Die Dunkelkammer
Der Fall Pilnacek #27: Reaktionen auf vier Tage U-Ausschuss

Am 11. Februar wird der Pilnacek-Untersuchungsausschuss mit den Befragungen von Anna P. und Karin Wurm fortgesetzt, tags darauf werden Peter Pilz und der frühere „Krone“-Journalist Erich Vogl erwartet.

Wir haben auf die Berichterstattung zu den ersten vier Ausschusstagen einige Fragen und Kommentare erhalten, auf die wir in dieser Episode eingehen.

Michael Nikbakhsh

Herzlich willkommen zu einer weiteren Ausgabe der "Dunkelkammer". Mein Name ist Michael Nikbakhsh, wir halten bei Ausgabe Nummer 286 und wir setzen unsere Berichterstattung zum Fall Bildner Jack fort. Am 11. und am 12. Februar werden die Befragungen im U-Ausschuss fortgesetzt, und wir haben auf die bisherigen Folgen zum Ausschuss so viel Post bekommen, dass wir jetzt eine Reaktionen-Folge einschieben. Wir, das sind Katharina Pagitz. Hallo Katharina.

Katharina Pagitz

Hallo Nik.

Michael Nikbakhsh

Und Maximilian Langer. Hallo Max.

Maximilian Langer

Hallo Nik.

Michael Nikbakhsh

Bevor wir loslegen, muss ich allerdings im Namen des Veranstaltungsreferats noch ein paar Veranstaltungshinweise verlesen.

Die "Dunkelkammer" gibt's heuer öfter mal live zu sehen. Ich hatte das schon angekündigt: Am 16. Februar starten Stefan Kaltenbrunner und ich unsere neue Justiz-Serie mit dem Titel "Einspruch: Die Justiz von innen", und zwar in der Kulisse Wien. Stefan wird dazu demnächst mit mir eine eigene Episode aufzeichnen, in der wir das Projekt ausführlicher vorstellen. Wie schon angekündigt, wollen wir Leute aus dem Justizbetrieb auf die Bühne holen, um mit ihnen über den Justizbetrieb zu reden. Wir fangen an mit Anwältinnen und Anwälten, wollen das aber nach und nach auf weitere Berufsgruppen ausdehnen. Der Justizbetrieb ist ja ein großes Ding. Wir haben jetzt erst einmal vier Termine in der Kulisse Wien fixiert, weitere Folgen dazu gibt's bald mehr.

Für den Kalender: Am 16. Februar, ich hab's schon gesagt, starten wir mit dem Anwalt Werner Tomanek. Titel des Abends: "Strizis, Zuhälter, Mörder - wie verteidigt man die Unterwelt?" Dazu haben wir bereits Tickets unter unseren Abonnentinnen und Abonnenten verlost. Danke fürs Interesse, die Gewinner werden alsbald verständigt. Wir setzen diese Serie fort am 28. Februar, da kommt dann der Anwalt Michael Dohr in die Kulisse. Im Zentrum dieses Abends steht dann die Frage: Wie viel Show braucht's vor Gericht? Für den 8. März hat uns Rechtsanwalt Johann Pauer zugesagt. Mit ihm wollen wir unter anderem die Frage erörtern, wie man Politiker in Strafverfahren vertritt. Und am 14. März kommt die Rechtsanwältin Anna Meyer, und dieser Abend steht dann im Zeichen der Frage, wie Anwältinnen mit Hass, Hetze und Morddrohungen umgehen. Auch zu diesen Abenden werden wir Karten verlosen. Wie gesagt, Stefan Kaltenborner schaut demnächst vorbei, und dann reden wir mal ausführlich über das, was da auf uns wartet. Karten gibt's bereits unter anderem auf www.kulisse.at.

Und noch abschließend ein Hinweis: Am 25. Februar ist die "Dunkelkammer" im Erbahr-Saal in Wien bei der Missing Link Podcast Nacht dabei. 25. Februar, ich hatte das zuletzt irrtümlich auf den 28. Februar gelegt, ist falsch. 25. Februar Missing Link Podcast Nacht, dabei sind unter anderem auch Inside Austria von Standard und Spiegel und unser Schwestern-Podcast "Ganz offen gesagt". Und mein Partner Stefan Lassnig hat sich einen interessanten Gast für den Abend ausgesucht: Karim L. Gohari. Schaut vorbei, 25. Februar, ab 18:00 Uhr im Erba-Saal im 4. Bezirk. Tickets gibt's auf www.missing-link.media/podcastnacht und auch hier ein Gewinnspiel bei uns. Wenn ihr am 25. Februar dabei sein wollt und ein Abo habt, dann schreibt an redaktion@dunkelkammer.at.

