Die Dunkelkammer
Der Fall Pilnacek #29: Der U-Ausschuss, Tag 6
- hochgeladen von Maximilian Langer
Am 12. Februar wurde der Pilnacek-Untersuchungsausschuss mit den Befragungen von Peter Pilz (Zack Zack) und Erich Vogl (vormals Kronen Zeitung) fortgesetzt. Im Studio: Katharina Pagitz, Michael Nikbakhsh.
Michael Nikbakhsh
Hallo und herzlich willkommen zur Dunkelkammer Nummer 291. Mein Name ist Michael Nikbakhsh, und mir gegenüber sitzt Katharina Pagitz. Hallo, Kathi.
Katharina Pagitz
Hallo, Nik.
Michael Nikbakhsh
Gemeinsam reden wir einmal mehr über den laufenden Pillnacek-Untersuchungsausschuss, konkret über die Befragungen am 12. Februar. Da warst du dabei, und da waren die Auskunftspersonen - irgendwann schaffe ich das noch - mit den Auskunftspersonen Peter Pilz und Erich Vogel geladen.
Spannung versprach aus meiner Sicht vor allem der Auftritt des früheren Krone-Zeitungsredakteurs Erich Vogel, denn Erich hatte im Oktober 2025 in der Dunkelkammer erstmals von einer versuchten, aber letztlich erfolglosen Intervention der ÖVP bei der Kronenzeitung und beim ORF erzählt, und zwar im Zusammenhang mit dem sogenannten Pillnacek-Tape. Ihr erinnert euch, es ist ein heimlicher Mitschnitt eines privaten Gesprächs im Juli 2023, in dem Christian Pilnacek seinerseits von Interventionsversuchen der ÖVP berichtet hatte. Aufgezeichnet hatte dieses Gespräch damals Christian Mattura - auch sein Name taucht in der Geschichte an mehreren Stellen auf - und veröffentlicht wurde das Tape dann nach Pillnaceks Tod durch Kronenzeitung und ORF. Wer nachhören will, was Pilnacek damals gesagt hat: Wir haben den Mitschnitt nach wie vor online. Ich verweise auf die Dunkelkammer Nummer 43 vom 24. November 2023. Ist auch schon lange her. Ja, das war übrigens auch die erste Folge unserer Pillnercheck-Serie, von der ich damals nicht wusste, dass es eine Serie werden würde.
Zurück zu Erich Vogel: Er hat also in der Dunkelkammer im Vorjahr von einem erfolglosen ÖVP-Interventionsversuch rund um das Pilnacek-Tape berichtet. Er hat das dann später im Medienverfahren rund um Peter Pilz' Pillnacek-Buch noch einmal wiederholt und sogar präzisiert. Und mittlerweile arbeitet Erich Vogel nicht mehr bei der Kronenzeitung. Um den Jahreswechsel wurde sein Dienstverhältnis aufgelöst - einvernehmlich, wie es heißt. Ja, jetzt war natürlich die Frage, wie Erich Vogel die Geschichte rund um das Pilnacek-Tape im U-Ausschuss erzählen würde. In der Dunkelkammer steht non a ned, niemand unter Wahrheitspflicht. Im Pilz-Verfahren als Zeuge war Erich Vogel natürlich unter dieser Wahrheitspflicht, und das galt auch für den U-Ausschuss am 12. Februar und gilt natürlich auch für Peter Pilz selbst, der vor Erich Vogel dran war.
Zu Peter Pilz noch kurz: Sein Pilnacek-Buch hat diesen Ausschuss letztlich initiiert. Man muss umgekehrt aber auch festhalten, dass Peter Pilz' Schlussfolgerungen hinsichtlich politisch motivierter Einflussnahmen auf die Ermittlungen nach Pilnaceks Tod einem gerichtlichen Stresstest - sagen wir es mal so - nicht standgehalten haben. Das Medienverfahren zum Pilnacek-Buch war hier mehrfach Thema. Das hatten die drei Polizisten und eine Polizistin angestrengt, die sich von Pilz vorgelebt fühlten. Und dieses Verfahren ging für den Verlag Zack Media in erster Instanz verloren. Es ist allerdings nicht rechtskräftig. Pilz hat Berufung angekündigt, sobald das schriftliche Urteil vorliegt, was aber noch nicht der Fall ist. Kathi, jetzt zu dir. Peter Pilz im Untersuchungsausschuss, erzähl mal.
Katharina Pagitz
Peter Pilz ist ja eigentlich kein Unbekannter in Untersuchungsausschüssen. Man kennt ihn aber eher auf der anderen Seite, also nicht auf der Seite einer Auskunftsperson. Das war schon etwas ungewöhnlich, würde ich mal sagen. Und das Nächste ist natürlich: In U-Ausschüssen geht es ja hauptsächlich um Wahrnehmungen. Deswegen sind die Fragen von den Abgeordneten auch immer mit diesem einleitenden Satz begonnen: "Was sind Ihre Wahrnehmungen dazu?" Und da war halt die Frage, wie viel Peter Pilz dazu dann beitragen kann von seinen eigenen Wahrnehmungen, weil er ja hauptsächlich auch Recherchen und Analysen dazu betrieben hat zu dem Fall Pilnacek.
