Ganz Offen Gesagt
Wie gelingt ein digitales Leben im Alter? - mit Edith Simöl

Österreich wird älter – und gleichzeitig digitaler. Während immer mehr Bereiche des Alltags online stattfinden, stellt sich die Frage, wie digitale Teilhabe für eine Gesellschaft gelingen kann, die immer älter wird. In dieser Folge spricht Anna-Lisa Bier mit Edith Simöl, Leiterin der Servicestelle Digitale Senior:innen, über digitale Bildung, die Herausforderungen einer zunehmend digitalen Gesellschaft und die politischen Maßnahmen, die es braucht, damit niemand von der Digitalisierung ausgeschlossen wird.

Edith Simöl
Ich glaube, das Schwierigste für die älteren Menschen ist diese massive Überforderung, es ist zu viel, ja? Also die einzelnen Kompetenzen können erlernt werden, man kann da gut hineinwachsen. Es ist kein Hineinwachsen von heute auf morgen, es braucht seine Zeit, das muss man auch wirklich betonen. Es ist falsch zu sagen: "Machen Sie 3 Stunden einen Workshop und dann sind Sie digital fit." Also das möchte ich wirklich stark betonen: Es braucht seine Zeit.
Anna-Lisa Bier
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von "Ganz offen gesagt", dem Podcast für Politikinteressierte. Mein Name ist Anna-Lisa Bier und ich freue mich, dass ihr wieder eingeschaltet habt. Die österreichische Bevölkerung wird zunehmend älter. Seit 2021 leben in Österreich mehr Senior*innen als Kinder und Jugendliche unter 20 Jahren. Anfang 2026 waren rund 1,9 Millionen Menschen in Österreich über 65 Jahre alt. Das ist etwa jede fünfte Person. Und gleichzeitig wird unser Alltag immer digitaler: Amtswege, Bankgeschäfte oder Gesundheitsleistungen finden zunehmend online statt. Was bedeutet das für die ältere Generation, die ohne Smartphones und Internet aufgewachsen ist? Und wie kann digitale Teilhabe für alle Altersklassen gelingen, wenn der Einsatz von künstlicher Intelligenz, der technologische Fortschritt und zunehmende Betrugsmaschen unseren digitalen Alltag immer komplexer machen? Und welche Verantwortung tragen die Politik und wir als Gesellschaft, damit niemand von der Digitalisierung ausgeschlossen wird? Darüber spreche ich heute mit Edith Simöl, der Leiterin der Servicestelle digitale Senior*innen.
Anna-Lisa Bier
Sehr geehrte Frau Simöl, herzlich willkommen bei "Ganz offen gesagt". Schön, dass Sie da sind. Zu Beginn jeder "Ganz offen gesagt"-Folge steht die Transparenzpassage, für die wir zwei Fragen beantworten. Zuerst ist da die Frage, woher wir uns kennen. Das kann ich gleich beantworten. Der erste Kontakt kam durch meine Interviewanfrage an Sie. Und dann kommen wir schon zur zweiten Frage: Sind oder waren Sie jemals für Parteien oder deren Vorfeldorganisationen tätig?
Edith Simöl
Ich war im Rahmen meiner Selbstständigkeit bei der Grünen Wirtschaft Niederösterreich, bin aber nicht mehr selbstständig, bin auch da nicht mehr aktiv.
Anna-Lisa Bier
Okay, perfekt. Dann vielen Dank für die Transparenz. Sie sind nämlich mittlerweile Leiterin der Servicestelle digitale Senior*innen, über die wir heute sprechen werden. Viele Menschen denken bei diesen ganzen Thematiken der Digitalisierung zuerst an die junge Generation. Warum ist es wichtig, dass wir hierbei auch an ältere Menschen denken?
Edith Simöl
"Warum nicht?" ist die erste Rückantwort. Ja, weil natürlich ältere Menschen auch ein Teil der Bevölkerung sind und wir über, wenn wir über digitale Kompetenzen und Digitalisierung sprechen, natürlich diese auch brauchen, um an der Gesellschaft teilzunehmen, am Leben teilzunehmen und speziell in der älteren Zielgruppe damit auch lange selbstständig sein können. Also es bringt einen großen Nutzen für diese Zielgruppe.
Anna-Lisa Bier
Was macht die Servicestelle denn jetzt genau?
Edith Simöl
Die Servicestelle digitale Senior*innen unterstützt Bildungseinrichtungen, Trainer, Trainerinnen und alle Personen, die in der digitalen Seniorenbildung tätig sind. Das heißt, wir machen keine Workshops direkt für die Zielgruppe, sondern für die Multiplikator*innen. Wir haben einerseits Ausbildungslehrgänge, wo wir eben speziell darauf Wert legen, dass die Trainer und Trainerinnen sich eben wirklich mit den älteren Menschen und wie sie lernen, was sie auch brauchen, auseinandersetzen. Das unterscheidet sich deutlich von Trainer, Trainerinnen, die in der beruflichen Phase unterrichten. Dann haben wir einen großen Pool an Materialien, die frei verfügbar sind auf der Webseite. Einerseits sind das Materialien, die im Kurs oder auch im Einzelcoaching verwendet werden können. Gleichzeitig können da aber auch Senior*innen sich Informationen holen. Und damit die Senior*innen auch wissen: "Ah, diese Person, die weiß genau, wie es mir geht und wie ich am besten lernen kann", gibt es auch ein Gütesiegel. Das heißt, wir haben einerseits ein personenzentriertes Gütesiegel für Trainer, Trainerinnen, aber auch für Bildungsangebote. Ja, und zwischendurch vernetzen wir die ganze Community in Österreich, eine sehr kleinteilige ist, aber auch eine sehr aktive. Und ja, eine meiner Lieblingsarbeiten ist Öffentlichkeitsarbeit, um darauf aufmerksam zu machen, dass das ein wichtiges Thema ist und dass wir über unsere Altersbilder gut nachdenken müssen, wenn wir glauben, dass die Älteren mit Digitalisierung nichts anfangen können.
Anna-Lisa Bier
Ja, genau. Also ich meine, Österreich wird immer älter vom demografischen Wandel her, wir werden aber auch immer digitaler. Was bedeutet denn dann überhaupt digitale Kompetenz für Sie?
Edith Simöl
Also wir unterscheiden hier, wir sprechen oft von digitalen Alltagskompetenzen. Also es ist nicht das Ziel, dass Senior*innen ihren Computer, ich sage jetzt mal, auseinandernehmen. Es geht darum, dass sie auch die Möglichkeiten der digitalen Welt nutzen können, und zwar ganz spezifisch für ihren Alltag. Die großen, ich sage jetzt mal so, die Grundkompetenzen sind natürlich Kommunikation im digitalen Raum. Das haben wir ja ganz stark auch gesehen: Corona, Kommunikation mit der Familie, in Kontakt bleiben. Das andere ist wirklich, sich auch Informationen zu holen. Also wirklich, wie finde ich Informationen? Daran anschließend sofort die Bewertung der Information, also was kommt mir in der digitalen Welt entgegen. Und dann haben wir natürlich das große Thema sichere und verantwortungsvolle Verwendung des Internets. Also großes Thema: Betrugsfallen, wie gehe ich damit um? Das ist jetzt nicht so ein Thema, mit dem man sich so gern auseinandersetzt, aber das gehört zu den digitalen Alltagskompetenzen, dass ich weiß, nicht alles, was mir im Internet entgegenkommt, ist wahr oder seriös.
