Ganz Offen Gesagt
Wie heiß darf eine Stadt werden? - mit Andreas Januskovecz

Andreas Januskovecz ist Bereichsleiter für Klimaangelegenheiten der Stadt Wien. Im Gespräch mit Saskia Jungnikl-Gossy spricht er darüber, wie Wien auf zunehmende Hitze reagiert, warum Klimaanpassung vor allem bei Gebäuden, Spitälern und Schulen ansetzen muss und wie eine lebenswerte Stadt der Zukunft aussehen kann.

Andreas Januskovetz
Der Individualverkehr gehört, bis auf wenige Ausnahmen, da gibt es natürlich ein paar Diskussionen, aber grundsätzlich gehört er raus. Es sind Hitzemagnete, ein Auto ist heiß, ein Auto braucht viel Platz, ja, wir kennen die Argumente hier alle.
Saskia Jungnikl-Gossi
Herzlich willkommen bei "Ganz offen gesagt". Mein Name ist Saskia Jungnikl-Gossi, und ich freue mich sehr, dass ihr dabei seid. Und ich freue mich sehr über meinen heutigen Gast, das ist Andreas Januskovetz. Er ist Bereichsleiter für Klimaangelegenheiten der Stadt Wien und beschäftigt sich mit einer Frage, die uns alle betrifft: Wie muss sich eine Stadt verändern, wenn sich das Klima verändert? Wir sprechen heute darüber, was die zunehmende Hitze für unseren Alltag bedeutet, wie Wien darauf reagiert und wie eine lebenswerte Stadt der Zukunft aussehen kann. Hallo Andreas, schön, dass du da bist.
Andreas Januskovetz
Herzlich willkommen, und danke, dass ich da sein darf.
Saskia Jungnikl-Gossi
Wir beginnen immer mit der Transparenzpassage. Erster Teil: Woher wir einander kennen. Wir kennen einander nicht. Ich habe Spannendes gelesen und dich eingeladen. Und die zweite Frage ist, ob du aktuell bei einer politischen Partei tätig bist.
Andreas Januskovetz
Nein, bin ich nicht. Und ich kann auch nur bestätigen: Wir kennen einander nicht, wir sehen einander das erste Mal heute.
Saskia Jungnikl-Gossi
Aber bist du Parteimitglied?
Andreas Januskovetz
Bin Parteimitglied, ja. Aber ich bin nicht aktiv.
Saskia Jungnikl-Gossi
Bei der SPÖ?
Andreas Januskovetz
Bei der SPÖ, ja. Schon sehr lange. Schon seit über 40 Jahren.
Saskia Jungnikl-Gossi
Okay. Andreas, wir nehmen dieses Gespräch mitten im Sommer auf. Wir hatten gerade ein bis zwei Hitzewellen bereits hinter uns, eine, in der die Nächte nicht unter 27 bis 25 Grad gefallen sind. Was passiert mit einer Stadt wie Wien, wenn wir künftig nicht mehr einzelne heiße Tage haben, sondern immer längere Hitzeperioden und Truppenächte?
Andreas Januskovetz
Bei dieser Fragestellung schaue ich auch gerne einmal zurück, bevor ich nach vorne schaue. Und wenn ich zurückschaue, hat Wien sehr viel richtig gemacht in den letzten 150, ja, circa 150 Jahren. Wenn man an die Wiener Wasserleitung denkt, 150 Jahre alt, hat die viel damit zu tun, dass wir heute in einer guten Stadt leben, in einer lebenswerten Stadt leben. Wenn ich an den Wienerwald denke, die größte Klimaanlage der Stadt, auch vor 150 Jahren, geschützt durch den Josef Schöffel, viele können sich an den Namen noch erinnern. Das war auch damals eine riesige NGO, in Wahrheit, die den Wienerwald geschützt hat und gerettet hat. Alle diese Themen haben dazu geführt, dass wir heute zwar in einer heißer werdenden Stadt leben, und das ist auch nicht kleinzureden, da haben wir viel zu tun, aber wir haben schon viel gemacht. Dritter Punkt, vielleicht auch noch eine riesige Situation, die wir in den 70er Jahren bekommen haben, die alle kennen: die Donauinsel. Ein großes Hochwasserschutzprojekt, wissen heute nicht mehr alle, dass es eigentlich gebaut worden ist als Hochwasserschutzprojekt, ist heute eine riesige Erholungsfläche. Und in heißer werdenden Städten oder in einer heißer werdenden Stadt Wien ein ganz wichtiges Asset für uns.
Saskia Jungnikl-Gossi
Bleiben wir gleich dabei, weil du es ansprichst. Es gibt in Wien relativ viel große Grünflächen, aber dafür vereinzelt auch wieder Grätzel, in denen es sehr wenig Grün gibt. Ist das eine Besonderheit, und kann man das aufbrechen, sollte man das aufbrechen?
Andreas Januskovetz
Ja, also grundsätzlich völlig richtig. Es ist historisch natürlich begründbar. Wir haben eine Stadtmauer gehabt. Innerhalb dieser Stadtmauer ist ganz eng gebaut worden, sprich die inneren Bezirke oder innerhalb des Rings und dann innerhalb des Gürtels. Dort schaut es natürlich ein bisschen anders aus als außerhalb. Wir haben aber über 50 Prozent Grünanteil in dieser Stadt, auf das wir sehr, sehr stolz sein können und auch stolz sind. Da gibt es nur ganz wenige Städte in der Welt, die ähnliche Rahmenbedingungen haben. Vancouver zum Beispiel, Zürich, ist zwar viel kleiner, aber ist auch ähnlich aufgestellt. Ja, das ist sicher richtig, dass wir in den Innenbereichen oder den inneren Bezirken wenig Grünflächen haben. Wir bemühen uns aber sehr, das auch zu verbessern. Ist nicht ganz einfach. Wir leben hier in einer Millionenstadt, da stehen einfach Häuser, Menschen leben in Häusern, und je dichter diese Bebauung ist, desto schwieriger ist es auch, Grün wieder hineinzubringen. Man muss zum Beispiel bedenken, dass in einer üblichen Straße sehr viele Einbauten drinnen liegen, also nicht nur Kanal und Wasser, sondern auch Infrastruktur wie Telefonkabel, Glasfaserkabeln und so weiter. Das heißt, es ist nicht ganz einfach für die Stadtverwaltung, Grün in einer dicht verbauten Umgebung zu schaffen. Wir bemühen uns, und ich glaube, es funktioniert auch ganz gut. Man sieht auch die Ergebnisse. Wir kriegen mehr Grün in die Stadt hinein, ganz, ganz wichtig. Innenhöfe zum Beispiel. Jeder, der einen Innenhof kennt oder der lebt, wo ein Innenhof ist, weiß, wie wichtig es ist, wenn da drinnen ein Baum steht. Gleichzeitig muss man aber auch sagen, Bäume haben natürlich auch ein Ablaufdatum. Die werden irgendwann alt und sterben ab. Ich bin gelernter Förster, ich weiß, von was ich rede. Das heißt, nicht jeder Baum, der stirbt oder der umgeschnitten wird, wird gekillt durch die Stadt oder durch den Grundeigentümer, sondern die sterben manchmal auch eines natürlichen Todes. Da ist nachzusetzen, da wird viel gemacht.
