Die Dunkelkammer
Terror in Villach. Der Prozess & das Urteil - mit Franz Miklautz
- hochgeladen von Felix Keiser
Von Michael Nikbakhsh. Am 27. Mai wurde der IS-Terrorist Ahmad G. wegen Mordes und versuchten Mordes (nicht rechtskräftig) zu lebenslanger Haft verurteilt. Er hatte bei einem Anschlag in Villach 2025 einen Menschen getötet und mehrere teils schwer verletzt. Vor Gericht zeigte er keinerlei Reue, wie Franz Miklautz berichtet. Er war beim Prozess und der Urteilsverkündung als Beobachter dabei.
Michael Nikbakhsh
Herzlich willkommen zu einer weiteren Ausgabe der "Dunkelkammer". Mein Name ist Michael Nikbakhsh, und heute schaut wieder mal Franz Miklautz vorbei. Er war am 27. Mai im Landesgericht Klagenfurt beim Prozess gegen den IS-Terroristen und Vielachtattentäter Ahmad Geh als Beobachter dabei. Das Verfahren endete mit einer Verurteilung zu lebenslanger Haft wegen Mordes und versuchten Mordes im Kontext von Terrorismus. Das Urteil ist allerdings am Tag, an dem wir aufzeichnen, noch nicht rechtskräftig. Er war es bei diesem Prozess an erschütternden Details zum Attentat im Februar 2025 zur Sprache kam und wie sich der Terrorist offenbar in kurzer Zeit auf TikTok radikalisiert hatte. Das erzählt uns jetzt Franz Miklautz, mit dem ich am Telefon verbunden bin. Anders haben wir es nicht hinbekommen. Hallo Franz.
Franz Miklautz
Servus Nick, freue mich, dass ich wieder bei dir sein darf.
Michael Nikbakhsh
Ganz auf meiner Seite die Freude. Franz, ich möchte vorweg schicken, dass wir dieses Gespräch am Vormittag des 28. Mai aufzeichnen. Und heute könnte auch ein Urteil in einem anderen Terrorprozess fallen, der derzeit in Wiener Neustadt verhandelt wird. Da geht es unter anderem um einen geplanten Anschlag auf ein Taylor Swift-Konzert 2024 in Wien. Diesen Prozess beobachtet Stefan Kaltenbrunner. Wir werden den Ausgang demnächst getrennt besprechen. Wir wollen das hier nicht vermischen. Franz, der Terrorprozess in Klagenfurt, der wurde nicht bloß unter hohen Sicherheitsvorkehrungen verhandelt, sondern unter höchsten. Erzähl mal.
Franz Miklautz
Das Ganze fängt schon mit dem Hinkommen zum Landesgericht Klagenfurt an. Also, da waren bereits mehrere Polizeimannschaftswagen aufgestellt. Ich glaube, ich habe vier insgesamt gesehen. Vor dem Gericht sind eine Menge Polizisten postiert gewesen, links vom Gericht, rechts vom Gericht, also höchste Sicherheitsmaßnahmen vor dem Gericht. Es gab ein Sicherheitskonzept, das bestand aus einer inneren Sicherung, also innerhalb des Landesgerichts, und einer äußeren Sicherung, also außerhalb des Landesgerichts. Und ansonsten die übliche Schleuse. Man wird dann auch als Pressemensch dort, was ja sonst nicht der Fall ist, durchleuchtet. Und wenn man den Gerichtssaal betreten musste, mussten auch Journalisten diesmal alle Geräte abgeben. Es gab einen Medienraum. Und ein wesentlicher Teil des Sicherheitskonzeptes war auch, und das war ein Novum am Landesgericht Klagenfurt, die haben einen Glaskasten im Schwurgerichtssaal eingerichtet, hinter dem dann der zu dieser Zeit noch Angeklagte saß, mit Bauchgurt, Handschellen. Und hinter ihm in diesem Glaskasten vier schwertbewaffnete Polizeibeamte in Vollvermummung, also mit Sturmhauben. Das war eine wirklich ganz außerordentliche Atmosphäre gestern im Schwurgerichtssaal Nummer 29 des Landesgerichts Klagenfurt.
Michael Nikbakhsh
Franz, der Prozess war auf zwei Tage angesetzt. Tatsächlich gab es dann aber am Ende des ersten langen Tags schon ein Urteil. Warum ging das schneller als geplant?
