Bühneneingang
Alkohol, Drogen, psychische Grenzgänge: Über die Romantisierung des Exzesses in der Kultur - mit Verena Titze
- Fotocredit: Anna-Lisa Bier
- hochgeladen von Katharina Pagitz
Egal ob als Kabarettistin, Autorin oder Talkshow-Moderatorin: Bei Verena Titze dreht sich viel um Alkoholismus, Burn-out und andere psychische Erkrankungen. Das hat mir ihrer eigenen Suchtgeschichte zu tun, die sie zu einem zentralen Motiv ihrer Arbeit gemacht hat. Aber wie beurteilt man mit dieser Vita die oftmals romantisierte Beziehung von Kunst und Exzess? Braucht es Leid, Rausch und Exzentrik, um eine "gute" Künstlerin zu sein. Oder handelt es sich um überholte Narrative, die sich am besten durch leichtfüßiges Edutainment widerlegen lassen? Passend zum Jahreswechsel, befasst sich Folge 74 mit einem persönlichen und künstlerischen Neustart.
Fabian Burstein
Hallo und herzlich willkommen am Bühneneingang. Mein Name ist Fabian Burstein, ich bin Kulturmanager und Autor und in diesem Podcast zeige ich euch den Kulturbetrieb von innen, so wie er wirklich ist.
Mein heutiger Gast ist die Kabarettistin, Autorin und Podcasterin Verena Titze. Seit Dezember moderiert sie mit dem bekannten Psychiater und Suchtexperten Michael Musalek Die TV-Show "Musalek & Titze – The Gentle Peoples Club" auf dem Wiener Stadtsender W24. In dem Format sprechen prominente Gäste offen über psychische Erkrankungen, Sucht oder existenzielle Lebenskrisen. Humor und Leichtigkeit spielen bei der Sendung dennoch eine entscheidende Rolle, denn Verena Titze ist Spezialistin für solche scheinbaren Widersprüche. Als ehemalige Alkoholikerin und Burnout-Patientin machte sie ihre eigenen Abstürze zum Leitmotiv von kulturellem Ausdruck. Wir sprechen heute über die oftmals romantisierte Verbindung von Kunst und Exzess und wir widmen uns der Frage, wo der schmale Grat zwischen heilsamer Offenheit und kontraproduktiver Entblößung verläuft. Liebe Verena, vielen Dank, dass du mich am Bühneneingang besuchst.
Verena Titze
Ja, vielen Dank für die Einladung.
Fabian Burstein
Schön, dass du da bist.
Verena Titze
Ich freue mich.
Fabian Burstein
Ich möchte mit dir einsteigen mit diesem berühmten Mythos des genialen Wahnsinns. Kunst und Kultur ist ja oft diese Erzählung präsent, dass Kreativität nur aus Chaos, aus dem Leiden oder aus dem Exzess entstehen kann. Woher kommt dieser Mythos aus deiner Sicht? Warum hält sich das im Kulturbetrieb so hartnäckig?
Verena Titze
Also ich glaube und ich spreche jetzt ganz subjektiv aus meiner eigenen Erfahrung, aber zum Beispiel ganz viel von meiner Kunst, oder wie auch immer ich es nennen möchte. Also zum Beispiel mein erstes Buch, das ist recht autobiografisch, kam aus dem Leid. Also das ist entstanden in der ersten Reha in der Alkoholentzugsklinik und ich habe da einen Zugang gefunden, meine Schmerzen zu verarbeiten und das war in Tagebuchform. Und auch jetzt ist es so teilweise, dass wenn ich durch schlimme Schmerzen durchgehe und das mache ich immer wieder, ich bin in Therapie und arbeite ganz viel auf von meiner Vergangenheit, dass da dann sehr kräftige Kapitel oder ja geschriebene Aufsätze entstehen.
Das heißt, ich glaube schon, dass da was Wahres dran ist, dass wir, wenn wir in uns gehen und da entstehen halt Schmerzen, aber auch Freude, Tränen, alles Mögliche entsteht da ja, dass da dann Kunst begraben liegt sozusagen. Was ich aber nicht mehr vertrete, das habe ich früher gedacht, denke ich aber jetzt nicht mehr, ist, dass ein Rausch, ein Alkoholrausch mich der Kunst näher bringt. Weil das ist ja auch ein Gerücht, nicht wahr? Dass wenn wir uns betrinken oder es gibt ja viele Autoren, Autorinnen, die quasi im Rausch geschrieben haben, dass uns das der Kunst näher bringt.
Fabian Burstein
Es gibt ja vom NME, einem britischen Musikmagazin, ja auch so Listen, wie die. Ich weiß nicht, 10 oder 100 besten Kokainalben der Welt und so.
Verena Titze
Ja, ja.
Fabian Burstein
Das bezieht sich ja nicht nur auf Alkohol, sondern insgesamt auf Drogen, dass man sagt, das braucht es, um unter anderem um großen künstlerischen Ausdruck hervorzubringen.
Verena Titze
Ja und na klar, also Alkohol enthemmt uns. Das heißt, ich kann mir schon vorstellen, oder ich weiß auch, ich weiß auch zum Beispiel, ich war ja Journalistin in einem sehr viel früheren Leben und ich bin teilweise in die Arbeit gegangen und hatte einen riesen Kater bzw. war noch leicht betrunken und habe dann geglaubt, oh, ich schreibe gerade die besten Artikel, weil es float und es ist mir alles wurscht.
Und danach bin ich draufgekommen und auch durch Kritik von außen, dass das furchtbar ist, was ich da gerade schreibe. Also ich weiß nicht, ob das stimmt, dass das unbedingt die beste Kunst hervorbringt. Was es aber tut, ist, es enthemmt uns. Und dann glauben wir, wir sind so super nahe an unserem Kern. Und ich bin mittlerweile aber der Meinung, dass die schönste Kunst entsteht, je klarer ich im Kopf bin und aber je mehr ich mich dem widme, was da in mir verborgen ist. Und das ist einfach eine schmerzhafte Arbeit teilweise.
Fabian Burstein
Das heißt aus deiner Sicht: Ja zum Schmerz, aber nein zu dem Mythos, dass der Schmerz automatisch mit Rausch in Verbindung sein muss?
Verena Titze
Ja, auf jeden Fall. Also bei mir, das ist wiederum subjektiv, weil bei mir geht das ja gar nicht mehr. Also ich bin trocken, ich kann nicht mehr zu einem Glas Wein greifen, aber alles, was gerade entsteht, egal ob TV oder Kabarett oder Buch, mache ich ja nüchtern. Und das ist. Ich bin jetzt viel, viel näher an Kunst, als ich es jemals war, als ich noch getrunken habe.
Fabian Burstein
Aber Hand aufs Herz, du bist ja da auch in Szenen unterwegs, in Szenen die auch ich ganz gut kenne. Wie oft begegnest du der Situation, dass Disziplin als langweilig gilt und eben Exzentrik/Exzess als notwendig fast schon notwendiges Gütesiegel für Talent?
