Ist das wichtig?
Wiederkehr bringt den Gottseibeiuns in die Schulen: Transparenz
- hochgeladen von Georg Renner
Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) hat heute angekündigt, dass ab Herbst 2026 erstmals standortbezogene Schuldaten öffentlich werden – beginnend bei den Volksschulen. Allerdings nicht roh, sondern als „fairer Vergleich" innerhalb sozioökonomischer Kategorien. Was bedeutet das für Eltern bei der Schulwahl? Warum geht die Lehrergewerkschaft hier voraussichtlich auf die Barrikaden? Und warum hält Georg den Schritt grundsätzlich für richtig – findet aber, er geht noch nicht weit genug?
Wollt Ihr mehr wissen?
- Hier die Aussendung des Bildungsministeriums:
https://www.bmb.gv.at/Ministerium/Presse/20260413.html - Hier könnt ihr Wiederkehrs Pressekonferenz nachschauen:
https://on.orf.at/video/14319267/pressegespraech-veroeffentlichung-standortbezogener-schuldaten
Transkript
Hi, grüß euch, herzlich willkommen bei „Ist das wichtig?" vom 13. April. Ich komme gerade aus einer Pressekonferenz des Bildungsministers. Christoph Wiederkehr will nämlich Standortdaten von Schulen öffentlich zugänglich machen – aber auch nicht alle. Warum das spannend ist, warum Wiederkehr damit schon wieder auf Konfrontationskurs mit der Lehrergewerkschaft geht und warum ich das letzten Endes für eine gute Idee halte, es aber, glaube ich, auch noch nicht weit genug geht, das werden wir in den nächsten paar Minuten besprechen.
Mein Name ist Georg Renner, ich bin seit 18 Jahren politischer Journalist, und das hier ist „Ist das wichtig?" – Politik für Einsteiger. Ein Podcast, in dem wir aktuelle politische Ereignisse so erklären, dass man sie auch nebenbei gut verstehen kann. Und wie immer meine Bitte: Wenn euch der Podcast gefällt, empfehlt ihn weiter, und falls er euch nicht gefällt oder besonders gut gefällt, gebt mir Feedback unter podcast@istdaswichtig.at oder über die WhatsApp-Nummer in den Shownotes. Und jetzt geht's los in unser übliches Sieben-Fragen-Schema.
Also Georg, was ist passiert?
Bildungsminister Christoph Wiederkehr von den NEOS hat heute angekündigt, dass sein Ministerium ab dem Schuljahr 2026/27, also ab Herbst, beginnen wird, standortbezogene Schuldaten zu veröffentlichen, beginnend bei den Volksschulen. Wiederkehr selbst spricht da von einem „riesigen Kultur- und Systemwandel", und ausnahmsweise, wenn Politiker solche Superlative verwenden, finde ich das nicht einmal besonders übertrieben. Veröffentlicht werden sollen im Wesentlichen drei Kategorien von Daten: Erstens Leistungsdaten, darunter vor allem zum Beispiel die Ergebnisse der sogenannten IKM-Plus-Tests in Deutsch und Mathe. Das sind standardisierte Kompetenzmessungen an den Volksschulen, die jedes Jahr verpflichtend stattfinden. Mein Sohn war jetzt gerade zum Beispiel in so einem Durchgang von dem IKM-Plus-Test drin; da bekommt man als Elternteil bisher schon die Ergebnisse, aber bisher eben nur die Ergebnisse einerseits des eigenen Kindes und andererseits die österreichweiten Ergebnisse. Zweitens sollen veröffentlicht werden: quantitative Kennzahlen wie Schüler- und Klassenzahlen und die durchschnittliche Klassengröße. Und drittens auch noch qualitative Daten, also welche Schwerpunkte eine Schule setzt, welche Gütesiegel sie vielleicht hat. Mittelschulen und AHS-Unterstufen sollen dann später folgen. Begonnen wird eben, wie gesagt, mit den Volksschulen.
