Die Dunkelkammer
Der seltsame Fall der TAS GmbH

Die 289. Ausgabe der Dunkelkammer ist zugleich die Premiere des Kärntner Investigativjournalisten Franz Miklautz. In seinem ersten Beitrag geht es um zwei WC-Container, die in der Klagenfurter Stadtpolitik für gehörigen Stunk sorgen. 
2023 kosteten diese die Stadt 18.000 Euro, ein Jahr später waren es 35.700 Euro – bei gleichzeitig verdoppelter Benützungsgebühr.
Den Zuschlag erhielt eine Firma, hinter der Freunde und frühere Geschäftspartner des Klagenfurter Vizebürgermeisters Patrick Jonke stehen. Dessen Lebensgefährtin war als Marktkoordinatorin mit der Abwicklung befasst. Der Firma fehlte zuletzt sogar ein laufendes Gewerbe.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt, der Stadtrechnungshof prüft.

Franz Miklautz

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe der Dunkelkammer. Mein Name ist Franz Miklautz, und ich bin mit dieser Folge neu im Dunkelkammer-Team. Etwaige Verhaspler bitte ich euch, mir nachzusehen; ich bin noch kein Podcast-Weltmeister, verspreche aber, an Sprachmodulation und Atemtechnik fleißig zu arbeiten. Zum Einstieg ein kurzes Warm-up zu mir: Ich bin Investigativjournalist, 54 Jahre alt, und lebe in Klagenfurt.

Und ja, ich bin der Journalist, den die Stadt Klagenfurt vor 3 Jahren angezeigt hat. Ich hab damals aufgedeckt, dass eine kleine Gruppe von Magistratsmitarbeitern Tausende Überstunden angehäuft hat und der Klagenfurter Magistratsdirektor mit Überstunden und Zulagen deutlich mehr verdient hat als der Kärntner Landeshauptmann. Am Ende ist dann die Polizei vor meiner Tür gestanden und hat meinen Laptop und mein Handy beschlagnahmt.

Der Vorwurf lautete, ich hätte Mitarbeiter im Klagenfurter Rathaus angestiftet, mir Amtsgeheimnisse zu verraten. Das Verfahren gegen mich wurde dann aber eingestellt, und an der Story selbst war nicht zu rütteln. Der inzwischen pensionierte Magistratsdirektor hat im Jahr 2022 aufgerundet schlanke 270.000 Euro brutto verdient, gut 66.000 Euro davon allein mit Überstunden. Ich werde euch in Zukunft an dieser Stelle also Recherchen aus Kärnten und Klagenfurt präsentieren. Aber ganz ehrlich: Diese Geschichten könnten in jeder kleinen oder großen Gemeinde in Österreich passieren.

Bevor wir in die Story hineinköpfeln, noch ein kurzer Hinweis in eigener Sache: Zusammen mit dem Kabarettisten Christian Hölbling bringe ich meine Recherchen auch auf die Bühne. Wir spielen am 12. Februar unser neues Programm mit dem Namen "Die Kaasnudel-Protokolle". Es geht um politischen Machtmissbrauch, Misswirtschaft und Korruption - also Österreich, wie es leibt und lebt.

Wer Lust und Liebe hat: Unter der Telefonnummer 0463 für Klagenfurt 310 300 oder der Mailadresse ke, also konrad-emil, ke@klagenfurter-ensemble.at zusammengeschrieben, da gibt's noch Karten. Nochmal das Datum: 12. Februar in der Theaterhalle 11 am Messeplatz 1 in Klagenfurt. Um 20 Uhr am Abend geht es los, und ich würd mich sehr freuen, wenn der eine oder die andere bei uns vorbeischaut.

Jetzt aber kopfüber in die Story hinein. In unserer Geschichte geht es - bitte verzeiht mir - um Scheiße. Ihr kennt ja alle den Spruch: "Geld stinkt nicht." Nun ja, an dieser Geschichte scheint so einiges zu stinken. Denn es geht um zwei WC-Container an einem sehr prominenten Ort - nämlich direkt am Neuen Platz in Klagenfurt.

