Ganz Offen Gesagt
Medienförderung NEU - Die Studie - mit Andy Kaltenbrunner

In dieser Folge spricht Stefan Lassnig mit Medienforscher Andy Kaltenbrunner über seine neue Studie zur Reform der österreichischen Medien‑ bzw. Journalismusförderung und die dramatische Krise im heimischen Mediensystem. Im Zentrum stehen die Ursachen des wirtschaftlichen Einbruchs – vom Abfluss der Werbegelder zu Plattformen bis zum Publikumsschwund – sowie konkrete Vorschläge für eine unabhängige, qualitätsorientierte Journalismusförderung. Kaltenbrunner erklärt, warum rasches politisches Handeln nötig ist, um Medienvielfalt, demokratische Öffentlichkeit und journalistische Arbeitsplätze langfristig zu sichern.

Andy Kaltenbrunner
Das war auch dieses skandinavische Prinzip. Ich sage immer, die Norweger haben uns das beigebracht, in gewisser Weise. Jeder Fjord braucht mindestens zwei Zeitungen, weil sonst gibt es dort keine Meinungsvielfalt, und selbst wenn das nur damals in Auflagen von 5.000 Stück war. Dieses Prinzip hat eigentlich auch in Österreich sehr lange gegolten. Man hat gesagt, man muss sozusagen unterfüttern, dass Vielfalt erhalten wird. Und es ist gekippt vor einigen Jahren und vor allem in den letzten Jahren mit den großen neuen Förderpaketen, die darauf angelegt waren, letztlich Oligopol-Systeme zu stützen. Das kann man als Politik wollen, es wurde nur nicht so ausgesprochen.

Stefan Lassnig
Herzlich willkommen bei "Ganz offen gesagt", dem Podcast für Politikinteressierte. Mein Name ist Stefan Lassnig, und mein heutiger Gast ist der Medienwissenschaftler Andy Kaltenbrunner. Mit ihm spreche ich über seine viel beachtete Studie zur Neuordnung der Medienförderung in Österreich, über die schwierige Ausgangssituation für Medienschaffende in Österreich, über die Bedeutung funktionierender Medien für die Demokratie und über seine Vorschläge, wie die derzeitige Medienförderung zu einer funktionierenden Journalismusförderung weiterentwickelt werden kann. Lieber Andy, herzlichen Dank, dass du dir Zeit für dieses Gespräch nimmst. Ein Grundmotiv bei unserem politischen Podcast dieses Jahr: "Transparency is the new objectivity". Und in diesem Sinne beginnen wir unseren Podcast immer mit der traditionellen Transparenzpassage. Also ob wir uns kennen und wenn ja, woher, und ob du aktuell für Parteien oder deren Vorfeldorganisationen tätig bist oder warst. Zur ersten Frage: Nach meiner Erinnerung nach kennen wir uns schon sehr lange, aber ehrlich gesagt weiß ich gar nicht mehr, wo wir uns kennengelernt haben. Vielleicht kannst du dich noch erinnern?

Andy Kaltenbrunner
Ich habe eine Erinnerung, wo ich glaube, dass wir einander zum ersten Mal gesehen haben. Das war im Wiener Rathauskeller. Das klingt jetzt kurios, aber das war im Rahmen einer internationalen Medienveranstaltung, wo die Gäste dann ausgeführt wurden im Rathauskeller. Wir saßen am selben Tisch, und dort saß ein junger, neuer Vorstand der Regionalmedien Austria, und der hieß Stefan Lassnig. Und ich glaube, da haben wir uns zum ersten Mal persönlich gesehen. Angabe ohne Gewähr.

Stefan Lassnig
Aber es klingt sehr plausibel, ja. Es klingt. Und seither haben wir uns oft getroffen. Die Wiener Medienbubble ist ja nicht allzu groß. Und wir haben uns immer sehr, sehr gut ausgetauscht über diverse Entwicklungen in der Medienbranche, und das geht es ja letztlich auch heute. Und noch zur zweiten Transparenzfrage: Bist du aktuell oder warst du für Parteien oder deren Vorfeldorganisationen tätig?

Andy Kaltenbrunner
Nein, ich bin bei keiner Partei tätig. Ich bin allerdings Mitglied der Journalistengewerkschaft seit über 40 Jahren, seit ich selbst als junger Journalist begonnen hatte, journalistisch zu arbeiten.

Stefan Lassnig
Gut, dann vielen Dank für die Transparenz und lass uns bitte ins Thema einsteigen. Du hast fürs Medienministerium eine Studie durchgeführt, um zu definieren, wie Qualitätsentwicklung in Österreichs Journalismus unterstützt werden kann. Die Studie ist ja mit großer Spannung erwartet worden, auch von mir, und am 16. April wurde sie jetzt präsentiert. Ich würde heute gerne die Gelegenheit nutzen, dass du bei uns im Studio bist. Danke fürs Kommen und eben mit dir über diese Studie sprechen, und zwar in zwei Teilen. Im ersten Teil würde ich gerne über den Ist-Zustand in Österreich sprechen, speziell für unsere Hörerinnen und Hörer, die jetzt nicht so tief im Medienthema drinnen sind. Würde ich gerne mit dem Ist-Zustand anfangen. Und dann im zweiten Teil würde ich gerne über eure konkreten Vorschläge in der Studie sprechen, nämlich diese Vorschläge gehen ja jetzt an die politischen Entscheidungsträgerinnen in Österreich und enthalten Vorschläge, wie die Medienförderung sinnvoll reformiert werden könnte. Voranstellen möchte ich transparentshalber auch noch, dass ich auch einer der rund in der Studie genannten 40 Expertinnen war, die im Zuge deiner Studie interviewt worden sind in Form von fachlichen Gesprächen. Gut. Ich darf zum Start aus deiner Studie zitieren, und zwar: "Österreichs Medien und Journalismus durchleben eine dramatische Umbruchssituation. Es ist eine Branche am Abgrund, vielfach beim verzweifelten Versuch, Fassaden aufrechtzuerhalten." Das klingt ja relativ dramatisch.

Andy Kaltenbrunner
Und ich denke, berechtigt dramatisch. Es ist nicht überraschend, muss man dazu sagen. Seit vielen Jahren wissen wir, dass diese Umbruchssituation im Gange ist und sich beschleunigen wird. Das wissen wir international, wo das früher der Fall war. In den USA vor 10, 15 Jahren, in vielen europäischen Ländern vor einigen Jahren, in den 2010ern. Und jetzt ist es in Österreich so weit. Das hat viele Ursachen, die wir gemeinsam durchdeklinieren können, was den Abfluss der Erlöse betrifft in verschiedenen Feldern, was die Veränderung des Publikums betrifft, was die Fragmentierung der Gesellschaft betrifft. Ja, es ist eine dramatische Situation. Und das Interessante, um es sozusagen neutral zu formulieren, ist, dass wir auf einem Punkt sind, wo es beschleunigt. Nicht nur stückweise, wie wir es erlebt haben, sondern beschleunigt. Und damit wirklich Journalismus und Medienbetrieb als solcher, also wenn es sozusagen journalistischer Medienbetrieb ist, in Gefahr sind, tatsächlich zu großen Teilen zu verschwinden, wenn wir nichts tun.

Stefan Lassnig
Ich verwende da ja in dem Zusammenhang gerne das Bild des Wasserfalls. Also jetzt ist ja das Wasser stetig nach unten geronnen, aber jetzt kommen wir langsam an den Punkt, wo ein Wasserfall droht.

Andy Kaltenbrunner
Absolut. Ich habe bei der Präsentation auch etwas gezeigt, was ich seit vielen Jahren eigentlich zeige. Und das ist die Kurve der Erlösrückgänge in den USA vor 10, 15 Jahren, wo genau dieses Wasserfallbild, die sozusagen Kurve entspricht, des Verlegerverbands, in dem Fall für die Printmedien und deren Online-Operations. Und ich habe viele Jahre durchaus auch österreichische Verleger und Expertinnen und Experten darauf hingewiesen: "Seht genau her, vielleicht ist es nicht genau so. Ich kann euch den Tag nicht sagen, aber wir werden auch so funktionieren wie der Rest der Welt und wie die USA das damals als Erste gesehen haben." Jetzt sind wir dort. Also wir sind sozusagen an der Kippe des Wasserfalls. Es tropft schon ganz kräftig herunter oder läuft schon ganz kräftig herunter, und das Auffangbecken ist noch weit weg.

Stefan Lassnig
Warum wir über Medien sprechen oder über Medienförderung sprechen, ist vielleicht fangen wir mit dem an, bevor wir zu den Ursachen kommen. Medien sind essenziell für die Demokratie. Darüber gibt es, denke ich, einen breiten Konsens, sowohl politisch als auch gesellschaftlich. Und deswegen ist das auch ein Thema, um das sich staatliche Stellen kümmern sollten.

Andy Kaltenbrunner
Staatliche Stellen kümmern sollten. Die Gesellschaft miteinbezogen sein soll darum kümmern und auch Forschung, wie wir immer wieder sagen, ganz dringend gefordert ist, auf diese Dinge hinzuweisen, Daten zu liefern, damit wir evidenzbasierend sehen, was passiert da und wie können wir darauf reagieren. Das haben wir mit dieser Studie unter anderem versucht, aus dem mit dem konkreten Auftrag in dem Fall. Aber das tun wir seit vielen, vielen Jahren. Und das ist ganz, ganz wichtig, weil mein Lieblingsjournalismusforscher, der vor zwei, drei Jahren verstorbene Phil Mayer aus North Carolina, hat sein Buch seinerzeit begonnen, vor 20 Jahren, sein wichtigstes mit den Worten "Journalism is in trouble". Und dann hat er dazu gesagt: "And where journalism is in trouble, democracy is in trouble". Und das beherzigen wir wirklich in vielen Netzwerken, auch von Forscherinnen und Forschern, seit Längerem. Wenn es uns nicht gelingt, hier weiter kritische Öffentlichkeit herzustellen, dann haben wir ein großes Demokratieproblem. Und zum Teil sehen wir es ja schon.