Und ich muss schon sagen, man hat schon gemerkt, es wurde politisch beim Peter Pilz. Man hat gemerkt, dass er auch sehr routiniert in Reden ist, jetzt im Vergleich zu anderen Auskunftspersonen, die jetzt schon im Ausschuss waren, und natürlich, dass es auch politischen Hickhack, jetzt etwas übertrieben gesagt, gegeben hat, vor allem zwischen Pilz und der ÖVP, da jetzt vor allem zwischen Herrn Hanger.
Michael Nikbakhsh
Was mich jetzt natürlich total überrascht. Ich habe im Ticker nachgelesen: Okay, Peter Pilz hat seine Kritik an der Arbeit der Ermittlungsbehörden aufrechterhalten, auch an der Arbeit der Oberstaatsanwaltschaft Wien, soweit ich das lese. Das war hier eh schon ausführlich Thema. Ich denke, dass wir darauf jetzt nicht extra eingehen wollen. Ich möchte den Fokus eher auf andere Sachen legen. Also zum einen mal: Es gibt schon einen Berührungspunkt, den Peter Pilz zu der Causa hat, und das ist diese ominöse rote Festplatte.
Katharina Pagitz
Ja, an dem Tag waren Datenträger generell sehr hoch im Kurs und wurden viel besprochen. Wie du schon erwähnt hast, die rote Festplatte, die hatte Peter Pilz tatsächlich physisch erhalten. Er hat sie dann nach seiner Auswertung auch der Staatsanwaltschaft übergeben, hat er gestern im Urschuss ausgesagt. Und er sagt, es befänden sich eben Tausende Objekte mit Ordnern darauf, die sich zum Teil auf Sobotka beziehen.
Und die rote Festplatte habe seiner Wahrnehmung nach zu einem bestimmten Zeitpunkt der Frau Anna P. gehört und hatte auch private Daten drauf. Das führte auch aus, dass er diese nicht ausgewertet hätte und auch nicht angegriffen hätte.
Und dann gibt er noch an, dass drei Tage vor dem Amtsantritt von Herbert Kickl - das war im Jahr 2017, wenn mich nicht alles täuscht, also Amtsantritt als Innenminister ist hier gemeint - dass auf diese rote Festplatte viele neue Ordner draufgekommen wären, etwa mit dem Namen Sobotka-Kabi oder Sobotka.
Michael Nikbakhsh
Ich habe mir das auch angeschaut. Also die Inhalte dieser roten Festplatte, von der wir berechtigterweise davon ausgehen dürfen, dass Anna P. sie zumindest mal quasi besessen hat und darauf gearbeitet hat, dokumentieren also politisches Leben einer ÖVP-Referentin. Es sind schon ein paar Sachen drin, die von Interesse sind. Ich glaube, das ist im Ausschuss auch diskutiert worden, ein Dossier über Hans-Peter Haselsteiner?
Katharina Pagitz
Genau, das war dann auch noch Thema, ja.
Michael Nikbakhsh
Ja, da wurde aus öffentlich zugänglichen Quellen einfach Informationen zusammengetragen über die Person Haselsteiner, die Geschäfte der Person Haselsteiner. Da gibt es auch ein sehr knappes und nicht sehr aussagefähiges Dossier über Peter Pilz auf der roten Festplatte. Ist das besprochen worden eigentlich?
Katharina Pagitz
Ja, dazu wurde er tatsächlich auch befragt. Also er sagt, es hätte auch einen Ordner über ihn gegeben, aber sinngemäß sagt er dann so quasi, was da drin gestanden ist, hätte ihn jetzt nicht unbedingt beunruhigt. Was er dann auch anführt, was du ja auch jetzt eigentlich schon gesagt hast: Er sagt, man sieht, dass es da um einen Arbeitsbereich eines Kabinettsmitgliedes gehen würde. Und er geht davon aus, dass Anna P. Christian Pilnacek diese rote Festplatte zur Verfügung gestellt hätte. Denn sonst könnte er sich nicht erklären, wie diese Daten von Anna P. dann auch später auf Pilnaceks Laptop gelandet sind. Zur Erklärung: Beim Laptop findet man eine ähnliche Datenstruktur vor wie auf dieser roten Festplatte. Damit man sich da vielleicht ein bisschen besser auskennt: Genau, das war dann noch Thema bei der roten Festplatte.
Michael Nikbakhsh
Ja, alles erklärt. Es gibt Hinweise darauf, dass sich zumindest Teile der Daten auf der roten Festplatte, die wir Anna P. zurechnen, irgendwann auch auf dem privaten Laptop von Christian Pilnacek befanden, aber dann später nicht mehr. Sie wären dann gelöscht worden. Das ist zumindest ein begründeter Verdacht.
Wo sich ja dann die Frage stellt: Wenn hier bestimmte Daten gelöscht wurden, wurden möglicherweise andere auch gelöscht? Diese Antwort wird die WKStA möglicherweise irgendwann geben können. Ich habe darauf jetzt noch keine.
Also Tatsache ist, Peter Pilz hat diese rote Festplatte physisch irgendwann gehabt. Er hat sie, soweit ich weiß, der WKStA übergeben. Der Untersuchungsausschuss selber kennt die Inhalte dieser Festplatte offenbar aber nicht, oder?
