Die Dunkelkammer
Einspruch! Die Justiz von innen: Das Herbstprogramm
- hochgeladen von Felix Keiser
Von Michael Nikbakhsh. Dieses Mal ist wieder Stefan Kaltenbrunner zu Gast, wir stellen unser Live-Herbstprogramm in der Kulisse Wien vor. Aus der Reihe „Einspruch! Die Justiz von innen“ erwarten wir: die Psychiaterin und Gerichtssachverständige Sigrun Roßmanith (4. September, 20.00), den Präsidenten der Finanzprokuratur Wolfgang Peschorn (11. Oktober, 14.00 Uhr), Justizministerin a.D. Alma Zadić (15. November, 14.00), Notar Arno Weigand (28. November, 14.00 Uhr) und Justizminister a.D. Dieter Böhmdorfer (5. Dezember, 14.00 Uhr). Und am 18. Oktober, 20.00 Uhr, präsentiert unser Verlag in der Kulisse Wien Peter Gnaigers Buch „Unter Brüdern - Die Freimaurer-Leaks“.
Michael Nikbakhsh
Herzlich willkommen zur Dunkelkammer Nummer 363. Heute ist der 26. August 2026, mein Name ist nach wie vor Michael Nikbakhsh, und mir gegenüber sitzt eine mittlerweile bekannte Stimme, sie gehört Stefan Kaltenbrunner. Hallo Stefan.
Stefan Kaltenbrunner
Hallo Michael, danke für die Einladung.
Michael Nikbakhsh
Danke fürs Kommen. Was machen wir heute?
Heute gibt es einen Ausblick auf unseren Event-Herbst. Wir haben bis Dezember gleich 7 Veranstaltungen in der Kulisse Wien, 6 Mal im Rahmen unserer Serie "Einspruch: Die Justiz von innen" und einmal die Präsentation eines neuen Buches in unserem Verlag, Edition Lauter. Darüber habe ich zuletzt mit dem Autor Peter Gnaiger in der Dunkelkammer 362 gesprochen, unter Brüdern, die Freimaurer-Leaks. Dazu kommen wir gleich der Reihe nach.
Stefan, jetzt gibt es also das Format "Einspruch: Die Justiz von innen". Das haben wir uns 2025 ausgedacht, und entstanden ist es ja irgendwie aus unserer gemeinsamen Hochegger-Serie heraus.
Wir haben 2025 rund um Hocheggers Memoiren 9 Podcast-Episoden mit Hochegger veröffentlicht und waren mit ihm auch mehrmals in der Kulisse vorausverkauft auf der Bühne. Und da haben wir wohl gemerkt, dass wir zwei alten Säcke gut miteinander klarkommen, was ja in unserem heutigen Tag selbstverständlich ist.
Naja, und so entstand das Format "Einspruch“. Stephan: Was haben wir uns damals eigentlich dabei gedacht?
Stefan Kaltenbrunner
Naja, im Zuge der Hochegger-Serie, die Schattenrepublik, haben wir ja viel über die Justiz gesprochen und haben da gemerkt, dass eigentlich bei Publikum das extrem gut ankommt, die Mechanismen der Justiz zu erklären im Rahmen dieser Serie.
Und dann haben wir uns eigentlich gedacht, die Justiz ist eigentlich für viele ja Blackbox. Also man kennt ungefähr, was ein Anwalt macht, man weiß ungefähr, was ein Staatsanwalt macht oder ein Richter, aber ganz genau weiß es eigentlich fast niemand, außer du bist vom Fach oder du hast das studiert.
Und deswegen haben wir uns gedacht, wir machen ein juristisches Pro-Seminar der etwas anderen Art und holen uns sehr bekannte Anwältinnen und Anwälte und Menschen aus dem Justizbereich auf die Bühne, um einfach über einen Job zu sprechen und ganz banale Dinge einfach zu erklären, wie zum Beispiel, was wahnsinnig gut immer angekommen ist: Was ist ein Schöffengericht, was machen, wie bereitet sich ein Staatsanwalt vor etc. oder wie begleitet man sich vor Gericht.
Und da haben wir, glaube ich, mittlerweile 6 oder 7 Veranstaltungen gehabt, letztes Jahr mit wirklich Top-Leuten.
