ist, war für mich das erste Mal so, dass ich in einer Band bin, wo alle am gleichen Strang ziehen. Weil vorher war es so, da habe ich halt in der Band, da habe ich halt die Songs geschrieben und habe halt die Konzerte organisiert und die anderen haben halt auch ein bisschen mitgeholfen, aber ich habe mich halt so darum gekümmert. Und jetzt war es auf einmal so, wir haben es aufgeteilt. Du kannst das besser, du kannst das besser, du hast das, du machst das, du machst das, aber wir haben alles gleiche Ziel. Wir wollen jetzt aus dem was machen, weil wir haben sehr früh gemerkt, dass es Interesse gibt für das, was wir tun. Und das war ein Punkt, was uns der Major sicher ermöglicht hat, dass wir diesen Gedanken überhaupt so zulassen konnten, weil wir eine Perspektive hatten. Weil sonst in der Indie-Szene war es halt einfach brutal schwer. Ich meine, ich kann mich erinnern, in den 80ern oder Ende der 80er Jahre sind wir am Wochenende auch mal nach Linz gefahren, weil da mehr los war als in Wien. Total absurd heutzutage. Und diese Szene gab es ja nicht wirklich. Es gab halt so Lokale wie das Chelsea oder das alte Flex und da gab es halt das Label und das Label und die haben da was gemacht, aber miteinander war sowieso eben, wie vorher schon gesagt, verpönt. Und da waren wir halt überall zwischen den Stühlen und wollten Positivismus ausstrahlen und fröhlich sein und gute Laune haben und nicht dieses Wiener "Wie geht's, Jasse, du bist schuld"-Feeling transportieren. Und wir wollten auch jetzt, wir haben auch nicht den Anspruch gehabt, jetzt groß eine Message zu transportieren, weil uns ging es ja darum, eher das zu transportieren: "Hey, mir geht es leiwand, auch wenn es mir gerade nicht gut geht, versuche ich, dass es mir leiwand geht." Und so singen wir auch drüber. Und das war eher so das Ding, was wir gemacht haben. Und mit diesem Major-Deal im Rücken, wo dann auch was passiert ist, wo die Aufmerksamkeit auf einmal da war, war das so: "Wow, geil, wir kommen voran." Wir waren damals so gleichzeitig am Cover vom Chelsea Chronicle und Treffpunkt Hinterwoche bei Ö3. Das gab es vorher noch nie so, dass wir aus dem Lager, wo wir herkommen, aber auch, weil wir halt schon tätig waren in der Medienbranche, auch da auf der anderen Seite auch Leute kannten und auf einmal beide so aufgingen.
Fabian Burstein
Du hast vorher Creation Records angesprochen. Das ist ja das Label Allen McGee, das unter anderem Oasis entdeckt hat. Und es gibt die Geschichte, ich weiß nicht, ob sie wahr ist oder nicht wahr ist, dass der Liam Gallagher unter anderem nach London gezogen ist, weil es in Manchester einfach für ihn so fad war, weil dort hat keiner Wert darauf gelegt, dass der zum Beispiel mit Bodyguards irgendwo hinkommt. Also es war so unglamourös und darum ist er runtergezogen, weil dort hat es Sinn gemacht, mit einem Bodyguard auszugehen. Jetzt ist ja Wien irgendwie auch so ein bisschen dann in der Hinsicht wie Manchester gestrickt. Selbst wenn man einen gewissen Star-Status hat, braucht man keine Bodyguards und fährt nach dem Gig auch mal mit dem Taxi nach Hause. Ich habe das tatsächlich erlebt nach einem Arena-Gig von euch. Bin ich mit einem Bassisten gestanden. Er nimmt mich mit seinem Bass und ist in ein Taxi gestiegen und ich bin halt in ein anderes Taxi gestiegen. Ist euch das manchmal abgegangen, dass ihr nicht in so einer Popnation lebt, wo man es richtig abgefeiert wird als mega Rock'n'Roll-Star?
Michi Gaissmaier
Nein, gar nicht. Also das echt überhaupt nicht. Und ich habe da auch noch wahrscheinlich am meisten Fett abbekommen, weil ich war halt damals auch schon sehr untriebig und auch viel unterwegs und das war halt dann echt so, dass ich war davor schon im Flex und war dort bei Partys und habe mich dort amüsiert und dann war Heinz und auf einmal war halt mein Gesicht bekannter, weil damals, ich meine, da war der Standard neu gegründet und ich weiß noch, die MCE hat damals eine ganzseitige Anzeige von unserem ersten Album im Standard gemacht. Würde jetzt auch keiner mehr machen, aber wenn irgendwas war, war halt ich immer vorne. Und dadurch, dass ich ja aus der Indie-Ecke kam, kann man immer so sagen, deine Ideale sind umgefallen, du hast bei Major unterschrieben, du hast dich verkauft, bis hin zu: "Ich finde dich scheiße, weil ich finde deine Musik scheiße." Und ich bin da gestanden und am Anfang habe ich dann die Nächte wegargumentiert mit irgendwelchen Leuten und diskutiert, die halt nur auf Konfrontation gegangen sind und gesagt haben: "Du bist deswegen scheiße und du bist deswegen scheiße und du bist deswegen scheiße." Und ich habe dann immer erklärt: "Hast du uns überhaupt schon mal klein angehört oder live gesehen oder warum nicht so?" Ich habe echt diskutiert, bis ich draufgekommen bin, warum mache ich das eigentlich? Weil ich weiß, es gibt da draußen Leute, die finden es gut und ich konzentriere mich lieber auf die und habe dann einen ganz anderen Zugang dazu gefunden und habe dann diskutiert, wenn ich Bock drauf hatte, wenn ich merkte, da ist irgendwie Substanz dahinter und nicht nur plumpe Beleidigungswille. Und so war es dann auch fein. Und so ging das dann auch und ich habe diese, also natürlich habe ich mich geehrt gefühlt, wenn man auch mal erkannt wird auf der Straße, aber ich bin schon sehr froh, dass es nicht so ist wie Campino in Düsseldorf, der nicht über die Straße gehen kann. Noch immer nicht, ohne dass er pausenlos: "Darf ich bitte ein Foto, ein Autogramm oder was auch immer?"
Fabian Burstein
Wobei das natürlich, also das hört man ja auch, also ich habe das immer wieder vom Hansi Lang gehört, mit dem ihr im Übrigen auch eine Nummer aufgenommen habt, über Wien passenderweise, aber auch von Leuten wie Thomas Rabitz, die das schon immer wieder erzählen, dass das so ein lokales Phänomen ist, dass dir die Leute erzählen, gerade im Kunst- und im Popmusikbereich ganz besonders, dass du eigentlich der Trottel bist, weil du Erfolg hast.
Michi Gaissmaier
Wenn man sich die Vergangenheit anschaut, das ist ja nicht zum ersten Mal passiert. Das war ja damals bei Gruder Dorfmeister auch so. Ich meine, die waren auf der ganzen Welt angesehene Künstler und in Österreich waren sie halt. Aber meiner Tochter erkläre ich immer, in Wien zu wohnen ist super, weil wenn man auf Urlaub ins Ausland fährt, sind überall die Menschen freundlich. Sogar wenn die Leute sagen, nein, da passt nicht hinfahren, da sind die Menschen so unfreundlich. Wenn du aus Wien kommst, fährst du dorthin und die Leute sind irrsinnig freundlich. Und sie ist dann irgendwann nach ein paar Jahren zu mir gekommen und hat gesagt: "Stimmt, du hast vollkommen recht, ich habe mir das jetzt überlegt, weil die Leute sind wirklich überall so freundlich, die sind viel freundlicher als in Wien." Und das liegt halt so im Naturell des Wieners, dieses Motschkahn dagegen sein, also nicht gemeinsam was nach oben jubeln, sondern zuerst einmal kritisieren. Das kennen wir auch vom Fußball. Wenn alles gut ist, dann werden wir Weltmeister und wenn man nicht so gut spielt, dann haben wir es eh gewusst. Und das macht sehr viel in Wien aus und ich habe auch inklusive eines Auslandsaufenthaltes von zwei Jahren lernen müssen, damit positiv umzugehen und das Gute darin zu sehen und nicht nur das Schlechte, was einem auf die Nerven geht. Weil Wien hat irrsinnig viel Deepness auch. Das ist zum Beispiel in Köln oder in Amerika, du lernst 100.000 Leute sofort kennen, aber dafür ist keine Gespräche. In Wien brauchst du lange Leute kennenzulernen, aber wenn du einmal wen kennenlernst und redest, dann wird es auch deeper. Und das ist so ein positiver Faktor im Gegensatz zu dem, der Wiener Blues, wie man sagt. Ich meine, sagt ihr alles, der Wiener Blues? "Hey, fühlen wir uns gemeinsam scheiße, super leiwand." Und da habe ich gesagt: "Nein, danke."
Fabian Burstein
Und wie darf man sich das vorstellen, gerade so im Sog von Elektroboot bitte, dass meiner Empfindung nach wahrscheinlich das erfolgreichste Album war? Stimmt das?
Michi Gaissmaier
Nein, ich glaube, das dritte, das Pasadena.
Fabian Burstein
Pasadena, mit Liebe im Prinzip.
Michi Gaissmaier
Genau.
Fabian Burstein
Ja, ja. War ja auch eine super Nummer, Liebe im Prinzip.
Michi Gaissmaier
Vielen Dank. Finde ich auch. Habe auch ich geschrieben.
Fabian Burstein
Ja, war eine Weltklasse Liebeskummer-Nummer, also muss man wirklich sagen. Gab es da von euch dann so richtig bewusste Schlachtpläne, zum Beispiel Deutschland zu erobern?