Stefan Lassnig
Und an der Stelle vielleicht für unsere Hörerinnen und Hörer auch noch einmal der Hinweis: Ich kann ja dem nur zustimmen, was du sagst, Andy. Und vor allen Dingen, man kann es als Hörerin oder Hörer auch daran sehen, es geht nicht nur um unser Geschäft oder um unser berufliches Feld. Man kann das auch daran erkennen, dass ja in der Regel, wenn autokratische Kräfte an die Macht kommen, das Thema also Exekutive und Militär steht immer ganz weit oben und das Thema Medien. Also wenn es darum geht, Demokratie auszuschalten, steht die Ausschaltung von Medien auch immer sehr weit oben.

Andy Kaltenbrunner
Absolut. Das haben wir auch in den letzten Jahren und Jahrzehnten mit Beispielen beschrieben, die wir ja in unmittelbarer Nähe haben. Ungarn ist ja zum Sinnbild davon geworden. Und wenn in Österreich Medienpolitik gemacht wurde und oft mit zu viel politischem Einfluss aus unserer Sicht, das könnten wir auch an vielen Beispielen erzählen, dann haben wir gesagt: "Na ja, also irgendwie, wir tun immer so, als würden wir nach Norden fahren, Richtung Skandinavien, transparente Welten und uns orientieren an dem, was dort über die Jahre und Jahrzehnte passiert ist an offener Gesellschaft." Und in Wirklichkeit geben wir den Blinker immer wieder rechts raus und schauen, wie wir nach Ungarn abbiegen. Und das ist gefährlich. Also ja, natürlich ist der Zugriff in autoritären Regimen zuerst auf Medien, um eben die Sprache, das Wissen, das Denken möglichst gut kontrollieren zu können. Und dem muss man frühzeitig vorbeugen, dass das passiert, wenn wir eine offene Gesellschaft mit vielfältigen Diskursen wollen.

Stefan Lassnig
Das eben sei vorausgeschickt, davor, bevor wir jetzt auf die Ursachen der Krise kommen, dass das ein gesamtgesellschaftliches Interesse sein sollte, nicht nur ein rein berufliches Interesse da im Vordergrund steht.

Andy Kaltenbrunner
Absolut. Wenn ich noch einwerfen darf, wir sehen ja auch, dass gerade in Gesellschaften, wo es diese Probleme gab, wo es auch kein Public Value-Verständnis, etwa bei öffentlichem Rundfunk, über den wir jetzt weniger reden werden, gab, wir die größeren Konflikte, Zerwürfnisse haben, weil keine gemeinsame Basis mehr hergestellt wird. Wir denken an die USA, wir denken an Brasilien. Also ja, es ist eine ganz große gesellschaftliche Aufgabe. Und so haben wir auch unseren Auftrag verstanden. Das war keine reine Wirtschaftsstudie. Wie stopfen wir die Löcher einer Branche und wie sichern wir die Gewinne der jeweiligen Eigentümer? Das spielt eine Rolle, weil ökonomische Sicherheit bedeutsam ist, um das machen zu können. Aber Medien sind Mixed Compositor. Die sind Kulturgüter, Demokratiegüter und Wirtschaftsgüter. Beides muss man ansehen.

Stefan Lassnig
Kommen wir zu den Ursachen der Krise. Du hast ja ein paar Stichworte schon genannt. In eurer Studie steht zum Beispiel drin, dass das ist eh allgemein bekannt, durch die Digitalsteuer kann man das nämlich ganz schön auswerten, dass es im Jahr 2022 ganz einen entscheidenden Kipppunkt gegeben hat, weil seit diesem Jahr, also von 2022 auf 2023, fließt ja mehr Werbegeld aus Österreich an internationale Plattformen als an alle inländischen Medien zusammen. Man muss jetzt wissen dazu, dass wir reden von einem Volumen von circa 5 Milliarden Euro. Diese 5 Milliarden Euro haben vor vielen Jahren österreichischen Medienunternehmen gehört, unter Anführungszeichen. Und seit 2023 ist es mehrheitlich, fließt dieses Geld mehrheitlich an Meta und Alphabet und Co. Das heißt, wir haben ja auf der Erlösseite schon einmal ein riesiges Problem.

Andy Kaltenbrunner
Ja, das ist aber auch ein eben nicht überraschendes. Und man weiß nie genau, welche Social-Kanäle sich wie entwickeln und wer welche Strategie ausfährt. Das ist zum Teil damit verbunden, dass wir Abhängigkeiten haben, auch der traditionellen Medienindustrie. Das ist ja eine der Debatten. Wie geht man um, selbst als Medienmacher in Österreich mit den Facebooks, YouTubes, et cetera, you name it? Sind das Freunde oder Feinde? Sie werden immer mehr zu Feinden. Dieses Frenemy-Konzept hat das FR schon nicht mehr ganz leise, weil eben diese Plattformen absaugen, Interesse, Reichweite, Inhalte unbezahlt und damit jetzt auch immer mehr jene Budgets, aus denen sich Medien finanzieren, die Werbebudgets. Und das ist ein Punkt, wo wir auch davon ausgehen, dass das nicht nur jedes Jahr ein paar Prozent weniger, was schlimm ist für die österreichischen Medien, egal ob Print, Rundfunk, Fernsehen, nur ein paar Prozentpunkt weniger, sondern sehr viel schneller jetzt der Abfluss stattfinden wird der Werbemittel nach Übersee.

Stefan Lassnig
Man kann sich das auch in einer Grafik anschauen in eurer Studie. Übrigens werden wir natürlich den Link zur Studie in die Shownotes reinstellen. Da kann sich jeder dann noch einmal selber ein Bild machen und gerne die ganze Studie lesen. Empfehlung an dieser Stelle: Es ist nämlich eine sehr verständliche und, wie ich finde, gut aufbereitete Studie. Die kann man lesen, wenn man sich für das Thema interessiert. Also auf der Werbegeldseite haben wir ein Problem. Wir haben natürlich aber auch ein Problem, das damit ja unmittelbar zusammenhängt, auf der Medienkonsumationsseite. Wieder Zitat aus eurer Studie: "Für Menschen unter 30 hat die Wahrnehmung von Social Media als Nachrichtenquelle mit 57 Prozent inzwischen sogar lineares TV mit 56 Prozent überholt, und die Printmedien sind dann noch viel weiter hinten zurück." Also wir haben auch auf der Konsumationsseite eine epochale Veränderung.

Andy Kaltenbrunner
Absolut. Die ging systematisch voran. Legacy Media, wie wir das dann nennen, haben einfach Publikum verloren. Es gibt dann diese spektakulären Daten am obersten Ende etwa, wenn wir uns ansehen, die größte Tageszeitung, die international bei nationaler Reichweite ein Weltmeister war, haben wir immer gesagt, mit mehr als 40 Prozent Reichweite, die Kronenzeitung. Ja, mit ihrem Printprodukt versucht sie jetzt, die 20 zu erreichen. Also hat sich halbiert oder ist unter die Hälfte gefallen. Und das traf sehr, sehr viele im Markt. Dort ist es natürlich besonders deutlich, wenn man so hoch oben beginnt. Da ging Publikum verloren. Lineares Fernsehen ist auch längst etwas für ältere Generationen. Und das gemeinsame Nachrichtenlagerfeuer ist eine romantische Erinnerung für ältere Menschen. Das Lagerfeuer, vor allem für die Generationen, das bleibt nur den Älteren. All die Daten kennen wir, das beschleunigt sich. Und wir müssen ganz nüchtern zur Kenntnis nehmen, dass wir halt in einer Generation, also dass jetzt eine Generation hochaktiv ist, die mit dem Internet groß geworden ist. Manche, was mich immer wieder erstaunt, tun so, als wäre Digitalisierung ein jüngster Prozess. Das gibt es seit 30 Jahren. Und alle sind damit groß geworden und haben einen anderen Medienkonsum. Und ein Punkt dabei ist, dass Social Media auch vielfach die Aggregationsfunktion und häufig damit die Deutungsfunktion mit den Algorithmen für unsere Gesellschaft übernommen hat. Und das ist ein unglücklicher Prozess, mit dem wir umgehen lernen müssen.

Stefan Lassnig
Also ich glaube, zu den zur Problematik zum Beispiel, welche Dinge werden von dem Algorithmus hochgerankt und welche nicht, da könnten wir eine eigene Folge dazu aufnehmen.

Andy Kaltenbrunner
Ja, und das wäre eine Es wäre gar keine lustige. Wir würden manchmal bitter auflachen, wenn wir sehen, was relevant wird in der Empörungsbewirtschaftung. Aber dieses Lachen vergeht einem dann immer mehr.

Stefan Lassnig
Ich darf da auch verweisen auf Folgen in unserem Schwestern-Podcast "Die Dunkelkammer", wo wir zum Beispiel zu TikTok einige Folgen aufgenommen haben, nämlich auch zu dem, wie schnell da die Algorithmen einen Menschen radikalisieren können. Aber das würde jetzt zu weit führen. Also halten wir fest, es gibt auf der Werbegeldseite ein Problem, es gibt auf der Konsumationsseite natürlich ein Problem. Die zwei Probleme hängen auch unmittelbar miteinander zusammen, natürlich, weil dort, wo Reichweite ist, dort ist auch Werbegeld. Was noch dazukommt, erschwerend in Zukunft ist aus demokratiepolitischer Sicht, ist das, was du gerade gesagt hast, dass natürlich auch diese Plattformen anderen Regeln unterliegen. Das war ein großes Thema bei der Veranstaltung, wo wir auch beide tot waren, "Acht Tische für die vierte Gewalt". Dazu wird es auch noch eigene, ganz offen gesagt, Folge geben. Aber das ist dann auch noch einmal demokratiepolitisch bedenklich, hat jetzt aber, weiche ich jetzt vom Studienthema ein bisschen ab. Was aber schon auch sehr augenscheinlich ist, und das arbeitet sie in eurer Studie auch noch einmal auf, ist diese Entwicklungen kosten Arbeitsplätze, journalistische Arbeitsplätze. Also ihr geht es von circa 500 bis 4800 Angestellten, Journalistinnen und Journalisten aus in Österreich. Und es ist aber ein Rückgang um etwa ein Drittel seit der ersten Erhebung 2000, vor 20 Jahren ungefähr.