Franz Miklautz
Zum einen ganz sicher, weil der Angeklagte geständig war, und zwar von Anfang an geständig war. Er hat diese Tat zugegeben in den Befragungen. Das heißt, der Richter konnte dieses Verfahren gestern relativ rasch in manchen Bereichen äußerst zügig, würde ich sagen, durchziehen und durchführen. Im juristischen Jargon sagt man abführen. Manche Zeugen, als ich im Gerichtssaal war, sind nicht einmal drei Minuten im Zeugenstand gesessen. Vielleicht hat es sogar welche gegeben, die nicht einmal zwei Minuten im Zeugenstand gewesen sind. Und das Ganze, wie gesagt, hat er machen können, weil es ein Geständnis des Angeklagten gegeben hat.
Michael Nikbakhsh
Reden wir über das Verhalten des Angeklagten vor Gericht. Er war nicht nur geständig, er zeigte offenbar, konnte man nachlesen, auch keinerlei Reue. Im Gegenteil, nach allem, was da jetzt rausgekommen ist, wollte er 2025 erstens eigentlich mehr Menschen töten, zweitens dabei selber sterben und drittens, er wird es jederzeit wieder tun. Korrekt so?
Franz Miklautz
Das ist vollkommen richtig. Ich schildere dir vielleicht ein bisschen die Atmosphäre und die Eindrücke aus dem Gerichtssaal. Also, der Gerichtssaal ist ein bisschen beim Eingang erhaben, das heißt, man geht ein bisschen runter. Und der Gerichtssaal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Nicht nur Journalisten mussten sich akkreditieren, sondern auch die Besucher haben sich akkreditiert. Ich habe mit einer Besucherin geredet, die musste so zwei Monate warten bis zur Akkreditierung. Und rechts aus der Sicht des Publikums ist dann dieser Glaskasten gewesen mit dem, man muss es noch so sagen, weil es nicht rechtskräftig ist, mutmaßlichen Täter und den vier schwertbewaffneten Polizisten. Und ich selbst bin links weiter gesessen, konnte den Glaskasten eigentlich nicht so gut einsehen. Aber meine Kollegen, die rechts gesessen sind, haben mir berichtet über die Mimik und Gestik und Augenbewegungen des dann später Verurteilten. Und denen ist eigentlich samt und sonders ein kalter Schauer über den Buckel runtergelaufen, weil der Häftling sie fixiert hat mit den Augen. Also, die haben so ein bisschen ein beklemmendes Gefühl bekommen. Und das ist vollkommen richtig, wie du es gesagt hast. Das Einzige, was der Attentäter bereut hat, war, dass er nicht selbst gestorben ist. Dann wäre er sozusagen in den Märtyrerhimmel aufgefahren. Und er hat gestern auf die Frage des Richters, ob er das wieder tun würde, gesagt, ja, er würde es jederzeit wieder tun. An den Gängen konnte man dann mit recht hohen Gerichtsmitarbeitern und Experten sprechen. Und die zeichneten samt und sonders ein außerordentlich gefährliches Bild dieses jungen Mannes.
Michael Nikbakhsh
Du sollst vielleicht auch noch dazu sagen, so wie es bei Prozessen dieser Art üblich ist, die handelnden Personen hatten allesamt keine Namen. Also Richter, Staatsanwälte, auch die Verteidiger, das blieb alles namenlos. Das hat in dem Fall tatsächlich gute Gründe. Du hast mir in der Vorbesprechung erzählt, tatsächlich eine einzige Zeugin hätte sich namentlich deklariert. Alle anderen hätten das auch gar nicht gewollt.
Franz Miklautz
Das ist richtig. Eine Polizistin, die im Zeugenstand war, hat sich namentlich deklariert. Die hat der Richter dann auch per Namen angeredet. Alle anderen, also die acht Geschworenen, die vier Ersatzgeschworenen, die Staatsanwältin, der Verteidiger, die sind alle nicht mit Namen genannt worden. Die Geschworenen hatten Nummern, und für die Nummern gab es dann im Präsidium einen hinterlegten Namen der Geschworenen. Auch das ein Teil des Sicherheitskonzeptes. Und im Saal selbst, ich würde sagen, da waren zwischen 70 und 100 Leuten drinnen, ist es im Fortlauf des Tages immer heißer geworden, weil es ein sehr, sehr heißer Tag war. Die Klimaanlage ist entweder ausgefallen oder hat den Geist aufgegeben. Und um 8 Uhr am Abend dann kam das Urteil.
