Die Dunkelkammer
Der Fall Pilnacek #24: Der U-Ausschuss, Tag 2
- Fotocredit: Katharina Pagitz
- hochgeladen von Katharina Pagitz
Am 15. Jänner waren im Pilnacek-Untersuchungsausschuss die ersten drei Auskunftspersonen geladen, ein Baggerfahrer der viadonau und zwei Polizisten. Der Ausschusstag zog sich länger hin, als zu erwarten war und brachte die eine oder andere Wendung: Der Baggerfahrer, der Pilnaceks Leichnam am Morgen des 20. Oktober 2023 im Seitenarm der Donau nahe Rossatz entdeckte, wurde niemals formell als Zeuge einvernommen; die beiden Polizisten wiederum (einer war als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr an der Bergung beteiligt) durchliefen heuer gemeinsam eine vom Innenministerium organisierte U-Ausschuss-Vorbereitung.
Michael Nikbakhsh
Herzlich willkommen zu einer weiteren Ausgabe der Dunkelkammer. Mein Name ist Michael Nigbakhsh und diese Episode lässt sich in Zahlen einleiten. Es ist Dunkelkammer Nummer 279, die 24. Folge unserer Pilnacek Berichterstattung und Tag 2 im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss. Wie angekündigt war Katharina Pagitz für uns einen ganzen langen Tag mit dabei. Sie sitzt mir gegenüber. Hallo Katharina.
Katharina Pagitz
Hallo Nik.
Michael Nikbakhsh
Du hast mir in der Vorbereitung gesagt, dass du schon bei Parlamentssitzungen im Europaparlament dabei warst. Dagegen sei das Geschehen auf Europaebene eher ein Kindergeburtstag, weil?
Katharina Pagitz
Genau, also ich war schon in Straßburg bei Sitzungen dabei, war eh auch heuer und U-Ausschuss ist doch etwas ganz anderes. Also man beschäftigt sich durchgehend mit dem einen Thema und es war dann schon sehr lang. Also wir hätten eigentlich um 9 Uhr anfangen sollen, haben dann um 9 Uhr 40 begonnen, also mit etwas Verzögerung und haben dann bis in Summe bis 19 Uhr 30 gebraucht. Also es war schon ordentlich.
Michael Nikbakhsh
Ich habe es mir leicht gemacht. Ich bin im Büro gesessen, lang am Ticker gesessen, in dem Fall am Ticker der Kolleginnen und Kollegen vom Standard und war durchaus überrascht, weil bei drei Auskunftspersonen, die zu sehr schmalen Themen vermeintlich in einem sehr schmalen Beweisthema aussagen sollten, hätte man nicht gedacht, dass es so lange dauert. Aber wir kommen dann schon noch dazu, warum es so lange gedauert hat schlussendlich.
Auskunftsperson Nummer 1 und damit wollen wir jetzt einleiten. Der Opener im Untersuchungsausschuss war ein Baggerfahrer, ein Baggerfahrer der Via Donau, der keine Person des öffentlichen Lebens ist. Wir haben ihn in der Dunkelkammer immer wieder nur den Baggerfahrer genannt. Er wurde auch im Ausschuss immer nur Baggerfahrer genannt.
Der hat Pilnaceks Leichnam Am Morgen des 20. Oktober 2023 im Ufer des Seitenarms entdeckt und um 7 Uhr 51 die Polizei verständigt. So viel war zu ihm bisher bekannt. Es gibt da noch dann eine überraschende Wendung im Verlaufe seiner Befragung. Kommen wir vielleicht gleich zu dem, was er so erzählt hat. Wie hat der Baggerfahrer die Auffindungssituation an diesem Morgen beschrieben?
Katharina Pagitz
Also er hat mal angefangen damit, dass er um 6 Uhr seine Arbeiten begonnen hat und beschrieben, dass es sehr neblig war an dem Tag, man nicht wirklich viel gesehen hat, auch in der Ferne. Er hat dann aber von Weitem eine Leiche treiben sehen und für ihn war da eigentlich schon klar, wie er dann sagt, dass er nicht ins kalte Wasser reingeht und hat dann den Notruf abgesetzt.
Michael Nikbakhsh
Notruf heißt in dem Fall, er hat wen angerufen?
Katharina Pagitz
Er gibt es auch an. Er hat gegoogelt die Nummer von der Polizeistelle in Mautern und hat dort direkt angerufen, also direkt in Mautern und dann sei auch die Streife gekommen später.
Michael Nikbakhsh
Also er ist dort mit Böschungsarbeiten beschäftigt. Er ist ein Baggerfahrer, der für die Via Donau arbeitet, ist ein staatliches Unternehmen. Und ich möchte gleich an dieser Stelle noch einmal etwas anmerken. Wir hatten das in der Dunkelkammer schon mal. Jetzt kam heute Morgen wieder ein Mail, wo eine Hörerin mich gefragt hat, ob uns denn bewusst sei, dass dem Bundespolizeidirektor eine Baggerfirma gehöre und das sei doch auffällig, dass der Baggerfahrer just für diese Baggerfirma arbeitet.
Also zur Klarstellung. Dem Bundespolizeidirektor gehört keine Baggerfirma. Michael Takacs ist tatsächlich Aufsichtsratsmitglied der Via Donau, aber ich habe das hier schon einmal ausgeführt und ich bleibe auch dabei. Das halte ich in einer Geschichte vieler merkwürdiger Zufälle für keinen merkwürdigen Zufall. Es ist bloß einfach nur ein Zufall. Also es gibt überhaupt keinen Hinweis, dass der Bundespolizeidirektor und der Baggerfahrer in dieser Geschichte irgendeine Beziehung zueinander hätten. Ich glaube, das soll man auch ganz deutlich sagen. Die Via Donau spielt nach meinem bisherigen Verständnis überhaupt keine Rolle in dieser Geschichte. Es ist schlicht und einfach ein Baggerfahrer, der dort Böschungsarbeiten vornimmt und diesen Leichnam entdeckt.
Katharina Pagitz
Tatsächlich kann ich da einhaken. Das war auch eine Frage, ob er den Takacs persönlich kennt und das verneint er. Also er hat gesagt, er kennt ihn nicht.
Michael Nikbakhsh
Ja, also ich würde das wirklich nicht aufmachen als Annahmetheorie oder sonst irgendwas. Ich sehe da keinen Zusammenhang. Es gibt andere Dinge, über die wir reden werden, die durchaus erwähnenswert sind. Gut, also hat er zu der Art, wie Christian Pilnacek, also der Leichnam von Christian Pilnacek im Wasser trieb, hat er dazu irgendwas erzählt?
Katharina Pagitz
Hat er tatsächlich, er hat eben gesagt, dass er gesehen hat, dass der Kopf oder zumindest die für ihn sichtbaren Teile, weil er auch Kleidung angehabt hat, sehr weiß waren. Weiß wie ein Blatt Papier, sagt er tatsächlich. Und dann sagt er auch, dass er sich ein bisschen im Kreis gedreht hätte. Er beschreibt das dann eben durch die Gegebenheiten, durch die Strömungen, die damals waren und dass das so im Zustande kommt. Also man kann sich das vorstellen, so eine kleine Rotierung von dem Leichnam und sie war auf dem Rücken liegend. Also das bestätigt er auch noch mal.
Michael Nikbakhsh
Das deckt sich auch mit dem, was in Protokollen nachzulesen ist. Pilnacek trieb auf dem Rücken. Auch hier vielleicht eine Anmerkung, auch das hatten wir schon in der Dunkelkammer, weil auch hier kamen Zuschriften von Hörerinnen, dass das doch auffällig sei, weil Leute im Wasser, man sieht tot sind, normalerweise auf den Bauch treiben würden.