So, jetzt aber zurück zum Fall Pilnacek und zu euren zahlreichen Reaktionen.

Ja, wie gesagt, wir haben viel Post bekommen auf die jüngste Pilnacek  Berichterstattung. Vielen Dank fürs Interesse, vielen Dank für die vielen Fragen, die Kommentare, die netten und die nicht so netten. Dazu kommen wir dann noch.

Die Hörerinnen und Hörer der "Dunkelkammer" hat so alles Mögliche beschäftigt, rund um die Auffittungssituation des Leichnams, aber auch zu der vorangegangenen Geisterfahrt Bildner Jacks. Gab's einfach viele, viele Fragen, die wir jetzt versuchen werden, nach und nach auszurollen. Jens zum Beispiel. Jens hat auch stellvertretend für andere eine Frage zur Kopffarbe gestellt.

Ihr erinnert euch, es gab unterschiedliche Farbwahrnehmungen von ganz weiß, wie der Baggerfahrer das geschildert hat, bis zu tiefblau, wie es die Ärztin Dagmar W. am Ufer des Seitennahms dann festgestellt hat. Jens schreibt: "Immer wieder ist die unterschiedliche Farbwahrnehmung des Leichnams ein Thema, wobei aus meiner Sicht die jeweilige Farbwahrnehmung eben auch physikalische Ursachen haben könnte." Und er führt dann aus, dass der Baggerfahrer, der den Leichnam als ganz weiß wahrgenommen hat, da möglicherweise aufgrund der Sichtachse vom Bagger zum Wasser hin der Lichtverhältnisse.

Die Sonne war aufgegangen um 7:00 Uhr, um 7:51 Uhr erfolgte die Meldung an die Polizei. Es herrschte dann noch leichter Nebel. Kann also gut sein, dass das die Farbwahrnehmung des Baggerfahrers jedenfalls mit beeinflusst hat. Wir können's nur aneinanderreihen und es so und so darstellen, wie es eben ausgesagt wurde.

Tatsache ist aber, dass es wahrscheinlich eher unwahrscheinlich ist, dass der Kopf zwischen der Auffindung und dem Eintreffen der Ärztin von ganz weiß auf tiefblau gewechselt wäre. Oder, Max?

Maximilian Langer

Die Ärztin wurde dazu eben im Ausschuss befragt. Sie findet es eher unwahrscheinlich, dass sich eben der Kopf von Blattlweiß bis tiefblau färbt. Sie hat es als blau wahrgenommen. Also ja.

Michael Nikbakhsh

Ja, ich denke, wir lassen das jetzt einfach an der Stelle so stehen. Mehr können wir da nicht beitragen. Fotos dazu habe ich übrigens keine gesehen, also Fotos vom Auffindungsort, die das in die eine oder andere Art dokumentieren würden. Wir müssen's bei den Aussagen belassen.

Maximilian Langer

Anton hat uns geschrieben, er fragt unter anderem: "Wurde eigentlich die Frage geklärt, welchen Arbeitsauftrag der Baggerfahrer bekommen hatte? Wann erhielt er diesen Auftrag? Von wem kam dieser und werden dort öfter Baggerarbeiten durchgeführt?"

Katharina Pagitz

Das war auch Thema im Urschuss. Der Baggerfahrer war im Auftrag der Via Donau dort, und zur Baustelle selbst wird er auch befragt. Da zitiere ich jetzt aus dem vorläufigen Protokoll: "Ganz im Kopf habe ich es nicht, aber es ist eine längere Baustelle gewesen, und das waren zwei, drei Tage, die ich schon dort war, weil wir ja vorne die Steinschlichtungen gemacht haben, ganz vorn beim Auslauf."

Michael Nikbakhsh 

Ja, wir haben's eh schon öfter erwähnt. Der Baggerfahrer hat ausgesagt, er habe um 6:00 Uhr morgens mit der Arbeit begonnen. Da wurde der Bagger betankt, und dann gab's eben das Umlöffeln, wie er es genannt hat, am Ufer. Und um 7:51 Uhr erfolgte dann die Verständigung der Polizei, und zwar nicht über den Notruf, sondern über eine Festnetznummer der Polizeiinspektion der nächstgelegenen, die sich rausgegoogelt hat, wie der Baggerfahrer im Untersuchungsausschuss ausgesagt hat. Nächste Frage.