Verena Titze
Ja, das begegnet mir viel. Besonders also in Wien, in Österreich bin ich oftmals dann alleine auf weiter Flur, wenn ich mich so auf Partys oder Events bewege, wo sich dann die Künstlerinnen und Künstler, sei es Schauspieler:innen oder Autor:innen, es ist ja eigentlich egal, welche Kunstform, wird das schon. Die sind schon sehr nahe an diesem Alkohol und auch Rauchen oder was auch immer, auch andere Drogen. Wie dem auch sei, das gehört ja irgendwie dazu.
Also im Kunst und Kulturbereich gehört das dazu und wird ja auch gar nicht verpönt. Ich weiß auch von teilweise Proben, wo dann einfach danach der Karton mit Champagner aufgemacht wird und sei es um 12 Uhr zu Mittag. Auch in der Kabarettszene gibt es viele Kolleginnen, Kollegen. Also ich will jetzt nicht, so genau weiß ich es nicht, aber ich weiß schon, es gibt manche die auch zum Beispiel vor einem Auftritt trinken, nach dem Auftritt trinken mit dann mit den Fans und so weiter.
Für mich ist es gar nicht so einfach, weil manchmal habe ich das Gefühl: Na gut, da kann ich nicht mitmachen. Also ich kann mich nicht mit den Fans hinsetzen, ich kann ein Coca Cola dann trinken, das ist aber dann uncool sozusagen.
Fabian Burstein
Ja gut, das Blöde an solchen Situationen ist ja auch, dass wenn man dann nicht im selben Aggregatszustand ist, dass einem die Gespräche halt unglaublich doof vorkommen, während man sie im selben Aggregatszustand total interessant oder witzig oder was auch immer findet.
Verena Titze
Also absolut, absolut. Ja. Und das ist für mich dann nicht so angenehm, aber auch für mein Gegenüber, weil ich bin ja so ein unangenehmer Spiegel. Also ich bin die, die da trocken, trockene Alkoholikerin ist und dann mache ich zwar diese diese Kunstdinge, aber ich trinke nicht mit danach. Also ich merke auch, für manche ist das dann unangenehm und das erzeugt eine gewisse Spannung zwischen mir und denen, die trinken ja.
Fabian Burstein
Hast du da eigentlich auch so einen missionarischen Eifer? Oder anders gefragt: Möchtest du andere von der Konzeption des Nüchternseins überzeugen oder lasst du denen den Spaß und denkst ja, mein Gott, die Konditionen des Überlebens sind einfach unterschiedlich, jeder nach seiner Fasson?
Verena Titze
Ja, also ich gehe da mit vollem Verständnis voraus weil ich komme ja auch aus einer Vergangenheit, wo ich sehr gerne sehr viel getrunken habe. Und ich finde es reicht, dass ich es auf der Bühne thematisiere, in meinem Buch, im Podcast. Also ich thematisiere das beruflich. Das heißt, wenn ich dann mit jemandem sitze, der ein Glas Wein trinkt, dann das ist nicht not my place, also gar nicht. Die Menschen reden manchmal gerne mit mir drüber. Also die sagen dann, hey, und ich trinke so und so viel, was denkst denn du? Und auch da halte ich mich bedeckt, weil ich bin keine Therapeutin und ich bin keine, ich bin nicht. Ja, das ist nicht. Das sehe ich nicht als meine Aufgabe, anderen Menschen zu sagen, wie viel sie zu trinken haben oder nicht oder wie gut ihnen das tut oder nicht. Nein, da halte ich mich sehr zurück.
Fabian Burstein
Aber wenn wir jetzt mal so ein bisschen in die Fan-Perspektive schlüpfen.
Verena Titze
Ja.
Fabian Burstein
Es gibt natürlich schon so historische Kultfiguren, die ohne den Exzess nur schwer vorstellbar wären. Ich denke zum Beispiel an Charles Bukowski, den Schriftsteller, der ja extrem von diesem Mythos des wirklich komplett kaputten Schriftstellers gezehrt hat und wo sich der Charme der Geschichten ja auch daraus speist. Im Rock' n Roll haben wir das natürlich auch ganz massiv.
Verna Titze
Hemingway war auch so einer.
Fabian Burstein
Hemingway ja. Auch mit dem Thema Alkohol. Es gibt ja da viele mythische Figuren. Würde uns das nicht ein bisschen was als Fans kaputt machen, wenn das nicht da wäre?
Verena Titze
Also ich finde, das hat alles seine Berechtigung, weil die sich ja auch damit auseinandersetzen auf eine andere Art und Weise. Also eben, das wird ja aufgezeigt, das Exzessive, die Drogen, der Rausch, was auch immer. Also auch bei mir erzähle ich zum Beispiel im ersten Buch erzähle ich ganz viel, wie sich das angefühlt hat und wie dieser Rausch, was der mit mir gemacht hat. Und der hatte ja auch einen Sinn.
Also ich habe mich ja zum Beispiel betrunken, weil ich vor irgendetwas fliehen wollte und das hat mir ganz viel Freiheit gegeben, der Rausch. Also ich finde, dass, also was so wichtig ist, ist, dass das eine schmale Linie ist von wir wissen, dass uns das nicht gut tut. Also schauen wir uns Amy Winehouse an, oder solche Figuren auch. Das ist ja unglaublich tragisch. Die sind ja daran tragisch zugrunde gegangen. Natürlich hat das ein Bild von Rock' n Roll und Party und so weiter, aber das macht uns ja kaputt.
Also Ich finde, jede Form dieser Auseinandersetzung darf da sein und auch ein Bukowski, das soll und darf so da sein. Was ich aber mache, ist, ich zeige halt zwei Seiten der Medaille, weil ich kenne beide. Also ich weiß, wie wunderbar der Rausch auch ist. Also ich verteufle ihn in dem Sinne nicht, aber hätte ich zum Beispiel so weitergemacht, würde ich jetzt so nicht mehr vor dir sitzen und ich wäre sehr schnell abgestürzt.
Und ich finde es sehr schön aufzeigen zu können, dass ein nüchternes Leben sich sehr wohl auch sehr gut gestalten lässt und sehr aufregend sein kann und auch eine andere Form von Rausch haben kann.
Fabian Burstein
Gibt es etwas, gerade im künstlerischen Kontext, was du dann doch vermisst? Weil ich hab mal gehört, dass das auch das Wichtigste ist oder nicht das Wichtigste, sondern ein wichtiger Aspekt der Suchtbearbeitung, dass man auch ganz realistisch und ehrlich sagt: Nein, nein, das hat schon gute Seiten, die man auch vermissen darf. Und wo man sich einfach rational klar macht, okay, es ist halt ungesund oder ich habe es nicht unter Kontrolle, deshalb darf ich es nicht machen.
Verena Titze
Ja.
Fabian Burstein
Aber es ist auch okay zu sagen: Nein, nein, das war schon toll. Hast du irgend so was, wo du sagst, das war richtig gut. Das hätte ich schon ab und zu gerne?
Verena Titze
Also es ist so, dass ich habe den Exzess geliebt, geliebt. Ich habe gebadet in diesem Exzess. Das hat aber Gründe, weil ich vor dem Leben oder vor gewissen Dingen Gefühlen weglaufen wollte und der Alkohol hat mich dann eingebettet.
