Die Dunkelkammer
Die Nonnen von Goldenstein #14: Haben Helfer die Seite gewechselt?

Die Ordensfrauen (im Vordergrund Schwester Rita, 82)  in der Kapelle des Klosters Goldenstein | Fotocredit: Edith Meinhart
  • Die Ordensfrauen (im Vordergrund Schwester Rita, 82) in der Kapelle des Klosters Goldenstein
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[b][b][b]Eine Woche, nachdem die Ordensschwestern Bernadette, Regina und Rita sich öffentlich Mitte Dezember vom Betreiber ihres Instagram-Accounts losgesagt haben, postet dieser - gegen ihren ausdrücklichen Willen - nicht nur munter weiter. Er gründet danach auch noch einen Verein zur Unterstützung der Nonnen Goldenstein. Mit an Bord ist die Geschäftsführerin einer Getränkefirma. Was läuft da hinter dem Rücken der alten Klosterschwestern? Mit der Frage muss sich jetzt auch das Landesgericht Salzburg beschäftigen.


Edith Meinhart

Herzlich willkommen zu einer weiteren Folge der Dunkelkammer. Es ist die 14., die sich den Nonnen von Goldenstein widmet. Mein Name ist Edith Meinhart. Am 17. Dezember wandten sich die Ordensschwestern Bernadette, Regina und Rita an die Öffentlichkeit. Zu diesem Zeitpunkt hatten fast 300.000 Follower über den Instagram-Account "Nonnen Goldenstein" ihren weltweit aufsehenerregenden Kampf mitverfolgt und Anteil an ihrem Schicksal genommen.

Nun teilten die betagten Frauen, alle zwischen 80 und 90 Jahre alt, mit, dass sie ihre Social-Media-Aktivitäten "ab sofort und bis auf Weiteres" einstellen. Um ihrer Entschlossenheit Nachdruck zu verleihen, fügten sie an: "Sollten die genannten Accounts weiterhin aktiv betrieben werden, geschieht dies ausdrücklich gegen unseren Willen." Als hätten sie damals schon geahnt, dass man ihn - wieder einmal - missachten würde.

Die Botschaft richtete sich an die Welt draußen, verstand sich als Zeichen des Entgegenkommens an den Heiligen Stuhl - im Vatikan werden umtriebige Social-Media-Accounts in den kirchlichen Reihen nicht gerne gesehen - sie war aber auch als Warnung zu verstehen. Diese wiederum galt dem Betreiber des erfolgreichen Instagram-Accounts, der zwar zur weltweiten Solidarität beigetragen hat, der aber - wie Schwester Bernadette vor zwei Wochen hier in der Dunkelkammer erklärt hat - längst nicht mehr im Sinne der Nonnen agierte.

Sie können das Gespräch in Folge 280 nachhören.

Tatsächlich postete der Nonnen-Influencer munter weiter. Der Gefolgschaft schien es nicht aufzufallen, dass er alte Fotos und Videos verbreitete, ab und zu auch heimlich aufgenommene Aufnahmen, wie Schwester Bernadette in dem erwähnten Podcast ebenfalls schildert.

Was die Ordensfrau nicht wusste, als wir uns vor zwei Wochen über Videochat unterhalten haben: Eine Woche nach ihrem Pressestatement vom 17. Dezember 2025 gründete der Instagram-Betreiber einen Verein. Ins Leben gerufen wurde er genau am 24. Dezember 2025, am Weihnachtstag, wie der Blick in das Vereinsregister zeigt, und er heißt "Verein zur Unterstützung der Nonnen Goldenstein". Der Gründer ist nicht allein.

Ebenfalls an Bord ist eine Bomb Beverage GmbH, vertreten durch deren Geschäftsführerin Mag. Birgit Polster.

Nun wird es noch spannender: Die Bomb Beverage GmbH verkauft Blue Bomb Water, jenes in Aludosen abgefüllte Mineralwasser, das auf dem Instagram-Profil "Nonnen Goldenstein" in Szene gesetzt worden ist.

Wer den Account aufmerksam verfolgt hat, dem ist möglicherweise erinnerlich, dass Schwester Rita im November 2025 im Klostergarten von einem jungen Mann überrascht wird. "Luki", wie er sich nennt, drückt der Nonne eine Aludose in die Hand, an der ein kleines Mikrofon befestigt ist. Dann verwickelt er Schwester Rita in ein Gespräch, in dem es unter anderem um das Wasser geht, das er sie dann auch bittet zu kosten. Sie spielt mit.

Dazu muss man sagen: In den eineinhalb Jahren, in denen die Nonnen von Goldenstein unfreiwillig in der Seniorenresidenz Karlsberg festsaßen - ohne ihre Habseligkeiten, ohne finanzielle Mittel - hat Schwester Rita nichts so sehr vermisst wie die Stimmen der Kinder, die von der einstigen Ordensschule und heutigen privaten Mittelschule nun wieder in ihre klösterliche Klausur drängen. Selbst als sie sich altersbedingt als Horterzieherin zurückzog, genoss sie es, mit Schülerinnen und Schülern zu plaudern, und sie litt sehr darunter, dass es den Nonnen nach ihrer Rückkehr ins Kloster im September 2025 zunächst verboten war, in der nebenan gelegenen Schule vorbeizuschauen - inzwischen dürfen sie sich hier wieder blicken lassen.

Kurzum: Schwester Rita hat ein Herz für junge Menschen, blüht in ihrer Gegenwart sichtlich auf und kann ihnen so gut wie nichts abschlagen. Und so geht es ihr auch mit dem jungen Blue Bomb Water abgesandten "Luki".

Hören wir kurz in "Luki meets the Goldenstein Nuns Part 1" hinein.

Luki

Grüß euch. Heute sind wir im Schloss Goldenstein, und ich darf heute die Schwester Rita interviewen, eine von den drei rebellischen Nonnen. Und ich glaube, das wird ziemlich cool heute.

Schwester Rita

Mein Gott, das ist ein Mini-Mikrofon.

Luki

Ja, genau, deswegen haben wir es ja auch raufgegeben.

Schwester Rita

Und das sendet auch? Nein, bitte gar schön!

Luki

Also, die jungen Leute, die trinken ja heutzutage Wasser aus den Dosen, gell? Ich meine, das ist ja, könntest dir du auch sowas vorstellen? Findest du, dass das eine Modeerkrankung ist, oder ist das etwas Cooles, würdest du sagen?

Schwester Rita

Eigentlich eine gesunde Modeerkrankung. Weil das Wasser ist ja auch gesund, nicht? Und sogar aus der Dose. Den ganzen Tag tun wir auch nicht beten. Wir tun dann arbeiten und Kinder erziehen. Da haben wir auch alle Rückgrat haben müssen bei manchen, die so ein gutes Mundwerk gehabt haben. Was ich alles gehört habe hinter dem Rücken (...) Da habe ich direkt einmal gesagt: "Danke!" Ich habe es noch gehört, wie sie gesagt haben hinter meinem Rücken: "Die blöde Kuh" -- "Ja, danke!
Ich bin zwar schon in sogenannter Pension, aber in der Nähe bin ich trotzdem. Und ja, so ist es auch ganz interessant, wenn man wieder liebe junge Leute kennenlernt und mit Werbung für ihr gesundes Wasser machen. Und ich bin schon sehr neugierig drauf.

Luki

Ja, willst einmal probieren, eine Dose?

Schwester Rita

Aus der Dose trinken vor dem Fernsehen?

Luki 

Ghe, das ist doch halb so schlimm.

Schwester Rita

Die Leute werden denken, die Schwester Rita, die macht auch jeden Blödsinn mit. Aber per Gaudi. Dass die Leute etwas zum Lachen haben. Also Prost!

Luki 

Prost! Und wie findest du das Wasser? Ist es ein gutes Wasser?

Schwester Rita

Das ist richtig ein gutes. Prickelnd, ja. Ich mag gerne prickelnd. Aber normales, gutes Wasser,  da habe ich nichts dagegen.

Luki 

Wir sind ja ...

Schwester Rita

Ich gratuliere fürs Werbung-Machen da.

Luki 

Also echt danke, danke!

Edith Meinhart

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Schwester Rita nicht begreift, dass es hier um ein Product Placement geht, das auf einem Social-Media-Kanal mit fast 300.000 Followern normalerweise sehr viel kostet. Haben die Nonnen dafür Geld gesehen?, habe ich Schwester Bernadette vor zwei Wochen gefragt. Und das war ihre Antwort:

Schwester Bernadette

Also gesehen habe ich nichts. Ich habe nur gehört: Alle Dosen, die in Goldenstein leer getrunken wurden, da gibt es im Geschäft, ich glaube, 25 Cent für eine Dose, wenn man die zurückgibt. Aber es sind nur die paar geschenkten Dosen, die noch da sind, aber schon ausgetrunken; die sind in einer Kiste in einem Raum untergebracht. Aber die sind noch nicht ins Geschäft gekommen. Das sind ein paar Euro.

Edith Meinhart

Das heißt, ihr sollt das Dosenpfand als Spende bekommen, aber ihr habt kein Geld für das Posting auf Instagram erhalten?

Schwester Bernadette

Nein, nein, nein, nein, nein, nein, auf keinen Fall. Also ich weiß nichts davon. Und das hätte man uns sicher gesagt, und wir hätten uns sicher gewehrt, weil es nicht unser Auftrag ist.

Edith Meinhart

Zurück zum Verein zur Unterstützung der Nonnen Goldenstein, von dem auch die Nonnen bis vor wenigen Tagen keine Ahnung hatten. Wie kommt der Instagram-Influencer, dem sie nicht mehr vertrauen, dazu, diesen hinter ihrem Rücken in die Welt zu setzen? Und welches Interesse hat die Bomb Beverage GmbH daran? Anders gefragt: Was hat eine gewinnorientierte Start-up-Firma mit alten Klosterfrauen zu tun?

Ende 2022 gründet der Ex-Red Bull-Manager Volker Viechtbauer zunächst die Handelsfirma Excellis Wine Trading GmbH. Laut Firmenbuch hält Viechtbauer die Anteile daran nicht persönlich, sondern schaltet eine Holding namens Creneaux dazwischen. Wenige Monate später, im Herbst 2023, benennt Viechtbauer seine Firma in Bomb Beverage um, und er bestellt eine Geschäftsführerin: Birgit Polster. Sie ist Personalberaterin, Headhunterin, Immobilienmanagerin und neuerdings auch organschaftliche Vertreterin des Vereins zur Unterstützung der Nonnen Goldenstein.

Im Juli 2023 verändert sich die Bomb Beverage GmbH erneut. Creneaux, Viechtbauers Holding, scheidet als Alleingesellschafterin aus, die Firma geht nun zu gleichen Teilen an ihn selbst und an einen Partner, der sich offensichtlich mit Wasser gut auskennt, denn er entstammt der oberösterreichischen Unternehmerfamilie Starzinger, die seit mehr als 100 Jahren Wasser, Limonaden sowie Bier abfüllt und vertreibt. Bekanntestes Produkt: die Schartner Bombe. Der Junior dieser Unternehmerfamilie, der nun bei Beverage Bomb einsteigt, heißt Victor Starzinger.

Im Juli 2025 widmet sich das Wirtschaftsmagazin trend Starzingers Ambitionen im Geschäft mit Wasser in Dosen. In dem Artikel ist unter anderem zu lesen, wie das Dosenwasser zu ungewollter Bekanntheit gelangte, als "Falter Chefredakteur Florian Klenk mit Entrüstung auf die unaufgeforderte Zusendung vom Promotionsexemplar reagierte. In Wien gebe es schließlich bestes Hochquellwasser, außerdem sei der Name des Getränks in kriegerischen Zeiten befremdlich." 

Der trend-Geschichte ist zu entnehmen, dass das Duo Starzinger-Viechtbauer, seines Zeichens ehemaliger Rechtschef von Red Bull, 2025 eine Million Dosen absetzen wollen, man aber bis zum Erscheinen des Berichts im Sommer 2025 mit rund 200.000 Dosen noch weit von der Ziellinie entfernt sei.

Mögliche Querverbindungen zum Kloster Goldenstein oder ein besonderes Interesse an dem Leben von Nonnen blitzen nirgends auf. Im Gegenteil: Auf der Website von Blue Bomb wird das Wasser nicht nur als besonders rein, weil durch Jahrtausende altes Gletschergestein gefiltert, beworben, sondern auch als "wahrhaft agnostisch". "Pures Wasser, keine Religion oder sonstiger Mist", liest man da.