Entscheidend ist aber: Diese Leistungsdaten sollen nicht roh veröffentlicht werden. Also es wird keine totale Transparenz geben, damit sich Eltern wirklich komplett vergleichen können, welche Schule hat welchen Notendurchschnitt, wo lernen die Schüler besser Deutsch, wo schlechter Deutsch, sondern Wiederkehr spricht da von einem fairen Vergleich. Das heißt, es werden nicht die absoluten Zahlen dieser Ergebnisse veröffentlicht, sondern nur Vergleiche. Und zwar: Schulen werden nur mit anderen Schulen verglichen, die ähnliche Ausgangssituationen haben. Ausgedrückt wird das im sogenannten SÖL-System. SÖL, das steht für sozioökonomische Ausgangslage, das ist ein statistisches Modell der Statistik Austria, und wir haben erst vor ein paar Tagen davon geredet, als wir eben über diese IKM-Plus-Ergebnisse und die darauf folgenden Entscheidungen bezüglich des Chancenbonus gesprochen haben, den unter Wiederkehr die Bundesregierung 400 Schulen in ganz Österreich zugesprochen hat, nämlich jenen Schulen, die bei diesen SÖL-Kategorien ganz unten liegen, also dem, was man landläufig als Brennpunktschulen bezeichnet. Viele Migrantinnen und Migranten, viele Schüler mit Eltern, die keinen Job haben oder wenig verdienen, die selber keine hohen Bildungsabschlüsse haben und so weiter.
Diese SÖL misst, welche Rahmenbedingungen eine Schule hat, eben Bildungsgrad der Eltern, ökonomischer und sozialer Hintergrund, Anteil der Kinder mit nicht deutscher Alltagssprache und so weiter. Und daraus entsteht – das macht die Statistik Austria auf Basis der Daten, die sie durch das Schuldokumentationssystem bekommen hat – ein Bild davon, in welcher Gegend eine Schule steht, welche Kinder dort zur Schule gehen etc. Auf diesen Einstufungen ordnen sie jede Schule in eine Kategorie von 1 bis 6 ein. 1 sind die Schulen mit herausforderndster Ausgangslage, und die Kategorie 6 sind die mit den besten Bedingungen, wo also quasi reiche Eltern sind, wo praktisch alle Schüler deutsche Umgangssprache haben etc., also eher tendenziell Schulen in ländlichen Regionen. Und verglichen werden soll jetzt bei diesen Veröffentlichungen nur immer innerhalb einer SÖL-Kategorie. Damit soll zum Beispiel verhindert werden, dass eine Volksschule – ich weiß nicht, irgendwo hier bei mir im tiefsten Niederösterreich, in einem gutbürgerlich ausgestatteten Bezirk, wo alle Deutsch können, oder im Wiener Speckgürtel, wo die Eltern relativ vermögend sind – mit einer Schule in einem Wiener Brennpunktbezirk verglichen wird. Wiederkehr hat in der Pressekonferenz gesagt, was er nicht haben will, ist quasi das österreichweite Schulranking, wo ganz oben immer dieselben drei besten Schulen Österreichs gelistet sind und auf der anderen Seite des Rankings die Schulen, wo praktisch niemand Deutsch spricht, wo die Brennpunktschulen sind. Er will eine Stigmatisierung vermeiden und eben dafür sorgen, dass man nur Schulen innerhalb dieser einzelnen SÖL-Kategorien werten kann: Wo steht die im Vergleich zu einer durchschnittlichen Kategorie-6-Schule, wo sind unter Anführungszeichen die besseren Brennpunktschulen, wo jene, die noch Aufholbedarf haben.
Und wer sind die alle?
Der Hauptakteur ist Christoph Wiederkehr von den NEOS. Christoph Wiederkehr ist Bildungsminister in der ÖVP-, SPÖ- und NEOS-geführten Bundesregierung, die seit etwas mehr als einem Jahr im Amt ist hier in Österreich.
Kurzer Rückblick: Wir haben ja Ende 2024, im September 2024, einen neuen Nationalrat gewählt, den wichtigeren Teil unseres Parlaments, in dem Entscheidungen für ganz Österreich getroffen werden. Und infolge dieser Wahl haben sich drei Parteien, nämlich ÖVP, SPÖ und NEOS, zusammengefunden, um gemeinsam eine Bundesregierung zu bilden. Das heißt einerseits, dass sie im Nationalrat gemeinsam Gesetze beschließen, und andererseits die Ministerinnen- und Ministerstellen, die diese Gesetze ausführen und sehr vereinfacht gesagt das Land regieren.