Nein, das ist, also normalerweise gibt es, habe ich gelernt, in dem Fall nicht. Durch die Kleidung kann es durchaus sein, dass er sich auch gedreht hätte im Wasser. Also auch hier quasi gibt es keine, würde ich jetzt nicht übermäßig einhaken. Es sind nach übereinstimmenden Aussagen, also er trieb auf dem Rücken liegend im Wasser, wobei ich gestern, glaube ich, mitgenommen habe, dass es so Halbseitenlage gewesen wäre, oder?
Katharina Pagitz
Genau, das kommt dann später noch bei einer anderen Auskunftsperson ist das dann noch einmal Thema und die gibt eigentlich auch an, ich glaube, es war dann die zweite Auskunftsperson, also der Feuerwehrmann, der den Leichnam geborgen hat mit Kollegen und eigentlich auch noch Polizist ist, der gibt eben an, dass das Gesicht leicht unter Wasser gewesen wäre und erzählt dann auch, dass die Jacke, die der Herr Pilnacek eben anhatte, ihn nach oben getrieben hat.
Ich glaube, er hat damit einfach dann gemeint, dass das so leicht absenkend war, die Leiche und dann eben das Gesicht leicht unter Wasser war. So habe ich mir jetzt dann vorgestellt, dass er das dann erklärt hat, genau.
Michael Nikbakhsh
Ich nehme mit, das wird auch noch relevant, weiß wie ein Blatt Papier. Damit kann, nur weil viel mehr war von Christian Pilnacek zu dem Zeitpunkt nicht gesehen, der Kopf und die zwei Hände, wenn überhaupt, gemeint gewesen sein.
Im weiteren Verlauf, das war auch hier schon mal Thema, hat sich herausgestellt, dass der Baggerfahrer eine sogenannte Aufschüttung vorgenommen hat, um der dann herbeigerufenen Freiwilligen Feuerwehr Rossatz dabei zu helfen, aufgrund der Topografie dort eben den Leichnam an Land zu holen.
Zu dieser Aufschüttung haben wir dann offenbar auch erfahren, dass er schon in den Stunden davor, also dort in der Umgebung gegraben hatte, umgelöffelt, wie er das genannt hat. Wie genau war das genau?
Katharina Pagitz
Genau, also er erzählt eben, dass er also die Baustelle gibt es schon länger, er war schon zwei bis drei Tage davor auch auf dieser Baustelle, so ganz genau hat er es nicht mehr sagen können. Und auch an dem Tag hat er davor eben schon Arbeiten vorgenommen und umgelöffelt und dann eben erst die Leiche entdeckt.
Zu dieser Rampe, die ist auch immer sehr, sehr präsent. Da spricht er davon, dass der Kommandant ihm das aufgetragen hat. Vermutlich meint er damit eben den Feuerwehrkommandanten. Das war eben dann eine Rampe, die man zur Hilfe von der Bergung dann weil es dort ziemlich steil ist, eben abgebrochen hat, also von dem Stück, das da bisschen drüber geht, so runtergeschoben, damit dann die Feuerwehrmänner die Leiche bergen konnten.
Michael Nikbakhsh
Habe ich das richtig nachgelesen im Ticker? Er wurde gefragt, was wäre nun gewesen, wenn dort Beweismittel gelegen wären, dort wo er umgelöffelt hat? Hat er das beantwortet?
Katharina Pagitz
Ja, genau, da hat er gesagt, so sinngemäß circa, wenn da halt welche gewesen wären, dann wären die da eh nicht mehr da gewesen, weil er eben schon Veränderungen vorgenommen hat, diese berühmte Umlöffelung, von der die Rede war.
Michael Nikbakhsh
Ja und so ein Bagger ist kein Spielzeug. Also das ist schon ein relativ großes, schweres Gerät. Hat der Baggerfahrer darüber hinaus, nachdem der Leichnam bereits geborgen war, noch weiteres auszusagen gehabt? Gab es da noch weitere sogenannte Wahrnehmungen?
Katharina Pagitz
Nein, nicht wirklich, weil er hat dann erzählt, dass er sich eher abseits gestellt hat und dann eben eigentlich nicht mehr viel mitbekommen hat. Er schildert dann auch einmal, dass es für ihn auch nicht so eine leichte Situation war und sich dann eigentlich eher zurückgezogen hat. Also auch diese ganzen Sachen bezüglich Obduktion, ob es da eben unterschiedliche Wahrnehmungen gegeben hat. Dazu sagt er eigentlich gar nichts und kann auch nichts sagen, weil er sagt eben, er ist auf der Seite gestanden und hat das alles nicht mehr mitbekommen.
Was schon interessant ist, ist, dass er eben auch sagt, dass der Vater von der Anna P. am Fundort war. Das ist etwas Neues und glaube ich, kommt so in den Akten noch nicht so vor, aber ich glaube, Nik, das weißt du besser als ich vermutlich.
Michael Nikbakhsh
Ja, also ich maß mir jetzt nicht an, jede Aktenseite zu kennen, aber ich kenne einige, einige, einige, einige. Und mir war das vollkommen neu. Also dass da, dass der Vater von Anna P. auch am Auffindungsort war, vielleicht zur Orientierung. Anna P., die damalige Mitbewohnerin von Karin Wurm, Pilnaceks damaliger Freundin. Beide bewohnten das Haus in Rossatz, das war auch jener Ort, den Pilnacek am 20. Oktober gegen 1 Uhr, kurz vor 1 Uhr verlassen hat. Und es kommt im weiteren Verlauf des heutigen Gesprächs kommen wir auch noch auf auf eine Suchaktion, die da quasi angelaufen ist von Anna P. und Karin Wurm am Morgen des 20.Oktober. Auch da sind Fragen aufgetaucht.
Ich musste aber gleich vorweg Anna P. Und Karin Wurm kommen erst in den Ausschuss. Das heißt, das, was bei diesem Ausschusstag über sie gesagt wurde, wird einer Prüfung standhalten oder nicht, wenn die beiden Frauen dann unter Wahrheitspflicht im Untersuchungsausschuss aussagen. Also ja, neue Information. Der Vater von Anna P. war ebenfalls dort und auch der Bruder von Anna P., auf den wir später noch zu sprechen kommen, der zwar nicht im Ausschuss war, aber auch als Thema gestern im Ausschuss war, weil auch er bei der Feuerwehr arbeitet. OK Katherina, im Zuge der Befragungen des Baggerfahrers ist auch hervorgekommen, dass Lastautos dort in der Gegend waren. Inwiefern haben die eine Rolle gespielt?
Katharina Pagitz
Das bestätigt der Baggerfahrer auch noch mal. Es waren in Summe zwei und die sind kurz vor der Polizei gekommen. Von dem einen Lastwagen spricht er, dass der bei diesem Schranken circa stehen bleibt und der andere ein bisschen weiter vorfährt. Die sollen ihm, soweit ich das verstanden habe, bei dem Arbeiten eben helfen. Und aus der Chronologie ergibt sich eben, dass die zumindest schon am Weg waren. Also er hat Mautern verständigt und die sind dann vor dieser Streife gekommen. Die haben dann, soweit ich das jetzt verstanden habe, dann die Lastwägen abgestellt und genau.
Michael Nikbakhsh
Also diese Lastautos so sehr eine Rolle spielten in den Akten kommen sie, soweit ich sie gelesen habe, nicht vor. Und es kommt auch etwas anderes in den Akten nicht vor. Es kam schon von Seiten der Hörerinnen und Hörer die Frage, inwieweit der der Baggerfahrer quasi von der Polizei befragt wurde. Ich habe mir das damals angeschaut und habe festgestellt, seine Personalien wurden aufgenommen. Aber, und das hat die gestrige Befragung dann sehr deutlich gezeigt, er wurde tatsächlich formell nie einvernommen als Zeuge. Er wird in den Akten namentlich geführt als Entdecker bzw. Zeuge, aber das war es auch schon wieder. Erzähl mal, wie das gestern herausgekommen ist.