Saskia Jungnikl-Gossi
Bleiben wir gerne bei Bäumen, weil es heißt ja, Bäume verändern das Klima. Also das ist ja erwiesen. Bäume sind gut fürs Klima. Man kann an Temperaturmessungen sofort feststellen, wenn da ein großer schattenspendender Baum steht, dann ist die Temperatur niedriger. Gleichzeitig kann man ja Bäume nicht einfach wohin stellen. Wasserknappheit, wie Sie sagen, Infrastruktur, Tiefwurzler, wie soll das funktionieren? Was kann die Stadt da tun? Also, weil Baum allein wird es nicht sein.
Andreas Januskovetz
Da gibt es mehrere Hebel, die man da drücken muss und wo wir das auch tun. Das eine ist alles, was mit Planung zusammenhängt. Die gesamte Planung ist darauf auszurichten, dass wir auch Grünflächen, dass wir Bäume in die Stadt hineinbekommen. Immer wenn auch innerhalb der Stadt neu gebaut wird, was abgerissen wird, wenn sozusagen neu gestaltet wird, werden jetzt Grünflächen und Bäume mitgedacht. Das war vor 30, 40 Jahren noch anders. Das ist ein Riesenasset, und das hat auch, das ist die sogenannte Transformation. Ich kann das Wort zwar fast schon immer hören, weil wir sind ständig in einer Transformation, aber das hat sich verändert, auch in den Köpfen. Dort muss es nämlich beginnen, bei den Köpfen der Planerinnen und Planer, natürlich auch in der Politik, selbstverständlich, aber auch bei den Menschen. Wir müssen lernen, dass Bäume was Wertvolles sind. Das war auch nicht immer so. Eine weggeworfene Zigarette kann eine Katastrophe auslösen. Wir müssen in die Köpfe der Menschen reinkommen. Und letztlich ist es auch ein großes soziales Thema, eine soziale Frage, wie viel Grün wir und wo wir Grün in der Stadt anbieten können. Das heißt, das ist das eine. Das zweite sind technische Maßnahmen. Neben der Planung und neben dem in den Kopf hineinbekommen der Menschen sind es natürlich auch technische Angelegenheiten, wie bereite ich den Boden auf. Stichwort Schwammstadt, ein Thema, mit dem wir uns sehr stark beschäftigen. Wir wollen den Untergrund, das Substrat, so ausgestalten, dass möglichst viel Wasser dort gebunden wird und für den Baum zur Verfügung steht. Das sind Rahmenbedingungen, die haben wir vor 30 Jahren noch anders gedacht. Da muss man aufgraben, da muss man die Infrastruktur, die unter des Straßenbelags liegt, muss man teilweise verlegen. Das kostet teilweise wirklich ganz viel Geld, um für Bäume gutes Substrat und guten Untergrund zu schaffen, gute Rahmenbedingungen zu schaffen. Im Wald gehe ich her, warte auf die Naturverjüngung, das heißt, ein Samen fällt vom Baum runter, ein junger Baum wächst, oder ich setze einen Baum. Um klimafit zu werden, muss ich Bäume setzen, die teilweise heute im Süden Europas oder im nördlichen Afrika vorkommen. Das heißt, wir müssen auch Bäume setzen, um klimafit zu werden. Die kommen dann von selber. In der Stadt muss ich Bäume pflanzen, kostet viel Geld, muss man genau nachdenken, wo man was macht und welche Bäume wir setzen. Auch ganz wichtig, es gibt Baumarten, die werden, das wissen wir heute, die Hitze der nächsten Jahrzehnte nicht aushalten. Und wenn wir Bäume pflanzen, dann müssen wir ja 100 Jahre vorausdenken. Ein Baum steht 100, 200, manchmal auch 400 Jahre. Wir müssen weit vorausdenken und müssen schauen, welche Baumarten können denn da überleben in einer Stadt, die heißer wird, die aber auch in der Zeit am Abend, wir spüren es ja selber, nicht kühl wird, wenn es drei Tage hintereinander 40 Grad hat, wird es ja nicht mehr kühl am Abend. Es bleibt heiß. Das alles beansprucht uns als Organismus, uns Menschen, ganz gewaltig. Wir haben eine höhere Übersterblichkeit, wir haben ganz viele Probleme mit der Hitze, weil wir es nicht gewöhnt sind, aber gleichzeitig fordert es auch die Bäume.
Saskia Jungnikl-Gossi
Ich habe irgendwo mal gelesen, dass eine Alternative zu Bäumen auch Moos ist, also dass Mooswände eine sehr gute Alternative darstellen, um Städte zu kühlen.
Andreas Januskovetz
Das ist richtig, Moos. Es gibt mehrere Pflanzen, die das sehr gut können. Nur alle diese Pflanzen brauchen ständig Wasser. Wenn Sie Moos vertikal aufbringen und nicht ständig mit Wasser versorgen, dann haben Sie dort eine braune Wand nach kurzer Zeit. Moos kann schon speichern, das stimmt alles. Bäume sind die beste Alternative in der Stadt.
Saskia Jungnikl-Gossi
Apropos zurückzukommen, soziale Frage. Hitze ist auch eine soziale Frage. Wer eine klimatisierte Wohnung hat, wer eine Wohnung mit Garten hat, wer ein Haus im Grünen hat, der erlebt natürlich 38 Grad ganz anders als jemand, der in einer dicht verbauten Wohnung sitzt, wo es in der Nacht einfach wirklich nicht kühler wird. Wie groß sind diese Unterschiede innerhalb Wiens?
Andreas Januskovetz
Die sind groß, und die werden, wenn wir nicht dagegensteuern, und das tun wir, die Politik ist sich dessen auch bewusst, dann kann dieses Gap auch größer werden. Was meine ich damit? Kleine Wohnungen, ob das jetzt in Wien ist oder woanders, ist einerlei, haben sehr oft die Situation, dass sie nur auf einer Seite Fenster haben. Das heißt, die Querentlüftung, die so wichtig wäre, wenn es heiß ist, ist nicht möglich. Diese Wohnungen sind meistens Wohnungen, die von Menschen bewohnt werden, denen es nicht so gut geht wirtschaftlich. Je mehr ich verdiene, desto besser es mir geht, desto größer ist die Wohnung, und ich kann quer entlüften, das ist ein wichtiger Punkt. Natürlich ist dann auch noch die Lage der Wohnung ganz besonders wichtig. Ist sie in einem engen Raum, wo ganz viel verbaut wird, habe ich keine Klimaanlage. Alles das sind ganz wichtige Faktoren. Ein wichtiger Gedanke, der für mich besonders wichtig ist, ist auch noch in dem Zusammenhang, wer entscheidet denn über diese sogenannte Transformation der nächsten Jahre? Wer entscheidet heute darüber, wie die Stadt in 20 Jahren ausschaut? Das sind Menschen, die nicht in 40 Quadratmetern wohnen, wo die Fenster nur auf einer Seite sind. Das muss uns immer bewusst sein. Mir ist es sehr wohl bewusst, auch ich wohne nicht auf 40 Quadratmetern in einer überhitzten Wohnung. Ich wohne auch durchaus privilegiert in einem Haus, das gut lüftbar ist. Es muss uns nur bewusst sein, dass wir, die die Entscheidungen treffen, sehr oft nicht unmittelbar und sofort von der Hitze betroffen sind. Das müssen wir mitdenken. Und die Klimafragen werden einerseits in Städten dieser Welt entschieden, und sie sind zutiefst soziale Fragen. Und dessen muss man sich immer bewusst sein. Die DNA der Stadt Wien hat das immer gekonnt. Die Daseinsvorsorge in dieser Stadt, Stichwort Wiener Wasser, also Wasserleitung oder Wienerwald, war immer so. Das haben wir schon vor 150 Jahren gekonnt. Und auf das bin ich auch ganz, auf das können wir alle ganz besonders stolz sein. Die DNA dieser Stadt geht in die Richtung, dass wir alle mitnehmen. Ein wichtiger und entscheidender Punkt, weil wenn die Gesellschaft auseinandergerissen wird, wie das auch bei anderen Themen manchmal der Fall ist, dann wird es schwierig, gute Themen durchzusetzen.
