Die Dunkelkammer
ORF. „Hunderte Interventionen“: Aus den Aktennotizen des Thomas Prantner

Von Michael Nikbakhsh. Mit dieser Ausgabe setzen wir unsere Berichterstattung zum ORF fort. Nach Peter Schöber (Dunkelkammer #307) geht es heute um den früheren ORF-Manager und nunmehrigen -Stiftungsrat Thomas Prantner. Auch diese Recherche erfolgte gemeinsam mit dem STANDARD auf Grundlage von ORF-Material, das uns zugespielt wurde. Ich zitiere aus Aktenvermerken, die Prantner in den Jahren 2018 bis 2021 verfasst hat. Es geht einmal mehr um Machtkämpfe, Intrigen, Interventionen, Netzwerke – und um einen Vorwurf verbaler sexueller Belästigung.


Michael Nikbakhsh

Herzlich willkommen zu einer weiteren Ausgabe der Dunkelkammer. Mein Name ist Michael Nikbakhsh, und heute geht es wieder um den ORF. Ich zitiere aus Aktenvermerken des früheren ORF-Managers und nunmehr Stiftungsrats Thomas Prantner. Diese Dokumente sind Teil des ORF-Materials, das uns zugespielt wurde und auf das ich bereits in der Ausgabe Nummer 307 Bezug genommen habe. Da ging es um den Fall Peter Schöber, einen Geschäftsführer von ORF III, gegen den 2024, sagen wir mal, da ist nennenswerte Vorwürfe öffentlich wurden, ohne dass es da dann letztlich nennenswerte Konsequenzen gegeben hätte. Ich hatte in dieser Ausgabe 307 ja weitere Veröffentlichungen zum ORF angekündigt. Hier folgt eine weitere.

Und auch diese Recherche habe ich gemeinsam mit dem STANDARD geführt, konkret mit Fabian Schmid, mit Oliver Mark und Laurin Lorenz. Den STANDARD-Artikel, den gibt es bereits. Und von mir dazu die unbedingte Leseempfehlung.
Okay, was erwartet uns heute? Nach dem Fall Peter Schöber geht es heute um Thomas Prantner. Thomas Prantner ist gebürtiger Wiener, Jahrgang 1964, und er war bis zum Herbst 2022 viele Jahre als Manager im ORF tätig.
Er hat sich dann als Berater selbstständig gemacht und sitzt mittlerweile wieder im ORF, nunmehr als Mitglied des 35-köpfigen Stiftungsrats. Ja, und das auf einem Ticket des Landes Steiermark. Die steirische Landesregierung hat ihn dahingeschickt. Derzeit wird die Steiermark von Mario Kunasek als Landeshauptmann geführt.

Thomas Prantner gilt als FPÖ-nahe, wenngleich er nie Mitglied der Partei war. Erst vor wenigen Tagen hat der ORF-Redakteursrat Thomas Prantner das Misstrauen ausgesprochen, zusammen mit Heinz Lederer, Gregor Schütze und Peter Westenthaler. Die Redakteurinnen und Redakteure des ORF kritisieren ungewöhnlich scharf Unvereinbarkeiten auf Seiten dieser vier Mitglieder des Stiftungsrats.

Zu Thomas Prantner schreiben sie, ich zitiere: "Für den vom Land Steiermark entsandten Stiftungsrat Thomas Prantner wurde in seiner aktiven ORF-Zeit eigens die Funktion des stellvertretenden technischen Direktors erfunden, die es im Organigramm nicht gegeben hat. Als ORF-Mitarbeiter wurde er in den Aufsichtsrat der Austria Presse Agentur entsandt. Dort ist der ORF größter Genossenschafter. Nach seinem Ausscheiden aus dem ORF hat Prantner umstandslos einen gut dotierten Beratungsvertrag mit der APA abgeschlossen." Zitat Ende.

Ja, heute soll es allerdings nicht um die Geschäfte des Stiftungsrats Thomas Prantner gehen, sondern vielmehr um seine Zeit als ORF-Manager. Uns liegen von Prantner selbst verfasste Aktenvermerke, Memos und E-Mails vor, die er in seiner aktiven Zeit beim ORF angelegt bzw. verschickt hat. Er hat da unter anderem immer wieder Gespräche mit Leuten aus dem ORF, aber auch mit Leuten aus der Politik veraktet.