Und eine der zentralen Funktionen ist die des Bildungsministers. Der Bildungsminister ist sehr vereinfacht gesagt verantwortlich dafür, dass das Bildungssystem, also die Schulen in Österreich, gut funktionieren. Das kann er nicht direkt machen. Wiederkehr, der vorher Bildungsstadtrat und Vizebürgermeister in Wien war, kann nicht direkt allen Schulen in Österreich Weisungen erteilen, weil Volksschulen und Mittelschulen, also die Pflichtschulen, im Wesentlichen in der Verantwortung der Länder stehen. Aber Wiederkehr kann einerseits Sachen anordnen, die für Schulen in ganz Österreich gelten – Lehrpläne zum Beispiel – und vor allem eben auch die Evaluierung von Schulen in ganz Österreich. Und das macht er mit dieser Maßnahme; das kann er aufgrund des Bildungsdokumentationsgesetzes, und dort hat er hineinverhandelt, dass manche Dinge eben freigegeben werden können.
Und warum diskutieren die darüber?
Es gibt in dieser Debatte, was sollen wir über unsere Schulen hier in Österreich wissen dürfen, schon historisch gewachsen zwei Lager. Auf der einen Seite die Leute, darunter fällt zum Beispiel die Lehrergewerkschaft, die sagen: Na ja, man kann Schulen nicht einfach so miteinander vergleichen, und wenn wir jeden Notenschnitt zum Beispiel publik machen würden oder an den Gymnasien die exakte Verteilung der Maturanoten vergleichbar machen und einfach so veröffentlichen würden, dann wäre das manchen Schulen gegenüber unfair, weil die Ausgangslagen einfach völlig unterschiedliche sind. Manche Schulen, katholische Privatschulen zum Beispiel oder Schulen, die halt in gutbürgerlichen Wiener Bezirken – ich weiß nicht, Döbling oder so – liegen, die haben eine bessere Ausgangssituation. Dort ist es natürlich leichter, einen besseren Notenschnitt zu erzielen als irgendwo in einem Brennpunktbezirk, wo ein Gymnasium – was weiß ich – in Favoriten steht. Das wird naturgemäß viel schlechter abschneiden, und das sagt nichts darüber aus, ob die Schule an sich besser oder schlechter ist oder die Lehrerinnen dort engagierter sind oder weniger engagiert, sondern es sagt einfach etwas darüber aus, dass Schulen unterschiedliche Voraussetzungen haben. Und weil man das immer quasi dazu erklären müsste, wäre in dieser Denkschule Transparenz eine schlechte Idee, weil man damit jenen Schulen, die es einfach von Natur aus schwerer haben als andere, Unrecht tun würde.
Auf der anderen Seite stehen die Transparenzbefürworter – und nachdem ich schon etliche Kommentare in die Richtung geschrieben habe, kann ich gleich dazu spoilern, ich fühle mich eher auf dieser Seite verhaftet –, die sagen: Na ja, Transparenz kann nie schlecht sein. Natürlich haben Schulen unterschiedliche Ausgangssituationen, und es wäre absurd, von einem Gymnasium irgendwo in Wien-Favoriten gleiche Ergebnisse zu erwarten wie hier am Land oder in einem besseren Wiener Gemeindebezirk, wo die Ausgangslage einfach eine andere ist. Das wäre absurd. Aber ich finde persönlich, meine Meinung – das hat jetzt nichts mit der Berichterstattung über diese neue Maßnahme zu tun –, dass man das den Bürgerinnen und Bürgern durchaus zumuten kann, dass sie diese Unterscheidung mitdenken: dass Schulen in Problembezirken, wo es halt schwerer ist und wo mehr Schülerinnen und Schüler zum Beispiel mit migrantischem Hintergrund zur Schule gehen, dass man dort nicht die gleichen Ergebnisse erwarten kann wie in unter Anführungszeichen „rein deutschsprachigen" Bezirken. Das ist ja selbstverständlich, und ich finde, das kann der durchschnittliche Bürger, die durchschnittliche Bürgerin durchaus differenzieren.
Und Wiederkehr versucht dem jetzt ein bisschen zu begegnen, indem er sagt: Okay, wir machen diesen fairen Vergleich, also wir werten nicht alle Schulen in einem großen Package aus, sondern wir veröffentlichen solche Standortdaten nur relativ zum Durchschnitt der jeweiligen Kategorien dieser Ausgangslagen. Und das ist im Wesentlichen die Debatte, die es da gibt. Das ist jetzt ganz, ganz frisch in die Öffentlichkeit gekommen. Die Lehrergewerkschaft hat bisher noch nichts dazu gesagt, Stand Zeitpunkt dieser Aufzeichnung, kann aber natürlich in den nächsten Tagen noch kommen, und es würde mich nicht überraschen, wenn die Lehrergewerkschaft auch bei diesem Vergleich auf der Bremse steht, weil es natürlich heißt, dass ihre Kolleginnen und Kollegen, Lehrerinnen und Lehrer, die auch ihren Job machen und im Großen und Ganzen in Österreich sehr gut machen, dass die natürlich auch zum Handkuss kommen und sich da irgendwie an den Pranger gestellt fühlen, weil auf einmal ihre Ergebnisse in den IKM-Plus-Ergebnissen zum Beispiel mit anderen vergleichbar gemacht werden und so weiter. Und dass auch diese SÖL-Kategorien nie hundertprozentig darstellen können, welche individuellen Herausforderungen welche Schule hat, scheint mir auch irgendwie evident.