Ich habe Bomb Beverage Geschäftsführerin Birgit Polster eine Mail geschrieben und sie gefragt, welches Interesse ihr Unternehmen an dem Verein zur Unterstützung der Nonnen Goldenstein habe, ob an ihn bereits Spenden geflossen seien, ob daran gedacht sei, Spenden über diesen Verein laufen zu lassen, und auch, ob der Nonnen-Influencer für das seinerzeitige Blue Bomb Posting auf dem Kanal Nonnen Goldenstein Geld bekommen habe.

Die Nonnen selbst haben jedenfalls nichts erhalten, sieht man von einer Sachspende ab und der Zusicherung, das Pfand für die ausgetrunkenen Dosen behalten zu dürfen, laut Schwester Bernadette ein paar Euro.

Außerdem wollte ich wissen, ob mit den Ordensfrauen über den Verein, der seinem Namen nach zu schließen immerhin ihrer Unterstützung dienen soll, gesprochen wurde, und ob sie damit einverstanden waren. Eine Antwort habe ich von Frau Polster nicht erhalten. Sollte sich das ändern, trage ich sie nach. Eine ähnliche Anfrage habe ich an den Nonnen-Influencer geschickt. Er hat ebenfalls nicht reagiert.

Übrigens: Die erste Auflage des Buchs "Nicht mit uns" ist mittlerweile verkauft. Das waren 4.000 Stück. Unser Verlag, die Edition Lauter, hat pro Buch einen Euro für die Nonnen ausgelobt. Sobald die Bücher abgerechnet sind, voraussichtlich in einigen Wochen, werden wir 4.000 Euro überweisen. Wir haben inzwischen auch nachgedruckt: Wenn wir die zweite Auflage ebenfalls verkauft haben, kriegen die Nonnen den Rest. Und von der Buchpräsentation in Wien wurden mehr als 3.000 Euro an Spende überwiesen.

Zurück zu den Augustiner-Chorfrauen: Wer ihren Kampf um einen selbstbestimmten Lebensabend in ihrem Kloster mitverfolgt hat, dem erschließt sich möglicherweise ein Muster.

Begonnen hat ihre unglaubliche Geschichte so:

Drei alte Frauen erklären, ihren Lebensabend im Kloster verbringen zu wollen. Das wird ihnen zugesagt und im sogenannten Übergabevertrag, mit dem sie ihr Kloster auf Druck aus Rom je zur Hälfte an das Stift Reichersberg und die Erzdiözese Salzburg übergeben, sogar niedergeschrieben.

Ihr neuer Ordensoberer, Propst Markus Grasl, lässt sie trotzdem ins Altersheim bringen.

Und weiter geht ihre Geschichte dann so:

Drei alte Nonnen erklären öffentlich, dass sie mit der Art und Weise, wie ein Mann in ihrem Namen auf Instagram auftritt, nicht mehr einverstanden sind. Die Pressemeldung vom 17. Dezember 2025 stelle ich zum Nachlesen in die Shownotes. Im Vorfeld haben die Ordensfrauen den Betreiber des Accounts gebeten, sich mit ihnen abzusprechen. Gutes Zureden hat nicht geholfen, der Mann machte weiter, er wurde mehrmals abgemahnt und schließlich des Klosters verwiesen.

Trotzdem postete er weiter. Und er nutzte sein weltweites Forum, um jene Helferin anzupatzen, die zu den wichtigsten Stützen der Nonnen gehört.

Das ist das Muster:

Ein Mann fährt über die Nonnen drüber, sie wehren sich dagegen, der Mann beharrt darauf, seinen Willen durchzusetzen.

Im ersten Fall, Popst Markus Grasl gegen die Nonnen, wanderte die Causa nach Rom, wo nun das zuständige päpstliche Dikasterium entscheidet, ob die Ordensschwestern im Kloster bleiben dürfen.

Im zweiten Fall, der Instagram-Betreiber gegen die Nonnen, ist nun ebenfalls eine höhere Instanz am Zug, dieses Mal das Landesgericht Salzburg.

Und das kam so: Die Wiener Medienanwältin Maria Windhager forderte den Mann auf, eine Unterlassungserklärung zu unterzeichnen und mahnte ihn ein letztes Mal ab. Der Instagram-Influencer verweigerte die Unterschrift und erklärte gegenüber Journalisten, das Profil Nonnen Goldenstein bloß vorübergehend offline zu nehmen.

Und weiters ließ er über Medien wissen, dass er sich an den Vorgesetzten der Nonnen wende, den Popst von Reichersberg, Markus Grasl. Nur dieser könne die Social-Media-Aktivitäten verbieten und müsse entscheiden. Das berichtet unter anderem die Online-Plattform domradio.de am 30. Jänner 2025.

Diese Wendung ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert.

Halten wir kurz inne: Bis dahin hatte sich der Account-Betreiber stets als Helfer und Unterstützer der Nonnen deklariert. Der Propst, an den er sich nun hilfesuchend gewandt haben will, steht in dem Konflikt aber nicht auf deren Seite.

Zur Entwirrung:

Beim Propst handelt es sich um jenen Ordensoberen, der die Nonnen gegen ihren Willen ins Altersheim bringen hat lassen, der ihre Gemächer und Bankkonten gesperrt hat, der das frühere Ferienhaus der Augustiner-Chorfrauen veräußern hat lassen, der die Nonnen im Kloster zuletzt geduldet hätte, allerdings unter Bedingungen, die für sie unannehmbar waren, etwa Rückzug aller Helferinnen und Helfer, Abführen sämtlicher Spenden an den Ordensoberen, Verzicht auf mediale Kontakte und rechtliche Unterstützung.

Last but not least verlangte derselbe Propst kurioserweise damals im November 2025, dass der Instagram-Account abgeschaltet wird. Ausgerechnet mit ihm will der Influencer, der wochenlang hinter dem Rücken der Nonnen weitergemacht hat, sich über das weitere Vorgehen austauschen? Auf welcher Seite steht der angebliche Helfer eigentlich?

Ich habe bei Harald Schiffl, dem Sprecher des Propstes, nachgefragt, wie das einzuordnen sei. Er hat die Kontaktaufnahme bestätigt und wörtlich geschrieben, der Instagram-Betreiber habe, "in einem Brief unter anderem gemeint, dass Propst Grasl eine Entscheidung über die Frage des Social-Media-Accounts treffen soll. Einen Austausch dazu gibt es nicht". Und weiter,: "Die Diskussionen und Unstimmigkeiten in der Gruppe der Helfer/-innen sind deren persönliche Angelegenheit, auch wenn die gegenseitigen Anschuldigungen, Anzeigen etc. medial öffentlich gemacht wurden. Propst Grasl wird sich in keiner Weise in diese Auseinandersetzungen involvieren". 

Ich halte fest, dass der Ordensobere mit den Nonnen von Goldenstein seit ihrer Rückkehr ins Kloster am 4. September 2025 kein Gespräch geführt hat und der Instagram-Influencer diesen hinter dem Rücken der Ordensschwestern kontaktierte.

Interessant ist auch das Narrativ, es handle sich bei dem Konflikt um einen Streit unter den Helfern, das sowohl der Instagram-Betreiber als auch der Propst-Sprecher verbreitet und zahlreiche Journalisten aufgegriffen haben. Oft ohne jeden Gegencheck.

"Der Streit unter den Unterstützern eskaliert, die Lage spitzt sich zu, Krach im Nonnenumfeld": So lautete der Tenor, als publik wurde, dass eine Frau, die ihren Namen in den Medien nicht nennen wollte, die Altschülerin und wichtigste Helferin vor Ort, Christina Wirtenberger, bei der Polizei angezeigt hat.

Der Vorwurf: Veruntreuung von Spendengeldern.

Die Ermittlungen laufen, die Zeugenbefragungen sind für Ende Februar festgesetzt, Wirtenberger hat angekündigt, ihr Konto offenzulegen und sich rechtlich gegen den Vorwurf zu wehren.

Die Anzeigerin bezeichnet sich ebenfalls als Helferin. Für wen? Die Frage ist insofern berechtigt, als sie in einer Mail an den Kirchenrechtler, Theologen und Priester Wolfgang F. Rothe nicht die Position der Nonnen, sondern ihres Ordensoberen vertritt.

Konkret schreibt sie am 31. Dezember, zwei Wochen, nachdem sie die Altschülerin Wirtenberger angezeigt hat, an Rothe, sie sei zum Entschluss gekommen, "dass ich mich ab sofort von dem Gedanken befreie, die Schwestern haben eine Berechtigung, das Kloster weiter zu besetzen und darauf zu hoffen, dort bis an das Lebensende bleiben zu dürfen". Sie sei, schreibt sie an anderer Stelle, "überzeugt, dass ein Leben im Heim der beste Ort für die Schwestern ist".

Ist das ein Konflikt in den Reihen der Unterstützer? Rothe, der den Nonnen beratend zur Seite steht, sieht es anders.

Wolfgang F. Rothe

Um den gegenwärtigen Konflikt zu verstehen, muss man sich klarmachen, dass es sich nicht um einen Konflikt innerhalb des Helferteams handelt, sondern dass sich einige wenige Personen aus diesem Helferteam verabschiedet haben und, wie aus der zuvor zitierten E-Mail ja hervorgeht, sich mittlerweile, so scheint es zumindest, auf die Gegenseite geschlagen haben. Das heißt, sie arbeiten nicht mehr dafür, dass die Schwestern in ihrem Kloster leben können und dort ihren Lebensabend verbringen können.

Und sie arbeiten auch nicht mehr dafür, dass die Ordensschwestern selbst über ihr Leben und ihre Außenwirkung entscheiden können, sondern sie haben praktisch die Seiten gewechselt und stehen nun mit jenen zusammen, die von Anfang an der Meinung waren, die Schwestern müssen in ein Altenheim abgeschoben werden, die Schwestern haben in ihrem Kloster nichts zu suchen.

Für das Helferteam, das nach wie vor in vollem Umfang besteht, ist es die absolute Grundlage, dass sie den Willen der Schwestern an erster Stelle setzen. Das ist der entscheidende Punkt, und den haben manche Leute eben nicht länger auf dem Schirm, sondern betreiben ihre eigenen Interessen.

Und darum ist es wichtig, sich klarzumachen: Das Helferteam arbeitet weiter, steht den Schwestern zur Seite und sorgt dafür, dass die Schwestern weiterhin in ihrem Kloster leben können und auch dort ihren Lebensabend verbringen können.

Edith Meinhart 

Die Nonnen sehen nun keinen anderen Ausweg mehr, als den gerichtlichen Weg zu beschreiten. Am 30. Jänner 2026 brachte die Wiener Medienanwältin Maria Windhager beim Landesgericht Salzburg gegen den Instagram-Influencer eine Unterlassungsklage ein.

Der Ausgang bleibt abzuwarten. So viel kann ich bereits versprechen: Es wird wohl noch eine 15. Folge zu den Nonnen von Goldenstein geben.

Apropos offene Fragen: Ungeklärt ist nach wie vor, was mit den 500.000 Euro geschehen ist, die die Ordensfrauen bei der Spängler Bank und der Hypo Salzburg für das Alter angespart haben, und wer die 50.000 Euro an sich genommen hat, die im Kleiderschrank von Schwester Rita aufbewahrt waren.

Soweit es die 50.000 Euro betrifft, da gab es ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Salzburg wegen des Verdachts des schweren Diebstahls. Das wurde vor wenigen Tagen eingestellt. Wie die Sprecherin in einem Telefonat bestätigt, sei zunächst eine konkrete Person angezeigt gewesen. Der Nachweis, dass diese mit der verschwundenen Barschaft etwas zu tun hat, sei nicht zu erbringen gewesen.

Die anschließenden Ermittlungen gegen unbekannte Täter hätten keine weiteren Ansätze ergeben.

Auch die Ermittlungen gegen Propst Markus Grasl wegen des Verdachts des Sozialleistungsbetrugs wurden beendet. Der Ordensobere hatte namens der Nonnen Sozialhilfe beantragt, um damit die Kosten für den Aufenthalt in der Seniorenresidenz Karlsberg zu bestreiten. Zu Unrecht: Das Land Salzburg verlangte in Summe 64.000 Euro zurück. Ein Gerichtsverfahren bleibt dem Propst erspart. Er habe nicht vorsätzlich gehandelt, befindet die Staatsanwaltschaft Salzburg.