Michael Nikbakhsh
Lebenslang, ich habe es bereits eingangs gesagt, das kann man nachlesen, dass man in Österreich bei lebenslanger Haft nach 15 Jahren erstmals die Chance hätte, wieder rauszukommen. Schauen wir mal, was diese 15 Jahre mit diesem Menschen machen werden. Es ist vor Gericht zur Sprache gekommen, dass er sich auf TikTok radikalisiert hat. Also, wir haben es ja mit einem syrischen Asylbewerber zu tun, der sich in Österreich auf TikTok blitzartig radikalisiert hat. Ist das irgendwie vor Gericht ausführlicher zur Sprache gekommen?
Franz Miklautz
Das war ein sehr großes Thema. Es ist so, dass eine Blitzradikalisierung, sagt man immer, stattgefunden hat. Das bedeutet, dass er vorher eigentlich mit diesem Gedankengut nicht viel zu tun gehabt hat. Man muss sich das so vorstellen, dass zwei Tage vor der Tat, die Tat hat stattgefunden am 15. Februar 2025. Und am 13. Februar 2025 hat er ein Treueschwur-Video abgeliefert, mit einer IS-Fahne selbst gebastelt im Hintergrund. Und da hat er die Tatwaffe schon in die Kamera reingehalten. Und in diesem Treueschwur-Video ist mir ein Satz in Erinnerung geblieben: "Wir werden euch schlachten wie die Schafe." Und so hat er sich auch verhalten während des ganzen Tages. Vollkommen apathisch, würde ich fast sagen, beinamslos. Der Dolmetscher hat ihm übersetzt, und der Angeklagte hat immer nur mit dem Kopf genickt oder ein Nein-Zeichen über das Glas gesendet, ganz kurz Nein oder Ja gesagt. Also, Blitzradikalisierung, zwei Tage vor der Tat, das Treueschwur-Video und am 15. Februar dann die unfassbare Tat mit fünf teils Schwerstverletzten und einem getöteten 14-jährigen Jungen.
Michael Nikbakhsh
Er war, das hat das Verfahren ergeben, nicht unter Drogen-Einfluss und wurde insgesamt auch als unter Anführungszeichen "zurechnungsfähig" bezeichnet, wobei ich mich ja frage, wie jemand, der sowas macht, tatsächlich zurechnungsfähig sein kann.
Franz Miklautz
Ja, das ist richtig. Nach den juristischen und forensischen, psychologischen Maßstäben ist es halt so gewesen. Das hat der Psychologe vor Gericht auch gesagt. Er ist zurechnungsfähig. Es sind Körperflüssigkeiten sofort nach der Tat von ihm untersucht worden. Er stand nicht unter Drogen. Es war kein Alkohol im Spiel. Es waren keine Psychopharmaka im Spiel. Er war vollständig nach der gängigen juristischen Beurteilung zurechnungsfähig.
Michael Nikbakhsh
Es gibt in dieser Geschichte einen anderen syrischen Asylbewerber, nämlich einen Essenslieferanten, der ihn mit dem Auto angefahren hat und dadurch Schlimmeres wohl verhindert hat. Wie hat denn der das rekapituliert?
Franz Miklautz
Insgesamt muss man, also der Mann ist heute 43 Jahre alt, war damals ein Essenslieferant, richtig, und hat den Täter angefahren. Da ist das Messer, dem ist dann das Messer aus der Hand gefallen. Wohl bei diesem Aufprall ist ihm auch ein Schuh vom Fuß gefallen. Dieser heute zitierte Held von Villach, nennt man ihn, arbeitet bei der Stadt Villach. Und zwar ist er mit dem Thema Digitalisierung beschäftigt. Das bedeutet, dass ewig wertvolle Dokumente der Stadt Villach eingescannt werden müssen, betitelt werden müssen, archiviert werden müssen. Damit beschäftigt er sich heute. Und er sagt, um deine Frage zu beantworten, er würde das jederzeit wieder machen. Der ist ja zuerst, wenn ich das noch sagen darf, für einen Komplizen gehalten worden. Am Tatort selber, an diesem 15.02., dachten viele Passanten, die sind zu zweit unterwegs, und der im Essenslieferantenwagen sei ein Mitläufer. Dem war aber nicht so. Er hat tatsächlich den Täter umgefahren, und wenige Augenblicke danach hat die mutige Polizistin die Pistole gezogen. Und man muss es so sagen, Gott sei Dank nicht geschossen.
Michael Nikbakhsh
Das Urteil fiel dann am Abend einstimmig aus, wenn ich das richtig verstanden habe. Also die Geschworenen kamen einstimmig zu dem Urteil, dass er in allen Anklagepunkten schuldig zu sprechen sei.