Also diese, dieser Exzess, da konnte ich aufgehen und mich verlieren. Also komplett verlieren, das kann ich ja so jetzt nicht mehr. Also ich nehme auch keine anderen Drogen, das wäre mir viel zu gefährlich, ja. Also ich habe ein Suchtgedächtnis, das geht nicht. Es gibt Momente im Leben, wo ich das schon, wo ich das gerne noch einmal hätte, diesen Exzess. Aber ich weiß auch ganz genau, was das heißen würde für mein Leben. Also mir ist ganz klar, dass ich das so nicht mehr leben kann.
Und ich muss sagen, dadurch, dass der Alkohol nicht mehr in meinem Leben ist, habe ich einen neuen Zugang zu meinen, zu meinen inneren Gefühlen. Weil jetzt, wenn so eine Schmerzwelle zum Beispiel kommt, muss ich sie durchtauchen. Also ich könnte mich natürlich ablenken mit Social Media und weiß ich nicht, anderen Dingen.
Fabian Burstein
Netflix.
Verena Titze
Ja, nur das reicht nicht, dann kommt die Welle trotzdem und dann sitze ich in diesem Schmerz und dann muss ich den durchspüren. Und das ist ja das, was wir als Menschen nicht so gern haben. Wir wollen nicht diese rohen Gefühle, die tun uns ja weh. Und deswegen zum Beispiel fünf Gläser Wein und die Welle ist weg und das geht nicht mehr.
Und das ist spannend irgendwie, wenn ich jetzt drüber nachdenke, wenn ich in dieser Schmerzwelle bin, ist das eigentlich auch eine Art von fast Rausch und auf der anderen Seite wartet immer irgendwie ein Regenbogen. Oder zum Beispiel, ich habe etwas geschrieben, dann ist ganz spannend. Also es bringt mich näher zu mir und das hat der Alkohol nicht gekonnt. Der konnte das überdecken und mir einen Exzess geben, der ablenkt, aber der konnte mich nicht näher zu mir bringen. Das finde ich ist so der Unterschied, ja.
Fabian Burstein
Deine Antwort führt mich eigentlich zu einem weiteren sehr wichtigen Punkt, den ich mit dir besprechen wollte, nämlich unter Anführungsstrichen das Kapital der Krise. Du hast es irgendwann mal sehr gut geschafft, die Wahrheit auch zum Gegenstand deiner eigenen Vermarktung, deiner eigenen kulturellen Vermarktung zu machen. Du hast ja auch erwähnt, die Menschen sprechen dich ja darauf an, sagen: Verena, wie schaut's aus? Was ist Alkoholismus? Was ist noch OK? Ich tschecher, wenn wir in Wien bleiben. Ich trinke so und so viel, ist das noch tragbar?
Verena Titze
Ja.
Fabian Burstein
Du sprichst eben sehr offen über diesen Exalkoholismus, über das Burnout. Wie schwer ist denn die Entscheidung, eine persönliche Krise so öffentlich zu machen? Und ab welchem Punkt trifft man dann auch die Entscheidung, diese Offenheit auch zum Teil des kulturellen Kapitals, des eigenen Schaffens zu machen?
Verena Titze
Also bei mir war das ein Prozess auf jeden Fall. Wie gesagt, diese Tagebücher in der Reha, die waren nicht, also da habe ich mir nicht überlegt, ich schreibe jetzt ein Tagebuch und dann veröffentliche ich es. Das war nicht, das war, nein, das war, das war nicht meine Idee, sondern das war wirklich in erster Linie, um ein Tool zu finden, mit meinen Dämonen umzugehen.
Und dann saß ich in der Reha und ich weiß noch, da hat meine Therapeutin dann zu mir gesagt: Du Verena, diese Geschichten, die du da mir auch erzählst und wie du sie erzählst, das könnte anderen Menschen auch helfen. Hast du dir das schon mal überlegt? Und so begann das.
Also ich habe dann mir überlegt, ein Buch zu schreiben eben über diese über diese Erfahrung in der Reha. Und das ging dann recht schnell. Also diese Tagebücher habe ich dann ein bisschen umformuliert und ein bisschen verändert und in eine Buchform gepackt. Und das ging dann wirklich so Step by Step.
Also das war nie so eine Entscheidung, so ich nehme jetzt meinen Alkoholismus und ich nehme jetzt mein Burnout und schreie es in die Welt hinaus. Sondern es war: Okay, dieses Buch, das ich da schreiben möchte, das möchte ich vielleicht nach außen tragen. Aber da war auch ganz viel Angst, so um Gottes willen, ich schäme mich sehr für alle diese Dinge, die da passiert sind.
Andererseits, vielleicht hilft es wirklich jemandem. Vielleicht ist das auch ein Weg für mich Geld zu verdienen oder einen neuen Beruf auszuüben, weil ich konnte nicht zurück in die PR-Managerin, die ich war. Das war unmöglich. Ich war in einem Burnout und mir war klar: PR-Managerin, kann ich nicht mehr werden.
Fabian Burstein
Aha, das hast du gewusst? Also du hast gewusst, das ist Teil des Lifestyles, der dich krank gemacht hat?
Verena Titze
Ja. Und ich wusste, ich kann nicht mehr in so einen Konzern zurück mit einem Chef oder einer Chefin über mir. Also ein Burnout haut dir ja so den Vogel raus. Das war nicht denkbar, dass ich zurückgehe in so ein System. Das System, das mich krank gemacht hat. Ja, genau. Also das war mir klar. Mir war auch klar, ich kann mich in überhaupt keine Firma setzen, wo mir jemand sagt, was ich tun soll. Das hat in mir so eine Panik ausgelöst. Also es musste was Neues her, ja.
Fabian Burstein
Das heißt, der erste Schritt war: Du wusstest, du musst etwas machen, wo du dein eigener, deine eigene Chefin bist?
Verena Titze
Ja.
Fabian Burstein
Oder wo du in irgendeiner Form frei bist von solchen Einflussfaktoren, wie du sie beschrieben hast?
Verena Titze
Ja. Also ich wusste, ich schaff's nicht. Also was ich auch gemacht habe, ich war zum Beispiel dann über den Sommer Kitesurfen und Kitesurf-Praktikantin am Neusiedler See und habe dort versucht, also quasi Kitesurf-Lehrerin zu werden, weil ich nicht wusste, wie ich mit diesem Arbeitssetting umgehen soll.
Und da weiß ich noch, da hat der Chef, der Chef war so ein Surfer Dude, der hat irgendwann einmal zu mir gesagt: Ja Verena, ob ich öfter die Mistkübel ausleeren könnte. Daraufhin habe ich eine Panikattacke bekommen. Da habe ich gedacht, ich kann dort nie wieder hingehen. Weil der mir gesagt hat, ich soll die Mistkübel ausleeren. Also nur damit man versteht, wie wenig ich umgehen konnte mit irgendeiner Form von Kritik oder es war ja gar keine Kritik. Also ich konnte nicht damit umgehen, dass jemand über mir ist, weil das hat
mich krank gemacht.
Fabian Burstein
Und unfrei auf eine Art.
Verena Titze
Ja, ja, ganz komisch.
Fabian Burstein
Aha, OK.
Verena Titze
Also es war unmöglich.