Katharina Pagitz

Uns hat dann eine weitere Frage erreicht, das ist von einer Spotify-Userin. Die fragt: "Moment, habe ich das richtig verstanden, die Polizei hat den Baggerfahrer gebeten, die Feuerwehr zu kontaktieren?"

Michael Nikbakhsh 

Ja, also Tatsache ist, dass die Rettungskette über den Baggerfahrer in Gang gesetzt wurde, und zwar nicht nur, was die Polizei betrifft, sondern auch, was die Verständigung der Feuerwehr betrifft. Also der Baggerfahrer hat ausgesagt, er hat sich die Festnetznummer der Polizeiinspektion rausgesucht, hat dann dort die Polizei verständigt.

Die Polizei kam dann. Der Anruf bei der Polizei war um 7:51 Uhr, um 8:19 Uhr sei dann die erste Streife am Auffindungsort eingetroffen und keine Rettung, die da dabei war, halten wir auch fest. Und um 8:37 Uhr ging dann bei der Freiwilligen Feuerwehr die Verständigung ein, und die kam ebenfalls nicht von der Polizei, sondern offenbar über den Baggerfahrer.

Der hat ausgesagt, er hat seinen Nachbarn angerufen, der bei der Gemeinde arbeitet, eben bei der Feuerwehr, und über den Nachbarn sei dann die Freiwillige Feuerwehr verständigt worden. Ja, ich habe gehört, das soll auch kürzer und schneller gehen, aber Tatsache ist, so wurde es jedenfalls ausgesagt beziehungsweise protokolliert.

Maximilian Langer 

Ja, Hörer Daniel hat uns geschrieben. Er war tatsächlich bei der Brücke, über die dann Nick und ich in der letzten Episode geredet haben. Die Gemeindeärztin hat ja ausgesagt im Urschuss, dass ihr die Polizei gesagt haben soll, dass man anfangs davon ausginge, Pilnacek sei dort von der Brücke gesprungen. Ja, er hat die Brücke eben gefunden. Sie ist so circa 500 Meter Wasserweg vom Altarm weg.
Nik und mir ist diese Brücke nicht aufgefallen. Kathi, hast du irgendwelche Wahrnehmungen?

Katharina Pagitz

Also auch im Zuge der Begehung, wo wir damals dabei waren, wäre mir diese Brücke auch nicht aufgefallen. Es war aber auch sehr neblig an dem Tag. Ich habe es mir aber auf Google Earth angesehen. Ich glaube, es geht ein bisschen so um so ein S drum. Also ich glaube, man würde es auch sehr schwer sehen.

Zur Brücke und im U-Ausschuss am ersten Befragungstag, also am zweiten Tag des Urschusses, war es kein Thema. Da ist das nicht angesprochen worden. Aber dann beim dritten Tag des Urschusses, also zweiter Befragungstag, da wurde eine Auskunftsperson nach dieser Brücke gefragt, und die hat dann eben gesagt, sie hatte keine Wahrnehmungen dazu. Also mehr wäre mir jetzt dazu auch nicht aufgefallen, dass das noch ein Thema gewesen wäre, eben dann hauptsächlich bei der Ärztin, wie du es eben schon erwähnt hast.

Michael Nikbakhsh 

Ja, also was es mit dieser Brücke auf sich haben soll, habe ich ehrlicherweise auch nicht verstanden. Also in Sichtweite ist sie nicht. Man muss offenbar gehen, um dorthin zu kommen. Es wären Hunderte Meter zwischen der Brücke, die flussabwärts, also stromabwärts liegt, und der Einstiegsstelle beziehungsweise dann der Auffindungsstelle, dass er in räumlicher Nähe in dem Seitennahm war. Also die Brücke ergibt für mich in dem Zusammenhang irgendwie überhaupt keinen Sinn.

Nächste Zuschrift: "Ich verfolge aufmerksam einen Teil Ihrer Sendungen, zumindest einen Teil. Ich höre auch zwischen den Zeilen. So hat in der Angelegenheit Pilnacek der Baggerfahrer ausgesagt, es könnte sich sehr wohl um einen Unfall gehandelt haben. Hat er, Kati, was genau hat er bei seiner Befragung zu Protokoll gegeben?"