Michi Gaissmaier
Die gab es eher von der Plattenfirma. Also natürlich wollten wir auch und die Eigeninitiative war eher dahingehend, dass wir auf unserer allerersten Tour, als wir als Vorgruppe von Frode Beat in der Garage in Deutschland unterwegs sein durften, was irrsinnig super war und jeden Abend lange Party und wir waren halt irrsinnig aufgeregt und glücklich, dass wir da endlich mal durch ganz Deutschland fahren, zwei Wochen lang. Und da haben wir im Zuge dessen die jetzige Band Glee, die damals auch Rele hießen, kennengelernt und dann ein paar Tage später zwei sehr auf uns sehr aufgeregt wirkende Mitglieder einer Gruppe, namens Stiller, kennengelernt, die damals keinen Bassisten hatten. Und aus denen dann die Sportfreunde Stiller wurden. Und vor allem mit denen haben wir uns noch live ausgetauscht. Also die kamen nach Österreich und also wir haben sie nach Österreich geholt, also sie kamen nach Österreich, wir haben gemeinsam gespielt und umgekehrt auch nach Deutschland. Das war immer so ein Zusammen-Miteinander, sich gegenseitig featuren und das waren auch nicht nur wir zwei, da gab es noch ein paar Bands aus dem Umfeld und das waren so unsere Initiativen und wir haben es schon auch probiert. Und damals war immer so, ich glaube, zehn Jahre lang war man so im Urlaub, zu Popcom nach Köln zu fahren und dort Leute kennenzulernen und zu überlegen, wie man was noch wie tun könnte. Und diese Beschreibung gab es und auf der anderen Seite war halt von der Plattenfirma, ich möchte es immer als Bamping klingen, aber es ist halt so, da wurde halt Marketing gemacht von Leuten, die noch nie Marketing gelernt haben. Und das war alles so ein bisschen aus dem Bauch raus und aus dem Gefühl und wie arbeitet man in der Branche und so, ja, da probieren wir halt das und wenn es nicht funktioniert, dann haben wir es halt probiert. Dass man da halt aber wohlfällig überlegen muss, wer, wie, wo, warum, was passiert, das war halt immer so ein Ding, wo man sich am Kopf gegriffen hat und da ist auch der Glaube an den Mädchen und an die Zusammenarbeit auch dann relativ schnell abgeflacht, weil im Prinzip ging es um eines, wenn da drinnen jemand sitzt, der Bock auf das hat, mit dir zu arbeiten und mithilft, den richtigen Zeitpunkt und den richtigen Ort zu verursachen, dann hat man eine Chance.
Fabian Burstein
Zu verursachen nämlich. Nicht zufällig, sondern zu verursachen.
Michi Gaissmaier
Genau. Also wirklich das Probieren und das war so ein Punkt, wo wir gemerkt haben, das passiert halt nicht, weil da gab es die Leute nicht, die so begeistert waren wie die Österreicher. Das haben wir auch akzeptiert und das war jetzt auch nicht so der Beinbruch für uns, weil wir ja eh andere Sachen auch hatten und konnten da bergen mit dem Tonstudio und die wollten ja das auch vorantreiben und dann kamen irgendwann mal Familien und Kinder, die auch wichtiger waren als die Band und wichtiger sein sollten und deswegen gab es diesen Eroberungsplan von uns jetzt in dem Sinn überhaupt nicht und wir haben, wie gesagt, wir haben das miterlebt und auch teilweise aus der Ferne auch beobachtet, wie da zum Beispiel, wie das bei den Sportfreunden passiert ist und das hat uns einfach irrsinnig gefreut, dass halt so diese kleinen wichtigen Schritte, die sie gemacht haben und mit viel Aufwand, Früchte getragen hat.
Fabian Burstein
Ich habe ja bewusst in meinem Intro so auch ein bisschen das mediengetriebene Ambiente der damaligen Zeit beschrieben. Viele sehen in den ersten, ich würde sagen, drei Alben ein sehr präzises Bild auch dieser Zeit, wie sich Wien oder die österreichische Szene angefühlt hat. FM4 wird groß und stilprägend, jetzt gar nicht von der Hörer*innen oder der Reichweite, sondern einfach als kultureller Faktor. Es gibt neue Magazine, es gibt junge TV-Formate, die da plötzlich sehr experimentell in den Hauptarm kommen. Hattet ihr das Gefühl, dass ihr quasi der musikalische Ast einer neuen Szene, einer neuen Bewegung seid?
Michi Gaissmaier
Also es war uns bewusst, dass wir Teil davon sind und wir haben es auch bitter gespürt, dass wir mithelfen, aufzubereiten, vor allem im Live-Bereich. Weil es war ja mit FM4, ist sicher ein größerer Schwung an österreichischen Bands gekommen, die auch dann mal in den Bundesländern, also egal, wo sie jetzt herkommen, in den Bundesländern dann auch live gespielt haben. Und also wenn man in Wien war oder in Oberösterreich, gab es ja viele Konzertlocations, die erfahren waren, aber wenn man dann beim Rock Hinterm Berg, am Berg, am Acker oder wie auch immer da hieß, dann gespielt hat und man hat einen technischen Rider, also so technische Vorgaben hingeschickt, dass wir sagen, wir hätten gerne, also eh nichts Übertriebenes, aber wir hätten gerne drei Monitorwege, damit jeder sich unterschiedlich hören kann und das einstellen kann. Und das ist nichts Außergewöhnliches, das ist einfach nur professionell. Und dann kommt man dorthin und dann sagt der örtliche Techniklieferant: "Nein, nein, wird schon reichen." Und das waren halt auch so Learnings, wo ich dann gestanden bin und gesagt habe: "Da geht es noch." Und dann zu streiten angefangen hat und dann ist rausgekommen: "Ah, die brauchen wir nicht mehr einladen, weil der Sänger springt dann rum wie das Rumpelstilzchen." Da haben wir gemerkt, wir brauchen einen Tourmanager, damit der streitet, wenn es Probleme gibt und dafür sorgt, dass eben alles mal so vorbereitet ist, damit wir unsere Leistung bieten können, weil unten sagt nie einer: "Ah, die haben nur einen Monitorweg," sondern die sagen, die Band ist leiwand oder die Band ist scheiße. Und solche Sachen haben wir gelernt und die haben wir natürlich auch weitergegeben und im Austausch mit anderen Leuten, wo lagen Probleme und somit sicher mitgeholfen, da für eine Professionalisierung zu sorgen.
Fabian Burstein
Und habt ihr da das Gefühl gehabt zu dieser Zeit, dass ihr da jetzt irgendwie Teil von etwas Größerem seid, weil das ist ja oft die Erzählung, die man mitbekommt bei Bands, die sich entwickeln, dass sie sagen: "Naja, in Wahrheit war das ein Vibe und wir waren Teil dieses Vibes." Oder wäre das zu groß gegriffen?
Michi Gaissmaier
Ich glaube schon irgendwie zu groß gegriffen. Also manche Medien wollten ja dann auch so was wie die Wiener Schule definieren und so was und das war alles hä. Aber also im Nachhinein gesehen, ja, bei der Geburt von FM4 mit dabei zu sein und dann auch da mitzuspielen, das war schon ein wichtiger Punkt, auch mit dem, was ich gerade erzählt habe, weil man auch so Weg aufbereitet hat und wir werden ja auch genannt und ich sage es auch gerne, die Großeltern von Wanda und Bilderbuch. Also wenn wir mitgeholfen haben, dass es jetzt besser ist als damals, ja, dann freut es mich irrsinnig und ich habe es wirklich gerne gemacht und das war sicher ein Kicker mit der Gründung von FM4, weil auch, wie du sagst, es geht jetzt nicht um die Reichweite, aber es geht um ein Bewusstsein, dass man da ein Gefäß hat, wo man sich halt aufgehoben und verstanden fühlt, mehr als in dem ganzen anderen Medien rundherum. Und es gab damals nicht viel und es gibt nach wie vor nicht viel und deswegen ist das für die Leute, die jetzt diese Art von Musik machen, wo man damals noch so alternativ gesagt hat und diese, also seit den 90ern gibt es ja keine, es gibt ja keine Nuller oder Zehner Musik, so wie früher 50er, 60er, 70er, 80er, sondern seit den 90ern wird es einfach nur breiter. Und aber da noch dabei gewesen zu sein, da mitzuhelfen, das macht vielleicht auch so ein Ding, was verbindet. Und man merkt halt auch dann, wenn man jetzt hört, dass der Marcosso zum Beispiel jetzt in Pension gegangen ist, als ursprünglicher Musikchef, der halt auch mit viel geholfen hat, das Ganze so auf den Schlag zu bringen, dann merkt man halt auch, dass es schon länger her ist und dass man jetzt auch älter ist.
Fabian Burstein
Ich würde mich mit dir gerne sukzessive vorarbeiten, eh in diese systemischen Fragen. Heinz ist einfach nur so ein wunderbarer Ausgangspunkt, um letztendlich dann sich da auch zu verbreitern in dem Gespräch, das wir da führen. Es gibt ja Bands wie zum Beispiel Mondscheiner, die ehemalige Band von Manuel Rube, die ja wirklich förmlich zerrieben worden sind in diesem Binnenverhältnis FM4 versus Ö3, Indie versus Mainstream. Die waren aber ein bisschen später als ihr da dran. Habt ihr das auch gespürt, dass ihr euch gedacht habt, eigentlich müsste man jetzt rüber ins Format Radio dringend, damit das eine größere Breite kriegt, aber irgendwie wird es ständig zu so einer Glaubensfrage hochgejazzst. Wo sind wir da eigentlich?
Michi Gaissmaier
Das ist, was ich vorher gemeint habe, wie es halt in Wien so läuft. Also ich habe das in München zum Beispiel, Sportfreunde Stille, wo ich war beim Konzert, am nächsten Tag fahre ich irgendwie aus der Stadt raus im Auto und sehe auch, dass die Münchner Zeitung so titelt mit "Unsere Sportfreunde" und sich eine Stadt gemeinsam freut, dass eine Band aus der Stadt größer wird und auch nicht nur in München lokal bleibt, sondern anfängt, regional und überregional zu werden. Und dann habe ich gedacht, das wirst du in Wien nie erleben. Und das haben wir erlebt, weil wir halt dadurch, dass wir erfolgreicher und größerer waren als so die klassischen Indie-Bands, waren wir halt für die dann schon uncool, weil für die waren wir zu viel Kommerz, aber für die anderen waren wir irgendwie zu rockig und zu wild und das hat da auch nicht hingepasst und waren so zwischen den Stühlen und mussten unseren eigenen Weg gehen. Was mit Mondscheiner damals passiert ist, war dann noch ein Ding obendrauf. Da sind halt dann auch Sachen passiert, die halt dann blöd gelaufen sind, was man zum Zeitpunkt wie dann auch gemacht hat, was dann gefundenes Fressen für diese ewigen Kritiker war. Und es ist scheiße einfach. Es ist einfach, das ist so wienerisch und es ist so dumm und so kurzsichtig und das macht einfach nur kaputt. Das ist so eine mutwillige Destruktivität. Das finde ich ganz entsetzlich. Und es sind zum Glück nicht alle so, aber das ist so, das schwingt so wie ein, um Peter Panski zu zitieren, wie ein Damenklo-Schwert. Ich habe es absichtlich, ich habe absichtlich Damenklo gesagt.