Katharina Pagitz
Ja, das war auch Thema. Und so wie es aussieht, nein. Peter Pilz hat dann auch angeboten, er kann sie gerne zur Verfügung stellen. Da ist aber dann die Verfahrensrichterin Edwards eingeschritten und hat gesagt, soweit sie weiß, wäre das vielleicht eh schon in der Schwebe, also dass die Daten vermutlich an den U-Ausschuss übergeben werden diesbezüglich. Das war auch noch Thema.
Vielleicht noch kurz davor zur Atmosphäre bei der Befragung, jetzt konkret auch auf die rote Festplatte bezogen, wo Peter Pilz dann ausführt, dass er eben glaube, dass Anna P. Christian Pilnacek diese rote Festplatte gegeben habe, kommt dann auch ein Zwischenruf von Herrn Hanger, und der bittet eben, bei der Wahrheit zu bleiben und keine Verschwörungstheorien zu verbreiten. Und Verfahrensrichterin Edwards sagt dann: "Es gehe schon eindeutig hervor, dass das nicht die Tatsache wäre, sondern eine Vermutung von Peter Pilz." Sie gibt dann Peter Pilz aber trotzdem auch den Hinweis, dass Gegenstand der Befragungen eben Wahrnehmungen und keine Schlussfolgerungen sein sollen.
Das ist generell ... Also dieses System hat man sehr, sehr oft in diesem Urschuss mitbekommen, dieser Hinweis von: "Man sollte bitte bei Wahrnehmungen bleiben."
Michael Nikbakhsh
Ich möchte aber vielleicht sogar noch einhaken aus ganz aktuellem Anlass. Das war jetzt natürlich in der Form nicht im Ausschuss Thema, weil man es da womöglich noch nicht gewusst hat. Wir zeichnen heute am 13. Februar auf, und mit heutigem Tag hat die Oberstaatsanwaltschaft Wien eine Presseaussendung gemacht und hat darin erklärt, dass es nunmehr ein weiteres Gutachten gibt, und zwar ein Gutachten der Innsbrucker Gerichtsmedizinerin.
Und die hat den Auftrag der Staatsanwaltschaft Eisenstadt gehabt, einerseits das Gutachten des Gerichtsgutachters Mazenauer, das ist der, der Christian Pilnacek obduziert hatte am 26. Oktober 2023, gegenüberzustellen mit den Feststellungen beziehungsweise Stellungnahmen, die drei andere Mediziner getroffen hatten. Denn wir hatten das ja schon: Peter Pilz hat ja sein Buch unter anderem auch auf die Stellungnahmen von drei Medizinern gestützt, Longato, Zokos und Schaden, die Zweifel an der Arbeit von Gutachter Mazenau angemeldet haben und eben Zweifel an den Feststellungen des Gutachters Mazenau.
So, da sind jetzt quasi mehrere Expertenmeinungen einander gegenübergestanden, wobei man da vollständig als auch sagen muss: Die Fachleute, die Peter Pilz beauftragt hat, die hatten die Fotos nicht, die Obduktionsfotos nicht vorliegen. Matzenauer hat die Obduktion durchgeführt und auch die Fotos angefertigt. Die jetzige Gutachterin, die quasi über allem drübersaß, hat natürlich alles gehabt, also Fotos, die Stellungnahmen Matzenauer und die Stellungnahmen der Gutachter, die Peter Pilz beauftragt hat.
Und sie kam nun, schreibt die Oberstaatsanwaltschaft Wien, zu folgendem Schluss: "Dieses Gutachten aus Innsbruck bestätigt den Ertrinkungstod und findet keine Anhaltspunkte für einen Unfalltod oder ein Tötungsdelikt." Und ich zitiere jetzt aus ein paar Passagen, die die Oberstaatsanwaltschaft Wien hier in die Presseaussendung hineingestellt hat. Und da steht, ich zitiere: "Die Todesursache des Magister Pilnacek ist ein Ertrinken." Ja, so stand es auch im Gutachten Matzenauer.
Ich zitiere weiter: "Konkurrierende Todesursachen, weder aus innerer krankhafter Ursache noch anderweitige traumatische Todesursachen, konnten nicht festgestellt werden. Nach Umständen und Befunden ist am ehesten von einem suizidalen Ertrinken auszugehen. Für einen Unfall oder ein Tötungsdelikt ergeben sich aus den Umständen und Befunden aus gerichtsmedizinischer Sicht keine Anhaltspunkte."
Und dann steht da noch: "Magister Pilnacek wies verschiedene Verletzungen durch die Einwirkung stumpfer und schürfender Gewalt an sturz- und anstoßtypischen Prädilektionsstellen auf, die zwanglos mehrfachen Anstoß oder Sturzgeschehen zuzuordnen sind. Es fanden sich keine Verletzungen an schlagtypischer Lokalisation. Es handelt sich um Bagatellverletzungen ohne jedweden eigenen todesursächlichen Stellenwert." Zitat Ende.
Katharina Pagitz
Ich habe jetzt kurz nachschauen müssen, was Prädilektionsstellen sind. Für all jene, die das auch nicht wissen: Laut dem Duden sind das bevorzugte Stellen für das Auftreten einer Krankheit. So, haben wir das auch gelernt.