Katharina Pagitz

Ich habe wieder das vorläufige Protokoll vor mir und zitiere jetzt daraus: "Wenn ich selber etwas sagen soll, von meiner Seite her: Ich glaube, dass es ein Unfall war, weil man über den Schacht sehr wohl herunterstürzen und dann vielleicht benommen zurückfallen kann, irgendwie ins Wasser, aber so von außen ist da nichts gekommen, nein." Das so von außen bezieht sich darauf, ob er irgendwie was mit aufgeschnappt hätte oder mitgenommen hätte bezüglich eines Suizids.

Michael Nikbakhsh

Zu diesem Unfallsszenario, das ja verschiedentlich erörtert wird und dem Sturzgeschehen, von dem auch im gerichtsmedizinischen Gutachten die Rede ist: Es gibt dort, wir haben es alle gesehen, die wir dort waren, ein Abflussrohr, das zum Seitenarm führt, und quasi am Ende des Abflussrohrs ist so eine steinerne Einfassung.

Zu dem Zeitpunkt, als das passiert ist, am 20. Oktober 2023, war dort wenig Wasser, so wenig Wasser, dass die steinerne Einfassung frei lag. Wäre Pilnacek über das Abflussrohr gestürzt, dann wäre er, sagt auch der Baggerfahrer, Kati, du hast das Protokoll vor Augen, dann wäre er nicht ins Wasser gefallen, weil dort einfach so wenig Wasser war.

Es war relativ weit zurückgezogen. Was genau hat er da gesagt?

Katharina Pagitz

Genau, er gibt da an, Zitat: "Das wäre sich bei dem Wasserstand nicht ausgegangen, nein." Also er ist da vom Abgeordneten Hafenegger darauf auch angesprochen worden, und das war eben seine wortwörtliche Antwort daraus.

Michael Nikbakhsh 

Also laut dem Baggerfahrer wäre Pilnacek über dieses Rohr gestürzt, wäre nicht ins Wasser gefallen, sondern auf die Einfassung unten, die betonierte beziehungsweise steinerne Einfassung.

Maximilian Langer 

Ja, ein Hörer zeigt sich darüber verwundert, dass ein Feuerwehrmann den Leichnam von Christian Pilnacek untersucht haben soll.

Katharina Pagitz

War ja auch Thema beim Untersuchungsausschuss, vor allem bei der Befragung von dem Feuerwehrmann. Und er gibt eben an, dass er die Einweghandschuhe schon anhatte und dann im Beisein der Kolleginnen eben diese Durchsuchung durchgeführt hat.

Er wird ja dann auch gefragt, was er gefunden hat, und er gibt eben an, das Feuerzeug in einer Hosentasche. Er kann sich aber nicht mehr erinnern, ob es eben rechts, links, hinten oder vorne war. Woran er sich erinnern kann, ist eben, dass er es dann wieder zurückgesteckt hat.

Michael Nikbakhsh 

Na gut, nach ein paar Jahren wird man vielleicht nicht wissen, in welcher Tasche man was wo gefunden hat, wo man es zurückgetan hat. Aber erstaunlich genug, dass ein Feuerwehrmann, der allerdings, muss man fairerweise sagen, im Brotberuf tatsächlich Polizist ist, an dem Morgen aber als Feuerwehrmann anwesend war, eben die Durchsuchung vorgenommen hat.

Interessant ist, dass eine weitere Auskunftsperson, ein Polizist, der dann mit Spurensicherung befasst war, ebenfalls gefragt wurde, ob er irgendwas entdeckt hat in den Taschen, Hosentaschen oder Jackentaschen. Und er hat ausgesagt, die Hosentaschen, Jackentaschen waren meiner Erinnerung nach leer.

Aber tatsächlich wurde dieses BIC-Feuerzeug, von dem wir jetzt ausgehen, dass es nicht der USB-Stick war, ich gehe auch davon aus, dass im Feuerzeug der USB-Stick nicht drin war. Es gibt keinen Hinweis auf diesen USB-Stick. Das Feuerzeug wurde zumindest, also es wurde schlussendlich gesichert und protokolliert. Also es war jedenfalls da, in welcher Jackentasche auch immer es steckte.

Katharina Pagitz

Uns hat noch ein Mail erreicht, da ging es um die Rückenlage der Leiche. Ich zitiere das jetzt: "Was mich aber jetzt aufhorchen ließ, war die Tatsache, dass Herr Pilnacek auf dem Rücken liegend im Wasser gefunden wurde. Ich habe im TV schon einige Wasserleichen gesehen, da lagen die meistens auf dem Bauch."