Das war es für heute.
Vielen Dank fürs Zuhören, ich freue mich auf Feedback und hoffe, dass Sie das nächste Mal wieder dabei sind.Eine Woche, nachdem die Ordensschwestern Bernadette, Regina und Rita sich öffentlich Mitte Dezember vom Betreiber ihres Instagram-Accounts losgesagt haben, postet dieser - gegen ihren ausdrücklichen Willen - nicht nur munter weiter. Er gründet danach auch noch einen Verein zur Unterstützung der Nonnen Goldenstein. Mit an Bord ist die Geschäftsführerin einer Getränkefirma. Was läuft da hinter dem Rücken der alten Klosterschwestern? Mit der Frage muss sich jetzt auch das Landesgericht Salzburg beschäftigen.

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Edith Meinhart

Herzlich willkommen zu einer weiteren Folge der Dunkelkammer. Es ist die 14., die sich den Nonnen von Goldenstein widmet. Mein Name ist Edith Meinhardt. Am 17. Dezember wandten sich die Ordensschwestern Bernadette, Regina und Rita an die Öffentlichkeit. Zu diesem Zeitpunkt hatten fast 300.000 Follower über den Instagram-Account "Nonnen Goldenstein" ihren weltweit aufsehenerregenden Kampf mitverfolgt und Anteil an ihrem Schicksal genommen.

Nun teilten die betagten Frauen, alle zwischen 80 und 90 Jahre alt, mit, dass sie ihre Social-Media-Aktivitäten "ab sofort und bis auf Weiteres" einstellen. Um ihrer Entschlossenheit Nachdruck zu verleihen, fügten sie an: "Sollten die genannten Accounts weiterhin aktiv betrieben werden, geschieht dies ausdrücklich gegen unseren Willen." Als hätten sie damals schon geahnt, dass man ihn "wieder einmal missachten" würde.

Die Botschaft richtete sich an die Welt draußen, verstand sich als Zeichen des Entgegenkommens an den Heiligen Stuhl - im Vatikan werden umtriebige Social-Media-Accounts in den kirchlichen Reihen nicht gerne gesehen - sie war aber auch als Warnung zu verstehen. Diese wiederum galt dem Betreiber des erfolgreichen Instagram-Accounts, der zwar zur weltweiten Solidarität beigetragen hat, der aber - wie Schwester Bernadette vor zwei Wochen hier in der Dunkelkammer erklärt hat - längst nicht mehr im Sinne der Nonnen agierte.

Sie können das Gespräch in Folge 280 nachhören.

Tatsächlich postete der Nonnen-Influencer munter weiter. Der Gefolgschaft schien es nicht aufzufallen, dass er alte Fotos und Videos verbreitete, ab und zu auch heimlich aufgenommene Aufnahmen, wie Schwester Bernadette in dem erwähnten Podcast ebenfalls schildert.

Was die Ordensfrau nicht wusste, als wir uns vor zwei Wochen über Videochat unterhalten haben: Eine Woche nach ihrem Pressestatement vom 17. Dezember 2025 gründete der Instagram-Betreiber einen Verein. Ins Leben gerufen wurde er genau am 24. Dezember 2025, am Weihnachtstag, wie der Blick in das Vereinsregister zeigt, und er heißt "Verein zur Unterstützung der Nonnen Goldenstein". Der Gründer ist nicht allein.

Ebenfalls an Bord ist eine Bomb Beverage GmbH, vertreten durch deren Geschäftsführerin Mag. Birgit Polster.

Nun wird es noch spannender: Die Bomb Beverage GmbH verkauft Blue Bomb Water, jenes in Aludosen abgefüllte Mineralwasser, das auf dem Instagram-Profil "Nonnen Goldenstein" in Szene gesetzt worden ist.

Wer den Account aufmerksam verfolgt hat, dem ist möglicherweise erinnerlich, dass Schwester Rita im November 2025 im Klostergarten von einem jungen Mann überrascht wird. "Luki", wie er sich nennt, drückt der Nonne eine Aludose in die Hand, an der ein kleines Mikrofon befestigt ist. Dann verwickelt er Schwester Rita in ein Gespräch, in dem es unter anderem um das Wasser geht, das er sie dann auch bittet zu kosten. Sie spielt mit.

Dazu muss man sagen: In den eineinhalb Jahren, in denen die Nonnen von Goldenstein unfreiwillig in der Seniorenresidenz Karlsberg festsaßen - ohne ihre Habseligkeiten, ohne finanzielle Mittel - hat Schwester Rita nichts so sehr vermisst wie die Stimmen der Kinder, die von der einstigen Ordensschule und heutigen privaten Mittelschule nun wieder in ihre klösterliche Klausur dringen. Selbst als sie sich altersbedingt als Horterzieherin zurückzog, genoss sie es, mit Schülerinnen und Schülern zu plaudern, und sie litt sehr darunter, dass es den Nonnen nach ihrer Rückkehr ins Kloster im September 2025 zunächst verboten war, in der nebenan gelegenen Schule vorbeizuschauen - inzwischen dürfen sie sich hier wieder blicken lassen.

Kurzum: Schwester Rita hat ein Herz für junge Menschen, blüht in ihrer Gegenwart sichtlich auf und kann ihnen so gut wie nichts abschlagen. Und so geht es ihr auch mit dem jungen Blue Bomb Water abgesandten "Luki".

Hören wir kurz in "Luki meets the Goldenstein Nuns Part 1" hinein.

Luki

Grüß euch. Heute sind wir im Schloss Goldenstein, und ich darf heute die Schwester Rita interviewen, eine von den drei rebellischen Nonnen. Und ich glaube, das wird ziemlich cool heute.

Schwester Rita

Mein Gott, das ist ein Mini-Mikrofon.

Luki

Ja, genau, deswegen haben wir es ja auch raufgegeben.

Schwester Rita

Und das sendet auch? Nein, bitte gar schön!

Luki

Also, die jungen Leute, die trinken ja heutzutage Wasser aus den Dosen, gell? Ich meine, das ist ja, könntest dir du auch sowas vorstellen? Findest du, dass das eine Modeerkrankung ist, oder ist das etwas Cooles, würdest du sagen?

Schwester Rita

Eigentlich eine gesunde Modeerkrankung. Weil das Wasser ist ja auch gesund, nicht? Und sogar aus der Dose. Den ganzen Tag tun wir auch nicht beten. Wir tun dann arbeiten und Kinder erziehen. Da haben wir auch alle Rückgrat haben müssen bei manchen, die so ein gutes Mundwerk gehabt haben. Was ich alles gehört habe hinter dem Rücken (...) Da habe ich direkt einmal gesagt: "Danke!" Ich habe es noch gehört, wie sie gesagt haben hinter meinem Rücken: "Die blöde Kuh" -- "Ja, danke!
Ich bin zwar schon in sogenannter Pension, aber in der Nähe bin ich trotzdem. Und ja, so ist es auch ganz interessant, wenn man wieder liebe junge Leute kennenlernt und mit Werbung für ihr gesundes Wasser machen. Und ich bin schon sehr neugierig drauf.

Luki

Ja, willst einmal probieren, eine Dose?

Schwester Rita

Aus der Dose trinken vor dem Fernsehen?

Luki 

Ghe, das ist doch halb so schlimm.

Schwester Rita

Die Leute werden denken, die Schwester Rita, die macht auch jeden Blödsinn mit. Aber per Gaudi. Dass die Leute etwas zum Lachen haben. Also Prost!

Luki 

Prost! Und wie findest du das Wasser? Ist es ein gutes Wasser?

Schwester Rita

Das ist richtig ein gutes. Prickelnd, ja. Ich mag gerne prickelnd. Aber normales, gutes Wasser,  da habe ich nichts dagegen.

Luki 

Wir sind ja ...

Schwester Rita

Ich gratuliere fürs Werbung-Machen da.

Luki 

Also echt danke, danke!

Edith Meinhart

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Schwester Rita nicht begreift, dass es hier um ein Product Placement geht, das auf einem Social-Media-Kanal mit fast 300.000 Followern normalerweise sehr viel kostet. Haben die Nonnen dafür Geld gesehen?, habe ich Schwester Bernadette vor zwei Wochen gefragt. Und das war ihre Antwort:

Schwester Bernadette

Also gesehen habe ich nichts. Ich habe nur gehört: Alle Dosen, die in Goldenstein leer getrunken wurden, da gibt es im Geschäft, ich glaube, 25 Cent für eine Dose, wenn man die zurückgibt. Aber es sind nur die paar geschenkten Dosen, die noch da sind, aber schon ausgetrunken; die sind in einer Kiste in einem Raum untergebracht. Aber die sind noch nicht ins Geschäft gekommen. Das sind ein paar Euro.

Edith Meinhart

Das heißt, ihr sollt das Dosenpfand als Spende bekommen, aber ihr habt kein Geld für das Posting auf Instagram erhalten?

Schwester Bernadette

Nein, nein, nein, nein, nein, nein, auf keinen Fall. Also ich weiß nichts davon. Und das hätte man uns sicher gesagt, und wir hätten uns sicher gewehrt, weil es nicht unser Auftrag ist.

Edith Meinhart

Zurück zum Verein zur Unterstützung der Nonnen Goldenstein, von dem auch die Nonnen bis vor wenigen Tagen keine Ahnung hatten. Wie kommt der Instagram-Influencer, dem sie nicht mehr vertrauen, dazu, diesen hinter ihrem Rücken in die Welt zu setzen? Und welches Interesse hat die Bomb Beverage GmbH daran? Anders gefragt: Was hat eine gewinnorientierte Start-up-Firma mit alten Klosterfrauen zu tun?

Ende 2022 gründet der Ex-Red Bull-Manager Volker Viechtbauer zunächst die Handelsfirma Excellis Wine Trading GmbH. Laut Firmenbuch hält Viechtbauer die Anteile daran nicht persönlich, sondern schaltet eine Holding namens Creneaux dazwischen. Wenige Monate später, im Herbst 2023, benennt Viechtbauer seine Firma in Bomb Beverage um, und er bestellt eine Geschäftsführerin: Birgit Polster. Sie ist Personalberaterin, Headhunterin, Immobilienmanagerin und neuerdings auch organschaftliche Vertreterin des Vereins zur Unterstützung der Nonnen Goldenstein.

Im Juli 2023 verändert sich die Bomb Beverage GmbH erneut. Creneaux, Viechtbauers Holding, scheidet als Alleingesellschafterin aus, die Firma geht nun zu gleichen Teilen an ihn selbst und an einen Partner, der sich offensichtlich mit Wasser gut auskennt, denn er entstammt der oberösterreichischen Unternehmerfamilie Starzinger, die seit mehr als 100 Jahren Wasser, Limonaden sowie Bier abfüllt und vertreibt. Bekanntestes Produkt: die Schartner Bombe. Der Junior dieser Unternehmerfamilie, der nun bei Beverage Bomb einsteigt, heißt Victor Starzinger.

Im Juli 2025 widmet sich das Wirtschaftsmagazin trend Starzingers Ambitionen im Geschäft mit Wasser in Dosen. In dem Artikel ist unter anderem zu lesen, wie das Dosenwasser zu ungewollter Bekanntheit gelangte, als "Falter Chefredakteur Florian Klenk mit Entrüstung auf die unaufgeforderte Zusendung vom Promotionsexemplar reagierte. In Wien gebe es schließlich bestes Hochquellwasser, außerdem sei der Name des Getränks in kriegerischen Zeiten befremdlich." 

Der trend-Geschichte ist zu entnehmen, dass das Duo Starzinger-Viechtbauer, seines Zeichens ehemaliger Rechtschef von Red Bull, 2025 eine Million Dosen absetzen wollen, man aber bis zum Erscheinen des Berichts im Sommer 2025 mit rund 200.000 Dosen noch weit von der Ziellinie entfernt sei.

Mögliche Querverbindungen zum Kloster Goldenstein oder ein besonderes Interesse an dem Leben von Nonnen blitzen nirgends auf. Im Gegenteil: Auf der Website von Blue Bomb wird das Wasser nicht nur als besonders rein, weil durch Jahrtausende altes Gletschergestein gefiltert, beworben, sondern auch als "wahrhaft agnostisch". "Pures Wasser, keine Religion oder sonstiger Mist", liest man da.

