Bühneneingang
NACHGEFRAGT: Schauspielhaus Wien, TEATA und die Frage, wer eigentlich das Sagen hat
In Folge 94 fragt der Bühneneingang nach – und zwar dort, wo es bislang auffallend still war. Ausgangspunkt ist die Besetzung des Schauspielhauses Wien: Sara Ostertag, künstlerische Leiterin des TEATA, übernimmt zusätzlich das Schauspielhaus. Die zuständige Kulturstadträtin präsentiert eine gemeinsame Dachmarke – obwohl die beiden Häuser unterschiedlichen Eigentümer:innen gehören. Fabian Burstein fasst die Causa zusammen, stellt die Grundsatzfrage nach fairen Ausschreibungen und Transparenz und konfrontiert den bislang kaum gehörten Theaterverein Wien mit sehr konkreten Fragen zu Mitsprache, Vollmachten, Verträgen und Interessenkonflikten.
Fabian Burstein
Hallo und herzlich willkommen am Bühneneingang. Mein Name ist Fabian Burstein, ich bin Kulturmanager und Autor, und in diesem Podcast zeige ich euch den Kulturbetrieb von innen, so wie er wirklich ist.
In Folge 94 wird am Bühneneingang wieder nachgefragt, doch anders als sonst beziehen sich die heutigen Nachfragen nicht auf ein Thema oder einen Gast einer früheren Episode. Diesmal greift der Bühneneingang Vorgänge rund um ein Stellenbesetzungsverfahren auf, das für ziemlich viel Aufregung gesorgt hat: Sarah Ostertag, künstlerische Leiterin des Theaters in der Gutendorfer Straße, wurde in Personalunion auch noch zur neuen Leiterin des Schauspielhauses Wien bestellt. Verkündet wurde das von der Wiener Kulturstadträtin Veronika Kaupp-Hasler, in Kombination mit einer strukturellen Verschränkung der beiden Häuser, die eigentlich unterschiedliche Eigentümer:innen haben. Die eine Eigentümerin, nämlich die Stadt Wien als Gesellschafterin des Schauspielhauses, kam bislang ausgiebig zu Wort. Aber was sagt der Eigentümer des Theaters, der Theaterverein Wien, zu der Chose? Mehr dazu jetzt am Bühneneingang.
Ja, das war ein ziemlicher Einschlag, der da am Donnerstag just vor dem langen Wochenende rund um den 1. Mai im Zuge eines kulturellen Stellenbesetzungsverfahrens stattgefunden hat. Konkret ging es da um das Schauspielhaus Wien und die neue Leitung, dass diese neue Leitung nicht die alte Leitung sein würde, hat schon kurz davor die Runde gemacht und auch für Erregung gesorgt. Zahlreiche, doch sehr bedeutende Protagonist:innen der Wiener Theaterszene sind nämlich dem amtierenden Führungsquartett zur Seite gesprungen. Ich zitiere hier jetzt einfach einmal wortwörtlich aus einer Erklärung, die via Social Media die Runde gemacht hat. Da steht: "Wenn ein Haus in Wien aktuell die richtigen Fragen an das Theater stellt, als Team gemeinsam mit reflexiver Awareness daran arbeitet, was Theater in der Gegenwart sein kann und Kolleg:innen und Gastbeiträge aus der lokalen, nationalen wie internationalen Szene mit in ihre Praxis einlädt und dafür konzeptionell Räume öffnet, ist es das Schauspielhaus Wien." Tatsächlich hat sich das Haus mit einer durchaus sehr eigenständigen Positionierung eine wirklich ordentliche Reputation in der deutschsprachigen Theaterlandschaft erarbeitet. Ob sich das jetzt auch im Besuch niedergeschlagen hat, kann ich persönlich nicht beurteilen. Ich kenne die Zahlen nicht, aber wie gesagt, von der Nachrede her war das alles sehr, sehr positiv, was man so im deutschsprachigen Raum wahrgenommen hat. Und es hätte dementsprechend, glaube ich, objektiv ganz gute Argumente gegeben, diesen Ansatz mit kulturpolitischem Rückhalt auszustatten.