Und ja, und nachdem das Interesse sehr hoch ist und sehr groß ist, haben wir gesagt, wir gehen in die zweite Staffel und gehen jetzt in das Wintersemester.
Michael Nikbakhsh
Ganz genau. Ich möchte mich da auch gleich vorneweg an der Stelle bei der Direktorin der Kulisse, Alexa Ötzlinger, bedanken, die sofort gesagt hat, sie macht es.
Wir hatten ja überhaupt keine Ahnung, ob es möglich sein wird, mit Anwälten, so haben wir ja angefangen, ein Theater zu füllen, um mit den Anwälten nämlich tatsächlich über den Anwaltsberuf zu sprechen. Und das hat jedes Mal richtig gut funktioniert. Die Stimmung war gut, die Veranstaltungen waren super besucht.
Und was schon sehr interessant war, ist, dass wir ja überhaupt keinen Wert darauf gelegt haben, dass das Schenkelklopfer-Veranstaltungen werden oder irgendwie etwas, wo um die schnelle Wuchtel geht oder satirische Abende werden, sondern ganz im Gegenteil, Leute erzählen aus ihrem Berufsalltag. Gab natürlich Schenkelklopfer.
Stefan Kaltenbrunner
Den einen oder anderen wurde es ein bisschen lustiger geworden. Ja, aber was ich spannend gefunden habe, dass eben so ganz banale, oder unter Anführungszeichen banale Dinge bei den Leuten extrem gut ankommt, einfach diesen Alltag vor Gericht zu erklären oder wie man ein Verhör macht oder wie man generell irgendwie zu Klienten kommt.
Und normalerweise ist das ein sehr trockenes Metier. Aber so, wie es unsere Protagonistinnen und Protagonisten auf der Bühne erzählt haben, war das super spannend.
Ich erinnere an die Frau Venturini, die Scheidungsanwältin, und ich glaube, da hat man echt was gelernt. Also hat der Podcast auch eine gewisse Form der volksbildnerischen Aufgabe, die wir da erfüllen.
Michael Nikbakhsh
Also ich bin nach dem Abend mit Christina Venturini, der Scheidungsanwältin, nach Hause gekommen und habe meiner Frau gesagt, wir müssen Papierkram erledigen. Vorsorglich.
Stefan Kaltenbrunner
Vorsorglich, genau.
Michael Nikbakhsh
Übrigens, weil wir ja viel lernen, da geht es oft auch um Begrifflichkeiten, weil du jetzt gesagt hast, wie führt man ein Verhör? Martin Ortner, Oberstaatsanwalt der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft, hat an der Stelle gesagt, Einvernahme oder Vernehmung, nicht Verhör, auf die Frage, wo da jetzt der Unterschied sei.
Stefan Kaltenbrunner
Ja, ich habe ja geschaut, ob es eine Verpasstheiß ist.
Michael Nikbakhsh
Es gibt ja eh keinen. Aber es geht tatsächlich auch um sprachliche Feinheiten. Ich lese ja immer wieder von Anklagen, die rechtskräftig werden. Wir sind mittlerweile Experts genug, um zu wissen, dass es tatsächlich rechtswirksam heißt.
Der Justizbetrieb ist durchaus ein bisschen verliebt in seine Sprache. Also Juristinnen, Juristen, das muss man schon anerkennen.
Aber wir haben uns daran gehalten, bisher aus den Abenden Juspro-Seminare der anderen Art zu machen. Also wir haben nicht versucht, es fachlich aufzulösen, sondern einfach zu zeigen, wie sehr es auch menschlich im Justizbetrieb ist.
Stefan Kaltenbrunner
Ja, absolut. Also wenn der Oberstaatsanwalt der WKStA erzählt von seiner Arbeit, ist das nicht nur abendfüllend, dass man wahrscheinlich zwei, drei Abende über sich erzählen kann.
Und das war das Spannende für mich, zu sehen, dass dieser Bereich, der im Prinzip extrem trocken rüberkommt und die Leute auf der Bühne sind und denen das auch wahnsinnig gut gefallen hat, vor Publikum irgendwie ihre Arbeit zu erklären, dass du nicht nur was lernst, sondern einen ganz anderen Bezug zur Justiz bekommst, weil du einfach die Leute dahinter kennenlernst.