Franz Miklautz
In allen vier Hauptfragen wurde 8 zu 0 abgestimmt, das heißt, alle Geschworenen bejahten diese Hauptfragen. Es gab Einstimmigkeit, und das Urteil beziehungsweise die Beratung der Geschworenen wurde dann kurz vor 8 verlesen. Das dauerte circa eine Viertelstunde. Und wie du es richtig gesagt hast, vollkommene Einstimmigkeit. Vielleicht reißen wir noch an, worum es denn der Staatsanwaltschaft gegangen ist. Der ist es gegangen, um eine Terrorverbindung, terroristische Vereinigung in Verbindung mit Mord. Zweitens, terroristische Vereinigung in Verbindung mit Mordversuch. Und dann ist es ihr noch gegangen, um eine kriminelle Organisation, der dieser Täter angehören sollte und was dann auch bejaht worden ist von allen Geschworenen.
Michael Nikbakhsh
Ich habe nachgelesen, die Urteilsverkündung hat er wohl genauso ungerührt vernommen wie den Rest des Verfahrens.
Franz Miklautz
Die Medienkollegen und ich rechneten eigentlich damit, dass vielleicht am Schluss aus dem Glaskasten vielleicht noch ein Allahu Akbar kommen würde. Er hat das vollkommen ungerührt zur Kenntnis genommen, wie er den ganzen Tag vollkommen teilnahmslos in diesem Glaskasten gesessen ist, mit Ausnahme zu der Zeit, zu der die Opfer einvernommen wurden. Da hat man ihn weggebracht, damit die Opfer nicht mehr mit ihm konfrontiert gewesen sind. Und ja, vollkommene Teilnahmslosigkeit. Jetzt wird man sehen, in welches Gefängnis er überstellt wird, weil Klagenfurt ist ein sogenanntes Gerichtsgefängnis, sagt man dazu. Und hier in Klagenfurt bleiben Fälle bis maximal zwei Jahre in der Praxis. Vielleicht ist es einmal ein Jahr drüber oder ein Jahr drunter. Aber es kommen aus meiner Sicht jetzt in Österreich nur drei Gefängnisse für ihn in Frage. Oder zwei sind es eigentlich nur, das ist die Kalau und das ist Stein.
Michael Nikbakhsh
Da geht es um Hochsicherheitsfragen, natürlich.
Franz Miklautz
Da geht es um Hochsicherheitsfragen. Die lebenslangen Haftstrafen werden eigentlich immer dorthin verlegt. Und ja, wenn du mich fragen würdest, ob ich glaube, dass der ein ruhiges Leben in diesem Gefängnis wahrscheinlich oder aller Wahrscheinlichkeit hinkommt, ich glaube, er wird kein nettes Leben haben, weil ich nicht glaube, dass es in diesen Gefängnissen gut ankommt, dass man ein Kind tötet.
Michael Nikbakhsh
Warum ist dieses Urteil eigentlich noch nicht rechtskräftig? Ich habe es ja schon gesagt, wir zeichnen jetzt am Tag nach der Urteilsverkündung auf. Die Staatsanwaltschaft wird das ja begrüßen, das Urteil, davon gehe ich aus. Also läge es jetzt am Angeklagten beziehungsweise am Erstverurteilten sich zu äußern, das ist aber offenbar nicht geschehen?
Franz Miklautz
Es ist so, dass der Verteidiger rechtsmittelverzicht angemeldet hat. Er hat auch mit dem Angeklagten über den Dolmetscher durch die Glaswand gesprochen. Der Angeklagte hat klar zu verstehen gegeben, er will kein Rechtsmittel einlegen. Und die Staatsanwaltschaft, wie du richtig gesagt hast, hat keine Erklärung abgegeben. Das ist aber sozusagen Usus, dass man hier wahrscheinlich ein paar Tage vergehen lässt, das intern bespricht und dass es dann wahrscheinlich zur Rechtskraft kommt.
Michael Nikbakhsh
Lieber Franz, weil du ja jetzt über den künftigen Haftaufenthalt geredet hast, gibt es Erfahrungen, wie er sich bisher in der Haft verhalten hat?