Andy Kaltenbrunner
Ja, 2006. Also in den letzten Jahren haben wir nicht ganz präzise zählen können. Das ist immer eine Forschungsfrage, eine sehr aufwendige. Aber wir hatten alleine zwischen 2006, da erschien der erste Journalismusreport, so nennen wir diese Serie, und 2018, 2019, noch vor Corona, noch vor der Pandemie, bereits einen Rückgang um 25 Prozent der journalistischen Arbeitsplätze. In den letzten Jahren konnte man ungefähr mitzählen, aufgrund von zahlreichen Kündigungen in großen Medienunternehmen, nicht nach Besetzungen von Stellen, dass das weiter zurückgegangen ist. Deswegen nicht ganz so präzise wie noch vor fünf, sechs Jahren, aber doch recht genau diese Spannbreite irgendwo zwischen 4500 und 4800 liegt die Wirklichkeit. Und das ist tatsächlich ein dramatischer Rückgang an journalistischen Arbeitsplätzen. Und wenn wir davon ausgehen, dass es Journalistinnen und Journalisten sind, die diese Öffentlichkeit herstellen, egal jetzt, ob das ist da inkludiert, öffentlicher Rundfunk oder traditionelle Printmedien oder da und dort neue Projekte. Wenn wir davon ausgehen, dass sie das sind und gleichzeitig sehen, dass ein Drittel davon an solchen Arbeitsplätzen verloren gegangen ist, dann wissen wir, dass es immer schwieriger wird, Qualität und viele Inhalte herzustellen.

Stefan Lassnig
Jetzt hat ja Es ist ja nicht so, dass jetzt die öffentliche Hand, die Republik Österreich, nicht erkannt hat, dass da, dass das, wie das in eurer Studie erwähnt wird, dass Medienbereich ein dysfunktionaler Markt ist, aber gleichzeitig auch demokratiepolitische Bedeutung hat, weil es gibt ja zwei Möglichkeiten oder zwei Arten derzeit, wie Geld in die Medienbranche gepumpt wird, aus öffentlichen Geldern. Nämlich das eine ist durch Förderungen, zu dem kommen wir gleich, aber davor würde ich gerne noch was sagen, weil es auch ein Thema in eurer Studie ist, nicht das Hauptthema, aber natürlich kann man da nicht vorbeigehen, die indirekte Förderung, so nenne ich es jetzt einmal, durch Inserate. Da ist aber eine wichtige Information noch für alle Hörerinnen und Hörer. Jetzt selbst, wenn man sagt, es ist auch eine Möglichkeit, Medien zu unterstützen, auch diese öffentlichen Gelder wurden extremst reduziert. Wir haben das auch bei uns im Unternehmen gemerkt, also wir haben in den Jahren 24 im Jahr 24 deutlich mehr Gelder, auch wir haben Gelder bekommen für Werbung von Ministerien. Das ist im Jahr 25 genau auf null gegangen. Wenn man es in Summe anschaut, wurden im ersten Halbe 2025 die Werbeausgaben auf rund 3,2 Millionen reduziert. Im Vergleich dazu, erstes Halbe 2024 waren es 18,7 Millionen Euro. Ich sage das deswegen an der Stelle dazu, ich meine, das Thema Inserat ist ein eigenes Thema, aber du kannst gerne dazu was sagen. Aber auch nur, das hat natürlich den Need und auch die Dringlichkeit dieses Themas auch noch einmal beschleunigt.

Andy Kaltenbrunner
Ja. Es ist ein eigenes Thema und es ist doch keines, muss man ja sagen. Inserate wurden, öffentliche Inserate wurden vielfach als das verstanden, als indirekte Förderung. Dazu haben wir in früheren Studien vielfach publiziert, weil wir das sehr problematisch gesehen haben, wie das passiert. Es gibt das Copyright, folgendes Zitat: "Es handelt sich um Medienförderung nach Gutsherrenart bei einem Verleger im Westen Österreichs." Das haben wir dann sinngemäß übernommen und gesagt, tatsächlich ist das sehr intransparent. Wir haben dann an vielen Beispielen gezeigt, dass leider sehr ungleich verteilt wurde, nach nicht klaren Kriterien und häufig so Politikmedienabhängigkeiten geschaffen wurden, die man sich nicht wünschen kann als Staatsbürgerin und als Staatsbürger. Also das ist die problematische Seite dabei. Gleichzeitig muss man natürlich sagen, was du jetzt gesagt hast, das hat eine große Rolle gespielt. Jetzt nicht nur Regierungsinserate, von denen du jetzt gerade geredet hast und auf die wir auch Bezug nehmen in unserer Studie, sondern insgesamt der Markt der öffentlichen Inserate, der an die 400 Millionen Euro ausgemacht hat noch im Jahr 2025. Ein Teil davon Regierungsinserate, wo wir sagen, nun, sie sind nicht logisch begründbar, auch nicht quantitativ, nicht nur qualitativ nichts meistens, sondern auch nicht quantitativ, weil nicht klar ist, warum pro Kopf zwischen fünf und zehnmal so viel in der Geschichte der letzten Jahre ausgegeben wurde für Regierungsinformation als etwa in Deutschland pro Kopf. Also so viel ungebildeter und orientierungsloser sind wir nicht. Unsere Argumentation, und das bringt uns vielleicht zum Hauptthema wieder zurück, ist ja zu sagen, es ist absolut berechtigt, hier drastisch zu reduzieren, sei es zwei Drittel, drei Viertel, to be discussed. Aber wir weisen darauf hin, dieses Geld sollte am anderen Ende in objektivierten Verfahren, in intelligenten Förderungen zur Verfügung stehen, denn es war tatsächlich eine Art Förderung, die halt ungerecht vergeben wurde, um es salopp zu formulieren. Aber das Geld wird benötigt, mehr denn je. Das heißt, man muss sich überlegen, wie man das gewissermaßen, auch wenn es nicht offiziell kommunizierende Gefäße sind, dennoch transferiert in ein intelligenteres System der staatlichen Medien/Journalismusförderung, wie wir es nennen.

Stefan Lassnig
Also ich möchte an der Stelle noch als quasi Medienmanager oder Medienmacher dazu sagen, nicht jedes öffentliche Inserat oder jeder öffentliche Spot oder jeder öffentliche TV-Spot ist auch Inseratenkorruption. Da gibt es noch einmal einen Unterschied, nämlich für dass es manchmal so benutzt worden ist oder auch immer noch benutzt wird, das will ich gar nicht ausschließen, aber es gibt da oder dort berechtigte Informationsinteressen. Du hast das jetzt bereits gesagt. Das wird aber nicht in allen Fällen so sein.

Andy Kaltenbrunner
Nein, absolut. Ich betone das auch immer, also gerade weil wir da sehr, sehr kritisch an die Sache herangehen, haben wir das auch in früheren Studien immer gesagt, bitte unterscheiden wir. Und man braucht auch dafür transparente Verfahren. Das eine oder andere ist sogar passiert, glaube ich, von Menschen wie uns ausgelöst, dass zumindest einmal die Daten.

Stefan Lassnig
Medientransparenzgesetz zum Beispiel.

Andy Kaltenbrunner
Genau, verschärft wurde, die Daten klarer sind, die Schlupflöcher, einige große Schlupflöcher bei der Meldung geschlossen wurden. Und das sind sinnvolle Prozesse, dass sehr viele Unternehmen mit Beteiligung der öffentlichen Hand, ob sie jetzt im Tourismus sind, im Verkehr, in der Energiewirtschaft, natürlich Inserate schalten müssen, Spots schalten müssen, auch online aktiv sein müssen, sehr aktiv, ist ja selbstverständlich. Aber möglichst Transparenz. Bei den Regierungsinseraten sind wir tatsächlich deutlich skeptischer immer gewesen, ob die in diesem Ausmaß notwendig sind oder ob es sich eben um indirekte Medienförderung handelt, die dann von den Ministerien doch eher beliebig ist, fast übertrieben, aber doch mit Schlagseiten und Allianzen im Hinterkopf vergeben wurden.

Stefan Lassnig
Lass uns noch kurz zum letzten Punkt in der Analyse gehen, in der IST-Analyse, weil das ist mir auch noch aufgefallen und das ist ja ein Kritikpunkt, den ich selbst auch seit Jahren äußere und der ist jetzt in eurer sehr sachlichen und sehr analytischen ersten Hälfte der Studie extrem gut dokumentiert. Es gehen circa 80 Millionen Förderungen, und jetzt sind wir wieder bei der regulären Förderung, nicht mehr bei dem Thema Inserate, also bei der regulären Förderung, gehen circa 80 Millionen an gewinnorientiert privatwirtschaftlich tätige Medien. Du hast davor schon gesagt, Privatwirtschaft auf Gewinn orientiert finde ich per se ja für Medien nichts Schlechtes, weil das ja auch eine gewisse Absicherung ist.

Andy Kaltenbrunner
Absolut.

Stefan Lassnig
Aber jetzt, was ich problematisch sehe, und das würde ich bei euch rauslesen aus der Studie, dass ihr das auch problematisch seht, ist, dass diese 80 Millionen, also mehr als die Hälfte dieser 80 Millionen, also rund 42 Millionen, gehen an acht Unternehmen. Das ist ja jetzt medienvielfaltmäßig vielleicht hinterfragbar.