Fabian Burstein
Stichwort innerer Zwang, Wortspieler.
Michi Gaissmaier
Ja, genau.
Fabian Burstein
Ja, es gibt aber noch ein zweites Phänomen tatsächlich neben diesem Destruktivismus. Es ist auch der Größenwahn tatsächlich. Also wir spüren ja auch, wenn es dann mal gut läuft, du hast gesagt, ihr seid die Großeltern von Wander. Bei Wander, finde ich, sieht man das sehr schön, wenn es mal gut läuft, tendiert dann die Wiener Babel dazu, gleich zu denken, dass eine Band der Irigen, die gerade Deutschland unterwirft, quasi im Stadion-Dimensionen, was ja nicht der Fall ist. Also es ist so, dass da wirklich tolle Achtungserfolge gefeiert werden, das steht ja völlig außer Frage, aber letztendlich dann wieder ein völlig unrealistisches Bild darüber besteht, was das letztendlich für eine popkulturelle Größe hat, insbesondere wenn man sich die deutschen Acts anschaut. Stehen wir uns da auch im Weg und killen wir da nicht den Ehrgeiz schon viel zu früh?
Michi Gaissmaier
Es kommt darauf an, von wem es kommt. Also es ist so ein bisschen, es ist so ein bisschen vielleicht der Wunsch auch von den Fans oder von den Leuten, die das konsumieren, auch quasi Teil von was Größerem zu sein, wo man sagen kann, boah, ich war dabei bei dem Konzert von der Band, die so tausende Leute begeistert. Wir haben das mal gemerkt bei einem Gespräch nach einem Konzert in Graz, glaube ich, war das, wo es, ich weiß nicht, wie wir darauf gekommen sind, und dann hat irgendjemand von den Leuten, mit denen wir gesprochen haben aus Graz, eben gemeint, ja, ihr verkauft sehr ur viele Platten. Ich habe gesagt, was glaubst du denn, wie viele Platten wir verkaufen? Und die hat dann so gesagt, wie so, ja, sicher so fünf bis zehn Millionen. Das war aber sowas von weit entfernt von der Realität, weil es ist viel mehr. Nein, es war natürlich viel, viel, viel, viel, viel weniger und weit weg davon entfernt, davon leben zu können. Aber wo ich mir gedacht habe, wie kommt man auf die Idee? Und das ist halt einfach nur die verschrobene Wahrnehmung, dass da, wenn man mal ein bisschen in der Öffentlichkeit stattfindet und vor allem zu einer Zeit, wo es jetzt nicht so viel auch dann Mitbewerb gab, dann stellt man sich das vielleicht so vor. Und dabei steht man sich aber selber im Weg, weil die, die mithelfen könnten, das zu machen, die sehen es nicht so. Weil es gibt ja zwei Sprüche in Wien, die heißen, das eine heißt, das haben wir immer schon so gemacht, und der andere heißt, das haben wir noch nie anders gemacht. Und beides heißt Stillstand. Und das ist so ein, und da hält man sich gut dran fest. Und wenn was Neues kommt, ist es ein. Und deswegen auch so ein Ding, wie im Vorgespräch kurz angeschnitten, dass so, was ich immer wieder gerne zitiere, wenn die Stadt Wien nach China fährt, um sich zu repräsentieren und die wirtschaftliche Partner einzuchecken oder sonst was, dann wird die niemals irgendeine coole FM4-Band mitnehmen, sondern die Lipizzaner und eine Sängerin, die von Elisabeth das Musical, die Hauptnummer singt oder ähnliches. Oder es wird immer die Klassik hochgehalten. Und das ist halt so ein historisches musikalisches Bakel, mit dem wir halt leben müssen. Aber ich würde mir wünschen, dass da ein bisschen ein Umgang damit stattfindet, weil der ein bisschen positiver ist und bekennender dazu ist, weil Wien hat viel mehr zu bieten als die Staatsoper und alte Häuser und die Sissi. Und das ist auch ein Punkt, warum jetzt, wenn aus Übersee Leute nach Europa kommen, Jugendlichen oder Jungen nach Europa kommen, die fahren halt nach Wien, schauen sich das Schloss von der Sissi an und zur Party machen und fliegen nach Berlin oder Barcelona, obwohl Wien auch viel hat.
Fabian Burstein
Jetzt bin ich der Advokat des Teufels und sage, vielleicht auch so ein bisschen aus den Erfahrungen heraus, eh Lehre an so Orten wie Pop-Akademie und so weiter, dass das ja aber auch ein bisschen selbst die Schuld der Szenen sein könnte, dass sie es nicht geschafft haben, sich eben als solche Sehnsuchtsorte und als solche popkulturellen Masts zu positionieren, dass einfach kein Weg an ihnen vorbeiführt. Ist das auch Teil des Problems?
Michi Gaissmaier
Das kann sicher auch sein. Also im Nachhinein ist es immer leichter zu reden, ja, aber in der Situation, wie macht man es besser oder schlechter, schwierig. Aber wie gesagt, es gibt ja sehr viel. Es gibt eine unglaubliche Vielfalt in Wien und auch in Österreich an Musik in unterschiedlichsten Bereichen, was wunderbar ist, die halt entstanden ist, weil die Leute das wollten. Weil, ich meine, es ist ja so absurd, wenn man anfängt, Musik zu machen, ist das so etwas wie Selbstaufgabe, weil über Geld verdienen sollte man nicht nachdenken. Und ich meine auch, so eine Band wie Sportfreunde Stille, wenn du 1996 auf der Vichazuni in München das als Businessplan vorlegst, deren Weg, wirst du auch gerade rausfliegen, weil es einfach abhängig ist von richtiger Zeitpunkt, richtiger Ort, Zufall, Glück, viel harter Arbeit, die sehr, sehr lange unbezahlt ist und ähnliches. Aber wie gesagt, ich glaube, es liegt daran, dass man daraus lernen sollte, dass man beginnt, also die Erfahrung auch einzusetzen und die Leute auch einzusetzen, damit man schaut, wie kann man auf einem sinnvollen Weg vielleicht weiter nach oben kommen und das Ganze wertvoller machen und nicht immer so zu akzeptieren, ja, ist scheiße halt, aber man ist halt so.
Fabian Burstein
Ja, man merkt es an deinen Analysen, du hast dich ja dann sukzessive in eine Position gearbeitet, wo du eben nicht nur Künstler oder Musiker warst, sondern wo du gesagt hast, nein, ich gehe jetzt auch in gewisse Management-Themen rein, in Produktionsthemen, also Produktion gar nicht, nicht nur Musikproduktion, sondern Medienproduktion und so weiter und so fort. Bevor wir da noch tiefer einsteigen, kurz, lass uns mal die Startrampe definieren. Heinz, rund um die Jahrtausendwende mit, sagen wir, den drei Alben, nein, sagen wir, mit dem vierten Album Karate, Karate noch dazugezählt, wo seid ihr da gestanden? Welche Venues habt ihr gefüllt? Von welchen Größenordnungen sprechen wir? Da war das Gasometer, war das eher Arena? Wie viele Tage im Jahr wart ihr auf Tour? Wie viel hat das sozusagen ausgemacht an Arbeitszeit? Wo bist du gestanden, als du wirklich die bewusste Entscheidung getroffen hast, okay, ich bin jetzt auch noch in anderen Dingen professionell sehr stark engagiert?
Michi Gaissmaier
Also in anderen Dingen professionell sehr stark engagiert war ich schon davor, also so richtig zum Arbeiten begonnen in jetzt der Medienbranche war schon 1997 mit Fernsehen machen bei Wien 1 zusammen mit den Herren Schalko und Balfrader und Rudi Rubinek haben wir da unter Ausschluss der Öffentlichkeit sehr viel ausprobieren dürfen und sehr viel Spaß dabei gehabt und auch Geld verdient. Also das war wirklich halt so, da konnte man schon ein bisschen davon leben. So Anfang der Nuller Jahre, also Heinz ging ja daneben eben weiter, aber parallel dazu waren eben auch die anderen Projekte, nicht nur von mir, sondern auch von meinen Bandkollegen.
Fabian Burstein
Die Cosmic Studios zum Beispiel.
Michi Gaissmaier
Genau, Cosmic Studios von Conan von Bernd und auch der Lelo hat diverse Sachen gemacht und der ist ja 2002 dann auch ausgestiegen und auch der Markus, der dann kam, der ist eigentlich Profigitarrist und so ist das quasi so vor sich hingegangen. Dann irgendwann hat es geheißen, ja, machen wir wieder eine Platte, ja, dann haben wir wieder eine Platte gemacht und wir waren mit Heinz, also Anfang der Nuller Jahre war, also unser Peak war eher so 2005, so zum Zehnjährigen. Davor war so ein Hinarbeiten drauf, aber so ein schleißiges, weil wir ja auch gemerkt haben, wir haben so die Ambition und wir haben irrsinnig viel Spaß und Freude daran und sind dankbar, dass wir es machen können auf einem höheren Level als manch anderer. Aber dass das jetzt nicht unser, unser, unser. Davon will ich mal meine Familie ernähren können, Life Goal ist, war uns auch klar. Und deswegen hat Heinz eine emotionale Wichtigkeit in unserem Leben nach wie vor, aber keine monetäre Wichtigkeit. Also er hat es auch nie gehabt und deswegen waren wir dann auch vielleicht weniger fleißig als andere. Was sich dann auch eben gezeigt hat, ich meine, wir haben schon die Szene Wien voll gemacht, das sind 350, 400 oder das VUC auch, aber viel mehr war, also da ging es vielleicht noch ein bisschen nach oben, aber viel mehr war auch damals nicht. Was aber zu damaligen Zeiten noch was anders war, ich habe das mal irgendwo gelesen, irgendwer hat gesagt, dass, wenn man früher das Chelsea voll gemacht hat, war das cool als österreichische Band, aber heutzutage muss man mindestens die Arena voll machen. Das ist so ungefähr der gleiche Level.