Es gab dann in der Debatte rund um die Nichtverlängerung des Quartetts noch einen zweiten Argumentationsstrang, nämlich dass eine Verlängerung bei einer zweiten Amtszeit trotz Ausschreibung eigentlich nur Formsache sei, wenn es keine groben Verfehlungen gäbe. Das wurde so ein bisschen wie ein ungeschriebenes Gesetz in den Raum gestellt. Diese Sichtweise teile ich grundsätzlich nicht. Und sie ist wohl auch ein bisschen der österreichischen Mentalität geschuldet, wo man es sich gerne mit informellen Codes richtet. Eine Ausschreibung ist meinem Dafürhalten nach ein formalisiertes Verfahren, das schlicht und ergreifend für Transparenz und Fairness und die beste Lösung sorgen soll.
Eine Ausschreibung light, wenn man so will, mit ungeschriebenen Sondergesetzen gibt es nicht, auch nicht in der Kunst, wo man sich mit regelbasiertem Handeln traditionell ein bisschen schwerer tut. Ich weiß nicht, ob das jetzt Arbeitsrecht oder der Umgang mit Mitarbeiter:innen oder was auch immer ist. Im Übrigen bin ich auch der Meinung, dass das aktuelle Führungsquartett es gar nicht notwendig gehabt hätte, da irgendwie durch eine Proforma-Ausschreibung geschützt zu werden. Was sich jedenfalls alle Beteiligten, vom Publikum bis hin zu den involvierten Bewerber:innen verdient haben, ist ein faires, transparentes, korrekt abgewickeltes Stellenbesetzungsverfahren. Und dass so ein Verfahren beim Schauspielhaus vorliegt, genau daran schürte die Präsentation der neuen Leitung am 30. April wirklich ernsthafte Zweifel.
Ich habe den dort präsentierten Sachverhalt für einen Gastkommentar in der Tageszeitung Kurier eingeordnet, der am darauffolgenden Montag erschienen ist. Den Link findet ihr in den Shownotes. Hier nochmal einfach eine kurze Zusammenfassung, was da drin steht. Also, die bisherige Leitung wird nicht verlängert. Die Kulturstadträtin Veronika Kaupp-Hasler stellt eine neue Intendantin vor. Das ist im Übrigen ihr gutes Recht als Vertreterin der Stadt, die wiederum Eigentümerin der Schauspielhaus GmbH ist. Das mag dem einen oder anderen nicht gefallen, aber das ist ihr Recht.
Brisant wird es dort, wo aus dieser simplen Personalie plötzlich eine komplexe Strukturentscheidung wird. Die neue Leiterin heißt nämlich Sarah Ostertag. Die ist eigentlich Neochefin des sogenannten Theater, geschrieben T-E-A-T-A. Das ist eine Theatermarke, die neu eingeführt wurde, statt dem sogenannten TAK, das eben früher auf der Gumpendorfer Straße geöffnet hatte, das jetzt gerade umgebaut wird und eben als Theater wiedereröffnen wird. Sarah Ostertag übernimmt nicht nur das Schauspielhaus, sondern bleibt gleichzeitig Chefin dieses nunmehr mehrsprachigen Projekts Theater an der Gumpendorfer Straße. Sie wechselt also nicht von A nach B, was nach so einer kurzen Zeit auch verwunderlich gewesen wäre, sondern verknüpft beide Funktionen.
Und daran gekoppelt ist eine weitreichende strukturelle Festlegung, die via Pressekonferenz und Aussendung der Rathauskorrespondenz verkündet wurde. Das Schauspielhaus soll nämlich zur Dachmarke der beiden Spielstätten werden, bei einer gemeinsamen künstlerischen Leitung. Man könnte das in gängigem Jargon auch eine Fusion nennen. Das klingt effizient, ist aber bei genauerem Hinsehen hochproblematisch, denn das Theater gehört gar nicht der Stadt, sondern dem Theaterverein Wien, also einem eigenen Rechtsträger mit Obfrau, mit einem Vorstand, Geschäftsführung, mit einem Statut.