Anna-Lisa Bier
Was würden Sie sagen, was von diesen Kompetenzen den älteren Menschen in Österreich am schwersten fällt?
Edith Simöl
Ich glaube, es ist, also von den Kompetenzen, ich glaube, das Schwierigste für die älteren Menschen ist diese massive Überforderung, es ist zu viel. Also die einzelnen Kompetenzen können erlernt werden, man kann da gut hineinwachsen. Es ist kein Hineinwachsen von heute auf morgen, es braucht seine Zeit, das muss man auch wirklich betonen. Es ist falsch zu sagen: "Machen Sie 3 Stunden einen Workshop und dann sind Sie digital fit." Also das möchte ich wirklich stark betonen, es braucht seine Zeit. Aber ich glaube, dieses zu viel, ja, jeden Tag gibt es neue Betrugsfälle, jeden Tag hört man andere Botschaften, die verunsichern. Und das zu selektieren, ist das etwas, was mich in meinem digitalen Alltag betrifft? Betrifft mich das überhaupt in meinem Leben hier? Ich glaube, das sind die größten Herausforderungen, abgesehen von Updates bei den Geräten.
Anna-Lisa Bier
Ja, gut, das ist was anderes. Ich habe nämlich auch mit meinen Großeltern vorhin gesprochen und die haben genau das gesagt, liebe Grüße an der Stelle. Sie haben genau das gesagt, dass es so schnelllebig ist und dass die Updates, kaum stellt man sich auf das eine Update ein, kommt schon wieder das nächste. Ich habe auch eine Studie mitgebracht, nämlich im Auftrag der RTR, da geht es um die Digital Skills Austria 2026, und die hat Anfang des Jahres erneut analysiert, wie es um die digitale Handlungsfähigkeit der österreichischen Online-Bevölkerung steht. Und ein zentrales Ergebnis der Studie ist, dass viele Menschen ihre Fähigkeiten überschätzen. Also während sich viele Befragte für kompetent halten, zeigen Tests, dass die tatsächliche Erkennungsleistung häufig nur durchschnittlich ist. Wie nehmen Sie diese Einschätzung bei Senior*innen wahr?
Edith Simöl
Genauso wie bei der Gesamtbevölkerung. Also wir machen da keinen Unterschied. Das ist auch etwas, was sehr häufig passiert, dass man glaubt, Senior*innen funktionieren anders. Wir haben eher mit dem Altersbild zu kämpfen, dass die Senior*innen gar nicht digital fit sind. Und diese Studien zeigen, dass wir sehr viele Personen haben in der nachberuflichen Lebensphase, Klammer auf, man muss immer schauen, ab wann ist man Seniorin, Klammer zu, dass sie sehr wohl am digitalen Leben teilnehmen und das auch können. Und die Überschätzung trifft alle Gruppen, ja, also von jung angefangen bis wirklich auch zu den Älteren. Wir haben auch sicher bei den älteren Menschen dabei, die alles anhackeln, was sie gehört haben, ohne es wirklich umsetzen zu können. Vielleicht ist das ein bisschen was Menschliches.
Anna-Lisa Bier
Ich finde eigentlich, dass das dann zeigt, dass jetzt unabhängig vom Alter, dass die digitale Routine, sage ich jetzt einmal, nicht die Kompetenz dann ersetzt oder nicht voraussetzt, sagen wir es so. Ich möchte nochmal kurz darauf eingehen, wie man dann älteren Menschen digitale Inhalte am besten näherbringen kann. Weil ich glaube, dass auch, wenn ich jetzt an ältere Menschen in meinem Umfeld denke, das ist so eine unterschiedliche Gruppe. Also manche sind es gewohnt, dass sie schon vielleicht in den letzten Arbeitsjahren mit einem Computer irgendwie arbeiten mussten, haben Smartphones, die vielleicht sogar besser sind als meine eigenen Geräte, die ich zu Hause habe. Dann gibt es wieder andere, die das gar nicht haben. Wo setzt man da dann am besten an?
Edith Simöl
Sie haben es jetzt eh schon gut angesprochen. Wir können diese Gruppe ja nicht in einen Topf hauen. Es ist eine sehr heterogene Zielgruppe. Wenn man jetzt mal so kurz sich die Lebensjahre anschaut, es wird ja häufig schon gesprochen, 60 Jahre Senior*innen, jetzt wenn man, wir haben schon ein paar Hundertjährige, also da sind ja schon zwei Generationen drinnen, ja. Andererseits würde ich jetzt auch ein bisschen vorsichtiger werden mit 60. Heutzutage müssen auch Frauen schon länger als 60 arbeiten. Also in Wirklichkeit, eine Person, die 60 ist, ist eigentlich in der beruflichen Phase, ja. Wie lernt man oder wie bringt man ihnen das am besten bei? Das ist ganz unterschiedlich, weil die Personen auch unterschiedliche Bedürfnisse haben. Und der große Unterschied zu Lernen in der beruflichen Phase ist, Senior*innen lernen nicht mehr, um Karriere zu machen oder wie früher in der Schule für Lehrer, Lehrerinnen, ja, sondern sie lernen nur mehr das, was von unmittelbarem Nutzen für sie ist, was sie im Alltag brauchen oder was sie auch für ihre Hobbys brauchen. Also digital sein und digital fit sein, darf ja auch Freude machen. Das muss man auch so ein bisschen zeigen, dass es nicht darum geht, wir wollen haben, dass alle digital fit sind, dass alle ihre Behördenwege machen können, sondern im Internet gibt es wirklich viele Möglichkeiten. Und das macht es dann in der, ich sage jetzt in der Gestaltung der Angebote sehr schwierig, weil wenn zehn Personen sitzen, dann hat jede Person einen anderen Anspruch und der Trainer, die Trainerin hat vielleicht ein Programm mit, das vielleicht nur so 30 Prozent abdeckt. Und was wir auch so aus der Praxis wissen, sind die erfolgreichsten Settings wirklich entweder eins zu eins, das ist ein bisschen altersabhängig, bis Kleingruppen, ja, die sich auch regelmäßig treffen. Es geht ja nicht um einmal eine Schulung zu machen, schneller Fortschritt, haben wir ja schon gehört. Es kommen laufend Fragen, ja. Und da so eine Gruppe zu haben, besonders gut funktionieren Gruppen, die sich auch wirklich in Präsenz treffen. Es kommt viel Soziales dazu, ja. Also Lernen im Alter heißt auch immer, sich treffen, austauschen, Sozialkontakte pflegen, sodass das Lernen oder ich habe hier schon wieder eine Frage zu meinem Smartphone, ein bisschen in den Hintergrund kommt und man deswegen auch regelmäßig teilnimmt.
Anna-Lisa Bier
Da gehört wahrscheinlich dann auch dazu, dass man diese Angst oder ein bisschen diese Scheu wahrscheinlich auch nimmt.
Edith Simöl
Ganz, ganz wichtig. Und das ist natürlich in einer Kleingruppe, wenn mein Nachbar daneben die gleichen Probleme hat, dann, ah, liegt nicht an mir, das haben wir alle miteinander. Okay, gehen wir es an, was machen wir damit? Also das ist sehr, sehr hilfreich.
Anna-Lisa Bier
Das heißt aber, dass die Menschen, die dann auch konkret in den Workshops sitzen, sehr trotzdem offen eigentlich dafür sind, oder?