Andy Kaltenbrunner
Ja, das ist problematisch und das sehen nicht nur wir so. Also es gibt ja auch für die besonders Interessierten abrufbar aus dem vergangenen Jahr einen Rechnungshofbericht, der sich wirklich in sehr, sehr vielen Details, wo wir in der Forschung gar nicht hinkämen, mit den Abläufen und der Förderung beschäftigt. Und ein zentraler Kritikpunkt ist auch dort das, die schauen dann in andere Teilbereiche wieder hinein, dieses Prinzip, dass manchmal fünf, manchmal sieben, je nachdem, welchen Fördersilo wir uns anschauen, Unternehmen die Hälfte des gesamtvorhandenen Förderbudgets in Anspruch nehmen oder mehr als das und der Rest verteilt sich auf Dutzende. Das ist tatsächlich problematisch, es ist erklärbar, aber höchst problematisch und es ist ein Paradigmenwechsel gewesen in den vergangenen Jahren der österreichischen Medienförderung. Historisch, für alle, die sich da nicht so auskennen, geht Medienförderung von so etwas wie Presseförderung aus und da hat man dann gesagt, die zweiten, dritten, vierten im lokalen Markt müssten besonders unterstützt werden, damit man keine regionalen Monopole hat oder nationale Oligopole. Und das war auch dieses skandinavische Prinzip, ich sage immer, die Norweger haben uns das beigebracht, in gewisser Weise, jeder Fjord braucht mindestens zwei Zeitungen, weil sonst gibt es dort keine Meinungsvielfalt, und selbst wenn das nur damals in Auflagen von 5000 Stück war. Dieses Prinzip hat eigentlich auch in Österreich sehr lange gegolten. Man hat gesagt, man muss sozusagen unterfüttern, dass Vielfalt erhalten wird und es ist gekippt vor einigen Jahren und vor allem in den letzten Jahren mit den großen neuen Förderpaketen, die darauf angelegt waren, letztlich Oligopolsysteme zu stützen. Das kann man als Politik wollen, es wurde nur nicht so ausgesprochen, es hat halt funktioniert halt dann nicht, wenn man von Vielfalt spricht und Oligopole fördert, weil man glaubt vielleicht, dass nur Oligopole marktfähig sind. Dann muss man das argumentieren und es gibt möglicherweise Widerspruch, aber man wird auch darauf verweisen, dass das noch dazu Wettbewerbsverzerrung ist, nämlich in die falsche Richtung, wenn man möglichst viel Meinungen, möglichst viele Medien, möglichst viel Pluralismus des Diskurses will, dann geht es zum einen in die falsche Richtung. Es verhindert zudem auch stärker, als notwendig wäre, etwas, das man eigentlich fördern müsste, dass neue Mitbewerber in den Markt kommen. Wenn immer die Größten sozusagen das meiste Geld kriegen, dann haben sie eine zusätzliche Möglichkeit, bei all ihren Problemen, die sie möglicherweise haben, zumindest zu verhindern, dass es Wettbewerb gibt. Und da bin ich für ganz kapitalistische Prinzipien, solche Wettbewerbsverhinderung ist nicht sinnvoll in einem Markt und schon gar nicht sinnvoll in einem Markt, der noch dazu demokratiepolitische Bedeutung hat und nicht nur ein Wirtschaftsmarkt ist.

Stefan Lassnig
Und das ist jetzt die perfekte Überleitung zum zweiten Teil unseres Gesprächs, nämlich zu den Empfehlungen, die ihr in der Studie ausgearbeitet habt. Vorausschicken möchte ich, dass ihr euch, was ich immer wahnsinnig wertvoll finde, ja nicht nur die österreichische Situation angeschaut habt, sondern im Zuge eurer Studie auch euch fünf andere Länder genau angeschaut habt, nämlich Dänemark, Frankreich, Kanada, Niederlande und Norwegen. Wir haben im Vorgespräch gesagt, wir vertiefen jetzt den internationalen Aspekt nicht, weil das wird wahrscheinlich den Rahmen dieser Podcastfolge sprengen. Ich kann allen nur empfehlen, lest es nach in der Studie. Was mir nur zusammengefasst aufgefallen ist, die Themen sind eh überall die gleichen. Die Frage ist erst einmal die Frage der Höhe, dann die Frage, was will man fördern, wie gewährleistet man die Unabhängigkeit von der Politik? Also die Fragen sind sehr, sehr ähnlich gewesen international.

Andy Kaltenbrunner
Wenig überraschend, wie wohl die Erfahrungen sehr unterschiedliche sind und die Systeme unterschiedliche und wir natürlich uns auch bei unseren internationalen Vergleichen daran orientiert haben. Zum einen, was sind Best Cases, wo sagt uns Forschung und Praxiserfahrung, da ist was geglückt und wir haben das nicht und dann überlegen konnten, hm, wäre das nicht transferierbar oder unter ein bisschen anderen medienkulturellen Bedingungen? Aber auch, was ist schiefgegangen? Und das haben uns viele Kolleginnen und Kollegen auch geholfen. Der Blick zurück gibt auch die Chance zu sagen, unsere zentrale Frage war oft, was würdet ihr denn jetzt ganz anders erfinden mit der Erfahrung der letzten Jahre bei diesem oder jenem Programm? Und da ist besonders hilfreich, wenn man offene Worte findet und sagt, ja, das läuft jetzt noch, aber es geht uns nicht anders wie euch, wir würden das dringend verändern oder wir haben da, was in einigen Ländern passiert ist, Dänemark etwa oder in der Schweiz mit Prinzipienkatalogen in Dänemark mit einer Förderkommission, die sich dieselben Fragen stellen und mit allen Learnings, die sie hatten, auch schon zu Schlüssen kommen, von denen wir viel lernen konnten.

Stefan Lassnig
Jetzt steigen wir mal mitten in euren Vorschlag ein. Ich glaube, was man sagen kann, im Zentrum steht ja, dass es keine Medienförderung sein soll, sondern eine Journalismusförderung. Ich glaube, das ist einmal ein ganz wesentlicher Punkt.

Andy Kaltenbrunner
Das ist ein ganz zentraler Punkt. Das ist nicht nur Wording um des Wordings willen, sondern was fördern wir denn mit öffentlichem Geld? Wir fördern Journalismus, nämlich unabhängigen Journalismus, wohlgemerkt, der diese demokratiepolitische Aufgabe erfüllt. Das ist das Ziel und deswegen soll man das auch benennen. Das hat viele Aspekte, aber dass im Kern es darum geht, eine journalistische Leistung einerseits zu fördern und auch zu definieren, welche Qualität sie für die Demokratie zu erbringen hat, dass sie förderbar ist, das steht im Zentrum und deswegen nennen wir es im Kern eine Journalismusförderung.

Stefan Lassnig
Und wenn wir jetzt bei diesem Kern bleiben, der ist jetzt in eurer Studie mit 110 Millionen Euro dotiert. Habe ich sehr spannend gefunden, dass ihr in dem Kern unterscheidet zwischen der Förderung journalistischer Arbeitsplätze. Das ist eben die Gegenbewegung zu dem, was wir eingangs des Podcasts erwähnt haben, mit dem Wegfall vieler Arbeitsplätze. Aber ihr habt es auch erkannt und das ist eine langjährige Forderung auch von meiner Seite, dass das oft unterschätzt wird, auch in die Infrastruktur selbst, in die redaktionelle Infrastruktur soll auch Förderung fließen, nämlich genau gleich viel wie in die journalistischen Arbeitsplätze.

Andy Kaltenbrunner
Ja, also die journalistischen Arbeitsplätze sind ja ein wenig schon abgebildet im jetzigen Fördersystem für die Expertinnen und Experten, das heißt dann Qualitätsjournalismusförderung und da ist dann ein Part drinnen, der sich auch mit der Frage beschäftigt, wie viele arbeiten denn in den jeweiligen Redaktionen? Das ist zu wenig, viel zu wenig ausgeformt aus unserer Sicht. Also das dotieren wir gewissermaßen sehr viel höher, aber auch anders. Also wir würden so dotieren, dass insbesondere kleinere Unternehmen die ersten fünf journalistischen Arbeitsplätze besonders hoch dotiert werden, die nächsten 20 noch immer sehr hoch und dann verlaufend. Das bedeutet zum einen natürlich eine gewisse Verschiebung von großen zu kleinen Unternehmen aus dem jetzigen System heraus. Es bedeutet aber auch, Einstiegsoptionen zu verbessern für jene, die ja nicht sofort mit 40 Redakteurinnen und Redakteuren, egal auf welchem Kanal, anfangen, sondern eben in kleinen Teams, die wachsen. Das ist das eine. Die Infrastruktur dabei ist natürlich zentral zu sehen, denn das hat eben Voraussetzungen, dass man das machen kann, wobei es uns vor allem eben um die redaktionelle Infrastruktur geht. Das ist nach Kanälen unterschiedlich. Die müsste dann in so einem System deklariert und zum Teil diskutiert werden, um das wirklich in Formeln übersetzen zu können. Es macht einen Unterschied, ob ich Fernsehen mache mit höherem Aufwand oder ob ich meinen Server möglichst gut bespiele, aber das ist mein Haupttechnikteil. Es macht einen Unterschied, ob ich sehr viele freie Mitarbeiter beschäftige, übrigens Voraussetzung zu adäquaten Bedingungen, sonst ist das nicht förderbar, oder ob ich Rechte brauche für Inhalte, für sei es egal, bildlicher Natur, textlicher Natur. Also diese Infrastruktur, die erst möglich macht, dass die Menschen, die dort hauptberuflich beschäftigt sind, Inhalte uns zur Verfügung stellen, sind entsprechend zu bewerten. Und wir haben das gewissermaßen jetzt mal als gleich große Pakete im Zentrum bewertet. Da kann es intern Verschiebung geben, wenn man, das sagen wir auch dazu, wenn sich Politik dazu entscheidet, in diese Richtung zu gehen, dann muss man noch viele, viele Daten erheben. Da werden alle mitspielen, bin ich mir ganz sicher, weil alle ja ein Interesse haben, diese Förderungen dann zu bekommen oder zumindest die meisten. Und dann kann man ein ganz faires System und das berechenbar sein muss für die Unternehmen selbst und nicht Zufälligkeiten und jährlichen Witterungsbedingungen unterworfen ist, also dass das journalistische Arbeiten, die Herstellung journalistischer Inhalte planbarer macht, als das derzeit der Fall ist.

