Die Dunkelkammer
Live. Einspruch! Die Justiz von innen - mit Werner Tomanek

Diese Ausgabe ist der Mitschnitt eines Bühnenabends in der Kulisse Wien. Stefan Kaltenbrunner und Michael Nikbakhsh sprechen mit dem Wiener Strafverteidiger Werner Tomanek über seine Karriere als Anwalt der Wiener Unterwelt, prominente Fälle und eine längst untergegangene Zeit. Die nächsten Aufzeichnungstermine in der Kulisse Wien, jeweils ab 20.00 Uhr: 28. Februar: Michael Dohr. 14. März: Anna Mair. 28. März: Johann Pauer.

Michael Nikbakhsh

Herzlich willkommen zur 293. Ausgabe der Dunkelkammer. Es ist zugleich der Start unseres neuen Live-Formats "Einspruch: Die Justiz von innen". Mein Name ist Michael Nikbakhsh, und am 16. Februar saß ich gemeinsam mit Stefan Kaltenbrunner und dem Wiener Rechtsanwalt Werner Tomanek auf der Bühne der Kulisse Wien. In dieser Episode gibt es einen Mitschnitt dieses Abends zu hören.

Stefan und ich hatten das Format an sich bereits in der Ausgabe 292 vorgestellt, und wir wollen fortan loser Folge mit Leuten aus dem Justizbetrieb auf die Bühne der Kulisse Wien gehen, dort vor Publikum über den Job reden, die Erfahrungen und die Regeln, die diesen Justizbetrieb prägen. Den Anfang machen Anwältinnen und Anwälte, aber wir haben es schon gesagt, wir wollen auch andere Berufsgruppen einladen. Der Justizbetrieb ist ja ein großes Ding, viele Facetten, also Stoff für einige Gespräche wäre jedenfalls vorhanden.

Bevor wir zu Werner Tomanek gehen, gleich die Hinweise auf die nächsten drei fixierten Veranstaltungen in der Kulisse Wien. Es soll noch mehr geben, aber drei haben wir jetzt einmal fix. Beginn ist jeweils um 20:00 Uhr. Da wäre mal der 28. Februar. Da kommt Anwalt Michael Dohr in die Kulisse Wien, und der Untertitel seines Abends lautet: "Wie viel Show braucht es vor Gericht?" Michael Dohr war so freundlich, selbst eine Einladung zu dem Abend auszusprechen oder richtigerweise einzusprechen. Bitte schön, hören wir mal rein.

Michael Dohr

Mein Name ist Michael Dohr. Ich werde am 28.02.2020 in der Kulisse Wien beim neuen Dunkelkammer-Format von Stefan Kaltenbrunner und Michael Nikbakhsh mit dem Titel "Einspruch: Die Justiz von innen - Anwälte im Gespräch zu Gast sein". Unser Thema lautet: Wie viel Show braucht es vor Gericht? Es wird da spannend, interessant, und ich verspreche Ihnen einen besonders bunten Abend. Ich freue mich, wenn Sie dabei sind. Vielen Dank.

Michael Nikbakhsh
Für diesen 28. Februar haben wir bereits Karten unter den Abonnentinnen und Abonnenten verlost. Danke für die Teilnahme. Und auch für die weiteren zwei Abende, die da noch kommen, haben wir Karten zu verlosen.

Da wäre der 14. März, und da kommt Anwältin Anna Meier zu uns. Sie kann unter anderem einiges über Hass, Hetze und Morddrohungen berichten. Wenn ihr da Karten gewinnen wollt, schreibt uns bitte bis 01. März an redaktion@dunkelkammer.at.

Und schließlich, am 28. März kommt Anwalt Johann Power zu uns. Da wollen wir unter anderem erfahren, wie man Politiker vor Gericht vertritt. Wer ein Abo hat und Karten gewinnen will, schreibt bitte bis 10. März für diese Veranstaltung an redaktion@dunkelkammer.at.

Jetzt aber Werner Tomanek. Der Untertitel dieses ersten Abends in der Kulisse lautete: "So verteidigt man die Unterwelt". Und wie ihr gleich hören werdet, hatten wir damit nicht so viel versprochen. Werner Tomanek ist, muss ich euch sagen, eine Art Institutionen-Original, jemand, der niemanden kalt lässt. Jahrgang 1964, aufgewachsen im Gemeindebau in Wien-Ottakring, und er hatte schon als junger Mensch Probleme mit Obrigkeiten und frühe Berührungspunkte zum Rotlicht.

Er ist seit mittlerweile drei Jahrzehnten als Strafverteidiger tätig und erkennt die Wiener Unterwelt wie kaum ein anderer. Einer breiteren Öffentlichkeit wurde Tomanek mit Fällen wie "Eislady" oder "Tony Vegas" bekannt. Ein kleiner Spoiler: Tomanek hatte Tony Vegas hinter Gittern kennengelernt. Also beide saßen sie hinter Gittern. Tomanek war bei einer Razzia in einem Bordell festgenommen worden, gemeinsam mit bekannten Rotlichtgrößen, und saß da für 30 Stunden.

Der Anwalt polarisiert. Er polarisiert seit Jahren. Er ist streitlustig, und er beschwört eine untergegangene Zeit, in der sich heute wahrscheinlich nicht mehr allzu viele zurechtfänden. Er kultiviert das Image des Unterweltanwalts durchaus geschickt. Seine Sprache ist unverfälscht und zuweilen roh, aber das sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass er ein sehr fähiger und belesener Jurist ist. Der österreichische Schriftsteller Thomas Glawinitsch, der ihn auch literarisch verewigt hat, bezeichnet Tomanek gar als seine Muse. Nun denn, auf in die Kulisse Wien.

Michael Nikbakhsh

Herr Tomanek, als der Stefan Kaltenbrunner und ich dieses Format konzipiert haben, haben wir uns natürlich bald überlegt, wen wir einladen könnten, und haben alsbald an Sie gedacht. Dann haben wir auf Ihrer Website nachgeschaut, und da kann man unter anderem nachlesen, dass Sie, abgesehen von Strafrecht, auch noch andere Fachgebiete haben, also Gewährleistungsrecht zum Beispiel oder Transportrecht, Versicherungsrecht. Und wir waren kurz versucht, haben gesagt: "Laden wir doch den Werner Tomanek ein und reden mit ihm über Versicherungsrecht."

Werner Tomanek

Das ist ein guter Plan. Es ist ein Wunder, also etliche Hetze. Es ist.

Michael Nikbakhsh

Wir haben uns dann tatsächlich anders entschieden, und deswegen heißt der Abend jetzt "Mörderstriez ist zu Hölle". Ich bin

Werner Tomanek

Da wär ich falsch vorbereitet.

Michael Nikbakhsh

So verteidigt man die Unterwelt. Also Sie hätten eh nicht lieber über Versicherungen geredet.

Werner Tomanek

Eigentlich bin ich Kasko.

Stefan Kaltenbrunner 

Herr Tomanek, bevor wir anfangen, in die Vorlesung reintauchen, müssen wir Sie natürlich ein bisschen kennenlernen, vielleicht ein bisschen Ihre Biografie darlegen. Sie kommen aus dem 16. Bezirk, also ein paar Straßen weiter, sind dort mitten im Ottakring aufgewachsen, im Milieu wie Sie selber immer sagen. Und wann hat der Werner Tomanek gewusst, er will irgendwie Anwalt werden?

Werner Tomanek

Also es gab relativ wenig Möglichkeiten, mit meiner Lebensplanung anders zu verfahren, als wenn man grundsätzlich ein Problem hat. Also ich sage nie Milieu dazu, das ist mir eigentlich fremd, weil es, glaube ich, französisch ist. Aber ich bin sozialisiert da, also das ist zwar Hernals, gerade schon, also da drüben ein Stück ist Ottakring bereits beruhigenderweise die Brauerei in Sichtweite. Und zwei Stationen weiter mit Neuner, da ist der Gemeindebau, in dem ich aufgewachsen bin und sozialisiert auch bin und Kopfstraße, Volksschule und dann Schuhmeierplatz im Gymnasium.

Also durchgängig, Neuner und 46er waren die Strecken, also waren die Highway One eigentlich. Und ich habe immer von Jugend an, von Kindheit an ein sehr kritisch distanziertes Verhältnis, sagen wir es vorsichtig, zu Beamten und Autoritäten gehabt. Und das hat auch die zur Folge gehabt, dass meinen Eltern manche Dinge verkürzt oder erleichtert wurden. Elternsprechterjahre waren weniger, weil die haben gerne Sammeltermin beim Direktor gehabt, oft mit, da hat es einen Bezirkspolizisten gehabt, der zuständig war dann auch für solche. Und da haben sie sich, ich würde sagen, das ist ein Vorteil, da müssen sie sich nicht so lange ausstellen, aber das wurde nicht durchgängig so empfunden. Aber man sagt gut, Hauptsache er schafft das Ganze, ohne dass er gröbere Blessuren im Sinne von gebranntmarkt und stigmatisiert durch die Justiz wird.

Die Berufswahl war relativ klar definiert, es muss irgendwas sein, wo man das ausleben kann, ohne größere persönliche Nachteile und dass man einigermaßen sich auslangen hat. Und da hat sich nichts anderes mangels Bekanntschaft mit Industriellen und Adeligen war in der Gegend eher üblich, dass ein guter Drittel meiner Jugendfreunde immer in der Rüdenburg gewohnt hat. Das war die Justizanstalt. Und daher waren wir sehr früh vertraut mit diesen Dingen.

Und da war das Weltkulturerbe der Gürtel und dann die ganzen Quergassen dazu zwischen Linzer Straßen, Felberstraßen bis in den 18. Bezirk. Das war der Westen. Und dann hat es diese Kartenspiellokale, Stoßhütten gegeben, wo eigentlich, ja, da waren wir halt aus Buben. Wir haben jetzt nicht so Lagerfeuer gehabt, wir haben keine Bastelt, aber dort war durchaus was zu erleben. Und Fernsehprogramm FS1, FS2 unergiebig.

Wir haben ein Radio gehabt mit Polizeifunk. Und der ist immer daneben gerannt. Und da habe ich immer gewusst, aha, da ist es, das war halt die Gegend. Paula ist immer, was, 16er, Otto Paula, der Quelle, da weiß man, das ist in der Gegend, ist gerade was, und die fahren zu. Und da war immer relativ aktuell, aktueller überhaupt, als mit jedem Live-Ticker, war der Polizeifunk. Leider haben sie es abgestellt.

Stefan Kaltenbrunner 

Das heißt, sozialisiert mit dem Polizeifunk und mit vielen Freunden, die eher.

Werner Tomanek

Da habe ich gewusst, der könnte es sein auch.

Stefan Kaltenbrunner 

Okay.

Werner Tomanek

Dann habe ich circa gewusst, so, mhm.

Stefan Kaltenbrunner 

Aber was war das für eine Zeit, so Mitte 60er geboren, 70er irgendwie groß geworden, was war das für eine Zeit damals in Ottakring?

Werner Tomanek

Groß bin ich nicht geworden, ich bin nicht so dort drin. Ich will es nicht abpumpen, nur weil ich es da auf der Bühne sitze. Sie macht mir auch einen Sitz groß.

Stefan Kaltenbrunner 

Was war das für eine Zeit, 70er, 80er Jahre, wo Sie da in Ottakring gewohnt haben?

Werner Tomanek

Eigentlich war Wien wirklich grau. Also Wien war in dieser Zeit, das war die Zeit, wo Ambros und diese ganzen Morbiden, so die unvorstellbar, es war eine permanente, eigentlich Gewaltbereitschaft da präsent. Im Jahr 1974 wurde erst abgeschafft das Züchtigungsrecht der Eltern. Im 70er Jahr von den Lehrern, da war in der Volksschule, das hat eine Weile braucht, bis das gesickert hat. Dieser neue Paragraf von den Eltern, rede ich jetzt einmal nicht im Detail, aber oder auch zeitnah, die gesunde Watschen waren.

Und auch was der Hausmeister war, das war, wie wir ihm schon gebührt haben. Also wenn es nicht, das ist Jugend, haben sie gleich eingeschaltet, halt auf Verdacht. Es war eine andere, dafür war der Gemeindebau sauber, ordentlich, hat immer mal vom Fenster hochgeschaut, ob eine von den 27 Verbotstafeln eingehalten wird. Weil die hatten alle entsprechende Vergangenheiten, sind alle brav ja rot geworden, haben wir gesagt, am 1. Mai waren die roten Fahnen draußen, die waren schon vorher rot und nachher rot und dazwischen anders, aber die Verhaltensmuster waren durchaus vergleichbar. Also anständige Leute, wie sie sich selbst gedacht haben, und das ist da nicht erwünscht.

Und dann hat es diesen lustigeren Teil gegeben, das ist noch Einbruch der Dunkelheit, weil in Wien, wenn man sich vorstellt, Mitternacht ist Wien finster gewesen. Die Auslagen waren odraht, jede zweite Straßenbeleuchtung ist Ottrat geworden. Da war es wirklich entrisch. In den Parks waren noch, kann man sich nicht mehr vorstellen, Bäume. Nicht die Äste abgeschnitten, dass die kleinen bladen Buben nicht runterfallen und sie wehtat. Man hat auch nicht beim Fahrrad oder beim Schwimmen Helme getragen, sondern nicht einmal beim Moped fahren.

Das war eher sehr, also eine Gesellschaft war diese Überwachung, diese dauernde, du sollst nicht das, die Polizei war weniger präsent, schlecht motorisiert, mit VW-Käfern damals sehr albern. Und da waren auch weniger invasiv als heute. Und die gegenseitige Anzeigenbereitschaft und Kooperationsbereitschaft der Bevölkerung war aus alten Zeiten resultierend. Das hat meine Mutter immer gesagt, man redet nicht und man redet nicht mit Fremden, lässt nicht ausfratscheln, das war sehr verinnerlicht noch. Und dieser kritisch distanzierte Verhältnis zu denen hat sich eigentlich bei mir sehr lang, eigentlich möchte ich sagen, bis dato bewahrt.