Und diese Dokumente, um die es heute geht, die decken den Zeitraum so 2018 bis 2021 ab. Da war Thomas Prantner im ORF Leiter der Abteilung Online und neue Medien und zugleich stellvertretender Direktor für Technik Online und neue Medien. Wie gesagt, laut der Aussendung des Redakteursrats war diese Funktion des stellvertretenden Direktors einst überhaupt nur für Prantner erfunden worden.

Die Dokumente, aus denen ich heute zitiere, nun die zeichnen, nein, wie soll man sagen, leider zunehmend vertrautes Bild, wenn man über ORF-Manager berichtet. Es geht um Machtkämpfe, es geht um Intrigen, um Interventionen und Netzwerke und auch um den Vorwurf verbaler, sexueller Belästigung. Aber hört selbst.

Wir blicken ins Jahr 2018, ganz konkret auf den 13. Juli 2018. Da hatte Thomas Prantner einen Termin im Büro von Heinz Christian Strache. Der war damals FPÖ-Vizekanzler der türkisblauen Bundesregierung. Ganz offensichtlich ging es bei dem Termin um die berufliche Zukunft Prantners. So steht es jedenfalls in einem Aktenvermerk, den Prantner nach dem Treffen verfasste. Bei dem Treffen im Büro Strache waren auch der damalige Bundesminister Norbert Hofer, der damalige Abgeordnete und Mediensprecher der FPÖ, Hans-Jörg Jenewein, der damalige ORF-Stiftungsratsvorsitzende Norbert Steger und Straches Kabinettchef Philipp Trattner anwesend.

Im Verlauf des Gesprächs deponierte Prantner seinen Wunsch, dem nächsten ORF-Direktorium anzugehören. Er äußerte Dankbarkeit gegenüber der FPÖ und ich zitiere auszugsweise Prantner über Prantner: "Ich habe mich bemüht, die FPÖ im Rahmen der Berichterstattung gleich zu behandeln und Hunderte Interventionen bearbeitet. Auch um Personalwünsche der FPÖ habe ich mich immer gekümmert. Insgesamt war ich immer fairer Ansprechpartner der FPÖ im ORF. Im Rahmen der Möglichkeiten konnte ich viel erreichen." Zitat Ende. Herr Prantner war zwar kein Freund von Norbert Steger, dafür schienen aber Norbert Hofer, Hans-Jörg Jenewein und auch Heinz Christian Strache durchaus von ihm angetan zu sein. Laut dem Aktenvermerk war Prantner für Hofer ein treuer und loyaler Gesprächspartner und für Jenewein überhaupt der einzige, der immer für Anfragen und Beschwerden bezüglich der ORF-Berichterstattung zur Verfügung stand.

Und laut diesem Aktenvermerk wollte Thomas Prantner der FPÖ so ein, zwei Jahre vor diesem Termin 2018 eigentlich als Mitglied beitreten, wovon ihm allerdings Norbert Hofer und Herbert Kickl abgeraten hätten, weil es für die FPÖ besser war, einen bürgerlich Unabhängigen für die ORF-Spitze zu unterstützen. Tatsächlich dürfte Thomas Prantner dann auch mit einer Zusage von Strache aus diesem Termin gegangen sein. Ich zitiere aus dem Aktenvermerk Prantners zum Gespräch am 13. Juli 2018: "Strache informierte, dass mit dem Koalitionspartner ein neuer Vierer-Vorstand für den ORF festgelegt wurde und dass ÖVP und FPÖ je zwei Personen nominieren können. Eine der beiden Personen auf dem FPÖ-Ticket soll Tommy Prantner sein, meinte er wörtlich. Ich dankte für das Vertrauen und sagte, dass ich mich mit voller Kraft einsetzen werde." Zitat Ende.

Ja, auf Anfrage vom STANDARD bestätigte Norbert Hofer, dass er Thomas Prantner tatsächlich nicht zum Parteibeitritt geraten hatte, sondern vielmehr seine Parteifreiheit als fachliches Asset gesehen hatte. Und er legt auch Wert auf die Feststellung, dass er Thomas Prantner für eine Führungsfunktion im ORF für durchaus geeignet gesehen hätte. An dem Termin 2018, an diesen Termin konnte Hofer sich zwar erinnern, aber konkrete Aussagen dort, an die konnte er sich nicht mehr erinnern. Er selbst, sagt er auch, habe jedenfalls nie beim ORF interveniert.