Fabian Burstein
Ich habe mir beim Heinz-Gig im Chelsea die Schulter ausgekegelt.
Michi Gaissmaier
Das tut mir sehr leid. Aber das freut mich ein bisschen auch.
Fabian Burstein
Und zwar wirklich beim Crowd-Surfen. Kann passieren.
Michi Gaissmaier
Ja, das kann passieren und wir wollten ja auch immer, dass die Leute sich wohlfühlen bei uns und dass die Leute rausgehen und sagen, boah, war das ein geiles Konzert und wir haben jedes Jahr, jedes Mal wirklich ums Publikum gespielt und versucht, die uns zu errocken, haben wir gesagt, die holen wir uns heute, das machen wir und haben halt mit auch im kleinen Chelsea auf der Bühne, bis wir selber kaum mehr atmen konnten, weil es uns so heiß war und wir wollten halt, dass die Leute das da unten spüren, was wir auch spüren und dass Rockmusik ist so etwas Wunderbares, also ich weiß nicht, beim Soundcheck auf der Bühne zu stehen und einmal die Saiten anzuschlagen und wenn die Gitarre so fett verzerrt ist und es geht so, das hat so Kraft und das ist so wumm, das hat so wumms und das ist so schön, wenn das unten auch ankommt und die Leute dementsprechend dann auch agieren.
Fabian Burstein
Wobei, Entschuldigung, ein Einschub, weil du diese hermetisch abgeriegelten Szenen angesprochen hast. Ich glaube mich zu erinnern, dass ich mal im Alten Rockhaus, das war da irgendwo in der Adalbert-Stifter-Straße, ein Konzert gesehen habe, wo ihr mit der Hip-Hop-Band Schönheitsfehler aufgetreten seid, oder?
Michi Gaissmaier
Genau. Also wir haben das genau deswegen gemacht, weil uns das auch auf den Nerven gegangen ist. Weil ich meine, wie ich 14, 15 war, gab es Mods und Popper und Skinheads und alles Mögliche. Danach wurde es dann halt irgendwie musikalischer und die einen haben Rock gehört, die anderen Hip-Hop und die waren auch anders angezogen, aber man durfte vor allem nicht zueinander Kontakt haben und das waren selbst in der Rock-Scene, die einen machen ja die intellektuellen Rock und die anderen eher Hardcore und das passt dann auch nicht zusammen und das war so idiotisch, warum da irgendwie Grenzen ziehen und. Schönheitsfehler und wir haben uns kennengelernt und es kam dann irgendwie die Idee mit der gemeinsamen Nummer und wir haben gesagt, wir gehen gemeinsam auf Tour und alle haben gesagt, Rock und Hip-Hop, das wird nicht funktionieren. Und wir haben gesagt, wir glauben schon und wir haben einmal halt Schönheitsfehler vorgespielt, dann war unsere gemeinsame Nummer, dann haben wir gespielt und dann bei anderen Konzerten war es umgekehrt, da haben wir angefangen und jedes Konzert, egal wo wir waren in Österreich, war super und die Leute haben es super angenommen, das hat auch echt gut funktioniert und dieses Genre-Denken, dieses Unterscheiden war echt so ein Phänomen, vor allem in der Großstadt. Zu viel Zeit zum Nachdenken, zu viele Leute, die mitreden und zu viele Leute, die es zerreden, weil wenn du mal nach Linz gefahren bist oder noch in kleinere Orte, da war es dann nicht wurscht, weil wie gesagt, da hat man sich gefreut, dass was passiert oder in Kirchschlag am Wechsel, da war es super und da gehen wir hin und wenn es Spaß und Freude macht und das wollten Schönheitsfehler genauso wie wir transportieren, dann funktioniert das und so war es dann auch.
Fabian Burstein
Es war tatsächlich was Besonderes. Wir sind da gestanden mit unseren Adidas-Jacken, hochgezippt und den Korthosen und daneben sind die mit den Airworks und den Etnis, hieß das, glaube ich, diese Hip-Hopper-Marker, Etnis America oder so.
Michi Gaissmaier
Ja, ja. Es ist so ähnlich wie, ich kann mich erinnern, die ersten Raves in der Arena, in den noch in den 80er Jahren muss das gewesen sein und da waren Veranstaltungen, da gab es gerade diese Suite-Welle und Techno war quasi neu und auf der anderen Seite war halt diese Creation Records, Gitarrenmusik, bevor es dann richtig Britpop war und da gab es Veranstaltungen, da hat halt ein DJ Gitarrenmusik aufgelegt in der großen Halle und dann ist der nächste DJ gekommen und hat Techno aufgelegt und so hat sich auch das Publikum beim gleichen Event schon abgewechselt, während Techno gelaufen ist, waren wir betrunken und wenn Gitarrenmusik gelaufen ist, waren die anderen biertrinken oder was auch immer machen und so hat man auch dann getanzt und es hat nebeneinander funktioniert und man hat sich irgendwie gewundert, warum ist das bei der gleichen Veranstaltung, wo man macht zwei unterschiedliche, wo nur das läuft, aber so war das halt und total absurd.
Fabian Burstein
Es war auch tatsächlich ja das Konzept ein bisschen anders vom Flug, dann schon am Donau-Kanal, da gab es ja den festen Rhythmus, Dienstag Teenage Kicks, Mittwoch London Calling, Donnerstag Dub Club, Freitag London Calling Special und eben genau diese Genres nebeneinander, was wahrscheinlich auch viel von der Atmosphäre gemacht hat, die da geherrscht hat vor rund 20 Jahren, wo ihr ja auch aufgetreten seid.
Michi Gaissmaier
Ja, das öftere. Ich habe auch mit dem Uli, mit unserem damaligen Tourmanager, guten Freund von mir, wir haben auch gemeinsam aufgelegt, er ist auch gerade bei London Calling und solchen Dingen und das war halt super, das war halt so der Szenetreffpunkt, wenn du die Art von Musik magst, dort kriegst du sie und das war halt so das, was die Leute dann auch so geeint hat, auch wenn es absurd ist. Ich meine, ich habe auch viel andere Musik gerne gehört, aber das war halt so, dass in der Szene habe ich mich halt bewegt und ja, dort hat sich alles getroffen und wie gesagt, und deswegen ist das Flex auch so ein wichtiges Lokal, weil das halt für unterschiedliche Szenen so, Montag, Dienstag, das klingt sehr deutsch strukturiert, aber es ist halt echt so passiert, dass es halt so passiert ist und so konnten mehrere halt dort leben und das war halt so quasi so das, was FM4 abgebildet hat, ist mehr oder weniger in Flex an unterschiedlichen Tagen passiert.
Fabian Burstein
Absolut, ja. Ich würde sagen, in den Nuller Jahren, zumindest in meiner Wahrnehmung, bist du dann wirklich verstärkt als Medienmensch, also als Mensch der Medienszene in Erscheinung getreten. Du hast ja auch an der Sendung ohne Namen mitgewirkt. Wie haben sich da für dich sukzessive die Prioritäten verschoben? Welche Rollen hast du dann angenommen? Wie ist jetzt aus dieser jungen Musiker-Medienmacher-Mischidentität dann doch so etwas geworden wie eine Managementlaufbahn? Das kann man schon so sagen, weil du hast dann doch schon Formate entwickelt, Formate gemanagt und so weiter und so fort.
Michi Gaissmaier
Ich sage Projektmanager in unterschiedlichsten Projekten, wenn man so will. Es war halt in dem, es ist so klassisch auch immer so das Zufall, richtiger Zeitpunkt, richtiger Ort. Ich habe eben 1997 mit David Schalko und mit Robert Balfrader eben gemeinsam begonnen, Fernsehen zu machen. Das waren unsere ersten Meter. Und dann in der Zwischenzeit ist halt einiges passiert, man hat Leute kennengelernt und dann waren der David und der Fred Schreiber gemeinsam auf Urlaub und hatten die Idee für eine Neusendung. Und der David hat mich da angerufen, er hat mich und wir wollen was machen und wir wollen das Ganze auch so nach draußen, so marketingmäßig ein bisschen aufziehen und ich hatte damals schon eine PR-Agentur, eine kleine, und habe mich da sehr dafür interessiert, für Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit und bin eigentlich so quasi als Erster dazugekommen zu diesem Konzept Sendung ohne Namen. Und habe gesagt, ja, reden wir mal. Dann waren wir bei der Popcom, kurzer Ausflug. Wir waren bei der Popcom, David Schalko und ich und auch andere Freunde und waren danach einen gemeinsamen Freund in Amsterdam besuchen. Und der David hat so eine kleine Home-Videokamera mitgehalten, gesagt, dreh mal ein bisschen was, das brauchen wir für einen Piloten für die Sendung. Wir wussten auch nicht, wie es heißt, deswegen auch Sendung ohne Namen. Und ich habe gesagt, ja, okay. Und David hat mich halt gefilmt, wie ich über eine Brücke gehe oder mir scharf ins Star anschaue in Amsterdam. Ich habe nicht genau gewusst, was ich da machen soll und er hat halt gefilmt. Und dann waren wir in Wien und dann waren wir im Tonstudio und da war der Fred Schreiber dabei und dann haben der Fred und ich so stehgreif drüber geredet, was ich da mache. Das war der Pilot oder das Sendungskonzept von Sendung ohne Namen bildlich festgehalten. Die Idee dahinter, dass dieses, wenn man Google eingibt und Auto sucht, also bei Google Auto sucht, dann kommen ja nicht nur Autos, sondern auch andere Sachen und das kann so abzweigen, das war so der gedankliche Ding, aber wie gesagt, irgendwie hat es der David dann geschafft, dieses Sendung ohne Namen zu verkaufen und dann war es halt ein Irrsinn, dass diese Ideen, die da waren, dann optisch umzusetzen mit diesen drei Kommunikationsebenen und Nächte lang haben wir uns abgewechselt, dann irgendwie im Schnitt irgendwie durchzumachen und das fertig zu bekommen und dann ist eben was passiert mit dem Ding, weil wir waren auf einmal ultra erfolgreich. Also es hat wirklich fette Aufmerksamkeit bekommen und das war für uns natürlich beeindruckend, weil man muss auch sagen, das Team von Sendung ohne Namen, die da alle mitgearbeitet haben, da waren drei Leute, die Fernseherfahrung haben und Fernseherfahrung unter fetten Anführungszeichen, nämlich der David Schalko und ich, die bei Wien 1 eine Sendung gemacht haben, wo der David sehr viel gemacht hat, auch sehr viel gelernt hat, weil ich war damals auch noch ein Redakteur und der Clemens Häpel, weil der mit Projekt X, mit der Comedy-Sendung von FM4 auch einmal im Fernsehen war. Das war die Fernseherfahrung von Sendung ohne Namen.