Michael Nikbakshsh

Jetzt hätten Sie aber bei dem Milieu, das Sie nicht so nennen, Sie gestatten trotzdem, dass ich es so nenne, auch eine ganz andere Karriere einschlagen können. Was hat dann den Ausschluss für den Anschluss fürs Jus-Studium gegeben?

Werner Tomanek

Naja, ich habe schlecht rechnen kennen mit Mathematik und ich war auf der WU zuerst, weil dort war eigentlich, dort waren, ich bin vom Agrist, ich wollte aber Berufsoldat dort werden, aus anderen Gründen, also ich habe mit meinem Kampfsport zu tun gehabt, aber ich sage, nein, das ist ein anderes Herr als das, was der Papa da erzählt hat, und die sind am Vormittag schon fett, das ist irgendwie anders.

Ich dachte, nein, tun wir doch studieren, weil eigentlich habe ich mit der Opa schon relativ früh, weil wir haben nichts gehabt. Also ich bin auf 54 Quadratmetern Gemeindebau aufgewachsen und der Großvater ist mit mir in Museen gegangen, hat mir mit vier Jahren schon Lesen und Schreiben ein bisschen beibracht, sodass er ein bisschen Vorsprung hatte.

Und dann dachte ich, schad darum und da kümmern wir uns halt um diese, die, und dann haben wir uns so sozialisiert. Also ich wollte ja jetzt nichts, ich habe keine Ambitionen irgendwo hingehabt, aber da haben die aufgebaut auf einem Maturaniveau auf der WU, das ich nie erreicht hatte.

In solchen Fächern oder was kann ich gut, schmähführend und was brauche ich, juristischen Beistand, wenn es irgendwie ums Eingemachte ginge jetzt bei mir oder anderen. Ich dachte, dann machen wir gerne einen Selbstverteidigungskurs und machen doch das. Und da habe ich gesehen, das ist ja gar nicht so schwierig.

Stefan Kaltenbrunner 

Das heißt, Sie haben JUS studiert, sind Anwalt geworden.

Werner Tomanek

Man merkt es kaum, aber ja.

Stefan Kaltenbrunner 

Genau.
Werner Tomanek

Ich lasse es niemanden spüren.

Stefan Kaltenbrunner 

Und haben heute ja den Ruf eines, und Sie hören das ja nicht gerne, wie wir im Vorgespräch irgendwie eruiert haben und wie wir lernen durften, sind jetzt ein Promi-Anwalt. Wie wird man ein Promi-Anwalt?

Werner Tomanek

Wenn Sie das dauernd sagen, kann man sich nicht dagegen wehren. Aber ich habe natürlich die Frage, man kann ein bekannter Anwalt werden, indem man Leute vertritt, die durch ihre Eigenheiten, ihre speziellen, die halt spezieller sind als andere, durch ihre Taten halt auffällig sind und dadurch mit denen in den Medien erscheint. Aber ich bin jetzt kein Golfplatzpromi, Anwalt und Seitenblicke, Törtchen anschneiden, Anwalt, darauf lege ich nicht.

Stefan Kaltenbrunner 

Nein, was ich meine, Promi-Anwalt, dass Sie jetzt im Prinzip den Ruf haben, der Anwalt der Unterwelt zu sein. Woher kommt der Ruf?

Werner Tomanek

Das kann ich gar nicht irgendwie einschätzen, warum, zumal Unterwelt dieser Begriff, denn ja, Wien, also es hat Bücher hat es immer gegeben und es hat Wien der Westen und es hat es immer Bücher gegeben, es hat viel, viel, viel mehr Gewalt als heute gegeben, als die Seite, was heute Gewalt und Hotspots.

Wir haben da jedes Wochenende Blutlacken gehabt vor jedem zweiten Braunweiner, aber keine Sozialmedien, die das transportiert hätten, hätten schon jede Warschen in der Zeitung. Das war eigentlich, ja, aber nicht wo, sondern ob, wann, wer.

Und haben wir hintergründig hin, weil ein bisschen hat man ja gewusst, ob es ums Glücksspiel gegangen ist, ums Spiel, aber den Ruf hat man, den machen diese Fälle, die man nacheinander vertritt, und wenn man hier vertraut ist mit den Sitten und Gebräuchen und der Sprache der angestammten Urbevölkerung, dann vertrauen die einem.

Stefan Kaltenbrunner 

Ich habe vorhin schon gesagt, der Anwalt der Unterwelt. Woher kommt das dann, oder beziehungsweise man rutscht da rein, Sie kommen aus dieser Gegend, haben gesagt, Sie sprechen die Sprache, Sie kennen das Milieu, Sie kennen die Leute, Sie haben damit zu tun gehabt. Wie rutscht man da in die Fälle ein? Kommen die zu Ihnen oder suchen Sie die, oder war das automatisiert, dass das einfach passiert ist?

Werner Tomanek

Ich habe bereits versucht, in einfacher Sprache da zu tun, ich habe keine anderen gekennt. Also wen soll ich vertreten?

Stefan Kaltenbrunner 

Das heißt, es war automatisiert.

Werner Tomanek

Es war eh klar. Weil die haben sich gedacht, wir brauchen einen, also wehe, du wirst eingesperrt.

Werner Tomanek
Wehe, du wirst eingesperrt, die brauchen wir so, also bleib außen vor und bleib einfach gescheit und sei da.

Michael Nikbakshsh

Gibt es so etwas wie den typischen Werner Tomanek-Klienten? Und wenn ja, wie ist der, welches Problem hat der üblicherweise?

Werner Tomanek

Unschuldig. Also ja. Es war ja die Frage, wie er ist. Also a leiwander Bursch, unschuldig.

Das ist einmal die echte Unschuldsvermutung, nicht die, die beim grünen Tor auf der Landesgegenstraße endet, die spätestens dort endet oder sonst schon im Polizeilicher Einvernahme, wo man ja jenseits aller Menschenrechte behandelt oder abgehandelt wird, weil da gibt es keine Videoaufzeichnungen, keine Bodycams oder so, was jetzt da fantasieren.

Das brauchen wir in der Justiz. Redet man in der Justiz, redet man die ersten 48 Stunden und dann die zweiten 48 Stunden. Das ist die Zeit, wo er sehr einsam ist, weil keiner sagt, er hat wirklich, dass er das Recht hat, ihren Mann zu rufen, weil er den Namen sagt, gegen die Pusteln, und die werden äußerst unfreundlich, aber es ist nach wie vor nicht Alltag, und es versuchen auf Biegen und Brechen, diese Kontakte zu unterbinden, und deswegen kommt es auch zu so vielen Einlieferungen von Leuten, die wirklich nichts gemacht haben.

Michael Nikbakshsh

Also zum Verständnis, wenn man festgenommen wird, muss man innerhalb von 48 Stunden vom Haftrichter vorgeführt werden.

Werner Tomanek

48 Stunden gehören es eigentlich der Polizei alleine in Wirklichkeit, und das kommt aber, ist immer ein Relikt aus der StPO aus den, glaube ich, 70er Jahren des 19. Jahrhunderts, da waren 48 Stunden wirklich kurz bemessen. Wenn wir uns jetzt in Heidenreichstein im Waldviertel einen Mörder gehabt haben und das Kreisgericht Krems zuständig war, da waren 48 Stunden, bis der Untersuchungsrichter das Pferd besucht hat, dass er zum Tatort fährt, der Häftling überstellt wird, da waren 48 Stunden bei der eben die Jahreszeit bei der Schneelage durchaus, sagen wir vorsichtig, eine gewisse Drucksituation. Aber die 48 Stunden sind geblieben in einer Zeit wie heute, wo man auf Knopfdruck um die ganze Welt Botschaften schicken kann und Handys hat, das gibt es heute, das gab es damals nicht, aber die 48 Stunden hat nie wer infrage gestellt. Und dann kommen die zweiten 48 Stunden bis zur Verhängung der Untersuchungshaft.

Deswegen tans es gerne am Donnerstag am Abend einsperren, weil dann kommt Donnerstag, Samstag, dann Montag, und dann ist der Journalrichter nur da oder die Richterin, die ist seit vorgestern Richter, und da hört der Inspektor, wir hätten gerne das, was würden Sie machen, können Akten, so ist ja der Einsperen, so ich sage, dann sperren wir nach. Die kennen ja keinen Akt. Und die lassen Haftbefehle liegen von vor einer Woche.

Erstens haben wir die doppelten Überstunden am Wochenende, ist auch nicht so, dass die nicht vor Verlockung wären für die Polizei. Hat sich gebessert, aber es war so evident, die haben ihn liegen lassen am Wochenende, haben sie doppelte Stunden. 100 % auszahlt, und es ist ja besser als 100 %ige Überstunden, und sie erreichen keinen Anwalt, und sie kriegen leichtere Einlieferung.

Michael Nikbakshsh

Also lassen Sie sich nicht am Donnerstag erwischen.

Werner Tomanek
Nein, erwischen, die wissen es ja, die sind eh schon da. Wenn es so weit ist, dass einmal, so wie ich das sage, ich schaue einmal, wann war es recht, wann ist der Richter, wann ist der zuständige Richter weg, wann fängt der Journal an? Passt. Siehe BVT zum Beispiel, da haben sie einen Journalrichter angerufen, ob es eh in Ordnung ist, wenn wir ins BVT eingehen.

Michael Nikbakshsh

28. Februar 2018, ohne später als rechtswidrig erkannte.

Werner Tomanek

Ja, wunderlicherweise

Michael Nikbakshsh

... vom Verfassungsschutz. Herr Tomanek, also ich werde festgenommen, ich brauche einen Anwalt. Haben alle Ihre Klienten, Klientinnen, die Handynummer von Werner Tomanek im Handy gespeichert, oder wie erfahren Sie das?

Werner Tomanek

Naja, der sich nach wie vor wenig trotz meiner Empfehlung tätowiert hat, was gescheiter ist. Weil die Handys nehmen sie ja naja, weg. Jetzt habe ich eh schon eine leichte Nummer mit vier Neunern, die kann man gefesselt auch wählen. Aber das ist das Erste, was sie einem wegnehmen. Und wenn sie sagen, ich will einen Tomanek, na klar haben die Kiewara meine Nummer, aber leider Gottes, dann so als war ich nicht erreichbar, was aber jeder, der bei mir jemals was gebraucht hat, weiß, dass ich 24 Stunden, 7 Tage in der Woche erreichbar bin.

Und das ist auch was, was ich von Anfang an so gehandhabt habe, jeder weiß das, auch jeder, den ich bei mir gelernt habe, Erreichbarkeit ist es um und auf in dem Geschäft, wir sind wie Hebammen. Hebammen gibt es nicht. Hebammen nur bis sie anders sind. Aber verfügbar.

Michael Nikbakshsh

Ich habe das Recht auf einen Anwalt nach einer Festnahme. Werde ich darauf hingewiesen, ist das vorgesehen, dass ich darauf hingewiesen werde?

Werner Tomanek

Ja, ist vorgesehen, das ist über den Anwalt, da brauchst du aber nicht aufsetzen, der sitzt da hinten und die Pappen gehen, wenn er was redet der hilft dir eh nix, kostet unheimlich viel Geld. Also ich meine Sie, Freindl, dir würde helfen, ist aus dem Munde des Polizisten nicht wirklich so gemeint.

Also Freindl, wenn der sagt, und die meisten reden ja nicht diese Sprache, wenn der Freindl sagt, wenn ich Freindl zu ihm sage, weiß er, es war eine Zeit zum Zahlen und zum Gehen. Und dir würde sonst helfen, weißt du nicht, dass er wirklich im Echten, das ist in der Hölle, sonst schauen wir lieber, was heißt das? Und das ist das, und die Botschaft kommt oft nicht richtig an. Und das ist der Grund, warum diese Sprache und diese Sprache notwendig ist, weil das macht einen guten Kiwara aus, der lebt das an und der ist auch so sozialisiert.

Heut egal, es gibt halt diese Welt, gibt es nicht mehr, es gibt diese Art von Mandanten nicht mehr, es gibt diese sozialen Strukturen nicht mehr mehr, wo jeder jeden kennt hat. Wenn die eingeliefert worden sind, habe ich ihnen sofort den Zugang gebracht, ein paar doppelteutsche Karten, dass sie ...., tschick oder a Heu, also ein ...heu, oder ein Tabak, ein Wuzeltabak, abgesprochen mit der Justiz, dass sie ausschauen können, dass ja nichts ist, dass du einen Nachred hast. Ein Tag sind sie dann sehr automatisch gegangen, das ist das Zugangspaket, was sie gebraucht haben, von mir unter Geld angewiesen, das war üblich.

Und dann haben sie die haben sich gekannt untereinander. Heute ist es ja so, dass die Strukturen so sind, dass die Beamten nicht mehr wissen, wie sie die Leute richtig trennen, weil sie wissen nicht, warum Tschetschenen und Afghanen und Iraker und Syrer aufeinander bess sind. Und jetzt, wenn sie es falsch machen, müssen sie es nicht ausmalen in der Zöll, weil das voll der Blöd ist. Und sie verstehen die Leute auch nicht.

Stefan Kaltenbrunner

Herr Tomanek, bevor wir nochmal ein bisschen mehr über das Gefängnis und Ihre Klienten sprechen, müssen wir auch darüber reden, warum Sie so bekannt geworden sind. Es hat sehr spektakuläre Fälle gegeben. Einer davon war der Songcontest-Teilnehmer Toni Vegas. Und den haben Sie interessanterweise nicht draußen kennengelernt, sondern im Gefängnis. Sie waren beide eingesperrt.

Werner Tomanek

Ich war noch nicht ganz im Gefängnis, aber sie waren beide am sogenannten Lauf, wir waren beide in der Berggasse, ich war bei einer Etablissement-Eröffnung im 10. Bezirk in der Murengasse, im Glasscherbenviertel von.

