Cash or Crash
Warum man Angst vorm Fliegen und Vorsicht bei Elon Musk haben sollte
Die Fluglinien wollen für Verspätungen oder Flugausfälle künftig weniger Entschädigungen bezahlen. Auf EU-Ebene wird derzeit darüber intensiv gestritten. Dafür gibt es gute Nachrichten aus Italien und Kroatien. In Italien heißt es auf den Autobahnen seit 1. Juni „Maut zurück“, wenn man in einen längeren Baustellen-Stau gerät. Und Kroatien will ab September ein neues Mautsystem einführen und die bisherigen Mautstellen abschaffen, vor denen es immer wieder zu langen Staus kommt. In der Finanzwelt ist das Thema der Woche der Börsengang von SpaceX; das ist die Weltraumfirma von Elon Musk. Dabei handelt es sich um den größten Börsengang der Geschichte. Warum ich trotzdem vorsichtig bin, sage ich Euch in diesem Podcast.
Hallo zusammen, schön, dass ihr wieder bei meinem Podcast "Cash or Crash" dabei seid. Das erste Thema heute ist der Sommerurlaub. Den habt ihr hoffentlich ja schon lange geplant, und viele von euch fliegen wahrscheinlich in den Urlaub. Fliegen ist ja mittlerweile ein Abenteuer, die Sitze sind eng, und vor allem kommt es immer wieder zu zahlreichen Verspätungen. Ja, und es ist aktuell ein Thema, die Verspätungen, da wird auf EU-Ebene nämlich ausführlich darüber diskutiert und gestritten. Worum geht's? Die Fluglinien wollen für Verspätungen oder auch Flugausfälle einfach weniger Entschädigungen bezahlen, und da haben sie bei zahlreichen EU-Staaten Gehör gefunden, und die EU-Staaten verhandeln jetzt mit dem EU-Parlament über die neuen Entschädigungen, die es da geben soll. Beide müssen zustimmen, also EU-Staaten und EU-Parlament müssen da zustimmen, aber bisher hat man sich nicht darauf einigen können, zumindest nicht bis zu dem Zeitpunkt, wo ich jetzt diesen Podcast zu euch spreche.
Was heißt das jetzt einmal überhaupt für unsere Geldbörse? Na ja, derzeit gilt es ja so, dass man ab 3 Stunden, also ab 3 Stunden Verspätung, eine Entschädigung bekommt. Ja, und derzeit bekommt man also bei Kurzstrecken ungefähr 250 € als Entschädigung, und 400 € bekommt man dann bei Strecken zwischen 1500 und 3500 km, und bei Langstrecken bekommt man überhaupt 600 € als Entschädigung zurück. Und die Fluglinien wollen natürlich, dass diese Entschädigungen gekürzt werden. Ja, wenn es nach den Fluglinien gehen würde, dann sogar bis auf ein Drittel. Das würde also dann bedeuten, dass man nur mehr 200 € statt 600 € bei der Langstrecke bekommt.
Ganz wichtig ist natürlich auch das Thema Ersatzflüge. Da wollen auch die Fluglinien eigentlich die Rückerstattung also nicht mehr so bezahlen wie bisher, weil bisher mussten die Airlines alle Kosten für die Ersatzbeförderung tragen, das wollen sie nicht mehr. Und zur Diskussion stand auch lange Zeit einmal das Thema, dass die Fluggäste vielleicht innerhalb einer Großstadt auch den Flughafen wechseln sollen können, sozusagen, ja, bei einer Verspätung bzw. bei einem Ersatzflug. Ja, da soll man also dann vielleicht von Flughafen A nach B wechseln, um dort den Ersatzflug zu bekommen. Inwieweit das jetzt noch diskutiert wird, ist offen, aber jedenfalls Thema war es einmal.