Katharina Pagitz
Genau, also es wurde dann gestern auch von den Abgeordneten die Frage gestellt, ob das die erste offizielle Einvernahme ist und die Auskunftsperson bejaht das dann auch in dem Fall, gibt dann aber weiter noch an, dass er schon von den Behörden noch einmal kontaktiert worden ist. Das wäre, soweit er sich erinnern kann, eben Monate später gewesen, also nicht unmittelbar. Und ihn habe dann eben die Staatsanwaltschaft angerufen und hat ihn gebeten, zum Polizeiposten in Mautern zu kommen und die Punkte des Fundortes zu bestätigen, also wo die Leiche sich befunden hat. Das hat man eben verzeichnet auf einer Karte mit Punkten und er sollte das dann noch einmal bestätigen. Das Interessante daran ist, dass es dazu aber anscheinend keine Akten gibt. Wieder meine Frage, du kennst die Akten sehr, sehr gut. Wäre dir was aufgefallen?
Michael Nikbakhsh
Also wenn es das gibt, dann hat man es an einen Ort getan, zu dem bisher weder die Abgeordneten Zugriff hatten noch ich, wobei ich da jetzt nicht so entscheidend bin. Aber wie gesagt, ich habe doch einige Akten schon aus der Vergangenheit studiert.
Dieser Baggerfahrer ist in den Akten ein Phantom. Er taucht bis auf seinen Namen und seine Personalien taucht nichts auf. Dass es einen Termin auf der Polizeiinspektion Mautern gegeben habe, wo auf einer Karte Punkte eingezeichnet wurden im Auftrag der Staatsanwaltschaft Wien, das wurde offenbar auch nicht veraktet. Oder wenn es veraktet wurde, dann ist es nicht in die Aktensammlung der Staatsanwaltschaft Krems gekommen. Das ist durchaus überraschend gewesen. Mir war das gar nicht so bewusst, wie oberflächlich dieser Zeuge behandelt wurde. Ich glaube, er hat sich selber darüber auch gewundert.
Katharina Pagitz
Genau, es hat ihn selbst sehr überrascht. Er sagt dann, man sieht ja in den ganzen Krimis auch immer, dass die Personen, die den Leichnam finden, als erster gleich einvernommen werden und wundert sich dann eben auch selbst darüber, warum sich dann niemand gemeldet hat bei ihm. Und wie gesagt, dann erst Monate später. Er gibt dann auch an, dass diese Bestätigung von den Punkten circa so zehn Minuten bis Viertelstunde gedauert haben und dann ist er wieder gefahren.
Michael Nikbakhsh
Also ein Versäumnis notieren wir, nicht, weil es so viel Spaß macht, sondern weil es nicht das letzte Versäumnis gewesen sein wird. Also das ist hier keine kleinliche Übung, sondern wir werden im Laufe dieser Untersuchungsausschuss Berichterstattung noch auf eine Reihe weiterer Versäumnisse zu sprechen kommen. Das kann ich jetzt schon vorwegnehmen.
Also der Baggerfahrer, der Entdecker, der Zeuge, der von der Polizei und auch von der Staatsanwaltschaft Krems nicht wirklich befragt wurde und wenn doch, dann wurde es nicht protokolliert. Wir kommen zur zweiten Auskunftsperson dieses ersten Ausschusstages. Es ist ein hauptberuflich ein Polizist, der allerdings an diesem Morgen nicht als Polizist im Einsatz war, sondern als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr, der also dabei war, also zumindest mittelbar an der Bergung beteiligt, weil er eben am Auffindungsort war.
Und rund um diese Auskunftsperson haben dann quasi schon die ersten Komplikationen begonnen. Die ersten Komplikationen im Sinne von Diskussionen unter den Abgeordneten, Diskussionen, die sich dann in den Nachmittag hineingezogen haben und auch die zweite Auskunftsperson betroffen haben. Denn die beiden verbindet etwas, abgesehen davon, dass sie beide für die Polizei arbeiten, verbindet sie noch etwas. Dazu kommen wir noch zu sprechen. Aber schildern wir mal, was dieses Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr zur Auffindung gesagt hat, nachdem wir sind jetzt nach der Verständigung der Polizei, wird dann die Feuerwehr verständigt. Fangen wir vielleicht so an. Weiß man, wer die Freiwillige Feuerwehr verständigt hat?
Katharina Pagitz
Ja, das weiß man von der vorigen Auskunftsperson, also dem Baggerfahrer. Der gibt an, dass er einen stillen Alarm ausgelöst hat und bei der Feuerwehr eben angerufen hat. Soweit ich das dann mitbekommen habe, hat er das auf Anraten der Einsatzkräfte vor Ort gemacht oder wurde eben gebeten um Hilfe und hat eben deswegen diesen stillen Alarm abgesetzt.
Und genau, dann sind wir eben bei dem Feuerwehrmann, der eigentlich hauptberuflich Polizist ist. Er gibt auch gleich Beginn an, dass er an dem Tag dienstfrei war, also dass er wirklich nur als Feuerwehrmann im Dienst war und nicht als Polizist. Und dass er eben diesen stillen Alarm, also er spricht von einem Blaulicht SMS, konkret eine Alarmierung, die er bekommen hat, dann eben zur Feuerwehr gefahren ist, sich dort eine Watthose geschnappt hat mit den Kollegen und dann in das Feuerwehrauto gestiegen ist und sich dann eben zum Fundort begeben hat mit den Kollegen.
Michael Nikbakhsh
Ich habe im Ticker nachgelesen, dass dieses Mitglied der Feuerwehr, Hauptberuf eben Polizist, schon während der Anfahrt zum Einsatzort sei im Auto ein weiteres Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr gesessen, nämlich der Bruder von Anna P.. Und der soll gesagt ich hoffe, das ist nicht der Pilnacek, habe ich das richtig nachgelesen?
Katharina Pagitz
Genau, das war auch Thema, wurde auch konkret darauf angesprochen von den Mandatar:innen. Er kann sich nicht mehr so ganz erinnern, wie dieses Gespräch abgelaufen ist, gibt er an. Er weiß aber, dass zumindest erzählt worden ist, dass der Pinacek gesucht worden ist und dass die Anna P. und Karin Wurm den Pilnacek eben suchen.
Michael Nikbakhsh
Tatsächlich wurde er dazu von der Staatsanwaltschaft Eisenstadt befragt. Staatsanwaltschaft Eisenstadt, das kam hier schon vor. Die Staatsanwaltschaft Eisenstadt ist seit einigen Monaten damit befasst, zu untersuchen, ob die Ermittlungen zu den Todesumständen Pilnacek nochmal aufgemacht werden. Dieses Verfahren ist noch im Laufe, also diese Prüfung, ob man ein Verfahren, ein tatsächliches Ermittlungsverfahren eröffnet, die ist noch im Lauf. Und im Zuge dieser Untersuchung wurde eben auch der Feuerwehrmann, der gestern im Ausschuss war, befragt und dort hat er das ausgesagt. Dazu kommen wir vielleicht später noch. Er war nämlich da laut Staatsanwaltschaft Eisenstadt deutlicher, als er es gestern im Untersuchungsausschuss war. Okay, aber er kommt dorthin, also es sind einige Leute im Auto gewesen, ich glaube sechs Feuerwehrleute waren es miteinander. Hat er dann rund um die Bergung Sachdienliches aussagen können?
Katharina Pagitz
Ja, konnte er, weil er war unmittelbar an der Bergung eben beteiligt mit zwei weiteren Kollegen. Das gibt er auch an. Er ist dann eben mit diesen Kollegen hinunter ins Wasser mit einem circa vier Meter langen Haken, wie er ihn beschreibt. Und der hat eben vorne so einen Widerhaken, glaube ich, kann man sich das vorstellen, wie er das beschreibt, mit der konnte man dann eben den Leichnam ranziehen.