Stefan Kaltenbrunner

Darf ich jetzt zwischendurch fragen, warum geht ein Anwalt zu einem Etablissement?

Werner Tomanek

Weil die sind alle auf einmal die sonst kleinweise zu mir gekommen, weil ich gewusst habe, die sind alle da. Hat sie gesagt, hey da, machen wir einen Sammeltermin? Da habe ich es gleich auf einmal, da habe ich links die blauen Briefe und rechts die Scheine.
Es war leicht.

Stefan Kaltenbrunner 

Es war ein Geschäftstermin.

Werner Tomanek

Ja, meine erste Frau war ja so, die die Eltern, die Schwiegereltern, die ersten Schwiegereltern waren da ein bisschen dann schon etwas irritiert. Die einzige, die mich oft nachts am Gürtel geführt hat. Und ich bin halt auch drei, viere heimgekommen, oft mit in Zustand. Also wirklich war standeswidrig nahezu. Aber ich habe für meine, ich war ganz junger Konzupient, haben wir nach einem Jahr einen Gigeru gekauft und war eigentlich mit der Gesamtheit zufrieden, weil ich habe das gemacht, was ich immer gemacht habe, Schmeckgeführt in irgendeiner Hütte. Und das war aber nicht so unbedingt zu meinem Nachteil.

Stefan Kaltenbrunner 

Gut, Sie waren bei dieser Eröffnung und was ist dann passiert?

Werner Tomanek

Naja, dann war plötzlich und unerwartet, also unerwartet, ich habe schon ein bisschen eine Witterung gehabt, dass ich zum Betreiber, zum Handschuh, sagte, ich habe da ein bisschen, bitte schau halt, dass keine illegalen Räuber da sind, dass keine, dass von der Unterhaltungschemie, dass das irgendwie unter Kontrolle ist.

Und dann sitz ich halt, weil ich wollte schon gehen, dann ist da die rote Eminenz, der Pachheimer, gekommen, weil ich schon gehen wollte, da dachte ich, okay, das wird ein bisschen, da war es aber erst neune halber zehne Jahrzehnt, da dachte ich, jetzt wird es Zeit schon langsam, weil es fängt irgendwann die Bundeshymne im Fernsehen an, jetzt geh ich dann zu Hause.

Kommt der Heinz, parkt sich mit einem Rolls-Royce davor, sagt, hey, auf die warte ich schon, wir haben es in Könnermeier gemacht. Gut, also ich sage, ich würde aber nicht, weil das ist ein bisschen, da wird es ja, wir sitzen uns dahinter, bei mir sitzt eh keiner hin.

So, gut, dann sitze ich mit ihm. Dann kommt noch einer, dann kommen da so Leute wie, ich darf es erwähnen, weil ich habe ja die Geschichte so geredet, ich habe alle ausgesagt, ich habe Maßnahmen und Richtlinienbeschwerde gemacht und die haben alle als Zeuge ausgesagt und ich habe alle als gewonnen.

Das war übrigens lustig, wegen dieser illegalen Festnahme, Pachheimer, Österreicher, Kreuzer, also lauter echte Big Names. Und die haben alle das bestätigt, die sind links und rechts bei mir gesessen, auf einmal krochen da eine, diese bewaffnete Rauchfangkera, in schwarz gekleidet, mit.

Und der Musikant pickt an der Wand ,Musik aus, ich hab gedacht aha. Er dachte zuerst, das ist wie Stripper, so ein Programm. Aber nein, aber nein, das sind immer mehr geworden und das mit der, wenn man so einen jungen Burschen übernimmt, die waren alle Maskierter, der hat auch nicht oft eine Waffe auf einen Menschen gerichtet und die links und rechts von mir durchaus, weil der links von mir hat eine Waffe, also das kannst du eh sagen, weil es ausgestellt hat, der Österreicher hat gleich Revolver, aber ich habe das mit dem Fuß draufgestellt und sage, dann ein super Tag.

Was sollt denn leicht sein? Ich sage ihm, ich sags nur, ich sage mir so nicht, was, soll mich jetzt überraschen, aber das. Und dann ich sage, ich wollte das deeskalieren und sage, ich habe eine Bewegung, habe ich die Hände am Tisch gelassen, ich sage, ich habe noch eine Frage, kann man weitertrinken, er wird sich nicht vorstellen können, wie arsch a warmer Champagner schmeckt.

Er dachte, ich lockere das auf. War der Heinz, der rote Sack, sagt, ich sage, halt einmal die Pappen endlich. Ich sage, herst lass mich reden. Lass mich reden heißt, ich war auf einmal vor dem Lokal, sagte, passt gut, ich wollte eh gerade gehen. Und auf einmal kommt so ein schwarz Maskierter mit einem Briefchen, weil ich genau weiß, wo alles herkommt, das habe ich dort gefunden, wo der gesessen ist.

Michael Nikbakshsh

Mit einem Brief.

Werner Tomanek

Ah, das rennt super.

Michael Nikbakshsh

Entschuldige, Herr Tomanek, mit einem Briefchen ist keine Postsendung gemeint.

Werner Tomanek

Nein, nein, nein, nein, nein, das war eigentlich ein Päckchen mit einer unbekannten weißen Substanz.

Stefan Kaltenbrunner

Und das wurde Ihnen zugeordnet?

Werner Tomanek

Ja, boshafterweise, weil ich wirklich wusste, von wo es herkommt, das war ja nicht nur als Hansis, das hat so ausgeschaut, als würde ich eben gesagt, bitte genau das, habe ich vorher gesagt, hinten vielleicht, da irgendwo hinten, wer macht, aber da, das war alles, da sitzen die Eminenzen selber, dass der Schieber ausfällt oder der Naumann, und da sind lustigerweise, weil ich wusste, dass sie so einen Fotografen haben, wie so ein Football-Team, wie wir da gesessen sind und nicht bewegen dürfen, haben sie Fotos gemacht, fix haben sie die heute noch.

Weil das haben sie bei der Elfer in der Berggasse, nein, schönen Umgang haben wir, so schauen wir das aus, und naja, ich bin im gleichen Umgang gewesen, da wäre ein viel schöneres Büro, glaube ich, einmal.

Michael Nikbakshsh

Also Sie sind festgenommen worden damals?

Werner Tomanek

Ja, ich bin einmal angehalten worden, und dann habe ich alle Anträge geschrieben, ob es so einen eigenen Test gibt, ich habe alle gewusst, ich habe gewusst, dass da kann nichts sein. Und dann war ich halt, wollten nicht, fadisieren mit mir, ich sage, ich bin da Peter, du wie heißt der andere, ich sage Magister Tomanek, wanns kombiniert, sag ich, so ist das, dann kommen wir anders aus, sag ich, gut, dann gehen wir bitte zurück, ich möchte in eine neue Wohnung, ich sage, ich möchte zurück in die Zölln.

Was? Ich sage, Herr Peter, tut mir leid, wir sind jetzt noch nicht so gut miteinander. Zurück. Und dann ist es gegangen, auf einmal hat er mir zwei Bier gegeben, dann ist es gegangen, ich bin ihn so dann nochmal zurückgebracht, zur erkennungsdienstlichen Behandlung wurde ich ersucht zu kommen, also ersucht zu kommen.

Das war ein Gutankäfig, da ist schon einer gesessen mit so gelben Augen, ein Chipsi, da hat er schon da überall die Löcher gehabt, aber der hat schon gewusst, der war vorbereitet, der hat überall Tschick gehabt, und ich war damals vier Packerl am Tag geraucht und keine Zigaretten gehabt. Also haben wir da, ja, sagt, pah, der hat Tschick und ich nicht, und dann wird der vorgeführt zum Fototermin und gibt mir den angerauchten Tschick in die Hand immer. Der meint, ist Hepatitis wirklich arg, denke ich mir. Wie ansteckend ist das? Und der gefühlte neben mir schaut mich an, sagt, reiß ihn fütter ab.

Ich meine, helles, Köpfchen. Dann komme ich mit dir ein bisschen ins Plaudern, ist das der Toni Vegas? Also ich war ja jetzt nicht so meine Musikrichtung, da sagte ich immer, so einen Schädl gehabt, wie ein Shetland-Ponny gehabt damals. Und dann kommen wir ins Reden, sage, wieso? Er sagt, naja, er wird Probleme erzählt mir seine traurige Geschichte mit die Weiber überfallen die Alten, es tut ihm wirklich leid. Ich sag herst, du wirst einen Anwalt brauchen, sage, das glaube ich auch.

Sag ich, ich weiß, das klingt jetzt ein bisschen komisch. Ich weiß, das klingt jetzt komisch, aber wie zufällig, ich war damals ein Jahr eintragen, glaube ich. Ich bin zufällig Anwalt. Und da hat es aber auf einmal die Schi verrissen, der hat gesagt, was? Ge schleich di. Ich sage, ja, ist ein bisschen ungünstig jetzt, ich weiß, ich habe keine Krawatte, ich habe keine Schuhe, ich habe keinen Gürtel, aber ich habe einen Maßanzug. Es sollte reichen, dass da ein Gitter ist und wir sitzen nebeneinander.

Ja. Ich sage, wo warst du, wieso bist du her? Ich sage, ja, weil ich war ein Pufferöffnnung dort? Wer war Sänger, Da Michael ....  Ah, für dich habe ich alle schon gesungen, leiwand liebe Grüße. Ich sage, wo bist du her? Ottakring? Ja, ich bin oder. Geburtstag, einen Tag nach mir Geburtstag, aber zwei Jahre oder ein Jahr noch, also der ein bisschen jünger ist er. Also älter, als er erwartet eigentlich, aber.

Und sagt, erst, wenn du wirklich Anwalt bist. Also ja, weil ich denke mir, ich werde da relativ bald heimgehen, bis ich das aufklärt. Aber herst tätst mich verteidigen? Ich sage, naja, glaube ich, ja, machen wir. Und wenn es dann Songcontest-Teilnehmer in zweimaligen vertrittslernst, dann von einem Tag auf den anderen kennen von RTL Pro 7, hast du auf einmal Hollywood im Büro. Aha, schau da des a. 
Aber war nicht geplant. Also es gab Gerüchte, der hat sich absichtlich einsperren lassen, weil der kennt ja alle, der Kugelfoto. Die Idee, ich habe mich absichtlich einsperren lassen, damit in Vegas kennenernt, im Hefn auf das musst ja kommen. Aber nein, der geht so. Prinzipiell hat die Idee was, aber das war nicht nötig.

Michael Nikbakhsh

Aber das war Ihr Einstieg ins Promi-Geschäft, oder? Ab da sind dann auch die, ist auch die mediale Ebene für Sie zum Erstanden.

Werner Tomanek

Ja, daher habe ich natürlich immer gewusst, wenn ich was haben will, dass wer was schreibt oder nicht schreibt, was ja viel Wichtigeres ist, als er schreibt, ist, dass man anrufen kann, dass er noch nicht schreibt. Es gibt ja Leute, die legen nicht Wert darauf, obwohl es eine gute Geschichte ist. Und wenn man gute Geschichten hat und die ohnehin zwangsläufig publiziert werden von irgendwem, aber es gibt ja wirklich die, lieber nicht, weil es nicht so eine gute Geschichte ist, da nicht vorkommen.

Also den lässt man vielleicht, wenn es geht, weil es kann man ungewöhnlich, wenn jetzt der Primar seiner Gemahlin ane in die Pfeife haut, ist das jetzt eine Geschichte, aber ist eine Geschichte, wie es jeden Tag überall hundertmal passiert, ohne Primar. Und wenn sonst nichts vorkommt, jeder denkt sich, das wird sicher der nebrn mir, 18 Primaren in Wien haben wir das Gleiche gemacht und die Uh die  schreiben von mir. Und das ist dann nicht.
Also es ist, man kann dann auf Knopfdruck sagen, okay, ich will jetzt euch was sagen. Wenn ich was sage, ich schicke euch das mal, weil es die Ansprechpartner, das hat sich entwickelt, aber das ist, so wie heute die Leute so im Internet, da man TikToker tackeln und so, das ist vorher nicht nötig. Also das war ein Selbstläufer.

Stefan Kaltenbrunner 

Aber der Toni Vegas war so ein bisschen der Einstieg in das.

Werner Tomanek

Das war so der Impetus zu dem, wo ich mir, das habe ich völlig unterschätzt.

Stefan Kaltenbrunner

Wenn man bei Ihnen im Büro sitzt.

Werner Tomanek

Weil damals war damals ja eigentlich mein, wie ich studiert habe, da war der Eichensee, der immer unser alter Toyoi, sagt, der war damals auch schon der, der all das, was is Mileu gemacht hat.

Der hat jede Woche einen Mord gehabt, der oder der alte, der alte, alte Philipp, der Willi Philipp, die haben sich die deutet ein Geschäft zu viert, zu fünft, da war wirklich Geld abgeschafft und unter den 100 ist ja da gar nichts hingefahren. In Schillingen noch.

Stefan Kaltenbrunner 

Das heißt, der Toni Vegas war so ein bisschen der Einstieg in das Promi-Anwaltsleben. Wenn man bei Ihnen im Büro sitzt, sitzt man vor großen Ausdrucken, wo lauter Zeitungsartikel von Ihnen über Sie, über Ihre Fälle sind. Einer der bekanntesten Fälle war auch die EisLady, sagt man zu ihr, eine Dame, die ihre Ehegatten ermordet hat. Wie kommt man zu ihr?

Werner Tomanek

Nein, die war ja gar nicht verheiratet, in Wirklichkeit.

Stefan Kaltenbrunner

Lebensgefährten, Lebensgefährten.

Werner Tomanek

Das war eine Sünde.

Stefan Kaltenbrunner

Wie kommt der Werner Tomanek zu solchen Fällen dann? Also wie kriegt man die?

Werner Tomanek

Es gibt auch nichts anderes. Es war mal, es weiß jeder, ich kenne die Routinen, ich kenne das Handwerk, ich weiß, wo man wann wie hinaruft. Und die haben irgendwelche, die haben, die hat ja in Italien ein Lebensgeständnis gemacht, bis es detaillich, und da war ja eh der Kass gegessen.