Fabian Burstein
Und der war der Mann in der Tonne bei Montevideo, oder?
Michi Gaissmaier
Genau, die Mülltonne, wie auch gerne heute noch genannt wird. Nein, auf jeden Fall. Und mit dieser quasi Unerfahrung, aber mit viel Spirit und mit Ambition und einer Vision sind wir da reingegangen und haben dann halt mit viel Spaß und Freude daran gearbeitet, das zu machen. Und der John, unser Produzent, der jetzige Partner von David bei der Superfilm.
Fabian Burstein
John Lüftner, ne?
Michi Gaissmaier
Genau. Der hat quasi wieder den schützenden Mantel drüber gehalten, damit wir drüber arbeiten können und von diesem ganzen ORF-Gedöns verschont bleiben. Und so ging das halt. Und mit dieser Arbeit daran, an dieser Sendung und die Leute, die man kennenlernt, ist halt dann, das Projekt kommt und das Projekt kommt und das noch kommen und das noch kommen und Heinz und mein Projektmanagement, Medienarbeitsdasein haben sich dann gegenseitig da auch befruchtet. Und so habe ich das Glück gehabt, viel machen zu können, weil ich halt nicht studiert habe, aber irrsinnig wissbegierig bin, wollte ich auch immer alles Mögliche ausprobieren und wenn irgendwo was war, habe ich sofort zugegriffen und deswegen halt viele verschiedene Sachen ausprobiert.
Fabian Burstein
Würdest du sagen, dass, wir haben da vorher schon ein bisschen gesprochen, Rahmenbedingungen, Stimmungen, würdest du sagen, dass damals so etwas da war wie ein Momentum? Weil es ist natürlich, es kommt ja alles zusammen, was du beschreibst, Fred Schreiber, gutes Stichwort, der war damals Radiomoderator, ist gewechselt von Ö3 zu FM4, hatte dann auch eine Band, die Falschen Freunde mit Münchner, also mit Freunden aus seiner Münchner Zeit, also dieses Ineinanderfließen von Szenen, das Ineinandergreifen von Crafts, von Talenten, von Herangehensweisen, das hatte dann auch viele Folgeproduktionen ein bisschen angestoßen, da ist ja dann die Donnerstagnacht entstanden, das ganze Schiene, wo ihr alle auf die eine oder andere Art immer wieder mitgemischt habt. War das dieses Momentum, dieses?
Michi Gaissmaier
Momentum will ich nicht sagen, das ist halt so passiert. Das ist halt mehr dem zu schulden, also aus meiner Position ist es so, dass, wie gesagt, ich habe das so gehasst, auch seit meinen Anfangszeiten in der Musikbranche, dass die einen mit den anderen nicht reden und lieber miteinander schimpfen, bevor sie mal gemeinsam versuchen, was zu machen. Vielleicht hat das mich auch immer so angetrieben, ich wollte immer Leute kennenlernen, mich austauschen, hey, du kommst aus dort, ich komme aus da, was könnten wir gemeinsam tun oder du machst das, ich mache das, wie könnten wir zusammenarbeiten und dieser Spirit war einfach da, wo wir halt so viele Sachen vermischt haben, was in Wien ja auch gut möglich war, weil ja die Musik, Fernsehen, die Wirtschaft, die Politik, es ist alles in Wien, alles sammelt sich in diesem Schmelztiegel von dieser viel zu großen Stadt für das viel zu kleine Land, man ist da wie in einer Babel drinnen und fühlt sich wie in einer Weltstadt und merkt halt gar nicht, dass man in einem größeren Bundesland wohnt und wir waren halt fleißig, vielleicht war das der Punkt, also wir haben alle Bock drauf gehabt und haben pausenlos, also was der David und ich nächtelang nach Arbeit beim Fortgehen an den Bars gestanden sind und überlegt haben, was wir noch alles machen können, zum Leidwesen unserer Freundinnen oder Freunde rundherum, denen das wirklich auf die Nerven gegangen ist, aber wir waren so geladen mit Ideen und Visionen, wo es auch hingehen könnte, da war auch viel Blödsinn dabei und viel zu hochgeschossenes, aber im Zuge dessen sind halt auch Sachen rausgekommen und passiert, die dann schon auch sinnvoll waren.
Fabian Burstein
Also ich kann das, um immer so ein bisschen diese persönlichen Perspektiven mit reinzubringen, ich war ja, ich bin rund zehn Jahre jünger als ihr, war aber damals befreundet mit dem Fred Schreiber, was zur Folge hatte, dass ich als Anfang 20-Jähriger oft dabei war, nicht oft ist übertrieben, aber häufiger dabei war, wenn ihr Anfang 30-Jährigen gerade wirklich auf einer großen Welle gesurft seid, viel Erfolg hattet und so weiter und so fort. Von außen hat sich das angefühlt, oder so von halb außen, dass da jetzt gerade was unglaublich Großes passiert, was unter Umständen für eine Generation hier von Ort sehr stilprägend vor allem sein wird, auch in Ästhetiken, in Art und Weisen, wenn man allein schon, wie die Sendung ohne Namen angefangen hat. Der Fred hat, glaube ich, über seine, hat damals über seine Lebensgefährtin, seine Freundin gesprochen, über sein Kind, dass Lisa ist schwanger, da war so ein Schlüsselsatz, also lauter Konzepte, wo man sich denkt, okay, das ist jetzt nicht aufgelegt, dass das mal ein Erfolg wird, da ist vieles sehr speziell. Wie lange konntet ihr diese Welle reiten? Wie lange würdest du sagen, hat das getragen, diese unglaubliche Aufbruchstimmung und auch diese magische Konstellation, wo ja im Kern vielleicht fünf bis zehn Leute mitgemischt haben, muss man sagen.
Michi Gaissmaier
Also es war schon ein Punkt, wo wir auch gesagt haben, wir wollen auch nicht, also irgendwann war der Gedanke da, dass wir nicht wollen, den Absprung zu verpassen, weil wir aufhören müssen. Weil wir wollen, dass es in guter Erinnerung bleibt. Also. Wir reden jetzt von der ersten Phase von Sendung ohne Namen und also die Euphorie war schon lange da, weil es war wirklich so absurd, was da passiert ist. Also ich habe auch die ganzen Band-Interviews gemacht für Sendung ohne Namen und durfte damals noch zu San Francisco, nach San Francisco zu Metallica reisen und dann laufe ich bei dem Film Samke aufs Monster durchs Bild, weil ich gerade im Studio bei denen war.
Fabian Burstein
Deppe Schmoot, habt ihr gesprochen, der ganze legendäre Interview.
Michi Gaissmaier
Ja, ich war in London bei Blur mit einem vollkommen betrunkenen Dämon, albern, und habe da auch im Vorfeld, also was da alles passiert ist, das war irre. Also wirklich irre und das war halt unser Alltag. Und es war schon schwierig, mit anderen Leuten oder mit Freunden drüber zu reden und zu erzählen, was einem so passiert ist, ohne dass die das Gefühl haben, das ist ein Scheißer-Angeber. Und das war echt, ich habe dann gesagt, hey, ich gebe echt nicht an, aber mir sind halt die Sachen passiert und ich trinke gerne mit euch Bier, hör mir die Geschichten von euch auch an. Entschuldigung, dass halt ich letzte Woche Dämon Albern getroffen habe und nicht den Postler. Tut mir leid. Und da waren wir schon so quasi in einer Bubble drinnen, für uns natürlich auch so vom Verständnis und dadurch, dass wir eh immer am Schauen waren, was fällt uns noch ein, was kann man noch tun und neue Ideen hatten, hat das eine halt zum anderen geführt. Was schon gebremst hat, war, also bei Sendung ohne Namen, die Diskussionen, die man dann auch mit einzelnen Leuten beim ORF führen musste, wo man dann gemerkt hat, da sitzen Leute in entscheidenden Positionen, die haben einfach das System nicht, also das Ding nicht verstanden, was sie machen wollen. Und wir waren halt so, wir waren halt visionär im Sinn von, dass wir uns Sachen überlegt haben und glaubt haben, das kann funktionieren. Vielleicht waren wir auch dumm und plump, aber vielleicht haben wir auch Glück gehabt. Aber wir haben es gemacht. Wir haben nicht nur drüber geredet, sondern wir haben es versucht zu machen. Und das hat uns immer angetrieben. Und die vielen Diskussionen, die wir führen mussten mit Leuten, die einfach das, was wir, wo wir alle verstanden haben, was gemeint ist, die das nicht verstanden haben, die aber in Positionen waren, die wichtig waren, für das Gesamtding eine Sendung dann on air zu bringen, das war halt irrsinnig mühsam und das bremst natürlich auch ein bisschen aus.