Wenn ihr jetzt noch nie von diesem Theaterverein gehört habt, auch nicht im Zuge dieser Causa, das ist kein Wunder, denn der Theaterverein Wien kam bei der Publikmachung und bei der anschließenden Berichterstattung so gut wie nicht vor. Das ändert aber nichts daran, dass diese Variable, also dieser Verein, dem die GmbH nachgelagert ist, der das Theater gehört, als eigene, eigenständige juristische Person von entscheidender Bedeutung ist. Trotzdem tritt die kulturpolitische Vertreterin der Stadt Wien auf, als wäre es ein Leichtes, dass diese beiden Strukturen einfach so zu einer Einheit werden. Das ist gerade im Hinblick auf so einen Verein in Wien bemerkenswert.
Denn wenn es zum Beispiel um schwerwiegende Vorwürfe geht, etwa beim Verein Theater der Jugend rund um das Thema Machtmissbrauch, beruft man sich eben auf die Unabhängigkeit der Institution, nämlich dass man da als Politik nichts machen kann, unmittelbar auch wenn man von Missständen Kenntnis hat, weil da eben eine unabhängige Struktur entscheiden muss. Und im Fall der Causa Schauspielhaus und Theater: Kann Vereinseigentum einfach so in städtische Strukturen integriert werden? Im
Fall also dieser Postenbesetzung und der Strukturentscheidung rund um das Schauspielhaus Wien führt das einfach zu ganz konkreten Fragen. Wer trifft in Wahrheit die Entscheidungen in geförderten Häusern wie etwa dem Theater, die Gremien des Vereins oder eben doch die Stadt Wien als Geldgeberin? Und wenn die Stadt Wien mit ihren Tochterunternehmungen oder direkt in einem Verein das Sagen hat, handelt es sich dann überhaupt noch um eine legitime Konstruktion? Dazu muss man wissen, dass das ohnehin immer wieder kritisiert wird, dass solche Bypässe in Form von ausgelagerten GmbHs und Vereinen existieren, die natürlich Kontrolle und Transparenz erschweren.
Dann natürlich die Frage: Hat der Theaterverein Wien diese Kopplung abgesegnet? Gibt es Verträge zwischen den beiden Institutionen? Und wenn ja, warum erfahren wir nichts darüber, gerade wenn das präsentiert wird? Und anstelle von anderen potenziellen Bewerber:innen würde ich mir schon die Frage stellen: Hätten andere Häuser, andere Teams dieselbe Chance gehabt, ein solches Doppelmodell vorzuschlagen? Es war ja schließlich nicht so ausgeschrieben. Also es stellt sich auch die Frage, ob hier die Interessen von anderen Bewerber:innen schlicht und ergreifend beeinträchtigt wurden.
Wenige Tage dann nach meinem Kommentar im Kurier ist ein Kommentar zu der Angelegenheit im Standard erschienen. Auch der ist in den Shownotes verlinkt. Und dieser Text hat mich in zweierlei Hinsicht aufhorchen lassen. Dort steht nämlich: Die Jury hatte allerdings ein Angebot auf dem Tisch, das sie nicht ablehnen konnte. Die Zusammenlegung zweier Bühnen, das spart auf lange Sicht Ressourcen. Diese Art der Einordnung begegnet einem im Zuge der Schauspielhausbesetzung öfters. So nach dem Motto: Vom Prozess her vielleicht suboptimal, aber künstlerisch, organisatorisch so überzeugend, dass die Jury einfach zugreifen musste.
Aber wie kann eine Jury im Dienst des Schauspielhauses einer Sache zustimmen, für die sie gar nicht verantwortlich ist? Nämlich der Eingliederung eines Theaters des Schauspielhauses und auch nicht der Eigentümerin des Schauspielhauses, nämlich der Stadt Wien, das den beiden also gar nicht gehört. Ich will das an einem Beispiel festmachen. Stellen Sie sich vor, jemand mietet ein Auto bei einer Verleihfirma auf die Frage, wie man den Fuhrpark einer anderen Firma vergrößern könnte, bietet dieser Mieter in Anführungsstrichen sein Mietauto als Teil des neuen Fuhrparks an, ohne den Verleiher zu fragen. Alle sind total begeistert, weil es so praktisch klingt und das Auto so gut in die Flotte passen würde. Und dann kommt raus, dass das eigentlich an den Besitzverhältnissen scheitern müsste. Und am Ende sagen aber trotzdem alle: Dieses Paket ist so verlockend, das behalten wir jetzt einfach so, egal wem der Wagen eigentlich gehört. Ich frage euch jetzt ganz ehrlich: Bei einem Kulturbetrieb, soll das gelebte Normalität sein?