Und da waren Anwälte tätig, dann die mit dem Kerngeschäft, die was zu tun gehabt haben. Und der überlebende Gast, der der der der freier Fuß war, dessen Sohn ist bei der Vega, und der hat gesagt, Vater, herst, wenn es irgendwo eine Schieflage ist, dann nimmt er den, weil der kennt sich wirklich aus im Strafgeschäft, der macht links und rechts davon nichts.

Und der, der, der, ich würde mir eher den nehmen. Und dann so bin ich zu der gekommen. Heute erinnern sich an den Mörder noch. Ich glaube, die zahlen da schon Geld, manche von den Kolleginnen und so.

Michael Nikbakshsh

Also Sie sind den Fällen nie nachgelaufen, die Fälle sind immer Ihnen nachgelaufen.

Werner Tomanek

Nein, ich bin noch nicht so, ich bin ein bisschen arbeitsscheu, von habituell. Ich rede ja keinen Fall nach ohne Geld. Ich rede dann nicht Geld nach, weil ich deppert bin und von vorher sage, ich weiß nicht, ich habe einen Raum, habe noch keinen überlassen. Das kann schon passieren, aber das sind die, die den Raum verlassen, wenn ich komme.

Stefan Kaltenbrunner

Aber mit diesem Prozess EisLady, was Sie ja noch bekannter gemacht hat, dass es ein sehr spektakulärer Fall gewesen ist, da haben Sie sich schon gerne in der Öffentlichkeit gesonnt. Also Sie sind da schon gerne in die Presse gegangen und haben aufgezeigt, hier ist der Werner Tomanek, der Superanwalt.

Werner Tomanek

Naja Superanwalt, wenn dann kommt lebenslang als positive Maßnahme, wo ist der Superanwalt? Also das habe ich ja, das war die Message, die nicht zum Transportieren war. Da ging es nur um Verfahrensmanagement, dass man versucht, der Dame, die Dame so weit zum Regie zu führen, dass die nicht allzu viel macht, was noch mehr Schaden kenntat.

Aber die Gruabn hat sie sich eh schon lange gegraben gehabt, was soll ich noch, wenn man zwei so schicke Leichen und dann noch sagen zur Kaster, was ich nicht gewusst habe beim Gutachten, ich täts jederzeit wieder machen. Und dann bes sein auf mich, weil das haben sie mir nicht gesagt, dass ich das nicht sagen soll.

Also habe ich zum Meier gesagt, na, dann haben wir wieder was gegeben. Dann habe ich zu Meier gesagt, mal das nächste Mal sage ich es dazu. Frau Magister übrigens. Dann habe ich zu Meier gesagt, des nächste mal gehst wieder du, weil ich glaube, ich kriege Migräne mit der.

Also gesonnt, ich war ja damals nicht niemand, ich war ja schon lang, das ist ja erst her 15 Jahre, aber da war ja schon 20 Jahre Geschäft. Deswegen, weil jeden Tag melden sich bei mir Verteidiger, die würden mich gratis vertreten. Ich sage, nehmen Sie ihn, das heißt, nehmen Sie ihn. Ist die Kuah tot, kann man das Kaibl auch schon da schießen.

Michael Nikbakshsh

Wie, sehen Sie, der Stefan hat es ja eingangs gesagt, also wenn man Sie nicht als Hochglanzanwalt bezeichnen soll, sind konsequenterweise Ihre Klienten auch nicht Hochglanzklienten. Wie kommt Werner Tomanek an seine Gage?

Werner Tomanek

Naja, also die sind vermutlich sehr sparsam.

Die halten zusammen und müssen sich ja vorher zahlen. Wie im Kino. Wenn einem der Film nicht gefällt, kann ich auch nicht sagen, der Film hat mir nicht gefallen, ich zahle den nicht. Und es fällt einem der Film nie, ich bin ja immer schuld, egal wie es ausgeht.

Michael Nikbakshsh

Also Vorkasse?

Werner Tomanek

Ja. Weil die Bonität ist relativ ... gegen null, weil sonst hätte mir die Bank auch was gegeben.

Stefan Kaltenbrunner
Aber im Fall der Ice Lady, wie hat die bezahlt, Ihre Gage?

Werner Tomanek

Auch das kann ich ganz einfach sagen, weil es eh in der Zeitung standen ist, weil das Österreicher wollte dann wissen, was ist ein Eissallon eigentlich, wurde es dann zu dem Tunesier da, was das war, hingegangen, sagt, Grüße, wieso sind Sie die neue Ice Lady?

Und er sagt, naja, das habe ich in Tomanek abgekauft, von ihr. Nur als Erstes, was ich gehabt habe, Sicherheitshalber, bevor du einen falschen hättest, einen Schlüssel vom Eisssalon. Und dann habe ich den Eissalon ja verkauft.

Michael Nikbakshsh

Das war die Gage?

Stefan Kaltenbrunner

Nein, das Heidelbeereis nicht.

Stefan Kaltenbrunner 

Aber können alle Klienten bezahlen oder gibt es da noch andere Möglichkeiten?

Werner Tomanek

Naja, es war tunlicht, was glauben Sie, ich meine, jetzt bei Prostitution meinen Sie?

Stefan Kaltenbrunner

Generell.

Werner Tomanek

Die dürfen ihre Berufe nicht in den Räumlichkeiten einer Kanzlei ausüben. Das war immer ausgedrückt, ich bedunge. Aber nein, man muss auch Sicherheitsleistungen anstellen, bis der da ist.

Das waren ja früher die Zeiten, da haben es alle ausgeschaut, also wie so Gangsterrapper nachher. Das war natürlich, jeder Strolch hat das Vermögen, was er gehabt hat, umgehängt gehabt. In Form von Goldwurzen und die haben ausgeschaut, ja, wie der Snoop Dogg in seiner besten Tage.

Und dann hast du halt, bevor der eingesperrt wird, hat er eh gewusst, es wird ecker. Sag ich pass auf, wie schauen wir aus, rascheltechnisch, Handstand machen, was fällt aus? Er sagt ja, naja, sonst mehr ist es nicht. Sag ich pass auf, die Christbaum werden wir einmal abräumen.

Und dann legen wir nach links hinten und wenn du wieder rauskommst, die wollen ja was rauskommen, wie da so ein entsprechendes Pedigree haben. Nein, schon. Und das wollen sie zurück. Und daher ist das dabei aufbewahrt, in guten Händen.

Stefan Kaltenbrunner 

Das heißt, die Goldketterl etc. sind bei Ihnen in der Kanzlei?

Werner Tomanek

Nein, trage ich auch nicht.

Stefan Kaltenbrunner 

Sie haben einen Rollkranpulli an.

Werner Tomanek

Nein, ich bin ausgewachsen.

Stefan Kaltenbrunner 

Und das waren nur Gold oder war das was anderes aus, Autos oder sowas versetzt man dann?

Werner Tomanek

Nein, Autos, nein. Ich habe schon Autos gehabt. Ich war ja damals Einschläger, aber die waren, ja, die sind mir zugerennt. Das war so ein SL foliert dann mit schwarzem, mattschwarz für das Ausschau wie ein Batmobil. Aber das ja, ich war jung. Es war damals, hat das, das war so, das sind Symbole, die waren halt milieutypisch halt.

Ich schaue komisch aus, ich habe mir gedacht, jetzt nehme ich mir einen Skoda Kombi oder auch, nein, das schaut es wie deppert aus, der hat Fahrrad und das war auch nicht so ein Thema damals. Lastenfahrrad war nicht in der engeren Wahl. Von AMG auch nicht.

Aber ich habe zugegeben, ich fahre ungern ein schlecht Auto. Also es gibt, die meisten Frauen fahren besser Vierer fahren wie ich zurückschiebe. Ich habe immer gesagt, fahr einfach so, wie du es musst, halt haben.

Michael Nikbakshsh

Ich möchte einmal auf die Öffentlichkeit zurückkommen. Öffentlichkeit als Teil einer Verteidigungsstrategie. Sie haben ja vorher gesagt, man kann das so einsetzen, dass man verhindert, dass was veröffentlicht wird oder versucht zu verhindern. Man kann das umgekehrt natürlich auch aktiv betreiben. Ist Öffentlichkeit bei Ihnen Teil Ihrer Verteidigungsstrategie oder anders gefragt, je lauter ein Anwalt auftritt, umso besser fürs Geschäft?

Werner Tomanek

Es müssen Sie, das sind zwei Paar Schuhe. Je lauter Auftritt die bei Gericht Fehler. Also das müssen Sie entweder vorher Richter sagen, pass auf, was ich jetzt mache, mache ich fürs Publikum, da hätten die Zahlen dafür, dass ich jetzt einen Kasperl mache, ich bin morgen wieder echt. Es ist nur, weil die brennen für das, dass ich jetzt einen Trottel mache, ich weiß eh, wie es ausgeht, aber die wollen das.

Das ist laut und klammauk, gehört dazu, wer zahlt, bitte, soll sein. Aber man weiß ja, wie die Situation läuft, im Regelfall. Aber das laute Auftreten ist, Poltern für die Öffentlichkeit ist jetzt dann nie meine Intention gewesen, war nicht nötig.

Weil diese Dinge, die ich habe, ich unterschätze ja viele Dinge, die die Medien interessieren. Ich weiß ja gar nicht, dass ich auf einmal sage, das hast du es gar nicht gesagt, was sagst du es nicht? Wie jeden scheißt du dich anrufen, ich weiß ja gar nicht, wegen was ich anrufe. Ich rufe keinen proaktiv an, außer ich weiß, da wird was aufpoppen, bevor sie dich so grillen, sage ich ihnen okay, pass auf, da wird was sein.

Und dann ist mir lieber, bevor die, weil die Polizei sind nicht, die fangen ja meistens an mit dem Blödsinn. Die gehen raus mit Meldungen, da aus Aktenteilen, die ich nicht einmal noch habe. Das habe ich schon bis da auffi. Und der Umgebung des Staatsanwalts. Die sind auch not am used, die dürfen nichts sagen, die müssen die Goschen halten. Ich nicht. Ich sage mir mit einmal, so ich bin der, der Ermittlungen beeinträchtigt. Erstens, ja, gern sofort, das ist mein Beruf, gebe ich zu, aber das dann einfach, da setzt dann irgendein Goldfasan hin zu einer Pressekonferenz, die nicht einmal in der Nähe von der Amtshandlung war, und sagt schlaue Dinge darüber über mein Klienten. Das kann ich jetzt nicht so im Raum stehen lassen. Da muss ich was sagen.

Michael Nikbakshsh

Sie meinen mit Goldfasanen, Offizier der Polizei?

Werner Tomanek

Ja, Polizeioffiziere oder Juristen. Die heißen halt bei uns Goldfasan.

Stefan Kaltenbrunner 

Aber wie Nik sagt, das hat einen guten Punkt, Öffentlichkeitsarbeit, wichtig für einen Anwalt. Nehmen wir jetzt aktuellen Fall, Sie waren ja Kurzzeitanwalt des berühmtesten Islamisten, Beran A., gegen den heute Anklage erhoben worden ist. Und da sind Sie relativ oft im Fernsehen aufgetreten und das Erste, was Sie gesagt haben, unschuldig, dummer Bub, der hat das alles nicht gemacht.

Werner Tomanek

Unschuldig habe ich nicht. So schuldig ist er a wieder ned

Stefan Kaltenbrunner

Genau. Wo sich jeder gewundert hat, und Sie sind da sehr, sehr oft aufgetreten, sehr lautstark aufgetreten, ist es notwendig, dass man im Vorfeld sowas macht?

Werner Tomanek

Die anderen haben ja angefangen mit dem Blödsinn.

Stefan Kaltenbrunner 

Wer hat angefangen?

Werner Tomanek

Nein, die Herren Verfolger, diese DSN, die haben völlig falsche Tatsachen verbreitet, die ich widerlegt habe. Die haben, ich habe ein Privatgutachten eingeholt, wie man es widerlegt hat, die angeblichen Erkenntnisse, weil ich unter Umgebung der STA und ohne Beizug von einem Sachverständigen, haben wir von einem, das ist so rausgegangen, von der Ami, von den guten Freunden, die wir nicht verraten, das waren ja die, die draufgekommen auf das, wenn die wir draufhängen auf die ganzen Server, von den Telefonen, die haben gesagt, pass auf, Taylor Swift ist bei uns eine heilige, weil sonst hätten sie am Mekka, was schon ein paar Monate vorher war, auch schon gesagt, das müssen sie auch gewusst haben, da haben sie niemanden gewarnt.

Also das war ein Anliegen, deswegen ist die aufgeklatscht da und ist gleich weitergeflogen. Also wir wussten, unser gut informierter Geheimdienst, wow, der Herr Hedscher weiß, wie sie mit der Privatwirtschaft mittlerweile waren, weiß schon warum. Und da ist, da habe ich gedacht, da muss ich was sagen dagegen, weil die lügen die Leute auch.

Ich habe eine Pressekonferenz gemacht, nachdem er der Ingo Wieser, es ist dort, das ist eigentlich der Doyen aller Sprengschrott, alles was mit Schiessen, Sprengen zu tun hat, hat er immer gemacht in Österreich und ausgebildet dazu. Da hat sich das angeschaut, sag ich mit dem, ja, grig ichTischfeuerwerk zusammen. Die haben so da, das war der eine Bedrohung mit einer chemischen Bombe und was weiß ich.

Wenn man weiß, dass das der Verfassungsschutz in Ternitz, da ist kein Haus, höcher wie ein Mistkübel, den in einer Woche dreimal verloren hat bei einer Observation, dann weiß ich eh schon alles, bitte passt nicht auf mich auf, passt auf andere auf.

Stefan Kaltenbrunner 

Nein, meine Frage zielt jetzt nicht konkret auf den Fall, sondern generell, muss ein Anwalt oder eine Anwältin, wenn er einen prominenten Fall übernimmt, sofort in die Medien gehen und sagen?