Fabian Burstein
Ich habe lustigerweise gerade in diesen letzten Tagen, wo ja ein neuer ORF-Generaldirektor gewählt wurde, hat mich irgendjemand, ich weiß nicht mehr, wer es war, in so einem Gespräch, was müsste der ORF werden, hat mich auf diese Zeit angesprochen und hat gesagt, sinngemäß jetzt, mein Gott, die Reden die ganzen, jeder einzelne Kandidat redet von diesem originären Inhalt aus Österreich. Aber keiner traut dem Laden oder diesen Bewerber*innen zu, dass zum Beispiel sowas angestoßen wird wie damals, wo man manchmal das Gefühl gehabt hat, da geht eigentlich nur Pilot auf Sendung und man nimmt aber in Kauf, dass der Pilot entweder noch einmal eingestampft wird oder nach fünfmal eingestampft wird oder aber zum Fliegen beginnt. Ist das ein Befund, mit dem du was anfangen kannst?
Michi Gaissmaier
Das ist jetzt nicht so, wie du es meinst, oder wie es damals war. Also gut, der Sprung kurz in die Jetztzeit, dadurch, dass ich halt seit Anfang der Nulljahre immer wieder mit dem ORF zu tun hatte und Einblick hatte, auch nach Sendung ohne Namen mit anderen Sendungen, anderen Produktionsfirmen, habe ich mir schon oft gedacht, also da sitzen schon ein paar Verhinderer drinnen in ihrer eigenen Welt und das ist auch sicher nicht falsch, aber ich habe jetzt gelernt, dadurch, dass ich beim Socketest mitgearbeitet habe und in dem Team vom ORF war, was wirklich ein sehr positiv beeindruckendes Erlebnis war, vor allem deswegen, weil ein Team geschaffen wurde, wo das als Team funktioniert hat. Das war von Anfang an ein ultra positives Feeling, da drinnen zu arbeiten, weil alle haben sich gegenseitig respektiert, Diversität war gegeben, die musste man nicht betonen, weil es.
Fabian Burstein
Was hast du gemacht, nur damit die Leute das verstehen?
Michi Gaissmaier
Ich habe die Akkreditierung geleitet. Das ist beim Socketest, da gibt es einmal so 15.000 Arbeitsakkreditierungen, wo halt jede Person polizeilich überprüft wird. Also war schon intensiv, also wirklich intensiv. Aber natürlich die Zusammenarbeit mit allen und das waren so Sachen, also das war eben ein Gesamtteam, das so gut funktioniert hat, wo jeder über seine Grenzen gegangen ist, weil alle wollten, weil es ein Team war. Und das hat deswegen funktioniert, wir saßen im Funkhaus und nicht am Berg, absichtlich, damit wir eben von diesem üblichen ORF, Anführungszeichen, nichts mitbekommen, auch von dem, was in der Zeit passiert ist, die man weiß, man und so, sondern dass wir in Ruhe arbeiten können. Und der Michel Kröner als Executive Producer von oben her hat das mal mit verursacht, dass das darunter dann entstehen konnte. Und über diese Zusammenarbeit weiß ich, dass es auch konstruktive Kräfte gibt im ORF und viele gute Leute gibt, die Bock haben, was zu machen. Es gibt aber halt auch die politisch motivierten, klassischen weißen Elefanten, denen andere Sachen wichtiger sind oder die es halt einfach nicht geknallt haben, dass wir 2026 haben und nicht mehr 1990 oder irgendwas dazwischen. Und bei so einem großen Unternehmen ist es auch normal, dass es beide Seiten gibt. Wünschenswert wäre jetzt, dass man eben, wie du gesagt hast, mal versucht, neu darüber nachzudenken, wie kann man sowas neu aufstellen, weil, wie gesagt, es ist alles da. Und das war in Wien schon immer so oder in Österreich, es ist alles da, um leiwandige Sachen zu machen, man muss nur die richtigen zusammenführen. Und das, wie gesagt, der Socketest war für mich so ein Beweis dafür, dass es funktioniert, selbst in so einem großen Team, da war niemand dabei, wo man sagt, mit dem will ich jetzt arbeiten oder mit der. Überhaupt nicht, sondern es war echt so ein cooles gemeinsames ORF-Mitarbeiter mit externen gemeinsam, wir haben ein Ziel, wo wir hingehen wollen und dafür sind wir bereit, hart zu arbeiten. Und das haben wir auch gemacht und ich glaube, wie auch immer man jetzt über die musikalischen Inhalte denkt, das Ereignis, also das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen, was da auf die Beine gestellt wurde, weil es irre war.
Fabian Burstein
Stichwort Musikereignisse organisieren, du hast ja auch viele Jahre den Amadeus mitverantwortet.
Michi Gaissmaier
Ja. Also ich wurde 2008, glaube ich, war das, eingeladen, ein Konzept zu schreiben, also an einem Pitch teilzunehmen, um Amadeus mal auf neue Beine zu stellen. Und ich wurde auch deswegen eingeladen, weil ich halt sehr umtriebig war in der Musikbranche, auch mit vielen Leuten geredet habe und im Jahr davor war das, glaube ich, der Pink hat Album des Jahres gewonnen und hat nicht einmal eine Großbotschaft geschickt. Und ich habe mir gedacht, echt jetzt? Ich meine, wofür macht man das dann? Und war schon immer aus eigener Situation heraus natürlich ein Befürworter von nationaler Musik und habe dann das Konzept geschrieben, dass eben nur Österreicher Preise bekommen sollen. Und habe dann mit einem Team gearbeitet, wir haben das gemeinsam alles entwickelt und präsentiert und haben halt inhaltlich gewonnen und dann gab es die Conso Müller, also Nina und Philipp, das Geschwisterpaar, die so von der Busvierecke kamen, die das marketingseitig dann umsetzen sollten und so haben wir gemeinsam begonnen, zu dritt dieses riesige Gesamtprojekt von, wie entsteht der Preis überhaupt, wie wird er vergeben, bis Fernsehshow mit Aftershowparty und Halle Besenrein zurückgeben. Und in der Zeit, als ich dann halt eben Amadeus gemacht habe, meine Rolle war die musikalische Seite, habe ich halt echt versucht, also ich habe gewusst, in Wien, alle Genres, die hier existieren, da kenne ich überall wen, manche besser, manche schlechter, aber was ich überhaupt nicht kenne, ist Schlager volkstümlich. Da muss ich hin. Und dann habe ich eben richtig dann die Leute auch gesucht und gesagt, bitte nehmt sie mal mit, zeigt mir das auch, ich will das sehen, ich will die Leute kennenlernen und habe mir irrsinnig viel angeschaut und gelernt und gemerkt, dass die viel entspannter sind als die Wiener und viel offener und gar nicht so Scheuklappen tragen wie.
Fabian Burstein
Sehr hungrig auch?
Michi Gaissmaier
Hungrig auch. Sie waren auch professioneller. Sie haben es geschafft, viel besser geschafft, als die sogenannten Szenemusiker in Wien das Ganze zu monetarisieren und davon leben zu können. Und dabei mir hat, also viele haben mir immer wieder erklärt, ja, ich mache die Musik, aber ich höre halt anderes auch und haben sich so quasi fast entschuldigt dafür und ich habe gesagt, hey, alles gut, alles super. Und ich habe immer gesagt, wenn was eine breite Öffentlichkeit erreicht, dann hat das einen Grund. Und das muss man dann respektieren, auch wenn man jetzt was inhaltlich nicht gut findet oder verabscheut, weil es zu politisch in der falschen Richtung läuft. Aber wenn jetzt musikalisch, keine Ahnung, die jungen Zillertaler, die ganz, ganz leiwande, nette Jungs sind, erfolgreich sind mit ihrer Art von Musik und Leute da begeistern, die dann, und wenn sie Angst haben, sie dann auf Malle mittanzen oder bei einer anderen Kassette, das ist vollkommen wurscht, dann machen die irgendwas richtig für ihre Zielgruppe. Und genauso habe ich das versucht zu sehen und habe den Leuten immer erklärt, wir sitzen im gleichen Boot, egal ob du Christina Stürmer bist oder die jungen Zillertaler oder irgendeine Hardcore-Band, die nur auf FM4 läuft. Und das hat bei vielen gefruchtet, bei manchen nicht. Aber im Großen und Ganzen war das immer mein Anliegen, dieses Zusammenführen zu uniten.
Fabian Burstein
Aus diesen Erzählungen oder diesen Einordnungen, aus denen man ja erkennt, dass du eine gewisse innere Distanz entwickeln kannst aus Geschmack oder persönlicher Herangehensweise und dem organisierenden Rahmen, möchte ich mit dir, aus dieser Position heraus, möchte ich mit dir schon auch über das Thema Musikwirtschaft und Musikwirtschaftspolitik kurz sprechen, vor dem Hintergrund, dass da ja auch gerade unter Anführungsstrichen viel passiert, unter Anführungsstrichen deshalb, weil ja Pläne gemacht werden, dass was passieren soll. Also passiert ist ja noch nichts. Wie siehst du die aktuellen kulturpolitischen Bemühungen, dem Thema Musikwirtschaft ein neues Gewicht zu geben?
Michi Gaissmaier
Der klassische Wiener wird sagen, ja, eh. Den Versuch finde ich super. Und es sollte auch passieren. Die Frage ist nur, an welchen Hebeln man da irgendwie ansetzt und tut. Ich bin sehr froh, dass es Förderungen gibt, die Sachen ermöglichen. Ich bin sehr froh, dass es Leute gibt, die sich da engagieren. Ich bin nicht immer der Meinung, dass die Wege, wie sie aktuell laufen, die richtigen sind. Ich komme halt aus der Praxis und für alle gleiche Bedingungen zu schaffen und es allen recht zu machen, kann einfach nicht funktionieren, meiner Meinung nach. Und wie vorher schon erwähnt, haben wir eh das Problem mit U- und E-Musik und dieser Problematik, die auch letztens bei dir im Podcast behandelt wurde, wo können wir jetzt hingehen, zu Wirtschaftsministerium oder Kulturministerium, weil das war auch schon vor 30 Jahren so. Die einen haben einen immer zum anderen geschickt, wenn man Kohle haben wollte. Und was ist das Ziel dahinter?
Fabian Burstein
Was ist das Ziel dahinter?