Edith Simöl
Die Personen, die in die Schulungen kommen, egal in welches Setting jetzt, ja, das sind ja die Interessierten, ja. Vielleicht sind auch einige dabei, die ein bisschen geschubst wurden, geh, Mama, Oma, mach. Aber die haben ja diesen Schritt schon gemacht, dass sie sagen, ich bin noch zu jung, um zu sagen, das brauche ich nicht mehr. Und die sind motiviert, manchmal ein bisschen frustriert, weil natürlich Lernen ist anstrengend, das wissen wir auch aus anderen Bereichen. Schwieriger ist es bei den Menschen, die so in so einer Wartehaltung sind, wo ich sage, ich würde jeder Person raten, diesen Schritt in die digitale Welt zu machen, zu schauen, was bringt es mir, diesen Bereich zu vertiefen. Man muss nicht alles können, ja. Aber das sind halt Personen, die glauben oder hoffen, es geht sie noch aus, mein analoges Leben. Schwierig. Und dann haben wir natürlich, das dürfen wir nicht vergessen, es gibt Menschen, die es grundsätzlich ablehnen und wir haben auch Menschen, die nicht teilnehmen können. Also Geräte kosten, Vertrag kostet. In der älteren Zielgruppe haben wir sehr viele alleinstehende Frauen, manchmal auch mit nicht so gut ausgestatteten wirtschaftlichen Verhältnissen. Ja, also ganze Bandbreite von hurra, digitale Welt bis komplette Ablehnung oder nicht können.
Anna-Lisa Bier
Das ist nämlich das nächste, auf was ich zu sprechen kommen möchte, diese Barrierefreiheit eigentlich. Also ich meine, die ganzen Ressourcen, die man sich anschaffen muss von Internetzugängen bis zur Software, bis zu allem Drum und Dran, das ist ja das eine. Und dann gibt es auf der anderen Seite noch diese Barrierefreiheit. Also wenn ich an mein Handy denke mit der Schrift, ich glaube, das können meine Großeltern teilweise gar nicht lesen. Da gibt es ja dann auch Bedienhilfen. Gibt es da auch so einen Fokus, dass man zum Beispiel so was auch erklärt, dass es für zum Beispiel Seh- und Hörbeeinträchtigungen da auch helfen kann?
Edith Simöl
Ja, also gerade Smartphones bieten ganz viele Bedienhilfen, die aber jetzt nicht intuitiv einstellbar sind. Das heißt, das muss gezeigt werden, das muss darauf aufmerksam gemacht werden. Wir haben sogar ein ganzes Sensorikpaket, nennen wir es, wo wirklich für beide Betriebssysteme, Android und iOS, erklärt wird, welche Bedienhilfen gibt es, wenn ich nicht sehen kann, wenn ich nicht hören kann, wenn ich motorisch eingeschränkt bin. Und zusätzlich zu dem, was die Smartphones schon bieten, gibt es natürlich auch dann noch, wir kennen Screenreader etc. Aber klar, das muss ich anschaffen, das muss ich zuerst wissen, dass es das gibt und wahrscheinlich brauche ich Begleitung bei der Einrichtung, beim Einüben, was natürlich auch wieder Geld kostet. Aber ja, die Geräte bieten viel Unterstützung. Andererseits haben wir ja auch den Auftrag, dass zum Beispiel Apps oder Webseiten von öffentlichen Seiten barrierefrei gestaltet sein müssen. Dass wir da in der digitalen Welt noch ganz viel aufholen müssen, ist auch klar. Aber ich glaube, man muss auch diese Bemühungen sehen, aber nicht jede App ist benutzerfreundlich, egal für welches Alter.
Anna-Lisa Bier
Ich wollte gerade sagen, werden Senior*innen oder generell die ältere Generation da mitbedacht bei App-Entwicklungen? Weil ich denke, das unterscheidet sich ja doch sehr, wenn man jetzt von 20-Jährigen redet, die eine App nutzen und vielleicht 75-Jährigen.
Edith Simöl
Also ich will jetzt keinem Softwareentwickler auf die Zehen steigen oder Softwareentwicklerin. Ich glaube, es liegt nicht an den Entwickler*innen, es liegt eher am Produktmanagement. Also viele Unternehmen wollen das mitdenken, bemühen sich, ja. Es erhöht natürlich massiv die Kosten, wenn ich zum Beispiel Fokusgruppen einrichte, Tests mache, das wirklich ausprobieren lasse. Das leisten sich viele Firmen nicht oder Unternehmen. Und ich sage immer, das muss man nicht für Ältere machen. Eine gut bedienbare App hilft jeder Person. Das heißt, man könnte auch grundsätzlich, ich sage jetzt nicht, bei welcher Bank ich bin, aber hellgelb auf hellgrauem Untergrund, das muss ich eigentlich wissen, dass das nicht gut funktioniert. Also da gibt es schon viel Aufholbedarf.Ich möchte aber alle, die sich darin bemühen, es gibt viele Unternehmen und es gibt auch viele, ich sage so, Start-ups und Einzelkämpfer, Kämpferinnen, die sich wirklich bemühen und da auch einiges auf die Beine stellen.
Anna-Lisa Bier
Das ist jetzt das eine. Ich möchte nochmal kurz zur generellen digitalen Teilhabe kommen, weil es wird ja dann eigentlich zunehmend auch als soziale Frage gesehen. Sie haben schon angesprochen, es gibt vielleicht oft Familienangehörige, die dann die älteren Menschen dazu bringen, bei Workshops teilzunehmen. Wie wichtig ist denn die Gemeinde oder auch so lokale Initiativen?
Edith Simöl
Sehr. Also wir sagen immer, Angebote müssen wohnortnah sein, leistbar und niederschwellig und vor allem niederschwellig im Zugang mal. Es gibt immer wieder Angebote, toll angepriesen, und dann steht, melden Sie sich via E-Mail an.
Anna-Lisa Bier
Ja, so fängt es schon an, ja.
Edith Simöl
Das ist halt so ein bisschen nicht durchdacht. Gemeinden werden wirklich die ersten Anlaufstellen, weil ich sage, Personen, die im fortgeschrittenen Lebensalter sind, und jetzt gehen wir jetzt einmal ein bisschen städtisch raus, also im ländlichen Bereich, die können vielleicht jetzt nicht 20 Kilometer in die nächste größere Stadt fahren oder wollen auch nicht, je nachdem. Also so gesehen wird das wohnortnah ganz großer Punkt. Die Gemeinden sind unterschiedlich engagiert, aber zum Beispiel, was wir jetzt sehen, ist mit der Einführung der IT Austria, dass es doch viele Gemeinden gibt, die hier unterstützen, denn einerseits, dass man es dort anmelden kann und nicht mehr in die Bezirkshauptmannschaft fahren muss. Aber natürlich haben die Gemeinden jetzt auch nicht zusätzliche Ressourcen bekommen. Das ist natürlich auch dann so ein bisschen, aber es hängt, glaube ich, ganz stark, wie alles in der digitalen Seniorenbildung von einzelnen engagierten Personen ab.
Anna-Lisa Bier
So wie Sie zum Beispiel. Ich möchte bei die IT Austria ist ein gutes Stichwort, weil ich glaube, das kennen sehr viele von unseren Hörer*innen da draußen. Wie gesagt, ich bin um einiges jünger als über die Menschen, die wir heute sprechen, aber selbst ich bin an meine Grenzen gestoßen, was das anbelangt. Wenn man dann das Ganze eingerichtet hat, ist es ja wirklich sehr praktisch und dann erspart man sich schon einiges, wie Sie sagen. Bis es aber soweit ist, dauert es halt ein bisschen. Da möchte ich jetzt eh darauf eingehen. Wie hat sich denn das in den letzten zehn Jahren da entwickelt? Was waren denn da so die großen Entwicklungen, die dann auch jetzt die älteren Menschen vor allem konkret betreffen?