Und deswegen freue ich mich schon auf unser Wintersemester, das wir am 4. September starten.
Michael Nikbakhsh
Ganz genau. Vielleicht ein kleiner Rückblick. Also wir haben am 16. Februar mit Werner Dominik begonnen. Da ging es um, jeder Abend hat so einen Arbeitstitel, da ging es um die Frage, wie verteidigt man die Unterwelt. Ich glaube, er hat, kann sagen, er hat geliefert. Dominik hat tiefe Einblicke gewährt in sein Metier.
Stefan Kaltenbrunner
Spezieller Einstieg in die Serie, nachzuhören noch immer in der Dunkelkammer.
Michael Nikbakhsh
Michael Dohr kam dann unter anderem zum Thema, wie viel Show es vor Gericht braucht. Und auch er hat geliefert. Er kam in einem seiner Anzüge, seiner bunten Anzüge, zwei sogar. Er hat sich zur Pause umgezogen. Leider wir als Podcast konnten das nur bedingt transportieren, aber es war für die Anwesenden, da war auch was fürs Auge dabei.
Stefan Kaltenbrunner
Das war ein guter Abend.
Michael Nikbakhsh
Absolut. Ja, Anna-Maya, da ging es auch und vor allem um die Frage, wie viel Hass und Hate Speech Anwältinnen insbesondere auf Social Media ertragen müssen, wenn sie bestimmte Mandate annehmen. Anna-Maya.
Stefan Kaltenbrunner
Sie hat jetzt den verhinderten Taylor-Swift-Attentäter verteidigt, also ein großer Prozess, auch Egisto Ott unter anderem.
Michael Nikbakhsh
Auch Egisto Ott. Anna Mair war in weiterer Folge gleich zweimal in der Serie da, einmal eben im Theater und dann im Studio. Johann Bauer, der war am 28. März, wie verteidigt man Politiker? Das war durchaus erhellend.
Stefan Kaltenbrunner
Ich habe das ganz spannend gefunden, das war der ehemalige und jetzt wieder Anwalt, glaube ich, von HC Strache. Der hat ihn auf Ibiza verteidigt. Und ja, das war im Prinzip ein sehr spannender Einblick, weil die Verteidigungsstrategie bei aktuellen Politikern oder gewesenen Politikern eine ganz andere ist und eine ganz andere Aufmerksamkeit bekommt, als wenn es ein Normalsterblicher wäre. Da ist auch um Hausdurchsuchungen gegangen, gute Tipps drinnen gewesen.
Michael Nikbakhsh
Ganz genau, wie man sich richtig verhält bei einer Hausdurchsuchung.
Ja klar, es macht einen Unterschied, ob man jemanden verteidigt, der dem Anwalt vertraut oder selber ein Alphatierchen ist und alles immer besser weiß. Ganz genau.
Ja, Christina Venturini, du hast es schon gesagt, die war dann im Juni da und den Abschluss der Sommer, also der Frühjahrssaison, hat dann Martin Ortner, der Oberstaatsanwalt der WKStA, gemacht. Am 18. Juni, die Episoden sind alle aufgezeichnet worden und auch schon erschienen und so werden wir es auch im Herbst halten. Gehen wir es einmal durch.
Also wir eröffnen jetzt schon bald, und zwar am 4. September um 20 Uhr. Alle Termine, über die wir heute sprechen, finden in der Kulisse Wien in der Rosensteingasse statt. Und am 4. September eröffnen wir die Herbstsaison der Serie "Einspruch" mit Sigrun Rosmanit, Entschuldigung, Stephan Kaltmonner legt wieder auf die korrekte österreichische Anrede.
Stefan Kaltenbrunner
Dr. Sigrun Rosmanit.
Michael Nikbakhsh
Genau. Ja, der Abend hat den Arbeitstitel "Wie viel Böses steckt in uns?" Und das kommt nicht von ungefähr, denn Frau Dr. Rosmanit ist Expertin in.