Ja, die 3 Stunden jedenfalls sind mittlerweile ziemlich sicher, so wie bisher, das soll so bleiben. Ja, die Fluglinien wollten ja eben, dass es Entschädigungen eigentlich erst ab 4 Stunden Verspätung geben soll, aber das ist ein Thema, das, glaube ich, jetzt einmal durch ist und das soll es bei 3 Stunden bleiben. Debattiert wird natürlich auch, wie es künftig bei Entschädigungen bei einem Streik aussieht, ja, weil wenn derzeit gestreikt wird, dann kann man zumindest versuchen, Entschädigungen zu beantragen. Das wollen die Fluglinien natürlich nicht mehr künftig, und das ist durchaus auch ein Thema, weil eben gerade in der Flugbranche sehr oft gestreikt wird. Na ja, der Ausgang der Verhandlungen ist eigentlich offen. Bis Mitte Juni wollen sich also die EU-Staaten und das EU-Parlament darauf einigen. Zum Zeitpunkt, wo ich diesen Podcast aufnehme, schaut es aber nicht danach aus, und das wäre sogar für unsere Geldbörse eine gute Nachricht, weil wenn es hier keine Einigung gibt, dann bleibt eben alles so, wie es bisher ist.
Bleiben wir gleich beim Thema Sommerurlaub. Da gibt es gute Nachrichten aus Italien. Für alle, die mit dem Auto in Italien immer wieder unterwegs sind, die wissen: Italien hat ein ziemlich gut ausgebautes Autobahnnetz, ich glaube, es sind 7000 km. Allerdings muss man natürlich in Italien Maut zahlen, und die ist gar nicht so billig. Pro Kilometer muss man da im Durchschnitt so zwischen 7 und 9 Cent bezahlen, und das ist im EU-Vergleich sogar ziemlich teuer. Ich glaube, teurer ist es nur noch in Frankreich. Aber ab 1. Juni ist eine neue Regelung in Kraft getreten, und die sieht vor, dass es bei einem Stau eine Rückzahlung der Maut gibt.
Was heißt das jetzt für unsere Geldbörse? Schauen wir uns also diese Regelung ein bisschen näher an. Ja, also wichtig ist einmal, diese Regelung gilt also nicht nur für Italienerinnen und Italiener, sondern für alle Urlauber, also auch für uns. Ja, und die Entschädigung, die Stauentschädigung, gibt es auch für alle Autobahnen in Italien, also da gibt es keine Ausnahmen. Ja, und das Wichtige ist aber, es muss sich um einen Baustellenstau handeln. Also so wie bei uns, die ASFINAG hat ja da zahlreiche Baustellen errichtet, Dauerbaustellen, muss man sagen, da steht man immer wieder regelmäßig im Stau. Das zählt. Was nicht zählt, ist ein Stau, der durch einen Unfall oder Rettungseinsatz zustande gekommen ist. Da hat man dann kein Recht auf Anspruch drauf. Ja, der Anspruch hängt natürlich von der Strecke ab und von der Dauer, in der man im Stau steht. Also man muss schon, sage ich einmal, bei einer Strecke zwischen 30 und 50 km mindestens 10 Minuten im Stau gestanden sein, damit man einen Antrag stellen kann. Ja, steht man bis zu 2 Stunden im Stau, kriegt man die Hälfte der Maut zurück. Bei 3 Stunden sind es dann schon 75 %, und ab 3 Stunden bekommt man 100 %.
Und wie stellt man den Antrag? Da gibt es zwei Möglichkeiten. Also man kann sich da eine App runterladen, die App heißt MUOVY Cashback. Autofahrer berichten aber, dass es da ein Problem gibt, weil bei der Registrierung eine italienische Steuernummer verlangt wird. Das ist natürlich für Urlauber eher unmöglich auszufüllen. Deshalb kann man auch die Rückerstattung per Mail beantragen, und die Mailadresse ist ziemlich einfach, die lautet info@autostrade.it. Den Mautzettel sollte man natürlich dabei abfotografieren und per Mail beifügen. Und wer sonst noch Fragen hat, kann auch unsere Autofahrerclubs anrufen.