Die Hörerin hat dann auch in weiterer Folge die KI befragt, und auch die KI hat ausgespuckt, dass üblicherweise bei Wasserleichen eine Bauchlage vorliegt. Was sagen meine beiden Kollegen, Nick, Max?

Maximilian Langer

Ja, es war auch im U-Ausschuss Thema. Der Feuerwehrmann wurde dazu befragt und sagt eben aus: "Die Leiche ist am Rücken gelegen, und das Gesicht war aber schon zum Teil unter Wasser. Ich hatte das Gefühl, dass eben durch diese wattierte Jacke, die Herr Bildner Jack angehabt hat, die Leiche gerade noch getragen wurde. Üblicherweise geht dann eine Leiche unter."

Michael Nikbakhsh

Ja, also Bauchlage, Rückenlage, TV-Sendungen, also ich würde und KI-Befragungen sind jetzt das eine. Es ist der Gerichtsmediziner im Medienverfahren zum Bildner Jack Buch bereits befragt worden. Da hat damals die Ärztin auch ausgesagt, und soweit ich mich erinnere, und das ist

Stand der Dinge, ist, dass die Kleidung, Pilnacek Kleidung, durchaus einen Beitrag geleistet haben kann, dass er sich von der üblichen Bauchlage in Rückenlage gedreht hat. Es war von Lufteinschlüssen in der Jacke insbesondere die Rede, die eben dazu führen kann, dass ein Leichnam sich im Wasser auch umdreht. Also ja, typisch wäre die Bauchlage, aber unter den konkreten Umständen kann es durchaus sein, dass diese Faktoren eben dazu geführt haben, dass er sich in Rückenlage gedreht hat.

Ja, ich denke, das kann man hier an dem Punkt belassen. Okay, eine interessante Frage bezieht sich auf die Geisterfahrt, die all dem vorangegangen ist, die Geisterfahrt vom 19. Oktober 2023. Da haben wir eine Nachricht bekommen, die lautet wie folgt: "Ich habe mir die Frage gestellt, warum der Sektionschef das Navi eingeschaltet hat und was das Navi mit ihm gemacht hat, dass es überhaupt zur Geisterfahrt kam."

Also vielleicht dazu, das war jetzt noch nicht Thema im Untersuchungsausschuss, die Ereignisse am 19. Oktober, die werden früher oder später auch noch zur Sprache kommen. Bis jetzt kreiste ja das Geschehen im Ausschuss um die Situation der Auffindung des Leichnams am Morgen des 20. Oktober. Jetzt sind wir beim 19. Ich nehme das gerne mit. Ich habe mich schon mal damit beschäftigt, mit den Umständen der Geisterfahrt.

Das ist jetzt auch schon wieder länger her. Schadet vielleicht nicht, wenn wir das noch mal in Erinnerung rufen. Tatsächlich hat Christian Bildner Jack gegenüber der Autobahnpolizeiinspektion Stockerau, das war jene, die ihn am 19. Oktober gegen halb elf in der Nacht aus dem Verkehr gezogen hat, auf der falschen Richtungsfahrbahn, der S5 Richtung Wien fahrend. Und dort hat er angegeben, dass er dem Navi gefolgt ist. Ich zitiere jetzt aus dem Protokoll der Autobahnpolizeiinspektion, was Christian Pilnacek der Polizei an dem Abend gesagt hat, nämlich: "Ich fuhr in Wien aus der Garage beim Museumsquartier weg und wollte nach Rossatz. Ich bin den Angaben des Navis gefolgt." Verzeihung, "Ich bin den Ansagen des Navis gefolgt. Wo ich falsch auf der Autostraße aufgefahren bin, kann ich nicht sagen. Ich war mir dessen nicht bewusst. Mir kam es allerdings eigenartig vor, dass mich viele entgegenkommende Fahrzeuge anblendeten." Zitat Ende.

Ja, Karin Wurm, seine damalige Freundin, hat dazu gesagt, dass sie insofern überrascht war, dass er überhaupt gekommen ist, weil er nicht erwartet war an dem Abend. Sie hat gesagt, er sei auch nicht gerne in der Nacht gefahren, weil er nicht gut gesehen habe und schon gar nicht betrunken.