Michael Nikbakhsh
Haben wir das auch gelernt? Ich hätte es auch nicht gewusst. So, also ich fasse zusammen: Eine von der Staatsanwaltschaft Eisenstadt, die ja nach wie vor prüft, ob sie das Verfahren zu den Todesumständen Pillnercheck nochmal aufmacht oder nicht. Ich würde jetzt mal sagen, nach dem, was jetzt vorliegt, wird das nicht nochmal aufgemacht, aber das werden wir bald erfahren.
Also dieses Gutachten aus Innsbruck, das jetzt quasi ein Obergutachten über mehrere Einschätzungen ist, bleibt bei dem, was Gutachter Matzenauer gesagt hat, nämlich Tod durch Ertrinken, und sagt eben: "Keine Hinweise für Unfalltod oder Tötungsdelikt. Am ehesten sei hier von suizidalem Ertrinken die Rede."
So, was heißt das jetzt? Also ich gehe jetzt mal davon aus, dass die Gutachter, die Peter Pilz beauftragt hat, ihrerseits jetzt, sobald das vorliegt, also das Gutachten ist in Innsbruck, hat ungefähr 100, hat offenbar 110 Seiten, lese ich da. Sobald das vorliegt, die werden sich ja dazu auch äußern wollen. Schließlich haben sie ja Einschätzungen getroffen und ihre Reputation in den Topf geworfen.
Also ein oder zwei Gutachter, die da für Peter Pilz gearbeitet haben, werden wahrscheinlich, sehr wahrscheinlich auch im Parlamentarischen Pillnercheck-Untersuchungsausschuss unter Wahrheitspflicht aussagen. Das gilt natürlich jedenfalls auch für den Gerichtsmediziner Matzenauer.
Ich selbst, ich kenne mich jetzt gerade nicht so gut aus, und das liegt jetzt nicht nur daran, dass meine medizinische Grundbildung nicht ausreichend ist, sondern Matzenauer, den ich gerade genannt habe, er selbst hat ein Ergänzungsgutachten zu seinem ursprünglichen Gerichtsgutachten erstellt, und zwar im Auftrag der Staatsanwaltschaft Eisenstadt und das hat er dann Ende des Vorjahres vorgelegt. Und jetzt finden Sie nicht in dem Ergänzungsgutachten wiederum Dinge, die sich im ursprünglichen Gutachten nicht finden, nämlich hier ist plötzlich davon die Rede, dass einzelne Verletzungen jetzt offenbar doch durch fremde Hand verursacht worden sein könnten.
Also ich lese da jetzt einfach mal aus dem Ergänzungsgutachten von Matzenauer vor, von Ende 2025. Da steht zum Beispiel zu einer Hautunterblutung im Fußnahendrittel des linken Unterschenkels. Da steht, dass diese Verletzungen kann im Rahmen eines Sturzgeschehens entstanden seien. Es handelt sich um eine typische Anstoßverletzung. Da steht aber auch: "Die Verletzung ist jedoch mit einer Entstehung durch einen beschuten Fußtritt vereinbar." Als Bergeverletzung wäre das untypisch, steht da noch.
Und dann gibt es eine weitere Verletzung, eine dunkelrötlich-bläuliche Hautunterblutung am linken Innenknöchel. Und da schreibt der Gutachter: "Da handelt es sich von der Morphologie und Lokalisation her um eine typische Anstoßverletzung, die sowohl bei einem seitlichen Anstreifen im Gehen als auch im Rahmen eines Sturzgeschehens entstanden sein kann." Dann steht da noch: "Die Verletzung ist auch mit einer Entstehung durch einen beschuten Fußtritt vereinbar." Steht ja jetzt abermals. Und es steht auch, dass es als Bergeverletzung ... Es war immer wieder ein Thema, nicht? Könnte der Leichnam im Zuge der Bergung verletzt worden sein? Hier steht auch an dieser Stelle, dass das in dem Fall unwahrscheinlich wäre.
Katharina Pagitz
Ja, zu den Bergungsverletzungen haben wir ja eh auch schon angesprochen, als wir die Urschusstage von den anderen Befragten durchgegangen sind. Da hat zum Beispiel der Feuerwehrmann ja ausgesagt, dass er auch Bergungsverletzungen ausschließe. Und die Polizisten haben ja damals auch verneint, dass es keine Bergungsverletzungen gäbe.
Michael Nikbakhsh
Danke für den Hinweis. Ich bin gerade beim Lesen, deswegen habe ich kurz abgelenkt geklungen. Ich bin gerade beim Lesen dieses Ergänzungsgutachtens des ursprünglichen Gerichtsmediziners Matzenauer. Da ist von einer weiteren Verletzung die Rede, wo es jetzt heißt, dass sie im Zuge eines Trittes verursacht worden sein könnte, nämlich da geht es um eine Einblutung im Fußnahendrittel des linken Unterschenkels. Da steht: "Die Verletzung ist zwanglos mit einer Entstehung bei einem Sturz vereinbar. Eine Entstehung durch fremde Hand im Sinne eines Trittes kann von der Lokalisation der Verletzung her jedoch nicht ausgeschlossen werden."