Und dann war da noch eine zweite Sache. Der Standard stellte ein paar wichtige Fragen an das Büro der Kulturstadträtin Veronika Kaupp-Hasler. Und in einer der Antworten des Büros der Geschäftsgruppe Kultur und Wissenschaft stand: Die Dachstruktur war nicht von vornherein so gedacht, sondern hat sich durch das Konzept von Sarah Ostertag ergeben. Das bedeutet, das, was man in der Vorwoche noch als kulturpolitischen Kub geframed hat, wird nun zum Alleingang einer Bewerberin gemacht. Die Verschiebung der Verantwortung Richtung angeblich unabhängiger Jury und Bewerberin ist eine, wie ich finde, bemerkenswerte Darstellung. Insbesondere, wenn man weiß, dass die Jury zu 50 Prozent mit Personen aus dem unmittelbaren Einflussbereich der Geschäftsgruppe Kultur und Wissenschaft besetzt war.
Das war der Moment, wo mich eine Stimme interessiert hat, die bislang eben nicht hörbar war, nämlich jene des Theatervereins Wien, dem das Theater, das im Übrigen nach wie vor unter dem Namen TAG, Theater an der Gumpendorfer Straße GmbH firmiert, zu 100 Prozent gehört und der kurzerhand 50 Prozent einer Leitung und einer ganzen Institution an eine neue Dachmarke abgetreten hat. Also habe ich bei der Obfrau und beim Geschäftsführer des Theatervereins nachgefragt. Die Antworten waren wirklich erfrischend klar und deutlich. Und sie haben es, so viel kann ich schon verraten, in Hinblick auf den politischen Umgang mit Strukturen und der vermeintlichen Unabhängigkeit von Kulturinstitutionen im Einflussbereich der Stadt Wien in sich. In diesem Sinne lege ich einfach mal los.
Frage 1. Können Sie bestätigen, dass es im Vorfeld der Bewerbung von Sarah Ostertag keinerlei Absprachen zwischen der Kulturstadträtin beziehungsweise der Geschäftsgruppe Kultur und Wissenschaft und Ihnen als Eigentümerin des Theaters hinsichtlich einer institutionellen Verschränkung gegeben hat? Die Antwort lautet: Ja. Das heißt, der Theaterverein kann das bestätigen. Es gab im Vorfeld keinerlei Absprachen dazu.
Frage 2. Haben Sie als Gesellschaftervertreter:innen der TAG Theater an der Gumpendorfer Straße GmbH, also des Theaters, die Geschäftsführerin Sarah Ostertag bevollmächtigt, die ihr anvertraute Gesellschaft in eine verschränkte Konzeption für eine andere juristische Person, nämlich die Schauspielhaus Wien GmbH, einzubringen? Die Antwort lautet: Nein. Was die Eigentümer damit sagen: Ihre Geschäftsführerin hatte keine Vollmacht oder kein offizielles Mandat, die Institution als Art konzeptionelle Mitgift einzubringen. Und das ist insofern auch bemerkenswert, weil die TAG Theater an der Gumpendorfer Straße GmbH zwei Geschäftsführerinnen hat, die auch nur gemeinsam vertretungsberechtigt sind.
Frage 3. Wann haben Sie zum ersten Mal von dem Plan erfahren, dass die nunmehr verkündete Verschränkung der beiden juristischen Personen, Schauspielhaus Wien GmbH und TAG Theater an der Gumpendorfer Straße GmbH, geplant ist beziehungsweise realisiert werden soll, beziehungsweise durch Bekanntgabe vollzogen wird? Die Antwort: Nach der Entscheidung der Jury und deren Bestätigung durch die Stadträtin wurde der Theaterverein Wien informiert, dass Sarah Ostertag beide Häuser künstlerisch leiten soll. Das heißt, der Theaterverein Wien, dem das Theater gehört, war nicht Teil der Juryberatungen, sondern wurde über eine Konstellation lediglich informiert, die maßgebliche Kerninteressen und Eigentümerthemen der eigenen Gesellschaft betrifft.