Fabian Burstein
Also ohne dass du es per se schlimm gefunden hättest, dass der das Bedürfnis hat, dass die Mistkübel stets ausgeleert sind, hat der pure Akt, dass er dich quasi dazu zwingt, zwingen will, das zu tun, hat schon gereicht, um zu sagen, ich bin unfrei. Ich kriege genau diese Enge, die ich früher hatte und die mich letztendlich auch krank gemacht hat.
Verena Titze
Ja, bzw. eben das war ja sozusagen, mach das bitte öfter. Also es war wie eine Kritik.
Es ist jetzt, wenn ich zurückdenke, ist das verrückt, ja. Das war 2021 und ich. Das war ja sehr viel Freiheit. Ich war da den ganzen Tag am Neusiedlersee und habe auf das Wasser geschaut und auf die Wellen und war immer wieder im Wasser halt mit jemandem und Kitesurfen ist extrem frei: Und diese Kleinigkeit hat mich komplett aus meiner Ruhe gebracht, die eben noch keine Ruhe war. Und das war fast eineinhalb Jahre schon, nachdem das Burnout eingeschlagen hat. Also nur, dass man versteht, wie lange ein Burnout auch dauert. Also wie lange das dauert, um die Seele oder die Psyche wieder gerade zu biegen. Es dauert Jahre.
Fabian Burstein
Jetzt haben wir aber das Phänomen gerade in der Kunst- und Kulturbranche, dass wir es mit sehr vielen Menschen in sogenannten prekären Arbeitsverhältnissen zu tun haben. Also Leute, die nirgendwo angestellt sind, sondern frei als Freie überleben müssen und die sagen würden genau das ist die Lebenssituation, diese Unsicherheit, diese diese Perspektivenunsicherheit. Genau das ist es, was sie wiederum kaputt macht. Daraus nehme ich mit, da gibt es kein prototypisches Lebensmodell, was einen persönlich fertig macht.
Verena Titze
Nein, nein. Und es sind ja auch ganz viele Umstände. Also ein Burnout finde oder ich wieder persönlich sehr subjektiv, aber bei mir, da kommt ganz viel aus der Kindheit dazu, mein Perfektionismus, mein Leistungsdrang, dann auch Beziehungen. Also Menschen, die ein Burnout haben, haben oft auch im privaten Bereich Probleme. Also das ist ein, das ist sehr komplex. Das ist nicht nur: Oh, du hast zu viel gearbeitet und dann bekommst du ein Burnout. Das ist ein extrem komplexes Ding dahinter, ja.
Und so war es bei mir auch. Also ich habe auch seither. Ich bin eben zum Beispiel, bei mir war es auch der Alkoholismus. Alkoholismus ist ja auch ein Symptom. Also warum trinke ich so viel? Da muss ich schon dahinter schauen, was ist da passiert, dass ich ab 16 beschlossen habe, mich jedes Wochenende in einen Exzess zu saufen und Blackouts zu haben, um das Leben zu vergessen.
Was ist da passiert, dass ich jetzt, dass ich die? Also, oder? also wir müssen uns schon fragen, was dahintersteckt. Und das ist lange Arbeit. Ich bin jetzt sechs Jahre in Therapie und bin auch noch nicht fertig. Ich meine, wann sind wir jemals fertig mit irgendwas? Aber ich arbeite ganz viel auf und Ziel ist, gesünder zu leben auf allen Fronten, Beziehungsebene, berufliche Ebene. Auch jetzt zum Beispiel diesen Herbst habe ich viel zu viel gearbeitet.
Das heißt, ich bin zwar jetzt meine eigene Chefin, ich mache nur Dinge, die ich ganz toll finde und dennoch hatte ich diesen Herbst fast so was wie ein Mini-Burnout, weil ich einfach zu viel getan habe. Und nicht so sehr auf meine Grenzen geschaut habe. Also das ist ein Prozess und ein Weg, auf dem ich mich befinde.
Fabian Burstein
Multifaktoriell, könnte man sagen, sowohl im Ausbruch als auch in der Bewältigung. Wie verhinderst du, dass deine ehrliche Auseinandersetzung mit diesen Themen, Alkoholismus und Burnout in diesem Fall nicht dazu führt, dass du im öffentlichen Raum nur auf diese Rolle reduziert wirst, die geheilte Patientin. Das ist ja schon auch eine Gefahr, dass man dann nur noch das ist.
Verena Titze
Also was mir schon auffällt, ist, dass ganz viele Menschen mit mir über den Alkoholismus reden möchten. Das ist schon immer noch Hauptthema. Und das finde ich ist auch in Ordnung, weil das ist ja auch derzeit meine Arbeit. Also ich will in Österreich darüber aufklären, über unseren Alkoholkonsum, über problematischen Konsum. Ich leite auch Selbsthilfegruppen zum Beispiel und auch meine TikTok- und Instagram-Kanäle, da geht es ganz viel um Alkoholismus. Das ist in Ordnung.
Das heißt, derzeit kann ich dir noch gar nicht sagen, weil wenn ich interviewt werde oder wenn ich mit Menschen spreche, habe ich das Gefühl, ich werde ernst genommen, auch eben als Autorin oder Kabarettistin. Und ja, derzeit ist natürlich Alkohol da das große Thema. Das möchte ich aber jetzt nicht mein Leben lang so behalten, sondern ich möchte in den nächsten Jahren ja auch andere Themen behandeln. Tue ich ja auch mittlerweile schon. Also ich bin ja nicht nur eben trockene Alkoholikerin, aber ja.
Fabian Burstein
Ja, aber jetzt ein Beispiel. Du hast jetzt ein neues Kabarettprogramm, das hat vor ein paar Wochen grade Premiere gefeiert, na?
Verena Titze
Nein, also das vor einem Jahr.
Fabian Burstein
Vor einem Jahr. Entschuldigung, hat vor einem Jahr Premiere. Also "Erfolgreich ins Burnout".
Verena Titze
Genau, ja.
Fabian Burstein
Heißt das, na. Das spielst du regelmäßig. Aktuell, glaube ich, in der Kulisse.
Verena Titze
Habe ich gespielt, ja.
Fabian Burstein
Hattest du zwei, drei Termine. So und da geht es halt um eh das Burnout. Das ist auch im Titel drinnen.
Verena Titze
Genau.
Fabian Burstein
Und es kann ja sein, dass irgendwann mal der Moment kommt, dass du sagst, so jetzt möchte ich ein Kabarettprogramm machen über die aktuelle politische Lage
Verena Titze
Ja.
Fabian Burstein
Oder über die Liebe
Verena Titze
Ja.
Fabian Burstein
Oder was auch immer.
Verena Titze
Ja.
Fabian Burstein
Hast du da nicht Angst, dass dir dann ein Booker, eine Bookerin oder jemand aus einer Location sagt: Na komm, jetzt hast du ein gewisses Image dir aufgebaut, jetzt bleib dabei. Spiel das ordentlich durch. Tu das bisschen variieren, da wissen die Leute, was sie zu erwarten haben und so weiter. Hast du manchmal Angst, dass das passieren könnte?
Verena Titze
Gar nicht. Nein, überhaupt nicht. Also ich habe jetzt schon ja auch Ideen für das nächste Programm und ich überlege, dass das dann basiert auf meinen Erfahrungen in meinen ersten Jahren nüchtern. Also natürlich hat das dann trotzdem auch damit zu tun und nicht nur, aber schon. Also zum Beispiel diese ersten Jahre, wo ich dann begonnen habe, nüchtern zu daten, das ist verrückt. Das war für mich so eine Herausforderung.