Ich habe Bomb Beverage Geschäftsführerin Birgit Polster eine Mail geschrieben und sie gefragt, welches Interesse ihr Unternehmen an dem Verein zur Unterstützung der Nonnen Goldenstein habe, ob an ihn bereits Spenden geflossen seien, ob daran gedacht sei, Spenden über diesen Verein laufen zu lassen, und auch, ob der Nonnen-Influencer für das seinerzeitige Blue Bomb Posting auf dem Kanal Nonnen Goldenstein Geld bekommen habe.

Die Nonnen selbst haben jedenfalls nichts erhalten, sieht man von einer Sachspende ab und der Zusicherung, das Pfand für die ausgetrunkenen Dosen behalten zu dürfen, laut Schwester Bernadette ein paar Euro.

Außerdem wollte ich wissen, ob mit den Ordensfrauen über den Verein, der seinem Namen nach zu schließen immerhin ihrer Unterstützung dienen soll, gesprochen wurde, und ob sie damit einverstanden waren. Eine Antwort habe ich von Frau Polster nicht erhalten. Sollte sich das ändern, trage ich sie nach. Eine ähnliche Anfrage habe ich an den Nonnen-Influencer geschickt. Er hat ebenfalls nicht reagiert.

Übrigens: Die erste Auflage des Buchs "Nicht mit uns" ist mittlerweile verkauft. Das waren 4.000 Stück. Unser Verlag, die Edition Lauter, hat pro Buch einen Euro für die Nonnen ausgelobt. Sobald die Bücher abgerechnet sind, voraussichtlich in einigen Wochen, werden wir 4.000 Euro überweisen. Wir haben inzwischen auch nachgedruckt: Wenn wir die zweite Auflage ebenfalls verkauft haben, kriegen die Nonnen den Rest. Und von der Buchpräsentation in Wien wurden mehr als 3.000 Euro an Spende überwiesen.

Zurück zu den Augustiner-Chorfrauen: Wer ihren Kampf um einen selbstbestimmten Lebensabend in ihrem Kloster mitverfolgt hat, dem erschließt sich möglicherweise ein Muster.

Begonnen hat ihre unglaubliche Geschichte so:

Drei alte Frauen erklären, ihren Lebensabend im Kloster verbringen zu wollen. Das wird ihnen zugesagt und im sogenannten Übergabevertrag, mit dem sie ihr Kloster auf Druck aus Rom je zur Hälfte an das Stift Reichersberg und die Erzdiözese Salzburg übergeben, sogar niedergeschrieben.

Ihr neuer Ordensoberer, Propst Markus Grasl, lässt sie trotzdem ins Altersheim bringen.

Und weiter geht ihre Geschichte dann so:

Drei alte Nonnen erklären öffentlich, dass sie mit der Art und Weise, wie ein Mann in ihrem Namen auf Instagram auftritt, nicht mehr einverstanden sind. Die Pressemeldung vom 17. Dezember 2025 stelle ich zum Nachlesen in die Shownotes. Im Vorfeld haben die Ordensfrauen den Betreiber des Accounts gebeten, sich mit ihnen abzusprechen. Gutes Zureden hat nicht geholfen, der Mann machte weiter, er wurde mehrmals abgemahnt und schließlich des Klosters verwiesen.

Trotzdem postete er weiter. Und er nutzte sein weltweites Forum, um jene Helferin anzupatzen, die zu den wichtigsten Stützen der Nonnen gehört.

Das ist das Muster:

Ein Mann fährt über die Nonnen drüber, sie wehren sich dagegen, der Mann beharrt darauf, seinen Willen durchzusetzen.

Im ersten Fall, Popst Markus Grasl gegen die Nonnen, wanderte die Krause nach Rom, wo nun das zuständige päpstliche Dikasterium entscheidet, ob die Ordensschwestern im Kloster bleiben dürfen.

Im zweiten Fall, der Instagram-Betreiber gegen die Nonnen, ist nun ebenfalls eine höhere Instanz am Zug, dieses Mal das Landesgericht Salzburg.

Und das kam so: Die Wiener Medienanwältin Maria Windhager forderte den Mann auf, eine Unterlassungserklärung zu unterzeichnen und mahnte ihn ein letztes Mal ab. Der Instagram-Influencer verweigerte die Unterschrift und erklärte gegenüber Journalisten, das Profil Nonnen Goldenstein bloß vorübergehend offline zu nehmen.

Und weiters ließ er über Medien wissen, dass er sich an den Vorgesetzten der Nonnen wende, den Popst von Reichersberg, Markus Grasl. Nur dieser könne die Social-Media-Aktivitäten verbieten und müsse entscheiden. Das berichtet unter anderem die Online-Plattform domradio.de am 30. Jänner 2025.

Diese Wendung ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert.

Halten wir kurz inne: Bis dahin hatte sich der Account-Betreiber stets als Helfer und Unterstützer der Nonnen deklariert. Der Propst, an den er sich nun hilfesuchend gewandt haben will, steht in dem Konflikt aber nicht auf deren Seite.

Zur Entwirrung:

Beim Propst handelt es sich um jenen Ordensoberen, der die Nonnen gegen ihren Willen ins Altersheim bringen hat lassen, der ihre Gemächer und Bankkonten gesperrt hat, der das frühere Ferienhaus der Augustiner-Chorfrauen veräußern hat lassen, der die Nonnen im Kloster zuletzt geduldet hätte, allerdings unter Bedingungen, die für sie unannehmbar waren, etwa Rückzug aller Helferinnen und Helfer, Abführen sämtlicher Spenden an den Ordensoberen, Verzicht auf mediale Kontakte und rechtliche Unterstützung.

Last but not least verlangte derselbe Propst kurioserweise damals im November 2025, dass der Instagram-Account abgeschaltet wird. Ausgerechnet mit ihm will der Influencer, der wochenlang hinter dem Rücken der Nonnen weitergemacht hat, sich über das weitere Vorgehen austauschen? Auf welcher Seite steht der angebliche Helfer eigentlich?

Ich habe bei Harald Schiffl, dem Sprecher des Propstes, nachgefragt, wie das einzuordnen sei. Er hat die Kontaktaufnahme bestätigt und wörtlich geschrieben, der Instagram-Betreiber habe, "in einem Brief unter anderem gemeint, dass Propst Grasl eine Entscheidung über die Frage des Social-Media-Accounts treffen soll. Einen Austausch dazu gibt es nicht". Und weiter,: "Die Diskussionen und Unstimmigkeiten in der Gruppe der Helfer/-innen sind deren persönliche Angelegenheit, auch wenn die gegenseitigen Anschuldigungen, Anzeigen etc. medial öffentlich gemacht wurden. Propst Grasl wird sich in keiner Weise in diese Auseinandersetzungen involvieren". 

Ich halte fest, dass der Ordensobere mit den Nonnen von Goldenstein seit ihrer Rückkehr ins Kloster am 4. September 2025 kein Gespräch geführt hat und der Instagram-Influencer diesen hinter dem Rücken der Ordensschwestern kontaktierte.

Interessant ist auch das Narrativ, es handle sich bei dem Konflikt um einen Streit unter den Helfern, das sowohl der Instagram-Betreiber als auch der Propst-Sprecher verbreitet und zahlreiche Journalisten aufgegriffen haben. Oft ohne jeden Gegencheck.

"Der Streit unter den Unterstützern eskaliert, die Lage spitzt sich zu, Krach im Nonnenumfeld": So lautete der Tenor, als publik wurde, dass eine Frau, die ihren Namen in den Medien nicht nennen wollte, die Altschülerin und wichtigste Helferin vor Ort, Christina Wirtenberger, bei der Polizei angezeigt hat.

Der Vorwurf: Veruntreuung von Spendengeldern.

Die Ermittlungen laufen, die Zeugenbefragungen sind für Ende Februar festgesetzt, Wirtenberger hat angekündigt, ihr Konto offenzulegen und sich rechtlich gegen den Vorwurf zu wehren.

Die Anzeigerin bezeichnet sich ebenfalls als Helferin. Für wen? Die Frage ist insofern berechtigt, als sie in einer Mail an den Kirchenrechtler, Theologen und Priester Wolfgang F. Rothe nicht die Position der Nonnen, sondern ihres Ordensoberen vertritt.

Konkret schreibt sie am 31. Dezember, zwei Wochen, nachdem sie die Altschülerin Wirtenberger angezeigt hat, an Rothe, sie sei zum Entschluss gekommen, "dass ich mich ab sofort von dem Gedanken befreie, die Schwestern haben eine Berechtigung, das Kloster weiter zu besetzen und darauf zu hoffen, dort bis an das Lebensende bleiben zu dürfen". Sie sei, schreibt sie an anderer Stelle, "überzeugt, dass ein Leben im Heim der beste Ort für die Schwestern ist".

Ist das ein Konflikt in den Reihen der Unterstützer? Rothe, der den Nonnen beratend zur Seite steht, sieht es anders.

Wolfgang F. Rothe

Um den gegenwärtigen Konflikt zu verstehen, muss man sich klarmachen, dass es sich nicht um einen Konflikt innerhalb des Helferteams handelt, sondern dass sich einige wenige Personen aus diesem Helferteam verabschiedet haben und, wie aus der zuvor zitierten E-Mail ja hervorgeht, sich mittlerweile, so scheint es zumindest, auf die Gegenseite geschlagen haben. Das heißt, sie arbeiten nicht mehr dafür, dass die Schwestern in ihrem Kloster leben können und dort ihren Lebensabend verbringen können.

Und sie arbeiten auch nicht mehr dafür, dass die Ordensschwestern selbst über ihr Leben und ihre Außenwirkung entscheiden können, sondern sie haben praktisch die Seiten gewechselt und stehen nun mit jenen zusammen, die von Anfang an der Meinung waren, die Schwestern müssen in ein Altenheim abgeschoben werden, die Schwestern haben in ihrem Kloster nichts zu suchen.

Für das Helferteam, das nach wie vor in vollem Umfang besteht, ist es die absolute Grundlage, dass sie den Willen der Schwestern an erster Stelle setzen. Das ist der entscheidende Punkt, und den haben manche Leute eben nicht länger auf dem Schirm, sondern betreiben ihre eigenen Interessen.

Und darum ist es wichtig, sich klarzumachen: Das Helferteam arbeitet weiter, steht den Schwestern zur Seite und sorgt dafür, dass die Schwestern weiterhin in ihrem Kloster leben können und auch dort ihren Lebensabend verbringen können.

Edith Meinhart 

Die Nonnen sehen nun keinen anderen Ausweg mehr, als den gerichtlichen Weg zu beschreiten. Am 30. Jänner 2026 brachte die Wiener Medienanwältin Maria Windhager beim Landesgericht Salzburg gegen den Instagram-Influencer eine Unterlassungsklage ein.

Der Ausgang bleibt abzuwarten. So viel kann ich bereits versprechen: Es wird wohl noch eine 15. Folge zu den Nonnen von Goldenstein geben.

Apropos offene Fragen: Ungeklärt ist nach wie vor, was mit den 500.000 Euro geschehen ist, die die Ordensfrauen bei der Spängler Bank und der Hypo Salzburg für das Alter angespart haben, und wer die 50.000 Euro an sich genommen hat, die im Kleiderschrank von Schwester Rita aufbewahrt waren.

Soweit es die 50.000 Euro betrifft, da gab es ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Salzburg wegen des Verdachts des schweren Diebstahls. Das wurde vor wenigen Tagen eingestellt. Wie die Sprecherin in einem Telefonat bestätigt, sei zunächst eine konkrete Person angezeigt gewesen. Der Nachweis, dass diese mit der verschwundenen Barschaft etwas zu tun hat, sei nicht zu erbringen gewesen.

Die anschließenden Ermittlungen gegen unbekannte Täter hätten keine weiteren Ansätze ergeben.

Auch die Ermittlungen gegen Propst Markus Grasl wegen des Verdachts des Sozialleistungsbetrugs wurden beendet. Der Ordensobere hatte namens der Nonnen Sozialhilfe beantragt, um damit die Kosten für den Aufenthalt in der Seniorenresidenz Karlsberg zu bestreiten. Zu Unrecht: Das Land Salzburg verlangte in Summe 64.000 Euro zurück. Ein Gerichtsverfahren bleibt dem Propst erspart. Er habe nicht vorsätzlich gehandelt, befindet die Staatsanwaltschaft Salzburg.