Stefan Lassnig
Der zweitgrößte Brocken jetzt in eurem Vorschlag wäre eine Digital-Abo-Förderung. Das habe ich so verstanden, dass ihr jetzt speziell jungen Menschen es erleichtern wollt, mit Qualitätsjournalismus in Kontakt zu kommen, in welcher Form auch immer.

Andy Kaltenbrunner
Das ist ein Punkt, das ist ein Aspekt. Es ist aber auch ein strategischer Aspekt für die Unternehmen selbst. Wir sagen, es gibt, wir sehen das international in all unseren Studien, dass eine zentrale Frage ist, dass die Finanzierung, und zu der soll es ja kommen, zu einer nachhaltigen Finanzierung von journalistischen Medien in erster Linie unter diesen Bedingungen über das Publikum erfolgen muss. Überall, wo wir sehen, dass das funktioniert, war das entweder die Transformation bestehender Medien in diese Richtung und Digital-Abo ist nur ein Begriff. Das meint auch digitale Memberships, Community-Erlöse, die vielfach in moderneren Formaten erzielt werden, indem eine besondere Publikumsbeziehung aufgebaut wird, eine sehr interaktive häufig, und Menschen in den jeweiligen Ländern sagen, wir brauchen euch, ihr seid, wir fühlen uns verbunden, wir wollen den Diskurs mit euch führen und dafür sind wir bereit zu zahlen. Und das zu unterstützen, diesen Transfer, wo wir sehr langsam waren in den letzten Jahren, weil wir alte Businessmodelle vor allem unterstützt haben mit der Förderung, dass das in die Gegenrichtung geht, dass Digitalerlöse unterstützt, aufgefettet, aufgewertet werden, Marketingmaßnahmen dadurch besser werden, Community-Beziehungen weiterentwickelt werden können, nicht nur zu den Jungen, aber auch besonders zu den Jüngeren, die da ansprechbar sind, besonders ja auch. Das ist ein weiterer größerer Vorschlag, wo wir finden, da sollte einiges Budget investiert werden.

Stefan Lassnig
Und dazu passend, um das Thema abzurunden, Innovation, würdet ihr auch einen eigenen Topf mit 10 Millionen dotieren? Stichwort dabei wären Innovationsförderung und Start-up-Förderung. Das ist das, so wie ich das verstanden habe, was du davor schon gesagt hast, dass dazu dienen soll, diese Vielfalt zu erhöhen und die Möglichkeit zu erhöhen, zu den bestehenden Dingen neue Dinge dazuzusetzen.

Andy Kaltenbrunner
Absolut. Und das hat auch zwei Schienen. Auch da gibt es internationale und kleine nationale Erfahrungen, nämlich dass Innovation auch aus bestehenden Unternehmen ja unbedingt kommen kann, soll, muss und häufig die Mittel genau dafür dann nicht ausreichen. Das ist etwas für die Sonntagsrede, aber wenn man versucht, krampfhaft Bestehendes zu erhalten, sind meistens die Mittel nicht da, um das Neue anzuschieben. Das erzählen uns Chefredakteurinnen, Entwickler, Developer, manchmal sogar Geschäftsführungen und sagen, ja, aber wie soll ich denn? Und überall dort, wo es so Anschubmittel gibt, Unterstützungsmittel gibt, erhöht sich die Chance, das zu tun, von dem viele Unternehmen wissen, dass sie es brauchen, die auch sinnvolle sozusagen journalistische Maßnahmen sind, aber nicht stattfinden. Und das andere ist der echte Start-up-Sektor. Wie hilft man, dass das Neue in die Medienwelt kommt? Da sind wir weit zurück im internationalen Vergleich, das muss man in der Deutlichkeit sagen. Egal, ob es darum geht, dass wir viel zu wenige lokaljournalistische Projekte haben, dass wir kaum selbsttätig große Plattformen entwickeln konnten, die Digital General Interest mit starker Publikumsbeziehung neue Angebote schaffen, dass wir im Investigativsektor einige heldenhafte seit vielen Jahren haben, die das tun, aber das sind viel zu wenige und die bekommen kaum Hilfe. Also hier gibt es einen großen Bedarf. Das ist ein komplexes Thema. Häufig ist es auch nicht so, dass man einfach Geld in die Hand drückt nur, sondern ganz wichtig ist, hier zu vernetzen, Infrastruktur zur Verfügung zu stellen, internationales Know-how, wie das übrigens in anderen Start-up-Sektoren, anderen Industrien auch der Fall ist. Im Medienbereich haben wir das komplett vernachlässigt. Das ist wirtschaftlich ein Fehler, aber vor allem gesellschaftlich ein sehr schwerer Fehler.

Stefan Lassnig
Und das jetzt abzurunden, gibt es dann noch eine dynamische Förderung in Form von Calls? Das habe ich so verstanden, dass man da auf aktuelle Entwicklungen Bezug nimmt. Es könnte zum Beispiel sein, dass man sagt, es ist gerade ein Mega-Thema, wie in vielen anderen Branchen, auch in unserer Branche das Thema künstliche Intelligenz, und dann nimmt man auf so aktuelle Entwicklungen Bezug und ruft bestimmte Förderungen in bestimmten Höhen halt jeweils Tag, also aktuell den aktuellen Ereignissen angepasst aus.

Andy Kaltenbrunner
Genauso ist es zu verstehen. KI ist ein Beispiel. Auch da kann man dann intelligente Calls machen, sozusagen zu schauen, in welchen Bereichen genau. Man wird nicht einfach sagen, schlagt uns was vor im Bereich der KI. Ein zentraler Punkt wäre übrigens im Vergleich zu dem, was jetzt passiert, dass viele in Einzelbereichen in der sogenannten digitalen Transformationsförderung mit wenig Geld versuchen, in zehn Parallelaktionen in verschiedenen Unternehmen dasselbe zu entwickeln, zu sagen, nein, ein Call, der nicht nur erlaubt, sondern sogar fördert, dass man kooperativ Dinge macht, die allen nützen, unabhängig von Konkurrenzverhältnissen, die es oft gar nicht gibt, wäre intelligent. Aber es gibt auch viele andere Bereiche. Also ich denke, und ich denke an den Wirtschaftsjournalismus, an den Kulturjournalismus, wo wir sehr, wo die Daten zeigen, dass wir sehr schwach bestückt sind in den Redaktionen, dass dort die Erosion schneller geht als in anderen Bereichen. Und ich erschrecke gelegentlich mit bei meinen derzeitigen Präsentationen zum Thema mit der Zahl, wie viele Auslandsbüros österreichischer Journalismus hat, fixe Auslandsbüros abseits von ORF und APA, also sämtliche Printmedienunternehmen, Tageszeitungen, Magazine, die paar digitalen Operators zusammengenommen, Auslandsbüros in einer Zeit wie dieser, wo das das große Thema ist, und es sind weniger als zehn für die gesamte Branche in Österreich. Also wenn jemand auf die Idee käme, zu sagen, vielleicht ist ein Call sinnvoll, dass wir in gewissen Bereichen auch kooperativ vielleicht unterstützen, dass es österreichische Journalisten und Journalistinnen auch in New York, New Delhi, Teheran, you name it, gibt, dann wäre das vielleicht einer. Aber ich sage, das sind jetzt Annahmen von mir. Was wir sehr deutlich sagen, ist, es braucht dazu auch wirklich Evidenzen, das heißt eben begleitende Forschung, Datenerhebungen, um intelligent zu entscheiden, was ist denn das Wichtigste mit dem vorhandenen Geld und nicht, wie jetzt, wo das doch häufig der Fall ist, halt nach Geschmack der Umstände und nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Daten und Wissensbasis.

Stefan Lassnig
Ja, und man muss an der Stelle auch sagen, dass die, du hast heute schon den Begriff Presseförderung genannt, das war ja der ursprüngliche Begriff, der ist 1975 eingeführt worden. Der hat sozusagen das gleiche Geburtsjahr wie ich. Und ich bin letztes Jahr 50 geworden. Das zeigt ja relativ gut, dass das schon ziemlich lange her ist, dass man das entwickelt hat und darauf aufgebaut hat. Sich dann ein Stückwerk entwickelt, das da oder dort ja zu Recht hinterfragt wird und dass ihr jetzt wie auf einer grünen Wiese neu aufgestellt habt und dem so verteilen würdet, wie wir es jetzt bereits besprochen haben.

Andy Kaltenbrunner
Ja, das ist so der Fall, weil eines der Probleme ist natürlich, dass wir jetzt für das, was wir beschreiben und beobachtet haben, neun verschiedene Säulen etwa haben, die wenig synchronisiert sind, zum Teil, die zum Teil widersprüchlich sogar sind, manchmal Ähnliches fördern, ohne es so zu benennen. Also all das passiert, wenn man so ein Wachstum hat, manchmal aus der Not geboren, manchmal beste Absicht und jedenfalls nicht anzulassen jenen, die das jetzt verwalten und durchführen müssen. Die tun das gesetzeskonform, aber eigentlich in einem System, das nicht mehr funktional ist und schon länger nicht mehr.