Fabian Burstein
Warum?
Verena Titze
Weil ich früher immer Alkohol getrunken habe. Immer auch vor einem Date zum Beispiel ein, zwei Gläser Wein, damit ich auf ein Date gehen kann. Und das ist schlimm. Aber ich glaube, ich bin nicht allein. Also ich glaube, ganz viele Menschen haben ein erstes Date zum Beispiel mit Alkohol, also in einer Bar, ein paar Gläschen, damit man sich näher kommen kann und so weiter. Und das, wenn einem das weggenommen wird und man dann plötzlich diesen Dating-Markt da beschreitet nüchtern, das ist. Also jetzt ist es für mich ganz normal, natürlich 5 Jahre später, aber damals war das so heftig und so arg und so anders.
Und das ist zum Beispiel etwas, was ich gerne thematisieren möchte. Also ich, es stört mich nicht, wenn das mit dem Alkohol quasi bei mir mitschwingt, weil jetzt noch, keine Ahnung, was in fünf Jahren ist, aber jetzt noch ist das etwas, was ich als extrem wichtig empfinde und wir totschweigen in Österreich. Also wir reden nicht darüber, es gibt keine trockenen Alkoholiker und innen, die da durch die Gegend laufen und erzählen, wie das Leben so ist. Und wie man zum Beispiel auch behandelt wird. Also dass dir das passiert, dass ein Dessert kommt und die sagen, da ist kein Alkohol drin und dann ist das getränkt in Gin und du nimmst einen Biss und denkst: Leute, das kann nicht sein. Wir brauchen ein bisschen mehr Awareness, ein bisschen mehr Bewusstsein rund um das Thema.
Fabian Burstein
Also ich kann berichten, ich bewege mich ja ständig in der Kunst und Kulturblase und ich trinke, glaube ich, seit fast 13 Jahren keinen Alkohol mehr.
Verena Titze
Wow, toll. Ja.
Fabian Burstein
Und wenn es dann dazu kommt, dass in der Runde Alkohol getrunken wird und ich sage, ich trinke keinen Alkohol, ist die allererste Frage: Hast du mal ein Alkoholproblem gehabt?
Verena Titze
Wirklich?
Fabian Burstein
Die allererste Frage.
Verena Titze
Ja.
Fabian Burstein
Also ich würde sagen, in 60 bis 70 Prozent aller Fälle.
Verena Titze
Bei Frauen ist es: Bist du schwanger, bist du schwanger?
Fabian Burstein
Bis du schwanger? Ja. Ja.
Verena Titze
Ja.
Fabian Burstein
Und das ist auch für die Leute ganz schwer zu ertragen, wenn man sagt nein. Also ich glaube, ich glaube nicht, aber es war halt einfach, habe ich mich dafür entschieden und so.
Verena Titze
Ja, spannend. Kenne ich gar nicht so. Aber bei mir ist es ja sehr oft sehr on the table.
Fabian Burstein
Ja, Ja. ich sage das dann immer. Ich sage nein. Also ich hätte jetzt nicht gesagt, dass ich ein Alkoholproblem hatte, aber es ist schon so, wenn man so in Gesellschaft häufiger trinkt, dann macht das was mit der Fitness schlicht und ergreifend.
Verena Titze
Ja, ja.
Fabian Burstein
Also man ist einfach müde am nächsten Tag und das wollte ich mir ersparen. Und da ich jetzt nicht so jemand bin, der ich brauche jetzt mein Gläschen zum Abendessen oder so, habe ich es ganz weggelassen, weil das für mich einfach so einfacher zu organisieren ist.
Verena Titze
Super, toll.
Fabian Burstein
Danke, das wollte ich hören.
Verena Titze
Ja, das ist wirklich toll. Da bist du einer von wenigen. Also so viele gibt es da nicht in Österreich, in Wien.
Fabian Burstein
Naja, ich möchte noch auf eine andere Gefahr eingehen, nämlich die vielleicht gar nicht so präsente Gefahr der Imitation deines Lebensmodells. Und ich will es an was anderem festmachen. Ich kenne diese Fuckup Nights. Ich weiß nicht, ob du die kennst.
Verena Titze
Ja, ja, kenne ich.
Fabian Burstein
Wo Leute über das Scheitern sprechen. Und am Anfang fand ich das wirklich mega. Ich fand das total gut, diese Enttabuisierung des Scheiterns. Ich fand es richtig gut und irgendwann mal fand ich es total stressig, weil diese Geschichten des Scheiterns dann immer mit so einer Phönix aus der Asche Geschichte verbunden waren.
Verena Titze
Ja.
Fabian Burstein
Also sprich, aus dem Scheitern ist dann ein Millionen-Startup entstanden oder so. Und ich habe erst wieder den Druck gehabt und gedacht, okay, ich darf schon scheitern, aber nur dann scheitern, wenn ich aus dem Scheitern so richtig was mache, was richtig durch die Decke geht.
Verena Titze
Pressure, ja.
Fabian Burstein
Also ich finde, das ist ein Double Pressure. Siehst du die Gefahr, dass deine Offenheit und dann natürlich auch die Karriere, die an diese Offenheit angeschlossen ist und auch funktioniert hat, dass da Menschen glauben könnten, man muss zuerst mal eine Krise erleben und sich mal so richtig an den Rand bringen, um dann glaubwürdig so ein Rollenmodell leben zu können.
Verena Titze
Also das hoffe ich natürlich nicht. Das hoffe ich nicht. Ich glaube, also ich sehe da nicht so sehr die Gefahr, weil ich eher das Gefühl habe, dass viele Menschen so in einer Halbkrise stecken.
Also ich glaube, viele Menschen sind in so Rädern drinnen, wo sie eben zum Beispiel abends dann das Gläschen trinken oder drei in einem Job stecken, wo sie vielleicht gar nicht so unglücklich, aber auch nicht glücklich sind. Also diesen. Ich glaube, das gibt es oft und ich hoffe eher, dass und. Oder das fände ich ganz toll, wenn meine Arbeit zum Beispiel Bewusstsein schafft, so halt, ich trinke schon echt ziemlich viel. Ich will nicht wie die Verena in der Alkohol-Reha landen und ganz am Rockbottom, weil dort ist es nicht schön. Das versuche ich auch immer wieder klar zu machen. Also in einer Entzugsklinik sitzen ist nicht schön. Also das kann ich nicht empfehlen als Karriereweg.
Ich fände es toll, wenn die Menschen es ein bisschen früher schaffen, früher als ich. Und durch meine Geschichte und durch meinen Weg sehen halt, vielleicht kann ich auf meinen Alkoholkonsum schauen oder wie arbeite ich eigentlich, arbeite ich viel zu viel, dass sie es vielleicht ein bisschen früher als ich abfangen können. Das ist eher so der Wunsch dahinter. Und deswegen bin ich auch sehr ehrlich, was eben diese Krise angeht.
Das ist ja ebenso so bei den Fuckup Nights. Das ist ein 10 Minuten Vortrag und dann ist es so wie, ja und dann geht es runter und runter und dann juhu, eben der Phönix aus der Asche. Was ich ehrlicherweise dazu sagen muss, ist schon, was ich jetzt alles hier tue und was mich auch sehr erfüllt, ist aufgrund meiner Krise schon passiert.