Sie hatten weiters noch eine Art Barre dabei, wo man dann eben den Leichnam hinaufgegeben hat. Und sie haben dann eben auch erzählt, dass sie mit dieser Watthose immer weiter reinziehen und dann auch gemerkt haben, dass das Wasser immer tiefer wird. Er sagt dann, sie haben den Leichnam geborgen, eben über diese Rampe, die dieser Baggerfahrer eben quasi, er spricht glaube ich vom Abbruch so abgebrochen hat und haben dann den Leichnam nach oben befördert und dann von dieser Bahre auf eine Decke abgelegt.
Michael Nikbakhsh
Gab es Fragen zur Wassertiefe? Ich verweise dazu auf eine frühere Dunkelkammer, in welcher ein Hörer, ein Rechtsanwalt bei der Via Donau die Wassertiefen muss man von mehreren sprechen, das ist quasi kein ebener Untergrund in diesem Seitenarm erfragt hat. Und diesem zufolge war das Wasser in Ufernähe wirklich sehr, sehr seicht und es gab ein paar tiefere Stellen in diesem Seitenarm. Was haben die Feuerwehrleute dazu gesagt?
Katharina Pagitz
Es war tatsächlich Thema. Sie haben vor allem davon gesprochen, dass man bei dieser Wathose eben gemerkt hat, wenn sie mal weiter reingegangen sind, dass es sehr, sehr hoch geworden ist und für sie einfach nicht mehr möglich war, dann weiterzugehen.
Michael Nikbakhsh
Also diese Wathosen enden ja so in Brusthöhe sind sie ungefähr.
Katharina Pagitz
Ich glaube eine Normale und dass es eben dann für sie nicht mehr möglich war, weiterzugehen. Konkret über Wassertiefen, also jetzt wirklich Anzahl an Zentimetern, Metern hat es nicht gegeben.
Michael Nikbakhsh
Okay, also der Leichnam wird geborgen, er wird dann abgelegt am Ufer. In weiterer Folge setzen dann die Amtshandlungen ein, die gestern, soweit jetzt zum Beispiel die medizinischen Untersuchungen betrifft, natürlich noch kein Thema waren. Die werden zentral sein, wenn die Ärztin, die Pilnaceks Leichnam am 20. untersucht hat, dann geladen sein wird, Dagmar W..
Vielleicht zu einem Ding, das gestern ein Thema war. Was hatte Christian Pilnacek, abgesehen von der Kleidung an seinem Körper noch bei sich protokolliert wurde ein Feuerzeug. Und wenn ich das gestern richtig nachgelesen habe, dann kam schon die Könnte dieses Feuerzeug nicht doch der ominöse USB Stick gewesen sein, den es gegeben haben soll, der aber spurlos ist. Stimmt das?
Katharina Pagitz
Ja, also vielleicht noch vorhergehend dazu. Der Feuerwehrmann, Polizist hat dann auch erzählt, dass er Einweghandschuhe ankabt hat und er dann eben dieses Abtasten von dem Leichnam vorgenommen hat, also dass er geschaut hat, ob sich noch Gegenstände an seinem Körper befinden.
Interessanterweise sagt er auch, dass er die Smartwatch nicht vernommen hätte. Er berichtet aber, wie du eben sagst, von einem Feuerzeug. Er kann sich nicht erinnern, in welcher Hosentasche das war. Er sagt, er hat das rausgenommen und dann eben wieder reingesteckt. Und da war dann eben auch die Nachfrage sozusagen, ja, Feuerzeuge und USB-Sticks, manchmal ähneln die sich. Und er sagt eben noch mal, in seiner Wahrnehmung war es eben ein Feuerzeug. Die Frage ist halt, wie weit man da dann Spekulationen offen lässt.
Michael Nikbakhsh
Also ich würde da jetzt da keine allzu großen aufmachen. Im Tatortbericht, im polizeilichen Tatortbericht ist ein Einwegfeuerzeug der Marke BIG verzeichnet. Okay, richtigerweise hätte es dann vermutlich BIC mit Cäsar heißen müssen, aber ich würde jetzt nicht annehmen, dass das auf dem USB-Stick BIC draufgestanden wäre. Also es gibt jetzt wirklich keinen Hinweis, dass dieses Feuerzeug ein USB Stick gewesen wäre. Aber gut, die Frage, die Frage wurde gestellt, also er hatte nichts bei sich, außer dieses Feuerzeug. Wir haben es ja schon berichtet, das Handy, die Brieftasche, Autoschlüssel und auch der Laptop, die waren im Haus geblieben, das er verlassen hatte.
Gut, die Feuerwehr ist insofern auch wichtig, das wurde auch zumindest in den Akten der Staatsanwaltschaft Eisenstadt festgehalten. Jetzt die Frage aufkam, kann es sein, dass die Feuerwehr den Leichnam von Christian Pilnacek im Zuge der Bergung verletzt hat? Kam das zur Sprache?
Katharina Pagitz
Das kam auch zur Sprache. Soweit ich mich erinnern kann, sagt dann die Auskunftsperson, dass er sich das nicht vorstellen kann. Er glaubt nicht, dass das passiert ist bei der Bergung. Er kann sich aber erinnern, weil dann auch die Frage war, ob er sich irgendwie an Verletzungen erinnern kann. Und er schildert dann konkret ein Cut an der Augenbraue, ein größeres. Das ist, soweit ich das weiß, auch später vermerkt in Akten und soweit ich weiß, auch im Obduktionsbericht.
Und interessant fand ich, weil natürlich auch hier wieder die Frage nach dem Kopf war, welche Farbe er hatte. Und er sagt eben, es war eine übliche Leiche, sie war gräulich bläulich. Zu diesem üblich. Er wurde dann auch gefragt, ob er schon mal Wasserleichen geborgen hat. Das bejaht er. Die genaue Anzahl waren dann so, er spricht von circa 5 und das ist mit dem gräulich bläulich interessant, weil wenn wir uns jetzt zum Beispiel an den Baggerfahrer erinnern, sagt der ist komplett weiß. Weiß wie ein Blatt, was wir vorhin schon gehört haben. Genau.
Michael Nikbakhsh
Und wenn ich noch eine Farbschattierung dazu tun darf. Die dann herbeigerufene Gemeinde und Notärztin Dagmar W. hat wiederum von einem tiefblauen Kopf gesprochen. Also jetzt im Augenblick haben wir von weiß wie ein Blatt Papier über bläulich gräulich hin zu tiefblau. Das sagt für sich genommen noch nichts aus, außer dass es offensichtlich unterschiedliche Farbwahrnehmungen an diesem Morgen des 20. Oktober gab.
Der Vollständigkeit aber verweise ich auf die Aussagen des Gerichtsmediziners Marzenauer im Medienverfahren von Peter Pilz, der gesagt hat, dass nach seiner Erfahrung Wasserleichen durchaus eine bläuliche Färbung hätten. Ich lasse das jetzt mal so stehen, mehr können wir dazu jetzt nicht machen, aber es ist zumindest erwähnenswert, dass wir hier von ganz weiß bis tiefblau einiges dabei haben.
OK. Wie ist das dann weitergegangen? Welche Rolle hatte die Feuerwehr in weiterer Folge noch, nachdem der Leichnam an Land gebracht worden war?
Katharina Pagitz
In weiterer Folge dann eigentlich keine mehr. Sie sind dann wieder abgerückt und haben ihren Einsatz beendet.
Michael Nikbakhsh
OK, vielleicht noch zu den Verletzungen, warum ich das vorher gefragt hab. Ja, also Christian Pilnacek hatte eine sichtbare Wunde an der Schläfe bzw. oberhalb der Augenbraue. Er hatte Abschürfungen und er hatte, das kam im weiteren Verlauf des Tages gestern noch heraus, auch Hämatome, die dann später ein Polizist gesehen hat, nachdem der Leichnam entkleidet war.