Saskia Jungnikl-Gossi
Eine Frage, die mir da sofort einfällt, ist, was ist mit Zeit? Also wie stehen wir in der Zeit? Weil das sind ja alles Dinge, die man tun könnte, schon klar, aber das ist ja alles, ich meine, wir haben, die Nächte sind jetzt heiß. Also es wird jetzt rapide bergauf gehen, Jahr für Jahr, nehme ich an. Wie viel Zeit haben wir denn überhaupt noch?
Andreas Januskovetz
Noch einmal, wir haben schon viel gemacht, das muss man schon sagen, und es passiert sehr viel. Was wir alle miteinander unterschätzt haben, war die Geschwindigkeit der Steigerung der Temperatur in den letzten Jahren.
Saskia Jungnikl-Gossi
Ich befürchte, ein paar Wissenschaftler würden dir jetzt widersprechen.
Andreas Januskovetz
Ein paar würden mir widersprechen. Es gibt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die das schon die letzten 30 Jahre vorhergesagt haben, das stimmt. Aber viele haben es auch unterschätzt. Von maßgeblichen Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen kenne ich auch den Satz, der heutige Sommer ist möglicherweise der kühlste Sommer der nächsten 20 Jahre. Vielleicht stimmt es nicht auf den Punkt, vielleicht haben wir dann wieder einmal einen kühleren Sommer. Faktum ist, wir steigen mit der Temperatur in die Höhe. Wir sind im kontinentalen Europa, wir sind weg von den Meeren. Das heißt, wir haben weniger Ausgleich, Temperaturausgleich. Wir sind in einer überhitzten Landmasse. Wir sind eben da, Wien liegt, wo es liegt. Der Vorteil ist, wir liegen auf einem Hang, das heißt, wir haben Terrassen, da kann die Luft runterfließen. 80 bis 90 Prozent aller Tage im Jahr kommt der Wind vom Westen in die Stadt hinein. Das heißt, er streicht, bevor er in die Stadt kommt, über den Wienerwald, wird gekühlt, wird mit Wasser aufgeladen und geht dann in die Stadt hinein. Und das bedeutet, dass Wien nur aufgrund der Tatsache, dass es den Wienerwald gibt, bis zu sechs Grad kühler ist, als es ohne Wienerwald wäre. Wenn wir das im Winter uns anschauen, bei 20 Grad ist es jedem egal. Jetzt ist es wichtig.
Saskia Jungnikl-Gossi
Sechs Grad?
Andreas Januskovetz
Bis zu sechs Grad kühlt uns der Wienerwald die Stadt runter. Nur der Wienerwald. Deswegen ist der Wienerwald auch die größte Klimaanlage Wiens. Und wie wir im Juni diese Hitzeperiode hatten, diese 40 Grad, diese ever.
Saskia Jungnikl-Gossi
Zwei Wochen lange.
Andreas Januskovetz
Heißesten Tage ever. Sollte man Messungen machen. Das ist ja auch die ganze Zeit, wir einen Rekord nach dem anderen im negativen Sinn brechen wir da. Hatten wir das Problem, dass der Wind vom Süden in die Stadt hineingekommen ist. Das heißt, er ist nicht über den Wienerwald drüber gegangen, sondern er ist dort reingekommen, wo man keinen Wald haben kann, nämlich vom Süden in die Stadt hinein, also Mödlingbaden von der Seite, wo die Südbahn runtergeht. Und dort kann er nicht abkühlen. Das war auch einer von mehreren Momenten, warum es dann so heiß war in der Stadt.
Saskia Jungnikl-Gossi
Das ist interessant, dass du das sagst, weil dazwischen habe ich immer gedacht, wieso ist der Wind so, es war wie wenn ein Drache dich anbläst, wieso ist dir so heiß. Und das wäre mir früher nie aufgefallen. Eine Erklärung dafür.
Andreas Januskovetz
Kommt daher, von welcher Seite der Wind in die Stadt hineinweht, ja genau.
Saskia Jungnikl-Gossi
Reden wir mal über dich. Du bist seit 2021 jetzt Bereichsleiter für Klimaangelegenheiten der Stadt Wien. Was genau ist deine Aufgabe?
Andreas Januskovetz
Meine Aufgabe ist, dass ich sämtliche klimarelevanten Maßnahmen dieser Stadt koordinieren darf. Die Klima-Governance, das klingt zu hochtrabend, ist sämtliche Bereiche, die die Stadt macht, raus aus Gas, BV-Initiative, also ganz große Dinge, alles, was die Wiener Stadtwerke machen, die Umstellung von karbonisierten Energieformen, also Gas, teilweise haben wir noch Öl, aber in erster Linie ist es Gas, Umstellung auf die karbonisierten Energieformen, Tiefengeothermie, PV und so weiter, Wind, haben wir zwar in Wien nicht, aber wir holen uns das rein. Alle diese Bereiche sind auf der einen Seite zu koordinieren. Die einzelnen Einheiten, die einzelnen Betriebe, Unternehmerinnen, Unternehmer machen ganz, ganz viel. Da geht es um die Koordination von allem, auch um die Berechnung der Treibhausgase, also der CO2-Werte. Was sparen wir ein, wo sparen wir ein? Da geht es darum, dass wir das auch berichten müssen. Da gibt es ja internationale Regeln dazu. Die EU, Stichwort Green Deal, gibt da sehr viel vor. Wurde jetzt in den letzten ein, zwei Jahren aus wirtschaftlichen Gründen ein bisschen aufgeweicht, aber letztlich gelten die Zahlen nach wie vor. Und Wien hat eine ganz klare Strategie dazu. Wir haben das Wiener Klimagesetz gebaut. Wir haben uns Gedanken gemacht zu einem Wiener Klimabudget. Das heißt, wie lenken wir Budgetmitteln, keine eigenen Budgetmitteln. Wir haben nicht irgendwo einen Topf Geld. Wien muss hart sparen. Aber wie lenken wir diese Mittel, die wir haben, möglichst intelligent in Richtung Klimamaßnahmen, wissend, dass ganz viele andere Maßnahmen in der Stadt auch wichtig sind. Wir brauchen Spitäler, wir brauchen Schulen und so weiter. Also die Daseinsvorsorge ist ganz wichtig, aber eben das Thema Klima auch. Das heißt Klimabudget, Kreislaufwirtschaft, ein Riesenthema, Klimabildung. Wir müssen Gutes tun und ständig darüber reden. Wir müssen das den Menschen erklären. 50 Prozent der gesamten Arbeit in der Klimagovernance ist es, Menschen, so wie heute hier, zu erklären, was wir tun. Alle diese Maßnahmen werden bei mir koordiniert. Ich habe da ein tolles Team aufbauen dürfen, ein hohes Privileg, wo ich sehr, sehr glücklich bin darüber, das machen zu dürfen. Ich bin schon sehr lange im Magistrat, ich kenne die Stadt wirklich sehr gut und ich habe dieses hohe Privileg bekommen, diese Einheit aufzubauen. Ich habe mir die Damen und Herren, sind alle viel, viel jünger als ich, halb so alt wie ich, haben wir die alle international geholt. Die waren nicht vorher bei der Stadt, die sind von außen gekommen, haben unterschiedliche Ausbildungen, sehr hohe Ausbildungen in klimarelevanten Maßnahmen. Also Gebäude ist zum Beispiel ein Riesenthema. Der größte Hebel in Wien sind alles, was mit Gebäuden zusammenhängt, Dämmung, Energie und so weiter. Das Zweite ist alles, was mit dem Verkehr zusammenhängt. Da sind wir gut aufgestellt. Wir haben einen sehr guten Modal Split. Das heißt, die Aufteilung zwischen Nutzung vom öffentlichen Verkehr und Individualverkehr ist in Wien sehr gut, weil wir U-Bahnen haben, Straßenbahnen haben und so weiter. Also das läuft ganz gut. Da habe ich Expertinnen und Experten und dann beim Thema Energie, beim Thema Bildung, beim Thema Kreislaufwirtschaft, überall junge Damen und Herren, die sich da ordentlich reintigern, die internationale Kontakte haben und mit denen baue ich diese sogenannte Klimagovernance in der Stadt, also alle Maßnahmen in Koordination auf.