Heinz Christian Strache, auch der wurde angefragt. Er sah aber, ich zitiere, keinen Anlass, Stellung zu beziehen. Selbstverständlich hat auch Thomas Prantner von uns einen umfangreichen Fragenkatalog übermittelt bekommen. Für ihn antwortete sein Medienanwalt Michael Rami. Und ich zitiere jetzt Michael Rami mit Blick auf die Aktenvermerke, die wir angefragt haben: "Es handelt sich um persönliche Kommunikation meines Mandanten, die 5 bis 10 Jahre alt ist und die er nicht kommentieren will." Zitat Ende.

So oder so war Strache nicht ganz ein Jahr nach dem Termin Geschichte. Stichwort 17. Mai 2019 Ibiza Video. Für Thomas Prantner war die Sache mit dem Top-Job im ORF damit allerdings nicht erledigt. Ganz im Gegenteil. 2021 entschloss er sich dann, für den Job des Generaldirektors zu kandidieren. Das war damals noch Alexander Wrabetz, und dem scheint das gar nicht gefallen zu haben, als er erfahren hat, dass Prantner da jetzt in den Ring steckt. Denn Wrabetz wollte seinerzeit eine vierte Amtszeit, und dafür hat er natürlich auch die Gunst der Blauen gebraucht.

Aus einer Aktennotiz von Thomas Prantner zu einem Telefonat mit Alexander Wrabetz am 28. Juli 2021: "Wrabetz hat mich angerufen und mir gesagt, dass er meine Bewerbung peinlich und lächerlich findet. Für mich und für ihn. Ich hätte keine Chance und bekäme null Stimmen. Aber er nimmt es so zur Kenntnis. Er hat gemeint, ich sei bekannt für Drecksgeschichten, und er warnte mich: Wenn ich Drecksgeschichten über ihn an die Medien weitergebe, wird er dasselbe bei mir tun. Ich habe zurückgewiesen, dass ich Drecksgeschichten verbreite, und ihm gesagt, dass ich selbstverständlich ausschließlich positiv für mein Konzept werben werde und nicht die Absicht habe, ihn oder seine Amtsführung zu kritisieren." Zitat Ende.

Nun, so ganz überzeugt von Prantners Chancenlosigkeit dürfte Alexander Wrabetz dann doch nicht gewesen sein, denn offenbar intervenierte Wrabetz nach diesem Gespräch mit Prantner beim früheren FPÖ-Politiker Peter Fichtenbauer, und der wiederum intervenierte dann bei Prantner, um dem die Kandidatur wieder auszureden. So steht es jedenfalls in einem weiteren Aktenvermerk, den Thomas Prantner wenige Tage nach dem Gespräch mit Wrabetz angelegt hatte. Ich zitiere auszugsweise: "Fichtenbauer sprach mit Wrabetz über die GD-Wahl und die Chancen einer Wiederwahl. Wrabetz habe ihm gesagt, er habe nur Chancen auf eine Mehrheit, wenn er die Stimmen der vier FP-nahen Stiftungsräte bekäme. Meine Kandidatur sei für ihn ein großes Problem, weil ich in der Lage wäre, ein bis zwei FP-Stimmen zu bekommen und diese ihm dann für Platz eins fehlen würden."

Und weiter: "Ich sagte ihm also Fichtenbauer, dass ich ohnehin nicht mit der Unterstützung Stegers rechne. Ich wollte kandidieren, damit ich die Möglichkeit hätte, mein Konzept und mein Programm zu präsentieren. Und außerdem immunisiere eine Kandidatur mit entsprechender begleitender Medienarbeit gegen mögliche Bestrafungsaktionen oder Degradierungen durch den gewählten GD." Zitat Ende. Ja, Bestrafungsaktionen, Degradierungen. Wenn man das liest, fragt man sich auch, welche Art von Betriebskultur man da hat am Küniglberg. Aber gut, weiter im Text.

Norbert Steger hat im Stiftungsrat dann 2021 zur GD-Wahl tatsächlich weder für Wrabetz noch für Prantner gestimmt, sondern vielmehr für Roland Weißmann, der dann auch tatsächlich Generaldirektor wurde. Auch Norbert Steger haben wir angefragt. Der legte Wert auf die Feststellung, dass er die FPÖ-Spitze immer vor Prantner gewarnt habe und Herbert Kickl niemals für Prantner interveniert habe. Andere hingegen schon.