Wer ihn nicht kennt: Das ist der zentrale Platz der Landeshauptstadt, versiegelt mit Steinplatten und umrandet von dürren Platanenbäumchen. Der Klagenfurter Bürgermeister sieht dieses Baujuwel von seinem Büro aus, denn das Rathaus liegt gleich an der Westseite des Platzes. Mittendrin - ihr kennt ihn alle - der Lindwurm, in Schach gehalten von der Herkules-Statue, die eine riesige Keule schwingt.

Dazu muss man Folgendes wissen: Mutige Klagenfurter und Klagenfurterinnen haben diesen Lindwurm der Sage nach in einem Sumpfgebiet erlegt. Klagenfurt war also einmal ein Sumpf. Ich bin der Meinung, ganz trockengelegt wurde der nie. Und genau davon handelt, was auf diesem Neuen Platz passiert ist.

Die zwei WC-Container, um die es hier geht, haben keine besondere Funktion außer der ihr vorbestimmten. Die Gäste des Klagenfurter Weihnachtsmarktes am Neuen Platz konnten sich dort in den Jahren 2023 und 2024 erleichtern. Warum das so besonders ist? Weil diese WC-Container in Folge so etwas wie ein finanzielles Eigenleben entwickelt haben.

Dazu muss man ein wenig in die Welt der Kärntner Landeshauptstadt und der handelnden Personen eintauchen. Ihr erinnert euch: Ein Sumpf. In der Kärntner Landeshauptstadt regiert seit 8. April 2021 Bürgermeister Christian Scheider. Er war der ehemalige Tennislehrer des 2008 verunfallten Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider.

Scheider ist ein leutseliger Mann, der auf Publikumsmessen oder Wiesenfesten - jedenfalls überall dort, wo ein Schippl Menschen zusammenkommt - gern mal die Udo-Jürgens-Schnulze griechischer Wein raushaut. Und dieser Christian Scheider hält sich schon ewig in der Klagenfurter Stadtpolitik. Er sitzt seit nahezu 30 Jahren im Gemeinderat, und seit 25 Jahren - also einem Vierteljahrhundert - ist er Teil der Stadtregierung.

Man könnte also auch sagen: Er hat alles durch. Er war Stadtrat, Vizebürgermeister, und jetzt ist er zum zweiten Mal Stadtschef. Wichtig für unsere Story: Christian Scheider ist auch Marktreferent der Kärntner Landeshauptstadt.

Zweite handelnde Person ist der Vizebürgermeister, ein Mann namens Patrick Jonke. Er ist Scheiders Parteikollege und sein ehemaliger Büroleiter. Nach einem Gastrokonkurs hat er seine Liebe zur Politik entdeckt.

Und dann gibt es noch eine weitere Rolle - nämlich die der Marktkoordinatorin der Landeshauptstadt. Ihren Namen dürfen wir nicht nennen. Sie ist Jonkes Lebensgefährtin, und diese Rathausangestellte bestimmt die Geschicke der Klagenfurter Märkte, die von der Stadt selbst organisiert werden. Sie hat also auch Einfluss auf den Klagenfurter Weihnachtsmarkt, um den es hier ganz konkret geht.

Und da ist dann noch ein Name, den man sich merken sollte: TAS GmbH. TAS wie Theatro am See. Ureigentlich als Gastrofirma gegründet. Damit ist es angerichtet: Wir haben Bürgermeister Scheider, Vizebürgermeister Jonke, die Marktkoordinatorin und die TAS GmbH.

Die ganze "Es tut mir leid, Scheiße" beginnt mit einem legitimen Wunsch. Die öffentlichen WCs der Stadt Klagenfurt reichen für die Weihnachtsmarktbesucher aus welchen Gründen auch immer offenbar nicht aus. Nach 2 bis 3 Bechern Glühwein muss halt jeder einmal aufs Häusel. Deshalb bestellt die Stadt Klagenfurt alljährlich für die Dauer des Weihnachtsmarktes zusätzliche WC-Container für den Neuen Platz. Die werden dann von Mitte November bis Ende Dezember angemietet.