Bei einer weiteren Einblutung steht da jetzt, das stand im ursprünglichen Gutachten auch nicht, sehr wahrscheinlich ein Sturz oder damit vereinbar, eine Entstehung durch einen Schlag ist nicht auszuschließen. Also das relativiert an einigen Stellen das ursprüngliche Gutachten. Das jetzt allerdings quasi jetzt überlagert wird eben von dem Innsbrucker Gutachten, wo drinsteht, es bleibt beim Ertrinkungstod.
Gut, ich denke, wir werden da gerade jetzt im Parlamentarischen Urschuss ein bisschen mehr Klarheit und Verständnis bekommen, weil einige dieser Fachleute eben dann doch sehr erwarteterweise geladen sein werden und sich einfach dazu äußern werden. Apropos, ich habe jetzt die Verständigung bekommen, dass auch ich in den Pilnacek-Untersuchungsausschuss geladen werde, und das wird am, wenn es wahr ist, 12. März der Fall sein. Und ihr werdet dann dort sein und mir dann erzählen, wie es so war mit mir, oder?
Katharina Pagitz
Das wird spannend.
Michael Nikbakhsh
Gut, der Befragungstag endete damit nicht, denn im Anschluss an ihn kam Erich Vogel. Okay, also ganz zentral ist ja für mich jetzt die Frage: Hat Erich Vogel das, was er in der Dunkelkammer im Oktober 2025 erzählt hat über eine versuchte Intervention beziehungsweise dann im Medienverfahren zum Pilnacek-Buch noch deutlicher gesagt hat, im Ausschuss wiederholt?
Katharina Pagitz
Er hat in seinem Eingangsstatement eigentlich schon angegeben, seine Befragung werde keine 20 Minuten dauern, denn er werde sich auf das Redaktionsgeheimnis berufen bei redaktionellen Vorgängen. Das hat er dann auch getan, vor allem bei den Fragen bei der Intervention. Da hat er sich tatsächlich auf das Redaktionsgeheimnis berufen. Also als die Frage dann kam, ob es politische Intervention gegeben habe, hat er eben gesagt, er beruft sich auf das Redaktionsgeheimnis.
Michael Nikbakhsh
Ich schlage vor, wir hören rein in die Ausgabe Dunkelkammer Nummer 250. Da war nicht nur Peter Hochegger zu Gast, das war ein Teil unserer Schattenrepublik-Serie damals, sondern es war eben auch Erich Vogel da. Und jetzt hören wir mal rein, was Erich Vogel zu dieser angeblichen erfolglosen Intervention zu erzählen hatte.
Erich Vogel
Was da jetzt noch nicht erwähnt wurde, diese Tonbandaufzeichnungen, die das alles ausgelöst haben, die sind ja bei mir gelandet als Erstes. Da hat dann die ÖVP mitbekommen, und die wollten das verhindern, dass das publiziert wird. Ich nenne jetzt keine Namen, das wird dann möglicherweise im U-Ausschuss zur Sprache kommen, aber durchaus höchste Stellen wollten bei uns und beim ORF die Veröffentlichung verhindern.
Michael Nikbakhsh
Also bei uns heißt bei der Krone Zeitung.
Erich Vogel
Bei der Krone Zeitung, Verzeihung.
Michael Nikbakhsh
Das Tonband wurde, also Tonband ist gut, es war ein Smartphone-Mitschnitt. Wir nennen es immer Tonband, weil wir aus einer analogen Zeit kommen, wir, wenn ich mich so umschaue. Das wurde eben im Juli, glaube ich, 2023 hergestellt. Öffentlich wurde es eben erst nach Pilnaceks Tod im November, glaube ich.
Das heißt, es ist da schon bei dir gelegen, und ihr habt erwogen, Inhalte daraus zu veröffentlichen, und es kam Druck von Seiten von ÖVP-Vertretern, Vertreterinnen von ganz oben, wie du gesagt hast.
Erich Vogel
Genau, das wurde herumgesprochen, dass wir diese Aufzeichnungen haben, und offenbar ist man dann nervös geworden. Und als es dann soweit war, dass wir an die Öffentlichkeit gehen würden, gemeinsam mit dem ORF, gab es, das weiß ich zu 100 Prozent, Versuche seitens der ÖVP, diese Veröffentlichung zu verhindern.
Michael Nikbakhsh
Erfolglos, weil es wurde veröffentlicht.
Erich Vogel
Erfolglos. Weder beim ORF noch bei der Kronen Zeitung ist man da in die Knie gegangen, und es wurde dann veröffentlicht.
Michael Nikbakhsh
Ja, Erich Vogel ist damals im Podcast nicht deutlicher geworden. Es gab auch keine wahrnehmbare Reaktion damals, weder von der Kronen Zeitung noch vom ORF oder der ÖVP. Und gut, Erich hat damals allerdings auch nicht gesagt, von wem diese Intervention jetzt gekommen wäre.
Und genau das, das hat er dann im Dezember vergangenen Jahres als Zeuge im Medienverfahren rund ums Pilnacek-Buch konkretisiert. Da hat er dann auf Befragen von Richter Daniel Podmesil tatsächlich den Namen der Person genannt, die da interveniert haben soll, nämlich der damalige Bundeskanzler Karl Nehammer.