Stefan Kaltenbrunner
Sie ist Fachärztin für Psychiatrie, psychotherapeutische Medizin und Neurologie und ist eigentlich eine der bekanntesten Gerichtsgutachterinnen in Österreich mit dem Schwerpunkt auf Gewalt und Sexualstraftaten sowie forensische psychiatrische Kriminalprognostik und hat in ihrer Karriere sehr prominente Fälle begleitet.
Und mit ihr werden wir die Frage beantworten, wie du gesagt hast, wie viel Böses steckt in uns allen, also können wir zum Mörder werden oder zur Mörderin werden.
Und die Frau Rosmanit wird uns das alles erzählen und aus ihrem Alltag als Gerichtsgutachterin erzählen.
Michael Nikbakhsh
Einer der Fälle, für den sie zuständig war, war der sogenannte Fünffachmord von Wien und Oberösterreich 2008. Da hat ein Familienvater bis dahin, soweit ich das verstanden habe, vollkommen unauffällig, ein Reinhard S., hatte offenbar Geldsorgen, wohl die Folge der Finanzkrise, und hat dann am 13. Mai 2008 mit einer Axt zunächst seine Ehefrau und seine Tochter umgebracht und ist dann offenbar mit dem Auto nach Hansfelden gefahren, dort seine Eltern umgebracht und dann auch noch seinen Schwiegervater in Lienz und hat sich dann der Polizei gestellt.
Und Frau Rosmanit hat eben viel Zeit mit ihm verbracht und ich bin sehr gespannt auf ihre Erzählungen, wie jemand quasi aus einem vorgeblich normalen Lebensrahmen heraus so eine vollkommen irre Geschichte.
Stefan Kaltenbrunner
Bekannte Fälle, weil vielleicht zum Erwähnen Elfriede Plauensteiner, die schwarze Witwe, die auch von der Frau Rosmanit untersucht wurde und sie hat auch publizistisch, glaube ich, dann später ein Buch darüber geschrieben und beschäftigt sich sehr vorher sehr mit Frauen als Täterinnen und das, glaube ich, wird ganz spannend, wenn sie erzählt, wie sie mit der Frau Plauensteiner sehr viele Gespräche geführt hat.
Michael Nikbakhsh
Sigrun Rosmanit, Stephan Kaltenbrunner und meiner Einer am 4. September 20 Uhr in der Kulisse Wien. Karten gibt es unter anderem auf www.kulisse.at und für alle Veranstaltungen, diese und auch die folgenden, können unsere Abonnentinnen und Abonnenten bei Apple Premium beziehungsweise Steady, wie gehabt, Karten gewinnen. Schreibt uns einfach, wenn ihr kommen wollt. Soweit es jetzt die Veranstaltung am 4. September betrifft, bitte relativ flott, damit sich das mit der Verlosung noch ausgeht, wie gehabt, an redaktion@didunkelkammer.at.
Nächster Programmpunkt, 11. Oktober, da um 14 Uhr eine sogenannte Matinee, wenn auch nicht ganz am Vormittag. Da kommt der Präsident der Finanzprokuratur in die Kulisse Wien, Wolfgang Peschorn. Und der Nachmittag heißt in dem Fall oder trägt den Arbeitstitel "Wann und warum braucht der Staat einen Anwalt?", womit wir auch schon beim Beruf des Präsidenten sind.
Er gilt quasi als der Chef der Anwaltskanzlei des Bundes, wenn man so will. Also wann immer der Bund ein rechtliches Thema hat, dann greift man auf die Juristinnen und Juristen der Finanzprokuratur zurück. Und Peschorn ist jetzt einer breiteren Öffentlichkeit auch deshalb bekannt, weil er zwischendurch mal Finanzminister war.
Stefan Kaltenbrunner
Nein, Innenminister.
Michael Nikbakhsh
Entschuldigung, Innenminister.
Stefan Kaltenbrunner
Vom 3. Juni 2019 bis Jänner 2020 in der Expertinnenregierung unter Bundeskanzler Brigitte Bierlein, um korrekt zu sein, also Innenminister war.
Michael Nikbakhsh
Finanzminister, Finanzprokuratur, tja, so kann es dann passieren.