Werner Tomanek

Nur dann, wenn es wie in diesem Fall zwingend erforderlich wird durch die Medienarbeit der Gegenseite. Wenn die die Leute anlügen und sagen, wir sind die Superheroes, das war so, so, so, sagen wir fix aber nicht. Ich habe es nicht einmal in Mistkübel aufgegrigt, weil es bei der Observation, weil es gab dort eine chemische Waffe, die haben ja eine Biotonne aufgebracht.

Beim Entsorgen chemisch, hat er eine Schutzmaske auf und Handschuhe, sag ich, ja, weil da hat es 35 Grad gehabt und das klumpert und gefällt. Ich meine, der Akt ist ja nicht unbekannt, ich habe mir eh überall lanciert, was gegangen ist, weil das ist ein bla bla bla, die haben nie.

Während der Pressekonferenz hat dieser Herr Innenminister, wie heißt er, der derzeitige noch, der kann, der Karner auch gerufen, sagt, ey, alles war unfair, was der Tomanek da sagt. Während ich geredet habe im Land und das war ausverkauft, nein, aber sowas habe ich wieder nicht, wir haben schon arg wüde Sachen auch selber zusammengebracht.

So weit musste ich mir als Innenminister exponieren, dass die, wenn ein Verteidiger dort sagt, falsch, Lüge, alles Beweismittel, die vorgelegt werden und evaluiert werden, sind einfach nicht richtig beurteilt worden, weil falsch beurteilt durch andere Leute und der Richtige, der sagt, das ist nicht richtig. Das ist ein Unterschied, ob das ein Tischfeuerwerk ist oder ob ein ganzes Stadion in die Luft sprengt. Also das ist so weit von der Ausführung weit entfernt, dass man sagt, naja, und der ist ja, ja. Aber er ist wusste es. Er hat dann weggegeben, ausgewildert, weil er jetzt nicht die Wahrheit gesagt hat, ich weiß es auch und das mag ich nicht.

Michael Nikbakshsh

Vielleicht dazu, also dessen ungeachtet, jetzt steht eine Anklage gegen ihn, aber Sie werden ihn nicht verteidigen, weil?

Werner Tomanek

Ich sage von Anfang an immer, pass auf, ich will wissen, ob was sei kann, ich mag keine Überraschungen, die ein bisschen vielleicht auch mich bloßstellen, nicht nur dir schädlich sind, sondern auch mir. Und dass das, wenn das eine Kleinigkeit ist, wenn er vergisst, jetzt in einem Knallfrosch den irgendwo liegen gehabt hat, wo ist was anders, wie dass da schon Monate vorher ein Attentat geplant war, gleichzeitig in Mekka, in Dubai und in Istanbul, konzertiert drei Personen, wo er auch nicht davor war, einer hat es gemacht, er sitzt nach wie vor in Saudi-Arabien in einem Geheimdienstgefängnis und bis er am Freitag im Hauptabenprogramm einmal die Rübe abgehauen, gleich, österreichischer Staatsbürger, keiner interessiert sich für den. Und das hat er aber nicht erzählt. Das ist ja ein nicht ganz unwesentliches Detail, um seine kriminelle Energie allgemein dazu zu tun. Und es wäre lieb, wenn er einmal das gesagt hätte, aber der glaubt, ich bin unverwundbar, meine Telefone sind sowas von Krypto, sagt, naja, da ist ein Big Brother, ist nicht schlecht.

Stefan Kaltenbrunner 

Aber kommt das oft vor, dass Sie ein Mandat zurücklegen oder ist das eher selten?

Werner Tomanek

Es ist nicht so selten, aber meistens hat es ökonomische Hintergründe.

Das ist wie bei einem Wurlitzer, wenn das Geld aus ist, spielt kein Plotten mehr weiter. Ganz einfach. Entweder dann die Finanziers werden eingesperrt, das ist auch schlecht. Oder die Eltern haben ihn nicht mehr lieb. Oder die Frau, sie kommt drauf bei der Telefonüberwachung, dass sie nicht die einzige Frau auf der Telefonüberwachung ist. Das machen die Polizisten sehr gerne, diese Indiskretionen. Das stoppt abrupt die Zuwendung und Zahlungsflüsse. Und der will auch nicht mehr zu Hause, weil er hat keins mehr.

Michael Nikbakshsh

Will der Anwalt wissen, ob der Klient die Tat begangen hat, ja oder nein?

Werner Tomanek

Also so voyaritisch bin ich nicht, ich will einmal wissen, was Sachlage ist, wo die Arbeitshypothese von denen, die ihn einsperren. Und also ich weiß nicht, was die mit dem vorhandenen Material machen.

Ich kann mir das ja eh denken. Ich finde es immer noch lieb, was man versucht, mir zu erklären, sag ich, ja, sag ich, hey, was glaubst du?

Zum Schluss also in der Zielgeraden stehen wenn wir dann stehen vom Echten, sage ich dann schon, ob das weitergeht so, aber dazu ist niemand so halt einfach die Pappen.

Also meine Wahrheit ist im Ergebnis, meine alternativen Fakten werden auch noch besser werden.

Michael Nikbakshsh

Das heißt, Grundvoraussetzung ist, dass der Klient Ihnen vertraut und Sie umgekehrt dem Klienten vertrauen?

Werner Tomanek

Nein, das überhaupt nicht. Ich vertraue überhaupt nicht. Nein, das ist das Blödeste. Aber ich vertraue meinen Klienten, sag ich, das sind entweder habituelle Rechtsbrecher oder sind anders, also deviante Persönlichkeiten oder sie wollen mich, oder das Schlimmste sind diese Betrüger und solche, die erklären gleich, mir ist Geschäft, obwohl sie hinter dem Glas sitzen und ich gehe raus und der geht wieder zurück in die Zölln. Der hat vier Jahre Volkshochschule gemacht auf der WU, an der Jus studiert, ist ein Betrüger und erklärt mir, dass das ein super Geschäftsmodell war. Ich sage, ich verstehe, sie verstehen das nicht. Nicht nur ich glaube ihnen das nicht, da waren schon fünf, sechs andere vorher, die das auch nicht glauben. Es ist nicht so, dass wenn der den zahlt, den der zahlt und der zum Schluss, und das ist nicht gut, kannst du dann halt noch andere sagen, sag ich, sonst sind wir schon durch. Bedingter Vorsatz, Bingo, und der Schaden ist relativ hoch. Und so wie Sie reden, ist Tatbegehungsgefahr evident, weil Sie haben sonst nichts außer so Ideen. Und ein paar klare abgezogene Sachen, auch noch Kleinigkeiten in Ihrer Biografie und keinen anderen Beruf. Und was wir erklären, das stiehlt alles so, da gehört es eh angeschaut. Aber das ist, ich glaube, prinzipiell einmal nichts.

Michael Nikbakshsh

Wenn man ein gesundheitliches Thema hat, konsultiert man halt bisweilen Dr. Google oder eine KI. Ich habe gehört, dass Leute, die in Haft sitzen, einander untereinander Geschichten erzählen, wie es bei ihnen war und daraus jetzt auch quasi juristische Expertise ableiten.
Werner Tomanek

Das sind aber die Liebsten. Ich denke, ja, ja, das merkt man gar nicht. Was ist jetzt von einer Woche auf die andere? Kommen sie auf einmal mit einem neuen Konzept? Thema, weil? Sagen, naja, okay, mit wem sitzen Sie da zu Zöllen? Sagen, der hob i an, der hat schon acht Jahre, nicht studiert, aber am Schmalz. Aber der sagt, der hat das Gleiche gehabt, vorher einmal, da hat er viel weniger gekriegt, und das kannst du anders auch machen.

Thema herst, mir ist es wurscht, ich bin eh schon zahlt, aber der oberhalb von dir liegt, ja, und acht Jahre Erfahrung hat schon im Studium, da im Fernstudium, denen jetzt zu überlegen, wer jetzt die Expertise, denen ich mir das überlege, aber mir ist es völlig egal, nachdem ich sage, vorher zahlt und ich sitze nicht, das ist immer das, was ich sage. Deswegen ist es, ich sage, mach noch, was du willst, Google, haben sie jetzt nicht, aber das Haflinger, also da haben jetzt Haflinger sind die Hefenbrie, die innen saßen, das Haflinger Google, die machen, sagen, was darfst du sagen, was der kriegt?

Stefan Kaltenbrunner 

Dann würde ich vorschlagen, wir gehen einmal in die Pause, ich glaube, es gibt viel zu verdauen oder zum.

Werner Tomanek

I waß ned, gibts Grammeln?

Stefan Kaltenbrunner

Und sehen uns dann gleich wieder.

Michael Nickbakhsh 

Vielen Dank.

Michael Nikbakshsh

Herr Tomanek, reden wir über richtiges Verhalten vor Gericht. Der Gerichtsbetrieb in Österreich ist ja durchritualisiert. Man muss als Anwalt, als Anwältin durchaus einige Dinge beachten, wenn man sich in eine Gerichtsverhandlung stellt. Nun haben Sie ja kein Hehl gemacht aus Ihrer durchaus rustikalen, authentischen Art. Wie kommt Werner Dominik in einer Gerichtsverhandlung so an?

Werner Tomanek

Ja, es ist eher umgekehrt die Frage, wie passen Sie die an meinen Habitus? Weil es ist eine Generationsfrage, weil man sollte schon langsam wissen, wer da kommt und dass man so sakrale Ritike wie bei Gericht, das ist ja alles ein und dasselbe Ritual. Ob es die Kirche ist, diese Obrigkeiten, die kommen im Batman-Kostüm mit einem Talar, der ihnen den Furor-Talarikus verleiht, gleich von Antag am Abend, und die kommen frisch von der Uni und dann haben sie die Macht über Leben und Tod und sitzen erhöht und man muss da vor ihnen als Kreuz da gestanden. Das sind so Dinge, mit denen ich schon tendenziell wahrscheinlich genetisch predisponiert ganz schlecht umgehen kann.

Man muss sich erheben, wenn die erscheinen, da sage ich, die sind frisch von der Matura gekommen, und ich muss mich erheben, wenn die erscheinen. Sage ich, gut, bis dahin geht es ja noch. Ebenso muss ich in Büchern sagen, du benimm dich ein bisschen und du machst, was ich da sage. Aber diese Rituale sind an sich, die sind ein wenig überholt und anachronistisch. So gut mir diese Batman-Sachen gefallen, muss ich ehrlich sagen, diese Capes, aber es ist jetzt unzeitgemäß und erheben sich durch das Gerät und diese eine Schurformel.

Die Schurformeln sind deswegen interessant, es werden die Geschworenen oder die Schöpfen angelobt. Und das ist einmal die Challenge. Wenn Sie das mitbekommen, es gibt zwei Möglichkeiten, da ist Mitbekenntnis ohne Bekenntnis. Mit Bekenntnis muss er einen Hochkomplexen sagen wie "Ich schwöre so wahr mir Gott helfe". Kein langer, schwerer Satz. Und die anderen, die Armen, die mit ohne Bekenntnis, die Heiden, die müssen sagen, ich gelobe. Man sollte nicht glauben, was man da für Varianten zusammenkriegt. Gelobe bei Gott, gelobe so wahr mir Gott helfe, dann sagt er wieder die Schurformel, sie gehen schwören, ja, nein, war super. Und das sind die, die entscheiden jetzt über das Schicksal von meinen Klienten.

Dass man da im Laufe der Jahrzehnte ein bisschen Respekt verliert vor diesen Ritualen, die aus einer Zeit kommen, wo ein gewisses Grundmisstrauen gegenüber der Justiz, der Kameraljustiz, von von Kleros, von von von Adeligen, von Grundeigentümern, von Offizieren, die war durchaus berechtigt, dass die Volksbeteiligung, aber jetzt reicht es schon langsam. Wenn die nicht einmal die Schurformel unfallfrei nachvollziehen können und nachplaudern können, ist das der Wählevidenz gestrichen bei mir. Und entscheide nicht über das Schicksal von einem Mandanten, über hochkomplexe Fragen. So viel zu dem, das sage ich auch immer, sagt Schuldig, können wir den nicht heimschicken? Der ist leider Gottes nur teilalphabetisiert und schaut sich mit einem Auge ins andere. Das wird nichts. Und das muss man ja sagen, das ist man dem Mandanten im Wohl des Mandanten verpflichtet. Ich will das nicht. Und das tut halt dann wenige Leute und deswegen kommt dieser Ruf zustande, dass ich gewisse Ecken und Kanten habe. Aber ja, das stimmt.

Michael Nikbakshsh

Moment, dass ich das jetzt richtig verstehe, also Sie neigen dazu, Schöpfen oder Geschworene eingangs zu beschimpfen?

Werner Tomanek

Nein, nicht die, nein, ich sage es ja nicht direkt, ich sage nur so Vorsitzender, hearst, der hat eine Letten, ja, der ist... Das können wir jetzt nicht, das lasse ich nicht zu, dass ich wenn ich sage, eh acht Geschworene sind, zehn sitzen da, jetzt brauche ich eh nur vier, vier.

Aber wenn ich von den Viere schon habe, jetzt merke ich schon bei komplexeren Abläufen wie zum Beispiel für die Gesinnlosigkeit bei so Elsener Prozessen, die 180 Tage dauern, wo jeder die Anklage nicht einmal versteht, vom Richter bis zum Staatsanwalt, niemand, auch so ein Gutachter.

Und dann halt zwei, und Schöpfen, Geschworener wird ja nicht der, der zu blöd ist, dass er Entschuldigung hat. Also des krankt mich. Etwa ist es ein Pensionist, ein Beamter, der freigestellt ist, oder so. Also wer geht denn sonst zu sowas hin?

Der muss ja sehr fad sein, ein Mensch, der arbeiten muss, ein Vermögen erhalten muss, ein Unternehmer, sagt, bitte, das brauche ich jetzt sicher wie Breseln im Bett. Und da lasse ich mich noch maßregeln und man darf sich nicht nur lungern, nichts zum eessen, du musst beraten, sag ich, das ist eh klar.