Ja und Vogel sagt, er habe das damals intern erzählt bekommen, dass Nehammer eben versucht habe, die Veröffentlichung dieses Tapes bei der Krone und beim ORF zu verhindern. Das hat er jetzt in der Form nicht im Ausschuss in der Deutlichkeit wiederholt oder, wenn ich es richtig verstehe, auch nur angedeutet.
Katharina Pagitz
Nein, hat er nicht. Er wurde schon gefragt, ob bei ihm persönlich interveniert wurde. Das hat er verneint. Dann zu weiteren Vorgängen und wo weiter gefragt wurde und genau eben auf diese Aussage in dem Medienverfahren hingewiesen wurde, hat er sich auf das Redaktionsgeheimnis berufen.
Michael Nikbakhsh
Ja, man muss auch dazu sagen, dass Andreas Hanger schon vor ein paar Wochen gesagt hat: "Jeder, der behauptet, dass es solche Interventionen gegeben hätte, wird geklagt." Möglicherweise hat das auch eine Rolle gespielt. Wie gesagt, Erich Vogel arbeitet ja auch nicht mehr für die Kronen Zeitung.
Gut, an dieser Stelle könnte jetzt natürlich sagen: "Okay, Befragung beendet." Ja, stimmt ja nicht ganz, weil Erich Vogel war vorübergehend im Besitz von Pilnaceks privatem Laptop. Ich kann da vielleicht kurz was ausführen. Es ist in der Dunkelkammer eh schon beschrieben worden.
Also der Laptop verblieb im Haus in Rossatz. Er war nicht unter den Gegenständen, die Anna P. am Nachmittag des 20. Oktober der Polizei in einem Gefriersack übergab. Da war das Handy drin, Ladegerät, Brieftasche. In der Brieftasche offenbar die PIN-Codes. Wir hatten das schon.
Also der Laptop war in einer schwarzen, in Pilnaceks schwarzer Ledertasche, blieb im Haus und ging dann auf die Reise. Soweit rekonstruierbar war er jedenfalls im Gepäck von Anna P.. Sie war kurz nach Pillnerchecks Tod bei Sobotkas daheim. Da ist jetzt nicht ganz klar, ob der Laptop tatsächlich bei ihr war, aber sie will ihn dort erwähnt haben.
Zumindest hat sie das bei mir erzählt, was ja jetzt auch nicht mehr so sein soll. Dann in weiterer Folge war er bei einem IT-Spezialisten, und dann reiste er zu Christian Mattura. Er reiste dann zu Wolfgang Raubal. Er war wohl im Auftrag von Raubal in den Händen eines Hackers oder wie man einen IT-Spezialisten in dem Fall bei sonst bezeichnen soll, und kam dann bei Erich Vogel an.
Der hat ihn, wie er sagt, aus den Händen eines jungen Mannes in einem Wiener Kaffeehaus, ich glaube, schon in einem Plastiksackerl steckend, übernommen und hat das Ding einmal dann daheim hingelegt. Das war ja Thema im Ausschuss.
Katharina Pagitz
Der Laptop war viel Thema beim Erich Vogel. Vielleicht noch eingangs: Ich habe gesagt, er hat in seinem Eingangsstatement ausgeführt, dass er für seine Befragung vermutlich nur 20 Minuten brauchen wird. War dann nicht so, hat tatsächlich länger gedauert.
Zum Laptop: Du hast erwähnt, ein Sackerl. Er beschreibt es als ein grüner Sparsackerl. Das hat er von einem jungen Mann, wie du eben gesagt hast, übergeben bekommen. Und in diesem Sackerl seien auch fünf USB-Sticks gewesen.
Er hat sich dann dem Laptop angenommen und den Laptop dann durchgeschaut und ausgewertet, hat dann auch, soweit ich weiß, bei der Krone Geschichten darüber veröffentlicht. Und er gibt eben an, dass er diesen Laptop über Matura und Raubal bekommen hat.
Michael Nikbakhsh
Ja, und dann nach einigen Wochen bei ihm, wenn ich es richtig in Erinnerung habe, wurde der dann der Kräutnerkommission im Justizministerium übergeben, samt der Sticks. Achtung, es handelt sich bei den Sticks, ich habe das auch schon ein paar Mal erwähnt, nicht um den Stick, von dem bis heute niemand weiß, ob es ihn wirklich gibt. Es ist ein Ding, von dem unter anderem Karin Wurm erzählt, sie relativ anschaulich erzählt, dass es diesen Stick gegeben hat, die angebliche Lebensversicherung von Christian Pilnacek. Nur ja, sonst haben wir dazu nichts, insbesondere keinen Stick. Also die, um die es da geht, das waren quasi andere.
Katharina Pagitz
Weil du die Kräutnerkommission und die Übergabe an Herrn Kräutner erwähnt hast, da hat Herr Vogel ausgeführt, dass irgendwann seine Lebensgefährtin draufgekommen wäre, dass er diesen Laptop gehabt hat und die, Zitat, "not amused" gewesen wäre. Und er hat dann eben gehört, dass diese Kommission eingesetzt worden wäre und hat das dann eben dann Herrn Kräutner übergeben.