Das ist kein großes Problem, es gibt mehrere Anbieter, die für Erleichterung sorgen, zum Beispiel bei Events, Konzerten oder - eben wie in unserer Geschichte - auf Märkten. Die Stadt schreibt also für den Winter 2023 wie schon zuvor WC-Container aus und erhält mehrere Angebote. Darunter eines von der TAS GmbH. Die TAS ist dann "Best Bieter", stellt diese zwei WC-Container auf und übernimmt auch den Betrieb. Das bedeutet: Reinigung, Seife, Klopapier und alles, was dazugehört, ist inkludiert. So weit, so gewöhnlich. Kostenpunkt: 18.000 Euro brutto. Brutto deshalb, weil die Stadt nicht vor Steuerabzugsberechtigt ist. Pro WC-Besuch sind 0,50 Cent zu entrichten. Auch diese Benützungsgebühr geht an die TAS GmbH. Wichtig: Die TAS GmbH muss nicht bekannt geben, wie viel sie so zusätzlich lukriert. Fix ist nur: Container, Betrieb und Benützungsgebühr gehen an diese Firma.

Ein Jahr später, also 2024, wiederholt sich das Spiel: Die Stadt schreibt aus, die TAS GmbH bekommt erneut den Zuschlag. In diesem Winter 2024 beginnt allerdings eine gewisse - nennen wir es einmal - Geruchsentfaltung. Denn die zwei WC-Container kosten jetzt nicht mehr 18.000 Euro, sondern 35.700 Euro brutto. Oder das Doppelte. Doch dabei bleibt es nicht, denn auch die Erleichterung am Weihnachtsmarkt erfährt eine wundersame Preiserhöhung. Plötzlich kostet der Besuch des WC-Containers 1 Euro. Und weil das "Geschäft mit dem Geschäft" der Stadt offenbar völlig egal ist, darf die TAS GmbH auch diesen Euro pro Besuch erneut behalten.

Hinter den Kulissen ist das mehr als spannend. Denn: Ihr erinnert euch an die Akteure: Bürgermeister Scheider, der Marktreferent; sein Parteifreund, Vizebürgermeister Patrick Jonke; dessen Lebensgefährtin - und die TAS GmbH. Diese Lebensgefährtin ist nämlich ab 2024 als neue Marktkoordinatorin für die Vergabe und Abrechnung der WC-Container mit zuständig. Sie weiß also von der Verdoppelung der Kosten. Und dann ist da wie gesagt noch die TAS GmbH als Anbieter. Schaut man aber genauer hin, entpuppt sich die TAS GmbH als Vehikel von Ex-Geschäftspartnern und Freunden des heutigen Vizebürgermeisters Patrick Jonke. Unter den Gesellschaftern befindet sich ein befreundeter Gastronom, zwei mit Jonke ehemals gesellschaftsrechtlich verbundene Unternehmer, und dann noch einer seiner engsten Freunde. Facebook-Bilder zeigen Jonke mit diesem Freund bei einer großen Musikveranstaltung oder bei einem wichtigen familiären Anlass von Jonke. Die Marktbehörde vergibt also einen Auftrag an die Freunde des Vizebürgermeisters.