Michi Gaissmaier
Was wollen wir erreichen? Und in meinen Augen ist es so, ich glaube, was Österreich nicht schaden würde, wäre jetzt rein mal nur die Musik in sich gesehen oder die Unterhaltungsmusik in sich gesehen, eine eigene, eine stärkere Identität zu erlangen und mehr Aufmerksamkeit zu generieren und mehr Bewusstsein für die nationale Musik zu generieren beim Publikum. Was irrsinnig schwer ist, wenn da oft dieser marktführende Riesenradiosender ist, der Formatradio ist und sich da orientiert, was wird in den internationalen Charts gespielt. Weil es auch schon mal total absurd ist, dass man wird im internationalen Charts nur gespielt, wenn man im eigenen Land erfolgreich ist oder schaut man immer drauf und im eigenen Land wird man nicht gespielt, wenn man international nicht erfolgreich ist. Also wie soll es dann funktionieren? Und es war ja 1996, gerade als wir auch als Band begonnen haben, als der Bogdan Rostschitsch Musikchef wurde und der, ein Bekannter, der mochte keinen Austropop und hat damals eine Consultingfirma engagiert und hat sich von denen Austropop aus dem Programm programmieren lassen, vereinfacht gesagt. Das hat zu einer Abwärtsspirale geführt, weil ja daran irrsinnig viel hängt, dann wird man nicht gespielt, dann verdient man kein Geld über den Dämmern durchs Radio, man kriegt weniger öffentliche Wahrnehmung, es kommen weniger Leute zu Konzerten, man wird weniger gebucht und alles bewegt sich halt nach unten. Und nur dank Eigeninitiative von einzelnen Bands, ob das jetzt so, ich sage jetzt geschmacklich wertfrei, ob das so Highlights wie Gabalier oder Christina Stürmer oder Wanda oder Bilderbuch oder andere sind, die größere Dimensionen erreichen, die haben das jetzt nicht gemacht mit der großen Unterstützung des Landes und der Medienwirtschaft. Erst aber bei einem bestimmten Zeitpunkt, wenn sie eine gewisse Größe erreicht haben, dann werden sie auf einmal dann höher gehoben. Und der Weg dorthin ist aber irrsinnig hart und steinig und eben von viel Glück nach wie vor abhängig. Und wenn man daran arbeitet, dann bewusst sind, dass österreichische Musik nicht per se schlecht ist und wenn die Österreicher mal nicht sagen, dass der beste Song der letzten 100 Jahre "Summer of Sixteen Nine" von Brian Adams ist, sondern vielleicht "Der Hofer vom Ambros", dann kriegt das eine andere Identität. Und es muss nicht eine Zwangsquote sein wie in Frankreich, die sowieso ein anderes Nationalbewusstsein haben als die Österreicher und das wird man nicht ändern. Aber ich glaube, man könnte versuchen, mehr hochzuheben, was da ist und das Image zu verbessern. Da würden viele andere Sachen mitziehen, als jetzt eine Produktionsförderung zu machen, wo du da du kriegst da mal ein paar Tausender, du kriegst da ein paar Tausender und dann geben sie das Geld fürs Studio aus und was ist dann? Was macht man dann damit mit einem fertigen Produkt? Ich meine, super, dass es das gibt, aber dann kann man 300 Stück auf Tour verkaufen, wo man für zu wenig Gage vor, zu wenig Leuten spielt. Ich weiß nicht.
Fabian Burstein
Aber werden wir es da jemals schaffen, mit diesem kleinen Markt zum Beispiel an Märkte anzuschließen, wie zum Beispiel Deutschland? Weil, ich meine, das weißt du wahrscheinlich genauso wie ich, das Thema Förderung ist in der Popkultur untergeordnet. Also da schreien die jungen Bands nicht danach, dass sie jetzt gefördert werden wollen, sondern die schreien nach Professionalisierungsmöglichkeiten. Das ist das Um- und Auf-Thema, also das Einfordern nach Bandprogrammen, nach Qualifizierungsprogrammen, nach Vernetzungsformaten rein in die Industrie oder in die Medien. Aber von einer Förderung, also ich habe wirklich so gut wie noch keinen erlebt, der gesagt hat, wir müssen uns jetzt eine neue Förderstruktur überlegen, sondern immer nur, wir müssen uns eine neue Monetarisierungsstrategie überlegen und wollen dabei unterstützt werden.
Michi Gaissmaier
Ja, da gibt es viele Ansätze. Ich meine, ein Punkt ist sicherlich der, also was man dabei nicht vergessen darf, dass die Art und Weise, wie die Musikindustrie arbeitet, das hat sich in den letzten 30 Jahren nicht wirklich verändert. Oder in den letzten 40 Jahren. Auch bei den Majors, wenn halt was rauskommt, ich meine, da sind halt viele Mechanismen, laufen anders, aber die Grundidee, da kommt eine Platte raus, dann macht man ein bisschen Promo-PR dafür, dann spielt der Künstler live und schwupp, schwupp, wir verkaufen wieder Platten. Also darüber mal drüber nachzudenken, was kann man generell für unsere Bedürfnisse besser machen? Weil allein so Tatsachen wie eine Sache, mit der ich mich gerade schwer auseinandersetze, ist das ganze Metadatenmanagement, weil die Metadaten, die hinterlegt sind, also angefangen von, wer ist der Texter, wer ist der Komponist, bis hin zu, welche ISC-Nummer hat dieser Titel, die einfach essentiell sind dafür, um Nummern zuordnen zu können, um dann auch zu seinem Geld zu kommen. Weil im Jahr bleiben circa 1,5 Milliarden weltweit immer im schwarzen Topf liegen. Und dann meistens passiert es halt so, dass, was machen wir jetzt mit dem schwarzen Topf, dann kriegen die, die am meisten gekriegt haben, dann auch wieder am meisten aus dem schwarzen Topf. Und das ist halt total idiotisch. Und dass in Österreich die AKM, die AME, die LSG alle eigene Datenbanken haben, die kriegen dann von Spotify die Auswertung und dann haben die drei Datenbanken und dann kriegst du die Abrechnung und die stimmen halt nicht überein. Komisch, warum? Weil das drei Datenbanken sind, die halt nicht immer ordentlich geführt wurden. Und das sind so basisstrukturelle Probleme, die da sind, wo man auch mal anknüpfen muss auf der einen Seite. Und ich bin schon auch der Meinung, dass Professionalisierung und das Arbeiten dran auch gefördert werden muss. Aber es gibt heutzutage, es gibt professionelle, gute Managements. Es gibt Bands, die selber produzieren können oder Produktionseinheiten. Es gibt Gruppen von Leuten, die gemeinsam arbeiten, wo der eine macht das Symptomstudio, der nächste dreht das Video und der nächste macht das und das. Das gibt es alles. Aber wie kriegt man das mehr in die Wahrnehmung rein, damit das größer wird? Und da vielleicht ist es auch, weil ich aus der Kommunikation den Bereich komme, dass das halt, da ist schon auch ein bisschen ein Selbstmarketing-Problem dabei oder wie gesagt, so ein Wahrnehmungsproblem im eigenen Land und dieses Selbstbewusstsein, das nicht da ist. Das ist ja auch bei den Fußballern so. Ich meine, da gibt es, unsere Fußballnationalmannschaft hat lauter super Einzelspieler, die überall erfolgreich sind. Und dann spielt ihr als Team gemeinsam und es ist immer so ein, ja. Bis hin zu Einzelnen, die sagen, die werden sicher Weltmeister, aber es ist halt immer so ein, man glaubt nicht wirklich dran oder man traut sich nicht dran zu glauben. Und das ist so, wenn man nach Deutschland schaut, also abgesehen von der Größe des Landes, ist halt schon ein Ding, warum passieren so Dinge, die Sportfreunde Stiller oder Kraftklub oder Anime Kanterheit, die riesig werden oder seit Jahrzehnten immer wieder einzelne riesig werden, weil halt irgendwelche Leute dazu stehen und die nehmen und die featuren und wenn das regional ist oder wer auch immer das macht, aber es passiert und bei uns nicht.
Fabian Burstein
Aber wir haben ja jetzt einen neuen Generaldirektor und dieser Generaldirektor wird maßgebliche Direktionen auch neu besetzen. Wäre es nicht höchste Zeit, dieses vernetzte Denken auch zum Beispiel in eine Radiostrategie zu gießen? Ich meine, Großbritannien macht das ja seit Jahrzehnten vor. Die verstehen ja ihre Radiosender jetzt nicht als Spartensender, sondern das sind eher so durchgängige Live-Cycle-Begleitungen. Also das heißt, in einer BBC mit einer höheren Nummer wird es ausprobiert, wandert in die breiteren BBCs, bis es im größten BBC-Format-Radio ankommt. Ich meine, das wäre doch eigentlich eine Strategie, die man kopieren könnte, wenn sich aber auch, muss man ehrlich sagen, FM4 und Ö3 nicht ständig so neurotisch gegeneinander abgrenzen würden, oder?