Und was auch noch ein Thema war, weil dann die Frage war, wann er den Laptop bekommen hat, also ob es ein Datum gibt. Da sagt er eben, das genaue Datum wisse er eben nicht. Wenn er eben gewusst hätte, dass das ganze Thema so groß wird, hätte er sich das tatsächlich irgendwo notiert, hat er sinngemäß gesagt im Untersuchungsausschuss. Er schätzt aber, dass es im Frühjahr 2024 gewesen sei, gibt es da noch an. Und er hat dann auch noch gesagt, er könne versuchen, den Mann irgendwie aufzutreiben, der das übergeben hat, aber der sei, Zitat, "untergetaucht".
Michael Nikbakhsh
Ich bin auch in Berührung mit dieser Datensammlung gekommen. Allerdings hatte ich niemals den Laptop, sondern ich habe, wie einige Menschen auch in dem Land, einen Link geschickt bekommen zu einer Spiegelung des Laptops auf einem Server. Ich konnte nie sagen, ob die Daten, die da draufgespielt wurden, vollständig waren. Ich konnte nicht sagen, ob die Daten, die da aufgespielt wurden, manipuliert waren oder nicht. Es war einfach nur ein Link zu einer Datensammlung, die wohl also sichtbar und lesbar natürlich einen Bezug zu Christian Pilnacek hatten.
Ich, wir, die wir da Zugang haben, haben uns das angeschaut, und ich teile eine Wahrnehmung mit Erich Vogel, der ja quasi den Laptop physisch hatte. Smoking Guns waren da tatsächlich keine drauf.
Katharina Pagitz
Genau, er hat gesagt, Smoking Guns sind keine drauf. Das hat er im Urschuss so gesagt. Was er dazu auch gesagt hat, und das war jetzt meine Frage an dich: Er hat gesagt, dieser Link war für ihn schwer zu handhaben, denn der wäre irgendwie über Singapur geleitet gewesen und beim Download wäre das irgendwie total kompliziert und auch schwierig gewesen. Wie war da deine Wahrnehmung?
Michael Nikbakhsh
Ja, es war also die User Experience war umständlich, aber ich meine, du nimmst es ja ohnehin, wie es dann kommt. Du kannst ja nirgends anrufen und dich über die, quasi, wie soll ich sagen, die Zugänglichkeit oder die Haptik der Daten beschweren, sondern man macht es halt. Aber ja, es war ein recht umständlicher Prozess. Wie gesagt, also es fanden sich auf dem Laptop, nach allem, was ich gesehen habe, keine Hinweise, zum Beispiel für das, was Christian Pilnacek im sogenannten Pilnacek-Tape gesagt hatte, nämlich Druck seitens der ÖVP auf ihn oder Interventionsversuche auf ganz konkrete Ermittlungsverfahren. Dazu gab es nichts. Vielleicht noch eine Anmerkung dazu: Bei dem Irrenabend bei mir am 9. Dezember 2023 hat Anna P. gesagt, der Laptop von Christian Pilnacek sei sein Giftschrank. Also gut, auch da ist immer eine Frage der Definition, was man als Giftschrank definiert, aber nach meiner Definition war es das, was ich gesehen habe, war kein Giftschrank. Vielleicht war da vorher was anderes drauf. Wie gesagt, wir haben ja schon darüber diskutiert, dass noch zu klären ist, ob auf diesem Laptop Datenlöschungen stattgefunden haben. Tatsache ist, das wurde im Ausschuss, glaube ich, auch noch mal besprochen. Erich Vogel konnte es ja bestätigen, er hat ihn in der Hand, es war kein Passwort drauf.
Katharina Pagitz
Genau, er hat gesagt, es war kein Passwort drauf. Er hat ihn aufgeklappt, und da stand dann "Willkommen CP", gibt er an. Also er wurde konkret nach einem Passwort gefragt, und das war eben seine Aussage. Er wurde auch gefragt, warum er überhaupt dann den Laptop angenommen hat, wenn er eh eigentlich Zugriff auf diesen Link hatte. Da hat er eben gesagt, so wie du jetzt auch schon ausgeführt hast, er weiß ja nicht, ob die Daten vollständig waren, und sinngemäß eben, dass er so etwas nicht ablehnen wird, wenn er Zugang zu einem Laptop hat. Er wurde dann auch gefragt, ob er eine Kopie von den Daten am Laptop gemacht hat, und seine Antwort war, ja, sicherlich. Und ja, so viel war dann noch zum Laptop.
Michael Nikbakhsh
Erich Vogel hat auch mit Anna P. gesprochen. Erich Vogel hat, das hat er mir gegenüber schon mal bestätigt. Kann sein, dass er es mal in der Krone geschrieben hat. Ich weiß es jetzt gerade nicht, dass Anna P. ihm gegenüber gesagt habe, der Bundespolizeidirektor Takacs habe ihr empfohlen, den Laptop verschwinden zu lassen. Ist er darauf im Ausschuss angesprochen worden?