Das war es für heute.
Vielen Dank fürs Zuhören, ich freue mich auf Feedback und hoffe, dass Sie das nächste Mal wieder dabei sind.Eine Woche, nachdem die Ordensschwestern Bernadette, Regina und Rita sich öffentlich Mitte Dezember vom Betreiber ihres Instagram-Accounts losgesagt haben, postet dieser - gegen ihren ausdrücklichen Willen - nicht nur munter weiter. Er gründet danach auch noch einen Verein zur Unterstützung der Nonnen Goldenstein. Mit an Bord ist die Geschäftsführerin einer Getränkefirma. Was läuft da hinter dem Rücken der alten Klosterschwestern? Mit der Frage muss sich jetzt auch das Landesgericht Salzburg beschäftigen.

[/b]
Edith Meinhart

Herzlich willkommen zu einer weiteren Folge der Dunkelkammer. Es ist die 14., die sich den Nonnen von Goldenstein widmet. Mein Name ist Edith Meinhardt. Am 17. Dezember wandten sich die Ordensschwestern Bernadette, Regina und Rita an die Öffentlichkeit. Zu diesem Zeitpunkt hatten fast 300.000 Follower über den Instagram-Account "Nonnen Goldenstein" ihren weltweit aufsehenerregenden Kampf mitverfolgt und Anteil an ihrem Schicksal genommen.

Nun teilten die betagten Frauen, alle zwischen 80 und 90 Jahre alt, mit, dass sie ihre Social-Media-Aktivitäten "ab sofort und bis auf Weiteres" einstellen. Um ihrer Entschlossenheit Nachdruck zu verleihen, fügten sie an: "Sollten die genannten Accounts weiterhin aktiv betrieben werden, geschieht dies ausdrücklich gegen unseren Willen." Als hätten sie damals schon geahnt, dass man ihn "wieder einmal missachten" würde.

Die Botschaft richtete sich an die Welt draußen, verstand sich als Zeichen des Entgegenkommens an den Heiligen Stuhl - im Vatikan werden umtriebige Social-Media-Accounts in den kirchlichen Reihen nicht gerne gesehen - sie war aber auch als Warnung zu verstehen. Diese wiederum galt dem Betreiber des erfolgreichen Instagram-Accounts, der zwar zur weltweiten Solidarität beigetragen hat, der aber - wie Schwester Bernadette vor zwei Wochen hier in der Dunkelkammer erklärt hat - längst nicht mehr im Sinne der Nonnen agierte.

Sie können das Gespräch in Folge 280 nachhören.

Tatsächlich postete der Nonnen-Influencer munter weiter. Der Gefolgschaft schien es nicht aufzufallen, dass er alte Fotos und Videos verbreitete, ab und zu auch heimlich aufgenommene Aufnahmen, wie Schwester Bernadette in dem erwähnten Podcast ebenfalls schildert.

Was die Ordensfrau nicht wusste, als wir uns vor zwei Wochen über Videochat unterhalten haben: Eine Woche nach ihrem Pressestatement vom 17. Dezember 2025 gründete der Instagram-Betreiber einen Verein. Ins Leben gerufen wurde er genau am 24. Dezember 2025, am Weihnachtstag, wie der Blick in das Vereinsregister zeigt, und er heißt "Verein zur Unterstützung der Nonnen Goldenstein". Der Gründer ist nicht allein.

Ebenfalls an Bord ist eine Bomb Beverage GmbH, vertreten durch deren Geschäftsführerin Mag. Birgit Polster.

Nun wird es noch spannender: Die Bomb Beverage GmbH verkauft Blue Bomb Water, jenes in Aludosen abgefüllte Mineralwasser, das auf dem Instagram-Profil "Nonnen Goldenstein" in Szene gesetzt worden ist.

Wer den Account aufmerksam verfolgt hat, dem ist möglicherweise erinnerlich, dass Schwester Rita im November 2025 im Klostergarten von einem jungen Mann überrascht wird. "Luki", wie er sich nennt, drückt der Nonne eine Aludose in die Hand, an der ein kleines Mikrofon befestigt ist. Dann verwickelt er Schwester Rita in ein Gespräch, in dem es unter anderem um das Wasser geht, das er sie dann auch bittet zu kosten. Sie spielt mit.

Dazu muss man sagen: In den eineinhalb Jahren, in denen die Nonnen von Goldenstein unfreiwillig in der Seniorenresidenz Karlsberg festsaßen - ohne ihre Habseligkeiten, ohne finanzielle Mittel - hat Schwester Rita nichts so sehr vermisst wie die Stimmen der Kinder, die von der einstigen Ordensschule und heutigen privaten Mittelschule nun wieder in ihre klösterliche Klausur drängen. Selbst als sie sich altersbedingt als Horterzieherin zurückzog, genoss sie es, mit Schülerinnen und Schülern zu plaudern, und sie litt sehr darunter, dass es den Nonnen nach ihrer Rückkehr ins Kloster im September 2025 zunächst verboten war, in der nebenan gelegenen Schule vorbeizuschauen - inzwischen dürfen sie sich hier wieder blicken lassen.

Kurzum: Schwester Rita hat ein Herz für junge Menschen, blüht in ihrer Gegenwart sichtlich auf und kann ihnen so gut wie nichts abschlagen. Und so geht es ihr auch mit dem jungen Blue Bomb Water abgesandten "Luki".

Hören wir kurz in "Luki meets the Goldenstein Nuns Part 1" hinein.

Luki

Grüß euch. Heute sind wir im Schloss Goldenstein, und ich darf heute die Schwester Rita interviewen, eine von den drei rebellischen Nonnen. Und ich glaube, das wird ziemlich cool heute.

Schwester Rita

Mein Gott, das ist ein Mini-Mikrofon.

Luki

Ja, genau, deswegen haben wir es ja auch raufgegeben.

Schwester Rita

Und das sendet auch? Nein, bitte gar schön!

Luki

Also, die jungen Leute, die trinken ja heutzutage Wasser aus den Dosen, gell? Ich meine, das ist ja, könntest dir du auch sowas vorstellen? Findest du, dass das eine Modeerkrankung ist, oder ist das etwas Cooles, würdest du sagen?

Schwester Rita

Eigentlich eine gesunde Modeerkrankung. Weil das Wasser ist ja auch gesund, nicht? Und sogar aus der Dose. Den ganzen Tag tun wir auch nicht beten. Wir tun dann arbeiten und Kinder erziehen. Da haben wir auch alle Rückgrat haben müssen bei manchen, die so ein gutes Mundwerk gehabt haben. Was ich alles gehört habe hinter dem Rücken (...) Da habe ich direkt einmal gesagt: "Danke!" Ich habe es noch gehört, wie sie gesagt haben hinter meinem Rücken: "Die blöde Kuh" -- "Ja, danke!
Ich bin zwar schon in sogenannter Pension, aber in der Nähe bin ich trotzdem. Und ja, so ist es auch ganz interessant, wenn man wieder liebe junge Leute kennenlernt und mit Werbung für ihr gesundes Wasser machen. Und ich bin schon sehr neugierig drauf.

Luki

Ja, willst einmal probieren, eine Dose?

Schwester Rita

Aus der Dose trinken vor dem Fernsehen?

Luki 

Ghe, das ist doch halb so schlimm.

Schwester Rita

Die Leute werden denken, die Schwester Rita, die macht auch jeden Blödsinn mit. Aber per Gaudi. Dass die Leute etwas zum Lachen haben. Also Prost!

Luki 

Prost! Und wie findest du das Wasser? Ist es ein gutes Wasser?

Schwester Rita

Das ist richtig ein gutes. Prickelnd, ja. Ich mag gerne prickelnd. Aber normales, gutes Wasser,  da habe ich nichts dagegen.

Luki 

Wir sind ja ...

Schwester Rita

Ich gratuliere fürs Werbung-Machen da.

Luki 

Also echt danke, danke!

Edith Meinhart

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Schwester Rita nicht begreift, dass es hier um ein Product Placement geht, das auf einem Social-Media-Kanal mit fast 300.000 Followern normalerweise sehr viel kostet. Haben die Nonnen dafür Geld gesehen?, habe ich Schwester Bernadette vor zwei Wochen gefragt. Und das war ihre Antwort:

Schwester Bernadette

Also gesehen habe ich nichts. Ich habe nur gehört: Alle Dosen, die in Goldenstein leer getrunken wurden, da gibt es im Geschäft, ich glaube, 25 Cent für eine Dose, wenn man die zurückgibt. Aber es sind nur die paar geschenkten Dosen, die noch da sind, aber schon ausgetrunken; die sind in einer Kiste in einem Raum untergebracht. Aber die sind noch nicht ins Geschäft gekommen. Das sind ein paar Euro.

Edith Meinhart

Das heißt, ihr sollt das Dosenpfand als Spende bekommen, aber ihr habt kein Geld für das Posting auf Instagram erhalten?

Schwester Bernadette

Nein, nein, nein, nein, nein, nein, auf keinen Fall. Also ich weiß nichts davon. Und das hätte man uns sicher gesagt, und wir hätten uns sicher gewehrt, weil es nicht unser Auftrag ist.

Edith Meinhart

Zurück zum Verein zur Unterstützung der Nonnen Goldenstein, von dem auch die Nonnen bis vor wenigen Tagen keine Ahnung hatten. Wie kommt der Instagram-Influencer, dem sie nicht mehr vertrauen, dazu, diesen hinter ihrem Rücken in die Welt zu setzen? Und welches Interesse hat die Bomb Beverage GmbH daran? Anders gefragt: Was hat eine gewinnorientierte Start-up-Firma mit alten Klosterfrauen zu tun?

Ende 2022 gründet der Ex-Red Bull-Manager Volker Viechtbauer zunächst die Handelsfirma Excellis Wine Trading GmbH. Laut Firmenbuch hält Viechtbauer die Anteile daran nicht persönlich, sondern schaltet eine Holding namens Creneaux dazwischen. Wenige Monate später, im Herbst 2023, benennt Viechtbauer seine Firma in Bomb Beverage um, und er bestellt eine Geschäftsführerin: Birgit Polster. Sie ist Personalberaterin, Headhunterin, Immobilienmanagerin und neuerdings auch organschaftliche Vertreterin des Vereins zur Unterstützung der Nonnen Goldenstein.

Im Juli 2023 verändert sich die Bomb Beverage GmbH erneut. Creneaux, Viechtbauers Holding, scheidet als Alleingesellschafterin aus, die Firma geht nun zu gleichen Teilen an ihn selbst und an einen Partner, der sich offensichtlich mit Wasser gut auskennt, denn er entstammt der oberösterreichischen Unternehmerfamilie Starzinger, die seit mehr als 100 Jahren Wasser, Limonaden sowie Bier abfüllt und vertreibt. Bekanntestes Produkt: die Schartner Bombe. Der Junior dieser Unternehmerfamilie, der nun bei Beverage Bomb einsteigt, heißt Victor Starzinger.

Im Juli 2025 widmet sich das Wirtschaftsmagazin trend Starzingers Ambitionen im Geschäft mit Wasser in Dosen. In dem Artikel ist unter anderem zu lesen, wie das Dosenwasser zu ungewollter Bekanntheit gelangte, als "Falter Chefredakteur Florian Klenk mit Entrüstung auf die unaufgeforderte Zusendung vom Promotionsexemplar reagierte. In Wien gebe es schließlich bestes Hochquellwasser, außerdem sei der Name des Getränks in kriegerischen Zeiten befremdlich." 

Der trend-Geschichte ist zu entnehmen, dass das Duo Starzinger-Viechtbauer, seines Zeichens ehemaliger Rechtschef von Red Bull, 2025 eine Million Dosen absetzen wollen, man aber bis zum Erscheinen des Berichts im Sommer 2025 mit rund 200.000 Dosen noch weit von der Ziellinie entfernt sei.

Mögliche Querverbindungen zum Kloster Goldenstein oder ein besonderes Interesse an dem Leben von Nonnen blitzen nirgends auf. Im Gegenteil: Auf der Website von Blue Bomb wird das Wasser nicht nur als besonders rein, weil durch Jahrtausende altes Gletschergestein gefiltert, beworben, sondern auch als "wahrhaft agnostisch". "Pures Wasser, keine Religion oder sonstiger Mist", liest man da.