Stefan Lassnig
Um das jetzt noch fertig zu machen, also die letzten 10 Millionen, der 110 Millionen, über die wir da jetzt sprechen, die gingen, die wären für den Bereich Qualitätssicherung reserviert. Du hast heute schon mal die Bedeutung der Forschung betont, kann ich nur unterschreiben, aber auch Medienbildung, Medienethik, die Presseclubs, die es gibt, und auch das Thema Medienkompetenz wäre dann in diesem Topf geparkt, der ja, würde ich sagen, auch ganz wichtige Grundlagenarbeit für alles das liefert, was wir davor besprochen haben.

Andy Kaltenbrunner
Ja, absolut. Und da muss man sagen, manches davon gibt es ja, manches zu wenig und manches erst wieder zersplittert. Gerade im Bereich Aus- und Weiterbildung verteilt sich das wieder auf verschiedene Töpfe, die nicht miteinander abgestimmt sind. Es gibt dann die etablierten Institutionen der Aus- und Weiterbildungen, die Medienakademien, das Forum Journalismus und Medien als die größten dabei. Die sind alle unterdotiert. Dann wird es irgendwo direkt Gelder geben oder gibt es direkt Gelder, die dann an Unternehmen gehen, wo man dann wiederum nicht weiß, nach welchen Qualitätskriterien da Bildung stattfindet. Also das gehört einmal ordentlich koordiniert in erster Linie, ordentlich dotiert. Aber ein ganz wesentlicher Punkt, um den auch noch mal hervorzuheben aus der Anzahl, ist natürlich der, dass Selbstkontrolle der Branche, ich denke, da werden wir noch zu reden draufkommen, weil das ein sehr wichtiger ist und da haben wir derzeit den Presserat und zwei kleinere Räte für Spezialbereiche, sehr schwach dotiert, sage ich auch wieder, vor allem, wenn wir dieser Selbstkontrolle, dieser ethischen Selbstkontrolle besondere Bedeutung beimessen wollen. Wir wollen das und da können wir dann drüber reden. Dann muss man auch dafür sorgen, dass es die Aufgabe einer koregulierten Selbstregulierung, wie wir das dann sozusagen fachlich nennen, nämlich die Branche entscheidet selbst, diskutiert selbst, aber die Koregulierung ist die staatliche, dass man das auch unter Umständen ökonomisch unterstützt, dass die Branche dazu in der Lage ist.

Stefan Lassnig
Also ich war ja selbst sieben Jahre stellvertretender Senatsvorsitzender im Senat 1 des Österreichischen Presserats, kann über diese Institution nur Gutes erzählen, bin da total davon überzeugt, dass das eine gute Form der Selbstkontrolle ist, wo viel Gutes passiert. Wir sind ja mit unserem Podcast dort nicht Mitglied, aber nicht, weil wir nicht wollen würden, sondern weil wir dort nicht sein dürfen, Mitglied, wobei angekündigt ist, mir bei den acht Tischen worden, dass sich da bis Jahresende was ändern soll. Ich bin gespannt. Auf jeden Fall, wir unterwerfen uns trotzdem freiwillig den Richtlinien des Presserats, weil ich das für ein sehr, sehr praktikables Handwerk halte, das dort festgehalten ist, an dem man sich halten muss, wenn man ethischen Journalismus machen will. Und das soll ja auch in diesen, ein Teil, wenn wir jetzt zu dem Punkt kommen, welche Kriterien müssen denn Medien erfüllen, um überhaupt in diesen, zu diesen Fördertopfen ranzukommen, ist ja ein Kriterium, das in der Studie auch festlegen würde, Einhaltung ethischer Richtlinien und professioneller Handlungsweisen. Und dann wären wir ja wieder bei dieser Selbstkontrolle.

Andy Kaltenbrunner
Ja, das ist ein ganz wesentlicher Punkt. Das ist sozusagen ein Eintritt ins System, dass man sich solchen Regeln unterwirft, die, das muss man immer betonen für alle, die sich da nicht so auskennen, nicht von Staatswegen oder Politikwegen vorgegeben sind. Das sind professionelle Regeln, die von Journalistinnen, Verlegerinnen, Medieneigentümerinnen in Kooperation entwickelt werden. Wie verhalten wir uns? Was ist unser Kodex? Den kann man dann nachlesen. Der ist ein Lesen, der ist transparent. Der Ehrenkodex der Österreichischen Presse heißt das noch immer, was eine der Einschränkungen des Systems derzeit ist. Das ist eben aus dem Pressewesen, Zeitungswesen entstanden, wurde dort ein bisschen verlängert für die Online-Plattformen eben dieser Zeitungen. Wir sagen, das braucht es für alle. Das braucht es für alle, die Journalismus machen. Das sehen auch viele so. Ob und wie sich das weiterentwickelt, also ob da aus einem Presserat mal ein Journalismusrat für alle wird oder ob es spezielle zwei, drei Räte aus verschiedenen Gründen braucht, die genauso transparent arbeiten, klare Verfahren haben, noch viel populärer sind für die Öffentlichkeit, sich noch weiterentwickeln, was die Sanktionsmöglichkeiten betrifft. Also da schreiben wir doch sehr viel in die Studie hinein, dass nicht abstrakt, sondern konkret nachlesbar ist, wie man das umsetzen könnte, übrigens auch wieder nach internationalen Beispielen. Also das sehen wir als eine ganz, ganz wesentliche Voraussetzung. Und hier kommt dann der vorherige Punkt dazu. Das kann man von Staatswegen unterstützen, nämlich indem man ein bisschen mehr Geld als die eher bescheidene Summe jetzt gibt, damit das verwaltet wird. 90 Prozent dort funktioniert ja ohnehin ehrenamtlich, weil sich die Branche engagiert.

Stefan Lassnig
Also neben den ethischen Richtlinien gibt es eine weitere Eintrittskarte, wenn man so nennen will, nämlich was fast schon logisch ist, das öffentliche Interesse, nämlich journalistischer Hauptzweck, Zugänglichkeit und Nachrichtencharakter.

Andy Kaltenbrunner
Ja, also es kann sich nicht um eine Vereinszeitung handeln, wo dann privat drüber entschieden wird oder ein Parteimedium. Das sind andere Bereiche. Also das ist, diese Öffentlichkeit ist selbstverständlich, so wie die eben dann aber auch klar sein muss, wer die Eigentümerschaft dieses jeweils geförderten Mediums innehat. Und zwar wirklich bis zur letzten Konsequenz. Also es reicht nicht, würde nicht reichen, zu sagen, es gibt eine Stiftung in Liechtenstein und die hat einen Anteil, aber wir wissen nichts Genaueres darüber. Das heißt, Eigentümertransparenz ist ganz, ganz zentral und eigentlich selbstverständlich und in vielen Punkten ja schon jetzt realisiert. Wir glauben, das gehört noch schärfer, nämlich schärfer in dem Sinne, dass es ganz klar sein muss, wenn wir öffentliches Geld jemandem in die Hand geben wollen, wir auch wissen, wer bekommt das eigentlich. Und wenn bestenfalls das bei privatwirtschaftlichen Unternehmen dazu führt, dass man wieder mal Erlöse erzielt, was jetzt immer schwieriger geworden ist, aber das muss ja das Ziel sein, dann wollen wir auch wissen, wer schöpft das ab? Also wir wollen auch Erlöstransparenz. Wir wollen übrigens auch, wenn man Förderungen in Anspruch nimmt, dass das von den Medien selbst transparent erklärt wird, dass man sie in Anspruch nimmt und in welcher Höhe und zwar so, dass es auffindbar ist für jede Bürgerin, jeden Bürger, jede Konsumentin, jeden Konsumenten. Auch das ist Teil von transparenter Medienförderung, wie es übrigens in anderen Ländern auch schon üblich ist. Also das ist eine weitere wesentliche Voraussetzung.

Stefan Lassnig
Ja, und die Transparenz ist ja eine Voraussetzung dafür, um diesen demokratiepolitischen Zweck überhaupt zu erfüllen, nämlich unabhängig zu agieren. Weil wenn man nicht einmal weiß, wem das Unternehmen gehört, dann kann man ja gar nicht überprüfen, ist es unabhängig oder nicht.

Andy Kaltenbrunner
Ist es unabhängig und wessen Interessen werden allenfalls erfüllt? Mehr oder weniger klären das die ihnen. Also genau das wollen wir ja nicht. Und das bringt mich noch zu jenem wesentlichen Punkt, der auch Expertenvertrauter ist, aber dem Laien sozusagen meistens nicht, aber sehr bedeutsam ist, nämlich die Existenz von Redaktionsstatuten. So nennt man das seit Jahrzehnten. Das ist ein bisschen vielfältiger geworden durch die Vielfalt der Medien und der Dinge, die zu diskutieren sind. Aber das Prinzip ist, dass die innere Medienfreiheit in Medien damit gesichert wird. Das heißt, dass Journalistinnen und Journalisten einen Gesinnungsschutz haben, dass sie nicht abhängig davon sind, welche Eigentümerinteressen da generell bestehen. Und das typische Beispiel ist ja immer, das diskutieren sozusagen auch Amateure und nicht nur Forscherinnen und sagen, gibt es einen Zusammenhang zwischen Werbeschaltung, Inseraten und dem Inhalt, den es nicht geben darf, natürlich. Manchmal sehen wir, dass das problematische Zonen gibt, mit denen man sich auseinandersetzen muss. Und um diese Möglichkeiten den Redaktionen zu schaffen, diese Sicherheit zu geben, Verfahren zu geben, wo sie sich auch mit dem eigenen Eigentümer unter Umständen auseinandersetzen können und müssen, dafür gibt es sogenannte Redaktionsstatuten. Und das sehen wir auch als eine Voraussetzung. Und die müssen sehr klar deklariert sein. Die können nicht nur die ein, zwei Absätze sein, wo alle sich gegenseitig guten Willen zusichern, dass man ohnehin unabhängig ist und das Beste will, sondern das braucht klare Verfahren-Einheiten. Und dafür gibt es zum Glück auch in Österreich sehr viele Beispiele schon, aber es fehlen noch sehr viele Medien, die durchaus in den Genuss von Medienförderung kommen.