Michi Gaissmaier
Ja, es ist total idiotisch, weil es sind beides alles Sender. Ich meine, hör der Ö3 an, hör der FM4 an. FM4 klingt wie Ö3 vor 20 Jahren, weil es eben diese Genre-Unterscheidungen nicht mehr gibt. Und es braucht vor allem ein Bewusstsein. Der Thomas Weber von ehemals Gape oder Biorama hat das mal gesagt, was ich sehr schön fand. Gerade unsere Generation, die so die Teenager oder Anfang 20-Jährige in Mitte der 90er Jahre waren und diese Art von Musik gehört haben, jetzt 30 Jahre später, wir hören auch immer die Musik. Wir hören nicht auf einmal Ö1, nur weil wir jetzt über 50 sind. Und das hat sich auch verändert zu vorherigen Generationen. Wir sind eine andere Generation. Wir benehmen und leben auch anders als, also ich bin Anfang 50 und lebe sicher nicht wie der klassische Anfang 50-Jährige in den 60er Jahren. Und das ist einfach so. Das ist ja nicht nur bei uns so. Und darauf muss man mal überlegen, einzahlen und nachdenken, wie man damit umgehen kann und wie man dann das Ganze sinnvoll gestaltet. Weil ich verstehe schon auch, dass der ORF Leute reichen will und Geschäft machen will. Nur da muss man halt mal vor seinen Wegen abkommen und wirklich konstruktiv über Neues nachdenken. Und wenn es so Einzelhighlights gibt, die mal dem ORF passieren oder die man verursacht auch, aber das ist mal ein so ein Ding und dann lassen wir es wieder bleiben, dann ist es schwierig. Also wenn man da nicht da Kontinuität reinbringt und wie gesagt, es gibt die Kräfte in Österreich, die das können. Man muss halt die richtigen versuchen zusammenzusammeln und dann wirklich auch mal ein bisschen die Luft geben und daran zu arbeiten. Und dann glaube ich, kann das auch funktionieren. Aber man muss halt über mehr nachdenken als, was könnte die nächste Dolly-Fernsehsendung sein. Weil, wie gesagt, das Bewusstsein, das gelernte Bewusstsein der Einwohner in diesem Land und die Veränderungen, die passiert sind, allein durch die EU, wie anders Wien ist, seit so viele Studenten da sind. Also Wien ist echt ganz was anderes als Wien 1996. Entschuldigung, kurzer Ausflug dazu. Es gibt auf YouTube die Alltagsgeschichten der Gürtel 1996, das habe ich mir angeschaut oder 1997. Und ich habe in der Zeit gelebt und war damals auch viel im Chelsea. Wenn ich mir das heute anschaue, das fühlt sich an, wie ich schaue mir DDR 1972 an. Das ist irre. Und wie viel sich getan hat, aber wie gesagt, von der Politik oder von der Medienpolitik her oder diesen Medienwirtschaften her, glaube ich, man muss einmal schauen, wie man damit umgeht und nicht immer nur künstlich das aufrechterhalten, was eh keinen mehr richtig interessiert oder sich Ausreden suchen wie ein Satz auch dann mit einem Monolog, Amadeus-Übertragung, ORF, wo man nachher sich auf die Schulter klopft und sagt, super, wir haben 250.000 oder 275.000 Zuschauer gehabt. Dass davor Dancing Stars war und die von Dancing Stars größtenteils mitgenommen worden sind und das Durchschnittsalter wahrscheinlich bei 70 liegt, dass dann den Amadeus anschaut, wo man irrsinnig viel Aufwand begeht und dass eine super Show ist, aber halt komplett an der Zielgruppe vorbeischießt, das wird dann nicht gesagt. Und das ist halt ein bisschen so diese Augenauswischerei, wo ich mir denke, einfach über den Tellerrand denken.
Fabian Burstein
Ein Riesenthema, super. Insgesamt für die österreichische Kunst- und Kulturszene sich ehrlich machen, Evidenzen schaffen und dann einfach nüchtern planen. Es war ein toller Ritt, aber ich lasse dich trotzdem nicht gehen, ohne dass wir jetzt nochmal kurz ein bisschen Heinz-Romantik machen. Ich muss mit dir über drei Fassonen sprechen.
Michi Gaissmaier
Gerne, solange ich zingen muss jetzt.
Fabian Burstein
Nein. Ich habe mit Tocotronic Bier getrunken. Habt ihr wirklich mit Tocotronic Bier getrunken?
Michi Gaissmaier
Ja, wir haben mit Tocotronic Bier getrunken. So ist das Lied auch entstanden. Also wir haben mal Bier getrunken, dann haben wir das Lied geschrieben und danach haben wir dann umso mehr mit ihnen trinken müssen und haben sie, wie vorhin kurz angeteasert, im Buddelclub des Öfteren wiedergetroffen, vor allem den Jan und den Arne. Und wir haben mit Tocotronic sehr viel Bier getrunken.
Fabian Burstein
Hat mich brennend interessiert. Ich hatte einmal die Möglichkeit, noch in meiner Musikjournalistischen Zeit Noel Gallagher zu interviewen. Habe es abgelehnt damals. Habe das delegiert, weil ich gesagt habe, ich möchte never meet your idols. Das kann nur. Dein Lieblings-Heinz-Song?
Michi Gaissmaier
Puh, schwer zu sagen. Es gibt so viele. Ich meine, wenn wir heute Konzerte spielen, spielen wir schon die Nummer, wo wir wissen, dass sie gut ankommen. Einer meiner liebsten, vielleicht deswegen, weil ich den nie mal alleine singe, ist Mono. Finde ich nach wie vor auch schön. Und das, also egal wie viele Leute da sind, wenn alle aus tiefstem Herzen mitsingen und ich das Gefühl habe, dass sie das auch spüren, was ich gespürt habe, wie ich die Nummer geschrieben habe, ist einfach Wahnsinn. Da hupt mein Herz.
Fabian Burstein
Mein Lieblingssong "Schön" von Elektroboot, bitte, eine unglaubliche Nummer für mich als. Also ich habe es mir gestern wieder angehört. Ich war plötzlich wieder 15, 16, verkatert, Weg von der ersten Mai-Feier, wo urviel passiert ist, die ganze Nacht über, wo man sich denkt, Wahnsinn, drei Leben sind da drin, drei Dramen sind da drin, drei Euphorie-Dinge sind da drin.
Michi Gaissmaier
Dazu eine kurze Anekdote dazu, warum ich das Lied auch gerne mag und das Beste, was das Lied je verursacht hat, also was mir jetzt gerade einfällt, ist, der Konja und ich haben auf akustischen Gitarren das Lied bei der Hochzeit unserer Freundin Domino in der Kirche gespielt. Dazu muss man wissen, dass die Domino aus einer sehr, sehr katholischen Familie kommt. Und also es war eine Überraschung für sie. Sie wusste es nicht. Wir wurden halt eingecheckt und haben uns dann hingesessen, haben das Lied zu spielen begonnen. Und im Nachhinein wurde der Domino schon zu verstehen gegeben, dass der katholische Teil der Familie das nicht wirklich cool fand, dass das einzige Mal, als sie Verrührung geweint hat in der Kirche bei der Hochzeit, der Zeitpunkt war, als wir das Lied "Schön" gespielt haben.
Fabian Burstein
Unbedingt jetzt auf Spotify, darum sage ich, das ist auch gleichzeitig eine Spotify-Playlist. Welcher Heinz-Song hätte deiner Meinung nach, einfach weil er gut gemacht war, tollen Vibe hat, super geschrieben ist, super produziert ist, eigentlich eine Nummer 1 sein sollen?
Michi Gaissmaier
Puh, schwierig. Ich überlasse die Beurteilung lieber anderen, aber so von der Reaktion des Publikums zu merken, ist "Schön" sicher einer von denen, der eine breite Masse anspricht, wie auch ein paar andere, aber der schon sehr gut funktioniert und der Spaß macht, wenn wir ihn spielen, weil die Leute manchmal noch ein bisschen euphorischer sind als bei anderen, wo sie auch euphorisch sind.
Fabian Burstein
Meine Theorie: "Ode an die Welle" wäre eigentlich ein Nummer-1-Hit. Könnte auch ein Fußball-Lied sein.
Michi Gaissmaier
Ja, es ist auch eine super Nummer und es ist halt so, zum Beispiel, wenn wir jetzt am 10. September unser 30-Jahreskonzert spielen, es ist schwierig, da eine Setlist zu bauen, welche Nummern sollten wir doch mit reinnehmen oder nicht, weil es so viele gibt. Es hängt halt immer von so Sichtweisen ab. "Oder an die Welle" ist ein super Song, der mir auch urgut gefällt und den wir seit Ewigkeiten nicht mehr live gespielt haben, weil ich weiß es nicht.
Fabian Burstein
Das sollte jetzt ja machen. Wird bei deiner Beerdigung ein Heinz-Song laufen?
Michi Gaissmaier
Puh, nein. Es wäre passend und ich finde es gar keine schlechte Idee. Ich habe mir noch keine Gedanken darüber gemacht, aber dadurch, dass Heinz eine Sache ist, die mich schon sehr, sehr lange begleitet und hoffentlich noch länger begleiten wird, ist es eine Konstante, die schon auch gut zu so einem Abschluss passt und vor allem sollte das auch ein fröhliches Feeling sein und kein wienerisches "Na geh, Ohr, wenn wir uns jetzt gemeinsam schießen kommen, dann haben wir es besser" und so alles angegen und nee.
Fabian Burstein
Und welcher Song könnte es sein?
Michi Gaissmaier
"Schön".
Fabian Burstein
Oder "Ich wäre gern Johnny Depp"?
Michi Gaissmaier
In dem Fall vielleicht weniger, aber "Schön" würde auch gut passen, weil "Schön" ist es eine Nummer, wo es eben darum geht, also ich versuche das auch selber so zu machen. Bei mir ist das Glas wirklich halb voll. Und "Schön" ist so ein Song, da geht es darum, aufs Gute zu schauen und nicht sich über das Schlechte zu ärgern, sondern wirklich die Augen nach vorne und was hinten, weil es wurscht und so denke ich auch und so soll es auch sein und deswegen ist "Schön" nicht nur ein schönes Wort, sondern auch ein schöner Song, der zu vielerlei Anlässen gut passt.
Fabian Burstein
Lieber Michi, vielen lieben Dank. Ab jetzt werden alle, zumindest Bühneneingang-Hörer, viel "Schön" hören. Das war ein tolles Gespräch. Vielen lieben Dank.
Michi Gaissmaier
Ich danke auch.
Fabian Burstein
Danke, dass ihr beim Bühneneingang vorbeigeschaut habt. Ich würde mich freuen, wenn ihr den Podcast abonniert, in eurem Netzwerk teilt und auf der Plattform eures Vertrauens mit fünf Sternen bewertet. Feedback und Geschichten aus dem Inneren des Kulturbetriebs sind natürlich herzlich willkommen. Schreibt mir am besten eine E-Mail. Die Adresse findet ihr auf www.buehneneingang.at, Buehneneingang mit ue. Alle Nachrichten werden natürlich streng vertraulich behandelt. Dort, auf www.buehneneingang.at, gibt es auch einen Link zu Steady. Mit einer Steady-Mitgliedschaft könnt ihr diesen Podcast unterstützen und habt ein garantiert werbefreies Hörerlebnis. Außerdem lasse ich mir immer wieder neue Packages für Mitglieder einfallen. In diesem Sinne, bis hoffentlich bald am Bühneneingang.
Autor:in:Livio Koppe |
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