Saskia Jungnikl-Gossi
Aber das heißt, eine Aufgabe von euch ist es, in jedem Bereich das Stadtklima mitzudenken und Klima reinzudenken.
Andreas Januskovetz
Ganz genau so ist es, ja. Wir denken mit, wir setzen uns in die Diskussionen mit den Kolleginnen und Kollegen. Die haben ein gewaltiges Fachwissen, die einzelnen Magistratsabteilungen, Wiener Stadtwerke, der Wiener Gesundheitsverbund zum Beispiel, die Holding, die Wien Holding, Fonds Soziales Wien, Wiener Wohnen. Dort sitzen übrigens Kolleginnen und Kollegen, die ein ganz tiefes und tolles Fachwissen haben. Und wir setzen uns dazu und schauen, ob wir die Treibhausgasrelevanten Maßnahmen mit ihnen gut abgleichen können. Und da passiert wirklich viel. Das passiert im Hintergrund. Es sind auch Vorschläge, die wir dann der Politik vorbereiten und vorlegen und sagen, in diesem und diesem Bereich können wir treibhausgastechnisch was tun. Und dann wird es abgeklärt, wird geschaut, ob diese Maßnahmen auch in alle anderen Maßnahmen gut reinpassen. Sie müssen sozialverträglich sein. Es dürfen andere große Maßnahmen darunter nicht leiden. Stichwort Spitäler, Stichwort Bildung und so weiter und so weiter.
Saskia Jungnikl-Gossi
Aber wie viel Entscheidung, also kannst du sagen, kannst du entscheiden, diese Straße braucht Bäume oder dieses Bauprojekt ist nicht klimatauglich?
Andreas Januskovetz
Entscheiden tut in der Stadt die Politik. Wir machen Vorschläge. Und diese Vorschläge werden der Politik vorgelegt, immer abgestimmt mit allen Fachabteilungen oder Unternehmerinnen und Unternehmern der Stadt. Das heißt, wir machen fachlich fundierte, aus Klimasicht bestmögliche, behaupte ich jedenfalls. Also wir versuchen da wirklich sehr gut, den Dingen auf den Grund zu gehen und uns international abzustimmen. Wir machen Vorschläge, legen das der Politik vor und in vielen Fällen passt das gut zusammen und wird dann auch durchgeführt.
Saskia Jungnikl-Gossi
Du beschäftigst dich ja nicht nur damit, wie wir uns an die Klimakrise anpassen, sondern auch damit, wie Wien klimaneutral werden soll. Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Klimaschutz und Klimaanpassung?
Andreas Januskovetz
Ein ganz ein großer. Der Klimaschutz, da sind alle Maßnahmen gemeint, die treibhausgasrelevant sind. Das heißt, raus aus Gas zum Beispiel, die PV-Geschichte, das Reduzieren der treibhausgasrelevanten Maßnahmen ist Klimaschutz. Das ist Klimaschutz. Ist übrigens am schwersten zu erklären der Bevölkerung, weil das ist ganz weit weg. Da kommt normalerweise die Frage, solange die Chinesen nichts tun, tun wir auch nichts. Wobei die Chinesen tun ganz viel. Die machen ganz, ganz viel. Das sind die Klimaschutzmaßnahmen, schwer zu erklären, sehr oft technische Maßnahmen, Wärmetauscher und so weiter, Tiefengeothermie, das kann man nicht so einfach erklären. Das sind hochtechnische Maßnahmen, ganz, ganz wichtig, schwierig zu erklären. Die Klimaanpassung, die kann jeder Wienerin und jeden Wiener und jedem Gast dieser Stadt erklären. Das sind die Bäume, das ist der Spritzer, wo kühlende Luft mit Wasser rauskommt, wo man sich drunter hinstellt, wo man kurzfristig sich abkühlen kann. Das ist der Schatten, das sind die Außenschalusien bei den Häusern. Das sind Maßnahmen, die sind sehr wirksam, sehr plakativ, gut erklärbar. Mit den Klimaanpassungsmaßnahmen kommen wir in die Hirne, aber auch in die Herzen der Menschen rein. Da sind wir ganz schnell drinnen. Der zweite Punkt ist die Kreislaufwirtschaft. Das kann man auch gut erklären, ist für manche ein bisschen mühsam, aber ist ein ganz wichtiges Thema. Wir müssen schauen, dass wir die Materialien, alles, was wir verwenden, nicht einmal verwenden oder manchmal sogar gar nicht verwenden und wegschmeißen. Stichwort Kleidung, Wahnsinn, was da teilweise passiert auf der Welt. Da sind wir natürlich nicht die Einzigen, wir werden die Welt nicht ändern in Wien, aber wir können unseren Teil dazu beitragen. Diese beiden Maßnahmen, die Anpassung und die Kreislaufwirtschaft, kann man Menschen gut erklären, die nichts verstehen vom Klimawandel. Beim Klimaschutz ist es ein bisschen schwieriger.
Saskia Jungnikl-Gossi
Du redest oft über Technik, Technologie. Wie wichtig oder wie viel Augenmerk legt ihr darauf, zu schauen, was wird gerade, was gibt es an Innovationen, was funktioniert in anderen Städten, was kann vielleicht in Zukunft etwas sein, was wir jetzt noch gar nicht so uns vorstellen können, aber dann schlussendlich dazu führen, dass es eine große Umstellung geben kann?