Stefan Kaltenbrunner
Aber super spannende Persönlichkeit in Österreich und vor allem von der Vita her und mit welchen Fällen er sich schon beschäftigt hat. Ich gebe nur zwei, drei Stichworte. Hypoalpe Adrian, Eurofighter und dann eben als Innenminister, wo man natürlich auch die ganze Ibiza-Fähre aufarbeiten oder handeln musste. Und auf den freue ich mich besonders.
Michael Nikbakhsh
Ja, und er hat natürlich auch zum Fortgang der Causa Signa einiges zu sagen, hat das öffentlich auch immer wieder mal gemacht und er war auch schon in der Dunkelkammer zu Gast, ist mittlerweile einige Zeit her.
Ja, Wolfgang Peschorn, 11. Oktober, 14 Uhr in der Kulisse Wien. Wenn ihr Karten gewinnen wollt als Abonnentinnen und Abonnenten bei Steady oder Apple Premium, bitte auch hier schreiben an redaktion@didunkelkammer.at.
Und das führt mich jetzt zum 18. Oktober, wiederum um 20 Uhr. Das haben wir schon angekündigt, da geht es um die Buchpräsentation aus unserem kleinen neuen Verlag, Edition Lauter.
Das zweite Buch nach dem neuen Buch im Vorjahr, es trägt den Titel "Unter Brüdern: Die Freimaurer-Leaks" und stammt von Peter Gnaiger, der ist der Autor, Peter Gnaiger, ein ehemaliger Freimaurer, der mittlerweile dreimal in der Dunkelkammer war, mein Cousin, ganz nebenbei. Und der berichtet quasi aus dem Inneren einer Freimaurerloge.
Und ja, was soll ich sagen, wir haben das Buch gelesen. Also ich musste immer wieder mal absetzen und das wirken lassen, was ich da konsumiert habe.
Stefan Kaltenbrunner
Genau. Ich finde es, also ich kenne das Buch, nachdem es in unserem kleinen Boutique-Format lag, Edition Lauter herauskommt, gelesen und es geht bald in Druck und kommt, glaube ich, jetzt am 4. Oktober in den Handel. Am 18. Oktober haben wir dann die Buchpräsentation.
Und ich finde es insofern extrem spannend, weil es wirklich deep dive in die Freimaurerei ist, also wirklich erklärt wird, was dieser Männerbund ist, was er kann, was er tut, wer da drin wirklich die Fäden zieht, wie wichtig der ist, wie mächtig er ist. Und da sind zum Teil Sachen beschrieben, wo ich mich frage, wie kann man als erwachsener Mann bei sowas dabei sein?
Aber jedenfalls, also jeder wie er will, aber es ist schon sehr seltsam, was dazu kommt, auch diese gewisse Frauenfeindlichkeit, die in diesen Männerbünden mitschwingt. Und ich glaube, da erzählt der Peter Gnaiger sehr viel in seinem Buch.
Michael Nikbakhsh
Ja, gewisse Frauenfeindlichkeit ist sogar ein leichter Euphemismus.
Stefan Kaltenbrunner
Sehr hübsch formuliert.
Michael Nikbakhsh
Wir reden von der englischen Freimaurerei, die Abstufung zur französischen, über all das haben wir schon im Podcast geredet. Das wird natürlich im Buch auch ausführlich beleuchtet.
Und weil von Hörerseite eine Frage kam, die ich tatsächlich mit dem Peter nicht diskutiert habe im Podcast, hat der irgendwas mit diesem Blog zu tun, der da seit nunmehr zwei Jahren unterwegs ist, der sogenannte kriminelle Freimaurerblog? Also tatsächlich haben wir das im Podcast nicht besprochen. Im Buch wird das ausführlich thematisiert und nein, Peter Gnaiger hat mit dieser Seite nichts zu tun.
Die Verfasserinnen und Verfasserinnen, es ist gut, die Verfasser, sind ja offenbar aus dem Inneren des Männerbunds, sind bis heute anonym. Also der Peter Gnaiger hat jedenfalls mit dieser Seite nichts zu tun, wiewohl sie zum Start tatsächlich den Eindruck erweckt hatten, dass er was damit zu tun hätte.
Wie und warum, das kommt alles ausführlich im Buch vor.