Edith Simöl
Also ganz konkret, Corona-Pandemie war ganz klar. Ich glaube, da haben wir so einen Großteil der älteren, noch nicht digitalen Personen, ja, ist ihnen klar geworden, das ist schon eine gute Sache. Man kann in Kontakt bleiben, man kann online einkaufen, wenn man nicht raus kann. Also das hat man auch in den Anmeldungen danach gesehen. Es ist dann wieder ein bisschen abgeflaut, weil wir ja alle nach der Pandemie auch ausgehungert waren nach Kontakt wieder. Und ich höre das jetzt sehr häufig, dass die Gruppe sagt, das war schon gut, weil sonst hätte ich nie an einer Online-Veranstaltung teilgenommen oder einem Familien-Zoom-Call oder so. Und das ermöglicht ihnen jetzt, frei zu wählen, gehe ich zu einer Präsenzveranstaltung oder kann ich online irgendwo teilnehmen. Also das ist ein großer, großer Gewinn. Was uns jetzt sehr beschäftigt, eigentlich schon länger, aber bis es sozusagen in der Bevölkerung ankommt, KI. Also wir halten KI-Vorträge, glaube ich, jetzt seit vier Jahren mittlerweile schon wieder. Aber jetzt merkt man so dadurch, dass das in den Medien ganz stark gespielt wird, auch mit unterschiedlichen Anbietern, Europa-Souveränität, wir haben da nicht wirklich was zu sagen. Das dringt jetzt schon über, ich sage jetzt mal, Medien, die Ältere konsumieren, auch an sie heran. Und das führt jetzt wieder zu einer neuen Überforderung. Da werden viele Begriffe genannt, es ist viel vermischt, Technik, gleichzeitig, aber was heißt gesellschaftspolitisch? Also ich habe das Gefühl, dass wir da manche auch wieder verlieren, dass es mir jetzt zu viel ist. Ich kann mit meinen Enkelkindern kommunizieren via Messenger, das reicht mir. Also es ist so ein bisschen die Kurve raufgegangen und jetzt ist sie wieder ein bisschen...Aber wir haben auch sehr viele Seniorinnen und Senioren, die kommen und sagen, erklärt mir das, wie funktioniert das, wie kann mir das im Alltag helfen? Also ich möchte jetzt wirklich nicht dieses Altersbild zementieren, die sind jetzt wieder weg. Ganz im Gegenteil, wir haben immer diese zwei Gruppen von Interessierten und auch Lernbereiten. Und wir haben auch die Personen, die wirklich überfordert sind und auch vielleicht nicht die richtige Hilfe in ihrem Umfeld finden und dann sich auch ein bisschen zurückziehen.
Anna-Lisa Bier
Also ich auch nochmal, um Corona aufzugreifen, ich habe eben vorhin ein bisschen nachgedacht, wie das damals war. Alleine die Handytestungen, wo man sich filmen musste. Also ich habe den größten Respekt an alle älteren Menschen, die das überhaupt auch nur ansatzweise geschafft haben, weil das war ja für alle teilweise eine Herausforderung. Also da frage ich mich dann schon teilweise, warum solche Voraussetzungen dann gleich direkt gestellt wurden, wenn man nicht mal weiß, ob es überhaupt machbar ist, nämlich auch für jüngere Menschen.
Edith Simöl
Ich glaube, man hat in dieser Zeit nicht viel überlegen können. Es war ja auch ein bisschen eingeschränkt, die Möglichkeit, und man hatte ja jetzt überhaupt keine Zeit, darüber nachzudenken, wie könnte man das am besten lösen, machen wir einen Piloten, schauen wir uns das an. Das gab es nicht. Also ich glaube, wir waren alle da in einer Ausnahmesituation und es wurden viele Dinge probiert. Manche gingen sehr gut, manche weniger gut. Und ich muss auch dazu sagen, also gerade dieses mit den Videoaufnahmen, was wir jetzt ja teilweise haben, wenn wir, man kann jetzt online auch ein Bankkonto eröffnen, muss man sich auch selber filmen oder kürzlich mit einer Kundin, sie fährt nach Großbritannien auf Urlaub, Visa, auch das kann man komplett online machen. Ich habe das mit ihr gemacht. Also das ist wirklich High-End-Kompetenzen, die man braucht. Aber viele haben das dann schon eben einmal gemacht in der Corona-Zeit, vielleicht mit Unterstützung und profitieren jetzt davon.
Anna-Lisa Bier
Ja, also ich glaube, genau das unterstreicht es eigentlich. Ich glaube, dass viele ältere Menschen sehr wissbegierig dahingehend sind, aber eben einfach diese initiale Unterstützung am Anfang brauchen. Und ich glaube, genau das ist es ja. Ich möchte eigentlich auch jetzt nochmal genauer auf diesen Unterschied zu sprechen kommen. Also mir ist klar, dass ältere Generationen diesen digitalen Wandel auf eine andere Art und Weise erleben als ich. Also ich meine, ich alleine, wenn ich jetzt an mich, an meine Großmutter denke, da fängt es schon bei der Handyhülle an. Bei mir muss sie ästhetisch sein. Bei meiner Großmutter ist es rein praktikabel. Wie konkret sind denn diese Nutzungssituationen, die sich da unterscheiden bei den Generationen?
Edith Simöl
Also die älteren Personen sind, man kann es immer so schwer pauschal sagen, sie merken schon, ich stoppe da so ein bisschen, weil es ist immer so schwierig, was sagt man, um jetzt nicht ein Bild, nur ein Bild zu malen. Aber ich sage, was wirklich der große Unterschied ist gegenüber Jüngeren oder Personen, die im Beruf stehen und ihr Smartphone mehr oder weniger für alles nutzen, ist, dass die ältere Zielgruppe sagt, ich nutze es, wo ich einen Vorteil habe. Jetzt haben wir natürlich auch Ältere, die vielleicht auch mal spielen oder vielleicht auch mal die eine oder andere Stunde im Internet herumsurfen oder wir haben auch Ältere auf Pinterest und TikTok. Natürlich kleine Gruppen. Ich möchte aber auch da sagen, es ist jetzt durch den Blätterwald, jetzt sind sie handysüchtig. Also klar waren sie offline, jetzt sind sie handysüchtig. Kurz nachdenken. Also es sind natürlich Einzelfälle. Aber ich glaube, der wirklich große Unterschied ist, dass Ältere das Handy als Erleichterung für manche Wege sehen und wirklich das dann dort nutzen und es dann wieder aus der Hand legen, weil sie sagen, mein Leben hat vorher auch funktioniert und gut und das ist jetzt nur so ein Zusatz. Also das, glaube ich, ist der große Unterschied.
Anna-Lisa Bier
Es gibt auch generell eine Studie jetzt von dem Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz. Und die haben eine Prognose getroffen, dass 2040 ein Viertel der Bevölkerung über 65 Jahre alt sein wird. Also besonders stark wächst vor allem da die Gruppe der 75 bis 84-Jährigen. Das heißt, das wird ja ein Thema bleiben. Ich meine, ich bin selber schon gespannt, wie das dann bei mir mal sein wird. Deshalb weiß ich nicht, ob man immer so wissbegierig sein kann, aber was sehen Sie da in Zukunft für noch so Themen, die jetzt aufkommen? Ich meine, KI ist ja jetzt schon, und das wissen wir auch nicht, wie sich das weiterentwickelt. Das weiß keine Generation. Aber die digitale Bildung würde dann weiterhin vermehrt, wahrscheinlich sogar eingesetzt werden, nehme ich an, die ganzen Maßnahmen.