Andreas Januskovetz
Innovation ist ein Riesenthema und ist auch ein großer Treiber in der ganzen Klimadiskussion. Das ist auch einer der Punkte, die mich zuversichtlich machen. Also ich bin nicht negativ eingestellt. Es ist ein großes Thema, ein schwieriges Thema, aber ich bin durchaus positiv eingestellt. Warum? Weil wir auch in den letzten Jahren gesehen haben, was an Innovation daherkommt, was wir uns drei Jahre davor nicht einmal vorstellen konnten. Da passiert ganz viel. Wir schauen uns das natürlich an, nicht nur wir, sondern auch, noch einmal genannt, die Wiener Stadtwerke, die da eine außerordentliche Position haben, die natürlich auch international so wie wir schauen, was bietet sich da an. Ein Stichwort, Tiefengeothermie. Die Tiefengeothermie ist keine Rocket Science. Das kennt man. Paris macht das schon lang. München macht das schon lang. Das weiß man, wenn man in unserem Fall. Ist es der Ader-Klar-Konglomerat, der liegt ungefähr 3.500 Meter unter Wien. Das ist eine riesige Blase. Da ist heißes Wasser drinnen. Wir haben nach mehreren Bohrversuchen jetzt diese Blase getroffen, die Wiener Stadtwerke gemeinsam mit dem Bund, haben da eine eigene Firma gegründet. Wir haben jetzt diese Blase getroffen und nach jetzigen aktuellen Berechnungen gehen wir davon aus, dass wir bis zu 50 Prozent des russischen Gases oder des Gases, das wir jetzt noch verwenden, jetzt ist es Gott sei Dank kein russisches Gas mehr, aber wir verwenden noch Gas für die Fernwärme, dass wir das alleine durch die Tiefengeothermie subsumieren können. Das sind technische Meisterleistungen, genauso wie der Wärmetauscher zum Beispiel bei der Kläranlage in Wien, eine der größten Kläranlagen Europas, ist die Wiener Kläranlage eine toporganisierte Organisation und auch technisch eine Topmeisterleistung. Dort haben wir Wärmetauscher eingebaut, riesige Wärmetauscher, die viele tausend Wohnungen mit Energie versorgen können. Und so gehen wir Schritt für Schritt weiter. Innovation ist der große Treiber in dem Zusammenhang. Und ich bin sicher, dass wir, wenn wir da in drei, vier Jahren sitzen würden, über Themen reden, die wir uns heute noch gar nicht vorstellen können.
Saskia Jungnikl-Gossi
Notiere ich mir.
Andreas Januskovetz
Gerne, gerne.
Saskia Jungnikl-Gossi
Machen wir dann. Kommen wir nochmal zurück zu der Hitzewelle, zu den kommenden Hitzewellen. Reden wir über die gesundheitliche Dimension. Es wird gerade wieder darüber diskutiert, dass Menschen in Krankenhäusern, in Pflegeeinrichtungen besonders unter der Hitze leiden. Da geht es um Patientenzimmer, in denen es sehr heiß wird, aber es geht natürlich auch ums Personal, das unter Bedingungen arbeiten muss, die eigentlich nicht zulassen, dass man gut arbeiten kann. Was kann man da tun und wieso ist das so, dass gerade an Orten, wo wirklich vulnerabelste Menschen liegen, nicht ausreichend vorbereitet ist gegen Hitze?
Andreas Januskovetz
Also ein bisschen muss ich dagegen sprechen. In vielen Spitälern dieser Stadt, die sind gut vorbereitet. Wir haben durchaus Themen, das möchte ich nicht leugnen, keine Frage, aber ich versuche es einmal von der positiven Seite her. Es gibt ganz, ganz viele Bereiche, die gut aufgestellt sind. Was muss man alles tun? Es beginnt bei den Außenschalusien, ganz wichtige Maßnahmen. Natürlich sind die meisten Bereiche klimatisiert. In manchen Bereichen haben wir keine Klimaanlagen, die werden jetzt nachgerüstet, ja. Natürlich gibt es genug zu tun und es ist eine Risikominimierung, wenn ich in Klimaanpassungsmaßnahmen vor allem bei den vulnerablen Gruppen eingreife. Das ist das Thema Spitäler, das ist bekannt, da wird viel Geld hineingesteckt und das findet statt. Es wird immer wieder wo einen Ort geben, der vielleicht noch nicht umgestellt ist, aber grundsätzlich finden diese Dinge statt und das ist den handelnden Personen auch sehr bewusst. Wir haben darüber hinaus auch sogenannte coole Zonen geschaffen in der Stadt. Das sind Räumlichkeiten, meistens Pensionistenclubs oder Bibliotheken oder auch von Vereinen zum Beispiel zur Verfügung gestellte Räumlichkeiten, die gekühlt sind, die kühlbar sind, aber nicht auf Kühlschrank, sondern auf 23, 24 Grad, die die Stadt anbietet mit freiwilligen Organisationen, wo man in hoher Hitze, in großen Hitzeperioden sich abkühlen kann, wo man hineingeht, eine halbe Stunde sitzen bleibt, eine Stunde sitzen bleibt, eine Ansprache hat mit Leuten, was ich Karten spielen kann oder plaudern kann oder Zeitung lesen kann und so seinen Organismus ein bisschen wieder kühlen kann und ein bisschen wieder gerade richten kann. Das werden wir auch ausbauen in den nächsten Jahren. Das wird wichtiger werden für uns. Wir haben das vor, das muss ich nochmal wiederholen, vor 30 Jahren haben wir das nicht im Blick gehabt. Das war kein Thema für Wien. Da hat es vielleicht irgendwann einmal einen heißen Tag gegeben. Ich weiß es von meiner Mutter. An meinem Geburtstag war es ganz heiß. Da ist sie hochschwanger, dann ins Krankenhaus gegangen und hat mir das immer wieder erzählt, wie heiß da war. Aber es hat sicher keine 40 Grad gehabt. Das ist auch eine psychologische Geschichte. Wenn es dann einmal heißer wird, dann ist es halt, der Unterschied ist ein großes Thema. Auf das müssen wir schauen. Auf was wir auch noch besonders schauen müssen, ist immer auf die erste Hitzewelle im Jahr. Die ist für den Organismus ganz besonders wichtig und belastend. Wenn es mehrmals hintereinander dann heiß wird, wie es im Sommer oft ist, dann hält man das normalerweise besser aus. Ausnahme vulnerable Gruppen, Ausnahme natürlich die älteren Menschen, kranke Menschen, schwangere Personen. Da ist es immer ein bisschen anders. Da wird es gefährlicher. Aber grundsätzlich müssen wir auf die erste Hitzeperiode schauen. Da müssen wir gut aufgestellt sein. Haben wir heuer auch viel gelernt. Und da werden wir auch noch viel tun.
Saskia Jungnikl-Gossi
Was haben wir denn gelernt?