Stefan Lassnig
Also das ist der dritte Punkt, den ihr in eurer Studie angeführt habt, würde ich sagen, Professionalität, also redaktionelle Strukturen. Da gehört ein Redaktionsstatut dazu, journalistische Arbeitsplätze und auch eine angemessene Bezahlung. Das steht auch noch als Eintrittskriterium in eurer Studie drinnen.

Andy Kaltenbrunner
Ja, angemessene Bezahlung ist in vielen Bereichen wichtig. Wird schon jetzt diskutiert, denn nicht alle haben zum Beispiel einen Kollektivvertrag, dem sie unterliegen. Das hängt von den Medientypen und den Traditionen ab, aber es gibt viele Dinge, die über noch dazu dann über die Frage der korrekten Bezahlung hinausgehen, muss man sagen. Etwa eben unterliegt man dem Journalistengesetz, kann man sich auf ein Redaktionsgeheimnis berufen und so. Wo das nicht automatisch durch kollektivvertragliche Dienstverhältnisse geregelt ist, muss das anders geregelt werden, um auch diese Sicherheit und Unabhängigkeit den Journalistinnen und Journalisten zu geben.

Stefan Lassnig
Das war jetzt der Part. Welche Töpfe soll es geben nach eurem Vorschlag? Welche Kriterien sind dafür verantwortlich? Und dann ist natürlich ganz entscheidend die Frage, ich habe es schon mal angedeutet, die möglichst politikferne. Weil was man ja nicht will, ist, Förderungsinstrumente zum Instrument von Machterhalt im besten Falle bis hin zu Machtmissbrauch zu machen. Das soll ja nicht passieren. Und da geht es ihr einen finde ich sehr interessanten Weg in eurem Vorschlag, nämlich es ist, würde ich jetzt, das ist meine jetzt Interpretation, eine Mischung aus dem, was man bis jetzt gehabt hat, und etwas Neuem. Also man richtet eine in eurer Studie, da zitiere ich jetzt, eine unabhängige, strikt regierungs- und politikferne Förderkommission unter höchstrichterlichem Vorsitz ein. In dieser Kommission ist aber sehr wohl ein Vertreter und eine Vertreterin der KOM Austria, nämlich deswegen, weil dort über die KOM Austria bis jetzt viele dieser Förderungen geflossen sind, also um da Kontinuität zu gewährleisten, ist jetzt meine Interpretation. Und was ich super spannend finde, ist, also neben dem Vorsitz eines ehemaligen Höchstrichters oder einer ehemaligen Höchstrichterin, finde ich noch spannend, dass in eurem Vorschlag drinnen steht, es sollen mindestens zwei, aber höchstens drei der fünf Fachmitglieder sind nicht österreichische Expertinnen. Das ist ja für einen gelernten Österreicher auch geradezu ein revolutionärer Vorschlag, aber dem kann ich einiges abgewinnen.

Andy Kaltenbrunner
Ja, also zu unserem wirklich sehr, sehr, sehr ernst gemeinten Punkt der Politikferne, des Arms Length Principles, wie das in der internationalen Debatte dann genannt wird, muss man sagen, vielleicht vorab, dass manche, die das gelesen haben, österreichische Kolleginnen und Kollegen, Realpolitiker, so gesagt haben, im Ernst, ihr glaubt, das geht in Österreich? Aber ich glaube, wir müssen es glauben. Wir haben gar keine andere Wahl, weil sonst ist nicht legitimierbar all das, was wir hier vorschlagen in diesem Feld. Die Idee ist also genau jene, wie von dir beschrieben, gar nicht so kompliziert, indem man sagt, man hat Expertinnen in einer solchen Kommission, die vielerlei Expertise einbringen. Das muss keineswegs, aber kann auch und soll auch zum Teil akademisch forschungsgetragen sein. Das ist praxisnah. Das beschäftigt sich mit den Fragen der internationalen Trends, der Digitalisierung, der Journalismusentwicklung, generell der Qualität der Öffentlichkeit, wie man die zivilgesellschaftlich sieht und verbessern kann. Also diese Stellen werden auszuschreiben. Darauf kann man sich in einem transparenten Verfahren bewerben. Die Anbindung an den Apparat, wenn man so will, der ja erfahren ist und das auch weiter in vielerlei Form administrieren muss, nämlich KOM Austria, RTR, findet durch die Mitgliedschaft des KOM-Austria-Mitglieds, des KOM-Austria-Vorstands statt, der ja weisungsfrei, eine weisungsfreie Behörde ist, also diesem Prinzip, das wir da anstreben, auch entspricht. Und der höchstrichterliche Vorsitz, um die juristische Expertise jedenfalls und die Kontrolle damit auch einzubringen, bestenfalls natürlich auch mit einer gewissen Medienaffinität und Know-how in diesem Bereich. Also das wäre ganz wesentlich. Der zweite Schritt dazu ist dann eben, dass man auch noch sich noch diskutieren muss, sich überlegen muss, wer bestimmt denn dann? Und hier haben wir einen sogenannten Beirat vorgeschlagen, der ebenfalls unterrichterlichen Vorsitz und auch da wieder mit weiteren vier Mitgliedern mit Expertise, die von unabhängigen Organisationen vorgeschlagen werden aus dem Feld, auch wieder zum Teil von ausländischen aus unserer Sicht. Also man kann die Eidgenössische Medienkommission mit ihrer Expertise bitten, da jemanden zu entsenden, um ein Beispiel zu nennen.

Die Gesellschaft für Publizistik und Kommunikationswissenschaft im gesamten deutschsprachigen Raum hunderte Expertinnen versammelt und so. Also das heißt, ein unabhängiges Ernennungsverfahren, ein transparentes und dann unabhängige Mitglieder einer Kommission. Wir wissen, das ist ungewöhnlich, aber gerade die Debatten im Mediensektor speziell auch, wenn ich nur an den ORF denke, den wir nicht abgehandelt haben, aber gerade aktuell sehr heftig diskutieren, zeigen uns, dass wir dann nicht so ganz falsch liegen, dass das nicht nur ein abstraktes Desiderat ist, sondern etwas, das wir ganz, ganz dringend brauchen. Ich glaube, ein großer Teil der Branche im Übrigen wünscht eben, um Fairness herzustellen und um sicherzustellen, dass man ruhigen Gewissens seinem Publikum sagen kann, okay, wir haben euer Geld genommen. Zu Recht, wir erfüllen eine Aufgabe, nicht nur eine Ausgabe, die tatsächlich auch, wir geben es aus, aber mit einer demokratiepolitischen Aufgabe. Und es gibt ein faires, anständiges Verfahren, damit sichergestellt ist, dass es da keine politische Käuflichkeit für Medien gibt.

Stefan Lassnig
Das ist ja gerade in Österreich besonders wichtig und umso trauriger, dass da alles und so als Erster im ersten Reflex sagen, so quasi, das geht es überhaupt, weil ja diese Abhängigkeit vom öffentlichen Geld gerade in Österreich ja sehr ausgeprägt ist. Wir haben ja schon heute am Anfang von einem dysfunktionalen Markt gesprochen. Wir sind in einem deutschsprachigen Markt tätig, der wo viel aus Deutschland rüberschwappt. Übrigens auch im Podcastbereich zum Beispiel. Also auch im Podcastbereich gibt es viele Formate, die in Deutschland groß sind, die aber durch die Größe und auch die die gute Machart bis nach Österreich rüberschwappen. Also das ist etwas, mit dem wir im Podcastbereich auch unmittelbar konfrontiert sind. Und das macht ja diese Abhängigkeit von Förderungen und auch von der öffentlichen Hand noch einmal größer und umso wichtiger wäre diese Distanz.
Andy Kaltenbrunner
Ja, also das ist ja sozusagen auch messbar ein Problem, dass wir in einem Markt arbeiten, der nicht nur diese globalen Digitalisierungsprozesse zu bewältigen hat, sondern in einem Markt, der einen zehnmal so großen, benachbarten, gleichsprachigen Markt hat, was viele Länder, etwa in Skandinavien, ja dann nicht haben. Also auch das schafft zusätzlichen Wettbewerb. Und in einem Gedankenexperiment seit vielen Jahren inzwischen spiele ich mit Studierenden, manchmal Kollegen durch und sage so, und jetzt spielen wir doch mal Deutschland und sagen, es gibt viel weniger öffentliche Inserate, wie vorher beschrieben. Es gibt eigentlich keine Förderung. Wir ziehen diese Mittel aus dem Markt. Was passiert dann? Und wir kommen zum Schluss in unserer Simulation, dass kaum ein Medienunternehmen in den letzten Jahren am Markt geblieben wäre oder nur dramatisch reduziert, gekürzt, halbiert im Überlebenskampf mit dem Risiko, dass vielleicht dann ein, zwei große Gruppen vielleicht sozusagen mit auf den Trümmern der anderen bestehen bleiben, indem sie da aufsammeln, was da noch zu holen ist, weil sie gerade die Stärksten im Markt sind. Nichts davon ist wünschenswert. Das haben wir beschrieben. Aber es heißt auch, dass man eine besondere Verantwortung hat im Umgang mit diesen öffentlichen Mitteln.

Stefan Lassnig
Ja, und auch eine gewisse Dringlichkeit. Also das haben wir heute auch schon besprochen. Das ist, wenn wir jetzt bei dem Wasserfallbild bleiben oder bei dem Bild der Erlöse bei den amerikanischen Tageszeitungen, dann erkennt man da schon eine gewisse Dringlichkeit. Also ich würde sagen, es ist jetzt fünf vor zwölf. Beim ONKR ist es, glaube ich, schon eins vor zwölf oder vielleicht fünf nach zwölf. Aber dieses Jahr und nächstes Jahr, glaube ich, wird da recht entscheidend werden.