27. August 2021: Die GD-Wahl ist geschlagen. Roland Weißmann ist zum neuen Generaldirektor designiert worden, Thomas Prantner unterlegen. Er telefoniert zu der Zeit oft mit Weißmann und legt einen weiteren Aktenvermerk an. In dem Aktenvermerk fasst Prantner mehrere Telefonate mit Weißmann ab Mitte Juli, also noch in der heißen Phase der Wahl und danach zusammen. Es stellt sich heraus, offenbar hatte Roland Weißmann Prantner vor der Wahl mehrfach versichert, dass weder er noch die ÖVP einen Einwand gegen Prantners Bewerbung als Generaldirektor hätten. Ich zitiere aus Prantners Notiz: "Weiters hat er mir mehrmals gesagt, dass er zuversichtlich sei, mit breiter Mehrheit gewählt zu werden und mir für den Fall seiner Wahl versichert und mir verbindlich zusage, dass es für mich mit Sicherheit keine vertragliche und funktionsmäßige Schlechterstellung geben werde." Zitat Ende.

Ja, wenn man den weiteren Notizen folgt, dann dürfte Weißmann sich alsbald aber nicht mehr an diese Zusage erinnert haben. Laut Prantners Aktenvermerk vom 27. August 2021 wollte Weißmann Prantner nicht im neuen Direktorium haben, allenfalls in der ORF-Landesdirektion Wien. Das aber nur, ich zitiere: "Wenn das auch der Bürgermeister will." Demnach sollte Thomas Prantner sich das mit Michael Ludwig ausmachen. Ja, auch einen Konsulentenvertrag soll Roland Weißmann Thomas Prantner damals angeboten haben, wenngleich Weißmann damals noch gar nicht Generaldirektor war. Er war bloß designiert. Den Job trat er dann am 1. Jänner 2022 an.
Noch im Oktober 2021 dokumentierte Prantner ein weiteres Telefonat mit Weißmann. Ich zitiere auszugsweise: "Roland Weißmann informierte mich, dass er mich mit Jahresende definitiv als Online-Chef des ORF ablösen möchte, da er den Digitalbereich neu aufstellen und mit einer neuen Person besetzen möchte. Ich sagte, ich müsse das zur Kenntnis nehmen und fragte, was denn die Jobalternative im ORF sei. Roland Weißmann sagte, irgendeine Hauptabteilung werde man schon finden, aber ich müsse mich gedulden."

Ja, und weiters hält Thomas Prantner in dem Aktenvermerk noch fest: "Ich fragte, warum ich denn der Einzige sei, der seinen Posten verliert und alle anderen, wie Strobl, Biedermann, ihre Jobs behielten. Roland Weißmann sagte, ich sei nicht der Einzige. Auch Lisa Totzauer wird nicht mehr als ORF-eins-Chefin verlängert. Ich sagte daraufhin, dass es kein gutes Bild mache, wenn ausgerechnet die beiden Mitbewerber bei der GD-Wahl ihre Jobs verlieren. Roland Weißmann sagte, ich müsse das verstehen, weil ich jemand sei, der Zitat an seinem Sessel säge. Am Sonntag nach dem Rücktritt von Sebastian Kurz hätte ich versucht, so sei ihm zugetragen worden, mit der SPÖ eine Regenbogenmehrheit für mich, Thomas Prantner, als neuen GD zu suchen. Ich antwortete, das stimme nicht, das sei vollkommener Unsinn und sei völlig absurd." Zitat Ende.