Auffällig bleiben dabei zwei Dinge: die Verdoppelung der Miete und des Benützungsentgelts von 2023 auf 2024. Und da wäre noch eine kleine Sache: Bereits wenige Tage nach Beginn des Weihnachtsmarktes 2024 gibt die Marktkoordinatorin den gesamten Rechnungsbetrag für die beiden WC-Container an die TAS GmbH frei. Das beweisen interne Dokumente der Stadt Klagenfurt. Die Buchung der 35.700 Euro erfolgt - in Ordnung gegeben von einer übergeordneten Stelle - bereits einen Monat vor Ende des Weihnachtsmarktes. Das ist insofern bemerkenswert, weil Klagenfurt nicht unbedingt dafür bekannt ist, überhastet Rechnungen zu bezahlen. Die Stadt steht finanziell am Abgrund. Doch diese Überweisung wird mit beeindruckendem Tempo erledigt. Aber: Die TAS GmbH kann sich darauf stützen, sowohl 2023 als auch 2024 Best Bieter gewesen zu sein. Die Sache hat aber noch einen kleinen Haken. Auf den zweiten Blick war das Angebot der TAS GmbH vielleicht doch nicht das beste Geschäft für die Stadt.

Im Oktober 2025 geschehen nämlich ein paar Dinge. Einige etwas merkwürdiger als andere. Zu diesem Zeitpunkt erscheinen meine ersten Recherchen rund um die TAS GmbH, Jonke und die Marktkoordinatorin auf meiner Plattform mediapartizan.at. Partisan mit z geschrieben statt mit s. Ja, und obwohl es schon Oktober ist und eigentlich hoch an der Zeit, steht noch immer nicht fest, wer das WC-Container-Geschäft am Weihnachtsmarkt 2025 bekommt. Die TAS GmbH ist es auf jeden Fall nicht mehr. Sie nimmt an der Ausschreibung nicht teil oder wird nicht "eingeladen". Was da von der Fall ist, ist für unsere Geschichte aber irrelevant. Was nun neu ist: In der Ausschreibung 2025 findet sich plötzlich ein Passus, der es in sich hat. Das Geld, das Kunden für die Benützung der Sanitärcontainer bezahlen müssen, soll nun auf einmal zurück zur Stadt wandern. In der Realität ist es so, dass der neue Anbieter diese Einnahmen mit den Kosten einfach gegenrechnet. Die zwei WC-Container kommen nach 35.700 Euro im Jahr 2024 plötzlich nur mehr auf 24.500 Euro. Der neue Anbieter verrechnet zwar 39.600 Euro, zieht aber 15.100 Euro aus Einnahmen durch WC-Gelder ab. Die Stadt kommt also deutlich billiger davon und zahlt 30 Prozent weniger als im Vorjahr bei der TAS GmbH. Es dürfte eine Premiere in der 500-jährigen Geschichte meiner Heimatstadt sein, dass irgendetwas billiger geworden ist.

Eines muss man in dieser ganzen Angelegenheit noch wissen. Und das passt zu dieser Provinz-Bosse. Der TAS GmbH, also der Betreiberin der WC-Container in den Jahren 2023 und 2024, unterläuft nämlich ein kurioser Fehler. Die Gesellschaft stellt ihr Gewerbe für Entsorgungs- und Ressourcenmanagement, das sie für die mobilen WC-Anlagen braucht, gleich nach dem Weihnachtsmarkt 2023 nämlich wieder ruhend. Und sie lässt das ruhend gestellte Gewerbe in Folge nicht wieder aufleben. Dem Gewerbe wieder Leben einzuhauchen, entgeht aber nicht nur dem Geschäftsführer der TAS GmbH. Auch die Marktkoordinatorin checkt nicht, dass sie einen Auftrag an eine Firma vergibt, die gar kein laufendes Gewerbe hat. Auf jeden Fall wird so beim Weihnachtsmarkt 2024 zumindest gewerberechtlich gesehen illegal die Spülung betätigt.

Die Folge: Aufgrund meiner Recherchen eröffnet die Stadt gegen ihren eigenen Anbieter, also die Firma von Freunden und Ex-Geschäftspartnern des heutigen Vizebürgermeisters Patrick Jonke, ein Verwaltungsstrafverfahren. Der TAS GmbH drohen damit bis zu 3.600 Euro Strafe. Zumindest so könnte der Finanzklammenstadt Klagenfurt wieder Kohle in die Kassa fließen.