Edith Simöl
Ja, also ich glaube auch nicht, dass es aufhört. Also ich kann mich erinnern, also ich bin jetzt über 20 Jahre in der digitalen Seniorenbildung tätig und so im Freundeskreis war das manchmal so die Diskussion, was machst du, wenn alle mal digital fit sind? Also es hat sich gezeigt, 20 Jahre, 25 Jahre später sind noch immer nicht alle digital fit und dank der technischen Entwicklung, glaube ich, wird das immer weitergehen und wir werden alle immer gefordert sein, weiterzulernen. Wie schaut das aus oder wo sind dann vielleicht neue Anknüpfungspunkte? Wir müssen ja schauen, das liegt ja auf dem Tisch, dass wir sehr viele ältere Menschen dann haben werden, dass wir die nicht mehr in der Weise betreuen können. Wir haben ja jetzt schon die Probleme, wie man ältere Menschen dann betreut, das wahrscheinlich im Gesundheitswesen viel mehr digital passiert, Telemedizin, in der Pflege, wobei auch für mein Seelenheil ich mir immer denken muss, dort einsetzen, wo es unterstützend ist. Natürlich brauchen wir den menschlichen Kontakt trotzdem. Das ist immer so eine schwarze Wolke, die da immer durch die Welt getrieben wird. Wir werden alle von Robotern gepflegt etc. Man muss es differenziert sehen. Es ist fein, wenn mir die Pflegekraft einen guten Morgen wünscht, aber es ist vollkommen okay, wenn mich der Pflegeroboter aus dem Bett hebt. Das ist in Ordnung. Und ich glaube, da müssen wir sehr differenziert hinschauen und dass nicht alles gleich ganz schlimm und wir werden alle sterben, weil nur mit den Robotern. Ich glaube, da müssen wir irgendwie einen gesunden Anteil auch erhalten.
Anna-Lisa Bier
Okay, das heißt, weil wir es eben vorhin schon angesprochen haben, Amtswege, die ganzen auch Gesundheitsdienstleistungen und so weiter werden verstärkt digitalisiert. Filialen werden zum Beispiel bei Banken geschlossen und so weiter. Wie sehen Sie das? Dann sollten dann gewisse Sachen trotzdem analog bleiben?
Edith Simöl
Ja, also ich bin gern digital. Und ich rate auch, wer immer mich fragt, lohnt sich das? Dann sage ich immer ja, auf alle Fälle. Aber ich vertrete trotzdem den Standpunkt, dass wir analoge Wege erhalten müssen. Was wir aber den Menschen klar machen müssen, ist, ja, wir müssen analoge Wege erhalten, aber Amtsstunden sind halt dann nicht mehr von Montag bis Freitag an jedem Tag fünf Stunden. Es wird eingeschränkt sein, weil natürlich viele die digitalen Wege nutzen, aber es müssen Zugänge bleiben. Wir haben ja auch Menschen, die das nicht alleine wirklich machen können aufgrund von Einschränkungen. Die müssen sich jetzt im analogen Leben jemanden auch helfenderweise zur Seite holen. Das ist vielleicht auch noch ein Thema, so die digitale Heimhilfe, die kommt, was natürlich alles sehr schwierig macht. Man hat dann mit Datenschutzproblemen, Passwörtern, wir sehen das oft bei Trainern, Trainerinnen, dass die Kunden und Kundinnen sagen, bei dem Online-Banking helfen sie mir. Das ist eine ganz kritische Geschichte. Da kommt von außen jemand. Wenn dann irgendwas nicht passt oder da kommst du zu irgendeiner Abbuchung, dann hat man das mit der Familie zu tun. Da war doch der Trainer, die Trainerin da. Also ist ganz, ganz schwierig. Aber ich glaube, da müssen wir uns auch noch Systeme überlegen, wie man Leute auch digital unterstützen kann, um das auch nicht alles in der Familie zu lassen. Auch nicht jeder hat eine Familie im Umfeld.
Anna-Lisa Bier
Das ist allerdings wahr. Und ich glaube, dass auch sehr viele dieser Probleme sind, weil es so übergreifend ist. Also einerseits hat man die App, dann braucht man da wieder das Passwort. Dann muss man das Passwort zurücksetzen, dann braucht man mal wieder Zugang auf das E-Mail-Konto. Also das kann ich wirklich gut nachvollziehen, dass es da dann dazwischen irgendwo mal Probleme auftreten und dann geht es ganz schnell, dass du dann auf einmal keinen Zugang mehr hast. Also ich kann die Frustration auch verstehen, muss ich ganz ehrlich sagen an der Stelle. Ich möchte jetzt auch nochmal auf den politischen Aspekt zu sprechen kommen. Es gibt nämlich in der EU eine Digitalkompetenz, also die ist von der Europäischen Kommission, ein Referenzmodell, wenn man so sagen kann, das entwickelt wurde. Da gibt es Kompetenzbereiche und dann gibt es Kompetenzstufen, in denen man die quasi beurteilen kann. Auch in Österreich gibt es quasi eine digitale Kompetenzstrategie. Da ist das Ziel, dass wir 80 Prozent der Bevölkerung bis 2030 digital quasi lebt und das alles nutzt. Ist das realistisch, Ihrer Meinung nach?
Edith Simöl
Also ich arbeite ja in dem Bereich und ich muss dran glauben.
Anna-Lisa Bier
Ja, okay, gut. Optimismus an der Stelle ist wahrscheinlich gut.