Apropos Stau, bleiben wir gleich beim Thema. Da gibt es auch Nachrichten aus Kroatien. Dort gibt es ja die Mautstellen, bei denen es immer wieder auf den Autobahnen zu Staus kommt. Ja, und Kroatien will jetzt diese Mautstellen also abschaffen, um die Staus auf den Autobahnen zu vermeiden. Die Autofahrer müssen natürlich nach wie vor die Gebühr bezahlen, also das hat keine Auswirkungen auf unsere Geldbörse, allerdings dann eben, ohne anhalten zu müssen. Und na ja, Zeit ist in diesem Fall, wenn man so will, auch Geld, weil man dann vielleicht etwas schneller an seinem Urlaubsort angekommen ist. Na ja, die Maut wird in Zukunft also über bestimmte Mautboxen erhoben mit einer automatischen Nummernschilderkennung, und die Maut wird dann eben im Nachhinein abgerechnet. Dazu kann man natürlich auch über das offizielle Webportal Crolibertas eine digitale Kennzeichenregistrierung durchführen, wenn man will, und dort auch die gewünschte Zahlungsmethode wählen. Ja, oder einfach, man fährt auf der Autobahn dann vor der Mautbox auf eine spezielle Fahrspur, und dort wird das Kennzeichen dann mit einem Scanner erfasst. So, es gibt nur einen kleinen Wermutstropfen: Diesen Sommer werden wir in Kroatien noch im Stau stehen, weil die Mautstellen erst ab September abgebaut werden, und das soll bis März dann nächsten Jahres erledigt sein. Das heißt, kein Stau vor den Mautstellen in Kroatien, das wird es erst ab dem nächsten Sommer spielen.
Ich bin dann der Frage nachgegangen, wer dieses neue Mautsystem in Kroatien installiert. Ich habe da eigentlich auf unser Unternehmen, also auf KAPSCH, getippt, aber ich war dann erstaunt, es ist nicht KAPSCH, sondern das Unternehmen heißt SkyToll und kommt aus der Slowakei, aber das ist nur nebensächlich, weil SkyToll gehört zur PPF-Gruppe, und das ist ein ziemlich großes tschechisches Investmentunternehmen. Diese PBF-Gruppe ist also beteiligt an Medienkonzernen, an Telekommunikationskonzernen, an Banken, Versicherungen und auch an Unternehmen aus der Biotechnologie. Und es ist ein ziemlich großes Unternehmen und gehört einer gewissen Familie Kellner, und diese Familie zählt zu den reichsten Familien von Tschechien. Soweit der Ausflug nach Tschechien. Ich habe das deshalb gemacht, weil wir eigentlich über die Wirtschaft in unseren östlichen Nachbarländern kaum was erfahren. Ja, aber dort wird mittlerweile auch ziemlich gutes Geld gemacht.
Kommen wir zum zweiten Thema diese Woche: das ist der Börsengang des Jahres, ja überhaupt der größte Börsengang. Konkret handelt es sich dabei um das IPO von SpaceX, das ist das Weltraumunternehmen von Elon Musk. Wie schon gesagt, es ist der größte Börsengang der Geschichte. Warum? Weil das Emissionsvolumen 75 Milliarden Dollar beträgt. Das Emissionsvolumen ist, wie der Name schon sagt, der Gesamtwert aller neu ausgegebenen Aktien, die ein Unternehmen bei einem Börsengang anbietet. Ja, und diese 75 Milliarden Dollar sind also Rekord.
Sagen wir vielleicht kurz oder werfen wir vielleicht kurz einen Blick darauf, was macht SpaceX eigentlich? Ja, na ja, wie viele von euch wahrscheinlich wissen, SpaceX schießt Raketen ins Weltall, und zwar wiederverwertbare Raketen. Das ist ja eigentlich eine gute Sache, weil das macht Raumflüge billiger und bis zu einem gewissen Grad, also wenn man so will, dann auch ökologischer. Und SpaceX wurde ja bereits 2002 gegründet, und damals schon hat Elon Musk gesagt, dass er also wiederverwertbare Raketen bauen will. Bis das dann geklappt hat, hat das ein wenig gedauert, nämlich durchaus ein paar Jahre, bis 2008, da hat das dann zum ersten Mal funktioniert. Und ja, und dann ging es eigentlich relativ steil bergauf. Vor allem hat dann Elon Musk Aufträge von der NASA bekommen, und man muss sagen, tatsächlich hat SpaceX seither die Konkurrenz ziemlich weit hinter sich gelassen. 75 % aller Satelliten und Sonden starten derzeit mit SpaceX ins Weltall.