Und die Frage, wie diese Verletzungen zustande gekommen sind, ist wichtig. Sie ist auch im weiteren Verlauf unserer Berichterstattung wichtig. Deswegen wurde eben gefragt, ob es sein kann, dass die Feuerwehr für Verletzungen verantwortlich zeichnet. Das wurde verneint. Es gibt auch in den Akten Aussagen vom Feuerwehrkommandanten, der sagt, er verneint das ebenfalls, dass zum Beispiel im Zuge der Bergung mit dem Haken Verletzungen entstanden seien. Er schließt das aus. Wäre das der Fall, dann wäre das von der Feuerwehr auch protokolliert worden, was nicht der Fall ist. Im Verlauf der Befragung dieser Auskunftsperson kam auch das Thema auf einen Streit.
Wenn ich das vielleicht so darlegen kann, wie ich es nachgelesen hab, wirst du sagen, was du wahrgenommen hast und dann werden wir das verschneiden mit dem, was veraktet ist. Ganz offenbar geht es darum, dass er, der Feuerwehrmann, mitbekommen hat, dass es eben einen Streit im Haus in Rossatz gegeben haben soll, bevor Christian Pilnacek am 20.10. Das Haus verlassen hat. Was hat er dazu? Kannst du das irgendwie einordnen, wie das Thema da darauf kam?
Katharina Pagitz
Er wurde danach gefragt und er hat gesagt, da hat er keine Wahrnehmungen mehr, also er kann sich nicht erinnern. Konkret ging es eben darum, dass er das über Dritte gehört hat, also über einen Kollegen, der von einem Kollegen, also etwas verworren, würde ich mal sagen, in dem Fall sagt er eben, er kann sich nicht mehr daran erinnern.
Michael Nikbakhsh
Die Verwirrung entsteht dadurch, dass die Staatsanwaltschaft Eisenstadt, die eben untersucht, ob sie Ermittlungen zu den Todesumständen nochmal aufmacht, die waren ja seitens der Staatsanwaltschaft Krems schon abgeschlossen. Da hat die Staatsanwaltschaft Eisenstadt, die Auskunftsperson, den Feuerwehrmann, der nun im Ausschuss war, vor einigen Wochen telefonisch befragt und im Zuge der Befragung entstand dann ein Protokoll. Das wurde ins sogenannte Tagebuch der Staatsanwaltschaft Eisenstadt aufgenommen und laut den Äußerungen des Feuerwehrmanns, im Hauptberuf Polizist gegenüber der Staatsanwaltschaft hat er berichtet, dass in einem der beiden Einsatzautos eben der Bruder von Anna P. gesessen sei, also jener, der gesagt haben soll, er hoffe, das ist nicht der Pilnacek. Und dieser habe, das sei eben die stille Post innerhalb der Feuerwehr gewesen, angeblich erzählt, dass, ich zitiere das jetzt so, wie es veraktet wurde. Er, also der Feuerwehrmann, sei über das Gespräch im anderen Einsatzfahrzeug und über die Aussage des Bruders von Anna P. informiert worden.
Seiner Information nach, und da steht auch nicht seine eigene Wahrnehmung, sei Christian Pilnacek schon von Anna P., sowie deren Vater und Bruder gesucht worden, und zwar zu einem Zeitpunkt vor dem Anruf des Baggerfahrers. Seinen Informationen nach sei von ihnen der Fahrradweg abgesucht worden, glaube ich um 5 Uhr bzw. 5 Uhr 30 in den Morgenstunden. Es sei vermutlich auch der Bruder von Anna P. gewesen, der sie von der Meldung der Wasserleiche informiert habe, steht da auch. Und dann wollte die Staatsanwaltschaft noch wissen, woher denn ein Feuerwehrmann gewusst hätte, bzw. der Bruder von Anna P., der auch im Feuerwehrauto saß, gewusst hätte, dass es womöglich Christian Pilger sei und daraufhin die Auskunftsperson gegenüber der Staatsanwaltschaft laut dem Protokoll unter berufung eben auf dritte, das sei immer dazu gesagt, erzählt, dass der Bruder von Anna P. In der Nacht erfahren habe, dass Pilnachek seit Mitternacht fort gewesen sei und dass Anna P. ihn nach der Führerscheinabnahme abgeholt habe, das ist auch veraktet aufgrund seiner Alkoholisierung und ihn dann nach Rossatz gebracht habe. Und er habe dann nach einem Streit circa um Mitternacht das Haus verlassen mit wem, so steht es zumindest im Tagebuch der Staatsanwaltschaft Eisenstadt unter Bezugnahme eben auf diese Auskunftsperson. Es habe also, bevor Pilnacek das Haus verlassen habe, einen Streit gegeben zwischen wem und wem, das ist da nicht protokolliert, wie gesagt, es ist ja auch nur Hörensagen, aber der Staatsanwaltschaft Eisenstadt, was wichtig genug ist zu verakten.
Es kam gestern im Ausschuss zur Sprache, da hat die Auskunftsperson ja nichts aber richtig verstanden, habe jetzt gesagt, die kann sich nicht daran erinnern. Dann lassen wir das mal so stehen. An der Stelle hätte ich jetzt erwartet, dass die Befragung rasch wieder beendet sein könnte inhaltlich, aber es gab dann einen interessanten Twist und der hat mit der Abgeordneten, der Grünen Abgeordneten Nina Tomaselli zu tun. Erzähl mal.
Katharina Pagitz
Genau, da geht es jetzt konkret, wir haben es eingangs schon erwähnt, um die Begleitperson von der Auskunftsperson, also dem Feuerwehrmann in diesem Fall, der ist nämlich kein Unbekannter, das ist der Martin Huemer, den hat man schon bei den einen oder anderen ÖVP Politiker im U-Ausschuss gesehen, zum Beispiel beim Karl Nehammer oder beim Gernot Blümel. Das ist den Abgeordneten natürlich auch aufgefallen Und in dem Fall hat es eben die Frau Tomaselli von den Grünen aufgebracht und hat die Frage eben eingeleitet, sozusagen, wie sich denn die Auskunftsperson auf diesen U-Ausschuss vorbereitet hat, etwa mit Coachings. Das ist dann ein bisschen in eine Diskussion ausgeartet, das ist dann auch zu einer Stehung gekommen, also es wurde darüber diskutiert, ob diese Frage überhaupt zulässig ist, ob die Teil dieses U-Ausschusses sein kann. Das ging dann ein bisschen hin und her, die Fragen wurden wieder ein bisschen umformuliert. In Summe, glaube ich, haben wir so 40 Minuten dadurch unter Anführungszeichen verloren. Die Frage wurde dann in ähnlicher Weise zugelassen.
Es war dann die Frage, wie sozusagen die Auskunftsperson zu den Martin Huemer gekommen ist. Das war jetzt nicht ganz unerheblich, weil die Auskunftsperson dann eben auch gesagt hat, sie hat ein E Mail vom Arbeitgeber erhalten, da muss man vielleicht eine Anmerkung machen, das wäre das BMI, also das Innenministerium. Und dass die eine Art ihnen das Seminar angeboten hätte, das wäre letzte Woche gewesen, Anfang Jänner, ich glaube am 8. Oder am 9. war davon die Rede. Und da ging es eben um die Vorbereitung auf einen U Ausschuss, auf einen.
Michael Nikbakhsh
U-Ausschuss allgemein oder auf diesen U- Ausschuss.
Katharina Pagitz
Das war bei der ersten Frage etwas unklar, weil es sehr allgemein formuliert wurde als Antwort. Da hieß es es ging eben darum zu erfahren, welche Rechten und Pflichten man bei einem U-Ausschuss hat, so sehr abstrakt und allgemein.