Edith Simöl
Ja, also ich glaube schon, dass wir auf einem guten Weg sind. Ob wir diese 80 Prozent schaffen, ich möchte dran glauben. Also das heißt ja, es wird aufgrund der digitalen Kompetenzoffensive, die Sie angesprochen haben, ja auch wirklich viel getan. Wir haben eben da diese kostenlosen Workshops. Es ist jetzt vor einigen Tagen der TICOM 3.0, eben das nationale Referenzrahmen veröffentlicht worden, wo eigentlich auch sehr schön dokumentiert ist, was gehört zu den digitalen Alltagskompetenzen, was bedeutet, wenn ich fortgeschritten bin. Also da kann man auch selber sehr gut nachlesen, was halten wir eigentlich für ganz wichtig und welche Kompetenzen sind notwendig. Wo ich eben ein bisschen Schwachstelle sehe, jetzt werden Workshops gemacht, das sind einmal drei Stunden und je nach Verfügbarkeit von Trainern, Trainerinnen und auch von Engagement von Gemeinden findet etwas statt oder nicht. Also es ist keine, sage ich, keine Verpflichtung zum Beispiel von jeder Gemeinde, dass dort jemand sitzt und hilft. Wie gesagt, wir haben ganz viele engagierte Gemeinden, die da wirklich aktiv tun, aber es kann auch passieren, dass man in einer Gemeinde sitzt, wo keine Unterstützung da ist. Und ich glaube, worum man sich schon noch kümmern muss, ist eben diese begleitende Funktion. Also dass ich sage, ich habe irgendwo eine Stelle, wo ich jetzt nicht als Bittstellerin hinkommen muss, wo ich mein Handy gekauft habe, sondern wo ich vielleicht, also ich habe ja immer so diese Vision von, wenn wir die Automobilclubs uns anschauen, da zahle ich einen Mitgliedsbeitrag und dann habe ich gewisse Leistungen gratis und für gewisse kriege ich als Mitglied, muss ich auch zahlen, aber vielleicht Vergünstigungen. Also ohne jetzt jemanden nennen, aber egal von, also ja. Und ich denke, das, was wir für unsere Autos haben, brauchen wir für unsere digitalen Geräte. Also ich habe dann einen Mitgliedsbeitrag und ich habe dann dort vielleicht so eine telefonische Pannenhilfe und wenn ich das am Handy, am Telefon nicht klären kann, dann kommt eben ein Technikpannenhelfer/-helferin zu mir und macht das. Oder ich brauche ein neues Smartphone, ich gehe dorthin, Kaufberatung machen. Also so, dass ich als Bürgerin jetzt mir nicht überlegen muss, ja, ich habe das Handy dort gekauft, helfen mir die, bin ich angewiesen, dass da jetzt auch Zeit ist. Und man muss auch ehrlicherweise sagen, wenn man im Elektrofachhandel, egal wo jetzt ein Smartphone kauft oder in den Anbietershops, die sind teilweise auch wieder hobby- und bemüht, eine bemühte Person dort, dann wird mir auch geholfen. Aber manchmal sieht man eine Nummer und wartet eh sehr lang und dann haben die schlichtweg keine Zeit, mir zu erklären, warum ich da jetzt auf meine E-Mails nicht zugreifen kann. Also so diese Stelle, und die muss für ganz Österreich funktionieren. Das darf jetzt nicht sein, ja, ich wohne in Wien, ja, da habe ich Anlaufstellen, da kann ich es mir aussuchen. Ich wohne irgendwo Weinviertel an der Grenze oder Vorarlberg, sucht ihr etwas selber? Ja, das ist so. Und dann ist es auch eine Frage, kann ich es mir leisten? Also wir haben natürlich Trainer, Trainerinnen, aber wenn ich von dem Trainingsgeschäft leben muss, dann muss ich auch entsprechend einen Stundensatz haben, weil sonst kann ich nicht davon leben. Das ist aber oft ein Stundensatz, der gerade von diesen Personen oft nicht geleistet werden kann. Ja, da haben wir, glaube ich, noch ein paar Bausteine, die wir noch ein bisschen herumschieben müssen, damit es ein ganzes Haus wird.
Anna-Lisa Bier
Merken Sie dann, dass die, Sie sind ja quasi wie die Schnittstelle eigentlich, merken Sie, dass das sich in den letzten Jahren dann vermehrt jetzt quasi nachgefragt wird bei Ihnen? Hat sich da was getan?
Edith Simöl
Nachgefragt im Sinn von Ausbildung oder im Sinn von? Ja,
Anna-Lisa Bier
genau.
Edith Simöl
Also wir haben jetzt im Herbst starten wir den zehnten Trainerlehrgang. Und ja, ich darf ein bisschen stolz sagen, wir haben nie Probleme beim Finden der Kandidatinnen. Also wir haben immer genug, dass wir auch auswählen können. Das heißt, es fühlen sich viele Leute angesprochen davon, in diesem Bereich tätig zu werden. Wir haben auch hier sehr viele Personen, die entweder knapp vor Eintritt in die nachberufliche Lebensphase stehen oder auch schon sind, was auch sehr begrüßenswert ist, weil natürlich dann so dieses Peer-to-Peer wunderbar passt, weil diese Personen sehr genau wissen, wie sich diese Überforderung anfühlt, was sie in Wirklichkeit im Alltag brauchen. Das ist sehr schön zu sehen. Was ein bisschen schade ist, ist, dass wenig junge Leute sich das als Beruf aussuchen. Aber ich kann es verstehen. Es ist in der Selbstständigkeit, im Finden der Personen auch keine, wie soll ich sagen, keine leichte Selbstständigkeit. Allerdings, und vielleicht alle, die zuhören, wenn man einen treuen Kundenkreis sich mal geschaffen hat, also wenn ältere Menschen wissen, die Person kann mir helfen, die sind treu. Also wenn man mal Fuß gefasst hat und in dem Sinne auch eine gute Trainerin, Trainer ist, dann hat man schon ausgesagt.
Anna-Lisa Bier
Ich glaube aber auch, dass es eine sehr dankbare Aufgabe ist.
Edith Simöl
Ja, es ist eine sehr dankbare, aber anstrengende Aufgabe.
Anna-Lisa Bier
Ja, das kann ich selbst beurteilen, das kann ich selbst zustimmen. Da ist nämlich eh zum Beispiel ein Nutzungsfall, mein Großvater ist letztens auf mich zugekommen mit einem Facebook-Problem. Und da sind wir dann eigentlich draufgekommen, dass ich mich bei Facebook auch nicht mehr auskenne, weil das einfach nicht meine Plattform ist. Wie löst man dann sowas? Also ich meine, ich glaube, die älteren Personen sind dann wahrscheinlich eh bei gleichältrigen oder vielleicht noch 10, 15 Jahre jüngeren Menschen, die kennen sich vielleicht sogar besser aus als jetzt 20-Jährige, gerade wenn es zum Beispiel um Facebook geht.
Edith Simöl
Klar. Also es ist immer so, die Apps, die ich nutze, werde ich besser kennen als die, die ich nicht nutze, und das gilt vice versa. Also das schon. Was hinzukommt, ist, dass, und das ist wieder ein bisschen so ein Knackpunkt, dass Ältere wiederum nicht sehr gut mit Veränderungen umgehen können. Sprich, wenn es Neuerungen gibt, also wenn Facebook oder auch grundsätzlich soziale Medien oder egal welche App wieder ein Update hat oder Sie kennen sicher die Mails, die man kriegt, wir haben unsere AGBs geändert. Das lesen Sie natürlich auch nicht, teilweise nicht verständlich etc. Das heißt, Wissen, dass einmal zu einer App sich erarbeitet wurde, veraltet dann letztendlich auch sehr schnell. Wie kann man helfen, also wie kann man helfen, wenn man sagt, nutze ich selber nicht, keine Ahnung, was du da brauchst? Das kommt häufig vor, das haben wir immer wieder. Jetzt, wenn man jetzt nicht gerade ausgebildete Trainer, Trainerin ist oder auch wenn man Trainer oder Trainerin ist, wir können auch nicht alles wissen. Dazu ist die viel zu groß schon, die digitale Welt und die Anwendungen. KI ist schon ein Hilfsmittel. Also ich kann das Problem gut in so eine Anweisung, so einen Prompt mal schreiben. Das muss ich halt auch ein bisschen können, aber das können die Jüngeren dann ganz gut. Beziehungsweise ich kann mir ja sogar von einem KI-System sagen, das ist mein Problem, wie müsste denn die Anweisung lauten, damit du mir eine gute Antwort lieferst? Also KI hilft KI. Gut, muss man alles lernen, muss man können. Also auch das ist etwas, was wir den Seniorinnen und Senioren auch sagen, dass das auch ein Hilfsmittel sein kann. Wohlgemerkt, es kann natürlich eine falsche Antwort sein. Aber gerade, wenn ich unmittelbar das ausprobiere am Smartphone und ich sage, aber den Punkt gibt es bei mir gar nicht, den du da vorgeschlagen hast, wer schon ein bisschen mit KI gearbeitet weiß, entschuldigen, und es kommt eine neue. Also man kann ja im Dialog dann vielleicht die Lösung finden. Ist jetzt auch nicht etwas, was man am Anfang gleich kann, aber für Personen, die unterstützen wollen, ist das vielleicht eine Möglichkeit. Für Leute, die ein bisschen routinierter sind, können natürlich auf Internetseiten in Foren nach Antworten suchen für Probleme.