Aber das sind Dinge, die gehören längst, die sind längst obsolet, das ist historisch überholt. Sag bitte, machst du es wie die Germanen dort? Das haben sie ein bisschen ökonomischer, die haben eine gemischte Senate, die lassen ein bisschen den Hausmeister mitreden, aber zum Schluss sagst du, wir machen das eh immer so. Gell, passt? Ja.

Michael Nikbakshsh

Aber ist das bei uns nicht genauso, dass am Ende die Berufsrichter die maßgeblichen Entscheidungen treffen?

Werner Tomanek

Ich würde es einmal unterstellen, nachdem die auch bei der höchstrangigen Form des Gerichtes, wo es um das meiste geht, beim Schwurgericht, wo es ja ersatzlos storniert gehört, weil der häckeligste Teil, da kann der Dominik noch so plädieren, wirklich. Also in Hochform und die lachen, die hauen sich auf den Bauch vor lauter, die wischen sich die Tränen, aber ich sage wirklich Sachen, die eigentlich trefflicher nicht sein könnten und kommen raus, und ich denke, 8-0 passt schon.

Irgendwas muss bei der Rechtsbelehrung vielleicht verrutscht sein, weil es ist nicht parteiöffentlich. Da bin ich nicht dabei und kann mir zu anhören, was die Berufsrichter denen sagen. Ich sage, pass auf, der Tominek hat jetzt eine super Geschichte erzählt, das ist ein Beruf, das macht er gut, aber der ist schuldig, weil das machen wir immer so und so.

Da sitzen die, vorsichtig gesagt, die teilalphabetisierten Rechtsfernen oder worst case Szenario ist ein Jugendssenat, da habe ich mindestens vier Angehörige von Lehrtschuldigen, sind sicher ein paar dabei, betroffene, Lehr- und Sozialberufe. Das merke ich gleich, das sind die, die da an Aufzeigen und Fragen stellen, die überhaupt nicht dazu passen. Aber ich weiß, die auf die Viere habe ich, die sind einmal zum Stornieren, die ich muss mich auf die anderen konzentrieren, die echtes Volk sind.

Weil das ist die Birkenstockbande, da weiß ich schon, da bin ich wahrscheinlich in der Arschgasse mit denen, sieht man schon, was sie anhaben, wie sie die Haare aufgefärbt haben, weil da kommen manche schon zu Fleiß mit violeten Haaren, da weiß ich schon, ein Stänkern tanz auch. Also. Hat nichts mit Derby zu tun, nein, nein, nein. Aber da weiß man schon, mit denen würde ich jetzt nicht näher bekannt werden.

Stefan Kaltenbrunner 

Also man hört da eine gewisse Aversion.

Werner Tomanek

Nein, eine gewisse Grundmisstrauen.

Stefan Kaltenbrunner 

Eine gewisse Distanz. Sind Sie beliebt bei Richtern und Staatsanwälten eher nicht, oder?

Werner Tomanek

Bitte?

Stefan Kaltenbrunner

Sind Sie beliebt bei Richtern und Staatsanwälten, mit denen auftreten, eher nicht?

Werner Tomanek

Die, die mit mir reden, finde ich schon. Die, die sich einsperren im Zimmer, weiß ich nicht. Vielleicht sind sie schüchtern. Nein, es ist ja heute nicht mehr so wie früher. Die haben heute Homeoffice oder Schwanger und oder Schwanger Homeoffice ist und sind vertreten. Man hat ja nicht mehr mehr den Kontakt wie früher, das kann man nicht mehr vergleichen.

Stefan Kaltenbrunner 

Was heißt jetzt Kontakt wie früher? Das Verhältnis zwischen Anwalt, Richter und Staatsanwalt?

Werner Tomanek

Es war nicht so ungewöhnlich oder irgendwas Konspiratives, es war erwünscht sogar, dass man vor Verhandlungen, vor einem komplexeren Verhandlungen, einmal vorstellig wird und sagt, schau, reden wir einmal miteinander, ich habe das und das vor. Es gibt auch Ältere, die sind, die haben noch gelernt bei alte, sagt pass auf, mit dem kannst du reden, der ist ein Depp, ich mache nichts, was absurd ist, ich komme morgen wieder und das über 30 Jahre. Also das ist ja nicht von ungefähr. Ich sage, da ja, da nein, da habt ihr zu wenig, was gut ist, kommt eh wieder, da brauchen wir uns ja keine Sorgen machen.

Dass ich dich unbedingt, weil in den größten Fällen ist es Dunkelziffer und Resozialisierung. Das sind zwei Dinge, an die arbeite ich jetzt nicht so. Und wenn ich sage, ist so, ist so, und die freuen sich oder rufen mich proaktiv an, das ist halt nicht mehr, dass ich sage, ja, früher habe ich gesagt, geh gleich auf zum Staatsanwalt, das Urteil, ja, das ist zum Nehmen, weil das Oberlandesgericht wird nicht besser, und es ist ganz pragmatisch so erledigt. Ohne dass es ein Amtsmissbrauch gewesen wäre, das ist heute nicht mehr so einfach, weil diese Interaktion selbst innerhalb dieses Standes, Richter, STA, die kennen einander nicht mehr.

Michael Nikbakshsh

Nur dass ich das jetzt richtig verstehe, es war üblich, dass Richter, Staatsanwälte und Verteidiger sich vor dem Verfahren absprechen, wie es ausgeht?

Werner Tomanek

Es war nicht ungewöhnlich. Nicht üblich, es war nicht ungewöhnlich, weil bei sehr vielen Verfahren, bei 80 % der Verfahren, ist eh no nah. Weil sowohl die Richter, also ich, also die Staatsanwälte, die Kundschaften ja kennen, dann ein leicht getrübtes Vorleben erahnen aufgrund der sogenannten Speiskarten, also davon des Vorstrafregisters. Also dass da eigentlich nicht, dass es eine einmalige Entgleisung ist bei einem 40-Jährigen, der acht Jahre Schmalz hat und das auf viermal verteilt, naja, das ist einmal passiert, Tschuldigen, wird jetzt nicht halten.

Die rechnen doch nicht damit. Und es war nicht unerwünscht, im Gegenteil, die haben sogar Angerufen, zu sagen, was reden wir über die Geschichte, da brauchen wir jetzt nicht zwei Tage oder ein paar Zeugen, der sagt, ist ja eh klar. Und heute wird dieses Ermittlungsverfahren aus Unvermögen oder weiß ich nicht, intellektuell oder fachlichem Defizit, ich weiß nicht warum, in die Hauptverhandlung, ins Hauptverfahren delegiert.

Und sie sagen, die Richter können es nicht zurückschicken. Die können nicht sagen, hearst sans deppaf, dass du jetzt sagst, jetzt macht das das das noch. Geht nicht. Sie müssen es nachholen und das kann wieder keiner finanzieren. Also deswegen, mit Verlaub, ich darf das sagen, ich sage es auch jedem, das ist schon wieder, das ist ein sozialer Numerus clausus, weil ich es nicht leisten kann, diese tausend Vertagungen, weil die STA der Polizei keine Anordnungen geben und die Polizei sagt, ich habe ja oder keiner was gesagt, dann mag ich auch nichts, weil die nicht wissen, was sie anordnen sollen.

Und da gibt es keine Interaktion. Und da darf ich schon sagen, und das tue ich auch, sag ich, hörst, wir sollten das zahlen, das sind ja keine Beamten.

Stefan Kaltenbrunner 

Das heißt aber, dass ich es richtig verstehe, das heißt, früher, jetzt offenbar nicht mehr, hat man sich, so wie man es aus amerikanischen Anwaltsserien kennt, mit Staatsanwalt und Richter vorher getroffen und hat irgendwie über den Fall gesprochen und hat sich das vorher ausgemacht.

Werner Tomanek
Das kann man so nicht vergleichen, weil dieses Playbargaining, das sogenannte, ist dort explizit vorgesehen.

Stefan Kaltenbrunner 

Das gibt es in Österreich nicht.

Werner Tomanek

Das gibt es in Österreich nicht, im Gegenteil. Es hat eine hochbegabte Kollegin, deren Namen ich jetzt lieber nicht ausspreche, ich hab aber eine Nichtigkeitsbeschwerde einmal zur Sprache gebracht, dass der Senat sich nicht gehalten hat an eine Absprache zwischen dem vorigen Anwalt.

Und dann hat natürlich der Oberste, nämlich es war besonders ein sehr penibler Senatspräsident am Obersten gesagt, sowas geht ja gar nicht, obwohl man es jetzt ganz schön nicht geben kann, wenn es es gäbe Wäre es a Amtsmissbrauch, b Anstiftung zum Amtsmissbrauch und nachher Richterdisziplinargesetz, sowieso ganz pfui gack.

Ich sage, wie kann ich denn sowas für alle schreiben? Seitdem wissen wir amtlich, das wollen wir doch gar nicht. In Deutschland gibt es verschriftete Vereinbarungen über, wenn du das magst, dann kriegst du das und das, die sind bindend.

Bei uns ist das, sagen wir vorsichtig, praeter legem, so nicht unerwünscht und nicht unwillkommen, aber solltet bitte nicht das in eine Nichtigkeitsbeschwerde hineinschreiben. Es ist ja nicht nichtig, es kommen keine falschen Urteile aus, das weiß auch jeder. Also das war es damals, damals, das war die alte Zeit.

Michael Nikbakshsh

Stichwort zwei Klassenjustizen. Es gibt Standeskollegen von Ihnen, die sagen, ja, das haben wir. Wenn du einen gewissen Grad an Prominenz erreicht hast, dann kann das in einem Ermittlungsverfahren, schon im Ermittlungsverfahren, ein Bonus oder ein Malus sein. Je nachdem, frage ich an Sie, haben wir eine?

Werner Tomanek

Ich weiß nicht, ich bin zwar, Sie sagen, Promi-Anwalt, aber in diesem Stadium war mein Ermittlungsverfahren noch nicht. Nein, aber Spaß. Also ich weiß schon, was ich meine. Es gibt natürlich einen Vorteil und es ist auch ein Nachteil. Man muss sich das leisten können.

Diese Anwälte, die dort tätig sind, das ist nicht das, warum es mir eingeladen habts. Das ist nicht das Thema Verfehlung, weil es ist genau das, was ich vermeine, diese Kundschaften. Das sind nicht die, die im Gemeindebau mit mir Offshore-Gesellschaften gegründet hätten. Und natürlich kann man da die Zeit für sich arbeiten lassen, man kann Einsprüche machen gegen alles und jeden, man kann Übersetzungen beantragen, Ergänzungsgutachten, das ist unfinanzierbar.

Ist unfinanzierbar und in Wirklichkeit in keiner Relation zu dem, was der in dem hypothetischen Fall, dass er noch ein bisschen schuldig ist, bleibt dem armen Hund, dem armen Bücher nicht einmal was über. Das kennen ja alles die Anwälte. Das macht ja keinen Sinn, da mache ich lieber, so es sei, den Hausnummer fünfer, netto brutto mit Hausarrest und dann schaue ich, was noch überblieben ist, bevor ich so herumhampeln täte.

Und die Reputation ist sowieso dahin, in dem Moment, wo man einmal ein eingeleitetes Strafverfahren an Freispruch hat, bis du abrunst, bleibt der Geruch.

Stefan Kaltenbrunner 

Aber wird Ihre Klientel, und ich glaube, Sie haben ja darüber auch was geschrieben, schlechter behandelt vor der Justiz?

Werner Tomanek

Nein, nein, ich würde es schlechter behandeln. Also das ist ja schon lange her. Diese Zeit, es war die alte Zeit und das ist circa 10-12 Jahre her, über die zwei Klassenjustiz, die gibt es jetzt noch immer, aber das ist halt anders. Also es gibt einen Promi-Bonus nicht mehr.

Weil es haben sich da keine sozialen Medien damals gegeben und da hat diese Hinrichtungen durch Greti und Pleti, jeder hat sofort alles geschrieben und unter dem Schutz der Anonymität publizieren dürfen. Was eh dem, der wirklich das war, der das unterstellt, der unterstellte Betrag auf der Seite geblieben ist und der es nicht einmal in U-Haft, nein, das hält ja auch noch aus oder was.

Also gut, herbei mit einem Dreier gibt es mir einen Vierer, das mache ich auf einer Rasierklinge. Also ganz einfach, das mache ich ganz leicht, im leichten Sinne, also auf der Türschnalle oder so, da mache ich mir einen Orthopäd, sagen die immer. Also Dreier, Vierer, wenn ich ein paar Millionen auf der Seite habe, da gebe ich es an den Anwalt oder den Gutachter, da mache ich das und tschüss. Habe lauter Freunde im Hefen.

Aber es macht keinen Sinn, solche Prozesse in die Länge zu ziehen. Wo wird die Reputation besser, die Bonität bei der Bank besser? Erstaunlicherweise war das richtig großes Gichtumchen über die angeklagten und verurteilten Prominenten. Die haben es durchwegs geschafft, doch wieder sogar nach Amerika einreisen zu dürfen, trotz Vorstrafe. Nicht einmal, was an Joint graucht hast mit zwölf Jahren, darf der Prinz einreisen. Da gibt es schon mehrere verschiedene Rechtssysteme, anscheinend.

Michael Nikbakshsh

Ich könnte mir vorstellen, wenn jemand zu Ihnen kommt, um sich anwaltlich vertreten zu lassen und tatsächlich berechtigterweise ein Problem hat, wird eine der ersten Fragen sein, was erwartet mich an Urteil? Jetzt haben Sie vorhin gesagt, früher konnte man sich das relativ leicht ausmachen, heutzutage geht das nicht mehr so, was sagen Sie dann?