18. Oktober, 20 Uhr, auch hier.
Stefan Kaltenbrunner
Genau. Karten bitte reservieren, weil ich höre, dass sich schon einige Freimaurer, die der Meinung sind, sie kämen in diesem Buch vor, sich angemeldet haben, zu dieser Veranstaltung zu kommen. Vielleicht mit ihren Rechtsanwälten, man weiß es nicht.
Michael Nikbakhsh
Wir sind jedenfalls vorbereitet.
Stefan Kaltenbrunner
Wir sind vorbereitet, ja.
Michael Nikbakhsh
15. November, da sind wir jetzt wieder um 14 Uhr, der Matinee-Termin, abermals in der Kulisse Wien. Und da kommt die frühere Justizministerin, und das ist die erste Politikerin, die bei uns in dieser Serie auftritt, das ist Alma Sadić.
Und wir werden mit ihr natürlich im Zentrum die Frage stehen, wie viel Politik die Justiz verträgt, weil es ist nun mal so, die Justiz ist, sofern es jetzt die Justizspitze betrifft, ein politisiertes Ding am Ende einer Weisungskette, einer langen Weisungskette. Unten stehen die Staatsanwältinnen und Staatsanwälte und oben steht dann der, die jeweilige Justizministerin und der Justizminister.
Da die Frage zu stellen, wie schlau das ist, dieses über Jahrzehnte gewachsene System und wie dringend es eigentlich eine unabhängige General- oder Bundesstaatsanwaltschaft bräuchte, wird ein Thema sein, das wir da auf jeden Fall aufgreifen.
Stefan Kaltenbrunner
Was spannend ist bei der ehemaligen Justizministerin, ist natürlich die Amtszeit, die ja sehr geprägt war durch Ibiza und die Folgen, die ganzen Korruptionsermittlungen. Stichwort auch Bildercheck und da glaube ich, haben wir viel zu besprechen, was die Politik in der Justiz verloren hat oder auch nicht.
Michael Nikbakhsh
Tatsächlich war es eine politische Entscheidung unter Alma Sadić als Ministerin, die Sektion, die Christian Bildercheck bis dahin geleitet hat, die sogenannte Superstrafrechtssektion oder Supersektion zu teilen und ihn damit.
Stefan Kaltenbrunner
Zu entmachten.
Michael Nikbakhsh
Genau, was den Inhalt, den Umfang der Kompetenzen betrifft, zu entmachten. Spannendes Thema. Ja, was haben wir gesagt? 15. November um 14.
Stefan Kaltenbrunner
14 Uhr auf eine Matinee. Genau.
Michael Nikbakhsh
Jetzt wird es interessant, weil das hatten wir bisher noch nicht ausgelobt und dieser Termin ist auch noch nicht im Verkauf auf der Website der Kulisse Wien zu sehen, aber wir haben die Zusage für 5. Dezember, abermals 14 Uhr, Kulisse Wien, da käme Dieter Böhmdorfer.
Stefan Kaltenbrunner
Was insofern super ist, weil wir zwei Justizministerinnen und Minister hintereinander haben, eine Grüne und einen Freiheitlichen. Und Dieter Böhmdorfer wird super spannend. Er hat am Anfang grobe damals für Jörg Heider, Jörg Heider, Anwalt, und ein sehr umstrittener damaliger Justizminister unter Schwarzblau.
Michael Nikbakhsh
Ja, und ich sehe dich schmunzeln, weil du jetzt natürlich auch noch an den aktuellen Kontext denken musst. So sehr kann ich deine Gedanken lesen. Dieter Böhmdorfer, ein Akteur in der, wie soll man es nennen, gefälschte E-Mail-Affäre.
Stefan Kaltenbrunner
Ich sage es in der Panzerknacker-Affäre.
Michael Nikbakhsh
Panzerknacker-Affäre, rund um gefälschte E-Mails, die die BUWOG-Richterin Marion Hoenecker belasten hätten sollen. Da sind Grassers Anwälte, Norbert Wess, Manfred Einheiter und Dieter Böhmdorfer einem Fälscher aufgesessen.