Anna-Lisa Bier
Ich möchte da jetzt eigentlich noch die Frage stellen, wo sehen Sie denn die Hauptverantwortung, dass ältere Menschen nicht den Anschluss verlieren? Im Staat, in den Gemeinden, Unternehmen, bei jedem und jeder Einzelnen? Wo?
Edith Simöl
Ich glaube, es braucht beide. Also ich bin schon so ein Mensch, wo ich sage, es liegt in der Eigenverantwortung. Und dann aufzustehen und zu sagen, wenn mein Land, die Gesellschaft, meine Regierung will, dass wir 80 Prozent digital fit sein müssen, sollen, wollen, dann fordere ich, dass ich eine Unterstützung bekomme, dass es eine wohnortnahe Hilfe gibt, eine leistbare, eine niederschwellige, dass vielleicht für Personen, die das wirklich finanziell mit ihrem Einkommen nicht schaffen, unterstützt werden, ähnlich wie wir es haben zum Beispiel bei der Befreiung von TV-Gebühren. Das wäre ja auch ein Punkt, dass man sagt, okay, bei einer bestimmten Einkommensgrenze gibt es ein monatliches Kontingent Internetzugang. Warum nicht? Also warum nur TV und nicht andere Medien? Also ich glaube, dass man dann schon natürlich auch die Forderungen stellen sollte. Und dann ist es natürlich eine Verantwortung auch von der Politik, von der Gesellschaft, dass wir sagen, okay, wenn wir das machen wollen, und ich finde, Österreich ist auf einem ganz guten Weg Richtung digital fit werden und auch, ich bin oft mit deutschen Kollegen, Kolleginnen im Austausch und die sagen immer wieder, was ihr mit all den Austern Behördenwege habt, das ist toll, so weit sind wir noch lange nicht. Also das muss man jetzt auch, auch wenn es immer auch wieder die technischen Probleme gibt und wieder ein Update und man muss wieder einloggen, da ist schon ganz viel geschafft worden. Das darf man jetzt nicht außer Acht lassen.
Anna-Lisa Bier
Das ist tatsächlich wahr. Also dieser Wandel, das merkt man ja selber, wenn man dann alles die Anwendungsmöglichkeiten und so weiter hat. Es war auch zum Beispiel 2024, hat die SPÖ zum Beispiel einen Zugang zu staatlichen Leistungen ohne Internet gefordert. Also quasi, sie haben gesagt, es braucht ein Recht auf analoges Leben. Die NEOS beispielsweise sieht dann wieder die Digitalisierung als Chance. Ist das dann so ein Querstellen, wenn man sagt, man braucht das Recht auf analoges Leben? Müssten Ihrer Meinung nach gewisse Sachen trotzdem analog verfügbar sein? Können wir alles verdigitalisieren?
Edith Simöl
Nein. Also wir brauchen das Recht auf analoges Leben, aber wie soll ich sagen, es wird aufgrund dessen, dass vieles auch digital möglich ist, eine Schmalspurvariante sein. Aber Zugänge müssen analog bleiben. Aber wie gesagt, wie ich schon gesagt habe, das Finanzamt hat halt dann keine Sprechstunden mehr täglich, sondern dann habe ich halt leider nur mehr einen Tag. Aber zu sagen, das funktioniert nur mehr digital, das ist natürlich eine, nein, ich glaube, das darf man nicht machen, weil man natürlich auch dann die gesamte Bevölkerung, die auch sehr wohl digital dabei wäre, aufbringt und sagt, ja, wenn das so ist, dann mache ich das auch nicht mehr. Ich glaube, man darf das nicht ausspielen.
Anna-Lisa Bier
Also eigentlich braucht es dann dieses Zusammenspiel, sowohl vom digitalen Analogen, aber auch, was ich eben merke, durch die verschiedensten Generationen. Also eigentlich braucht es diesen generationsübergreifenden Austausch und die Unterstützung. Ich möchte ganz kurz noch auf das Thema zu sprechen kommen, dass es ja trotzdem gewisse Personen oder auch andere Beteiligte gibt, die davon profitieren, dass es Wissenslücken gibt bei älteren Generationen. Was bekommen Sie so mit bei so ganzen Betrugsmaschen und so weiter? Wie ernst zu nehmen ist das? Ich meine, es ist uns allen bewusst, aber was passiert da wirklich täglich?
Edith Simöl
Also wir haben täglich wirklich viele Betrugsfälle, also Watchlist-Internet-Reporter, die auch täglich, und das ist auch eine Stelle, die wir immer empfehlen, wenn Ihnen irgendwas seltsam vorkommt, einfach nachschauen. Auch da möchte ich das Bild ein bisschen zurechtrücken. Wir haben Senioren, Seniorinnen, die haben ja schon ein paar Jahrzehnte gelebt. Die bringen ja eine Erfahrung auch mit, und das ist eine wertvolle Erfahrung aus dem analogen Leben. Wir haben ja auch früher im analogen Leben Personen gehabt, die uns irgendwas verkaufen wollten oder die Heiratsschwindler oder die Busfahrten mit die Heizdecken, wo man nicht dann aus kann. Also die bringen etwas mit, was Jüngere vielleicht noch nie gehört haben, was aber genau das Gleiche ist, was jetzt digital passiert. Dass jemand auf seinem Vorteil aus ist, Vorteil aus ist, bis hin zu wirklich Betrug. Und was man in einer Studie auch vom Kuratorium für Verkehrssicherheit auch mal festgestellt hat, weil es immer heißt, Love Scammer, also wo man auf digitale Heiratsschwindler letztendlich hereinfällt. Die größte Gruppe, die darauf hereinfällt, sind junge Männer zwischen 25 und 30. In der Zeitung steht aber die Seniorin oder der Senior, der einen fünfstelligen Betrag verloren hat oder sechsstellig sogar. Bei den Jüngeren sind es kleinere Beträge, aber von der Personenanzahl sind es die jungen.
Anna-Lisa Bier
Von der Häufigkeit, ja.
Edith Simöl
Von der Häufigkeit sind es die jungen Männer. Also da wird auch ganz gerne immer so ein bisschen die Älteren checken das nicht. Und ich sage, die haben ein gutes Misstrauen, weil die kommen ja auch aus Zeiten, denen wurde nichts geschenkt und die nehmen das mit. Wieso soll denn das so günstig sein? Das kann ja gar nicht sein. Und ich bestärke sie da auch dann immer ganz stark. Nur weil das jetzt digital rüberkommt, passt dieses Bauchgefühl schon. Natürlich gibt es auch die Gruppe von älteren Menschen, die jetzt total happy sind, dass sie da überall Zugang haben und sagen, ah, Schnäppchen im Internet gemacht. Es hilft Wissen, ja, Aufklärung. Wir müssen ihnen zeigen, welche Betrugsfälle gibt es. Ich muss wissen, was mit KI derzeit möglich ist, damit das Hallo Mama am Telefon erkannt wird. Die klingt zwar wie meine Tochter, aber kann das sein? Und auch ihnen zu erklären, wie wir Menschen funktionieren. Wenn wir eine Botschaft kriegen, die uns emotional trifft, bin ich im Krankenhaus etc. Dann kommt die Kognition nicht mit. Es wird zuerst reagiert und danach kommt das Hirn und sagt, das kann ja gar nicht sein. Das muss man wissen, dass man in so einem ersten Moment kurz stillhält, bis das Hirn nachkommt und mitdenkt. Aber man muss sagen, was möglich ist. Viele Leute wissen gar nicht, was mit KI heutzutage schon möglich ist und zwar möglich ist ohne großes technisches Wissen. Und wenn das einmal auch klar ist, ist das ein sehr sensibler Bereich. Ich darf die Leute da nicht verunsichern.