Frage 4. Wie wurde die Verschränkung juristisch aufgesetzt? Sehen die Statuten einen Gesellschafterbeschluss für solche Entscheidungen vor, beziehungsweise wurde eine Vereinbarung geschlossen? Wie sind die entsprechenden Urkunden datiert? Die Antwort des Theatervereins: Es gibt hier noch keine Unterlagen. Das müssen wir, glaube ich, wirken lassen. Eine städtische Vertreterin verkündet eine De-facto-Fusion mit einer "externen Gesellschaft" und dem Eigentümer dieser Gesellschaft liegen dazu offenbar keine Unterlagen vor. Dazu noch eine Anmerkung bezüglich Statuten: Gibt es ganz sicher Unterlagen, weil ohne kann man keinen Verein gründen. Aber vielleicht wurde dieser Aspekt in Anbetracht der Frage nach der unmittelbaren Legitimierung der Verschränkung einfach überlesen.
Für Frage 5 muss man wissen, dass der Theaterverein ein unmittelbares Resultat der sogenannten Theaterreform ist, mit der der ehemalige Kulturstadtrat Andreas Meilert-Puckuhan in Mitte der 00er-Jahre die freie Szene im Rahmen eigener Spielstätten und entsprechender Finanzierungen stärken wollte. Die Frage lautete also: Wie stehen Sie zu dem Vorgang, gemeint ist der Vorgang Schauspielhaus und Theater, insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Theaterreform 2006 den Theaterverein Wien explizit als Instrument der freien Szene vorgesehen hat?
Die Antwort, was den Theaterverein Wien betrifft, beinhaltet das 2025 präsentierte Konzept von Sarah Ostertag für die künstlerische Geschäftsführung des Theaterstandorts an der Gumpendorfer Straße (Theater) die Öffnung des Hauses für die freie Szene. Da uns derzeit noch keine weiterführenden Informationen zum künftigen Konzept vorliegen, bitten wir um Verständnis, dass wir dazu aktuell keine inhaltliche Stellungnahme abgeben können.
Das heißt, nicht einmal der Theaterverein selbst kann in der jetzigen Situation sagen, ob die neue Konzeption des eigenen Hauses Theater in Zukunft im Rahmen dieser Fusion dem eigentlichen Zweck des Theatervereins dienlich ist. Er sagt nur das, was Sarah Ostertag 2025 für das Theater präsentiert hat, war im Sinne der freien Szene.
Und dann habe ich noch eine Frage an die Obfrau des Theatervereins gestellt, die gleichzeitig Geschäftsführerin einer Kultur-GmbH ist, die sich im Eigentum der Stadt Wien befindet, und zwar zu 100 Prozent. Ich habe sie gefragt: Können Sie ausschließen, dass Ihre Funktion als Geschäftsführerin nämlicher Kultur-GmbH, die eben wiederum eine 100-prozentige Tochter der Stadt Wien ist und damit im unmittelbaren Einflussbereich der Geschäftsgruppe Kultur und Wissenschaft steht, zu einem Interessenskonflikt hinsichtlich Ihrer Rolle als Obfrau des Theatervereins Wien führt?
Die Antwort: Ja. Also, die Obfrau kann aus ihrer Sicht ausschließen, dass diese Doppelfunktion Geschäftsführerin einer städtischen Gesellschaft, beziehungsweise einer Gesellschaft, die der Stadt Wien gehört, und der Funktion als Obfrau, sie kann ausschließen, dass es da einen Interessenskonflikt gibt.
Und dann gab es noch einen wirklich entwaffnend ehrlichen Hinweis, der bemerkenswert ist, wenn man bedenkt, dass ich keine Anfrage zu einer städtischen oder im Eigentum der Stadt befindlichen Institution gestellt habe. Der Hinweis lautet nämlich: Für weiterführende Fragen würden wir bitten, sich im Moment noch an die zuständige Stelle der Stadt Wien zu wenden. Und dann kam da der Kontakt der Mediensprecherin von Kulturstadträtin Veronika Kaupp-Hasler.
Ja, das war die 94. Folge des Bühneneingangs, etwas vorgezogen, weil der reguläre Erscheinungstag Freitag wieder in ein langes Wochenende fällt. Die nächste Folge erscheint am 22. Mai. Da spreche ich wieder mit einem Gast. Vielen Dank fürs Zuhören.
Autor:in:Livio Koppe |
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