Katharina Pagitz
Ja, er ist er angesprochen worden, und er bestätigt das, dass auch er das gehört hat und Anna P. ihm das gesagt hat. Und er führt dann auch weiter aus, dass Anna P. auch angegeben hätte, sie hätte Druck verspürt, und da wäre ihm der Name auch Sobotka in Erinnerung geblieben. Ob das jetzt alles stimmt, wisse er natürlich nicht, aber so hätte er es wahrgenommen. Ich glaube, konkret ist es damals auch um ein Treffen gegangen zwischen Karin Wurm, Anna P., Mattura und ihm im November 2023, wo das hätte aufkommen sollen.
Michael Nikbakhsh
Also er hat nur, damit das jetzt klar verständlich ist, dass ich es schon richtig verstanden habe, also er hat gesagt, sinngemäß Anna P. habe dort gesagt, sie werde von Wolfgang Sobotka, sie fühle sich von Wolfgang Sobotka unter Druck gesetzt.
Katharina Pagitz
Sie hat gesagt, ich stehe unter Druck, und im Zuge dessen sagt dann eben Vogel aus, erinnerlich ist mir der Name Wolfgang Sobotka.
Michael Nikbakhsh
Da will ich jetzt vielleicht ergänzen, immer unter dem Vorbehalt, dass das, was da am 9. Dezember bei mir im Büro gesagt wurde, alles ein Produkt ist, zumindest soweit es Anna P. betrifft, ein Produkt. Das war ja ein irrer Abend, dass ein Produkt des Irrsinns ist. Das ist alles ausgedacht und erfunden, aber wir haben es ja online, es lässt sich nachlesen im Transkript, das wir in Folge 188 veröffentlicht haben.
Und da hat sie dazu unter anderem erzählt, dass quasi Wolfgang Sobotka ihr mehr oder weniger klargemacht hat, sie soll jetzt nicht mit sie und vor allem Karin Wurm auch, soll nicht mit Medien, mit Journalistinnen und Journalisten reden in dieser Sache, unter anderem. Da gibt es dann noch ein paar andere Dinge, die eben Sobotka-Bezug hatten.
Okay, also wie gesagt, Erich Vogel hat das so ausgesagt unter Wahrheitspflicht. Ich habe es so wahrgenommen, als das bei mir war, aber halten wir fest fürs Protokoll, niemand hat irgendwen unter Druck gesetzt, und es hat sich auch niemand unter Druck gesetzt gefühlt, oder? Du warst ja bei der Befragung von Anna P. auch dabei. Sie hat ja, glaube ich, in ihrem Eingangsstatement schon gesagt, dass alles gut ist.
Katharina Pagitz
Soweit ich mich erinnern kann, ja, genau.
Michael Nikbakhsh
Okay, wir kommen zum Schluss der heutigen Episode. Es gibt noch eine Recherche beziehungsweise eine Wahrnehmung, die Erich Vogel wohl hatte. Das hat mit dem Hauskauf, dem geplanten Hauskauf in Rossatz zu tun.
Christian Pilnacek wollte mit Geld, das er nicht hatte, ein Haus, jedenfalls für Karin Wurm, aber offenbar wollte vorübergehend auch mal Anna P. dort einziehen, ein Haus kaufen, um mehr als eine Million Euro, zwischenfinanziert von seinem Freund Wolfgang Raubal.
Peter Hochegger hat später unter Berufung auf den mittlerweile ebenfalls verstorbenen Wolfgang Raubal erzählt, dass Pilnacek quasi auf Befragen, wie Pilnacek sich dieses Geld leisten oder wie Pillnercheck dieses Geld aufbringen werde, um seine Schulden dann bei Raubal zu bezahlen, gesagt hat, naja, der erwarte Geld aus Dubai. Da weiß der Erich Vogel auch was.
Katharina Pagitz
Ja, Erich Vogel wurde auch befragt wegen diesem geplanten Hauskauf. Dieser Hauskauf ist jetzt ja ein Thema in dieser Untersuchungsausschusswoche, großes Thema sogar. Und er hat eben gesagt, dass der Raubal ihm erzählt habe, dass der Pilnacek Geld aus Dubai erwartet habe. Das hat er dazu gesagt. Er sagt aber dann auch noch, das Thema habe ihn eigentlich nicht sehr groß interessiert und dass es irgendwie die einzige Wahrnehmung, die er dazu hatte.
Michael Nikbakhsh
Also wie viel, warum, wofür, von wem, wieso, kam nicht zur Sprache. Das wissen wir tatsächlich nicht. Wir wissen auch nicht, ob das stimmt, noch einmal, also der guten Ordnung halber. Diese Information, Christian Pilnacek habe Geld aus Dubai erwartet, erfolgt unter Berufung auf den verstorbenen Wolfgang Raubal. Wir konnten das bisher nicht belastbar machen. Okay, Kathi.
Am 11. März, also in ziemlich genau einem Monat, geht es weiter. Am 11. und am 12. März sind die nächsten Befragungen angesetzt. Und wenn wir einander wieder hören, wird es womöglich auch dann schon um meinen Auftritt dort gehen. Ich bin gespannt. Liebe Hörerinnen, liebe Hörer, vielen Dank fürs Zuhören. Liebe Kathi, vielen Dank fürs Berichten aus dem Ausschuss.
Katharina Pagitz
Ich sage danke. Wir sind schon gespannt auf deine Aussage.
Michael Nikbakhsh
Ich auch. Vielen Dank.
Autor:in:Michael Nikbakhsh |