Also bei mir war es tatsächlich notwendig, dass es so scheppert, aber ich wünsche mir eigentlich, dass es nicht so scheppern muss bei allen, weil das ist so, das ist so schmerzhaft. Und eben ein Burnout ist nicht ein halbes Jahr Kitesurfen gehen. Ein Burnout ist jahrelang Schmerzen haben und wirklich in einer Depression sein. Jeder Mensch, der mal eine depressive Episode hatte, weiß, das wünscht er sich nicht über Jahre hinweg. Das ist not a good place to be. Ich hoffe eher, dass die Menschen dadurch ein bisschen mehr Bewusstsein bekommen und nicht in die Krise schlittern.
Fabian Burstein
Jetzt mag ich ja an dir, dass du das alles ja nicht wie so eine Ratgeberliteratur aufziehst, dieses Thema, also dass wir da jetzt einen schicksalsschwangeren Einspieler haben, dann wird mit ernster Miene gesprochen und so weiter, sondern dass du das ja mit einer gewissen Leichtfüßigkeit präsentierst. Es sind solche, ich denke da jetzt an dein kabarettistisches Feld, das du ja auch beackerst, sind solche Erlebnisse wie eine Reha, abgesehen davon, dass das natürlich eine Krisensituation, nicht auch an gewissen Punkten skurril, witzig?
Verena Titze
Ja, ja, ja. Also ja, es ist auch immer so ein bisschen an Messers Schneide. Also es gibt auch Abende, wo alle die ganze Zeit urviel lachen und dann gibt es Abende, wo zwei Stunden Totenstille herrscht. Das macht übrigens meinen Job nicht einfacher. Und übrigens, ein Kritiker hat mal geschrieben über mein Stück, das ist kein Kabarett, sondern es ist eigentlich wie, als würden wir alle gemeinsam in der Reha sitzen. Der hat das so benannt. Und das ist für mich auch gar nicht so einfach, weil manchmal denke ich mir, darf ich mich überhaupt Kabarettistin nennen, weil es ist ein tragischer Abend, der immer wieder lustig ist.
Aber das ist auf keinen Fall ein Abend, wo du reingehst und eigentlich die ganze Zeit durchlachst. Also es passiert selten und die Menschen, die glauben, sie gehen zu einer Stand-Up Comedian oder so, die werden halt bitter enttäuscht, weil es ist doch harter Tobak. Und ich versuche es auf jeden Fall humoristisch aufzuarbeiten, aber es ist halt doch, es sind halt doch ernste Themen, aber vielleicht gelingt mir das im nächsten Programm noch besser.
Also ich bin da auch am Lernen, wie ich es so lustig wie möglich halte, ohne es ins Lächerliche zu ziehen, weil es ist nicht lächerlich und es ist auch nicht so, ich lache über mich selbst, haha, ich bin durch diese schlimmen Dinge gegangen, sondern das verdient schon auch Respekt. Ja, also es ist nicht so, es ist gar nicht so einfach.
Fabian Burstein
Ja, es gibt ein Lied, ich glaube, es ist von Freundeskreis, der ehemaligen Band von Max Herre,
Verena Titze
Ja.
Fabian Burstein
Wo es eine Textzeile gibt. Ich hoffe, ich zitiere das jetzt richtig, ansonsten man möge es mir nachsehen, wo es sinngemäß heiß: Tragik ist Komik in Spiegelschrift oder eben umgekehrt.
Verena Titze
Oh, schön.
Fabian Burstein
Ja, das ist ja eigentlich, das bringt das ja sehr schön auf den Punkt, oder?
Verena Titze
Ja. Oh, das ist ein schöner Satz.
Fabian Burstein
Ja.
Verena Titze
Ja.
Fabian Burstein
Ich möchte zu einem weiteren Punkt deiner Laufbahn kommen, der ja so ein bisschen der aktuelle Anlass ist, warum ich dich eingeladen habe, nämlich weil du eine TV-Show jetzt hast. Und in dieser TV Show geht es, glaube ich, in Anlehnung auch schon an deinen Podcast und die anderen Themen, ja eben auch um Krisen und um, naja, auch Sucht und solche Dinge. Kannst du kurz mal skizzieren, was so das inhaltliche Konzept ist, dieser Begegnungen, die du da machst?
Verena Titze
Also es sind immer ich und der Herr Professor Michael Musalek, der ist Psychiater und Psychotherapeut: nd es wird immer ein oder eine prominente Gästin eingeladen und es gibt einen Themenschwerpunkt, also zum Beispiel Depressionen oder Panikattacken oder lauter spannende, lustige Themen oder Alkoholismus, wie auch immer. Also solche Themen und wir eröffnen den Raum mit diesem Gast, mit dieser Gästin und ich als Erfahrungsexpertin kann oftmals erzählen, wie es mir dabei ging oder wie ich relaten kann zu diesem Thema. Und der Herr Professor Musalek gibt immer seine Expertise dazu.
Also der hebt das auf ein anderes Level. So was passiert zum Beispiel bei Panikattacken. Also Panikattacken, das spreche ich mit Juliane Ahrer, die ist W24-Moderatorin und hat dort auch ihre eigene Sendung. "What the FEM?" heißt die, und sie erzählt, wie sie zum Beispiel erstmals eine Panikattacke hatte. Ich hatte sowas auch schon mal, kann also gut auch darüber berichten und wir machen da einen Safe Space auf. Wir reden darüber unaufgeregt, auch mit einer Gewissen Leichtigkeit und der Herr Professor Muselek erklärt uns natürlich, woher das auch kommt, was das mit uns machen kann und so weiter. Und dann gibt es auch eine Rubrik, wo wir Hilfestellung leisten. Wo kann man anrufen, wenn man sowas hat zum Beispiel? Oder was kann man tun, wenn man eine Panikattacke hat. Also wir wollen da schon auch aufklären und Hilfestellung leisten.
Und das Ganze ist so in einem, wir sind in so einem Bar Setting und trinken so alkoholfreie Cocktails und es ist wie so eine Nacht-Bar-Atmosphäre und wir machen da einfach Gespräche auf Tabuthemen auf, über die auch prominente Menschen vielleicht nicht so gerne reden normalerweise. Und damit hoffen wir, dass wir den Menschen das Gefühl geben, sie dürfen erstens sich Hilfe holen, sie dürfen darüber reden mit Freundinnen, mit Freunden. Ich glaube nämlich, das ist so wichtig bei psychischen Themen und auch eben Alkohol oder Drogen, dass die Menschen sehen, ich bin nicht allein, ich darf mir Hilfe holen und aha, ja, andere reden darüber offen und vielleicht kann ich es auch. Und ich glaube, das ist so der erste Schritt, den man braucht, um vielleicht eine Therapie zu starten, um vielleicht sich Hilfe zu holen, also.
Fabian Burstein
Ich weiß nicht, inwieweit du hier spoilern darfst oder kannst, wer aller zu Gast sein wird. Du hast es mir bei anderer Gelegenheit erzählt. Du kannst jetzt selber entscheiden, wie weit du gehst in der Antwort. Aber ich möchte schon eines anmerken, die Künstlerdichte, Künstlerinnendichte ist schon sehr hoch bei deinen Gästen.