Ich habe Bomb Beverage Geschäftsführerin Birgit Polster eine Mail geschrieben und sie gefragt, welches Interesse ihr Unternehmen an dem Verein zur Unterstützung der Nonnen Goldenstein habe, ob an ihn bereits Spenden geflossen seien, ob daran gedacht sei, Spenden über diesen Verein laufen zu lassen, und auch, ob der Nonnen-Influencer für das seinerzeitige Blue Bomb Posting auf dem Kanal Nonnen Goldenstein Geld bekommen habe.

Die Nonnen selbst haben jedenfalls nichts erhalten, sieht man von einer Sachspende ab und der Zusicherung, das Pfand für die ausgetrunkenen Dosen behalten zu dürfen, laut Schwester Bernadette ein paar Euro.

Außerdem wollte ich wissen, ob mit den Ordensfrauen über den Verein, der seinem Namen nach zu schließen immerhin ihrer Unterstützung dienen soll, gesprochen wurde, und ob sie damit einverstanden waren. Eine Antwort habe ich von Frau Polster nicht erhalten. Sollte sich das ändern, trage ich sie nach. Eine ähnliche Anfrage habe ich an den Nonnen-Influencer geschickt. Er hat ebenfalls nicht reagiert.

Übrigens: Die erste Auflage des Buchs "Nicht mit uns" ist mittlerweile verkauft. Das waren 4.000 Stück. Unser Verlag, die Edition Lauter, hat pro Buch einen Euro für die Nonnen ausgelobt. Sobald die Bücher abgerechnet sind, voraussichtlich in einigen Wochen, werden wir 4.000 Euro überweisen. Wir haben inzwischen auch nachgedruckt: Wenn wir die zweite Auflage ebenfalls verkauft haben, kriegen die Nonnen den Rest. Und von der Buchpräsentation in Wien wurden mehr als 3.000 Euro an Spende überwiesen.

Zurück zu den Augustiner-Chorfrauen: Wer ihren Kampf um einen selbstbestimmten Lebensabend in ihrem Kloster mitverfolgt hat, dem erschließt sich möglicherweise ein Muster.

Begonnen hat ihre unglaubliche Geschichte so:

Drei alte Frauen erklären, ihren Lebensabend im Kloster verbringen zu wollen. Das wird ihnen zugesagt und im sogenannten Übergabevertrag, mit dem sie ihr Kloster auf Druck aus Rom je zur Hälfte an das Stift Reichersberg und die Erzdiözese Salzburg übergeben, sogar niedergeschrieben.

Ihr neuer Ordensoberer, Propst Markus Grasl, lässt sie trotzdem ins Altersheim bringen.

Und weiter geht ihre Geschichte dann so:

Drei alte Nonnen erklären öffentlich, dass sie mit der Art und Weise, wie ein Mann in ihrem Namen auf Instagram auftritt, nicht mehr einverstanden sind. Die Pressemeldung vom 17. Dezember 2025 stelle ich zum Nachlesen in die Shownotes. Im Vorfeld haben die Ordensfrauen den Betreiber des Accounts gebeten, sich mit ihnen abzusprechen. Gutes Zureden hat nicht geholfen, der Mann machte weiter, er wurde mehrmals abgemahnt und schließlich des Klosters verwiesen.

Trotzdem postete er weiter. Und er nutzte sein weltweites Forum, um jene Helferin anzupatzen, die zu den wichtigsten Stützen der Nonnen gehört.

Das ist das Muster:

Ein Mann fährt über die Nonnen drüber, sie wehren sich dagegen, der Mann beharrt darauf, seinen Willen durchzusetzen.

Im ersten Fall, Popst Markus Grasl gegen die Nonnen, wanderte die Krause nach Rom, wo nun das zuständige päpstliche Dikasterium entscheidet, ob die Ordensschwestern im Kloster bleiben dürfen.

Im zweiten Fall, der Instagram-Betreiber gegen die Nonnen, ist nun ebenfalls eine höhere Instanz am Zug, dieses Mal das Landesgericht Salzburg.

Und das kam so: Die Wiener Medienanwältin Maria Windhager forderte den Mann auf, eine Unterlassungserklärung zu unterzeichnen und mahnte ihn ein letztes Mal ab. Der Instagram-Influencer verweigerte die Unterschrift und erklärte gegenüber Journalisten, das Profil Nonnen Goldenstein bloß vorübergehend offline zu nehmen.

Und weiters ließ er über Medien wissen, dass er sich an den Vorgesetzten der Nonnen wende, den Popst von Reichersberg, Markus Grasl. Nur dieser könne die Social-Media-Aktivitäten verbieten und müsse entscheiden. Das berichtet unter anderem die Online-Plattform domradio.de am 30. Jänner 2025.

Diese Wendung ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert.

Halten wir kurz inne: Bis dahin hatte sich der Account-Betreiber stets als Helfer und Unterstützer der Nonnen deklariert. Der Propst, an den er sich nun hilfesuchend gewandt haben will, steht in dem Konflikt aber nicht auf deren Seite.

Zur Entwirrung:

Beim Propst handelt es sich um jenen Ordensoberen, der die Nonnen gegen ihren Willen ins Altersheim bringen hat lassen, der ihre Gemächer und Bankkonten gesperrt hat, der das frühere Ferienhaus der Augustiner-Chorfrauen veräußern hat lassen, der die Nonnen im Kloster zuletzt geduldet hätte, allerdings unter Bedingungen, die für sie unannehmbar waren, etwa Rückzug aller Helferinnen und Helfer, Abführen sämtlicher Spenden an den Ordensoberen, Verzicht auf mediale Kontakte und rechtliche Unterstützung.

Last but not least verlangte derselbe Propst kurioserweise damals im November 2025, dass der Instagram-Account abgeschaltet wird. Ausgerechnet mit ihm will der Influencer, der wochenlang hinter dem Rücken der Nonnen weitergemacht hat, sich über das weitere Vorgehen austauschen? Auf welcher Seite steht der angebliche Helfer eigentlich?

Ich habe bei Harald Schiffl, dem Sprecher des Propstes, nachgefragt, wie das einzuordnen sei. Er hat die Kontaktaufnahme bestätigt und wörtlich geschrieben, der Instagram-Betreiber habe, "in einem Brief unter anderem gemeint, dass Propst Grasl eine Entscheidung über die Frage des Social-Media-Accounts treffen soll. Einen Austausch dazu gibt es nicht". Und weiter,: "Die Diskussionen und Unstimmigkeiten in der Gruppe der Helfer/-innen sind deren persönliche Angelegenheit, auch wenn die gegenseitigen Anschuldigungen, Anzeigen etc. medial öffentlich gemacht wurden. Propst Grasl wird sich in keiner Weise in diese Auseinandersetzungen involvieren". 

Ich halte fest, dass der Ordensobere mit den Nonnen von Goldenstein seit ihrer Rückkehr ins Kloster am 4. September 2025 kein Gespräch geführt hat und der Instagram-Influencer diesen hinter dem Rücken der Ordensschwestern kontaktierte.

Interessant ist auch das Narrativ, es handle sich bei dem Konflikt um einen Streit unter den Helfern, das sowohl der Instagram-Betreiber als auch der Propst-Sprecher verbreitet und zahlreiche Journalisten aufgegriffen haben. Oft ohne jeden Gegencheck.

"Der Streit unter den Unterstützern eskaliert, die Lage spitzt sich zu, Krach im Nonnenumfeld": So lautete der Tenor, als publik wurde, dass eine Frau, die ihren Namen in den Medien nicht nennen wollte, die Altschülerin und wichtigste Helferin vor Ort, Christina Wirtenberger, bei der Polizei angezeigt hat.

Der Vorwurf: Veruntreuung von Spendengeldern.

Die Ermittlungen laufen, die Zeugenbefragungen sind für Ende Februar festgesetzt, Wirtenberger hat angekündigt, ihr Konto offenzulegen und sich rechtlich gegen den Vorwurf zu wehren.

Die Anzeigerin bezeichnet sich ebenfalls als Helferin. Für wen? Die Frage ist insofern berechtigt, als sie in einer Mail an den Kirchenrechtler, Theologen und Priester Wolfgang F. Rothe nicht die Position der Nonnen, sondern ihres Ordensoberen vertritt.

Konkret schreibt sie am 31. Dezember, zwei Wochen, nachdem sie die Altschülerin Wirtenberger angezeigt hat, an Rothe, sie sei zum Entschluss gekommen, "dass ich mich ab sofort von dem Gedanken befreie, die Schwestern haben eine Berechtigung, das Kloster weiter zu besetzen und darauf zu hoffen, dort bis an das Lebensende bleiben zu dürfen". Sie sei, schreibt sie an anderer Stelle, "überzeugt, dass ein Leben im Heim der beste Ort für die Schwestern ist".

Ist das ein Konflikt in den Reihen der Unterstützer? Rothe, der den Nonnen beratend zur Seite steht, sieht es anders.

Wolfgang F. Rothe

Um den gegenwärtigen Konflikt zu verstehen, muss man sich klarmachen, dass es sich nicht um einen Konflikt innerhalb des Helferteams handelt, sondern dass sich einige wenige Personen aus diesem Helferteam verabschiedet haben und, wie aus der zuvor zitierten E-Mail ja hervorgeht, sich mittlerweile, so scheint es zumindest, auf die Gegenseite geschlagen haben. Das heißt, sie arbeiten nicht mehr dafür, dass die Schwestern in ihrem Kloster leben können und dort ihren Lebensabend verbringen können.

Und sie arbeiten auch nicht mehr dafür, dass die Ordensschwestern selbst über ihr Leben und ihre Außenwirkung entscheiden können, sondern sie haben praktisch die Seiten gewechselt und stehen nun mit jenen zusammen, die von Anfang an der Meinung waren, die Schwestern müssen in ein Altenheim abgeschoben werden, die Schwestern haben in ihrem Kloster nichts zu suchen.

Für das Helferteam, das nach wie vor in vollem Umfang besteht, ist es die absolute Grundlage, dass sie den Willen der Schwestern an erster Stelle setzen. Das ist der entscheidende Punkt, und den haben manche Leute eben nicht länger auf dem Schirm, sondern betreiben ihre eigenen Interessen.

Und darum ist es wichtig, sich klarzumachen: Das Helferteam arbeitet weiter, steht den Schwestern zur Seite und sorgt dafür, dass die Schwestern weiterhin in ihrem Kloster leben können und auch dort ihren Lebensabend verbringen können.

Edith Meinhart 

Die Nonnen sehen nun keinen anderen Ausweg mehr, als den gerichtlichen Weg zu beschreiten. Am 30. Jänner 2026 brachte die Wiener Medienanwältin Maria Windhager beim Landesgericht Salzburg gegen den Instagram-Influencer eine Unterlassungsklage ein.

Der Ausgang bleibt abzuwarten. So viel kann ich bereits versprechen: Es wird wohl noch eine 15. Folge zu den Nonnen von Goldenstein geben.

Apropos offene Fragen: Ungeklärt ist nach wie vor, was mit den 500.000 Euro geschehen ist, die die Ordensfrauen bei der Spängler Bank und der Hypo Salzburg für das Alter angespart haben, und wer die 50.000 Euro an sich genommen hat, die im Kleiderschrank von Schwester Rita aufbewahrt waren.

Soweit es die 50.000 Euro betrifft, da gab es ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Salzburg wegen des Verdachts des schweren Diebstahls. Das wurde vor wenigen Tagen eingestellt. Wie die Sprecherin in einem Telefonat bestätigt, sei zunächst eine konkrete Person angezeigt gewesen. Der Nachweis, dass diese mit der verschwundenen Barschaft etwas zu tun hat, sei nicht zu erbringen gewesen.

Die anschließenden Ermittlungen gegen unbekannte Täter hätten keine weiteren Ansätze ergeben.

Auch die Ermittlungen gegen Propst Markus Grasl wegen des Verdachts des Sozialleistungsbetrugs wurden beendet. Der Ordensobere hatte namens der Nonnen Sozialhilfe beantragt, um damit die Kosten für den Aufenthalt in der Seniorenresidenz Karlsberg zu bestreiten. Zu Unrecht: Das Land Salzburg verlangte in Summe 64.000 Euro zurück. Ein Gerichtsverfahren bleibt dem Propst erspart. Er habe nicht vorsätzlich gehandelt, befindet die Staatsanwaltschaft Salzburg.