Wie gesagt, bei der Geisterfahrt oder im Gefolge der Geisterfahrt wurden 1,4 Promille Alkoholisierung festgestellt. Ja, und jetzt stellt sich die Frage, warum ist er überhaupt dort in der Gegend gewesen und vor allem, wie geht sich das auf der Zeitachse aus? Weil auch das ist Leuten aufgefallen, dass er, wenn all das, was wir da an Zeitpunkten aneinanderreihen, ergibt das kein wirklich stimmiges Bild. Er wäre gegen halb neun aus Wien, er hätte gegen halb neun das Restaurant Regina Margarita in Wien verlassen, wo er mit seiner Stiftochter essen war, und wäre dann zur Museumsquartier-Garage gegangen, hätte sich dort ins Auto gesetzt und wäre eben Richtung Rossatz gefahren. Das hieße aber, dass er um 22:14 Uhr, und das war der Zeitpunkt der ersten Geisterfahrermeldung, schon viel weiter hätte sein müssen, als er da tatsächlich war, weil er ja tatsächlich nicht viel weiter als Höhe Stockerau schlussendlich gekommen ist, was bedingt, dass er entweder sehr langsam gefahren ist oder möglicherweise noch an einem Ort war, von dem wir nichts wissen. Das ist sehr spekulativ. Interessant ist auch, was der Autobahnpolizeiinspektion Stockerau laut Protokoll über seinen Alkoholgenuss erzählt hat.

Da steht nämlich in diesem Protokoll, dass er angegeben hat, dass er Alkoholgenuss vor dem Lenken am 19.10. zwischen 21:00 Uhr und 22:00 Uhr, Menge drei Achtel Wein, letzter Alkoholkonsum vor der Atemluftmessung 19.03.22:00 Uhr. Wenn das wahrheitsgemäß ist, keine Ahnung, ob Christian Pilnacek hier die Wahrheit gesagt hat beziehungsweise ob die Autobahnpolizeiinspektion das auch korrekt protokolliert hat, aber unter Annahme, dass er die Wahrheit gesagt hat und dass das korrekt protokolliert wurde, hätte er eben das letzte Achtel Wein um 22:00 Uhr getrunken. Das wären 14 Minuten vor der ersten Geisterfahrermeldung gewesen. Das kann er, hätte er demnach unmöglich in Wien getrunken, sondern irgendwo in der Gegend, und Gegend heißt in dem Fall rund um den Autobahnknoten oder die Autobahn auf beziehungsweise Abfahrt Königsbrunn, weil das soll jene gewesen sein, die er laut Polizei falsch genommen hat, was er dort in der Gegend gemacht hätte um diese Uhrzeit. Nobody knows. Das ist, wie gesagt, im Ausschuss bisher auch noch kein Thema gewesen. Mal schauen, ob wir da in Zukunft noch ein bisschen schlauer werden.

Katharina Pagitz

Weitere Fragen, die uns noch erreicht haben, sind zur BMI-Schulung. Wer sich erinnern kann, die waren auch schon Thema öfters im Ausschuss. Und eine Spotify-Userin schreibt uns da Zitat: "Eine Schulung, wie man sich bei einem Urschuss richtig verhält. Was, warum, wozu? Ich dachte immer, man geht dorthin, hört sich die Fragen an und beantwortet diese wahrheitsgetreu."

Nik, wie lautet deine Einschätzung eigentlich dazu? Du warst schon öfters bei Urschüssen, hast die mitverfolgt. Ist so eine Schulung etwas ungewöhnlich, als würdest du sagen?

Michael Nikbakhsh 

Ich erinnere mich, dass im BVT-Untersuchungsausschuss kam das schon mal zur Sprache. Da ging es um die Vorkommnisse rund um den österreichischen Verfassungsschutz. Damals gab es ja unter anderem eine rechtswidrige Hausdurchsuchung im BVT am 28. Februar 2018 durch die WKSTA in Begleitung einer Sondereinheit der Wiener Polizei. Und die Polizisten, die damals an der Hausdurchsuchung teilgenommen hatten, die hatten ebenfalls mit Blick auf ihre Auftritte im Untersuchungsausschuss vom Innenministerium eine Schulung erhalten. Ich erinnere mich jetzt auch, dass kurzfristig die Staatsanwältin der Staatsanwaltschaft Krems ihrerseits ebenfalls, in dem Fall vom Justizministerium, eine Schulung erhalten hat.