Andreas Januskovetz
Wir haben gelernt, dass wir diese Hitze, diese coolen Zonen zum Beispiel übers Wochenende aufmachen müssen. Logischerweise, weil 40 Grad hören nicht am Freitag am Nachmittag auf und fangen am Montag wieder an. Das haben wir vorher auch schon gewusst. Aber letztlich haben wir da gelernt, dass wir da noch viel stringenter, viel klarer solche coole Zonen zum Beispiel anbieten müssen. Aber auch die Wasserspender in der Stadt. Wir haben 1.800 Brunnen in der Stadt stehen. Das ist übrigens mehr. In der Stadt Wien, innerhalb der Stadt, stehen mehr Wasserbrunnen als in ganz Deutschland. Das heißt, wir sind nicht so schlecht aufgestellt. 1.800 Brunnen in der ganzen Stadt, das ist schon eine Menge. Trotzdem werden wir in diesen Bereichen auch noch ausbauen. Ein Thema, das mir auch noch einfällt, das wir heuer erstmals gemacht haben, die öffentlichen Bäder länger aufmachen und anbieten. Das sind Orte, wo Kühlung stattfindet. Und vielleicht noch eine Zahl, die vielleicht überraschend ist. Wir haben über 60 Kilometer offenen Strand in Wien, frei zugänglichen Strand. Alleine auf der Neuen Donau, wenn man beide Seiten nimmt, sind es 42 Kilometer. Die Donau ist 21 Kilometer lang, mal zwei, 42 Kilometer. Und wenn man bedenkt, dass der Wörthersee ziemlich genau auch 42 Kilometer Uferzone hat und dort, ich glaube, keine 300 Meter öffentlich zugänglich sind. Bei uns sind es mit der Alten Donau, mit den Gewässern im Nationalpark Donau und so weiter über 60 Kilometer, 60 Kilometer in einer Millionenstadt frei zugängiger Wasserzugang.
Saskia Jungnikl-Gossi
Das mag schön sein für Kinder, wenn sie mal schwimmen gehen können. Was nicht schön ist, ist, wenn sie dann wieder in der Schule sitzen und es nicht klimatisiert ist. Auch nicht einfach. Da gibt es auch Probleme. Wann wird da nachgerüstet? Also es gibt wirklich viele Schulen, eigentlich fast alle, die keine Klimaanlage haben, wo es in den Klassenzimmern absurde über 30 Grad hat, wo Eltern, die sagen, sie würden zusammenlegen und Ventilatoren spenden oder sonst was, verboten wird, das zu tun. Wie sollen Kinder unter diesen Bedingungen arbeiten?
Andreas Januskovetz
Ist ein ganz schwieriges Thema, das wir in der heurigen Hitzewelle voll brutal mitbekommen haben. Das Positive daran ist, es denken jetzt viele Leute, auch die, die budgetrelevant arbeiten und Budgetverantwortung tragen, dieses Thema als römisch 1 Thema mit. Das war vorher bei manchen der Fall, bei manchen weniger. Da waren andere Themen oft wichtiger. Das ist angekommen. Ist keine einfache Geschichte, braucht länger. Und wir gehen so vor, dass wir erstens einmal die Außenschalusien machen, also das ist immer das Erste. Dann natürlich dort, wo es budgetär möglich ist, auch Klimaanlagen einbauen werden. Die Geschichte mit den Ventilatoren hat den Nachteil, dass man nicht einfach einen Ventilator kaufen kann und in die Klasse stellen kann, weil Mädchen oder auch Burschen mit längeren Haaren dann gefährdet sind, zum Beispiel. Das ist durchaus eine reale Gefahr, der sich kein Lehrer, keine Lehrerin aussetzen will. Die sind verantwortlich dann dafür. Da brauchen wir neue Regeln. Wir müssen die Ventilatoren auf die Decke nageln und so weiter. Also da müssen wir noch viel dazulernen. Da haben wir sicher viel zu tun in den nächsten ein, zwei Jahren.
Saskia Jungnikl-Gossi
Wie willst du es schaffen, dass das Thema nicht nur Aufmerksamkeit bekommt? Also jetzt ist die Aufmerksamkeit groß. Den Leuten ist das schon klar. Das war jetzt sehr unlustig im Juni. Dann wird September kommen, es wird Oktober kommen. Das Thema versandet. Bis wir wieder überrascht sind, kommendes Jahr. Wie willst du das verhindern?
Andreas Januskovetz
Das ist eine unserer großen Herausforderungen in der gesamten Klimagovernance und nicht nur für Wien, sondern eigentlich in allen Millionenstädten, die früher keine Hitzeperioden hatten. Das ist das Thema, dass es eine saisonale Geschichte ist, natürlich. Vollkommen richtig. Jetzt sind alle neu hochdeutsch alert. Jetzt sind wir alle ganz oben mit Swissmore und haben tausend Ideen, wovon 100 umsetzbar sind und 900 nicht. Ja, wir müssen es aufrechterhalten. Das passiert zum Beispiel bei uns mit dem Hitzeaktionsplan. Wir haben einen Hitzeaktionsplan. Wir haben verschiedene Pläne. Wir haben auch einen Klimafahrplan, den wir nächstes Jahr im Jänner im Gemeinderat vorlegen, der alle fünf Jahre evaluiert wird. Wir sind gerade in der Ausarbeitung. Und da haben wir natürlich alle diese Themen, die jetzt so an die Öffentlichkeit gekommen sind und die zu Recht diskutiert werden, die haben wir da alle eingearbeitet. Also beim Klimafahrplan selber, es wird ein großes Werk werden, jetzt auch eine Kurzfassung geben, dass es auch alle lesen können, werden alle diese Themen drinnen sein. Entscheidend ist aber schon auch, und ich bin nicht naiv, dass die Dinge sehr oft viel Geld kosten. Nicht alles kostet Geld, manches bringt sogar Geld, manches ist budgetneutral, aber die allermeisten Dinge kosten viel Geld. Und insofern muss man dann immer schauen, in welcher Reihenfolge kann man Dinge anbieten, kann man Dinge machen und wo schaffen wir es einfach nicht als Stadt, weil die Budgetmittel ausgehen. Also das müssen wir uns genau anschauen und da müssen wir sehr zielgerichtet und sehr genau unterwegs sein.
Saskia Jungnikl-Gossi
Eine Diskussion, die es auch gerade gibt, ist, dass manche sagen, eine Klimaanlage im Sommer soll mittlerweile so Standard sein wie eine Heizung im Winter und andere sagen, man weiß ja, dass Klimaanlagen eine Stadt zusätzlich aufheizen. Wie kommt man raus aus diesem Dilemma?
Andreas Januskovetz
Wir haben uns lange Zeit gegen Klimaanlagen ausgesprochen in der Stadt, genau aus dem Grund, weil sie aufheizen und weil sie natürlich wahnsinnig viel Energie kosten, die wir woanders auch brauchen, aus klimatechnischer Sicht. Wir sind aber heute pragmatisch dazu übergegangen zu sagen, es gibt vulnerable Gruppen, die brauchen Klimaanlagen. Wir heizen diese Stadt so schnell saisonal auf in den nächsten Sommern, dass wir das nicht aufrechterhalten können, eine Politik mit Null-Klimaanlagen. Das gilt nicht nur für Spitäler, die sie eh immer hatten. Das gilt nicht nur für Altenheime und für Kindergärten und für Schulen, sondern das gilt auch für große Räumlichkeiten, wo sich Menschen aufhalten, Bibliotheken und so weiter. Wir sind jetzt dazu übergegangen, dass wir sagen, ja, aber das heißt Klimaanlage ja, ganz genau schauen, welche Klimaanlage, möglichst optimiert, auch da passiert es sehr viel Innovation in dem Zusammenhang und wirklich nur dort einsetzen, wo man es wirklich braucht. Die Dinger kosten viel Geld, sie fressen viel Strom, aber sie machen die Umgebung auch kühler. Das muss man ehrlich gesagt sagen.