Das war es für heute.
Vielen Dank fürs Zuhören, ich freue mich auf Feedback und hoffe, dass Sie das nächste Mal wieder dabei sind.Eine Woche, nachdem die Ordensschwestern Bernadette, Regina und Rita sich öffentlich Mitte Dezember vom Betreiber ihres Instagram-Accounts losgesagt haben, postet dieser - gegen ihren ausdrücklichen Willen - nicht nur munter weiter. Er gründet danach auch noch einen Verein zur Unterstützung der Nonnen Goldenstein. Mit an Bord ist die Geschäftsführerin einer Getränkefirma. Was läuft da hinter dem Rücken der alten Klosterschwestern? Mit der Frage muss sich jetzt auch das Landesgericht Salzburg beschäftigen.

[/b]
Edith Meinhart

Herzlich willkommen zu einer weiteren Folge der Dunkelkammer. Es ist die 14., die sich den Nonnen von Goldenstein widmet. Mein Name ist Edith Meinhardt. Am 17. Dezember wandten sich die Ordensschwestern Bernadette, Regina und Rita an die Öffentlichkeit. Zu diesem Zeitpunkt hatten fast 300.000 Follower über den Instagram-Account "Nonnen Goldenstein" ihren weltweit aufsehenerregenden Kampf mitverfolgt und Anteil an ihrem Schicksal genommen.

Nun teilten die betagten Frauen, alle zwischen 80 und 90 Jahre alt, mit, dass sie ihre Social-Media-Aktivitäten "ab sofort und bis auf Weiteres" einstellen. Um ihrer Entschlossenheit Nachdruck zu verleihen, fügten sie an: "Sollten die genannten Accounts weiterhin aktiv betrieben werden, geschieht dies ausdrücklich gegen unseren Willen." Als hätten sie damals schon geahnt, dass man ihn "wieder einmal missachten" würde.

Die Botschaft richtete sich an die Welt draußen, verstand sich als Zeichen des Entgegenkommens an den Heiligen Stuhl - im Vatikan werden umtriebige Social-Media-Accounts in den kirchlichen Reihen nicht gerne gesehen - sie war aber auch als Warnung zu verstehen. Diese wiederum galt dem Betreiber des erfolgreichen Instagram-Accounts, der zwar zur weltweiten Solidarität beigetragen hat, der aber - wie Schwester Bernadette vor zwei Wochen hier in der Dunkelkammer erklärt hat - längst nicht mehr im Sinne der Nonnen agierte.

Sie können das Gespräch in Folge 280 nachhören.

Tatsächlich postete der Nonnen-Influencer munter weiter. Der Gefolgschaft schien es nicht aufzufallen, dass er alte Fotos und Videos verbreitete, ab und zu auch heimlich aufgenommene Aufnahmen, wie Schwester Bernadette in dem erwähnten Podcast ebenfalls schildert.

Was die Ordensfrau nicht wusste, als wir uns vor zwei Wochen über Videochat unterhalten haben: Eine Woche nach ihrem Pressestatement vom 17. Dezember 2025 gründete der Instagram-Betreiber einen Verein. Ins Leben gerufen wurde er genau am 24. Dezember 2025, am Weihnachtstag, wie der Blick in das Vereinsregister zeigt, und er heißt "Verein zur Unterstützung der Nonnen Goldenstein". Der Gründer ist nicht allein.

Ebenfalls an Bord ist eine Bomb Beverage GmbH, vertreten durch deren Geschäftsführerin Mag. Birgit Polster.

Nun wird es noch spannender: Die Bomb Beverage GmbH verkauft Blue Bomb Water, jenes in Aludosen abgefüllte Mineralwasser, das auf dem Instagram-Profil "Nonnen Goldenstein" in Szene gesetzt worden ist.

Wer den Account aufmerksam verfolgt hat, dem ist möglicherweise erinnerlich, dass Schwester Rita im November 2025 im Klostergarten von einem jungen Mann überrascht wird. "Luki", wie er sich nennt, drückt der Nonne eine Aludose in die Hand, an der ein kleines Mikrofon befestigt ist. Dann verwickelt er Schwester Rita in ein Gespräch, in dem es unter anderem um das Wasser geht, das er sie dann auch bittet zu kosten. Sie spielt mit.

Dazu muss man sagen: In den eineinhalb Jahren, in denen die Nonnen von Goldenstein unfreiwillig in der Seniorenresidenz Karlsberg festsaßen - ohne ihre Habseligkeiten, ohne finanzielle Mittel - hat Schwester Rita nichts so sehr vermisst wie die Stimmen der Kinder, die von der einstigen Ordensschule und heutigen privaten Mittelschule nun wieder in ihre klösterliche Klausur drängen. Selbst als sie sich altersbedingt als Horterzieherin zurückzog, genoss sie es, mit Schülerinnen und Schülern zu plaudern, und sie litt sehr darunter, dass es den Nonnen nach ihrer Rückkehr ins Kloster im September 2025 zunächst verboten war, in der nebenan gelegenen Schule vorbeizuschauen - inzwischen dürfen sie sich hier wieder blicken lassen.

Kurzum: Schwester Rita hat ein Herz für junge Menschen, blüht in ihrer Gegenwart sichtlich auf und kann ihnen so gut wie nichts abschlagen. Und so geht es ihr auch mit dem jungen Blue Bomb Water abgesandten "Luki".

Hören wir kurz in "Luki meets the Goldenstein Nuns Part 1" hinein.

Luki

Grüß euch. Heute sind wir im Schloss Goldenstein, und ich darf heute die Schwester Rita interviewen, eine von den drei rebellischen Nonnen. Und ich glaube, das wird ziemlich cool heute.

Schwester Rita

Mein Gott, das ist ein Mini-Mikrofon.

Luki

Ja, genau, deswegen haben wir es ja auch raufgegeben.

Schwester Rita

Und das sendet auch? Nein, bitte gar schön!

Luki

Also, die jungen Leute, die trinken ja heutzutage Wasser aus den Dosen, gell? Ich meine, das ist ja, könntest dir du auch sowas vorstellen? Findest du, dass das eine Modeerkrankung ist, oder ist das etwas Cooles, würdest du sagen?

Schwester Rita

Eigentlich eine gesunde Modeerkrankung. Weil das Wasser ist ja auch gesund, nicht? Und sogar aus der Dose. Den ganzen Tag tun wir auch nicht beten. Wir tun dann arbeiten und Kinder erziehen. Da haben wir auch alle Rückgrat haben müssen bei manchen, die so ein gutes Mundwerk gehabt haben. Was ich alles gehört habe hinter dem Rücken (...) Da habe ich direkt einmal gesagt: "Danke!" Ich habe es noch gehört, wie sie gesagt haben hinter meinem Rücken: "Die blöde Kuh" -- "Ja, danke!
Ich bin zwar schon in sogenannter Pension, aber in der Nähe bin ich trotzdem. Und ja, so ist es auch ganz interessant, wenn man wieder liebe junge Leute kennenlernt und mit Werbung für ihr gesundes Wasser machen. Und ich bin schon sehr neugierig drauf.

Luki

Ja, willst einmal probieren, eine Dose?

Schwester Rita

Aus der Dose trinken vor dem Fernsehen?

Luki 

Ghe, das ist doch halb so schlimm.

Schwester Rita

Die Leute werden denken, die Schwester Rita, die macht auch jeden Blödsinn mit. Aber per Gaudi. Dass die Leute etwas zum Lachen haben. Also Prost!

Luki 

Prost! Und wie findest du das Wasser? Ist es ein gutes Wasser?

Schwester Rita

Das ist richtig ein gutes. Prickelnd, ja. Ich mag gerne prickelnd. Aber normales, gutes Wasser,  da habe ich nichts dagegen.

Luki 

Wir sind ja ...

Schwester Rita

Ich gratuliere fürs Werbung-Machen da.

Luki 

Also echt danke, danke!

Edith Meinhart

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Schwester Rita nicht begreift, dass es hier um ein Product Placement geht, das auf einem Social-Media-Kanal mit fast 300.000 Followern normalerweise sehr viel kostet. Haben die Nonnen dafür Geld gesehen?, habe ich Schwester Bernadette vor zwei Wochen gefragt. Und das war ihre Antwort:

Schwester Bernadette

Also gesehen habe ich nichts. Ich habe nur gehört: Alle Dosen, die in Goldenstein leer getrunken wurden, da gibt es im Geschäft, ich glaube, 25 Cent für eine Dose, wenn man die zurückgibt. Aber es sind nur die paar geschenkten Dosen, die noch da sind, aber schon ausgetrunken; die sind in einer Kiste in einem Raum untergebracht. Aber die sind noch nicht ins Geschäft gekommen. Das sind ein paar Euro.

Edith Meinhart

Das heißt, ihr sollt das Dosenpfand als Spende bekommen, aber ihr habt kein Geld für das Posting auf Instagram erhalten?

Schwester Bernadette

Nein, nein, nein, nein, nein, nein, auf keinen Fall. Also ich weiß nichts davon. Und das hätte man uns sicher gesagt, und wir hätten uns sicher gewehrt, weil es nicht unser Auftrag ist.

Edith Meinhart

Zurück zum Verein zur Unterstützung der Nonnen Goldenstein, von dem auch die Nonnen bis vor wenigen Tagen keine Ahnung hatten. Wie kommt der Instagram-Influencer, dem sie nicht mehr vertrauen, dazu, diesen hinter ihrem Rücken in die Welt zu setzen? Und welches Interesse hat die Bomb Beverage GmbH daran? Anders gefragt: Was hat eine gewinnorientierte Start-up-Firma mit alten Klosterfrauen zu tun?

Ende 2022 gründet der Ex-Red Bull-Manager Volker Viechtbauer zunächst die Handelsfirma Excellis Wine Trading GmbH. Laut Firmenbuch hält Viechtbauer die Anteile daran nicht persönlich, sondern schaltet eine Holding namens Creneaux dazwischen. Wenige Monate später, im Herbst 2023, benennt Viechtbauer seine Firma in Bomb Beverage um, und er bestellt eine Geschäftsführerin: Birgit Polster. Sie ist Personalberaterin, Headhunterin, Immobilienmanagerin und neuerdings auch organschaftliche Vertreterin des Vereins zur Unterstützung der Nonnen Goldenstein.

Im Juli 2023 verändert sich die Bomb Beverage GmbH erneut. Creneaux, Viechtbauers Holding, scheidet als Alleingesellschafterin aus, die Firma geht nun zu gleichen Teilen an ihn selbst und an einen Partner, der sich offensichtlich mit Wasser gut auskennt, denn er entstammt der oberösterreichischen Unternehmerfamilie Starzinger, die seit mehr als 100 Jahren Wasser, Limonaden sowie Bier abfüllt und vertreibt. Bekanntestes Produkt: die Schartner Bombe. Der Junior dieser Unternehmerfamilie, der nun bei Beverage Bomb einsteigt, heißt Victor Starzinger.

Im Juli 2025 widmet sich das Wirtschaftsmagazin trend Starzingers Ambitionen im Geschäft mit Wasser in Dosen. In dem Artikel ist unter anderem zu lesen, wie das Dosenwasser zu ungewollter Bekanntheit gelangte, als "Falter Chefredakteur Florian Klenk mit Entrüstung auf die unaufgeforderte Zusendung vom Promotionsexemplar reagierte. In Wien gebe es schließlich bestes Hochquellwasser, außerdem sei der Name des Getränks in kriegerischen Zeiten befremdlich." 

Der trend-Geschichte ist zu entnehmen, dass das Duo Starzinger-Viechtbauer, seines Zeichens ehemaliger Rechtschef von Red Bull, 2025 eine Million Dosen absetzen wollen, man aber bis zum Erscheinen des Berichts im Sommer 2025 mit rund 200.000 Dosen noch weit von der Ziellinie entfernt sei.

Mögliche Querverbindungen zum Kloster Goldenstein oder ein besonderes Interesse an dem Leben von Nonnen blitzen nirgends auf. Im Gegenteil: Auf der Website von Blue Bomb wird das Wasser nicht nur als besonders rein, weil durch Jahrtausende altes Gletschergestein gefiltert, beworben, sondern auch als "wahrhaft agnostisch". "Pures Wasser, keine Religion oder sonstiger Mist", liest man da.