Ich sehe da ehrlicherweise jetzt nichts Bösartiges oder Doppelbödiges drin. So eine Befragung in einem Untersuchungsausschuss ist für Leute, die dem Amtsgeheimnis unterliegen, das ist ja ein ganz zentrales Ding, immer so ein bisschen Eiertanz, wie viel darf ich sagen, wie viel nicht, ohne da jetzt quasi eben in Konflikt mit dem Amtsgeheimnis zu kommen. Ich glaube, dass das ein zentraler Aspekt dieser Schulungen ist und nicht, wie es da jetzt quasi teilweise unausgesprochen im Raum steht, dass man versucht hätte, Zeugen zu beeinflussen, dass sie gewisse Dinge nicht sagen und unterschlagen. Ich würde das wirklich sehr entspannt sehen.

Alle stehen dort unter Wahrheitspflicht. Und wenn man ihnen draufkommt, dann müssen sie mit Konsequenzen rechnen. Ja, und wir haben jetzt bisher auch keine Hinweise, dass die Aussagen, die bisher getroffen wurden, präpariert worden wären. Du kannst niemals sagen, wenn jemand sagt, ich kann mich daran nicht erinnern, ob diese Erinnerung tatsächlich quasi empfohlenerweise ausgelöscht wurde oder einfach nicht mehr da ist. Und darum geht es ja sehr oft, dass Leute dann einfach sagen, sie können sich nicht erinnern.

Also ja, diese Schulungen hat es in der Vergangenheit schon gegeben. Ja, ich meine, wie die Hörerin schreibt, man geht hin, hört sich Fragen an und beantwortet diese wahrheitsgetreu. Ja, also idealerweise bleibt man natürlich immer bei der Wahrheit.

Maximilian Langer 

Mehrere User haben uns auch zur Smartwatch geschrieben. Eine Frage war eben, es heißt, die Smartwatch war nicht am Handgelenk aufzufinden. Wo war die dann? Also im Tatortbericht ist von einer Armbanduhr die Rede. Am selben Tag hat um 12:30 Uhr aber noch eine zweite Leichenbeschau in der Aufbauungshalle in Rossatz stattgefunden. Da war dann keine Rede mehr von einer Armbanduhr. Es ist eben nur ein Ring protokolliert worden. Sechs Tage später in der Klinik Favoriten taucht diese Smartwatch dann aber wieder auf bei der Obduktion und ist da einfach in einem Plastiksackerl verpackt. Also zumindest so steht es im gerichtsmedizinischen Gutachten.

Michael Nikbakhsh 

Ja, tatsächlich fehlen sechs Tage im Dasein dieser Uhr. Also sie wurde, also Bildner Jack hat sie wohl getragen, da wurde sie auch, wie du gesagt hast, im Tatortbericht dann auch protokolliert. Es hat sich dann später herausgestellt, dass einer der Beamten sie offenbar in einen Plastiksackerl gesteckt hat und dieses dann mit dem Leichnam bei der Obduktion quasi eingetroffen ist in der Klinik Favoriten. Was zwischen dem 20. Oktober und dem 26. Oktober sonst mit der Uhr war, ist nicht dokumentiert. Sie lag in einem Plastiksackerl, wobei der Weg vom Handgelenk ins Plastiksackerl auch nirgends dokumentiert ist, interessanterweise. Also das hat sich erst später herausgestellt im Laufe von Befragungen.

Vielleicht noch zur Smartwatch. Die Presse hat am heutigen 5. Februar, wir zeichnen das am 5. Februar auf, berichtet, dass Pilnacek Witwe Caroline List sich nicht nur bereit erklärt hat, die Smartwatch, die sie auch empfangen hat, an die Staatsanwaltschaft Eisenstadt auszufolgen. Das sei auch tatsächlich geschehen. List habe die Uhr der Staatsanwaltschaft übergeben und habe diese dann aber nach wenigen Stunden wieder zurückerhalten.

Also ich zitiere jetzt einfach aus der Geschichte der Presse. List habe die Staatsanwältin eben in Eisenstadt am 19. Jänner angerufen und ihr mitgeteilt, dass sie für eine kurzfristige Überlassung der Uhr zur Verfügung stehe und einen Beitrag zur Wahrheitsfindung leisten wolle. Und dann steht da noch, die Übergabe wird im Akt für den 23. Jänner anberaumt. Wie List auf Anfrage der Presse bestätigt, hat sie die Uhr an diesem Tag um 9:30 Uhr an zwei IT-Spezialisten der Justizbetreuungsagentur übergeben. Lange dauerte es aber nicht, bis sie die Uhr wieder zurückbekam. Wie sie berichtet, um 17:15 Uhr desselben Tages habe sie die Uhr bereits wieder ausgefolgt erhalten.