Werner Tomanek

Nein, die Erwartungshaltung ist einfach, ich verspreche jedem, dass ich selber hinkomme. Ja, und dass er damit eh einmal in besten Händen ist. Und wenn ich sage, es geht nicht, dann geht es wirklich nicht. Also ich spare irgendwo zu einem, zu gehen, der eine Therapie verspricht bei einer Grundstoffdrohung von fünf Jahren. Nein, das geht einfach nicht.

Aber die gibt es auch, aber ich sage, pass auf, wenn Sie jetzt auf das und das Programm fahren und Sie wollen auf nahe das Urteil haben, sage ich, dann gehen Sie dort hin, das verspreche ich, mache ich nicht. Aber alles andere ist in Aussicht zu stellen, Dinge, die sich, weil so viele Inpub und Therapilien in einem Verfahren stecken, wo Zeugen sind, wo ich nicht weiß, was die tun, wo auf einmal neue Fakten dazukommen, wo nicht fertig ermittelt ist, nicht fertig übersetzt ist, nie im Leben never ever, wer das tut, ist wirklich ein Scharlatan.

Ich sage, pass auf, Sie haben mich mitgenommen, Sie sind in besten Händen, ich mache das so lange, ich mache nichts anderes, ich habe tausende Strafprozesse geführt. Also wenn wer weiß, was ich noch sage, dann wenn ich ja sage, ist ja, wenn ich sage, nein, es geht nicht mehr, Sie sind am Limit, Punkt, bitte umgeht diesen Namen. Ich kann versuchen, dann wenn ich kann versuchen, Sie schmerzfrei durch die Strafhaft zu begleiten und dort weiteres Sie weiter zu managen, was ja viel wichtiger ist. Das ist der, der völlig übersehen wird, das Leben nach dem Urteil, da sollte man das als Strafverteidiger nicht nicht vernachlässigen, sich damit und mit den derzeitig sehr dynamischen Änderungen, die sehr unübersichtlich sind im Übrigen, zu beschäftigen, wo Sie nicht einmal Vollzugsrichter auskennen noch. Am Rande nur bemerkt.

Stefan Kaltenbrunner 

Wenn wir zurück ins Gericht, Sie sind jetzt mit Ihren Klienten vor Gericht, Sie halten eine Plädoyer, wie bereiten Sie sich das vor, ist das mehr Show oder ist das einfach, kommt das bei Ihnen aus dem Bauch heraus?

Werner Tomanek

...., eine Show. Also für eine Show, also dass ich den da vorne absichtlich eine Show mache. Und wenn er eine Show macht, dann macht er es unabsichtlich, da muss sogar ich oft lachen. Ich habe ihm vor der Tür noch gesagt, was er sagen soll, es war nicht so schwer. Und auf das sind auch alle da drinnen schon vorbereitet, wenn der eine kommt, und der schafft das nicht unfallfrei zu wiederholen. Ist das schon eine unabsichtliche Show, die aber keiner merkt, weil es ist eh keine Öffentlichkeit, das sind ja nur seine Hinterbliebenen, also seine Angehörigen da hinten, die Brennsteiner, und die wollen ja, dass erein bisschen herumhampeln. Aber eigentlich sollte da keine Überraschung sein, außer er liefert es selber, dann wird es deswegen eine Show, weil dann muss ich halt einen Schlaganfall simulieren oder Sauerstoffmangel und ich brauche Unterbrechungen, ich brauche, weil der is falsch abbogen. Was war schwer? Und das wird geschätzt und belächelt und das lässt auch jeder durchgehen, weil jeder weiß, ich bin ein armer Sau in dem Moment.

Sag ich, glaubst du, es wirklich, hat jemand mein Geld leicht? Ja, ich habe es eh gesagt, was. Ich habe gesagt, ich brauche acht Minuten für die Verhandlung, keine schweren Sätze. Und dann frage ich an Schulbildung und er sagt, drei Jahre Volksschule in in Banjaluka. Sag gut, was erwarte ich? Bitte keine Schachtelsätze, keine schweren Wörter und nicht, was haben Sie sich denn, bei wen war ich da? Ich sage, was habe ich mir dabei gedacht? Gar nichts, weil ich ein Trottel bin, Punkt, keine weiteren Antworten. Ganz leicht, was war ein Motiv? Tapern. Antwort war schon vorgegeben. Naja, eigentlich wollte ich, nein, nicht für die Krebskranke, Oma, bitte nicht, bitte nicht, bitte nicht. Die haben wir schon überschrappaziert, lass bitte die Oma in Ruhe. Sie hat ja dort schon alles weh. Und das sind Dinge, die sind nicht beherrschbar.

Und das ist aber nicht meine Show, das ist zwar in Wirklichkeit echt eine Show auch für mich, muss ich aufpassen, wenn ich mir selber, abhaue, weil ich habe ja das Geld schon, wenn wir dazu immer sind. Aber es ist leider eine Show unter Ausschluss der Öffentlichkeit, weil es war echt sehenswert, was ich da mitmache. Und das schauen wir ja schon zu, da welche, das sind, ich nehme ja schon oft eigene Mitarbeiter als Zeigen mit, und ich bin zu ihm gesagt, der Jugo kann nicht gescheit Deutsch, sage ich, er soll einfach das machen und nur Fragen beantworten von oben, vom Gericht und von mir, die fahren nach Linz, und ich habe geglaubt, der verlobt sich mit der Staatsanwältin. Der draht mir einen Rucken zu, war ein Recht, war wirklich, muss ich ehrlich sagen, landschaftlich hätte ich dir eine Chance gegeben, aber der Trottel hat es im Text nicht gemerkt.

Die haben mit dir geredet, also die haben schon gelacht, wenn ich da hinten hätte, ich habe gerade das Signalraketen angeschossen habe. Das Gericht, die haben alle gewusst, was ihr eigentlich mit dem Briefing war, aber der hat anscheinend die Hormone auf einmal, weil es lange am Schmalz schon war, das ist doch, hä, sag ich, Frau Staatsanwältin, jetzt lass uns meinen Mandanten in Ruhe sehen, wir haben eh schon geredet. Ja, lassen Sie doch, lassen Sie doch, der fühlt sich wohl gerade. Sag ich, ich weiß aber ned, wenn er nicht bei ihnen in guten Händen ist gerade. Es ist eh da gut ausgegangen, aber es ist eine Show, nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Und das ist eh, da habe ich tausende solche Sachen, da kann ich ja papperlapapp, da kann ich ja oben nicht fühlen. Ich brauche immer, muss ich immer nur umblattln meine Sammlung, gesammelte Werke aus den Zeitungen, aus den 90er-Jahren, 00er-Jahren das ist ja was, da Sachen passiert sind, bin ich unfassbar. Das fällt mir aktiv gar nicht ein, mir fällt aktiv nicht mehr ein, wie man ein Auto parkt, eigentlich ja.

Stefan Kaltenbrunner
 
Herr Tomanek, Sie waren ja nicht nur einmal beschuldigt, wie Sie damals verhaftet worden sind bei dieser Rotlichtparty, sondern Sie sind auch,  es hat einen einen Fall gegeben, wo Ihre Wohnung angezündet worden ist, wo Sie verdächtigt worden sind, dass Sie einen Versicherungsbetrug gemacht haben. Dann hat es noch...

Werner Tomanek

Nein, angeklagt, also gar nicht. Nein, einmal gesperrt, ja, kaum mal gesagt, lauter Trottel sogar, die Kammer, das ist ein bisschen misstrauisch nochmal.

Stefan Kaltenbrunner

Dann wurden Sie einmal beschuldigt, dass Sie Drogen ins Gefängnis geschmuggelt hätten und hätten...

Werner Tomanek

Das war lustig, die habe ich nicht einmal vertreten, aber ich meine, mir schmeichelt der Gedanke eh, aber erstens, wenn die mich erwischen, habe ich sowas falsch gemacht. Das hat einer immer gesagt, heast jetzt des könntets noch so lange probieren, in dem Moment, wenn ich was mache und er erwischt mich, gerne Pension.

Stefan Kaltenbrunner 

Aber meine Frage zielt darauf...

Werner Tomanek

Ich mache eh nichts, aber es war nur wegen der Challenge, wegen der Challenge war. Es war nur wegen der Challenge.

Stefan Kaltenbrunner 

Aber meine Frage zielt darauf, wie gefährlich lebt eigentlich ein Anwalt? Also es gibt sicher irgendwelche Klienten, die sagen, der hat mich schlecht verteidigt, da möchte ich mich, der Rache ist süß.

Werner Tomanek

Ja, ich habe drei Ordner mit Drohbriefen in der Kanzlei. Lustig, also ich meine, ich sammle das, ich habe das schon vor der Wohnung abfackeln, weil ich habe immer in die falsche Richtung hätte ich geschossen. Das ist am Rande, weil ich hätte immer, ehrlich, ich hätte immer gesagt, nein, suche deine Feinde im Schatten deiner Hütte so und so, gar nicht so blöd, aber in meiner Hütte leben so viele im Schatten, die und Trapaten, die ich mitgezäht habe und ich geholfen habe, weil ich gedacht habe, das wird doch nicht wirklich, auf das käme ich nicht, und wenn man über das nachdenkt, muss man Notar werden oder Beamter.

Stefan Kaltenbrunner 

Das heißt, es gibt aber die Bedrohungen laufend, wenn es drei Aktenordner hat, aber wer uns das wäre, sie bedroht?

Werner Tomanek

Ja, das heißt, mit dem kann man, und das ist irgendwie, das hält eh die Reflexe wach, weil der Inspektor Clouseau oder die Kato dazu, jetzt nicht Kato, ja, das muss man aufpassen.

Aber es ist, erstens einmal wissen Sie, dass ich relativ wenig reflektiere auf so Drohen, wer droht macht eh nicht. Gefährlich sind die, die nicht weiß. Und das war damals der Fall, ich wusste nicht, von welcher Seite das kommt, und deswegen habe ich eine gewisse Awareness gehabt.

Stefan Kaltenbrunner 

Sie meinen diesen Wohnungsbrand, ne?

Werner Tomanek

Ja, da habe ich nicht gewusst, die falschen Seiten, die also da hätte ich den falschen Menschen fast Unrecht und wehgetan tun lassen.

Stefan Kaltenbrunner 

Ist das jemals aufgeklärt worden?

Werner Tomanek

Ja, klar, das verurteilt wurden alles, die Täter und und und vor allem die nicht der Nicht-Täter und alles, aber nie ausdiskutiert, aber das darf man ja nicht.

Michael Nikbakshsh

Stichwort Drohschreiben, womit genau sind die Leute denn unzufrieden?

Werner Tomanek

Mich bedrohen ja Leute, die ich nicht einmal verteidigt habe, das ist lustig. Mich bedrohen Leute, also die, die nicht gezahlt haben, bedrohen mich ja nicht, die reden nur deppad. Aber mich bedrohen Leute, also mir schreiben garstige Briefe, so weil ich diese Kryptogramme entziffern kann, das ist noch schlimmer als Polizeiniederschriften, früher ohne Rechtschreibprogramm.

Ich meine, was will man der sagen? Da merke ich aber immer gleich, ich habe beim Joker zum Beispiel nicht lachen können, das habe ich mir angeschaut mit einer Bekannten, und da schreibt ein Joker, wie er so verzweifelt ist, einen Brief, und immer wann was angeht, Unrecht, und ich meine, hallo, das habe ich gestern gekrigt, in kalligrafischer Schrift, so ekel, so hör, da habe ich hundert liegen, Unrechtsurteile, und zum Schluss steht immer, Gall und Edelsteiner, eines Tages bin ich im Gefängnis, kann nicht zahlen, und du bist schuld, dass ich da sitze, weil du hast dem gesagt, dass ich gegen mich aussage, ich mein, wer ist denn das schon wieder.

Das heißt, da sitzen im Knast welche, die sagen, ich habe gegen die ausgesagt, oder Tomanek hat gesagt, oder Urteil ausgemacht, ich grig weniger war ich wegen dir das sage. Nein, wie soll man da wissen, wer auf einen sauer ist, glauben Sie, merkt man den ....namen? Und das schreiben dann deppert, aber die Droher sind ja, die Droher sind eh eh Wurst, aber es summiert sich über die 30 Jahre, da kommt schon ein bisschen was, sagen wir allein, ist ja rein stilistisch, autografisch, und die Art der Drohungen im Laufe der Zeit, drei Ordner, glaube ich, habe ich.

Michael Nikbakshsh

Sie waren Ihre Karriere lang als Einzelanwalt tätig, warum eigentlich nie im Team?

Werner Tomanek

Ich schau, ich bin erstens mag ich ja keine Leute. Und Recht habe ich auch gern, es geht ja nur, wenn du allein bist. Das ist auch die Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Anwalt, ist man, will Leute nicht, und man hat gern Recht zum Schluss, kostet es, was es wolle, und die anderen, das kannst du nicht machen, kannst du nicht machen, sei ein bisschen lieb, weil der Richter ist so ein böse, gibt so eine Kollegin oder Kollegen, sag ich, nein, der Richter, hör auf jetzt, sag ich, der Richter würd uns morgen am liebsten einsperren, verstehst du, denn wir sind für die alle Komplizen von den Bücher. Wir sind nicht die Wahrer des Rechtsstaates, wir sind für die Komplizen von den Verbrechern.

Michael Nikbakshsh

Wer ist jetzt, verzeihung, wer ist jetzt wir?

Werner Tomanek

Verteidiger. Wir, Hauptberuf, wir Strafverteidiger, die das ernst nehmen. Und im Bedarfsfall auch Ärger machen und sich nichts gefallen lassen, nicht die im Mast daran des Gerichtes, nein, das kannst du nicht machen, und also, wenn ich sage, nein, dann ist es nein, und dann auf biegeb und brechen, und wenn der böse ist, ist er halt böse, weil er morgen was braucht, ist er wieder leben, und wenn er übermorgen mich einsperren kann, sperrt er mich morgen ein, das ist so. Das habe ich ein paar Mal erfahren, und wie gesagt, da habt ihr falsche Berufswahl.

Michael Nikbakshsh

Aber heißt das jetzt, dass das Verhalten vor Gericht doch bestraft oder belohnt wird, je nachdem?