Franz Miklautz
Er ist ein ganz, um es sachlich zu halten, außergewöhnlicher Häftling gewesen, mit einer außergewöhnlichen Persönlichkeitsstruktur. Das hat auch das Landesgericht Klagenfurt gesagt. Und während der Haft hat er die Justizvollzugsbeamten, um es vielleicht noch nett zu sagen, sehr auf Trab gehalten. Er hat versucht, einfachste Gegenstände zu Waffen umzufunktionieren, eine Fernbedienung zu einer Waffe umzufunktionieren, eine zerbrochene Fliese zu einer Waffe umzufunktionieren, Glasscherben, die er wohl aus der Zerstörung einer Lampe hatte, also eines Lichts hatte, zu Waffen umzufunktionieren, vielleicht sich auch selbst damit zu verletzen. Er hat gedroht mit Suizid. Er hat aber auch die Beamten bedroht und hat sie auf das Tiefste und Derbste beschimpft, etwa mit den Worten: "Ich ficke deine Frau."
Michael Nikbakhsh
Ich dachte, der kann kein Deutsch.
Franz Miklautz
Offensichtlich kann er ein paar vulgärteilsprachliche Brocken, sagen wir es einmal so. Dafür hat es offensichtlich gereicht.
Michael Nikbakhsh
Dafür hat es offensichtlich gereicht. Ja, was soll man sagen? Am Ende kannst du jemanden wie den offenbar nur wegsperren. Wobei, ich muss ja, weil das Urteil nicht rechtskräftig ist, du hast es ja angemerkt, gilt jedenfalls zum Zeitpunkt der Aufzeichnung noch die Unschuldsvermutung.
Franz Miklautz
Das ist richtig, genau.
Michael Nikbakhsh
Obwohl sich das in dem Fall anhört, aber sie gilt tatsächlich.
Franz Miklautz
Sie gilt tatsächlich. Und eines würde ich dir noch gerne erzählen, wenn es möglich ist. Möchtest du?
Michael Nikbakhsh
Ich bitte darum.
Franz Miklautz
Was auch schauerhaft war, war die Tatrekonstruktion. Die wurde per Video eingespielt und die Beamten haben da offensichtlich wirklich akribischste Arbeit geleistet, denn die haben Kameras ausgewertet, von denen wahrscheinlich niemand weiß in Villach, dass es sie gibt, also zum Beispiel von Geschäften und dergleichen. Und was dabei bemerkenswert war, ist, er um 15:51 Uhr am 15. Februar 2025 geschah die Tat. Er ging aber schon eine Stunde oder vielleicht noch mehr vorher in die Innenstadt. Dann irrte er in der Innenstadt eine Zeit lang herum, ich glaube, das wird gewesen sein, ein, zwei Stunden. Und man sieht ihn auf diesen Kameras durch die Innenstadt gehen. Und warum ist das bemerkenswert? Da passiert nichts. In diesen zwei Stunden muss irgendetwas passiert sein mit ihm. Ich weiß nicht. Entweder er hat dann nach zwei Stunden die richtige Personengruppe getroffen, wobei das Jugendliche waren und das waren fünf Jugendliche auf der Traubrücke. Oder er hat sich in den zwei Stunden davor noch nicht entschieden gehabt, die Tat tatsächlich auszuführen. Ich weiß es nicht. Ich wollte es nur anbringen, dass das ein wirklich schauerhafter Moment war, wenn man den zwei Stunden vorher einfach, da hat er das Messer schon am Körper getragen, durch die Villacher Innenstadt gehen sieht. Ja, und dann um 15:51 Uhr hat es begonnen.
Michael Nikbakhsh
Und hat dann auch kaum mehr als eine Minute gedauert. Wie schrecklich.
Franz Miklautz
Die ganze Tat hat eine Minute und 24 Sekunden gedauert. Vom Entschluss, sagt man, bis zur Tat sind nur vier Tage vergangen.
Michael Nikbakhsh
Lieber Franz, ich danke vielmals, dass du dir die Zeit genommen hast, uns zu berichten, wie es da gelaufen ist.
Franz Miklautz
Gerne.
Michael Nikbakhsh
Ich habe schon vergnügliche Episoden hinter mich gebracht, aber es geht ja nicht anders.
Franz Miklautz
Ich habe auch schon vergnügliche Tage als den gestrigen Gerichtssaal hinter mich gepackt.
Michael Nikbakhsh
Von dem es den Opfern und den Angehörigen geht, wollen wir gar nicht reden. In diesem Sinne, demnächst wieder mit besseren Nachrichten. Lieber Franz, danke für die Zeit. Liebe Hörerinnen und Hörer, vielen Dank fürs Zuhören.
Franz Miklautz
Ich danke, dass ich dabei sein durfte. Auf Wiederhören.
Autor:in:Felix Keiser |
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