Was das jetzt zu bedeuten hat, das muss gar nichts zu bedeuten haben. Ich gehe davon aus, dass man eine Uhr in wenigen Stunden auslesen kann und dass das in dem Fall auch geschehen ist. Wir werden es ja hoffentlich bald erfahren.

Katharina Pagitz

Und es haben auch Kommentare erreicht zur Ladungsliste im Urschuss. Eine Userin fragt da speziell danach, dass eine Polizistin immer wieder erwähnt wird und ob diese auch geladen ist als Auskunftsperson, denn bisher wurden nur Polizisten vorgeladen.

Zur Ladungsliste: Uns ist tatsächlich nur die Ladungsliste bis nächste Woche bekannt, also bis zum 12. Februar. Wir wissen, dass am 11. Anna P. und Karin Wurm geladen sind und dann am 12. Februar Peter Pilz und Erich Vogel. Wie es weitergeht, wissen wir tatsächlich noch nicht, aber es wird dann sicher weitere Informationen geben, wer noch aller geladen ist.

Michael Nikbakhsh 

Ja, ich warte ja zum Beispiel unter anderem darauf, ob ich jetzt geladen sein werde oder nicht. Tatsächlich, die Ladungslisten, sobald sie da sind und sobald wir mehr wissen, werden wir das natürlich kundtun.

Abschließend gab es ja nicht nur Fragen. Wir kriegen auch immer wieder Kommentare zu unserer Arbeit. Manche sind freundlich, nicht alle. Ich lese da eine Reaktion vor für etwas, das mir gar nicht bewusst war.

Eine Bitte an Herrn Nikbakhsh. Ich lese es jetzt absichtlich falsch vor, weil ich es offenbar falsch vorgelesen habe. Parameter hat nichts mit Millimeter zu tun und hat die Betonung auf dem zweiten A, also Parameter. Und ich habe offenbar in einer Episode Parameter gesagt. Shame on me, das soll nicht sein. Parameter ist mir wohl bewusst. Ich bemühe mich künftig um richtige Aussprache.

Aber das mit der Aussprache hat ja andere auch noch beschäftigt, gell, Kathi?

Katharina Pagitz
Ja, mich. Ich habe mehrere Kommentare zu meinem Gendern bekommen. Unter anderem ein Spotify-User schreibt: "Gut gemacht, Katharina, aber bitte nicht komisch gendern. Das ist peinlich und outet dich leider." Ja, lasse ich mal so stehen. Ich werde leider weiter gendern.

Michael Nikbakhsh 

Ja, ich habe euch das eh gesagt eingangs. Jeder macht das bei uns, wie er oder sie es für richtig hält und wie es halt eben passt. Das gefällt manchen, aber nicht allen. Soll sein. Ich hoffe, dass wir letztlich an dem gemessen werden, was wir vortragen und nicht notwendigerweise nur, wie wir es vortragen.

Ja, aber so generell, es gibt, Max, den überlasse ich dir, einen abschließenden Kommentar auf YouTube, den wir jetzt einfach so unwidersprochen stehen lassen, und der lautet:

Maximilian Langer 

Sinnloses Geschwätz.

Michael Nikbakhsh 

Ganz genau. Auch das empfinden Leute, wenn sie uns bei der Arbeit zuhören. Liebe Hörerinnen und Hörer, Katharina Pagitz hat es schon erwähnt, am 11. und am 12. Februar wird der Parlamentarische Untersuchungsausschuss fortgesetzt mit den Befragungen von Anna P., Karin Wurm, Erich Vogel und Peter Pilz. Ihr werdet wieder im Parlament dabei sein?

Katharina Pagitz

Genau.

Maximilian Langer

Auf jeden Fall.

Michael Nikbakhsh

Ich denke, dass uns das allen enorm hilft bei dem Entwickeln von Verständnis, dass wir das in der Form jetzt zu dritt machen. Mir macht das Spaß. Ich hoffe, euch auch.

Katharina Pagitz

Sehr sogar.

Maximilian Langer

Unfassbar viel Spaß.

Michael Nikbakhsh 

Ja, vielen Dank und bis zum nächsten Mal.

Autor:in:

Maximilian Langer

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