Ja, im Herbst 2020 endet dann die aktive Karriere von Prantner im ORF. Im Oktober macht er sich als Consultant selbstständig, ORF-Handshake inklusive. Ja, und nun sitzt dieser Thomas Prantner im ORF-Stiftungsrat und muss mitentscheiden, wer a) neuer Generaldirektor oder Generaldirektorin wird. Ingrid Thurnherr macht das derzeit ja nur interimistisch und auch b) wie der ORF eigentlich mit Vorwürfen gegen das eigene Personal umzugehen gedenkt. Stichwort etwa sexuelle Belästigung.
Diese Episode wird am 22. April aufgezeichnet. Am 23. April tritt der ORF-Stiftungsrat zusammen und er wird sich auch mit der Causa Roland Weißmann auseinandersetzen. Weißmann trat ja als ORF-Chef zurück, nachdem ihm eine Mitarbeiterin sexuelle Belästigung vorgeworfen hatte. Weißmann hat das bestritten. Die Compliance-Stelle des ORF sah den Vorwurf auch nicht bestätigt. Und wenn der Falter hier Barbara Todt und dann auch die ZIB zwei, konkret Martin Thür, der Sache nicht nachgegangen wären, dann wäre das wohl so stehengeblieben. Der Falter hat die Weißmann-Chats veröffentlicht. Danke an dieser Stelle. Das war wirklich wichtige Arbeit.
Was das nun mit Thomas Prantner zu tun hat? Nun, auch gegen ihn wurden 2020 von einer Kollegin, konkret seiner Stellvertreterin, intern Vorwürfe erhoben. Es ging einerseits um verbale sexuelle Belästigung und daneben fühlte sich die Managerin von Prantner auch unter Druck gesetzt. Auch da gab es eine ORF-interne Untersuchung. In dem Fall prüfte die Gleichstellungskommission die Vorwürfe und auch da blieb am Ende nichts übrig. Die Vorwürfe wurden nicht weiter verfolgt.

Auf Anfrage teilte Prantners Anwalt Michael Rami mit, dass keiner der erhobenen Vorwürfe, und zwar jetzt ganz ungeachtet der Frage, ob sie je wahr waren oder nicht wahr waren, je Straf- oder zivilrechtliche Relevanz hatten und Prantner konsequenterweise auch niemals Beklagter oder Beschuldigter in einem Zivil- oder Strafverfahren war. Zu den problematisierten Äußerungen, die Prantner gegenüber der Kollegin getätigt haben soll, gehörte unter anderem die Frage, ob sie eigentlich wisse, wie geil es sei, zur Musik des neuen TVTEK-Image-Trailers Sex zu haben. Bei anderer Gelegenheit soll Prantner ja eröffnet haben, er habe mal wieder einen wahnsinnig tollen Traum von ihr gehabt. Auch der Wunsch nach einem Dreier soll geäußert worden sein und zwischendurch soll er ja auch verdeutlicht haben, dass sie ohne ihn nichts sei.

Prantner wurde damals von der Gleichstellungskommission des ORF befragt. Er bestritt das alles und verwies auf seinen tadellosen Track Record. Für die Kommission war der Fall erledigt. Für den damaligen Generaldirektor Wrabetz überhaupt ein Freispruch für Prantner, wie Prantner selbst in einem Aktenvermerk aus dem Jahr 2020 notierte. Ich zitiere: "Wrabetz informiert mich, dass er noch niemals einen so milden Bericht der Gleichstellungskommission über einen Beschuldigten gelesen habe, ich offenbar einen sehr glaubwürdigen und guten Auftritt gehabt haben muss und aus dem Bericht kein einziger Hinweis auf ein Fehlverhalten von mir enthalten sei. Er interpretiert das Ergebnis dieses Berichts als Freispruch von allen Vorwürfen." Zitat Ende.

Ja, die Geschichte endet so, dass die Frau die Abteilung wechseln musste. Prantner durfte bleiben, weil die Managerin dann keinen adäquaten Job im Haus mehr bekam, ging sie vor Gericht. Und in dem Verfahren blieb Prantner dann zwar dabei, die Kollegin seiner Auffassung nach nicht verbal sexuell belästigt zu haben. Er räumte allerdings ein, dass zwischen ihm und ihr ein, ich zitiere Prantners Anwalt Rami, flapsiger Umgangston bestanden habe, den er rückblickend als unpassend erachte und wofür er sich im Zuge seiner Zeugenaussage auch entschuldigt habe.

Die Managerin hat den ORF zwischenzeitlich verlassen müssen, bekam aber im Zuge einer außergerichtlichen Einigung eine Entschädigung zugesprochen. Sie selbst darf über ihren eigenen Fall übrigens öffentlich nicht reden.
An diesem Punkt mache ich für heute einen Punkt. Das war nicht die letzte Episode zum ORF "So viel sei angekündigt". Vielen Dank fürs Zuhören.Das war die heutige Ausgabe der Dunkelkammer. Wenn ihr unser Medium mit einem Abo oder einer Spende unterstützen wollt: Die Links dazu gibt es auf www.dunkelkammer.at. Hinweise und Feedback bitte an redaktion@dunkelkammer.at. Vielen Dank fürs Zuhören!

Autor:in:

Felix Keiser

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