Damit ist es aber nicht ausgestanden, denn die Vorgänge rund um die zwei WC-Container am Weihnachtsmarkt ziehen noch weitere Kreise. Meine Recherchen führen dazu, dass die Vergabe der "Staatsanwaltschaft Klagenfurt" gemeldet wird und angezeigt wird. Und die ermittelt nun wegen des Verdachts des Amtsmissbrauchs gegen Patrick Jonke. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung. In Kürze sollen die ersten Einfahrnahmen von entsprechenden Mitarbeitern der Stadt Klagenfurt durch das Bundesamt zur Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung - abgekürzt BAK - stattfinden. Ja, und auch der Stadtrechnungshof nimmt die Sache jetzt unter die Lupe. Das hat der Klagenfurter Gemeinderat kurz nach Veröffentlichung meiner ersten Recherche beschlossen.

Ich habe natürlich alle Seiten mit den Vorwürfen konfrontiert. Was sagen die Protagonisten der Geschichte zu dieser Geschichte? Den Anfang lassen wir Stadtschef Christian Scheider machen. Ich habe ihn gefragt, was er dazu sagt, dass die Staatsanwaltschaft mittlerweile "in dieser Sache" ermittelt. Ich zitiere seine Antwort: "Es hat eine anonyme Anzeige gegeben, die Behörden müssen dem nachgehen. Solange die Ermittlungen laufen beziehungsweise der Stadtrechnungshof prüft, wird der Bürgermeister diesbezüglich keine Stellungnahme abgeben." Zitat Ende.

Nun, Scheider irrt sich. Die Anzeige wurde nicht oder nicht nur anonym aufgegeben, sondern von SPÖ-Vizebürgermeister Ronald Rabitsch über eine Anwaltskanzlei eingebracht. Rabitsch bezeichnete die Umstände der Vergabe der WC-Container als zumindest - Zitat - "moralisch verwerflich". Zitat Ende. Ob es strafrechtliche Aspekte gäbe, solle die Staatsanwaltschaft prüfen.

Auch die TAS GmbH hat mir geantwortet. Sie lässt ihre Anwaltskanzlei Höhne-Indermauer und Partner für sich sprechen. Ich zitiere wieder die Antwort: "Der TAS GmbH ist bekannt, dass die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren in Zusammenhang mit der Vergabe der WC-Container eingeleitet hat. Sie, also die TAS GmbH, legt auf die Feststellung Wert, dass weder Gesellschafter noch der Geschäftsführer der TAS GmbH als Beschuldigte geführt werden." Zitat Ende. Und das entspricht auch - völlig - den Tatsachen. Aber ich wollte auch wissen, woher die Preisverdoppelung von 2023 auf 2024 kam, also von 18.000 auf 35.700 Euro brutto. Ich zitiere wieder die Antwort: "Im Jahr 2023 kalkulierte die TAS GmbH das Angebot für die Betreuung der WC-Anlagen deutlich zu niedrig. Sie konnte damals auf keine Vergleichszahlen aus Vorjahren zurückgreifen und hatte auch die Besucherzahlen anders eingeschätzt." Zitat Ende.

Und weiter: Die 100-prozentige Erhöhung der WC-Gebühr von 50 Cent auf 1 Euro sei aus technischen Gründen erfolgt, denn man habe den Preis nur in 50 Cent-Schritten und nicht darunter "anheben" können. Ja, und in Sachen ruhender Gewerbeberechtigung sei dem damaligen TAS-Geschäftsführer einfach ein Versehen unterlaufen, teilt die Wiener Anwaltskanzlei mit.