Also ich verstehe schon beide Seiten, aber im Endeffekt geht es bei der Debatte darum – und das hat Wiederkehr bei dieser Pressekonferenz halt auch ausgeführt –, dass Eltern, die das wissen wollten, und Eltern, die die Ressourcen hatten, sich dieses Wissen zu holen, ja immer schon gewusst haben: Wo ist eine bessere Schule, wo ist eine schlechtere Schule, wo gebe ich meine Kinder in die Mittelschule, ins Gymnasium, damit sie möglichst gute Chancen haben? Und Wiederkehr argumentiert: Mit dieser eingeschränkten, aber doch Transparenzoffensive läuft es im Endeffekt auf ein gerechteres Schulsystem hinaus, wo alle Eltern und auch alle potenziellen Schülerinnen und Schüler mehr Zugriff darauf haben, nach und nach diese Informationen zu bekommen.
Okay, und wie betrifft das uns?
Sehr konkret, wenn ihr zum Beispiel Eltern seid. Ab Herbst 2026 könnt ihr euch – und das ist tatsächlich ein Novum – vor der Schulwahl offiziell und systematisch anschauen, wie zum Beispiel die Volksschulen in eurer Umgebung qualitativ abschneiden. Bisher war das eben Glückssache, Hörensagen, in Elternforen oder Elternnetzwerken hat man sich das weitergesagt, und jetzt soll es da eine offizielle Website des Bildungsministeriums geben, wo man sich zumindest diese IKM-Plus-Ergebnisse im Vergleich innerhalb der SÖL-Kategorien einer bestimmten Region anschauen kann. Wo steht eine Schule, und wie gut ist die Schule für meine Kinder geeignet? Und das muss man natürlich sagen, ist als Bürgerin, als Bürger tatsächlich ein Gewinn, weil man da die Entscheidung, wo gebe ich meine Kinder in die Schule und wo will ich sie vielleicht lieber nicht haben, bewusster und informierter treffen kann als zuvor.
Und andererseits kann man natürlich auch sagen, es wird die Politik ein bisschen zum Handeln anregen, wenn da innerhalb eines Schulbezirks ganz massiv unterschiedliche Ergebnisse stehen. Wenn es da bei zwei Schulen direkt nebeneinander, die also auch vom sozioökonomischen Ausgangspunkt her ähnlich aufgestellt sind, ganz unterschiedliche Ergebnisse gibt, wird man sich eventuell besser und wahrscheinlich schneller anschauen wollen: Na ja, warum läuft es an der einen Schule gut und an der anderen nicht? Was könnten die davon lernen? Braucht die Schule, die da schlechter abschneidet, vielleicht noch mehr Ressourcen über diesen Chancenbonus hinaus, der schon besonders herausfordernden Schulstandorten jetzt mehr Ressourcen zuweist? Und kann man da sonst noch was machen? Also zwei Seiten: Einerseits für uns Bürgerinnen und Bürger bessere Entscheidungsgrundlagen, andererseits wächst natürlich auch der Druck, wenn da irgendwelche Schulen besonders schlecht abschneiden, trotz ähnlicher Ausgangssituation dort etwas zu unternehmen.
Und ist das schon fix?
Na ja, es hat schon eine gewisse Vorlaufzeit. Die politische Ankündigung, die Entscheidung ist da, die konkrete technische Umsetzung wird noch ein bisschen dauern. Wiederkehr hat auch gesagt: Okay, die Schulen, über die da veröffentlicht wird – also ab Herbst einmal die Ergebnisse bei den Volksschulen –, die werden natürlich vorab informiert, die bekommen vorab gesagt, wie ihre Ergebnisse ausschauen, die dann online gestellt werden. Das ist ein Prozess, der jetzt nach und nach aufgesetzt wird, und ab Herbst 2026 soll es da eben eine zentrale Website geben, wo man nachschauen kann, wie eine Schule benannt ist.