Verena Titze
Ja. Ja.
Fabian Burstein
Würdest du sagen, dass das eine Berufsgruppe ist, die besonders vulnerabel ist?
Verena Titze
Das sind die Menschen, die ich halt kenne. Also bei mir ist es eher so, also zum Beispiel Tex Rubinowitz kommt eben, Juliane Ahrer kommt, darf ich die anderen schon verraten? Hosea Ratschiller zum Beispiel kommt.
Fabian Burstein
Auch schon hier zu Gast übrigens.
Verena Titze
Ah, sehr schön, sehr schön. Es ist so, dass ich ja auch mich in diesen Kreisen bewege und ich möchte niemanden zwingen, zu mir zu kommen und ich gehe auch nicht so hunting, also schreib da an. Sondern wenn ich mit jemandem ins Gespräch komme, sage ich: Hey, wärst du bereit, würde dir das gefallen, mit mir in meiner TV Show darüber zu reden? Ich glaube, dass das anderen Menschen helfen würde und dann kommt das so zustande. Bisher hat das so funktioniert, auch im Podcast. Und ich möchte mich gerne,. Ich kann mich auf jeden Fall, also ich sehe mich, dass ich das ausbreite, auch auf andere Felder. Aber ja, also da sind viele Künstlerinnen und Künstler dabei, aber das darf sich auch ausbreiten.
Fabian Burstein
Aber wie darf ich mir das vorstellen? Das heißt, da triffst du Leute bei einer zum Beispiel Kabarett-Party.
Verena Titze
Ja.
Fabian Burstein
Oder was auch immer, whatsoever.
Verena Titze
Ja.
Fabian Burstein
Und dann redets ihr und dann sagt dein Gegenüber, apropos ich glaube, ich saufe. Und dann sagst du, ah.
Verena Titze
Das ist super.
Fabian Burstein
Super. Magst nicht zu mir kommen und über deinen hochakuten Alkoholismus mit mir sprechen? Ich kann mir das so vorstellen.
Verena Titze
Ja. Also ich bin ja, also das Lustige ist, ich bin ja ein sehr offenes Buch und mir passiert es schon oft, dass Menschen mit mir auch dann über schwierigere Themen reden und das mache ich aber gar nicht so absichtlich, sondern das passiert mir oftmals. Nein, aber es kann auch sein, dass wir einfach reden und uns gut verstehen und ich sage: Hey, ich habe diese TV-Show und diese Themen sind mir wichtig. Gibt es da was, was dich interessiert oder was du auch offen teilen würdest? Und magst du zu mir in die TV-Show kommen?
Aber es kann auch sein, dass wir eben über Alkoholismus reden. Das kommt so eine Folge, wo ich tatsächlich mit dem Gast über Alkoholismus rede und wir da in ein ganz tiefes Gespräch verwickelt waren über eben trockenen Alkoholismus und Aktiven und Rehas und so weiter. Und dann habe ich gesagt: Du möchtest du mit mir in der TV-Show darüber reden? Und dieser Gast, das Spoiler ich jetzt noch nicht, hat gesagt, ja. Und so kam das zustande. Und das ist natürlich schön, also das finde ich total wertvoll und ich hoffe auch, dass das so weitergehen kann. Also dass ich Menschen treffe und merke, da gibt es was, worüber wir reden können und wollen und dass ich die dann einladen kann. Also.
Fabian Burstein
Aber wie stellst du dann in der Situation sicher, dass du, sage ich mal, nicht so ein bisschen so ein voyeuristisches Element triggerst. Weil oft, das ist bei Künstlern weniger, weil die haben mit Öffentlichkeit zu tun. Das heißt, die wissen dann schon tendenziell, worauf sie sich einlassen, wenn Öffentlichkeit ins Spiel kommt. Das muss man ja auch sagen. Aber trotzdem, ich glaube, die die wahre Tragweite können sie vielleicht auch, können sie sich vielleicht auch nicht vorstellen, wenn man so ein Problem mit der Öffentlichkeit teilt. Hast du da so ein paar Sicherheitsmechanismen eingebaut, dass sich die das wirklich gut überlegen ob sie über sowas sprechen oder nicht.
Verena Titze
Naja, wir haben ja auch Vorgespräche, wo wir dann gemeinsam besprechen, um was es gehen wird. Und da merke ich dann schon, ob die Menschen auch wirklich bereit sind, über etwas reden zu wollen. Weil natürlich, wenn man dann in die Show kommt und dann sich dann vor der Kamera sagt: So nein, da habe ich überhaupt, da rede ich jetzt nicht drüber, wäre es ein Problem, weil das ist ja Sinn und Zweck auch der Show, dass man ein bisschen vulnerabel ist und über schwierige Themen redet.
Da kann natürlich die Künstlerin, der Künstler oder die öffentliche Person selbst entscheiden, um was es dann wirklich gehen wird. Aber ja, zu einem gewissen Punkt ist das Thema ja klar. Und ich habe jetzt auch gemerkt, auch bei der Aufnahme in Wirklichkeit, ich habe dann gar nicht so ein Skript, sondern ich lasse mich dann ein auf ein Gespräch und schaue, wohin mich das trägt. Also natürlich habe ich drei, vier Fragen im Kopf, aber vieles ergibt sich dann vor der Kamera tatsächlich.
Fabian Burstein
Aus meiner Zeit im Verlags oder Buchwesen kenne ich ein Phänomen, nämlich dass Menschen, die sich nach Öffentlichkeit sehnen, das gibt es ja auch ganz stark, dass die beginnen, möglichst krasse Probleme zu pitchen, damit das reicht, um Stoff zu werden.
Verena Titze
Interessant, ja.
Fabian Burstein
Hast du das Phänomen auch schon mal beobachtet, dass sich Leute zum Beispiel interessant machen wollen, indem sie sich abgründiger darstellen, als sie in Wahrheit sind?
Verena Titze
Also nicht bei den Menschen, mit denen ich jetzt gearbeitet habe. Auch ich hatte ja diese Kategorie die Bademantel-Talks in meinem Podcast. Das war so schön, weil ich immer das Gefühl hatte, dass da so ganz viel Ehrlichkeit da ist. Und das finde ich, macht es ja dann wertvoll. Also Gott sei Dank würde ich vielleicht sagen, ist mir das jetzt in meiner Arbeit noch nicht so untergekommen, aber ich glaube, so jemanden würde ich auch gar nicht einladen. Weißt du, das spürt man ja.
Also sowas, ich glaube, das spürt man. Das ist jetzt so mein Verdacht. Jemand, der auf Instagram laut schreit oder auch eben, es gibt ja dieses, dass wir jetzt alle ADHS haben und alle oder was auch immer, diese Krankheiten. Ich möchte nicht sagen, dass alle das jetzt erfinden. Es gibt viele, die auch ganz offen einfach darüber reden, um eben Bewusstsein zu schaffen.