Stefan Kaltenbrunner
Mit Walter Meischberger war auch dabei, der ja offenbar jetzt in der Kanzlei Böhmdorfer mit seiner Fußfessel eine Art Praktikum macht und der auch da sehr involviert gewesen sein soll. Wird super spannend, also nicht nur da, der hat das Thema auch aufzuarbeiten, als Dieter Böhmdorfer Justizminister war, da hat es einige Dinge gegeben, die politisch sehr brisant gewesen sind.
Ich nenne ein Stichwort, die Auflösung des Jugendgerichtshofs, was sehr kritisiert worden ist damals. Und was wir auch besprechen müssen, ist natürlich der damalige Weisenrat, der über Österreich nach Österreich geschickt worden ist, nach der ersten, was eigentlich ja Wahnsinn ist, wenn du dir denkst, irgendwie am Sonntag wird die AfD in Sachsen anhalten, irgendwie wahrscheinlich die Mehrheit haben.
Im Jahr 2000 ist der Weisenrat noch von der EU gekommen, um Österreich davor abzuhalten oder zu kontrollieren, mit einer Regierungsbeteiligung der Freiheitlichen. Wie sich die Zeiten ändern.
Michael Nikbakhsh
Wie sich die Zeiten ändern.
Stefan Kaltenbrunner
Genau. Aber zwei Minister hintereinander ist natürlich super spannend, ja.
Michael Nikbakhsh
Ja, der Abend hat den Arbeitstitel "Was ist Recht und was Gerechtigkeit?" Wir haben uns das gezielt in den Rahmen weit gesteckt in dem Fall. Vielleicht noch eine Anmerkung, so schließen sich auch Kreise. Böhmdorfer als Kanzleipartner, Rüdiger Schender, war wiederum Anwalt von Christian Bildercheck und dann später auch von dessen Witwe Caroline List.
Stefan Kaltenbrunner
Ja, Österreich ist klein und überschaubar.
Michael Nikbakhsh
28.11., auch das ein Termin, der, soweit ich das überblicke, zum Zeitpunkt der Aufzeichnung noch nicht auf der Website der Kulisse im Verkauf ist, wird aber bald der Fall sein. Das ist insofern ganz speziell, als der Mann, der da kommt, jemand ist, der von Berufs wegen nicht oft in der Öffentlichkeit auftritt. Es handelt sich nämlich um einen Notar.
Stefan Kaltenbrunner
Genau. Wie gesagt, die Aufgabe unseres Podcasts ist, oder unserer Veranstaltung ist ja, die Justiz in allen Bereichen zu vermessen. Und da gehören in gewisser Weise auch Notare dazu.
Und der Herr Arno Weigand ist ein Jurist und Universitätslektor und ist spezialisiert auf Erbrecht, Testamente, Nachlassplanung und persönliche Vorsorge. Und daher kommt auch der Titel, dass wir mit ihm besprechen werden, richtig erben, richtig sterben oder umgekehrt. Und man glaubt es gar nicht, was sich so in Notarkanzleien für Dramen abspielen bei Testamentseröffnungen und sonstigen Verträgen, die gemacht werden müssen.
Und über das erzählt uns der Dr. Arno Weigand, der im Übrigen auch Vorträge zu diesem Thema hält. Und ich freue mich wahnsinnig auf den Termin, weil der Herr Weigand wahnsinnig lustig ist und nicht so ein Notar, wie man sich es vorstellt, trocken und der da irgendwie Gesellschafterverträge vorliest, eine halbe, dreiviertel Stunde, sondern wirklich witzig ist und super viele Geschichten haben.
Und jeder, der schon geerbt hat und ein Testament, wird wissen, wovon wir sprechen. Also da spielen sich täglich in den Kanzleien richtige Dramen ab. Und wir werden darüber sprechen, wie man das verhindert auch, dass alles ordentlich ist. Also darum der Titel "Richtig erben und richtig sterben" oder umgekehrt eben.
Michael Nikbakhsh
Wobei man da vollständig schon dazu sagen muss, dass das Verlesen von Gesellschafterverträgen schon eben auch zum Job von Notaren gehört.
Stefan Kaltenbrunner
Nein, nein, das gehört schon dazu, aber man stellt sich so vor, das ist wahnsinnig langweilig und trocken und vier, fünf Stunden lang, aber.