Werner Tomanek

Ich bin zufrieden damit, meine Mandanten auch, eigentlich habe ich nicht Klage über den Zustand nach wie vor, und je älter ich werde zur Beruhigung aller, ich werde nicht angenehmer im Alter.

Stefan Kaltenbrunner 

Aber wie würden Sie sich selber beschreiben vor Gericht?

Werner Tomanek

Eigentlich habe ich nie Bedürftige. Aber am Anfang, also ich fange ja nie an, ich gebe jedem eine Chance, und ich setze es auch voraus, dass das allseitig der Konsens wäre, und dann kommen unvorbereitete Burschen und Mägde, meiden daher und sagen, nein, wir machen das anders, und sag ich, ernst, ja, drei Jahre Volksschule in Banjaluka, was habe ich gesagt über die schweren Wörter?

Ja, da muss ich mich leider einmengen, diese Arroganz des akademischen der Herkunft aus der katholischen Privatschule, noch alleine noch in Wirtshaus gewesen und in Floridsdorf einen Dolmetscher brauchen, nicht besser.

Da muss ich mich einmischen. Das ist eine Demütigung sondergleich, wenn man im früher hätts Plusquamperfekt geheißen mit der hätten Sie daher oder so Konjunktiv, sag ich, was, was darf ich das übersetzen?

Ich habe einmal gesagt, der hat an einem Sehfehler gehabt. Ja, also pass auf, ich kann nicht kurz, darf ich kurz, hat der geschergelt, ja. schergeln kann man nicht sagen.

Sag ich, der hat geschergelt. Dann ist der Scherglerte reingekommen, der hat geschergelt, sag ich. Sag ich, wie sagen wir jetzt zu ihm ? Sag ich, schergelst? Sagt er na sicher schergel ich

Sag, hallo, ich habe nicht mal gewusst, dass schergeln inkorrekt ist. Ja, was muss ich noch machen? Silberblick, soll ich sagen? Silberblick ist auch ganz schlecht.

Nein, hab ich gesagt, Silberer, der hat einen Silberer. Versteht auch wieder nicht, das Mädchen nicht aus Sacre-Coeur.

Entschuldigung, ich wollte jetzt niemand, ich weiß nicht, wie viele dort waren, aber sicher geht davon aus, dass keiner von den Jungs dort war.

Michael Nikbakshsh

Haben Sie eigentlich standesrechtlich nie ein Problem gekriegt?

Werner Tomanek

Nein. Es gibt sogar standesrechtliche Prüfungsfragen, die mit mir noch benannt sind.

Michael Nikbakshsh

Zum Beispiel?

Werner Tomanek

Weiß ich nicht. Das haben mir ehmalige Mitarbeiterin vielleicht anwesend gesagt, das ist gerade da. Ich glaube sogar, da ging es um diese katholische Privatschule, das ist aber eine Geschichte, die im Standard gestanden ist, Tomanek sagt, dass diese alle, also ja, die auf der Eiernockerlwiese aufgewachsen sind, in Wirklichkeit einen Dolmetscher brauchen, ob das standeswidrig ist oder nicht, und da hat dann, da hab ich nicht gewusst, dass ich da ein Disziplinar, ich hab das schon durcheinandergebracht eine Zeit lang.

Das Gott sei Dank dann so ein Dohr gekommen mit so einem bunten Janker und sagt, die haben mich dann angegessen mit Wunderlichkeiten, aber ich habe gesagt, ist das standeswidrig, das freie Meinungsäußerung, sag ich, dann hat mich einmal einer angezeigt, ein Staatsanwalt hat mich angezeigt, wegen einem Plädoyer, weil ich gesagt habe, das ist in Farben, das ist unglaublich, das gibt es in Uganda, in Ruanda, Burundi, ausschaltet alle Rechte.

Die haben mich angezeigt und die haben über Verhandlung gehabt wegen dem Scheißdreck. Da habe ich gesagt, pass auf, machst du, machen wir einmal in einem Jahr einen gesammelten Termin, schickst du mir einen Kostenvorschlag, ist mir zu deppad.

Dann habe ich einmal einen Mitarbeiter ich hoff der ist da, der Leo Kretschik, der den Hochegger vertreten und wenn er da ist, big hand for erm, den habe ich hingeschickt, sag ich, pass auf, geh hin, mir ist des jetzt z´deppad, ich habe vier neuche Verfahren sitzen,, wenn ich dort hingehe. Geh hin, dann hat mein Eicher gesagt, du musst dort hingehen, die fühlen sich ein bisschen missachtet, wenn du den Konzipenten hinschickst. Sag, was kriegens fürs Jahr, weil das ist mir zu blöd schon langsam. Wegen nichts. Was mache ich? Stehle niemand was? Ich tue nichts, ich tue nicht sexistisch sein, ich sage nichts, was nicht mehr, also jedenfalls so.

Also ich sage schon Sachen, ich gebe mir oft Mühe, dass ich mit einem Satz möglichst viele Leute auf einmal beleidigen kann, das stimmt schon.

Stefan Kaltenbrunner 

Aber ist der Werner Tomanek schon ein bisschen aus der Zeit gefallen?

Werner Tomanek

Oder was?

Stefan Kaltenbrunner 

Aus der Zeit gefallen, als Anwalt?

Werner Tomanek

Jetzt haben wir noch Zeit genug. Ich habe die 80er Jahre überlebt, ich habe Zeit genug.

Stefan Kaltenbrunner 

Nein, aber es ist doch komplett anders, wenn Sie sagen, die Staatsanwälte...

Werner Tomanek
Ja, da sind die Anderen aus der Zeit gefallen aber nicht ich. Ich bin ja zeitlos. Des ist wie der Yoda.

Michael Nikbakshsh

Aber Sie haben es ja selber festgestellt, es hat sich was geändert, also diese.

Werner Tomanek

Ja, die müssen ein bisschen sich anpassen, die Kinder.

Michael Nikbakshsh

Die Kinder werden es jetzt wahrscheinlich anders sehen, also ich gehe fest davon aus, dass die dazu.

Werner Tomanek

Ja, weils pragmatisiert sind.

Michael Nikbakshsh

Aber wie kommt der einer wie Sie tatsächlich noch zurecht? Ich meine, die Welt hat sich weitergedreht. Es wurden Begriffe erfunden wie Compliance zum Beispiel.

Werner Tomanek

A wo?

Michael Nikbakshsh

Ja.

Werner Tomanek

Ja, ich habe erst seit vor zwei Monaten, ich kenne es, kenne ich das Wort Empathie. Ich sage, was habe ich nicht?

Jetzt fragt er mich Compliance wieder, ist das das mit Einladen von den Richtern zum Mittag?

Ach so. Aber dann mache ich es nicht mehr. Aber wobei, die haben ja nicht reklamiert. Die haben gesagt, nicht, dass einer zuschaut. Das ist Compliance oder Komplizenschaft, das verstehe ich.

Stefan Kaltenbrunner 

Ja, aber das war ja meine Frage jetzt. Ist es eine andere Zeit, in der Sie sich noch zurechtfinden konnten?

Werner Tomanek

Die tun mir leid,  Die in der anderen Zeit, die tun mir leid, wir haben viel mehr Hetz gehabt damals.

Stefan Kaltenbrunner 

Herr Tomanek, wir kommen zum Schluss und wir müssen noch ein bisschen über die Figur reden. Wir müssen jetzt, wir können noch ein bisschen länger haben.

Werner Tomanek

Nein, nein, nein, ohne so, ohne nicht.

Stefan Kaltenbrunner 

Ich möchte noch ein bisschen über die Figur Werner Tomanek reden, und interessanterweise sind Sie ja auch eine Romanfigur, und zwar sind Sie ein sehr guter Freund von Thomas Glavinich, sehr bekannt.

Und im Jonas-Komplex sind Sie verewigt. Wie kam es zu dieser Freundschaft, besteht die Freundschaft heute noch, und es gibt einen Artikel, wo der Thomas Sie als seine Muse bezeichnet.

Werner Tomanek

Ach ja, ja. Es war eine sehr amüsante, lustige Zeit, und ich bin wirklich sehr gut mit ihm befreundet. Eigentlich, er hat, ich habe versucht, aber wirklich dann aus diversen Miseren zu helfen, wo er resistent war, aber da will ich nicht mit, weil es sehr privat ist, nicht darüber ausbreiten, aber das hat sich ein bisschen aufgelockert, der Kontakt.

Ich habe dann noch mehr gemeinsam mit gemeinsamen Freunden, wie dem David Schalko oder so, getroffen, weil ich gesagt habe, pass auf, ich pock das nicht, der ist, der gilt mir, dass ich das Problemkind bin und nicht er. Aber es war so, wie es, wenn man so sagt, Fear and Loathing Las Vegas, und dann habe ich erst kapiert, Dr. Gonzo, die Figur des Anwalts, anhand des Thompson-Roman, und das haben wir uns auch gemeinsam angeschaut, da haben wir lustigen Onkel, hab ich gesagt, um Gottes willen, sag, bitte hör auf, das muss ja jetzt nicht sein. Aber es war eine Zeit.

Stefan Kaltenbrunner 

Ihr wart es gut befreundet, ihr wart es gemeinsam auf Urlaub, ihr wart es jahrelang an.

Werner Tomanek

Ja, ja, es waren so Dinge, die ja nicht geeignet sind für irgendwelche Vorträge, wir hatten viel Spaß.

Michael Nikbakshsh

Ich möchte noch was, ich möchte noch was fragend einwerfen. Wie?

Werner Tomanek

Du nichts einwerfen, bevor du mich fragst. Deswegen habe ich mich, glaube ich, schon auseinandergelebt.

Michael Nikbakshsh

Warum? Weil Sie da Expertise haben, wahrscheinlich, oder?

Werner Tomanek

Nein, nur nichts einwerfen, ohne vorher mich zu fragen, bitte, wie ich nicht beibocktext.

Michael Nikbakshsh

Sag ich, Expertise. Lassen Sie uns noch ein bisschen über Ideologie und Politik reden. Was verrät die Wahl der Mandanten über die ideologische Ausrichtung des Anwalts? Sie haben ja ein paar Rechtsextreme auch verteidigt in der Vergangenheit. Was erzählt das über Sie?

Werner Tomanek

Das heißt, dass Linksextreme nicht verboten sind. Da tut man sich leicht, wenn die verboten, dann tät ich´s auch verteidigen. Es gibt ja kein Trotzkisten-Lenisten, Maoisten, Stalinisten, Verbotsgesetz, sonst würd ich die auch verteidigen. Also ich habe da keine Befindlichkeiten, weil die sind, die fragen mich wieder, wie kann ich Drogenhändler vertreten, aber immer, wenn irgendwas im Widerspruch zum rechtsstaatlichen Empfinden von mir steht, wie Gesinnungsdelikte im Allgemeinen, wir sind auch religiöse Befindlichkeiten Fremder, die uns wegen seiner sexuellen oder religiösen Ausrichtung verfolgen, der ja auch ganz schön auf die Barrikaden geht.

Stefan Kaltenbrunner 

Dann würde ich vorschlagen, Herr Tomanek, wir sind schon über der Zeit, dass wir uns herzlich bedanken bei Ihnen für die Zeit.

Werner Tomanek

Herzlich bedanken.

Stefan Kaltenbrunner

Herzlich bedanken.

Werner Tomanek

Habe ich es richtig gehört?

Stefan Kaltenbrunner 

Wir können uns auch zärtlich bedanken, aber das machen wir dann draußen.

Werner Tomanek

Ja, aber doch, hallo, ich hab gedacht ich bin im Wirtshaus.

Stefan Kaltenbrunner 

Ich glaube, es war sehr erhellend.

Werner Tomanek

Ja, nein, Schauns. Franky goes to Hollywood wir zwei.

Stefan Kaltebrunner

Es war sehr erhellend, wir bedanken uns bei Ihnen für das Kommen.

Werner Tomanek

Erhellend, ja.

Stefan Kaltenbrunner 

Und kündigen gleich unsere nächsten Proseminare an, vielleicht Nik, du hast die Daten.

Michael Nikbakhsh 

Ja, ich habe die Daten, aber nur im Kopf, ich habe es mir nicht aufgeschrieben. Am 28. Februar kommt Michael Dohr und der Abend steht im Zeichen, ein Freund von Ihnen, oder?

Werner Tomanek

Ja, also seits den gibt, kann man mich vergessen. Wie ich die Tisch sehe, sitzt hier der Dohr vor mir.

Stefan Kaltenbrunner 

Das ist das Stichwort, wir sprechen, wie viel Show braucht es vor Gericht. Dr. Michael Dohr ist ja sehr bekannt für seine sehr bunten und grellen Anzüge.

Werner Tomanek

Cavali, bitte alles, ich lege Wert darauf, Cavali, es ist nicht einfach irgendwas, es ist Cavali.

Stefan Kaltenbrunner 

Ein sehr teurer Anzug. Am 14. März kommt die Frau Magister Meier, junge Anwältin, mit der wir mal sprechen, wie es jungen Frauen geht vor Gericht, ob es MeToo vor Gericht gibt, Entschuldigung, und wie viel Hass, Hetze und Morddrohungen Anwältinnen, vor allem Frauen, aushalten müssen. Und dann haben wir noch den 28. März.

Michael Nikbakhsh 

Am 28. März Johann Pauer, der unter anderem Heinz Christian Strache vertreten hat, der uns erklären wird, wie man Politiker vor Gericht vertritt.

Stefan Kaltenbrunner 

Das heißt, sollten Sie Zeit haben und Lust haben, wir würden uns freuen, wenn wir Sie auch Ende Februar und im März begrüßen dürfen. Dürfen wir uns herzlich bedanken für heute Abend, Herr Tomanek, herzlichen Dank, zärtlichen Dank. Wir wünschen Ihnen noch einen schönen Abend.

Michael Nikbakshsh

Danke.

Autor:in:

Redaktion Die Dunkelkammer

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