Und woher weißt du das eigentlich?
Wie gesagt, ich war auf der Pressekonferenz beziehungsweise ich habe sie mir im Livestream angesehen und habe mir auch noch die Aussendung des Bildungsministeriums dazu angeschaut, wo es Unterlagen dazu gibt. Beides verlinke ich euch natürlich in den Shownotes, und ich kann euch auch einen Newsletter von mir empfehlen, den ich vor ein paar Wochen für die WZ, die Wiener Zeitung, geschrieben habe. Dort bin ich auf die Ergebnisse des letzten IKM-Plus-Vergleichs eingegangen und was wir daraus lernen konnten. Und zu diesen SÖL-Kategorien steht dort auch ein bisschen was drin.
Also ist das wichtig?
Ja, ich meine, ich teile natürlich wie immer nicht die volle Begeisterung des Ministers. Mir persönlich wäre es lieber gewesen, sie hätten einfach alle Daten, auch die Rohdaten zum Notenschnitt und zu diesen IKM-Plus-Ergebnissen, sofort komplett ungefiltert online gestellt, weil ich finde, Bürgerinnen und Bürgern kann man das zumuten. Aber ich verstehe, gerade als Minister muss man halt manchmal Kompromisse machen, und für die Lehrerinnen und Lehrer an den schlechteren Schulen, wo die Schüler am Ende schlechter Deutsch können oder schlechter rechnen können, ist es natürlich eine Zumutung, wenn so etwas online gestellt wird. Und ich verstehe auch, dass man das nicht unbedingt machen möchte. Trotzdem hätte ich es besser gefunden, weil ich glaube, so viel Öffentlichkeit wäre schon zumutbar. Aber man soll das nicht schlechtreden. Das ist tatsächlich ein großer Schritt.
Bisher wurden solche standortbezogenen Daten wie ein großes Staatsgeheimnis betrachtet, dass niemand wissen darf, an welchen Schulen besonders gute Ergebnisse rauskommen und wo besonders schlechte. Da ist das zumindest ein Schritt aus meiner Sicht in die richtige Richtung zu mehr Transparenz im Bildungswesen, und Transparenz führt halt in der Regel auch dazu, dass jene Schulen, die schlechtere Ergebnisse haben, stärker in den Fokus genommen werden von der Lokalpolitik, von der Bildungspolitik, von der Elternschaft an den Schulen und dadurch die Möglichkeit bekommen, sich zu bessern und vielleicht auch von jenen zu lernen, die es im Vergleich besonders gut machen. Und insofern finde ich das tatsächlich einen wichtigen Schritt.
Und das war es mit dieser Folge. „Ist das wichtig? – Politik für Einsteiger." Die Idee dieses Podcasts ist, ein Einsteigerprogramm für Menschen zu bieten, die sich zwar für Politik interessieren, aber sich nicht jeden Tag damit beschäftigen. Ich freue mich über euer Feedback an podcast@istdaswichtig.at oder per Sprachnachricht an die WhatsApp-Nummer in den Shownotes. Und falls ihr in diesem Umfeld Werbung machen wollt, wendet euch bitte an office@missing-link.media.
Wenn ihr euch für Formate für Fortgeschrittene interessiert, möchte ich euch noch meine beiden E-Mail-Newsletter ans Herz legen: den Leitfaden, in dem ich immer dienstags aktuelle politische Themen für das Magazin Datum kommentiere, und „Einfach Politik", eine sachpolitische Analyse für die WZ, die jeden Donnerstag erscheint. Die Links zur kostenlosen Anmeldung für beide stelle ich euch in die Shownotes.
Und falls ihr mehr hören wollt: Ich gehöre auch zum Team von „Ganz offen gesagt", Österreichs bestem Gesprächspodcast für Politikinteressierte. „Ist das wichtig?" ist ein Podcast von mir, Georg Renner, in Kooperation mit Missing Link. Produziert hat uns Konstantin Kaltenegger. Die zusätzliche Audiostimme ist von Maria Renner, Logo und Design von Lilly Panholzer. Danke für Titel und Idee an Andreas Sator, Host des Podcasts „Erklär mir die Welt".
Danke fürs Zuhören. Bis zum nächsten Mal. Adieu.
Autor:in:Georg Renner |