Michael Nikbakhsh
Wir wissen es auch deshalb, Transparenzhinweis, das sei gesagt.
Stefan Kaltenbrunner
Arno Weigand.
Michael Nikbakhsh
Genau, der war der Notar, bei dem wir die Gründung unseres Buchverlags, Edition Lauter, zur Beglaubigen haben lassen. Und tatsächlich bestand der Termin mit ihm damals aus wenig mehr, als dass er uns das vorgelesen hat, was wir ihm vorher hingelegt hatten. Aber das gehört eben auch zum Job des Notars.
Und was da noch alles dazu kommt, eben auch mit Fokus auf richtig erben, das werden wir am 28.11. um 14 Uhr herausarbeiten. Und an dem Punkt sind wir dann schon wieder bei dem, was wir eigentlich wollen, ein bisschen Service-Charakter bieten.
Stefan Kaltenbrunner
Das ist eine absolute Service-Veranstaltung. Also da können Sie sich bitte Notizblock und Stift mitnehmen und mitschreiben.
Michael Nikbakhsh
Einen Gig hätte man auch, und da haben wir aber tatsächlich noch keinen inhaltlichen Plan, was wir da machen. Das wäre der 20. Dezember um 14 Uhr in der Kulisse. Da steht nur Weihnachts-Special einmal da. Da überlegen wir uns noch.
Stefan Kaltenbrunner
Ich glaube, da wird uns schon noch was einfallen. Wir hätten einige Gästinnen im Kopf, die gerade zu Weihnachten etwas zu vermelden hätten.
Michael Nikbakhsh
Und der Plan ist natürlich, dass wir 2027 in loser Folge mit der Serie weitermachen. Wie gesagt, steht es im Theater, aber auch eben mit Podcast-Begleitung.
Und wir haben diskutiert, ob es mal eine lohnende Überlegung wäre, aus dieser Serie, die dann doch schon einige Folgen hat, mal vielleicht ein E-Book zu machen. Den Verlag hätten wir ja.
Frage an die Hörerinnen und Hörer: Schreibt uns, sollen wir das zu einem E-Book zusammenklappen und rausbringen? Reizvoll wäre es, aber schauen wir mal, wenn es niemanden interessiert, machen wir es vielleicht nicht.
Stefan Kaltenbrunner
Nein, ich glaube, das interessiert schon wen, was der Herr Tomanek über die Unterwelt sagt oder der Herr Dohr, warum er sich seinen Talar in Mailand maßschneidern lässt.
Michael Nikbakhsh
Seide, wenn ich es richtig in Erinnerung habe.
Stefan Kaltenbrunner
Seide, ja, Seide. Die österreichischen Verträge sind nicht gut für die Haut.
Michael Nikbakhsh
War das eine Kunstfaser? Ich habe es vergessen.
Stefan Kaltenbrunner
Kunstfaser, ja, in Österreich.
Michael Nikbakhsh
Also quasi das Standard-Outfit ist Kunstfaser, Dohr hat.
Stefan Kaltenbrunner
Also wir überlegen, ob wir das irgendwie zusammenfassen und in ein Buch pressen, respektive in ein digitales Buch. Und daran arbeiten wir, ja.
Michael Nikbakhsh
Ja. Schreibt uns für Anregungen, Kritik, Feedbacks und natürlich auch, wenn ihr Abonnenten seid, für Karten zu den einzelnen Veranstaltungen. Ich werde die Termine noch in die Shownotes stellen, damit man sie jetzt nicht alles nochmal anhören muss. Ja, lieber Stefan, danke für deine Zeit. Ich freue mich, dich in spätestens einer Woche auf.
Stefan Kaltenbrunner
Wir sehen uns am 4. September um bitte eine halbe Stunde vorher, wenn du kommst.
Michael Nikbakhsh
Ich werde mich bemühen.
Stefan Kaltenbrunner
19:30 Uhr, 20 Uhr geht es los und wir freuen uns, wenn wir Sie in der Kulisse sehen.
Michael Nikbakhsh
Ganz genau. Stefan Kaltenbrunner, danke schön.
Stefan Kaltenbrunner
Ciao, baba.
Autor:in:Livio Koppe |
|
| Livio Koppe auf LinkedIn | |