Das wurde dann von der Auskunftsperson aber weiter eingeordnet. Es ging dann schon konkret auch um diesen Ausschuss. Er betont aber, dass ihm niemand vorgelegt hätte oder sozusagen vorgekaut hätte, was er sagen soll. Also keine Beeinflussung, das betont er öfters.
Michael Nikbakhsh
Okay, also dieser Workshop im richtigen Verhalten im Untersuchungsausschuss, an dem hat dieser Polizist, der dort als Mitglied der Feuerwehr an der Bergung beteiligt war, an dem hat er teilgenommen, mit ihm die letzte Auskunftsperson an diesem Tag, ein Spurensicherer der Polizeiinspektion Weißenkirchen, der auch an den Auffindungsort gerufen wurde und dort die Arbeit aufgenommen hat. Bevor wir über die Arbeit am Auffindungsort reden, die polizeiliche, reden wir noch abschließend über dieses Seminar.
Also die Befragung der dritten Auskunftsperson hat dann ein kompletteres Bild ergeben. Also es haben offenbar diese beiden Leute teilgenommen, diese beiden Polizisten und auch jedenfalls die Kontrollinspektorin S., die ebenfalls am Auffindungsort war an dem Tag, die war hier schon Thema und es hat sich herausgestellt, wer quasi auf Seiten der Lehrenden vertreten war. Das war einerseits der Anwalt Martin Huemer und andererseits noch eine weitere Anwältin.
Katharina Pagitz
Genau, also wir müssen noch mal ganz kurz vorspringen, damit wir das ganze Bild nochmal haben. Der Herr Dr. Huemer war eben auch die Vertrauensperson von der dritten Auskunftsperson und dieses Seminar, wie es von der zweiten Auskunftsperson genannt wird, hat eben im Bezirkskommando Krems stattgefunden, während der Dienstzeit. Das gibt die zweite Auskunftsperson an, also der Feuerwehrmann. Und wir erfahren dann von der dritten Auskunftsperson, wer eben noch dabei ist, unter anderem, wie du schon erwähnt hast, nächste Kontrollinspektorin S., dann der Herr Huemer und dann noch eine weitere Anwältin, die ebenfalls auch bekannt ist, das ist die Linda Poppenwimmer. Die wird eben im Zuge dessen auch erwähnt, dass die auch teilgenommen hat.
Michael Nikbakhsh
Linda Poppenwimmer vormals Oberstaatsanwältin unter anderem bei der WKStA, ist am Medienverfahren rund um das Pilz-Buch, das in erster Instanz von ZACK-Media verloren wurde, soweit ich mich erinnere, als Anwältin der Kontrollinspektorin S. in Erscheinung getreten. Also die haben, die haben dort also diese Schulung erhalten. Richtiges Verhalten im Untersuchungsausschuss.
Gut, kommen wir zu den Verwerfungen, die das ausgelöst hat. Also die Fragen wurden zugelassen, dann wurden sie wieder nicht zugelassen, dann wurden sie wieder doch zugelassen. Wie hat sich das, das war ja mit ein Grund, warum das dann alles letztlich auch so in den Abend hineingegangen ist. Was war da genau los?
Katharina Pagitz
Genau, es war Diskussionsstoff, ob diese Fragen zugelassen werden können, ob sie eben Teil des Untersuchungsgegenstandes sind von diesem Untersuchungsausschuss. Da wurde dann hin und her diskutiert. Es wurde teilweise auch erwähnt, dass das vielleicht zu persönlich ist, in die Persönlichkeitsrechte geht, wie man sich eben vorbereitet auf einen U-Ausschuss.
Es wurde dann aber stattgegeben, weil es wird ja untersucht, ob das unter anderem eine politische Einflussnahme gegeben hat. Und soweit ich das dann verstanden habe, war daraufhin, dass es eben hier unterschiedliche Stränge zu unterschiedlichen Parteien gibt, war es dann zulässig, dass man das fragt. Genau.
Michael Nikbakhsh
Auskunftsperson Nummer 2 hat gesagt, ja, ich wurde geschult, aber nein, ich wurde nicht beeinflusst. Ich nehme an, das wurde Nummer 3 auch gefragt.
Katharina Pagitz
Das wurde Nummer 3 ebenfalls gefragt. Er hat das bestätigt, er spricht aber nicht davon, dass es ein Seminar war. Er würd sagen, es waren zwei bis drei Stunden, das hat um zehn begonnen. Er würde es eben nicht als ein Seminar beschreiben.
Michael Nikbakhsh
Es ist nebenbei bemerkt vollkommen wurscht, wie man es benennt, ob man das Workshop, Schulungsseminar, Training oder sonst wie nennt. Also sie haben zumindest Informationen erhalten, kann es auch Informationsveranstaltungen nennen, wie man sich eben korrekt verhält in einem Untersuchungsausschuss.
Okay, zur eigentlichen Arbeit am Auffindungsort. Also ich habe schon gesagt, der Beamte Nummer 3 im Ausschuss war als Spurensicherung bzw. Tatortbeamter am Fundort. Ich habe mitgenommen, er ist seit 2006 im Polizeidienst und seit circa 15 Jahren mit kriminaldienstlichen Tätigkeiten betraut, also ein Auskenner.
Okay, wir haben jetzt den Baggerfahrer gehabt, der die Polizei zunächst verständigt hat, dann offenbar die Feuerwehr, dann kommt die Feuerwehr, die Bergungssituation haben wir diskutiert und jetzt sind wir bei den Spurensicherungsarbeiten. Das hat auch viel Zeit in Anspruch genommen gestern. Es ist sehr ins Detail gegangen. Fangen wir vielleicht einmal mit etwas an, von dem ich auch schon erzählt habe. Es kam schon zur Sprache, inwieweit dieser Fundort denn abgesperrt war. Was gibt es da zu sagen?
Katharina Pagitz
Da gibt es eigentlich nicht sehr viel dazu zu sagen. Es wurden tatsächlich alle Auskunftspersonen dazu befragt. Abgesperrt jetzt mit einem Sperrband, wie man sich das vielleicht vorstellt, war es nicht. Es wurde aber erwähnt, dass teilweise, dass Autos so gestanden sind, als wäre es eine Art Absperrung. Das wurde schon erwähnt.
Was man jetzt zum Beispiel noch bei der dritten Auskunftsperson sagen kann, die wurde jetzt nicht direkt angefordert von einer Dienststelle, sondern die dritte Auskunftsperson hat es über Funk mitgehört, also die hatte normalen Streifendienst sozusagen und hat dann über Funk mitgehört, dass es da eben eine Wasserleiche gibt oder einen Leichenfund und hat sich dann gemeldet, dass er das eben übernimmt, also die kriminaldienstliche Tätigkeit und ist dann eben dorthin gefahren an dem Fundort. Das hat so circa 30 Minuten gedauert, gibt er an, bis er dann dort war und hat dann eben angefangen, diese kriminaldienstliche Tätigkeit auszuführen, für die er auch befugt war, weil er eben die unterschiedlichen Schulungen dazu hatte.
Michael Nikbakhsh
Und was genau hat er dann gemacht?
Katharina Pagitz
Er erzählt dann, dass er eben hin ist zum Leichnam, diesen sich dann eben angeschaut hat, Spurensicherung gemacht hat und dann im Zuge dessen, also währenddessen er sich diese Leiche angeschaut hat, da war übrigens auch schon nach seiner Auskunft die Ärztin dabei, ist er dann darauf hingewiesen worden, dass oben bei der Einstiegsstelle, also die jetzt uns als Einstiegsstelle bekannt ist, Fußabdrücke gefunden wurden und dass er sich diese dann auch ansehen sollte.
Michael Nikbakhsh
Also die Fußabdrücke, auf die kommen wir noch zu sprechen. Er hat den Leichnam selbst in Augenschein genommen. Wieder die Frage, was wurde zu zu Verletzungen gesagt?