Aber dann gibt es andere, die genau wie du sagst, vielleicht solche Dinge dann nehmen, um sich zu platzieren irgendwie oder um das zu monetarisieren und das mag ich aber nicht. Also ich verdiene ja schon auch mit meiner Kunst Geld, das ist auch gut so. Ich muss ja irgendwie davon leben. Aber mir ist Authentizität ist eines meiner obersten Richtlinien, dass ich authentisch bleibe, weil wenn das bei mir kippt zum Beispiel, dann funktioniert das nicht. Oder das ist so mein, meine, ja. Glaube.
Fabian Burstein
Ich frage auch ein bisschen deshalb, weil du natürlich über das Thema Tabuisierung gesprochen hast.
Verena Titze
Ja.
Fabia Burstein
Und mir manchmal schon so ein bisschen die Standpunkte begegnen. Die Enttabuisierung ist schon so weit fortgeschritten, dass jeder Schauspieler und jeder Moderator ständig seine psychischen Probleme thematisiert und ein Sachbuch darüber schreibt. Und dass es, ich bin jetzt bewusst der Advokat des Teufels, dass es jetzt vielleicht einmal angemessener wäre, wenn das wieder zurück in die Privatheit kehrt. Ein ähnliches Phänomen habe ich beobachtet bei der sogenannten Sex Positivity.
Verena Titze
Ja.
Fabian Burstein
Wo alle gesagt haben, jetzt wird schon so viel über das gesprochen, es wird uns zu viel und das kippt in eine andere Richtung, dass das auf eine andere Weise Druck ausübt. Siehst du diese Gefahr auch, dass es too much werden könnte oder sagst du: Na, davon sind wir noch meilenweit entfernt, wir brauchen noch Jahrzehnte der Enttabuisierung, bis wir uns überhaupt darüber unterhalten können, dass es jetzt genug sein könnte?
Verena Titze
Na, ich finde, wir sind noch meilenweit entfernt. Also ja klar, eben, es gibt schon Menschen, die das auch, die dann auf dieser Welle mitsurfen und das mitnehmen im Sinne von ich nutze das aus, aber ich habe so viel Kontakt mit Menschen, die leiden unter Alkoholsucht oder unter Depressionen und so weiter und so fort.
Und das, was ich am meisten sehe, ist, wir schämen uns so sehr, wir schämen uns für eine richtige Depression und noch viel mehr Alkoholismus. Also Alkoholismus ist so tabu. Da sind wir aber ganz weit entfernt von, dass wir uns das, dass wir das zu viel in der Öffentlichkeit haben. Es ist eher so, dass, also ich weiß, sechs bis sieben Prozent von Alkoholikerinnen wollen tatsächlich in eine Reha und von denen werden nicht alle akzeptiert in der Reha. Also nur damit du weißt, was das Verhältnis ist hier. Und das sind Menschen, die eben sagen: Ja, ich habe ein Problem und ich mach was. Und ich weiß aus Erfahrung, dass das noch immer extrem tabu ist.
Also klar, Burnout und so, das hat jetzt schon ein gewisses Momentum bekommen. Das war vor 5 Jahren, als ich es hatte, auch noch anders. Da habe ich mich extrem auch da sehr geschämt, aber ich finde nicht. Nein, ich finde, man kann auf jeden Fall noch viel mehr über diese Themen reden. Ich finde es gut, dass so viel darüber geredet wird.
Und ja, klar gibt es Menschen, die das vielleicht eben nutzen für was anderes. Aber es gibt so, so viele Menschen, die damit Probleme haben und die nicht wissen, was sie tun sollen. Und auch die Generationen über uns, die würden ja zum Beispiel gar nicht in die Therapie gehen, weil die Therapie ist ja für Geistesgestörte quasi. Also unter, also sagen ja die Menschen, also die älteren Semester oder zu einem Psychiater gehen, darf man ja eigentlich nicht, weil dann bist du ja verrückt. Also ich kenne das von Elterngenerationen und da ist noch ganz viel zu tun. Ja.
Fabian Burstein
Ich möchte mit dir abschließend einen kleinen Ausblick oder eine kleine Utopie wagen. Es ist ja so, dass am Bühneneingang immer wieder schwierige Themen aufkommen. Machtmissbrauch, Missbrauch im Allgemeinen, auch Themen wie wirtschaftliche Probleme, die im Kulturbetrieb nicht so gesehen werden und so weiter. Und du hast jetzt die Facette der Sucht, der psychischen Erkrankungen hinzugefügt. Lass uns jetzt mal von dieser speziellen Perspektive ein bisschen auf das große Ganze schauen. Wie sieht denn für dich ein gesunder und produktiver Kulturbetrieb aus, der Kreativität fördert, aber eben ohne die Menschen dafür so stark in die Mangel zu nehmen?
Verena Titze
Also wenn ich es mir wünschen könnte, auf Augenhöhe, einfach nur auf Augenhöhe. Also was ich sehe, nicht nur im Kulturbereich, aber auch im Kulturbereich, sind diese, was du sagst, diese Machtpositionen. Da gibt es Menschen, die haben eine unglaubliche Macht und nutzen diese aus. Also es wird von oben herab gearbeitet. Und ich glaube, egal in welchem System, ob das Medien oder Kultur oder auch andere Branchen sind, wenn wir mit mehr Respekt und mehr Augenhöhe aufeinander zugehen und miteinander arbeiten statt gegeneinander, dann haben wir eigentlich schon gewonnen.
Und das ist auch etwas, was mir in meiner Arbeit jetzt so wichtig ist, weil seit dem Burnout kann ich nicht mehr. Wie wir schon am Anfang besprochen haben, ich halte das nicht mehr aus. Wenn einer beginnt, sich über mich zu stellen, kriege ich Panik oder Wut oder also mein Körper reagiert. Ich kann gar nicht mehr anders, als da ein bisschen auszurasten. Und das ist irgendwie traurig einerseits, andererseits ein neuer, ein neues Talent. Naja, aber dass ich das so schnell erkenne und mein Körper sagt: Nee, Das machen wir nicht, weil ich mein ganzes Leben gelitten habe unter diesen Machtpositionen.
Und wenn wir das schaffen würden, diese Macht zu entlarven und mehr miteinander arbeiten würden, ich glaube, das wäre eine wundervolle, eine wundervolle Situation. Also vielleicht darf ich das noch so als Anekdote erzählen. Diese TV-Show, da arbeite ich mit einem Team, das ist nur ausschließlich auf Augenhöhe und das ist für mich so neu und so schön und dass ich mir denke, wie kann denn das sein? Aber es geht. Also wir sind ein Team, wir arbeiten alle miteinander, wir schauen auch, dass es allen gut geht. Reibereien gibt es überall, aber niemand steht über irgendwem anderen. Also ob Kamera oder Produktion oder Talent oder egal. Also Talent, das ist ein Miteinander und darum entsteht da gerade was so Schönes. Also es geht, es geht tatsächlich, nur machen wir es nicht. Also wir machen es schon, aber.
Fabian Burstein
Verena, vielen Dank für diese Einblicke und dieses analytische Kreisen rund um die Themen Exzess, Kunst, Kultur, Macht am Schluss auch noch. Ich bin gespannt, wie es weitergeht und welches Thema das nächste Programm hat. Vielleicht sehen wir uns mal wieder am Bühneneingang.
Verena Titze
Danke für das schöne Gespräch. Danke dir.
Autor:in:Fabian Burstein |