Anna-Lisa Bier
Ich wollte gerade fragen, weil man sollte ja eigentlich Sicherheit vermitteln, ohne jetzt Angst zu schüren dann.
Edith Simöl
Das ist ein großes Thema in unserer Ausbildung, weil das muss man lernen. Wir haben manchmal auch Initiativen, wo Personen, Polizisten vorne stehen und die berichten aus der Praxis. Das ist passiert. Das ist alles wahr, ohne Rücksicht auf, was das bei den Personen, die da immer kleiner werden in den Sitzreihen, bewirkt. Also das ist wirklich, da braucht es ein bisschen Gefühl und Sensibilität dafür, wie man diese Themen bringt, nämlich immer auch gleichzeitig mit, was können wir dann tun? Nicht nur, wow, das alles passiert und das ist möglich, sondern, aber was können wir auf unserer Seite tun? Ganz wichtig.
Anna-Lisa Bier
Was können wir von unserer Seite tun, ist ein gutes Stichwort. Für alle Hörerinnen da draußen, ich denke, wahrscheinlich haben sehr viele von uns ältere Menschen im Umfeld, sind vielleicht selbst digital noch nicht da, wo sie sein wollen. Was können wir denn als einzelne Personen tun?
Edith Simöl
Als Seniorin, als Senior.
Anna-Lisa Bier
Einerseits und auf der anderen Seite als die, die helfen.
Edith Simöl
Also ich glaube, das Wichtigste ist, also wenn man schon digital dabei ist, sage ich jetzt mal, dran zu bleiben. Ja, das ist anstrengend, das ist frustrierend, aber es bringt auch Nutzen. Sich wirklich konzentrieren auf den Nutzen, weil dann haltet man vielleicht auch Frustrationsstufe mehr aus, wenn man sagt, ja, aber wenn das wieder klappt, dann habe ich etwas davon. Und sich wirklich darauf zu beschränken, was brauche ich in meinem Alltag und nicht in dieser Überforderung, was alles möglich ist, unterzugehen. Das ist ganz wichtig, bei sich zu bleiben und letztendlich, wenn ich sage, ich blicke nicht mehr durch, Hilfe holen. Ich weiß, das ist jetzt wieder so als individuelle Frage, wo kriege ich Hilfe, wer hilft mir und wo kann ich. Aber sich auch eingestehen, das verstehe ich jetzt nicht mehr und ich brauche da Unterstützung. Und das ist nicht das Problem der Personen, ich bin zu dumm etc. Es ist leider in unserer Gesellschaft, dass Apps und Anwendungen alles immer mit einfach verkauft wird. Ganz easy, alles ist einfach. Das erkläre ich dir schnell. Das gibt es leider auch auf Seiten, auf öffentlichen Seiten. Ganz einfach geht das mit der ID Austria. Wenn mir das ständig entgegenkommt und bei mir klappt es nicht, na klar, muss ich mir denken, das ist für mich jetzt irgendwie, ich bin zu dumm. Und das passiert leider auch dann sehr häufig. Also schauen, zu sagen, das verstehe ich nicht und ich brauche da Hilfe. Das ist ein komplexes System und sind viele Dinge, die ich lernen muss. Also nicht schrecken davor, dranbleiben. Und für die Personen, die unterstützen, da ist der Tipp, noch langsamer, noch öfter. Es ist für Personen, die das gerade damit aufgewachsen sind, nicht vorstellbar, wie viele Schritte, Einzelschritte verstanden werden müssen, zum Beispiel nur damit ein Bild in einer WhatsApp-Gruppe erscheint. Weil das für uns das geht, aber also das heißt, wann immer man so ein bisschen an die Grenzen stellt, das habe ich letzte Wochen schon erklärt, es klappt noch immer nicht. Nochmal überlegen, wie oft hat mir die Mama erklärt, wie sich eine Masche binden konnte, runterfahren. Und wenn es wirklich nicht geht, es gibt Familiendynamiken, wo das nicht geht, dann wirklich unterstützen, schauen, wo gibt es extern, außerhalb der Familie. Es ist nicht immer ganz leicht, das auch in der Familie zu machen.
Anna-Lisa Bier
Das ist ein guter Punkt, mit dem die anderen Sachen, die man davor von den anderen Personen, die älter sind, gelernt hat, vielleicht sollte man da einfach auch das immer wieder im Kopf bedenken, wenn man dann Geduld braucht, wenn man so etwas zeigen muss. Abschließend möchte ich fragen, wenn Sie im Bereich der digitalen Seniorinnenbildung sofort eine Sache verändern könnten, die den Leuten helfen würde. Ich möchte das jetzt sagen, natürlich ein großer Wunsch, aber was würden Sie dann konkret anpacken?
Edith Simöl
Den IT-Club à la ÖAMTC oder ABE.
Anna-Lisa Bier
Ah, okay, also das, was Sie vorhin schon gemeint haben.
Edith Simöl
Ja. Weil wenn wir das anpacken, dann wissen wir, dass wir viele Trainer und Trainerinnen brauchen, gut ausgebildet, dass wir Stützpunkte brauchen, dass wir ein System in Österreich haben, wo jede Person, die bei der Technikverwendung, in welchem Bereich auch immer, wohnortnahe eine individuelle Unterstützung bekommt zu einem fairen Preis.
Anna-Lisa Bier
Ich denke eigentlich, dass man zusammenfassen kann, dass eben diese ganzen digitalen Kompetenzen sind ja keine Raketenwissenschaft. Also man muss ja jetzt auch als ältere Menschen nicht programmieren können. Wie Sie schon gesagt haben, es geht oft darum, dass man ein Bild irgendwo hineinschickt und so weiter. Das möchte ich eigentlich gerne genauso stehen lassen. Frau Simöl, ich danke Ihnen sehr, sehr herzlich für diese Einblicke und wünsche auch weiterhin alles Gute.
Edith Simöl
Vielen Dank.
Anna-Lisa Bier
Das war die heutige Folge von "Ganz offen gesagt". In den Shownotes findet ihr weiterführende Links zu den erwähnten Studien und außerdem noch weitere Informationen zu der Arbeit der digitalen Seniorinnen. Wenn euch die Folge gefallen hat, dann empfehlt uns gerne weiter. Bewertet uns positiv auf der Podcast-Plattform eures Vertrauens und abonniert unseren Podcast, um auch künftig keine Folgen zu verpassen. Wenn ihr unsere Arbeit unterstützen möchtet, könnt ihr das außerdem über Steady oder direkt über Apple Podcasts tun. Damit helft ihr uns auch weiterhin, unabhängige, transparente Politikgespräche möglich zu machen. Folgt uns gerne auf Instagram oder BlueSky. Und Feedback könnt ihr jederzeit an redaktion@ganzoffengesagt.at schicken. Vielen Dank fürs Zuhören. Bis zum nächsten Mal. Ciao.

Autor:in:

Felix Keiser

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