Ich habe Bomb Beverage Geschäftsführerin Birgit Polster eine Mail geschrieben und sie gefragt, welches Interesse ihr Unternehmen an dem Verein zur Unterstützung der Nonnen Goldenstein habe, ob an ihn bereits Spenden geflossen seien, ob daran gedacht sei, Spenden über diesen Verein laufen zu lassen, und auch, ob der Nonnen-Influencer für das seinerzeitige Blue Bomb Posting auf dem Kanal Nonnen Goldenstein Geld bekommen habe.

Die Nonnen selbst haben jedenfalls nichts erhalten, sieht man von einer Sachspende ab und der Zusicherung, das Pfand für die ausgetrunkenen Dosen behalten zu dürfen, laut Schwester Bernadette ein paar Euro.

Außerdem wollte ich wissen, ob mit den Ordensfrauen über den Verein, der seinem Namen nach zu schließen immerhin ihrer Unterstützung dienen soll, gesprochen wurde, und ob sie damit einverstanden waren. Eine Antwort habe ich von Frau Polster nicht erhalten. Sollte sich das ändern, trage ich sie nach. Eine ähnliche Anfrage habe ich an den Nonnen-Influencer geschickt. Er hat ebenfalls nicht reagiert.

Übrigens: Die erste Auflage des Buchs "Nicht mit uns" ist mittlerweile verkauft. Das waren 4.000 Stück. Unser Verlag, die Edition Lauter, hat pro Buch einen Euro für die Nonnen ausgelobt. Sobald die Bücher abgerechnet sind, voraussichtlich in einigen Wochen, werden wir 4.000 Euro überweisen. Wir haben inzwischen auch nachgedruckt: Wenn wir die zweite Auflage ebenfalls verkauft haben, kriegen die Nonnen den Rest. Und von der Buchpräsentation in Wien wurden mehr als 3.000 Euro an Spende überwiesen.

Zurück zu den Augustiner-Chorfrauen: Wer ihren Kampf um einen selbstbestimmten Lebensabend in ihrem Kloster mitverfolgt hat, dem erschließt sich möglicherweise ein Muster.

Begonnen hat ihre unglaubliche Geschichte so:

Drei alte Frauen erklären, ihren Lebensabend im Kloster verbringen zu wollen. Das wird ihnen zugesagt und im sogenannten Übergabevertrag, mit dem sie ihr Kloster auf Druck aus Rom je zur Hälfte an das Stift Reichersberg und die Erzdiözese Salzburg übergeben, sogar niedergeschrieben.

Ihr neuer Ordensoberer, Propst Markus Grasl, lässt sie trotzdem ins Altersheim bringen.

Und weiter geht ihre Geschichte dann so:

Drei alte Nonnen erklären öffentlich, dass sie mit der Art und Weise, wie ein Mann in ihrem Namen auf Instagram auftritt, nicht mehr einverstanden sind. Die Pressemeldung vom 17. Dezember 2025 stelle ich zum Nachlesen in die Shownotes. Im Vorfeld haben die Ordensfrauen den Betreiber des Accounts gebeten, sich mit ihnen abzusprechen. Gutes Zureden hat nicht geholfen, der Mann machte weiter, er wurde mehrmals abgemahnt und schließlich des Klosters verwiesen.

Trotzdem postete er weiter. Und er nutzte sein weltweites Forum, um jene Helferin anzupatzen, die zu den wichtigsten Stützen der Nonnen gehört.

Das ist das Muster:

Ein Mann fährt über die Nonnen drüber, sie wehren sich dagegen, der Mann beharrt darauf, seinen Willen durchzusetzen.

Im ersten Fall, Popst Markus Grasl gegen die Nonnen, wanderte die Krause nach Rom, wo nun das zuständige päpstliche Dikasterium entscheidet, ob die Ordensschwestern im Kloster bleiben dürfen.

Im zweiten Fall, der Instagram-Betreiber gegen die Nonnen, ist nun ebenfalls eine höhere Instanz am Zug, dieses Mal das Landesgericht Salzburg.

Und das kam so: Die Wiener Medienanwältin Maria Windhager forderte den Mann auf, eine Unterlassungserklärung zu unterzeichnen und mahnte ihn ein letztes Mal ab. Der Instagram-Influencer verweigerte die Unterschrift und erklärte gegenüber Journalisten, das Profil Nonnen Goldenstein bloß vorübergehend offline zu nehmen.

Und weiters ließ er über Medien wissen, dass er sich an den Vorgesetzten der Nonnen wende, den Popst von Reichersberg, Markus Grasl. Nur dieser könne die Social-Media-Aktivitäten verbieten und müsse entscheiden. Das berichtet unter anderem die Online-Plattform domradio.de am 30. Jänner 2025.

Diese Wendung ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert.

Halten wir kurz inne: Bis dahin hatte sich der Account-Betreiber stets als Helfer und Unterstützer der Nonnen deklariert. Der Propst, an den er sich nun hilfesuchend gewandt haben will, steht in dem Konflikt aber nicht auf deren Seite.

Zur Entwirrung:

Beim Propst handelt es sich um jenen Ordensoberen, der die Nonnen gegen ihren Willen ins Altersheim bringen hat lassen, der ihre Gemächer und Bankkonten gesperrt hat, der das frühere Ferienhaus der Augustiner-Chorfrauen veräußern hat lassen, der die Nonnen im Kloster zuletzt geduldet hätte, allerdings unter Bedingungen, die für sie unannehmbar waren, etwa Rückzug aller Helferinnen und Helfer, Abführen sämtlicher Spenden an den Ordensoberen, Verzicht auf mediale Kontakte und rechtliche Unterstützung.

Last but not least verlangte derselbe Propst kurioserweise damals im November 2025, dass der Instagram-Account abgeschaltet wird. Ausgerechnet mit ihm will der Influencer, der wochenlang hinter dem Rücken der Nonnen weitergemacht hat, sich über das weitere Vorgehen austauschen? Auf welcher Seite steht der angebliche Helfer eigentlich?

Ich habe bei Harald Schiffl, dem Sprecher des Propstes, nachgefragt, wie das einzuordnen sei. Er hat die Kontaktaufnahme bestätigt und wörtlich geschrieben, der Instagram-Betreiber habe, "in einem Brief unter anderem gemeint, dass Propst Grasl eine Entscheidung über die Frage des Social-Media-Accounts treffen soll. Einen Austausch dazu gibt es nicht". Und weiter,: "Die Diskussionen und Unstimmigkeiten in der Gruppe der Helfer/-innen sind deren persönliche Angelegenheit, auch wenn die gegenseitigen Anschuldigungen, Anzeigen etc. medial öffentlich gemacht wurden. Propst Grasl wird sich in keiner Weise in diese Auseinandersetzungen involvieren". 

Ich halte fest, dass der Ordensobere mit den Nonnen von Goldenstein seit ihrer Rückkehr ins Kloster am 4. September 2025 kein Gespräch geführt hat und der Instagram-Influencer diesen hinter dem Rücken der Ordensschwestern kontaktierte.

Interessant ist auch das Narrativ, es handle sich bei dem Konflikt um einen Streit unter den Helfern, das sowohl der Instagram-Betreiber als auch der Propst-Sprecher verbreitet und zahlreiche Journalisten aufgegriffen haben. Oft ohne jeden Gegencheck.

"Der Streit unter den Unterstützern eskaliert, die Lage spitzt sich zu, Krach im Nonnenumfeld": So lautete der Tenor, als publik wurde, dass eine Frau, die ihren Namen in den Medien nicht nennen wollte, die Altschülerin und wichtigste Helferin vor Ort, Christina Wirtenberger, bei der Polizei angezeigt hat.

Der Vorwurf: Veruntreuung von Spendengeldern.

Die Ermittlungen laufen, die Zeugenbefragungen sind für Ende Februar festgesetzt, Wirtenberger hat angekündigt, ihr Konto offenzulegen und sich rechtlich gegen den Vorwurf zu wehren.

Die Anzeigerin bezeichnet sich ebenfalls als Helferin. Für wen? Die Frage ist insofern berechtigt, als sie in einer Mail an den Kirchenrechtler, Theologen und Priester Wolfgang F. Rothe nicht die Position der Nonnen, sondern ihres Ordensoberen vertritt.

Konkret schreibt sie am 31. Dezember, zwei Wochen, nachdem sie die Altschülerin Wirtenberger angezeigt hat, an Rothe, sie sei zum Entschluss gekommen, "dass ich mich ab sofort von dem Gedanken befreie, die Schwestern haben eine Berechtigung, das Kloster weiter zu besetzen und darauf zu hoffen, dort bis an das Lebensende bleiben zu dürfen". Sie sei, schreibt sie an anderer Stelle, "überzeugt, dass ein Leben im Heim der beste Ort für die Schwestern ist".

Ist das ein Konflikt in den Reihen der Unterstützer? Rothe, der den Nonnen beratend zur Seite steht, sieht es anders.

Wolfgang F. Rothe

Um den gegenwärtigen Konflikt zu verstehen, muss man sich klarmachen, dass es sich nicht um einen Konflikt innerhalb des Helferteams handelt, sondern dass sich einige wenige Personen aus diesem Helferteam verabschiedet haben und, wie aus der zuvor zitierten E-Mail ja hervorgeht, sich mittlerweile, so scheint es zumindest, auf die Gegenseite geschlagen haben. Das heißt, sie arbeiten nicht mehr dafür, dass die Schwestern in ihrem Kloster leben können und dort ihren Lebensabend verbringen können.

Und sie arbeiten auch nicht mehr dafür, dass die Ordensschwestern selbst über ihr Leben und ihre Außenwirkung entscheiden können, sondern sie haben praktisch die Seiten gewechselt und stehen nun mit jenen zusammen, die von Anfang an der Meinung waren, die Schwestern müssen in ein Altenheim abgeschoben werden, die Schwestern haben in ihrem Kloster nichts zu suchen.

Für das Helferteam, das nach wie vor in vollem Umfang besteht, ist es die absolute Grundlage, dass sie den Willen der Schwestern an erster Stelle setzen. Das ist der entscheidende Punkt, und den haben manche Leute eben nicht länger auf dem Schirm, sondern betreiben ihre eigenen Interessen.

Und darum ist es wichtig, sich klarzumachen: Das Helferteam arbeitet weiter, steht den Schwestern zur Seite und sorgt dafür, dass die Schwestern weiterhin in ihrem Kloster leben können und auch dort ihren Lebensabend verbringen können.

Edith Meinhart 

Die Nonnen sehen nun keinen anderen Ausweg mehr, als den gerichtlichen Weg zu beschreiten. Am 30. Jänner 2026 brachte die Wiener Medienanwältin Maria Windhager beim Landesgericht Salzburg gegen den Instagram-Influencer eine Unterlassungsklage ein.

Der Ausgang bleibt abzuwarten. So viel kann ich bereits versprechen: Es wird wohl noch eine 15. Folge zu den Nonnen von Goldenstein geben.

Apropos offene Fragen: Ungeklärt ist nach wie vor, was mit den 500.000 Euro geschehen ist, die die Ordensfrauen bei der Spängler Bank und der Hypo Salzburg für das Alter angespart haben, und wer die 50.000 Euro an sich genommen hat, die im Kleiderschrank von Schwester Rita aufbewahrt waren.

Soweit es die 50.000 Euro betrifft, da gab es ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Salzburg wegen des Verdachts des schweren Diebstahls. Das wurde vor wenigen Tagen eingestellt. Wie die Sprecherin in einem Telefonat bestätigt, sei zunächst eine konkrete Person angezeigt gewesen. Der Nachweis, dass diese mit der verschwundenen Barschaft etwas zu tun hat, sei nicht zu erbringen gewesen.

Die anschließenden Ermittlungen gegen unbekannte Täter hätten keine weiteren Ansätze ergeben.

Auch die Ermittlungen gegen Propst Markus Grasl wegen des Verdachts des Sozialleistungsbetrugs wurden beendet. Der Ordensobere hatte namens der Nonnen Sozialhilfe beantragt, um damit die Kosten für den Aufenthalt in der Seniorenresidenz Karlsberg zu bestreiten. Zu Unrecht: Das Land Salzburg verlangte in Summe 64.000 Euro zurück. Ein Gerichtsverfahren bleibt dem Propst erspart. Er habe nicht vorsätzlich gehandelt, befindet die Staatsanwaltschaft Salzburg.

Das war es für heute.
Vielen Dank fürs Zuhören, ich freue mich auf Feedback und hoffe, dass Sie das nächste Mal wieder dabei sind.

Autor:in:

Edith Meinhart

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