Saskia Jungnikl-Gossi
Wenn wir derzeit über Klimakrise sprechen, dann reden wir eigentlich fast immer über Hitze. Was sind denn die anderen Folgen, über die wir zu wenig sprechen vielleicht?
Andreas Januskovetz
Ja, die lesen wir hin und wieder. Das ist halt immer dann, wenn es hochkommt, dann reden wir drüber. Ein Thema, mit dem ich stark beschäftigt war, ist Waldbrand natürlich, also die ganze Trockenheit, die halt dann mündet in Waldbrandsituationen. Böden können nichts mehr aufnehmen, wenn sie so lange trocken sind und kein Regen kommt. Wir haben das in den letzten Tagen ja in Wien erlebt, dann plätschert es einmal wieder runter. 45 Millimeter, was an sich ja kein Problem ist, nur wenn der Boden so trocken ist, nimmt er nichts auf. Das heißt, wir haben das ganze Thema der Landwirtschaft, auch der Forstwirtschaft. Die Pflanzen müssen sich umstellen, vieles stirbt ab. Wir haben das Thema der Hochwassersituation an der Muren. Wir haben das Thema letztendlich auch der Energie. Wir sind ein Land mit Laufkraftwerken, vor allem entlang der Donau, aber auch der großen Flüsse. Je weniger Wasser darunter rinnt, je mehr Gletscher es nicht mehr gibt, desto weniger Wasser läuft oder rinnt die Donau runter, desto ineffizienter werden die Laufkraftwerke. Das heißt, wir haben auch ein Energiethema letztlich. Das bekommen wir in den nächsten Jahren. Wir können uns nicht einfach zurücklehnen und uns auf unsere Wasserkraft verlassen in den nächsten 20 Jahren. Das wird auch noch heavy werden. Es wird alle Bereiche unseres Lebens beeinflussen und beeinflusst jetzt schon. Nicht nur die Hitze, sondern viele, viele andere Bereiche auch. Wie gesagt, Trockenheit ist ein Riesenthema. Dann Golfstromsituationen, diese Stürme, die dann teilweise kommen aufgrund des aufgeheizten Mittelmeers. Das sind Dinge, mit denen müssen wir leben lernen. Die Hagelkörner werden größer, definitiv. Wie ich ein Kind war, war ein Hagelkorn mit zwei Zentimetern eine Riesengeschichte. Heute sind die Tennisballen groß und zwar nicht einmal im Jahr, sondern zehnmal im Jahr. Alle diese Dinge werden uns beschäftigen und wir müssen uns darauf einstellen.
Saskia Jungnikl-Gossi
Stichwort Trockenheit, Thema Wasser. Das Wasser wird eine der umkämpftesten Ressourcen der Zukunft sein. Wie ist Wien da aufgestellt? Haben wir genug Wasser für wie lange?
Andreas Januskovetz
Wien hat in dem Zusammenhang eine herausragende Situation, eine positive Situation. Wir haben vor 150 Jahren, vor mehr als 150 Jahren die erste Wiener Hochwasserleitung gebaut vom Rack-Schneeberg-Gebiet. Ich war dort Forstmeister lange Zeit. Ich weiß, von was ich spreche. Kurz nach 1900 haben wir dann die zweite gebaut aus dem Hochschwabgebiet. Wir haben Grundwasser, wir haben Brunnen in der Lobau, in der unteren Lobau, in der oberen Lobau, auf der Donauinsel. Wir haben das dritte Wasserwerk in der Mitterndorfer Senke mit hervorragendem Wasser. Wien ist gut aufgestellt. Wien wächst ja noch immer, nicht mehr so schnell wie vor ein paar Jahren, aber wir wachsen noch immer. Wir sind über zwei Millionen Menschen mittlerweile in der Stadt. Und wir brauchen bei weitem nicht den sogenannten Konsens, der uns vom Wasserrecht zugestanden wird. Was meine ich damit? Das Wasserrecht sagt ganz genau, wie viel darf ich aus der Quelle entnehmen für Trinkwasser und wie viel muss den Fluss runterfließen, weil da muss ja auch Wasser drinnen sein. Da leben Fische, da gibt es Wasserkraftwerke und so weiter. Also das ist immer ein Verhältnis, das da einzuhalten ist. Und dieses Verhältnis nutzen wir bei weitem nicht aus. Das heißt, wir haben genug Wasser. Ich spreche jetzt für die nächsten, ich traue mir zu sprechen über die nächsten 20, 30 Jahre. Viel weiter vordenken traue ich mir nicht, weil Dinge sehr schnell funktionieren können. Wir sind im Karstgebiet. Das Wasser geht sehr rasch vom Regen in die Quelle hinein. Das ist eine Herausforderung. Wir müssen auf diese Gebiete unglaublich gut aufpassen. Das sind die Quellenschutzgebiete der Stadt Wien, Rack-Schneeberg, Hochschwab. Da müssen wir sehr sorgsam damit umgehen. Wir haben Wasser genug, Gott sei Dank. Wir haben mehrere Möglichkeiten. Wie gesagt, wir haben Grundwasser genauso wie Quellwasser. Da sind wir gut aufgestellt, viel, viel besser aufgestellt als die meisten Millionenstädte der Welt.
Saskia Jungnikl-Gossi
Du warst vor diesem Job, warst du Forstdirektor, auch eine Zeit lang parallel, aber davor ausschließlich. Hat diese Erfahrung deinen Blick auf die Stadt verändert? Oder nimmst du da was mit?
Andreas Januskovetz
Ja, ganz sicher. Klar. Also ich habe begonnen mit 16 Jahren im Forst- und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien als Praktikant zu arbeiten. Ich habe dann die Förstausbildung gemacht, habe Forstwirtschaft studiert, war eine Zeit lang Forstmeister im Rack-Schneeberg-Gebiet und war jetzt dann 24 Jahre Forstdirektor, also verantwortlich für den Gesamtbetrieb, übrigens der zweitgrößte Betrieb Österreichs nach den österreichischen Bundesforsten. Wissen viele Leute nicht. Da können wir durchaus stolz drauf sein als Stadt Wien, dass wir dieses Thema haben. Ja, natürlich ist es ein eigener Blick, den man hat in dieser Ausbildung. Wir denken, ein Forstmensch denkt 100 bis 150 Jahre vor. Alles, was wir tun, wird relevant in 150 Jahren. Das sind immer spannende Diskussionen mit der Politik.
Saskia Jungnikl-Gossi
Die in vier Jahren denkt.