Katharina Pagitz
Er bestätigt ebenfalls diese Verletzung an der Augenbraue oder an der Schläfe und erwähnt dann auch noch Hämatome.
Michael Nikbakhsh
Ich zitiere jetzt mal aus dem Tatort Bericht leicht, aber voll bekleidet, Druckhemd darüber Pullover, Stoffhose, Sportschuhe, Nike, Ledergürtel und Armbanduhr. Kleidung weist keine Beschädigungen durch äußere Gewalteinwirkung auf. Schlammspuren an der Hose im Bereich beider Schienbeine ersichtlich. Diese dürften von einem Sturz vermutlich beim Klettern zur Einstiegsstelle entstanden sein.
Das Sturzgeschehen war in der Dunkelkammer immer wieder ein Thema. Die gerichtsmedizinische Untersuchung hat ergeben, dass die Verletzungen in Einklang mit Stürzen zu bringen wären, wobei jetzt nicht klar ist, wo er genau gestürzt wäre. Weil es keine Spuren eines Sturzes gab, die jedenfalls dokumentiert wurden, kam das Sturzgeschehen im Untersuchungsausschuss zur Sprache.
Katharina Pagitz
Teilweise wurde immer wieder danach gefragt, ob es jetzt irgendwie, also nach Theorien oder zumindest wie es zustande gekommen sein soll. Die Auskunftspersonen haben dann aber eigentlich auch alle gesagt, entweder waren sie daran nicht beteiligt, das aufzuklären oder haben das auch nicht gesehen oder wäre auch nicht ihre Aufgabe gewesen. Mehr kommt dazu nicht.
Also es wird jetzt auch bei der Auskunftsperson 3 gesagt, eben das ist nicht die Aufgabe gewesen, den Hergang, wie das passiert ist, aufzuklären, also aufzuklären, zumindest erklären zu können. Also er war da für die Spurensicherung.
Michael Nikbakhsh
Ich zitiere weiters aus dem Tatortbericht, soweit es jetzt die Verletzungen betrifft, das ist jetzt amtlich. Es konnte eine Platzwunde bzw. Rissquetschwunde im Bereich der rechten Schläfe bzw. Über der rechten Augenbraue wahrgenommen werden. Dann steht da noch weiter, es konnten mehrere Hämatome und Abschürfungen im Bereich beider Schienbeine wahrgenommen werden. Im Zuge der gerichtsmedizinischen Untersuchung sechs Tage später tauchten dann eine ganze Reihe weiterer Hautunterblutungen auf, die hier nicht dokumentiert sind, weil sie offenbar von außen nicht sichtbar waren.
Okay, also kein Absperrband. Ich habe das deshalb gefragt, weil schon die Kontrollinspektorin S.. Im Medienverfahren Pilz gesagt hat, da hätte man Kilometer Absperrband gebraucht. Warum genau man Kilometer gebraucht hätte, habe ich zwar nicht verstanden, aber sie hat es zumindest eingewandt. Okay, Sie haben dafür gesorgt, dass mit Polizeiautos, dass da niemand zufahren kann. Er hat Fotos gemacht, glaube ich, das ist hervorgegangen. Was genau hat er da fotografiert?
Katharina Pagitz
Er hat Fotos gemacht, unter anderem von den Fußspuren, die hat er dokumentiert. Das sagt er auch in dem U-Ausschuss gestern. Was auch noch aufkommt, ist, dass er dann eben erzählt, dass seiner Erinnerung nach er die Smartwatch eben gesehen hat und auch an Ehering, weil er eben auch die Kleidung durchsucht hat, die Hosen und Jackentaschen, was eben ein bisschen abweichend ist, auch von der davor abweichend.
Zumindest fällt es mir jetzt auf, weil die Auskunftsperson davor, ja der Feuerwehrmann, gesagt hat, ihm wäre die Smartwatch nicht aufgefallen. Kann natürlich auch passieren, wenn man drüber schaut oder gerade mit anderen Sachen beschäftigt ist, dass das vielleicht nicht so ganz auffällt.
Michael Nikbakhsh
Zum Schicksal der Smartwatch, zum Umgang mit den Datenträgern generell. Dazu werden wir heute keine Zeit verlieren, weil die werden im weiteren Verlauf des Untersuchungsausschusses noch Thema werden. Wir konzentrieren uns wirklich auf das, was was da insbesondere an diesem Ausschusstag, an dem du teilgenommen hast, eben passiert ist.
Die Fußspuren, die dokumentierten Fußspuren, von denen sagt er, es habe nur diese Fußspuren dort gegeben, die er dokumentiert hat und die seien eindeutig Pilnaceks Schuhen zuzurechnen gewesen. Ist das klar hervorgegangen?
Katharina Pagitz
Genau das hat er angegeben im Untersuchungsausschuss, weil er sagt dann eben auch, er hat die Fußspuren abgeglichen. Es war dann auch eine Nachfrage, wie er das gemacht hat. Da kann er sich nicht mehr so ganz genau erinnern, ob er jetzt ein Foto genommen hat, um das abzugleichen oder den Schuh direkt. Er hat es aber auf jeden Fall auch vermessen und ist dann zum Schluss gekommen, dass das von Pilnacek die Schuhe sind.
Michael Nikbakhsh
Nur, dass ich das jetzt richtig verstehe. Hat er jetzt die Schuhe von Christian Pilnacek mit den Fußspuren verglichen oder die Fotos der Schuhe von Christian Pilnacek mit den Fotos der Fußspuren verglichen?
Katharina Pagitz
Das sagt er, das weiß er nicht mehr so genau, wie er das konkret gemacht hat.
Michael Nikbakhsh
Okay, aber jedenfalls seiner Meinung nach waren die Schuhe die Schuhe.
Katharina Pagitz
Genau.
Michael Nikbakhsh
Im Zuge der weiteren Ermittlungen wurden eine Reihe von Parametern nicht erhoben. Also erhoben wurde die Umgebungstemperatur, das hatten wir in der Dunkelkammer auch schon. Da wurde das Thermometer von einem Einsatzfahrzeug abgelesen. Nicht protokolliert wurde die Wassertemperatur in weiterer Folge auch nicht von der anwesenden Ärztin, die Körpertemperatur des Leichnams und erst recht nicht die Körperkerntemperatur. Kam das gestern zur Sprache?
Katharina Pagitz
Das kam gestern zur Sprache. Auch dieser Tatortleitfaden kam öfters zur Sprache. Die Auskunftsperson schildert dann eben weitere Details und sagt dann auch, dass es nicht unbedingt üblich ist, im Zuge der Leichenbeschau, da haben wir wieder mal diese Diskrepanz zwischen Leichenbeschau und kriminalpolizeiliche Leichenbeschau, die Wassertemperatur zu messen, sagt er, ist dann nicht immer üblich, weil das bei Wasserleichen keinen Rückschuss zulässt. Er meint damit den Todeszeitpunkt in dem Fall, so wie ich das eben verstanden habe. Genau das sind eben die Ausführungen, die er dazu dann unter anderem angibt.
Michael Nikbakhsh
Vielleicht hier noch eine Ergänzung, auch das hatten wir natürlich immer wieder schon. Todeszeitpunkt gibt es sowieso nicht. Eine Todeszeit, also ein Korridor wäre sicher hilfreich gewesen. Der ist im Augenblick noch sehr groß. Also wir wissen, dass Christian Pilnacek kurz vor eins das Haus verlassen hat. Das lässt sich deshalb relativ präzise sagen, weil zu diesem Zeitpunkt seine Uhr die Verbindung zum Mobiltelefon verloren hat und in weiterer Folge der Nacht auch nicht mehr aufbauen konnte. Und wir wissen, dass der Baggerfahrer um ihn kurz vor 8 Uhr im Wasser treibend entdeckt hat. Das ist quasi der große Korridor zwischen 1 und knapp vor acht. Ich habe in einer vorangegangenen Aussage berichtet, dass es Hinweise gibt, dass die Smartwatch gegen keine Heart Rate Events mehr aufgezeichnet hat. Das jetzt als Todeszeitpunkt, das wäre es in dem Fall festzumachen, erscheint mir noch ein wenig früher, aber es ist zumindest ein weiterer Indikator. Also gut, die Todeszeit wurde jedenfalls nicht erhoben und es wurden jedenfalls auch Parameter nicht erhoben. Ich glaube, das kann man in der Deutlichkeit einfach festhalten.