Neben dem Transportgeschäft, dem Raketengeschäft, hat Elon Musk dann auch noch ein Satelliteninternetnetzwerk aufgebaut, das ist Starlink. Dieses Satelliteninternetnetzwerk gibt es natürlich weltweit, und 2019 hat SpaceX also die ersten Satelliten da in die Höhe geschossen. Die Starlink-Satelliten sind ja ungefähr so 300 Kilometer oberhalb der Erdoberfläche. Da kreisen sie also um die Erde, und mittlerweile sind es nicht weniger als 10.000 von diesen kleinen Satelliten, die also hier schnelles Internet auf der Erde anbieten. Und angeblich hat Starlink bereits 10 Millionen Nutzer rund um den Globus.
So, was heißt das jetzt alles für unsere Geldbörse? Na ja, wie gesagt, die Medien haben ja über den Börsengang in den vergangenen Wochen ausführlich berichtet, und viele von euch haben sich wahrscheinlich gefragt, ob sie über einen Online-Broker da schauen sollen, ob sie eine Aktie bekommen, ob sie Aktien von SpaceX bekommen oder nicht. Ich will jetzt dazu keinen Tipp abgeben, weil ich mache keine Börsentipps, weil da würde ich in die persönliche Haftung kommen. Aber ich kann euch sagen, was ich gemacht habe. Also ich habe nicht zugegriffen, ich werde hier einmal jetzt abwarten. Ja, warum tue ich das? Weil mich einfach ein paar Dinge irritiert haben, und zwar die Bewertung. Ja, also das Unternehmen ist mit 1,77 Billionen Dollar bewertet. Ja, die Bewertung ist eben, wie der Name schon sagt, die Schätzung des Gesamtwertes eines Unternehmens zum Zeitpunkt seines Börsengangs, und ich halte diese 1,77 Billionen Dollar aber ehrlich gesagt für eine ziemlich irrwitzige Summe nämlich zumindest auch, wenn man sich die Gegenwart des Unternehmens anschaut. Weil SpaceX setzte also zuletzt 18,67 Milliarden Dollar um. Ja, und wenn man das durch die Bewertung rechnet, dann muss man sagen, also dann wäre das Unternehmen 94 Mal so viel wert wie der Umsatz, und das ist ehrlich gesagt, wie ich schon gesagt habe irrwitzig. Außerdem macht SpaceX Verluste. Zuletzt waren es fast 5 Milliarden Dollar. Also auch da gilt es meines Erachtens noch abzuwarten, wie sich die Dinge weiterentwickeln, und dazu kommen auch politische Unsicherheiten.
Wie ihr wisst, war ja Elon Musk lange Zeit ja der beste Kumpel von Donald Trump. Danach haben sie sich ein bisschen zerstritten. Jetzt ist das Verhältnis so lala, und jedenfalls hat Donald Trump einen letzten Auftrag, den er vergeben hat in puncto Weltraum und Weltall, also den hat er nicht an Elon Musk vergeben, sondern an seinen Konkurrenten, und zwar an Jeff Bezos. Jeff Bezos hat ja auch eine Weltraumfirma, nämlich Blue Origin, und die Amerikaner planen ja eine Stadt am Mond, und den Entwicklungsauftrag dafür hat Donald Trump also nicht Elon Musk gegeben, sondern eben Jeff Bezos und seiner Firma Blue Origin.
Zum Zeitpunkt, wo ich diesen Podcast aufnehme, ist das Unternehmen noch nicht an der Börse. Ich kann also nicht sagen, wie sich jetzt der erste Handelstag entwickelt hat, aber das ist auch egal. Ich persönlich warte jetzt einmal ab. Ja, ich bin außerdem auch immer misstrauisch, wenn irgendein Papier, eine Aktie gehypt wird. Da ist eine sogenannte Blasenentwicklung, wie man so schön sagt, immer sehr wahrscheinlich, und ich schaue mir jetzt einmal das die nächsten Wochen an, wie die Aktie sozusagen sich entwickelt, und dann werden wir schauen, ob ich zuschlage oder nicht. Das kann ich euch ja dann auch berichten. Das war's für heute. Wo immer ihr auch seid, ich wünsche euch noch eine schöne Zeit und freue mich, wenn ihr dann nächste Woche wieder dabei seid, wenn es heißt Cash or Crash.
LINKS
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/verhandlung-fluggastrechte-100.html
https://www.oeamtc.at/laenderinfo/kroatien/kroatien-umstellung-auf-digitale-maut-84319698
https://www.zeit.de/news/2026-06/11/was-den-spacex-boersengang-besonders-macht
Autor:in:Wolfgang Unterhuber |