Andreas Januskovetz
Das ist nicht eine Legislaturperiode, das sind viele. Ist aber ganz entscheidend. Vielleicht auch da noch ein Gedanke. Wir bauen seit vielen Jahren auf klimarelevante oder auf klimafitte Wälder um. Wir wissen heute, dass es Baumarten gibt, die die Hitze nicht so gut aushalten. Stichwort Fichte, Borkenkäfer und so weiter. Flachwurzler kann nur von oben Wasser nehmen. Wir haben aber auch Probleme mit den Buchen im Wiener Wald, weil die alten Buchen gewohnt waren, dass sie in der oberen Schicht des Bodens genug Wasser bekommen haben. So haben sie die Wurzel nicht hinunterentwickelt. Die jungen Buchen, die jetzt nachkommen, die wissen das schon, die gehen weiter runter. Wir setzen heute Baumarten, die in Südeuropa vorkommen, die in Nordafrika vorkommen, Atlaszeder zum Beispiel, eine Nadelbaumart, die im Atlasgebirge vorkommt, die sich aus meiner Sicht, jedenfalls aus meiner fachlichen Sicht, durchaus durchsetzen wird bei uns. warum? Weil im Atlasgebirge, das ist in Marokko, durchaus auch sehr kalte Winter sind. Auf das müssen wir immer achten. Es geht nicht nur darum, dass es trocken und heiß im Sommer ist. Der Baum muss auch Kälte im Winter aushalten. Und das kann nicht jeder Baum. Auch die Stadtbäume in Wien, da gibt es eine eigene lange Liste, die die Stadtgärtner kreiert haben, auch international mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Da schauen wir auch, dass wir Baumarten, Bäume in der Stadt setzen, die das aushalten. Ein Baum in der Stadt ist ja der Riesenstress. Ein Baum steht ja nicht normalerweise neben Gebäude, der steht normal im Wald. Also insofern passen wir auf das sehr genau auf. Wir machen das schon viele Jahre und bauen unsere Wälder um in Richtung klimafitten Wald, um festzuhalten oder um zu gewährleisten, dass dieser Wald in 50, 100 und 150 Jahren auch noch das tut, was wir von ihm wollen, nämlich Wasser zurückhalten, kühlen, teilweise auch Holz liefern für Tische und Sesseln. Auch das gehört dazu. Erholung bieten und das gesamte Thema der Biozoonose, also den gesamten Lebensbereich der Pflanzen und der Tiere aufrechtzuerhalten. Das ist ein wichtiger Punkt, auch eine große Herausforderung.
Saskia Jungnikl-Gossi
Gibt es eine Maßnahme, bei der du sagst, wenn wir nur eine Sache sofort und flächendeckend umsetzen könnten, dann wäre es diese?
Andreas Januskovetz
Pragmatisch ist der größte Hebel Gebäude. Und die Maßnahme, die ich sofort umsetzen würde, um schnell Linderung, um schnell Kühlung in diesen heißen Tagen zu ermöglichen, würde ich mir wünschen, die Außenschalusien. Die sind rasch machbar, kosten Geld, wissen wir, kostet alles viel Geld. Aber das ist eine Maßnahme, die die Bevölkerung rasch spürt. Es gibt dann ganz, ganz viele Maßnahmen, die wünsche ich mir auch. Aber beginnen würde ich einmal bei den Außenschalusien.
Saskia Jungnikl-Gossi
Was ist mit Autos? Sollen die Autos raus aus der Stadt?
Andreas Januskovetz
Die Autos werden irgendwann einmal draußen sein aus der Stadt, jedenfalls aus der Innenstadt. Ich wünsche es mir auch innerhalb des Gürtels. Ich weiß, dass sich das viele noch nicht vorstellen können. Der Individualverkehr gehört in einer Großstadt raus. Wir haben so einen tollen Verkehr in der öffentlichen Verkehr. Wir haben die Straßenbahnen erhalten, wie wir U-Bahnen gebaut haben. Das wissen auch nicht viele. Viele Städte haben, wie sie U-Bahnen gebaut haben, die Straßenbahnen abgebaut, weil die U-Bahnen gekommen sind. Wien hat das nie gemacht und hat heute ein Top-Netz mit allen, mit Straßenbahnen, Bussen und mit U-Bahnen. Das heißt, wir haben ein Top-Netz. Wer in Wien wohnt, braucht, wenn er sich in Wien bewegt, eigentlich kein Auto bis auf die Randbereiche Wiens. Das ist schon klar. Aber grundsätzlich brauchen wir das nicht. Der Individualverkehr gehört bis auf wenige Ausnahmen, da gibt es natürlich ein paar Diskussionen, aber grundsätzlich gehört er raus. Es sind Hitzemagnete, ein Auto ist heiß, ein Auto braucht viel Platz. Wir kennen die Argumente hier alle.
Saskia Jungnikl-Gossi
Das heißt, wir brauchen Außenschalusien, weniger Autos, um auf den Straßen mehr Bäume zu pflanzen. Was noch? Was macht die Stadt der Zukunft lebenswert? Was kommt noch dazu?
Andreas Januskovetz
Gute Planung bei Neubauten, das heißt gute Dämmung. Ich bleibe bei den Gebäuden. Die Gebäude sind der größte Faktor. Eine gute Dämmung, die im Sommer wirkt wie im Winter, damit ich also sozusagen auch nicht viel heizen muss. Den Kältering ausbauen. Wir haben also nicht nur Fernwärme, wir haben ja auch Fernkälte mittlerweile in Wien, nur ist die noch nicht so weit verbreitet. Die weiter ausbauen. Wir werden Kühlung brauchen. Und der Kältering, die Fernkälte ist natürlich die bessere Variante, als überall Klimaanlagen einzubauen. Auch das ist ein großer Wunsch. Auch der ist verbunden mit ganz viel Budget, das muss man auch wissen. Kostet alles viel Geld. Aber grundsätzlich, ja, diese Themen werden wichtig. Fokus auf die Gebäude, mehr Photovoltaik, da sind wir gut unterwegs. Mehr erneuerbare Energie, dekarbonisieren, wo es geht. Und schauen, dass neue Gebäude jedenfalls klimarelevant gebaut werden. Das findet schon ganz gut statt. Das rechnet sich auch schon, auch ganz wichtig. Muss sich ja rechnen auch, das alles. Und bei den bestehenden Gebäuden, und da hat Wien natürlich viel davon, Stichwort Denkmalschutz und so weiter, da gibt es viele Diskussionen, dort noch viel stärker reingehen, oberste Geschossdecke dämmen, die Fenster besser dämmen und so weiter und so weiter. Also da gibt es viel zu tun im Gebäudesektor.
Saskia Jungnikl-Gossi
Eine abschließende Frage noch, Andreas. Du beschäftigst dich jeden Tag beruflich mit der Klimakrise. Macht dir die Zukunft Angst?
Andreas Januskovetz
Die Zukunft macht mir nicht Angst. Das hat mehrere Gründe. Ich bin Vater von drei erwachsenen Kindern, die ich sehr liebe und da weiß ich, die wissen, was sie tun und die werden einen guten Weg gehen. Also insofern macht es mir mal überhaupt keine Angst. Ich habe eine Ausbildung genossen, die weiß, dass man 100, 150 Jahre noch vordenken muss und Dinge oft in der Sekunde, die sich in der Sekunde aufbauen, dass man da oft nachdenken muss vorher, bevor man handelt. Das habe ich gelernt in meinem Job oder in meinen Jobs. Insofern sehe ich es positiv. Und zum Positivsehen sehe ich auch keine Alternative.
Saskia Jungnikl-Gossi
Danke für das interessante Gespräch.
Andreas Januskovetz
Dankeschön.
Saskia Jungnikl-Gossi
Das war die heutige Folge von "Ganz offen gesagt". Wir freuen uns, wenn ihr unseren Podcast abonniert, weiterempfehlt und uns in euren Podcast-Apps mit fünf Sternen bewertet. Feedback wie immer gerne an redaktion@ganzoffengesagt.at. Danke fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal. Ciao.

Autor:in:

Felix Keiser

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