Andy Kaltenbrunner
Unbedingt. Je schneller, desto besser. Nämlich schneller Entscheidungen getroffen werden und umgesetzt wird und damit Sicherheit gegeben wird, was dabei herauskommt. Wir haben als Forscher unser Bestes getan. Wir waren keineswegs nur im Elfenbeinturm, sondern wir waren im Feld unterwegs, wie wahrscheinlich wenige, was wir schon in den vergangenen Jahren getan haben, aber im letzten halben Jahr ganz, ganz besonders intensiv.

Stefan Lassnig
Ja, man kann ja in der Studie auch nachlesen, mit wem ihr alle gesprochen habt. Es ist wirklich ein breiter Querschnitt durch die Branche.

Andy Kaltenbrunner
Absolut. Und das sind jene Gespräche, die wir jetzt ganz konkret und zielgerichtet noch einmal als Hintergrundgespräche geführt haben. Aber es gab Dutzende weitere und Detailaspekte. Und auch die letzten Jahre, alle, die uns kennen, wissen ja, dass uns das vorher schon interessiert hat und ohne diese dichte Datensammlung und Wissenssammlung es gar nicht möglich gewesen wäre in der Zeit, das so darzustellen. Also und das hat uns eben gezeigt, wie dringlich das ist. Und man muss sagen, das Ministerium, als sie uns gefragt haben im Herbst, und das dann ein bisschen gedauert hat und dann war die Entscheidung, ob wir da etwas machen könnten und in so kurzer Zeit anbieten könnten, weil sie glauben, es wäre schon dringlich, dem konnten wir dann nur beipflichten und sagen, es ist noch dringlicher, als man gemeinhin glaubt, wenn man ins Detail geht und hineinschaut in den Markt, es eilt wirklich, dass da Entscheidungen getroffen werden. Das sind zuerst einmal Regierungsentscheidungen, koalitionäre Entscheidungen. Und wir sagen dazu als Unzuständige diesbezüglich, alles, was hier in politisches Hickhack mündet, schadet allen, schadet der Branche, schadet der Demokratie, schadet wahrscheinlich auch der Regierung im Übrigen, die dann auch sozusagen mit Einheitlichkeit auftreten muss, wenn sie gerade solch heikle Vorschläge macht. Und es eilt. Dazu kommt, das ist wieder für die Experten unter den Zuhörerinnen und Zuhörern, dass es natürlich auch EU-konform sein muss. Also wir haben uns auch bemüht, dass diese Datenlage auch begründet, warum es solche Förderungen braucht, dass die nicht unzulässig in den Wettbewerb eingreifen, eher im Gegenteil den derzeit oft verzerrten Wettbewerb verbessern und dass es solche Beihilfen geben darf und so. Und das kostet auch ein bisschen Zeit bei der EU noch einmal, die man verlieren würde. Das heißt, unser Zugang war zu sagen, man muss jetzt mal Stabilität trotzdem im jetzigen System garantieren, damit die jetzt Bedachten eine Chance haben, weiterzuarbeiten mit kalkulierbaren Daten, aber möglichst rasch ein komplett neues System aufsetzen und vielleicht dazwischen Schritte, wo man schon davor einzelne Veränderungen vornimmt, die zulässig sind und in die richtige Richtung gehen und ein paar da sozusagen Probleme zusätzlich lösen helfen.

Stefan Lassnig
Das bringt mich zu meiner Abschlussfrage, nämlich wenn man die Genese eurer Studie anschaut, das war ja Startschuss, war ja ein Regierungsbeschluss, wenn ich das richtig im Kopf habe. Also es war jetzt nicht ein Auftrag einer Partei, sondern es war ein Regierungsbeschluss, diese Studie durchzuführen. Ich finde das immer.

Andy Kaltenbrunner
Ein Parlamentsbeschluss.

Stefan Lassnig
Oder ein Parlamentsbeschluss sogar, ja. Parlamentsbeschluss finde ich schon einmal ganz wichtig, um einen Startpunkt zu definieren. Und jetzt hast du schon gesagt, ihr habt jetzt eure Studie abgeliefert. Wie gesagt, liebe Hörerinnen und Hörer, lest es euch selbst nach, es ist ein Lesenswert und habt jetzt quasi euren Teil erledigt. Und du hast ja schon bei einer anderen Veranstaltung, wo ich dich gesehen habe, schon gesagt, du nimmst jetzt nicht dazu Stellung, was jetzt Politikerinnen und Politiker inhaltlich damit machen, sondern weil es nicht deine Aufgabe ist. Deswegen stelle ich meine Frage anders, meine Abschlussfrage. Was würdest du da prozessual wünschen? Also die Studie liegt jetzt am Tisch. Es liegt jetzt praktisch am Tisch politischer Entscheiderinnen und Entscheider. Was würdest du da prozessual wünschen, was jetzt die nächsten Schritte sind, abseits davon, dass es schnell gehen muss, wie du da vorher schon gesagt hast?

Andy Kaltenbrunner
Ja, aber ganz pragmatisch heißt das eben, dass rund um die Uhr dazu geredet werden muss, in aller Offenheit. Ich halte es ja nicht nur für legitim, sondern für selbstverständlich, dass es unterschiedliche Interessen auch in den Parteien gibt. Es gibt unterschiedliche Nähen und Distanzen. Auch das kann man transparent darstellen, ohne dass daraus gleich Furchtbarkeiten abgeleitet werden. Aber die sollten transparent dargestellt sein, warum man was wie will. Und auch wir haben so etwas wie, das nennt man dann Impact Assessment gemacht und gesagt, was bewirkt das dann für wen, wie im Markt, dass wir das vorschlagen. Das erwarten wir uns von allen anderen Vorschlägen, die kommen, ob das jetzt Partei oder Institutionenvorschläge sind. Man muss mit allen neuhochdeutsch Stakeholdern reden, noch einmal zusätzlich aus Politiksituation heraus, so wie wir es getan haben, aber das möglichst rasch, rasch, rasch. Und ich glaube, dass wir eine solide Grundlage geliefert haben. So selbstbewusst sind wir, dass man da jetzt nicht bei null beim politischen Diskurs beginnt, sondern aufbauend auf dem. Unser Auftraggeber war aus unserer Sicht die Öffentlichkeit, aufbauend auf dem jetzt relativ schnell Beschlüsse fassen könnte, daraus Logistik machen, Gesetze machen, Richtlinien machen. Da gibt es ausgezeichnete Leute, auch im Ministerium, die seit Jahren und Jahrzehnten wissen, wie das geht. Sie brauchen nur einen klaren Auftrag, was zu geschehen hätte, um das in vernünftige Formen zu übersetzen und entsprechend auch wie die Commaustria RTR, das in entsprechende Verfahren zu übersetzen. Aber dazu braucht es möglichst rasch die politische Entscheidung. Die geht zuerst realpolitisch von dem aus, was Regierung gemeinsam will. Ich glaube aber im Übrigen, dass man auch oppositionell Unterstützung finden kann und wird und das offen diskutieren muss, umso besser für das gesamte System, weil es geht eben nicht um Einfachparteieninteressen.

Stefan Lassnig
Und auch nicht nur um wirtschaftliche Interessen. Das hast du ja schon mehrmals ausgeführt.

Andy Kaltenbrunner
Und nicht nur um wirtschaftliche Interessen. Und ich sage es noch einmal, wir haben gesagt, ja, diese sind Voraussetzungen, die Kenntnis der Wirtschaftsdaten. Aber der Auftraggeber Öffentlichkeit sagt uns, was bedeutet das für unsere Demokratie, die Qualität, wie wir miteinander diskutieren, die Basis, auf der wir streiten können, informiert streiten können in einer Form, die vielleicht deutlich besser ist, als wir das jetzt manchmal schon erleben.

Stefan Lassnig
Das ist jetzt ein schönes Schlusswort. Andi, ich sage erstens danke für eure Arbeit und eure Studie. Ich finde, das ist eine sehr, sehr gute Grundlage für eine sehr vernünftige, hoffentlich vernünftige Diskussion darüber, wie man mit dem Thema Medienförderung weitermachen. Es ist überhaupt das, also das, was ich in den letzten Jahren gesehen habe, die beste, am besten aufgearbeitete Grundlage, zumindest die ich kenne. Also herzlichen Dank dafür und herzlichen Dank, dass du heute im Studio warst.

Andy Kaltenbrunner
Danke für die Einladung und ja, möge der Diskurs weitergeführt werden in vielen, vielen Stellen, weil es geht schon um einiges. Danke.

Stefan Lassnig
Das war die heutige Folge von "Ganz offen gesagt". Feedback bitte an redaktion@ganzoffengesagt.at. Wir freuen uns, wenn ihr unseren Podcast abonniert und weiterempfehlt, uns auf Bluesky, Facebook, Instagram oder Spotify Feedback gebt und uns in euren Podcast-Apps mit fünf Sternen bewertet. Wenn ihr unsere journalistische Arbeit unterstützen wollt, dann kauft bitte auf Apple Podcast oder der Plattform Steady ein bezahltes Abo. Ihr könnt dann alle Folgen werbefrei hören und tragt dazu bei, dass wir "Ganz offen gesagt" in der bewährten Form weitermachen können. Den Link zu Steady stelle ich euch in die Shownotes. Zum Abschluss möchte ich euch wie immer noch einen anderen Podcast empfehlen. Diesmal ist dies der Podcast "Lebende Legenden". In diesem Podcast werden keine Fragen gestellt, sondern es wird zugehört, wenn Menschen über 75 in ihren eigenen Worten über ihr interessantes Leben erzählen. In den ersten vier Folgen erzählt zum Beispiel Chris Lohner über ihre Entscheidungen, Liebe, Brüche und alles, was rückblickend wirklich zählt. Absolute Höherempfehlung. Euch danke fürs Zuhören bei "Ganz offen gesagt". Bis zum nächsten Mal. Pfiat eich.

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Felix Keiser

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