Soweit es die Tätigkeiten der Notärztin betrifft. Die Untersuchungen bzw. Die Unterlassungen rund um die Erhebung von Parametern, das wird dann in der Befragung der Ärztin ein Thema sein. Da müssen wir jetzt auch nicht vorgreifen. Dazu wird sie sicher ausführlich Stellung nehmen können. Der Polizist, der Spurensicherer hat, habe ich nachgelesen, Wert auf die Feststellung gelegt, dass aus seiner Sicht offensichtlich kein Fremdverschulden vorlag.
Katharina Pagitz
Genau das gibt er an. Er sagt Aufgrund dessen, was man eben gesehen hat, liegt seiner Meinung nach kein Fremdverschulden vor.
Michael Nikbakhsh
Zurück noch zu einer Aussage der Ärztin, auch das hier immer wieder mal Thema gewesen. Sie habe sich bei der Untersuchung am Ufer des Seitenarms von anwesenden Polizisten, in dem Fall also männlichen Polizisten, darauf hat sie auch im Medienverfahren Peter Pilz hingewiesen, sie habe sich unter Druck gesetzt gefühlt, nur ja keine Obduktion anzuregen, die Klammer auf es aber natürlich schon gegeben hat. Dann schlussendlich auf Anordnung der STA Krems, hat die Auskunftsperson hier etwas beitragen können.
Katharina Pagitz
Sie wurde dazu gefragt. Beitragen nicht wirklich, weil er eben gesagt hat, dass kann er nicht bestätigen. Das hat er nicht mitbekommen. Also er hätte eine solche Konversation nicht mitbekommen. Er sagt auch sinngemäß, dass es für ihn nicht Sinn machen würde, dass eine Polizistin oder ein Polizist eine Obduktion verhindern wollen würde.
Michael Nikbakhsh
Kommen wir noch, wir sind fast am Schluss zur Gesichtsfarbe. Wir hatten Weiß wie Papier, wir hatten bläulich an dem Ausschusstag. Die dritte Auskunftsperson wurde auch befragt dazu.
Katharina Pagitz
Er sagt ebenfalls leicht bläulich und sagt eben wär nichts Ungewöhnliches.
Michael Nikbakhsh
Die Aufschüttung, die der Baggerfahrer vorgenommen hat, um die Bergung zu vereinfachen, die hat den Auffindungsort an einer Stelle verändert. Das wurde aber noch etwas, das nicht protokolliert wurde. Es wurde nicht protokolliert. Wurde die Auskunftsperson darauf angesprochen?
Katharina Pagitz
Ja, wurde sie. Und er sagt eben sinngemäß, das hätte für den Tatortbericht keine Relevanz gehabt, also für seinen Tatortbericht.
Michael Nikbakhsh
Okay, eines fehlt noch, das zieht sich ein bisschen wie ein roter Faden durch die Befragungen an diesem Ausschusstag. Das war alle Auskunftspersonen wurden gefragt, ob sie, wenn ich es richtig überblicke, selbst Kontakt zu Medien hatten, erstens.
Und zweitens, ob sie eine Erklärung dafür hätten, warum die Geschichte, die Nachricht vom Tod Christian Pilnacek. Am Vormittag des 20. Oktober doch sehr schnell in den Medien aufschlug, wenn ich das richtig überblicke, wirklich sachdienlich. Es hat keine der Auskunftspersonen dazu beitragen können.
Katharina Pagitz
Genau, also mit den Medienkontakten. Keine der drei Auskunftspersonen hat da eigentlich etwas angegeben. Es war interessant, die Verfahrensanwältin Edwards hat nämlich tatsächlich immer eingangs diese Frage gestellt bezüglich einem bestimmten Artikel mit einem Zeitstempel. Das war eben um glaube ich sowas und wie schnell eben die Fragestellung war, wie schnell Sie sich vorstellen können, dass solche Informationen an die Medien weitergetragen werden.
Es hat sich dann im Zuge des U Ausschusses herausgestellt, dass es eine parlamentarische Anfrage der Grünen eben gegeben hat zu diesem besagten Artikel. Der bezieht sich auf einen anderen Artikel, der aber einen anderen Zeitstempel hat. Der ist im Profil veröffentlicht worden um kurz nach 10 und durch diese parlamentarische Anfrage hat sich dann herausgestellt, dass es hier ein Problem anscheinend mit den Zeitstempeln gegeben hat. Also es war anscheinend die falsche Zeit angegeben, die Londoner Zeit und dadurch ist eben diese falsche Datierung zustande gekommen, wurde.
Michael Nikbakhsh
Also gut, es gab bei einem Online Artikel einen fehlinterpretierten Zeitstempel, der dazu geführt hat, dass der Artikel viel zu früh erschienen wäre, was wirklich Fragen aufgeworfen hätte, aber dessen ungeachtet Tatsache ist, dass die mediale Berichterstattung an diesem Morgen doch sehr flott war. Also irgendwie muss die Nachricht vom Tod des Christian Pilnacek vom Ufer des Seitenarms in Redaktionen gekommen sein, daran besteht ja kein Zweifel. Und sehr früh auch das Narrativ vom Suizid zu einem Zeitpunkt, als die Untersuchung der Ärztin am Ufer noch gar nicht angelaufen war.
Das ist im Medienverfahren Pilz herausgekommen. Da hat der Anwalt von Sebastian Kurz im Falschaussageverfahren, Otto Dietrich, ausgesagt, dass er um 9 Uhr 28 schon von einem sehr wahrscheinlichen Suizid, dass Christian Pilnacek erfahren hat. Das war zwei Minuten bevor die ärztliche Untersuchung überhaupt begonnen hatte, also zwei Minuten bevor Christian Pilnacek formell überhaupt für tot erklärt war. Insofern ist das schon berechtigt, dass das im Ausschuss auch gefragt wird, Aber es war natürlich jetzt nicht zu erwarten, dass ausgerechnet diese drei Auskunftspersonen hier weiterführende Informationen liefern können.
Katharina wir sind für heute am Schluss. Jetzt hast du quasi die doppelte Last gehabt, du warst den ganzen Tag im Ausschuss, jetzt haben wir noch über eine Stunde drüber reden müssen. Pause gibt es jetzt für dich und für Maximilian und für den Ausschuss. Er setzt am 28. Jänner fort. Da gibt es dann wieder zwei Ausschusstage hintereinander. Für den 28. Und den 29. Jänner sind erwartet zwei weitere Polizisten. Die Ärztin Dagmar W., die heute schon Thema war und eine Staatsanwältin der Staatsanwaltschaft Krems. Ja, wir bleiben dran. Bleibt uns gewogen. Katharina, danke für dein Engagement.
Katharina Pagitz
Ich sage danke, dass ich da sein hab dürfen. Podcast Premiere für mich.
Michael Nikbakhsh
Ja, aber du hast dich gut geschlagen. Wie hast du es empfunden?
Katharina Pagitz
Ich war schon ein bisschen nervös, aber im Laufe der Folge etwas abgefallen. Mal schauen, was dann das Urteil ist von der Hörer:innenschaft.
Michael Nikbakhsh
Ja, zögert nicht. Feedback, Reaktionen, Kommentare gerne unter anderem auf redaktion@diedunkelkammer.at. Vielen Dank fürs Zuhören.
Autor:in:Michael Nikbakhsh |