Ich habe selbstverständlich auch die Stadt Klagenfurt, die ja mit schützender Hand auch die Marktkoordinatorin vertritt, mit den Vorwürfen konfrontiert. Auf die Frage, warum sich der Preis für die zwei WC-Container verdoppelt hat, antwortet das Rathaus folgend. Ich zitiere: "Die Marktverwaltung kann nicht im Namen des Betreibers sprechen, geht jedoch davon aus, dass angesichts der allgemeinen wirtschaftlichen Herausforderungen und der flächendeckenden Teuerungen in ganz Österreich auch dieses Angebot nachträglich kalkuliert wurde. Dennoch bleibt festzuhalten, dass es weiterhin als Bestpreisbieter hervorgegangen ist." Zitat Ende. Einen möglichen Anschein von Befangenheit der Marktkoordinatorin verneint die Stadt Klagenfurt. Zitat: "Die Auftragsvergabe erfolgte im Einklang mit den internen Compliance- und Vergaberichtlinien." Zitat Ende. Ja, und das Gewerbe der Firma zu checken, liege eben nicht im Aufgabenbereich der Marktverwaltung.

Spannend wird das Prüfergebnis des Stadtrechnungshofs. Denn die interne Revision der Stadt hat die Vergabe unlängst auf Grün gestellt. Sie hat gemeint, die Preisverdoppelung sei durch eine Leistungserweiterung zustande gekommen. Komisch nur, dass die TAS GmbH auf vertraulichen Dokumenten gar keine Leistungserweiterung vorgenommen und die Stadt Klagenfurt selbst auch nie so argumentiert hat.

Auch Vizebürgermeister Patrick Jonke meldete sich via Anwalt Michael Sommer zu Wort. Allerdings nicht mit den erbetenen Antworten, sondern gleich mit einer Klagsdrohung. Er, Jonke, werde nicht als Beschuldigter im Ermittlungsverfahren geführt. Ich, also Franz Miklautz, solle die Berichterstattung auf mediapartizan.at löschen, zukünftig unterlassen und gleich mal rund 2.300 Euro Entschädigung und Kostenersatz bezahlen. Anwalt Sommer liefert in diesem Zusammenhang ein E-Mail des Bundesamts zur Korruptionsbekämpfung mit, das seine Aussage, Jonke sei nicht im Beschuldigtenstatus, untermauert.

Allerdings - und jetzt kommt der Punkt - der Information des Anwalts widerspricht diametral die Auskunft des Leiters der Medienabteilung der Staatsanwaltschaft Klagenfurt, Markus Kitz sein Name. Er bestätigte am 26. Jänner, wie auch davor schon eine Kollegin am 15. Jänner und ein weiterer Kollege in einem dritten Check am 28. Jänner, dass das BAK in der Klocausa ermittle und Jonke als Beschuldigter erfasst ist. Was Jonke, so die Staatsanwaltschaft, aber noch nicht wisse, weil er davon noch nicht verständigt wurde. Weshalb - und das soll mein heutiger Schlusssatz sein - ich die 2.300 Euro eher nicht bezahlen und meine Berichterstattung aufrechterhalten werde.

Geschätzte Zuhörer und Zuhörerinnen, wir sind damit am Schluss meiner ersten Podcast-Folge. Also sozusagen meiner Dunkelkammer-Jungfernfahrt. Glaubt mir, ich habe dieses Ding circa 433 Mal eingesprochen. Und es sind noch immer Holperer drin. Und meine Frau sagt: "Kannst du das nicht ein bisschen emotionaler erzählen?" Nun, ich gelobe, ich werde mich bemühen, mit jedem Mal besser zu werden. Für heute lege ich aber das Mikro weg. Doch das heißt noch lange nicht, dass wir am Ende sind. Denn, ihr erinnert euch, Klagenfurt ist auf einem Sumpf gebaut. Ich hoffe, es hat euch ein wenig gefallen. Natürlich freue ich mich über jede Reaktion, jede Kritik, sagt es mir einfach rein. Meine Mailadresse zum Abschluss noch: fm, also Franz Miklautz, fm@diedunkelkammer.at. Adio, ciao und grüß euch aus Kärnten. Bis bald. Euer Franz Miklautz.

Autor:in:

Maximilian Langer

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Folgen Sie diesem Profil als Erste/r

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.